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Rezensionen verfasst von
Grobi Schalke "Borussenleser" (Dortmund)

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Mein Herz zwischen den Zeilen
Mein Herz zwischen den Zeilen
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Abenteuer in homöopathischer Dosis, 15. Dezember 2014
Ich habe dieses Buch über den Zeitraum von einem halben Jahr hinweg gelesen und war nicht sicher, ob ich es überhaupt jemals beenden würde.
Grund: Die Geschichte hat einen süßen Aufhänger (Mädchen verliebt sich in Prinzen aus Märchenbuch) um den herum den beiden Autorinnen leider nicht viel eingefallen ist, um das Ganze spannend zu machen.
Möglicherweise hat Jodi Picoult bei diesem Projekt ihre Tochter, die damalige Highschool-Schülerin Samantha von Leer, die Richtung vorgeben lassen – immerhin stammt die Idee zu diesem Buch von ihr – denn die Handlung wirkt verspielt, kindlich, alles in allem sehr brav und entwickelt sich in Anbetracht des Märchenthemas erstaunlich abenteuerlos.

Genau das hatte ich aber wohl erwartet: Ein echtes Märchen, ein Abenteuer, Helden, Bösewichte, Magie und die große Liebe. „Mein Herz zwischen den Zeilen" hat von all dem nur jeweils eine homöopathische Brise.

Hauptfiguren sind Delilah und Prinz Oliver: Delilah ist ein fünfzehnjähriges, schüchternes Mädchen, das wenig Freunde hat und sich oft in die Welt ihres Lieblingsbuches flüchtet. Held dieses Buches ist Oliver, der am liebsten aus dem Buch fliehen und in der Welt außerhalb der Geschichte leben würde. Denn: Alle Figuren in dem Buch haben ein Eigenleben, sind Schauspieler in einer Geschichte, die sie immer und immer wieder durchspielen müssen, sobald jemand das Buch aufschlägt.
Eines Tages entdecken Delilah und Oliver, dass sie miteinander sprechen können. Von diesem Tag an versuchen die beiden einen Weg für Oliver aus dem Buch heraus zu finden.

Und das tun sie: 300 Seiten lang und erleben dabei immer wieder Rückschläge.
Die Story schwankt also permanent zwischen einem guten Einfall seitens Delilahs oder Olivers und der anschließenden deprimierenden Pleite. Dazwischen begleitet der Leser abwechselnd Delilah und Oliver in ihren jeweiligen Welten, die jedoch kaum ansprechende weitere Handlungsbausteine aufweisen. Recht willkürlich eingestreut sind Passagen aus der angeblichen Originalgeschichte des Märchenbuches, die – das muss man zugeben – sehr liebevoll mit Bildern versehen wurden und im Übrigen einen Kontrast zu dem eher nichtssagenden Cover bieten.

Den beiden Autorinnen gelingt es unterm Strich nicht, den Leser einzufangen. Es fehlen emotionale Höhepunkte, interessante Verflechtungen, spritzige Dialoge und auch ein guter Schuss Emotion – denn die zarte Liebesgeschichte zwischen Delilah und Oliver kommt einfach nicht beim Leser an, wirkt distanziert, ist nicht recht nachvollziehbar, da Delilah viel zu sehr Mädchen und Oliver eigentlich schon erwachsen ist.

Fazit: Einen Punkt für die Idee, eine Punkt für die Gestaltung des Innenteils. Die Geschichte dümpelt vor sich hin und wirkt in jeder Hinsicht unausgereift.


Teufelsherz
Teufelsherz
von Sabrina Qunaj
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2.0 von 5 Sternen Gänseblümchen, Teenistress, viel Kaffee und ein Trip in die Hölle, 15. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Teufelsherz (Taschenbuch)
… ach ja, wer ein Faible für (an eine weibliche Leserschaft gerichtete) „Fantasyschmöker“ hat, dem könnte „Teufelsherz“ durchaus gefallen. Oder anders: Es gibt durchaus Schlechteres in dem Bereich.
Die Geschichte hat gute Ansätze, Sabrina Qunaj (wie auch immer man das ausspricht) hat einen lockeren, leicht lesbaren Schreibstil und lässt mitunter einen angenehmen Sinn für Humor durchblicken. Vor diesem Hintergrund ist es dann fast schon schade, dass das Buch unter einer spürbaren Handlungsarmut leidet, die Autorin die anfänglichen Fantasy-Anteile zu schnell beiseite schiebt und sich ausufernd dem obligatorischen Liebesdreieck widmet.

