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Rezensionen verfasst von
J. Wagner "shaper"
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This Is All Yours
This Is All Yours
Preis: EUR 10,94

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele ruhige Stücke kontrastieren eine Reihe von Edelsteinen, 22. September 2014
Rezension bezieht sich auf: This Is All Yours (Audio CD)
Es scheint mir eine gute Weiterentwicklung zu sein, die die Band hier macht. Die inzwischen nur noch drei Mitglieder des Kollektivs erschaffen mit Lied Eins eine gänzlich neuartige Atmosphäre. Das wirkt schon geradewegs wie ein Statement. Wobei es zu denken gibt, ob diese Atmosphäre nicht Selbstzweck ist (weil in diesem Lied, das sich völlig zu Recht Intro nennt, viel mit Verfremdung operiert wird) oder ob hier ein Fundament an Songs auf einen wartet, das zunächst bloß ein wenig in Balance gebracht werden soll. In Lied Zwei dann, Arrival In Nara, kommt erstmalig das zu tragen, wofür diese Band von so vielen geliebt wird: Ehrlichkeit und Nähe. Wobei es schon leicht merkwürdig rüber kommt, dass an dieser Stelle ein solcher Bruch zu verzeichnen ist, also: erst kommt ein Song, der, dem bisherigen Schaffen nach zu urteilen, ungewohnt klingt, mit seinem Arrangement fast pompös wirkt, und auch trippig – und dann folgt auch schon das erstes Interlude (das aber gar nicht so heisst, sondern dem Titel nach eine Ankunft oder weitere Einleitung darstellen soll); und zwar mit einem total zurückgenommenen Tempo und einem Klangbild, das nicht zuletzt durch die einleitende Benutzung des Pianos vielleicht am ehesten mit "klar" beschrieben werden kann. Und so scheint es tatsächlich erst mit Lied Drei, Nara, das sich wundersam aus Zwei herausschält, real der Fall zu werden, dass man auf dieser Platte erstmalig von einem richtigen Song sprechen kann. Und dieser Song hat es fürwahr in sich (und das spricht dann auch wohl am ehesten für die These "Fundament"). Seine Lyrik ist mit vom Feinsten, was man derzeit an neuen guten Liedern zu hören bekommen kann. Ein Stück, das die Setlists der Gruppe in den nächsten Jahren mit Sicherheit mitbestimmen wird. Das Stück hallt enorm nach und ist ein hervorragender Eingroover, der Appetit auf mehr macht. Ausserdem ist dieser sägende Geigenton ein aufregendes neues Element und auch das Piano passt sich wiederholt gut ein ins Gefüge. Sollte es im Stil dieses besagten dritten Liedes weitergehen, wäre ich wahrhaftig beglückt.

Lied Vier, Every Other Freckle, ist das erste, das sich dem Stil der upliftigeren Sachen des Vorgängers An Awesome Wave annähert, und es weiß wahrhaftig zu beglücken mit Trademarks, die da heissen: vertracktes Drumming und schräger und dennoch engelsgleicher Gesang. Und auch Lied Fünf, Left Hand Free, ist ganz augenscheinlich ein guter alter Bekannter, ein echter Alt-J-Song. Doch irgendwie ist dieses Teil auch ziemlich eindeutig. Ein bisschen zu eindeutig für meinen Geschmack, obwohl da eine ziemlich schräge Passage drin vorkommt. Jedenfalls ist es kein Stück, dem man ernsthaft das Etikett Indie anheften kann. Irgendwie stand da wohl der Gedanke Pate "für die Ami-Stationen braucht ihr noch ein Lied, das wie eure bisherigen klingt!" Und so ist es nur folgerichtig, dass es diese Nummer war, die Alt-J kürzlich bei David Letterman zur Aufführung brachten. Lied Sechs, das Ding mit den Flöten, wirkt auf mich ganz ähnlich, nämlich ein bisschen wie ein Fremdkörper. Das Teil kommt wie aus heiterem Himmel daher, zumindest kommt es mir so vor. Aber hey, soll wohl diese Radionummer konterkarieren und wäre in dem Fall auch ganz gagig. Zumal wenn der Moderator durchlaufen liesse...

Lied Sieben, Choice Kingdom [Achtung: Amazons Tracklisting ist im Bereich Tonträger fehlerhaft, weil das Flötenteil dort komplett untern Teppich fällt], macht leider keinen Gefangenen aus mir, ein wenig saftlos wirkt das Stück auf mich. Obwohl das Gefühl, das dieses Lied für sich allein genommen transportiert, durchaus angenehm ist (ein irgendwie geartetes sakrales Element), aber bei der Betrachtung von This Is All Yours als Gesamtwerk bemerke ich spätestens an dieser Stelle, dass ich etwas die Aufmerksamkeit und den Faden verliere, also das gewisse Etwas zu vermissen beginne, was zwischen den Dingen liegt und mich mitreisst. Es sind reichlich viel leise Passagen auf dieser Scheibe versammelt. Zwar sind es dies betreffend Lieder, die größtenteils gar nicht so übel sind, aber es ist keines darunter, das mich bislang in ähnlicher Weise wie die Stücke Drei und Vier richtig mitnehmen konnte. Etwas fad – so das Negativattribut eines kleinen Zwischenfazits.

Die Nummer Acht, Hunger Of The Pine, ist dieses Sample-Ding, von dem ich schon gelesen habe, und es brach beim ersten Hören ziemlich derb auf mich herein, obwohl das Lied selbst einen nicht zu verachtenden Deepness-Faktor besitzt. Dieses Stück machte es mir so gesehen nicht gerade leichter auf meiner Suche nach der Erzählung. Ja fürwahr, es griff Fremdheit um sich. Aber gottlob hat sich im Laufe der nächsten Hördurchgänge dieser Eindruck schnell verflüchtigt.

Weiter im Text. Lied Neun, Warm Foothills, hat wieder dieses ungemein Harmonische, was Alt-J ja ganz wesentlich auszeichnet. Aber grundlegend ist es mir doch etwas zu lasch geraten, was ich diesmal von ihnen zu hören bekomme. Das Pfeifen auf diesem Stück wirkte anfänglich gar wie die Manifestation fehlender Ideen. Aber zum Glück hat sich auch dieser spezielle Eindruck relativ rasch gelegt. Die Nummer ist zwar in der Tat recht gedrosselt, was an sich nicht unbedingt ein kritikfähiger Punkt sein muss, sondern im Gegenteil sogar überaus sympathisch ist und überhaupt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil zur Erfolgsgeschichte der Band gehört. Auch kommen hier ein weiteres Mal neue Stimmen in Gestalt von Gastsängern zum Einsatz und wahrscheinlich wird sie dereinst sogar mal viel überzeugender wirken – schöne Musik ist es schliesslich allemal. Nur: Jemandem wie mir, der permanent gespannt auf Attraktionen ist und der insgeheim eine wildere Entwicklung anvisiert hat, kann es da tatsächlich schon mal gehörig widerstreben, sich in der Mehrzahl mit sachterem als dem erhofften schmissigerem Material konfrontiert zu sehen. Im Gegensatz dazu kann gesagt werden, dass nicht jeder bei einer bestimmten Scheibe sofort die Zündkapsel findet. Hauptsache ist jedoch immer, bereit zu sein, sich auf die Reise mitnehmen zu lassen – was bei dem Vertrauen, das ich in die Band gesetzt habe, denn auch nicht sonderlich schwer war. Dass Erwartungshaltungen mit einem gelieferten Ergebnis nicht immer sofort in Übereinstimmung zu bringen sind, ist ohnehin eine triviale Erkenntnis. Wenn es dann aber mal verspätet gelingt, kann es sogar zu im Endergebnis überraschend großartigen Hörerlebnissen führen, wie ich es kürzlich in Folge feststellen durfte. Jedenfalls sollte keiner nach lediglich nur einem Durchlauf urteilen. Man tut sich selbst keinen Gefallen damit.

