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Andreas Schüle
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Suhrkamp-Taschenbuch, Band 1: Unterwegs zu Swann.  Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Suhrkamp-Taschenbuch, Band 1: Unterwegs zu Swann. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
von Marcel Proust
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

167 von 170 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt zweimal lesen!, 3. August 2006
Ich habe zwei Jahre gebraucht, um die "Suche nach der verlorenen Zeit" (jawohl, alle 7 Bände!) zu lesen. Deshalb gleich ein Hinweis für alle, die den ersten Band geschafft haben: Es geht genau in diesem Stil weiter! Die Eindrücke, Gedanken, Beschreibungen nehmen unendlich viel Raum ein, die eigentliche Handlung läuft unspektakulär und fast nebenbei. Genau wie im richtigen Leben eben! Jeder von uns ist viel mehr damit beschäftigt, über andere und sich selbst nachzudenken, als äußere Ereignisse wahrzunehmen. Und auch wir wissen bei einer ersten Begegnung noch nicht, ob der Mensch, den wir gerade kennenlernen, eine zukünftige Bedeutung für uns haben wird, oder ob wir ihn schnell vergessen werden.

Hat man sich erst einmal damit abgefunden, dass man nicht auf spektakuläre Handlungsentwicklungen warten muss (so etwa ab Band 3 oder 4 hat man das verinnerlicht), dann fängt man überhaupt erst an, den Roman richtig zu lesen. Am Ende dann weiß man, welche Personen und Eindrücke die wirklich wichtigen waren. Und wenn man danach wieder von vorne anfängt - und das sollte man UNBEDINGT tun - dann bekommt schon der erste, so unscheinbar, ja langweilig wirkende Band eine unglaubliche Spannung. Man erfährt nun nicht mehr die Erinnerungen eines Unbekannten, man teilt diese Erinnerungen, als wenn es die eigenen wären. Und so wie man selber äußerlich unwichtige Ereignisse ein Leben lang im Gedächtnis behält, so versteht man beim zweiten Lesen, wenn man weiß, wo die Geschichte hinführt, warum es so ungeheuer wichtig ist, sich fünf Seiten lang an den Geschmack eines "Madeleine"-Törtchens zu erinnern. Und erst dann bemerkt man verblüfft, wie sehr uns Proust - in einer völlig anderen Lebenswelt als der heutigen - unsere ureigenene Geschichte erzählt.

Deshalb nicht aufgeben und die ganze "Suche" lesen, in aller Ruhe, gerne auch mit zeitlichen Abständen (man kann nicht nur Proust lesen, sonst wird man irgendwann weltfremd), aber unbedingt bis zum Ende. Und wenn man dann zum zweiten Mal "Unterwegs zu Swann" ist, dann will man überhaupt nirgends sonst mehr sein - so wie Proust selbst auch nirgendwo mehr sein wollte, sondern sich in ein schall- und sonnenlichtisoliertes Schreibzimmer einschloss, um nichts anderes mehr zu tun, als die verlorene Zeit seines Lebens wiederzufinden.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2013 8:30 PM MEST


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