Höhepunkt der Geschichte ist tatsächlich ihr Anfang, als Luzifers Sohn Damian sich dreist und sehr amüsant den Job eines Schutzengels von Gott erschleicht. Auch die anfänglichen Rettungsaktionen um Heldin Emily sind (wenngleich Emily hier keine gute Figur abgibt) doch einigermaßen spannend.
Nach dem ungestümen Start verpasst Qunaj dann leider den Anschlussbus.
Obgleich mir die Grundidee des Schutzengels, der seine Schutzbefohlene in deren Träumen besucht, gut gefallen hat, fehlten der Geschichte Elemente, die fesselten – das Fantasygerüst geht bis kurz vor Schluss gänzlich verloren, die gesamte Story dreht sich ausschließlich um die verwirrende Gefühlswelt Emilys, die hin und her gerissen ist zwischen dem gutaussehenden Engel und ihrem langjährigen Freund Will.

Der Leser befindet sich in einer Zeitschleife: Emily, die ihr Herz viel zu schnell an die (natürlich!) ungewöhnlich grünen Augen Damians verliert, behält ihre Gefühle nervend lange für sich und leidet still vor sich hin. Der anfangs erfrischende Charakter Damian fristet sein Dasein als blasser, nächtlicher Traum-Besucher, der vor einer Kulisse aus Gänseblümchen auftaucht und die Heldin auf der Schaukel anschubst. Dazwischen versucht Emily sehr hartnäckig den gutmütigen Will zu verkuppeln. Passiert sonst noch etwas? Kaum.

Am Ende handelt die Autorin nochmal im Schnelldurchlauf den Fantasy-Unterbau ab und schleicht sich irgendwie ungewöhnlich aber auch etwas plump aus dem Liebesdreieck heraus.

Fazit: 2,5 Sympathiepunkte. Eine nette Teenie-Romanze, ein sympathischer Start. Aber ein schnell abflachender Spannungsbogen und zu wenige Handlungselemente.


Der Seidenspinner: Roman
Der Seidenspinner: Roman
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Seide, viele Spinner ;-), 14. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Seidenspinner: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Der Seidenspinner“ teilt sich für mich in pro und contra, und daher ergibt meine Wertung im Schnitt gute 3 Punkte, aber eben auch nicht mehr.
Joanne K. Rowling hat sicherlich immer noch ihre Fan-Base, die ihre Bücher aufgrund des guten Schreibstils und ihrer Begabung liest, Handlungsorte liebevoll und mit treffend gewählten Details auszustatten. Wer dieses Talent auch in diesem Buch sucht, der wird fündig werden.
Hinsichtlich des Schreibstils und der von Rowling erschaffenen Szenerie gibt es ganz und gar nichts zu meckern. Das Buch liest sich flüssig, Handlung und Charaktere stehen dem Leser bildhaft vor Augen. Die winterliche Atmosphäre ist greifbar.
Wer noch dazu leise, klassische Detektivromane liebt, in denen sich die Ermittler Zeit für Gespräche mit den Verdächtigen und Hintergrundrecherchen nehmen, greift mit „Der Seidenspinner“ grundsätzlich zur richtigen Lektüre.