Lied Zehn, The Gospel Of John Hurt, hat bezüglich Erfüllung von Erwartungshaltungen wiederum eine ganze Menge zu bieten. Ist das, was ich kenne und hier gesucht habe. Irgendwie höre ich da ein Echo dieser Cyrus-Nummer heraus. Macht dadurch nicht nur sie, sondern letztlich auch das ganze Album deutlich runder. Und das am Ende hier vorkommende kurze Xylophon-Einsprengsel ist im Gegensatz zu #6 einfach nur charmant. Auch Nummer Elf, Pusher, kann mit was aufwarten, was ich schon kenne und schätze, nämlich Empfindungen in unnachahmlicher Alt-J-lyrischer-Weise zu transportieren. Wiederholt sehr verhalten geraten, spricht mich dieses Piece aber durch seine Offenheit diesmal ganz unmittelbar an und ist fraglos ungemein intim. Macht also alles in allem sehr wohl Sinn, was ich bis zu diesem Punkt zu hören bekommen habe. Die Ingredienzen sind jedenfalls allesamt vorhanden. Und ich wiederhole mich: Es ist schliesslich alles noch total neu und muss, um zu einem abschliessenden Urteil gelangen zu können, erst einmal auf einen einwirken.

Die Zwölf, Bloodflood Pt. II, gefällt mir auch gleich auf Anhieb. Klavier und Bläser stehen Alt-J hervorragend zu Gesicht. Indem es ab und an von sich selbst verschluckt zu werden droht, sich dann aber doch immer wieder ein Stück, und bald noch ein Stückchen weiter nach oben reckt, baut sich dieses Lied mächtig auf und kann sogar als heimliches Centerpiece gelten. Die erzeugte Spannung, nicht zuletzt generiert über die fiesen Sounds, ist auf jeden Fall sehr wohltuend und hält den Level an Aufmerksamkeit meinerseits in den oberen Etagen. Lied Dreizehn, Leaving Nara, macht mit weiteren elektronischen Tricks auf sich aufmerksam, hier in Form des Beat-Programming. Das ist durchaus passend und auch der Gesang ist in bester Tradition erbaulich. Er weilt in höchsten Sphären, vertont ein Verlangen, wie nur Musik es kann.

Und dann wars das schon, wenn man vom Hidden Track mal absieht. Mein erster Durchlauf, Note 3-4. Wegen der Musik im Generellen und ihrer zureichend unterstellbaren Steigerungsfähigkeit im Lauf der Zeit wird aufgerundet.

>Edit: Es muss inzwischen mehr als eine Vier sein. Weitere Durchläufe, und hier insbesondere der "fragwürdigen" Tracks, fielen wesentlich behaglicher aus. Selbst Left Hand Free wirkt jetzt keineswegs mehr so deplaziert wie noch am Anfang. Vielmehr ist es jetzt der sprichwörtliche Alt-J-Song, den ich mittlerweile dankbar bin hier vorzufinden. Ja, das ganze Gerüst dieser Platte erachte ich, alles eingerechnet, in der Zwischenzeit für grundsolide. Also alles eine Note weiter nach oben verschoben. Wegen der unbedingten Authentizität dieser Musik und ihrer Anschlussfähigkeit bei Leuten, die mit Spartenmusik kaum mehr was anfangen können, sollte diese Hochstufung locker gerechtfertigt sein.


Eon
Eon
Preis: EUR 16,35

5.0 von 5 Sternen Clear-sighted – oder: wie es Sonne erklärt hat…, 21. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Eon (Audio CD)
Sap leaks from all the trees bleed and green recedes from a leaf as autumn leaves
While north winds relentlessly bend all of the octopus trees then shift west, south, and east
Sun breaks over the same human race by whom you were erased
As the time takes over all your name-sakes then removes your name tag
Hold up to the flames paper-earning, labored hurting hands of your worthless s***'s embers submerged
Cause it's all water under bridges cept for those that have since been burned
Wood creeks, stagger your steps steeply down into the wind deflecting cape
As waves break they shave the landscape and each grain that remains is as much that's unexplained

(Text von Lied 7, Water Under Burned Bridges – man höre nur, wie hier das Wort “human” verschluckt wird…)

Wie es dieser Textausschnitt vielleicht schon andeutet, ist die ganze Scheibe regelrecht durchzogen vom Naturalismus. Und konsequenterweise sind auch die in ihr vorfindbaren Harmonien allesamt herrlich. Das Zusammmenspiel von Stimme und Begleitinstrumenten funktioniert geradezu kongenial bei diesem Werk. Die in ihm hier in der Hauptsache anzutreffenden Kleinode produzieren dabei mitunter einen solch zwingenden Drive, dass man sich wirklich nur abgeholt fühlen kann, und fallen dennoch immer wieder gern zurück in dieses typische, Erlösung anstrebende Muster von Beschwernis, das diese Musik ganz grundlegend kennzeichnet. Was diese Band uns hier darbietet, ist vom lyrischen Aspekt aus betrachtet, ohne Zweifel in der allerersten Reihe anzusiedeln, und zwar was jedwede Gattung heutiger Musik anbetrifft. Im Bereich Acoustic-Folk scheinen mir die Mimicking Birds die derzeit schärftste Waffe im Reigen mit so Kalibern wie beispielsweise Midlake zu sein.

Die seit 2009 bestehende Band ist mir ob ebenjener Anlagen bereits mit ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2010 extrem angenehm aufgefallen. Der Gesang von Sänger Nate Lacy besitzt ein beschwörendes Tremolo, das mir ausgenommen gut liegt. Es ist, anders als so viele andere ähnlicher Provinienz, völlig unpeinlich. Es transportiert echte Gefühle (vorsicht: kein Buzzword!). Und mit Eon hat sich dahingehend zum Glück nichts Grundlegendes geändert. Ja schöner noch: Nicht nur ist das Songwriting weiterhin von ausgesprochen hoher Qualität – diesmal ist sogar ein ganz klein wenig mehr an Elektronik eingewebt worden, und überdies wird durch eine prononciertere Gitarrenarbeit an mancherlei Parts vermocht, der Scheibe als Ganzes einen Tick mehr Wumms zu verpassen, was beides ausserordentlich gespannnt auf die Live-Shows werden lässt.

