Profil für Manfred Küper > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Manfred Küper
Top-Rezensenten Rang: 834
Hilfreiche Bewertungen: 789

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Manfred Küper "Manf" (Kranenburg, Niederrhein)
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Fundbüro: Roman
Fundbüro: Roman
von Siegfried Lenz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Notizen aus der Provinz, 11. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Fundbüro: Roman (Taschenbuch)
Wann spielt die Geschichte? "Fundbüro" erscheint erstmals 2003. Noch gibt es die Deutsche Mark, in der Politik spricht man über die Osterweiterung der EU. Laptops finden Erwähnung. Spricht für Ende der 90er Jahre. Alles andere in diesem Buch spricht dagegen.

Im Fundbüro geht es zu wie in einer Behörde in den 50er Jahren. Bei Studentenfeiern wird Glen Miller gespielt, abgelöst von Bill Haley. Eine Motorradgang erinnert eher an halbstarke Peter-Kraus-Imitate als an neuzeitliche Hells Angels.

Diese Widersprüche irritieren. Wäre der Roman in den 50er oder 60er Jahren erschienen, würde ich ihn als Manifest der Menschlichkeit, als Kampf gegen die Rationalisierung und Kälte der kapitalistischen Gesellschaft, gegen Ausländerhass und als Plädoyer für mehr Zivilcourage loben. Aber so?

Siegfried Lenz, dieser großartige Schriftsteller mit seiner wunderbaren Sprache, scheint in der Neuzeit nicht angekommen zu sein. Sein Szenario wirkt miefig, provinziell, sine Protagonisten spießig, konservativ, oder positiv ausgedrückt altbacken, naiv. Lenz liefert nicht mehr die Antworten auf die Fragen unserer Zeit. Damit ist "Fundbüro" keine Leseempfehlung.

(Aber auch der aktuelle Lenz bleibt lesenswert, wenn man sich auf die kurzen Geschichten einlässt, z.B. auf "Die Maske" oder "Schweigeminute". Hier gelingen ihm zeitlose Erzählungen).

Schuld
Schuld
von Ferdinand von Schirach
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Häppchenweise ein Genuss, 8. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Schuld (Taschenbuch)
von Schirachs Geschichten aus der Berufspraxis eines Juristen wirken nach. In seiner einfachen, klaren Sprache bringt er die Dinge auf den Punkt und leuchtet die Beziehungen zwischen den Menschen aus. Auch wenn Zweifel aufkommen, ob von Schierach die von ihm erzählten Geschichten auch tatsächlich selbst erlebt hat, führen die Schilderungen der unterschiedlichsten Schicksale den Leser doch immer wieder in Randgebiete des Seins.

Eine Geschichte zu beenden und die nächste zu beginnen: Das funktioniert nicht.

Zum einen fesseln die Geschichten noch lange nach der Lektüre, zum anderen -und das ist der Grund für die von mir vergebenen 4 statt der 5 Sterne- ist die Sprache, so knapp und klar sie zunächst wirkt, mit zunehmender Dauer anstrengend und die kurzen, abgehackten Sätze wirken wie Erzählungen aus Kindermund. Da bedarf es einer kurzen Erholung, bevor sich mit der nächsten Story ein neuer Abgrund auftut.

Kurzweilig, spannend, lesenswert.

Torre: Schrei aus Stein
Torre: Schrei aus Stein
von Reinhold Messner
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

3.0 von 5 Sternen Erst fesselnd, später nervend, 6. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Torre: Schrei aus Stein (Taschenbuch)
Was für ein faszinierender Berg, der Cerro Torre im Herzen Patagoniens! Nur 3128 m hoch galt der Turm-Berg (so die deutsche Übersetzung) doch lange als unbesteigbar.

Im Januar 1959 unternahmen Cesare Maestri und dem Tiroler Toni Egger den Versuch, den Torre über die Nordwand zu bezwingen. Egger stürzt von einer Eislawine getroffen ab und verunglückt tödlich. Maestri behauptet, gemeinsam mit Egger den Gipfel bestiegen zu haben. Jedoch fehlen Beweise.

Die Schilderung des Berges und seiner Eigenschaften sowie die Beschreibung der 59er Expedition aus Sicht Maestris sind hochgradig spannend und fesselnd. Aber was danach kommt, wird mit zunehmender Buchlänge nervend: Messner meldet Zweifel an der Besteigung des Cerro Torre an. Das ist legitim. Zudem sind die Argumente erdrückend. Aber über 150 Seiten immer wieder die selben Aussagen litaneihaft zu wiederholen und Argumente von rechts nach links zu drehen, lässt das hier erschienene Buch als mit heißer Nadel gestrickt erscheinen. Lieblos runtergeschrieben. Es hätte gereicht, wenn er seine Zweifel einmal belegt hätte und sich dann der neueren Entwicklung am Torre gewidmet hätte. So hat er leider Chancen vertan.