Warum hat die Geschichte also bei mir nicht voll gezündet?
Mehrere Gründe:
1. Rowlings Bemühungen, den Täter in einer Schar extravaganter, zu Selbstüberschätzung, moralischen Verfehlungen und sexueller Fixiertheit neigenden Unsympathen aus der Literatur- bzw. Verlagswelt zu verbergen wirken zu konstruiert, überkandidelt und führen überdies zu einigen Längen. Das namengebende fiktive Werk „Bombyx mori“ (Seidenspinner) und dessen abstruse Symbolik setzt der zeitweise nervenden Abgedrehtheit der Handlung die Krone auf (blutige Zwerge, Kannibalen, verrottende Brüste etc. etc.).
2. Die Anlage des Mordes bzw. seine Blutrünstigkeit erschien mir ziemlich überflüssig und lediglich dazu gedacht, der ruhigen Handlung einen wirksamen Weckruf zu verpassen, ebenso wie die zwar spannenden aber unglaubwürdigen Verfolgungssituationen durch die Frau mit Kapuze (ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten)
3. Der Sinn diverser Nebenfiguren sowie ihre auffälligen Merkmale erschloss sich mir nicht
4. Das Ermittlerduo: Obgleich mir der Charakter Strike nicht auf Anhieb sympathisch war, wurde ich im Laufe mehrerer hundert Seiten doch zwangsläufig warm mit ihm. Aufgrund ihrer möglicherweise mehr als nur freundschaftlichen Zuneigung zueinander und ihrer Liebe zum Detektivberuf sind Strike und seine Assistentin Robin zudem ein ansprechendes Team.
Allerdings empfand ich das Ungleichgewicht zwischen der gutmütigen und kantenlosen Robin und dem mit unzähligen Auffälligkeiten ausgestatteten Charakter des Cormoran Strike als zu groß. Abgesehen von seinem ungewöhnlichen Namen, ist Strike zudem Armee-Veteran, Held, Kriegsversehrter, Rockstar-Sprössling, übergewichtig, verschlossen, stur, intuitiv voraussahnend und ein echter Frauentyp… (worüber ich spätestens bei der Erwähnung von Strikes Schamhaarfrisur doch die Augen verdrehen musste). Assistentin Robin ist im Kontrast dazu hauptsächlich hübsch und einfühlsam. Ihre Figur steht in "Der Seidenspinner" nicht nur dem ausgefallenen Charakter Strike gegenüber, sondern einer wahren Übermacht scharf gezeichneter männlicher Figuren, was doch irgendwie überrascht.

Immerhin könnte dies das weiterhin verwendete (aber im Grunde unnötige) männliche Pseudonym Galbraith erklären. Eine Annäherung an das Genre aus männlicher Sicht? Hm... oder doch eine unausgereifte Charakterzeichnung? Eine geplante Entwicklung? Man wird sehen.

Zuguterletzt gab es für mich persönlich ein besonders großes Manko: Ich habe den Täter zwischen Seite 100 und 150 entlarvt, sowie gewisse Begleitumstände der Beweismittelvernichtung, was das Ganze auf den folgenden 400 Seiten nur noch halb so spannend machte. Denn leider hat sich Rowling in ihrem Bemühen das Auffällige in Auffälligkeiten zu kleiden einen allzu offensichtlichen Schnitzer erlaubt.
Will man es positiv sehen: Im Gegensatz zu anderen Detektivromanen (beispielsweise den alten Agatha-Christi-Schmökern) ist es hier immerhin möglich mitzuraten!

Fazit: Mittel.Hoch.Tief. ;-) Ein gut geschriebener, durchaus spannender Kriminalfall, der sich bisweilen zuviel Zeit nimmt, insgesamt zu konstruiert wirkt und mit reichlich bizarren Figuren und Handlungselementen garniert ist.


Das Tagebuch von Edward dem Hamster 1990 - 1990
Das Tagebuch von Edward dem Hamster 1990 - 1990
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tragikomisches Buch für den Edward in uns allen, 21. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Tagebuch eines Hamsters? Wer will das lesen?
Was soll das? Wozu ist es gut?

Was auf den ersten Blick vollkommen absurd erscheint, ist es auf den zweiten Blick gar nicht. In dem kleinen Büchlein des Grafiker-Geschwisterpaares Miriam und Ezra Elia verbirgt sich nämlich jede Menge Weisheit – über das Leben in Gefangenschaft und das Leben im Allgemeinen, was je nach persönlicher Auffassung durchaus dasselbe sein kann.

Anhand von kurzen Tagebucheinträgen, die irgendwo zwischen witzig und morbide anzusiedeln sind, gibt es einen etwa 90seitigen Einblick in das kurze Leben des Hamsters Edward, ein melancholisch bis zynisches kleines Wesen, das hin- und hergerissen ist zwischen dem Wunsch nach Bequemlichkeit und Versorgtsein und andererseits dem abstrakten Verlangen nach Freiheit und Individualität. Auf traurig-komische Weise bringt uns Edward die Widersprüchlichkeit der „menschlichen“ Natur ;-) näher und stößt damit einige Hauptfragen des Existentialismus an.

