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Rezensionen verfasst von
jack_carlton

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The Understanding
The Understanding
Preis: EUR 11,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Beste aller Welten, 19. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: The Understanding (Audio CD)
Das neue Röyksopp-Album ist schlicht G R A N D I O S !
Also, wer Schubladen mag: Röyksopp vereint das Beste von Air, Plastyc Buddha, Zero 7, dem späten RJD2 und Rob. Wer auch nur 2 der genannten Künstler mag, wird von diesem Album begeistert sein. Perlender, zeitgemäßer Synthie-Pop á la Plastyc Buddha, melancholische Franz-Faux-Filmmusik á la Air, die Eleganz von Zero 7, gepaart mit dem treibenden, Aufbauend-Hymnischen mancher RJD2-Stücke, und einem Schuß witziger Retro-Ironie eines Rob -- das alles findet man hier. Und das ist eine ganze Menge. Dieses Album ist eine deutliche Weiterentwicklung zum Debüt, das mancherorts doch recht verspielt und einfältig klang; und im Gegensatz zum Debüt wird dieses Album wohl nicht in jeder anderthalbten Coffee-Bar zu hören sein, denn dazu ist die Musik zu... intelligent?
Einziges Problem: Instante Suchtgefahr. Man verfällt der Musik sofort (oder gar nicht), hört sie dann ständig, 4 Wochen lang, und dann nicht mehr. Aber dafür werden das 4 sehr erhebende Wochen sein!


Simple Things
Simple Things
Preis: EUR 9,25

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn ich Guy Ritchie wäre ..., 18. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Simple Things (Audio CD)
Wenn ich Guy Ritchie wäre, oder -- noch besser -- Paul McGuigan, Regisseur des kleinen Meisterwerks "Gangster No. 1", mit welcher Musik würde ich meinen nächsten Film untermalen? Wäre ich Jonathan Glazer, Regisseur von "Sexy Beast", an welche Musiker müßte ich mich wenden, um für mein nächstes filmisches Epos über fiese, kleine (oder auch große) Londoner Gangster den passenden Soundtrack zu erhalten? Vorausgesetzt, diese Filmemacher drehten erneut schicke, kleine (oder auch große) Gangster-Filme im bekannten Stil, so würde meine Wahl ohne jeden Zweifel auf Zero7 fallen.
"Simple Things" ist so ein Soundtrack. Zu einem Film, der zwar (noch) nicht gedreht wurde, aber durchaus als Film, als Aneinanderreihung filmischer Versatzstücke bei so manchem im Kopf "läuft". Woran liegt das? Etwa die Hälfte der Songs sind keine, sondern sehr elegante Instrumentals -- mit Streichern, Trompeten und dem ganzen klassischen Programm. Wer aber meint, Zero7 hätte jetzt so eine Art verkopftes Konzeptalbum abgemischt, liegt falsch, denn "Simple Things" hat -- welch' altertümliches Wort -- Swing. Swing, Seele und einen sehr downen Beat. Die haarsträubend guten Vocals von Sia Furler und Sophie Barker (in "Destiny" perfekt aufeinander abgestimmt -- unbedingt reinhören) und das smoothe Organ von Mozez (bei "I Have Seen", "This World" und dem titelgebenden "Simple Things") geben den Songs genau jene Prise großstädtischer Eleganz (Melancholie? Sehnsucht?), die einen beständig daran erinnert, daß man schon viel zu lange nicht mehr in London gewesen ist.
Und die Art und Weise, wie die Streicher von Brilliant Strings (die diesen Namen absolut zurecht tragen) und die Synthesizer-Magier der Band den Songs einen filmisch-symphonischen Überbau geben (besser als dies beispielsweise Craig Armstrong tut, der auch schon seeehr gut ist), läßt an das Debütalbum von Portishead erinnern, sans gequälter, hier-in-Bristol-regnet's-ständig-Leidensmine von Miss Gibbons. Ganz im Gegenteil: Im Universum von Zero7 scheint es nur Gutwetter zu geben, "uplifting" nennt man das wohl ("... when you're down, you breathe life into me" -- aus "Destiny"). So gut jedenfalls, daß man die Musik ständig lauter dreht.
Aber, und hier unterscheidet sich dieses Album von so vielen Downbeat-Produktionen ("Downbeat", was ist das überhaupt? Wer kommt nur auf so beknackte Bezeichnungen?), "Simple Things" ist zum genauen Hinhören, und für die Hintergrundberieselung recht eigentlich zu schade. Allzu groß wäre die Gefahr, daß man in letzterem Fall die komplex verwobenen, aber stets luftig-leichten Arrangements überhören würde.
Und wenn man sich über die Zweifel des ersten (zweiten, dritten) Hinhörens hinweggehört hat (denn solange hat es auch bei mir gedauert, bis es gezündet hat. Gut Ding' will eben Weile haben...), so gewinnt man einen ganz persönlichen Soundtrack fürs Leben. Welchen Film man dabei lebt, bleibt letztlich natürlich jedem selbst überlassen.
PS. Ein Song ("Likufanele") fällt total aus dem Rahmen -- afrikanisch angehaucht, und so penetrant, daß man sich über diesen Ausfall nur wundern kann.


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