Verbesserungswürdig ist auch der Umgamg mit dem Bildmaterial. 70 mal derselbe Gipfel aus unterschiedlichen Perspektiven bringt keinen Erkenntnisgewinn. Viele Bildunterschriften fehlen. Dafür werden die Fotos mit einem Sammelsurium an aus dem Zusamnmenhang gerissenen Zitaten unterfüttert. Und zur Krönung zitiert Messner sich selbst. Stillos.

In Plüschgewittern
In Plüschgewittern
von Wolfgang Herrndorf
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach starkem Beginn Richtung Beliebigkeit, 2. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In Plüschgewittern (Taschenbuch)
Die ersten Sätze schlagen ein wie Granaten in Ernst Jüngers kriegsverherrlichendem Werk "In Stahlgewittern" aus dem Jahr 1920, das Herrndorf wohl als Titelvorlage diente. Man erahnt auf den ersten Seiten eine großen Autor und eine große Geschichte. Aber leider kann Wolfgang Herrndorf die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Was wie ein Entwicklungsroman beginnt (Jugend, Neugier, 1. Liebe, Trampen, Berlin) und stellenweise ungemein an Herrn Lehmann von Sven Regener erinnert, wird im weiteren Verlauf trotz allerfeinster literarischer Unterhaltung zur Enttäuschung: Der inzwischen 30jährige Protagonist erinnert immer noch an den pubertären 15jährigen. Auf der Suche nach Abenteuern und netten Frauen verbringt er seine Zeit in Kneipen, U-Bahnhöfen und bei flüchtigen Bekannten. Sein Streunen wirkt ziellos, sein Verhalten parasitär. Was macht diesen Kerl dennoch so sympathisch? Nur der Autor, der ihn zeichnet.

Leider nur sehr nette Unterhaltung, der die nötige Tiefe fehlt und auch der Perspektivwechsel des Erzählers vermag die Geschichte nicht mehr zu retten. Das Niveau des "Fängers im Roggen", das die Kritik entdeckt haben will, kann Herrndorf leider nur auf den ersten Seiten nachweisen

Der Mann, der den Zügen nachsah: Ausgewählte Romane 10
Der Mann, der den Zügen nachsah: Ausgewählte Romane 10
von Georges Simenon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwungvoll und stimmig wie selten, 29. Mai 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Simenon in Bestform: Diese unglaublich dichte Charakterstudie fasziniert nicht zuletzt durch die sehr gelungene aktuelle Übersetzung von der ersten Seite an.

Kees Popinga ist ein Durchschnittsmensch: Buchhalter und Prokurist bei einer Großhandelsfirma für Schiffsgüter, Eigenheimbesitzer, Ehemann und Vater. Nach außen ist alles im Lot.

Als er seinen Chef betrunken in einer Spelunke trifft und der ihm vom vorstehenden betrügerischen Bankrott der Firma berichtet, bricht Popinga aus und lässt sein bisheriges Leben hinter sich. Großzügig ausgestattet mit Geld seines ehemaligen Arbeitgebers zieht es ihn hin zum prallen Leben. Doch schon bald geht das Experiment schief und die Polizei heftet sich an seine Fersen.

Wie reagiert eine Gesellschaft auf jemanden, der alle Konventionen hinter sich lässt und die Beziehungen zu seinem bisherigen Leben abbricht? Eine wunderbare, stimmige Studie über die Psyche des bemitleidenswerten Kees Popinga (und damit mal nicht aus Sicht der ermittelnden Polizei, was der Geschichte sehr gut tut) und über die Unfähigkeit einer Gesellschaft, sein Handeln so zu verstehen, wie es gemeint war.

Vom Wandern: Neue Wege zu einer alten Kunst
Vom Wandern: Neue Wege zu einer alten Kunst
von Ulrich Grober
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Wohltat im Dschungel der Wanderbücher, 26. Mai 2012
Wandern ist eine alte Kunst. Keine neue Erfindung unserer heutigen Gesellschaft zur Ankurbelung der Wirtschaft. Wer das Wesen des Wanderns verstehen will, der schaut nach links und nach rechts, in die Vergangenheit und die Zukunft, auf die Menschen, die die Wege schon gegangen sind, auf die Kultur der Landschaft und auf die Menschen, die heute in ihr leben.