Edwards Aufzeichnungen sind nicht unbedingt für Kinder geeignet, sondern richten sich an eine erwachsene Leserschaft, zumal sich Edward - gefangen in dem eigenen Unvermögen, sich mit seiner Situation zu arrangieren – in eine ausgewachsene Depression hineinsteigert, die traurige Ereignisse nach sich zieht.

Ein kleiner Auszug und ein schönes Beispiel für Edwards elegischen Tonfall:

Donnerstag, 6. November
Eine Antwort auf meine Gebete. Die Käfigtür steht offen. Heute werde ich mich in das große Unbekannte aufmachen.(...) Ich muss mich neu erfinden und neu anfangen. Ich lasse dieses Tagebuch zurück.

Freitag, 7. November
Ich bin zurückgekommen.
In diesen Käfig, den ich mir selbst geschaffen habe.

Diese beiden Einträge sind übrigens auf zwei Seiten untergebracht - es wundert also nicht, dass das Büchlein in zehn Minuten ausgelesen ist. Dafür erscheinen 8 Euro auf den ersten Blick reichlich viel zu sein – allerdings ist es eines jener Bücher, das man immer mal wieder in die Hand nimmt und sich auch als Geschenk wunderbar eignet.

Fazit: Werde das Rad… äh das Buch… gerne wieder benutzen…. äh lesen.


Schattenzwilling
Schattenzwilling
von Katrin Bongard
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

2.0 von 5 Sternen Nervig, unrealistisch und verworren, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Schattenzwilling (Broschiert)
Was ist denn hier passiert? Bis zur Hälfte denkt man, ein nett geschriebenes und verheißungsvolles Jugendbuch zu lesen. Dann beginnt ein Trip, bei dem man sich fragt, ob nicht nur die Protagonisten ständig bekifft sind sondern…. vielleicht auch man selbst?

Es startet ganz übersichtlich: Teresa, die mit ihren Eltern auf einem Bauernhof lebt, ist verliebt in Pablo. Der jedoch macht kurz nach dem Abi erstmal Urlaub in Spanien. Langweilig wird es für Teresa nicht: Matthias, ein Freund ihres Vaters, und seine Zwillinge, Kai und Adrian kommen zu Besuch. Teresas Gefühle fahren Karussell: Mit Adrian hatte sie einige Jahre zuvor eine Beziehung. Doch Adrian sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl und scheint völlig verändert. Stattdessen fühlt sie sich zu dessen Zwillingsbruder Kai hingezogen.

Was hier den Thriller ausmachen soll, bleibt bis zum Ende die große Frage.
Und sorry, da muss ich mal SPOILERN.
Die Autorin versucht, die Spannung aus der Frage zu ziehen, welches Geheimnis die Zwillingsbrüder verbergen und konstruiert Ereignisse, die das Gefühl von Bedrohung wecken sollen. So entdeckt Teresa einige tote Tiere und abgeschnittene Hühnerkrallen auf dem Hof ihrer Eltern, irgendwie scheint ihr Laptop nicht mehr richtig zu funktionieren, ihr Handy wird gestohlen und immer wieder stellt sie sich die Frage: Sind die Zwillinge die, die sie vorgeben zu sein?

Das Verwechslungsspiel eineiiger Zwillingen wurde jedoch häufig und häufig besser umgesetzt. Katrin Bongard schafft vor allem eines: Verwirrung!
Mal glaubt Teresa, dass Kai Kai ist, dann vermutet sie, dass er Adrian ist. Mal gibt Kai vor Adrian zu sein, Adrian beschuldigt Kai, ihn gezwungen zu haben, als Kai aufzutreten, Kai unterstellt Adrian die Tiere getötet zu haben, Adrian sagt, es sei umgekehrt.
Und zwischendurch wird fleißig gekifft.
Da ergeben sich fast schon pathologische Dialoge.
PUH!
Stellenweise habe ich mir Notizen machen müssen, um die Charaktere den Geschehnissen zuordnen zu können. Eine echte (aber keine gute) Leistung für ein einfaches Jugendbuch!