Keine Ausfälle demnach. Weder was die Songs noch was ihre tatsächliche Umsetzung angeht. Wobei, bei oben angezeigtem, für meine Begriffe, Hauptsong der Scheibe hatte ich beim ersten Hören unter dem Zustand des gewaltigen Ergriffen- und Gespanntseins an der ein oder anderen Stelle schon so mancherlei Impuls für einen Veränderungsvorschlag verspürt. Doch ist all das inzwischen reichlich müßig, ja schlichtweg vergangen. Nein, ich bin sehr dankbar für diese Veröffentlichung, die mit einigen wirklichen Highlights aufwarten kann und doch gerade in der Summe ihrer Teile hervorzustechen weiss.

Zusammengefasst steht diese Musik für zweierlei Arten Feel: Zum einen ist es das von Aufrichtigkeit. Die macht sich nach meinem unmaßgeblichen Geschmack heutzutage viel zu rar in der Musik. Zum anderen ist es jenes, eine bestimmte Haltung kennzeichnendes Merkmal, das in den Ghettos der verschiedenen Genres aus meiner Sicht regelmäßig dem Untergang anheimfällt: Eigenständigkeit. Dass jene dabei, so meine These, eine unmittelbare Folge von eben genannter Aufrichtigkeit repräsentiert, ist insofern durchaus noch der Bemerkung wert, weil letzterer nämlich ein Ethos unterstellt werden kann, das sich weithin unabhängig vom allseits vorherrschenden Bedürfnis nach Definierung respektive Anerkennung aus einer bestimmten Richtung sieht.

Diese Art moderne Folk-Musik (die schlechterdings auch als Acoustic bezeichnet werden kann), in einer solchen Geschmeidigkeit dargeboten wie hier – und das behaupte ich in dem Wissen, selber ein kleines Ghetto zu beackern –, bekommt man wirklich nur sehr selten zu Gehör. Sie mag zwar im Weitesten hausbacken erscheinen, ist vielleicht sogar an vielen Stellen ausrechenbar, ist dabei aber nichtsdestotrotz grundlegend herzerwärmend und totally down to earth und letztlich meisterhaft abgerundet, mit allerfeinsten Shifts – die reine Wohlfühlmucke also. Für den, der Sehnsuchtsmusik sucht, schlechthin DIE Empfehlung. Vom Sound her betrachtet mindestens an die Three-Fish-Releases von u.a. Jeff Ament erinnernd. Zusammengenommen führt es zur höchstmöglichen Punktzahl. Für eine Gruppe, auf die das Auge zu richten sich wahrhaft lohnt. Mehr als lohnt, wenn solches denn ginge.


Black Rat
Black Rat
Preis: EUR 19,98

5.0 von 5 Sternen Rotzige Mitgrölnummern im Punk-Style, deren Riffs zumeist nichts weniger als erlösungsbringend sind, 16. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Black Rat (Audio CD)
Die akustische Kulisse ist dabei grandios brachial und wirkt dennoch stets transparent. Fette Bratzgitarren und überragend eingängige Chorusse sind die prägnanten Merkmale bei diesem Release. Nahezu jedes Stück auf dieser Scheibe fängt einen mit griffigen Hooks ein, was indes nur auf den ersten Blick simpel erscheint, denn die Frage darf gestellt werden, wieviele Bands eigentlich schon vergeblich versucht haben, die perfekte Scheibe hinzubekommen und dann alsbald frustriert feststellen mussten, dass das vermeintlich Einfache so einfach gar nicht ist. Hier bei Black Rat ist genau dies meines Erachtens zu 100 Prozent gelungen. Jedenfalls bin ich derart effektiv in den letzten Jahren nur sehr selten angestachelt worden, die Sau rauszulassen. Ein Grund hierfür dürfte darin liegen, dass die Stücke rasend schnell auf den Punkt kommen. Kein umständliches Rumgegurke; stattdessen führt bereits der erste geschlagene Haken mitten ins Herz eines jeden Stückes und somit, und vor allem, umstandslos in die Beine des geneigten Hörers – allerdings nicht ohne zuvor zu immenser Funkenbildung in dessen Sicherungskasten geführt zu haben, was denn auch so Kompetenzen wie Lang- oder Gleichmut aus der Liste der von ihm hier benötigten Eigenschaften völlig obsolet werden lässt.

Was der Band hier somit zweifelsfrei gelingt, ist, die Feierlust ihrer Hörer aufs Höchste anzuregen, ja, sie regelrecht besoffen nach dem Einstieg in diesen sagenhaften Bühnenkäfig suchen zu lassen.

DZ Deathrays springen mit diesem Release wahrhaftig auf tausend Züge auf, persiflieren ihr Unterfangen aber auch schon mit dem gleichen Atemzug wieder, weil: so viel Schmissigkeit in einem Rutsch eigentlich gar nicht an- bzw. durchgehen kann. Und genau das wissen sie und machen diesmal auch entsprechend keine Maskerade drüber...

Ohne Frage ist der Band hier ein Party-Album par excellence gelungen. Die Jungs legen ein echtes Bravourstück hin, eine echte Konsens-Scheibe, und dürfen damit meinetwegen fortan reiche Beute machen. Noch zu den Stimmen ein Wort: die kann man getrost als perfekt, als absolut passend betrachten. Ihr Kreischen ist ebenso zwingend wie ihr natürlicher Klang betörend ist.

Das ganze ist also changierend zwischen seeligmachender Punkrock-Attitude mit teilweise gekonnt eingestrickter Psychedelic sowie ner krassen Catchiness à la White Stripes. Alles sägt und röhrt; ist Futter für den Overdrive, den blanken Exzess.

Ach – wieder mal zu viele Worte für eine aus dem Stand total überzeugende Platte.


Love Letters
Love Letters
Preis: EUR 12,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchenfilm, 10. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Love Letters (Audio CD)
Joseph Mount hat es mir diesmal wirklich nicht leicht gemacht. Seine neue Scheibe Love Letters ist zwar anschmiegsam wie eh und je, aber es schien zu Anfang, dass sie auch lediglich nur dies ist. Das Knackige, was seine Musik sonst in überwiegender Weise ausgezeichnet hat, vermisste ich derweil vollkommen. Soviel stand nach dem ersten Hören also gleich fest - es hierbei zu belassen und dem Projekt vorübergehend abzuschwören war jedoch mitnichten eine Option. Ich hatte mich diesem Werk zu stellen. Und in der Tat lernte ich erst hierdurch begreifen, mit welch einer Perle ich es bei Love Letters eigentlich zu tun habe. Mit einer Scheibe nämlich voll mit ausgereiften, durchdachten Songs, die im Endeffekt zu schier grandioser Größe auflaufen - völlig im Gegensatz zu dem ihnen anfangs unterstellten Entbehren jenes übermächtigen Flows, dem ich sonst doch bisher stets umgehend erlegen war.