Und genau das tut Ulrich Grober in seinem sich so wohltuend von der Masse der neuen Wanderbücher abhebenden Werk: Er marschiert nicht, er schlendert, flaniert, pausiert, mäandert durch die Landschaft, immer neugierig wie ein kleines Kind und offen für die kleinen Dinge, die so viel wichtiger sind für das eigene Leben als die großen Entscheidungen der Weltpolitik.

Er verfolgt die Spuren und Motive berühmter Wanderer: Hermann Hesse gehört ebenso dazu wie Martin Heidegger oder Ötzi, der vor über 5.000 Jahren das Wandern in den Alpen zur Überlebensstrategie machte.

Gruber sinniert über Ausrüstung und Orientierung, über Wasser und Luft, über Licht- und Lärmverschmutzung, Auszeiten und Entschleunigung, Beuys und Gaia. Kenntnis- und lehrreich, kurzweilig und unterhaltsam ergänzt er mit seinen Einschüben seine Schilderungen über ungewöhnliche und nachahmenswerte Mehrtagestouren quer durch Deutschland.

Ein wunderbares Wanderbuch von einem, der weiß, was er tut.

Und ein Buch, das die Vorfreude auf die nächste eigene Tour erhöht.

Im Licht der Lagune. Roman
Im Licht der Lagune. Roman
von Hanns-Josef Ortheil
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,00

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Literarische Untiefen, 21. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Im Licht der Lagune. Roman (Taschenbuch)
Venedig, 1786. Bei der abendlichen Entenjagd entdeckt der Conte Paolo di Barbaro ein im Schilf treibendes Boot. Neugierig nähert er sich und findet eine bewusstlosen jungen Mann, den er zunächst fälschlicherweise für tot hält. In einem nahen Kloster wird der Jüngling, dem der Name Andrea gegeben wird, gesund gepflegt. Später nimmt sich der Conte seiner an und nimmt ihn bei sich auf.

Andreas Vergangenheit bleibt im Dunkeln. Er erinnert sich nicht an sein bisheriges Leben. Allerdings entdeckt er schnell sein malerisches Talent und beginnt, unterstützt durch den Conte, der ihn - nicht ganz uneigennützig - fördert, zu zeichnen.

Die Geschichte, die Ortheil erzählt, wird angereichert durch Caterina, die schöne Tochter des Nachbarn. Der Conte verliert sein Herz an sie, muss aber zusehen, wie sie auf Anraten ihres Vaters di Barbaros eigenen Bruder heiratet. Dieser interessiert sich allerdings überhaupt nicht für das Mädchen und führt sein Leben im fernen London fort, als hätte es nie eine Hochzeit gegeben.

Um Caterina näherzukemmen, bietet der Conte der Naschbarfamilie seinen Schützling Andrea als persönlichen Diener Caterinas an. Ein verhängnisvoller Fehler. Caterina und Andrea werden ein Liebespaar.

Würde dieser Roman nicht durch seine Sprache, Andreas Betrachtungen zur Kunst des 18. Jahrhunderts oder durch die Beschreibung einer faszinierenden Stadt immer wieder seine Stärken erkennen lassen, würde man meinen, einen Groschenroman vor sich zu haben, so unstimmig, seicht und unspektakulär ist die Geschichte, die Ortheil erzählt. Eine Gratwanderung an der Schwelle zum Kitsch. Trivialliteratur von Format. Entbehrlich.

Landesbühne
Landesbühne
von Siegfried Lenz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,00

4.0 von 5 Sternen Die Gedanken sind frei, 16. Mai 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Landesbühne (Gebundene Ausgabe)
Nach vielen wundervollen Werken aus der Feder von Siegfried Lenz stellt sich nach dem Lesen zunächst Befremden ein. Ist Lenz zu alt geworden für große Literatur? Zu naiv, die Welt wahrzunehmen wie sie ist? Ist er im 21. Jahrhundert noch nicht angekommen?

Nur langsam und nach ausgiebiger Beschäftigung mit der Frage, warum Lenz das uralte Thema der Gedankenfreiheit (übrigens ungleich genialer umgesetzt in Arno Schmidts Erzählung "Alexander oder was ist Wahrheit?") thematisiert hat, weicht dieser erste Eindruck einem ersten Verstehen. Lenz bleibt Optimist. Er schreibt mit großem Respekt auch über Menschen, die wegen unbestreitbarer und unentschuldbarer Verfehlungen im Gefängnis landeten, er betont durch das Ende der Erzählung (Verzicht auf einen Ausbruchsversuch) sein Urvertrauen in die Welt und lässt uns nicht zuletzt durch seine klare und ausdrucksstarke Sprache an einer neuen, anderen, ruhigeren, behäbigen, entschleunigten und oft auch humorvollen Welt teilhaben.