Was bei alledem fehlt, ist eine patente Protagonistin, die die Fäden für den Leser zusammenführt. Abiturientin Teresa ist aber vor allem ratlos. Sie vertraut mal diesem, mal jenem und vertreibt sich ansonsten die Zeit damit, abwechselnd Pablo und Kai/Adrian zu küssen (guess what! Dreiecksbeziehung!). Meist versteht sie sich selbst nicht. Der Leser tut es auch nicht.

Das alles gipfelt in einem komplett unglaubwürdigen und überzogenen Finale, das viele Fragen offen lässt, auf die ich persönlich aber auch gar keine Antworten mehr möchte.

Der Schreibstil ist einfach und locker, konnte mich aber nicht über die zweite Halbzeit retten. Stattdessen wirkt die Handlung umgekehrt negativ auf den Schreibstil, lässt ihn oberflächlich und anspruchslos wirken.

Positiv lässt sich erwähnen, dass die Autorin versucht hat, reale Probleme von Jugendlichen aufzugreifen – wie etwa Gefühlsunsicherheiten und Drogenmissbrauch - diese Themen aber in einer verschachtelten und abstrusen Handlung auf der Strecke bleiben.

Fazit: Gute Ansätze münden im grotesken Wirr-Warr. Für mich der Flop des Monats!


Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel: Band 2
Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel: Band 2
von Jonathan Stroud
  Audio CD
Preis: EUR 14,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Holt die Keksdose raus, zündet die Gaslampen an! Lockwood und co sind zurück - mit einer herrlichen Fortsetzung!, 24. Oktober 2014
Auf englisch gelesen, auf deutsch gehört, das Fazit ist dasselbe:
Wem der erste Band der Lockwood-Reihe gefallen hat, der wird auch von Band 2 begeistert sein - ebenso übrigens wie von der neuen Sprecherin Anna Thalbach, die ihre Sache sehr viel besser macht als eine ausdruckslos-den-Text-herunterleiernde Judith Hoersch („Die Seufzende Wendeltreppe“).

Zwischen Drei-Fragezeichen-Mystery und Ghostbusters-Klamauk, entfaltet Stroud sein Talent für paranormales Schauerflair und witzig-bissige Wortgefechte zwischen den Protagonisten. Mit einem schier unerschöpflichen Spuk-Vokabular konstruiert Stroud eine schaurig-schöne Gruselszene nach der anderen. Dazwischen verschnaufen Lockwood und co – wie gehabt - bei Tee und Keksen in der heimischen Küche.
Gemütlicher geht es nicht!

Die Geschichte ist insgesamt etwas zielstrebiger als der erste Band, der nach einem ereignisreichen Start erst einmal einen längeren Rückblick einschiebt, und wirkt alles in allem dynamischer und kompakter, wenngleich Stroud sich erneut Zeit für die Entfaltung seiner Geschichte nimmt und die größeren Zusammenhänge ebenso wie die mysteriöse Vergangenheit Anthony Lockwoods auch diesmal kaum beleuchtet werden.

Zum Inhalt: Ein Routineeinsatz auf einem Friedhof endet für Lucy Carlyle, Anthony Lockwood und George Cubbins in einem Fiasko – am Ende der Nacht gilt es nicht nur einen Mordfall zu lösen, sondern auch ein geheimnisvolles und äußerst gefährliches Artefakt zu finden. Und das alles, bevor die Konkurrenz die Lorbeeren für den Fall einheimst. Das ist gar nicht so leicht – vor allem, wenn man sich zuhause mit einem intriganten Totenschädel und der Frage herumschlagen muss, was sich hinter der versiegelten Tür im Obergeschoss verbirgt.

Der neue Fall ist ein großer Spaß und – auch wenn ich mir etwas mehr Informationen zu den Hintergründen des „PROBLEMS“ gewünscht hätte - durchgehend spannend!
Kleine Schwäche: Wie schon im Auftakt-Band dröseln sich die Geheimnisse um den neuen Fall der Geisterjäger-Agentur im letzten Drittel zu früh auf, um auf den letzten Seiten wirklich überraschend zu sein, aber Strouds großartiger Humor und eine erstklassige Gaslampen-Spuk-Atmo wiegen dieses Manko allemal auf.