Und ich will es an dieser Stelle ruhig noch einmal festhalten: Obwohl vorderhand zwar alles durchaus in angenehmer Weise dezent auf mich gewirkt hat, kam mir das Gehörte trotzdem irgendwie maniriert vor. Und speziell dieses Empfinden war es, was ich in diesem Stadium der Entwicklung dieses Künstlers einfach so in der Form nicht erwartet hatte. Ich will sogar so weit gehen, zu behaupten, dass wohl ein jeder, der auf dieses Album gewartet hat, blindlings darauf vertraut hätte, dass man die Mehzahl der Titel ohne größeres Nachdenken zur Prime Time in der Disco hätte auflegen können. Nur, und das kann ich an dieser Stelle schon einmal verraten: Dass eine Party durch einen Song von diesem Album womöglich gesprengt würde, ist ein Verdacht, der wahrlich nicht stehen bleiben kann und darf. Und wenn auch eine Verunsicherung diesbezüglich schon allein aus dem Grund nicht von der Hand zu weisen ist, weil die Stücke auf Lover Letters zunächst einmal doch reichlich introspektiv daherkommen und man in ihnen sogar auf Attribute gestoßen wird, die man hier nun so gar nicht erwartet hätte, namentlich an Kleinkunst oder gar an so Dinge wie Zirkusmusik, sollte einen eine derartige Klassifizierung dennoch nicht gleich gänzlich schlucken lassen. Denn es kommt eben auf den Test an, die Hingabe. Bei Unentschlossenheit hingegen funktioniert die Platte wohl in der Tat eher nicht so.

Nach einigem Hin und Herr nun aber Track by Track: Schon der erste, The Upsetter, spricht in einer Weise direkt zum Hörer, wie ich es letztlich einfach nur göttlich nennen kann - eine Einschätzung, die ich denn auch für den ganzen weiteren Verlauf des Albums über aufrechterhalte. Der EQ der Gesangsspur Mounts lässt einen ohne Umschweife an Prince Rogers Nelson alias Prince denken - zu Zeiten, als der sich aufgeschwungen hat, seinen Namen ein für alle mal zu prägen. Angreifbar, verletzlich, lebensbejahend. Und musikalisch ist das an dieser Stelle bereits von einer solch unwiderstehlichen Anziehungskraft - weil mit einer geradezu himmlischen Nonchalanche vorgetragenen -, dass es mich mittlerweile schlichtweg an die größten Platten ever gemahnt.

I'm Aquarius, das zweite Stück auf Love Letters, baut einen Sog auf, der seinen Kulminationspunkt einzig wohl noch in der Platte als Ganzes finden dürfte! Das Stück kann überdies exemplarisch für den Selfmade-Appeal neuerer Britischer Schule gelten, wie er einen hier ständig anhaucht und wie er exemplarisch für die Musik Bretons oder Mike Skinners alias The Streets steht. Dem Stück sind darüberhinaus derart himmlische Klavier-Lines unterlegt, dass man "Aquarisus" regelrecht zu fühlen glaubt, wenn man es vernimmt. Sie sind von solch hoher Güte, perlen auf einen herab in einer solch unglaublich magischen Weise, dass man davon in einer Art eingenommen wird, die genauer zu beschreiben wirklich schwerfällt.

Monstrous, das nächste Stück, nimmt unterdessen den Flow von Aquarius auf und gefällt durch eine bestimmte Drumcomputer-Sequenz, die man z.B. schon von Kalkbrenners Sky And Sand her kennt. Nichtsdestotrotz aber steht dieses Stück dann doch vollkommen für sich selbst. Es beginnt mit einem Spinett-Intro, und fährt schliesslich mit einer Schlangenbeschwörer-Line fort, die überdies ein durch und durch reines, naives Flair aufweist, was alles in allem den Gestus dieser Scheibe, die völlig aus sich heraus entstanden zu sein scheint, perfekt umreisst.

Mit einem an Philip Glass, Michael Nyman oder insbesondere Moondog erinnernden Einführungspart geht dann Love Letters los - das Titelstück. Im Anschluss an diesen Part allerdings explodiert das Stück regelrecht und entwickelt sich zu einem wahren Hammer. Und fürwahr, dieses mitreissende Stück Musik ist mit nichts vergleichbar, was man etwa auf dem zweifellos berauschenden Vorgänger The English Riviera finden kann. Es ist treibend wie nur was und ein Ohrwurm vor dem Herrn. Allein die Stimme von Mount ist hier ein so bestechender Kontrast zu dem sie an dieser Stelle umgebenenen musikalischen Overdrive - das ist in seiner Vorzüglichkeit schlicht einmalig. In ihrer ganzen Nacktheit, quasi aus dem Off operierend, ist sie ein dermaßen Charme entwickelndes, organisches Instrument, dass es mich buchstäblich entzückt! Und dann erst die in reinster Unschuld kurz vor dem Ausfaden einsetzende Trompete! Dieser lyrische Kunstgriff ist so unmittelbar einnehmend - boah!! Absolut sprachlos machend.

Nach dem Hit wirkt Month Of Sundays wie ein Flashback, der dich aber in Wahrheit auf den Pfad zurückführt, den diese Scheibe bereits mit ihrem ersten Ton eingeschlagen hat. Ich nenne es die "crazy harmony". Und erst die Gitarre! Überhaupt dieser Gitarrensound! Das ist, das ist... ohne Worte. Jemand wie Prince müsste diese Scheibe jedenfalls lieben. Und überdies ist da noch dieser fertige, unfertige Chor weiblicher Provenienz, der einen fast die ganze Scheibe über begleitet und der alles noch um eine gefühlte Dimension zugänglicher macht. Deinen Spaß, lieber Roger, Deinen großen Genuss müsstest Du hier jedenfalls im allergrößten Maß haben...

Boy Racers: Alles wirkt wie mit einem Schmunzeln vorgetragen - dabei aber nicht eine einzige Sekunde albern. Elektronik-Spielereien wie anno 1972. Die Harmonien sind auf den Punkt gebracht; das Ganze ist erbaulich und wirkt unangestrengt positiv. Mein Nervenzentrum jedenfalls lässt es ungemein beglückt zurück.

Nahtlos, wie es sich für ein wahres Werk geziemt, kommt Call Me mit einem Mal hervorgeschossen, die siebte Nummer auf Love Letters. Und die Souveränität, mit der JM hier seinen Vortrag darbietet, macht tatsächlich einfach nur an. Die ihr Thema leitenden, herrlich einfachen Keyboardlines, dieser nur "natur" zu nennnende Sound - alles ist obgleich seiner am Ende nur Interlude zu nennenden Eigenschaft schlicht und einfach Klasse. Dieser Mann kann ergo nicht nur Songs - er kann Platten! Und einmal mehr ist Mounts Stimme hier der reinste Traum.