Auf jeden Fall ein Buch, dessen Inhalt nachklingt. Allein das machte es schon -bei aller Skepsis- zu einem wertvollen Buch.

Maigret und Monsieur Charles. Band 75: Sämtliche Maigret-Romane
Maigret und Monsieur Charles. Band 75: Sämtliche Maigret-Romane
von Georges Simenon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 10,00

4.0 von 5 Sternen Routinierter, aber nur mäßig inspirierter Abschluss der Serie, 15. Mai 2012
Nach 75 Bänden und ca. 15.000 Seiten Maigret heißt es mit diesem Band aus dem Jahre 1972 Abschied nehmen vom geliebten Kommissar und von einer liebgewonnenen und herausragenden Krimireihe.

Simenon spielt auch in diesem letzten Band seine Stärken aus: Er entwirft ein Sittengemälde der Pariser Gesellschaft und lässt uns mit Hilfe seines stoischen und beharrlichen Kommissars Stück für Stück die Lügengebäude erkennen, die die Protagonisten aufgebaut haben, um lediglich den Schein zu wahren. Insgesamt ergibt sich auf diese Weise und durch die Lektüre von 75 Maigretromanen das Bild einer Gesellschaft in der Mitte des 20. Jahrhunderts, das differenzierter, psychologisch stimmiger und interessanter kaum sein könnte.

Leider ist die ansonsten bei Simenon erkennbare Entwicklung der Handlung hier nur rudimentär vorhanden: Keine Überraschung, keine unerwartete Wendung, die den Leser an die Lektüre fesselt: Ein routinierter Abschluss, aber dieses Buch ist eher ein Fragment als ein fertiger Roman. Manchmal lässt sich nicht verbergen, in welchem Tempo Simenon, der keinen seiner vielen Hundert Romane je wieder gelesen hat, konstruiert und schreibt.

Was bleibt zu tun? 50 Non Maigrets warten noch und die wunderbaren Maigret-Geschichten, die ebenfalls bei Diogenes verlegt wurden, mildern die Enttäuschung darüber, dass es nun keinen ungelesenen Maigret-Roman mehr gibt.

Wer Maigret liebt, könnte sich auch mit der hochinteressanten Biografie Simenons beschäftigen. Nichts von der trauten Zweisamkeit des Ehepaares Maigret hat auch nur im entferntesten mit Simenons Leben zu tun. Nach der Lektüre siener Biografie erscheint sein Werk in einem neuen Licht.

Tschick
Tschick
von Wolfgang Herrndorf
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Eine temporeiche Reise ohne Ziel, 12. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Tschick (Taschenbuch)
Wie schafft es Herrndorf, dass man diese beiden 14jährigen Jungs, die in den Sommerferien nichts besseres zu tun haben, als einen alten Lada zu klauen und irgendwie grob Richtung Wallachei zu reisen, so ins Herz schließt und von ihrer Geschichte nicht mehr loskommt? Vielleicht ist es die Botschaft, dass unser Nachwuchs gar nicht so schlimm ist wie sein Ruf, vielleicht die Tatsache, dass Jugendliche auf der Suche eine Faszination ausüben, weil die Zeit des Suchens im Leben nie aufhört, vielleicht ist es auch einfach nur diese geniale Sprache, die so unbemüht und echt wirkt und dabei doch wohltuend literarisch daherkommt.

So vielschichtig wie die Antworten auf die Frage nach dem Reiz dieses Buches ist das Buch selbst. Bleibt doch jedem Leser genügend Raum für die persönlichen Entdeckungen von Parallelen zum eigenen Leben,zur Entdeckung der persönlichen Favoriten unter den vielen kostbaren Augenblicken dieses Sommers oder zur Entdeckung persönlicher Lieblingszitate, die die wenigen Stunden des Lesegenusses überdauern.

Ein lesenswertes, kluges, kurzweiliges, zuweilen auch nur einfach nettes Büchlein, das nicht mehr will, als eine Sommergeschichte zu erzählen und deshalb so bescheiden und sympathisch wirkt. Einen neuen "Fänger im Roggen" wollte Herrndorf hier nicht schreiben und somit verbietet sich dieser immer wieder zu lesende Vergleich. Tschick ist einfach Tschick und hat das Zeug zum Klassiker.

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20