Der Band ist wieder in sich abgeschlossen, setzt am Ende aber einen kleinen Cliffhanger, der (leider etwas zu) neugierig auf Band drei macht – denn der erscheint (ich rate mal) bestimmt erst Halloween 2015.

Fazit: Vielleicht noch besser als Band eins - witzig, gruselig, Stroud!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2014 8:35 AM CET


Everflame - Feuerprobe: Band 1
Everflame - Feuerprobe: Band 1
von Josephine Angelini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gleichzeitig zuviel und zuwenig, 23. Oktober 2014
Mit dem Buch habe ich mich ewig gequält, mit der Rezension geht es mir nicht anders.
Kurz und gut: Es hat mir absolut nicht gefallen!
Aus einer Reihe von Gründen.

Nach einem routinierten aber klischeeüberladenen Start macht Angelini eine Handlung auf, die einfach nur wirr ist, zuwenig Schwerpunkte setzt, mit jeder Seite zäher zu lesen und komplett überraschungslos ist.

Das größte Manko: Keiner der Charaktere wirkt lebendig. Kein Charakter ist annähernd interessant.

Da haben wir Lily, unsicher und zickig und emotional schnell überreagierend, Rowan, das hehre Alphamännchen, Tristan, der heiße Typ von nebenan (und - Überraschung! - die Dreiecksgeschichte zwischen ihnen) sowie einige Bösewichte, deren Absichten nicht so recht klar werden.

Zur Handlung möchte ich nicht viel verraten, zumal das Beste an dem Buch der überraschende Handlungsschwenker zu Beginn der Geschichte ist.
Danach streut die Autorin leider nur noch bekannte Genre-Elemente und nichtssagende Dialoge.
Die Entscheidungen ihrer Helden sind gerne und häufig nicht nachvollziehbar und dienen anscheinend lediglich dazu, neue Kulissen zu schaffen und die Protagonisten in (überflüssige) Schwierigkeiten zu bringen. (SPOILER) Lily rennt weg, trifft Rowan, flüchtet in den Wald, kehrt mit ihm zurück in die Stadt etc. etc.

Dabei verpasst Angelini es, ihre magische Welt wirklich begreiflich zu machen und die Absichten der Hauptfiguren zu verdeutlichen.
Zuviel des Nebensächlichen und zuwenig in der Gesamtheit.

Da hilft es auch nicht, dass immer wieder Aspekte des Umweltschutzes in den Vordergrund geschoben werden (was an sich eine gute Sache ist). Die Art und Weise, wie Angelini sich der Thematik annimmt bleibt platt und wirkt gewollt. Da kann Lily noch sooft erzählen, dass sie Vegetarierin ist! Solange tiefer gehende Interaktion und glaubwürdige Helden fehlen, wirken diese Sätze wie eingestreut und bleiben letztlich Phrasen.

Das Buch findet – wie man sieht – seinen Fankreis, was (ich rate) an den obligatorischen Zutaten in dem Genre liegt – von der unsicheren Highschoolschülerin, die plötzlich magische Kräfte entwickelt, bis zum Liebesdreieck und einem Schuss Intriganz ist alles vorhanden.

Fazit für mich ist: Keine Überraschung, keine Tiefe, nervige und nichtssagende Dialoge. Hat mir null gefallen.


Endgame: Die Auserwählten
Endgame: Die Auserwählten
von James Frey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend und kurzweilig - James Bond trifft auf Nummer sechs und Battle Royale, 22. Oktober 2014
Es gibt soviele schlechte Rezensionen zu diesem Buch – da möchte ich einfach mal eine Lanze brechen für Freys Endgame. Ich habe das Buch mit vielen Zweifeln und Vorbehalten begonnen und dann in einem Rutsch innerhalb von 24 Stunden durchgelesen.

Resümée: Bisweilen brutal aber durchgehend spannend!

Der Vorwurf, das Buch reite schlicht und ergreifend auf der Panem-Welle mit (wie bisweilen zu lesen), ist nicht gerechtfertigt. Zumal Suzanne Collins das Rad auch nicht neu erfunden hat, sondern sich ihrerseits an Takamis "Battle Royale" aus dem Jahre 2000 angelehnt hat.