The Most Immaculate Haircut: Ein weiteres Mal diese Stimme! Einerseits ruht sie in sich selbst, dann aber wechselt sie in Regionen, die ein jeder nur allzu gut von sich selbst her kennt, dass es über jedes denkbare Maß hinaus einfach persönlich wirkt und infolgedessen schwerfällt, dafür auch nur ein Quentchen mehr an Symphatie aufzubringen. Überdreht und doch extrem nah an der Lebenswelt eines jeden Hörers. Und wieder diese Stimme. Sie gewinnt mit jeder Sekunde, der man ihr lauscht, immer noch an Charme hinzu. Von Stück zu Stück. Von Durchlauf zu Durchlauf.

Und dann dies: Reservoir. Hier sollte jeder mal versuchen, auf die Mainline sein eigenes Pfeifen drüberzusetzen. Das ist eine traumhaft schöne Erfahrung! Ein echter Gewinn. Und doch ist es einmal mehr der Gesang (hatten wir Gesang hier nicht erst kürzlich ...), der zu der größten Lobpreisung anstachelt. Ja, das ist wahrlich Peak! Hier ist wirklich alles drin: Verspieltheit, Abgedrehtheit, Sehnsucht - die reine Vertonung von Sehnsucht. Sie, ja insbesondere sie, trieft aus allen Poren. Und überdies ist da noch ein Groooove. Ein unendlich schöner Groove.

Never Wanted kommt zunächst mit einer Reprise des aus Call Me bekannten Themas daher, die sich wie aus dem Nichts in die Gehörgänge des Hörers schält (und in Wahrheit doch nur ein überaus geschickter Einstieg ins eigentliche Stück darstellt), und vermag es letztlich, als unmissverständliches Statement in der Art eines Outros diese tolle Platte in perfektester Art zu beschliessen.

Hab ich schon geschrieben, dass ich Love Letters anfänglich eher beargwöhnt habe - trotz einer überschwänglichen Kritik von Thomas Venker im Intro? Bessere Voraussetzungen, um sie mir ganz allein anzueignen, kann ich mir im Nachhinein eigentlich gar nicht denken. Und im Eigentlichen möchte ich mit meiner eigenen Kritik auch gar nicht großartig anderes bewirken...

Dieser Typ setzt uns hier also ein Meisterwerk vor. Wie konnte es aber sein, dass ich es nicht gleich als solches erkannt habe? Das dürfte in meinem Fall sicherlich dem intermediären Nebenbeihören geschuldet gewesen sein. Zumal im Gespann mit dieser enormen Erwartungshaltung. Doch nun bleibt mir bloß zu sagen übrig: welch eine Kulisse bietet diese Scheibe nur! Wer in der Lage ist, in sie hineinzutauchen, wer die Muße erübrigen kann, in diesem Sound, in diesen Rhythmen, diesen Stimmen zu schwelgen - der dürfte hernach durchs Feuer gehen dafür.

Die zehn Stücke machen auf mich den Eindruck wie die unverstellte, ungekünstelte Präsentation eines Innenlebens. Und der betreffende Akteur geht dabei mit der denkbar höchsten Offenheit zu Werke, und zwar, wie es den Anschein hat, mittels der unzweifelhaften Kraft seines Herzens. Und zudem erkenne ich eine atemberaubende Lockerheit, mit der er dieses fürwahr nahegende, sich um keine Konvention der Welt scherende Werk produziert hat. Ein Werk, das nicht nur deutlich mehr Spaß macht als zu Beginn noch angenommen, sondern das im gleichen Atemzug in mir eine Haltung befördert, durch die ich mich unvermittelt in der Position wiederfinde, jeglichem, was meiner Wahrnehmung anheimfällt, den Stinkefinger entgegen zu halten! Für mich ein sicheres Merkmal eines absolut stilprägenden Albums, bzw, wenn man die gesamte Entwicklung Joseph Mounts Revue passieren lässt, eines Künstlers von visionärer Kraft.

Love Letters entbehrt jedwedes, bei den Erstlingen zuweilen auftretendes kalte, trockene, an Killing Joke gemahnende 80er-Feel. Im Vergleich zu TER scheint es ihm indes an Beschwingtheit und insbesondere an Hits zu mangeln. Doch sehe ich als große Klammer nunmehr ganz klar den unbekümmerten Gesang an, der, was zeitgemäßen Soul angeht, als wirklich bedeutender Gewinn in der Musiklandschaft zu werten ist. Und überhaupt, mir ist noch ein gutes Stück bewusster geworden, mit welch einem Geniestreich wir es bereits bei TER zu tun haben - und dass sein Nachfolger nicht notgedrungen als lediglich dessen Ableiter angesehen werden kann! Nein, vielmehr unterstreicht dieser neuerliche Strike nochmal aufs Deutlichste die ganze Güteklasse seines Schöpfers. Und mit seinem Love Letters wird es ihm nach meinem Dafürhalten sogar noch deutlich glühendere Verehrer bescheren als dies bisher schon der Fall war. Dies bereits allein der Tatsache wegen, weil von einem Abdriften in Richtung Kommerz auch so rein gar nichts zu verspüren ist, und es ihm letzten Endes gelungen ist, ein perfektes Spät-20stes-Jahrhundert-Roots-Album, ein vollkommenes, absolut in sich ruhendes, schlicht stimmiges Werk rauszuhauen, dem er dabei jedoch seinen ganz eigenen, völlig unverkennbaren Stempel aufdrückt.

Nein, also nix mit Skizzen, wie ich es anfangs noch glaubte schreiben zu müssen. Hier hat einer alles reingelegt und dennoch wirkt es im Ergebnis in seiner angenehmen Versponnenheit traumwandlerisch geradlinig und immerzu federleicht, edel und, ja, regelrecht erhaben.

Was bin ich froh, diesem Album noch rechtzeitig die Chance gegeben zu haben. Dadurch bin ich nun reicher. Nie will ich es mehr missen.


Present Tense
Present Tense
Preis: EUR 14,03

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entwaffnende Schönheit, 16. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Present Tense (Audio CD)
Wanderlust: Dunkel treibend geht es los mit diesem Stück. Und fürwahr: Der hierdurch bewirkte Sog ist ein perfekter Kontrast zu der ab 0:40 einsetzenden Stimme von Hayden Thorpe, die im Verlauf der Scheibe zu deren unwidersprochenen Mittelpunkt werden soll. Es gelingt somit eines ab hier sofort und unmittelbar: Aufmerksamkeit für diese Platte zu wecken. Von diesem Moment an ist es zwar noch weit bis zu einer Konklusion - aber von hier ab kann der Weg, um zu ihr zu gelangen, vom Hörer mit deutlich größerer Leichtigkeit beschritten werden, als wenn dieses Stück an genau dieser Stelle nicht da wäre und man hierdurch nicht gänzlich wie hineingeschmissen wäre in die Welt der Wild Beasts anno 2014 - die sich allem Anschein nach nicht gänzlich bezugslos aufgeschwungen haben, ihr Werk Present Tense zu nennen...

Doch bis am Ende dann eben diese Konklusion steht - dass hier nämlich eine Meisterleistung absolviert wurde und man nicht umhin kann, ebendies zu konstatieren -, steht (zumindest für mich, der sich einstweilen vollkommen treiben lassend dieser Musik hingegeben hat) die - wie ich finde: äusserst schwerfallende - Hürde an, die Punkte zu markieren, an denen man genau dies festmachen kann. Insofern ist mir hier auch Martins Beitrag diesmal ausserordentlich symphatisch, weil er es ohne allzu große Worte einfach durchgehen lässt, sein - in der Tat gewichtiges - Urteil weitestgehend auf sein schlichtes Empfinden zu reduzieren.

Denn eines ist in der Tat ganz augenfällig: die Platte kommt ausnehmend sanft daher und man kann dadurch schon in erhebliche Schwierigkeiten geraten, die hier unterstellte Meisterleistung hinreichend zu begründen. Meine diesbezüglichen Worte gehen derweil so: Das Ding schleicht sich von hinten an. Und jene Sicherheit, mit der die Wild Beasts hier stets auf der Linie höchster Schönheit stolzieren - ohne dabei auch nur den leisesten Anflug von Pathos heraushängen zu lassen - ist wohlweislich der sehr bedachtvollen Produktion geschuldet. Diese Produktion kennzeichnet, dass sie verstanden hat, das lyrische Vermögen dieser Band, ein musikalisches Vermögen von allerhöchster Güte, in seiner ganzen Ausprägung darzustellen. Major scheint dabei gewesen zu sein, ihre zielsicher dahinstrebenden kleinen Meisterwerke in der nur denkbar vornehmsten Unaufgeregtheit darzubieten, was einerseits nicht unbedingt schwerfallen mochte, weil in ihnen ja nahezu alles knistert, was aber andererseits leicht hätte dazu verleiten können, immer noch eine Schippe draufzulegen, um meinetwegen ein "rauschendes Feuerwerk von einer Platte" abzuspulen. Dies aber schien schlechterdings gerade nicht die Intention der Studioinsassen gewesen zu sein - und sie taten wirklich gut daran... Ja, sie haben es schlichtweg gerafft!

Unterstellt, dass es sich so zugetragen hat, dass also Beschränkung (im Wissen um ihre Wirkung [und damit Wirkung der Songs]) maßgebend war und sie, die Band - im Team mit ihrem Producer -, sich anscheinend an allem anderen als dem Fischen von Komplimenten orientiert hat, sei von mir an ihre Seite gewandt konzediert: von mir bekommen sie sie, diese Komplimente, zuhauf. Bitteschön! Nehmt es! Ihr habt es sowas von verdient!

Denn wenn ich nur allein auf die musikalische Begleitung dieser Ausnahmestimme bzw ihr Zusammenspiel abziele (weil da ist ja noch Tom Fleming, der vocalmäßig auch nicht gerade Unbeträchtliches beisteuert), kann ich nur festhalten, dass sie hier absolut kongenial gelungen ist. Es herrscht nichts - nichts, nichts, nichts - vor, was hierbei nur im Geringsten an Ballast gemahnen würde - federleicht geraten die immerzu roh wirkenden Stücke, obgleich sie geradezu mit Tonnen an Erzählung aufwarten können. Glatt ist man geneigt, an eine Hommage zu denken, an eine quasi Opferung, um dem (Lead-)Sänger mehr Raum zu verschaffen - wirkte hier nicht ein seit Jahren aufeinander eingespielter Bandkomplex und hat somit seinen maßgeblichen Anteil am Entstehen dieses Albums gehabt. Insofern B u l l s h i t mit Opferung.

Also, eine so filigrane Stimme kommt am besten zur Geltung, wenn sie nicht von einem Ozean aus Sound eingekesselt wird, sondern stattdesssen - ähnlich ozeanischer Gefühle (wie diese Stimme sie ja wie keine zweite zu verströmen versteht) - fein mit Texturen und Sounds verwoben auf den Hörer trifft. So gesehen ist alles neben dieser Stimme desweiteren Laufende sogar im Gegenteil als mitnichten untergeordnet zu betrachten; allenfalls liesse es sich so gerade eben noch als Zuträger bezeichnen. Doch in Wahrheit haben wir es bei den Stücken auf Present Tense mit einer regelrechten Blaupause allerfeinst ziselierter Indie- Indieelectronica-Musik zu tun; die ihrem Master wohlweislich dient, darüberhinaus aber voller Bedacht auf die sich aus dem Ozean an Sounds hervortuendsten Exemplare ihrer Gattung ist. Sprich: Hier kommt jedes Instrument, jeder Klang zu seinem Recht und dies in der nur denkbar ausgeprägtesten Form. Wie die Stücke auch alle heissen: jeder Sound prangt und bekommt Raum zu seiner Offenbarung; jedes Instrument kann seine volle Kraft entfalten. Alles hat Gewicht. Jeder Ton. Und last but not least: Jeder Vers sitzt.

Ich will es noch ein weiteres Mal festzurren: Present Tense lebt von seinen Nuancen. Es ist archaisch und opulent zugleich. Wer dieses Tandem nicht versteht und dennoch neugierig geworden ist, sei indes gewarnt: Present Tense ist nahezu perfekt. Gefährlich perfekt. Hat man diese Musik erst einmal intus, dürfte man für vieles andere aus diesem Feld verloren sein.


Sun Structures
Sun Structures
Preis: EUR 11,97

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thermit, 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Sun Structures (Audio CD)
Selbst für ein so geschmacksicheres Label wie Heavenly muss das Signing der Temples wie derjenige Fang sein, in dessen Folge man befriedigt die Rute verstaut und sich auf den Heimweg macht. Denn wenn nicht alles täuscht, wird dieses Jahr keiner anderen Band ein so vollkommenes, zwar durchaus retrogeschwängertes, aber nichtsdestotrotz frisches und – immer auch kräftiges – Folk Album gelingen wie ihnen – noch dazu eines, wo fett das Wort POP draufsteht, insbesondere, wenn es sich dabei um Pop der Marke und Güte einer Band wie zum Beispiel der Beatles handelt. Die Temples können sich jedenfalls schon mal auf so einiges einstellen. Das Interesse an ihnen dürfte sich in Folge dieses Releases denn auch, wenn nicht alles täuscht, konstant steigern. Bei jedem anderen Ausgang würde ich doch einigermaßen vom Glauben abfallen.

Will man nun die Musik beschreiben, bleibt mir zunächst einmal nicht viel mehr, als das zu unterstreichen, wovon schon bei der kleinen Diskussion bei der Vorrezi von Elf Kunden die Rede war: Auch ich höre in der Tat eine große Portion Tame Impala heraus. Aber was hier an Fuzz fehlt, ist für mich gerade das, was diese Musik aus- bzw was sie so smart macht. "Quäl die Fussschalter, was das Zeug hält" ist es hier jedenfalls mitnichten, was mich so sehr an diese Scheibe bzw an den Startknopf des Players bindet. Vielmehr ist es die für meine Begriffe geradezu lässig auf den Punkt gebrachte Hymnik, ist es dieses Händchen fürs Songwriting, das aus Sun Structures wirklich etwas so besonderes für mich macht. Doch eben auch nicht nur für mich – denn ich habe allein von drei Leuten gehört, dass auch sie gerade auf die Temples extrem abfahren!