Die Atmosphäre des Romans ist mit seiner relativen Kühlheit im übrigen "Battle Royale" sehr viel näher als seinem weitaus berühmteren Nachfolger – auch hinsichtlich einer gewissen Blutrünstigkeit und der Tendenz, Hauptfiguren scheinbar willkürlich zu opfern.

Die Handlung ist simpel: 12 Menschen aus verschiedenen Ländern (bzw. verschiedener Geschlechter) kämpfen gegen den Untergang der Welt und den Fortbestand ihrer jeweiligen Kultur. Das Ganze heißt Endgame, die Spielemacher sind Aliens.

Die Geschichte ist rasant, actionlastig und selbstverständlich im Rahmen des Hypes als Multimedia-Event hollywoodtauglich (ein Film kommt voraussichtlich 2016 in die Kinos, während des Lesens hat man ihn allerdings bereits im Kopf). Diesem Schema passt sich der Schreibstil perfekt an: Er ist schlicht aber fließend und rhythmisch durchgängig stimmig. Frey switched wild und kurzweilig von einem Protagonisten zum nächsten. Die Charaktere sind jung und auf eine plakative Weise einprägsam, so dass der Leser/die Leserin alle zwölf Spieler nach kurzer Zeit unterscheiden kann.

Interessant ist, dass man bislang zu keinem der Protagonisten einen beständigen Draht herstellen kann. Fast alle Spieler sind endweder grundsätzlich unsympathisch oder aber allzu schnell bereit, moralisch fragwürdig zu handeln.

Wer Identifikationsfiguren sucht, der kann mit Endgame wohl nicht viel anfangen.

Für Frey hat dies den Vorteil des absoluten Überraschungseffektes - man weiß bislang nicht, wo die Reise hingeht und wer das Ziel am Ende erreicht.

Größte Schwäche der Story? Ist für mich die Art und Weise, wie die Geschichte auf Rätselhaftigkeit getrimmt ist.
Ebenso wie die Leser Endgame auf einer Meta-Ebene spielen können und sich mit der Lösung eines im Buch versteckten Kryptorätsels 500.000 Dollar sichern können, müssen die 12 Protagonisten diversen verschlüsselten Hinweisen folgen – die Auflösungen die sind aber (gut, ich spreche hier nur für mich) kaum nachvollziehbar! Zahlenfolgen, die plötzlich einen Sinn ergeben (nur nicht für den Leser) und zu bestimmten Orten führen… Sätze die eben noch total geheimnisvoll waren und dann - ganz plötzlich - eine Eingebung nach sich ziehen…. Hm…. Nee… das hätte Frey etwas raffinierter und schlüssiger machen können.

Aber gut.

Fazit: Gehypt? Brutal? Die Idee nicht komplett neu? Egal! Ich fühlte mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten.


Gone Girl - Das perfekte Opfer: Roman
Gone Girl - Das perfekte Opfer: Roman
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thriller, Drama, Studie, 14. Oktober 2014
Bei mehreren 100 Rezensionen und der erfolgreichen Verfilmung gibt es nicht mehr viel zu sagen!

Gillian Flynn erschafft nach einem etwas trägen Start einen komplexen und hochspannenden Mischmasch aus Psychodrama und Psychothriller, bei dem die Frage nach dem, den oder der Schuldigen nicht so leicht zu beantworten ist, wie man zunächst vermutet. Dies scheint insgesamt ein Charakteristikum von Flynns Büchern zu sein – Menschen sind bei ihr keine geschichtsfrei Handelnden sondern Produkt und zugleich Gefangene eines Zusammenspiels aus Herkunft, Erziehung, Erfahrungen und Anlagen, die bei Flynn mal Risse, mal wahre Abgründe in die menschliche Seele reißen.

So ist Gone Girl nicht bloß ein Thriller um eine kaputte Ehe und eine verschwundene Ehefrau sondern zugleich Milieu- und Charakterstudie; fiktiv und überspitzt, in gewisser Weise aber auch erschreckend real und mit viel Raum für den Leser, sich irgendwie und irgendwo darin wiederzufinden.