Die Musiker, James Bagshaw, Thomas Warmsley, Adam Smith und Samuel Toms, versprühen aus meiner Sicht eine so dermaßen stilsichere Melange aus dem Würdigsten der 60er und 70er Jahre, ja, holen diese Musik regelrecht heim, dass mir das Unwort Plagiat nicht mal im Entferntesten in den Sinn kommt. Viel eher würde ich mich da noch drauf einlassen, von einem Revival zu sprechen, bei dem nun mittlerweile die reifen Früchte abzufallen scheinen und selbst ein notorischer 60s-/ 70s-Ignorant wie ich (jedenfalls nachdem er seine Dosis davon bereits zur Genüge hatte) nicht anders kann als einfach nur gute Laune zu bekommen. Im Grunde genommen macht Sun Structures nämlich vor allem eben dies: einfach eine Menge Spaß. Und im Grunde genommen ist es einzig und allein mein Ansinnen, genau auf diesen Umstand mit dem hierfür angemessenen Lob zu reagieren - weil der Erschaffung eines derart durchgängig luftigen Feels, wie es hier vorliegt, schlichtweg die entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt gehört.

Die Jungs sind dabei so authentisch, wie es nur sein kann – ihre Vorbilder empfehlen sich auch als ebensolche mehr als gut. Und sie leben ihren Stil allem Anschein nach auch in ebensolcher Manier aus wie sie. Sie versprühen den Geist jener Ära, dass es aller Ehren wert ist. Und da ihre Musik eigentlich gar nicht retro ist, sondern womöglich eben bloß in einer Zeit stattfindet, wo im Grunde genommen alles geht, kann ich meine Zuversicht, dass sie hiermit auch Erfolg haben werden, mit allem Nachdruck bekräftigen. Denn ihre Musik ist vor allem eins: arschkickend cool. Und den Vierer auf der Bühne stehen zu sehen, kann ich mir sogar nicht anders als quasi mit offenem Mund vorstellen. Doch das sähe seine Ursache dann eben doch insbesondere in der Musik begründet: Eine so geile Stimmung und, hinzukommend, so raffinierte Songs – es liesse sich gepaart mit diesem Look kaum anders einordnen als "Alleroberste Schublade".

Die Witterung aufnehmen lassen, hat die Temples demnach nicht die Dunkelheit oder Verwesung. Sun Structures findet seine Formierung eher wohl in Westküsten Bands begründet – und dort, wie ich nur, wiederholenderweise, konstatieren kann: in deren besten – oder – deren lebenslustigsten; ohne hier jedoch dem Hörer – und das gehört unterstrichen – lediglich triviale Kost darzubieten. Hat alles in allem wohl mit dem Genpool zu tun, dass neue Bands mitunter einen Geist hauchen, der zwar ganz unwahrscheinlich weit weg zu liegen scheint von den Ursprüngen, aber trotzdem in solch prägnanter Weise zu betören weiss, wie das hier der Fall ist.

Meine Sache ist es nun aber nicht, mich gleichermaßen zurückzubewegen, um etwas zu erklären. Hören. Fühlen. Das ist das Motto, das zählt. Wichtig ist aufm Platz. Worauf jeder einzelne dann tatsächlich stößt, sei ganz ihm überlassen. Und da die hier zu besprechende Musik realistischerweise eher von Menschen gehört wird, die gleichen Alters sind wie die Bandmitglieder, wäre eine Diskussion ohnehin nichts als die reinste Muße. Da kann man es auch gleich ganz bei der Lobpreisung belassen:-)

Auf dass sich viele also auf diese Band werden einlassen – denn das hiesse, sie und ihren unwiderstehlichen Charme; letztlich aber vor allem den mannigfachen musikalischen Reichtum, der sich in jedem Song verbirgt, kennenzulernen. Und beim Rest mangelt es mir nicht an dem nötigen Vertrauen.


Warpaint
Warpaint
Preis: EUR 10,94

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zugänglich - dabei aber auch latent bedrohlich, 20. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Warpaint (Audio CD)
Warpaint kommen mir vor wie die obszöne Botschaft, dass wir Menschen Mitglieder einer Gemeinschaft sind, die ihren Vergeltungstrieb nicht unter Kontrolle hat und somit anderen Spezies in punkto Triebhaftigkeit in nichts nachsteht: Ihrer Musik haftet eine Art Stillleben-Stimmung an, wozu dann aber diese - nicht nur getupften - Disharmonien kommen, die wiederum als Geistscheider fungieren zwischen denen, die dieser Musik zur Gänze anhänglich werden, und denen, die es nicht werden, weil sich ihnen wie bei dem Geräusch einer auf dem Teller kratzenden Gabel die Häute hochstellen bzw. die Eingeweide zusammenziehen.

Dabei ist es musikalisch gesehen, wenn man von den Vokalstimmen respektive ihrer Tonlage einmal absieht, im Großen und Ganzen ziemlich unkomplizierte Kost, was hier aufgetischt wird: Semi-Industrial angehauchter Trip-Hop der Marke Indie. Die Sounds sind clever gewählt und man kann sich an ihnen ergötzen. Sie besitzen sogar ein zumeist sehr organisches Feel (trotz der brutalen Gratwanderung, die sich dann im Gesamtergebnis manifestiert). Die Instrumente sind allesamt plastisch und gut heraushörbar. Dadurch entstehen Unmittelbarkeit und Nähe. Unter den genannten Attributen mag es dem ein oder anderen beim Anhören bereits zu spröde sein - aber da es vom Aufbau her musikalisch durchaus zugänglich ist und keinesfalls manieriert daherkommt, dürfte es bei etlichen zunächst einmal einen nicht unbeträchtlichen Reiz entfalten.

Wodurch kommt nun aber dieses brutale Element zustande? Es sind aus meiner Sicht in erster Linie die dissonanten Wechsel, die hier den Ausschlag geben, wofür ich die Art und Weise des Gebrauchs der Stimmen ausdrücklich verantwortlich mache. Aber es ist auch allein schon diese in weiten Teilen kalte, düstere Stimmung, die hier vermittels nuanciertester Akkorde hervorgerufen wird. Die Instrumente (wie natürlich auch die Vocals) wandeln nicht ohne Zufall oftmals in weiter Ferne von gemeinhin harmonischen Pfaden - und lassen diese Platte so zu einem Erlebnis werden, noch dazu, wo hier rein gar nichts nach Effekt heischt bzw. platt wirkt. Das Zusammenspiel, so will ich abschliessend sagen, vermag es, Kohärenz und Ruhelosigkeit in Einem zu vermitteln.