Motor der Geschichte ist natürlich die Frage: „Ist der Ehemann der Mörder oder ist er es nicht?" Ganz großartig schafft Flynn es über lange Zeit, den Leser an der Nase herumzuführen, indem sie ein wachsendes Netz aus Wut und Frustrationen aller Beteiligten offen legt, das kaum Nischen für Helden und Identifikationsfiguren lässt, sondern alle Protagonisten gleichermaßen in ein schlechtes Licht stellt.

Gelungen ist auch der Erzählstil - wechselnd zwischen Jetztzeit, Rückblenden, Erinnerungen und Aufzeichnungen. Hier wird der Blickwinkel zunächst zerstreut, um ab einem bestimmten Punkt meisterlich alle Sichtweisen zuzammenzuführen, Lücken zu schließen, ein detailliertes Raster der Ereignisse zu bauen.

Einen Punkt Abzug gibt es für den lauen Start und einige allzu bekannte und etwas ausufernde Griffe in die Kiste der Thrillerkniffe gegen Ende der Geschichte.

Fazit: Leiser Thrill, unbequeme Charaktere und ein eindringlicher Schreibstil überzeugen auf ganzer Linie!


Lockwood & Co: The Whispering Skull: Book 2 (English Edition)
Lockwood & Co: The Whispering Skull: Book 2 (English Edition)
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Holt die Keksdose raus, zündet die Gaslampen an! Lockwood und co sind zurück - mit einer herrlichen Fortsetzung!, 14. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich mache es kurz: Wem der erste Band der Lockwood-Reihe gefallen hat, der wird auch von Band 2 begeistert sein!
Zwischen Drei-Fragezeichen-Mystery und Ghostbusters-Klamauk, entfaltet Stroud erneut sein Talent für paranormales Schauerflair und witzig-bissige Wortgefechte zwischen den Protagonisten. Mit einem schier unerschöpflichen Spuk-Vokabular konstruiert Stroud eine schaurig-schöne Gruselszene nach der anderen, ohne dass die Masse des aufkommenden Nebels und der sinkenden Temperaturen jemals langweilig würde. Dazwischen verschnaufen Lockwood und co – wie gehabt - bei Tee und Keksen in der heimischen Küche.
Gemütlicher geht es nicht!

Die Geschichte ist insgesamt etwas zielstrebiger als der erste Band, der nach einem ereignisreichen Start erst einmal einen längeren Rückblick einschiebt, und wirkt alles in allem dynamischer und kompakter, wenngleich die größeren Zusammenhänge ebenso wie die mysteriöse Vergangenheit Anthony Lockwoods auch diesmal kaum beleuchtet werden.

Zum Inhalt: Ein Routineeinsatz auf einem Friedhof endet für Lucy Carlyle, Anthony Lockwood und George Cubbins in einem Fiasko – am Ende der Nacht gilt es nicht nur einen Mordfall zu lösen, sondern auch ein geheimnisvolles und äußerst gefährliches Artefakt zu finden. Und das alles, bevor die Konkurrenz die Lorbeeren für den Fall einheimst. Das ist gar nicht so leicht – vor allem, wenn man sich zuhause mit einem intriganten Totenschädel und der Frage herumschlagen muss, was sich hinter der versiegelten Tür im Obergeschoss verbirgt.

Der neue Fall ist ein großer Spaß und – auch wenn ich mir etwas mehr Informationen zu den Hintergründen des „PROBLEMS“ gewünscht hätte - durchgehend spannend!
Kleine Schwäche: Wie schon im Auftakt-Band dröseln sich die Geheimnisse um den neuen Fall der Geisterjäger-Agentur im letzten Drittel zu früh auf, um auf den letzten Seiten wirklich überraschend zu sein, aber Strouds großartiger Humor (der im englischen Original noch besser funktioniert) und eine erstklassige Gaslampen-Spuk-Atmo wiegen dieses Manko allemal auf.

Der Band ist wieder in sich abgeschlossen, setzt am Ende aber einen kleinen Cliffhanger, der (leider etwas zu) neugierig auf Band drei macht – denn der erscheint (ich rate mal) bestimmt erst Halloween 2015.

Fazit: Vielleicht noch besser als Band eins - witzig, gruselig, Stroud!


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