Obwohl ich die erste Warpaint vor einigen Jahren öfters gehört und sehr gemocht habe, kann ich mich kaum noch auf sie besinnen. Dass ihre Musik wie ein Geistscheider wirkt, ist wohl die einzige Konstante, die ich aus der Erinnerung überhaupt noch sehe. Jedenfalls fördert das Hören der Neuen keinerlei Flashbacks zu Tage. Doch ist dieser quasi Debüt-Charakter auch ausserordentlich bezaubernd für mich. Ja, mein zwischenzeitliches Negativfazit - weil ich eine dunkle, leicht querliegende Scheibe erwartet habe, dann aber nur eine leicht dunkle, dafür aber das Quere mit jeder ihrer Fasern atmende erhalten habe - hat sich ins Gegenteil verkehrt: Ich habe eine in der Tat dunkle, leicht querliegende - dazu aber noch geschmeidige - Scheibe erhalten! Und das ist mindestens ein Grund für ein dickes Lob, wenn nicht gar für mehr.

Wirklich nur selten habe ich bei einem Act das Gefühl erlangt, Zeuge einer Szene, vielmehr einer Kultur zu sein. Hier ist es der Fall. Die Codes werden offen über die Musik transportiert und ich kann nach Belieben daran teilhaben. Dass dies geschieht, kommt mir hingegen nicht nur wie eine Gunst vor, nein, es ist allem Anschein nach Merkmal einer Darbietung, die als Vertonung oder Abbildung einer gewissen Chemie von Menschen nicht nur ausgesprochen gut funktioniert, also letztlich Einblick in deren Denken und Fühlen gestattet, sondern es darüberhinaus auch ermöglicht, wenn ich mal von meiner Person ausgehe, sich via ihrer Musik in diesem Denken und Fühlen regelrecht zu wälzen. Ich kann wirklich kaum ein größeres Lob aussprechen als durch Schilderung dieses Umstands.


Something to Fight With
Something to Fight With
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Völlig überraschend diese Platte, 4. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Something to Fight With (Audio CD)
Wo ich bei den Amazon-Anhörschnipseln noch meinte, das Potential der Stücke bereits voll und ganz erkannt zu haben, wirkte die Musik auf Anlage zunächst erst einmal viel zu simpel auf mich. Die Stücke hätten für meine Begriffe entschieden mehr Wumms gebraucht, wie es hier insbesondere der Opener Stand Up aufweist. Doch sind hier halt nur ein Gitarrist und Sänger, ein Schlagzeuger und eine Geigerin zugange - da darf man sich nicht wundern, wenn das Ganze eher folkig ausfällt. Aber - und das ist bereits die Zusammenfassung - die Songs auf dieser Platte sind einfach klasse und schlichtweg zum Gute Laune-Bekommen, und, soviel will ich versprechen, wem es gelingt, sich auf den Sound einzulassen, dem steht nichts mehr im Weg für die Ehrerbietung für das ganze Werk.

Es sei hiermit also allen, die auf Handgemachtes der Marke Frank Turner stehen, allen, die bei dem Gedanken an Hafen unmittelbar das Fernweh ereilt, weil sie sich dem Schmerz ausgesetzt sehen, auf Reisen gerade nicht gehen zu können, allen, die etwa Holz noch als etwas Natürliches ansehen und sich auf keinen Fall mit Pressspan oder Furnierimitat zufriedengeben, und allen, die die Stimmen von Mark Eitzel und Billy Corgan mögen (es dürften wahrscheinlich noch viel mehr an Referenzen zu nennen sein) und sich für Hausmusik der erdigen Art begeistern können, diese Musik voller Sanft- und Aufrichtigkeit sehr ans Herz gelegt.


Panorama
Panorama
Preis: EUR 18,62

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine direkt ins Herz gehende, eine nahegehende Platte, 31. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Panorama (Audio CD)
... die man vielleicht am Besten dem Indie-Pop zuweisen kann. Es ist eine Art Pop der Marke Polarkreis 18 (ohne ein Zuviel von deren Math-Bombast) mit deutlichen Anklängen von Art-Rock (John Wetton-Aura) und einer für meine Begriffe sehr angenehmen folkigen Note. Die Stimme des Sängers ist, wiewohl ich sie gleich auf Anhieb mochte, nach einem kurzen skeptischen Zurückweichen beim ersten richtigen Hördurchlauf inzwischen ein wahrer Genuß für meine Ohren, was ich mir nicht zuletzt damit erkläre, dass ich vermeine, ihre - zumindest was die Sprache angeht - deutschen Wurzeln klar herauszuhören, was insofern ständig in mir die Idee aufkommen lässt, ich wäre soeben mit meinen Freunden im Übungskeller versammelt. Das Ganze klingt für meine Ohren in der Tat in einer Weise familiär, dass mir die Harmonien geradezu wie dem eigenen Kosmos entstammend vorkommen... Die Platte fängt derweil mit einem Intro an, das mich mit seiner Gefühlstiefe extrem anrührt. Danach wird eine Handvoll Hits aus dem Ärmel geschüttelt, wohingegen im letzten Drittel Beats kaum noch zum Tragen kommen; die bis dahin aufgenommene Stimmung mäandert quasi nur noch - was den betreffenden Stücken allerdings keinen Abbruch tut. Vielmehr wird hierdurch erst ihre ganze Grazie und Grandezza voll unterstrichen!

Sehr fein gemacht!


Mercury
Mercury
Preis: EUR 16,61

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut berechtigt diese Begeisterung meines Vorredners, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Mercury (Audio CD)
Dies hier ist so gar nicht cheesy, wofür ja allein schon das Label bürgt, was im Zusammenhang mit einer Pop-Scheibe dann nachgerade zum Garanten dafür wird, es mit einer frischen, dabei immer auch ausgereiften Produktion zu tun zu bekommen. Spätestens mit Severant von Kuedo hat das Label seinen Ruf bei mir nämlich verfestigt, als genialer Merger im Elekronikumfeld aufzutreten. Und als jemand, der die 80er eher immer gedisst hat, sie also weitgehend nur im Unterbewusstsein wahrgenommen hat, bedeutet es eine besondere Wohltat, heuer eine so unverbrauchte Musik hören zu können. Und in der Tat, das hier ist Kino für die Ohren. Herrlichste Synths feiern sich hier selbst; immer-schon-coole Techno-House-Rhythmen, die man von vielen Produktionen des Elektronikzeitalters her kennt und die darob womöglich mittlerweile in latenter Gefahr stehen, ein wenig altbacken zu klingen, feiern in diesem Gewand nichts anderes als ihre Daseinsberechtigung. Da mag man einfach nur zu gern drin versinken. Dann wirkt auch der Gesang noch maximal-unterstützend, dass einem der Zugang zu dieser Musik überhaupt nicht schwerfällt - eher schon das Loslassen. Bedenkt man zudem, dass ich bereits seit Stunden diese Musik via Label-Site höre, also über deren Angebot, jedes Stück roundabout ein Drittel angespielt darzubieten, und dabei mit keinem Inch in meiner Befriedigung nachlasse, lässt es mich für die Langversion eigentlich nur Luft nach oben in Betracht ziehen. Bin wirklich mal gespannt. Habe in letzter Zeit wahrlich nur selten eine solch entspannte Atmosphäre im Zusammenhang mit dieserart, vordergründig platten und ausgelutschten 80s-Material erleben können.


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