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Rezensionen verfasst von
Grobi Schalke "Borussenleser"

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Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe
Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe
von Jonathan Stroud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Muckeliger Grusel, 10. Oktober 2013
Lockwood & Co. ist eine von vielen britischen Agenturen, die sich im Zuge des „Problems“ (wie Jonathan Stroud so schön tiefstapelnd schreibt) gegründet haben. Das „Problem“ ist eine sich ausbreitende Epidemie bösartiger Geister, die das Land heimsuchen. Schlimmer noch: Einige der Gespenster können die Lebenden verletzen oder töten.
Und da kommen die Agenturen ins Spiel (Ghostbusters lassen grüßen!). Geisterjäger-Büros schießen wie Pilze aus dem Boden. Sie haben einige wirkungsvolle Techniken entwickelt, um die Geister zu bannen. Und weil Kinder und Jugendliche einen ausgeprägten Sinn für übernatürliche Aktivitäten haben, sind die Angestellten fast alle minderjährig.
Lockwood und co machen da keine Ausnahme: Inhaber Anthony Lockwood, Ausnahmetalent Lucy Carlyle und der griesgrämige George Cubbins treten an, um die Nummer eins unter den Agenturen zu werden und das Rätsel um die Geisterinvasion zu lösen.

Wie die „Bartimäus“ –Reihe, ist auch die „Seufzende Wendeltreppe“ wunderbar leicht zu lesen. Strouds Architektur des geistergeplagten Londons erreicht mit seinen knarzenden Holzdielen, staubigen Bibliotheken und flackernden Geisterlampen die Gemütlichkeit eines muckeligen Winterabends samt dampfender Teetasse und knisterndem Kaminfeuer.

Allerdings steckt Jonathan Stroud bisweilen zuviel Liebe ins Detail. Stellenweise wäre weniger mehr gewesen. Ob nun zwei oder drei Sessel in einem Raum stehen, dazu noch eine alte Lampe, zerschlissene Teppiche, Bücher, ein Sofa etc. etc. spielt für den Leser keine Rolle – die Richtung ist schon mit den Sesseln klar.
Hier verliert sich der Autor bisweilen in seinem Gemütlichkeits- und Gruselflair.

Zudem streut Stroud seine Hinweise ab einem bestimmten Zeitpunkt leider so auffällig, dass die Zusammenhänge allzu offensichtlich werden, während sich Strouds endgültige Auflösung noch ein bisschen in die Länge zieht.

Größte Stärke der Geschichte ist die Kombination von Spannung und Witz. Stroud hat einen herrlichen Sinn für Humor und ergeht sich kaum einmal in schlichten Redewendungen.

Beispiel:
"Das ist noch lange nicht erledigt. Noch sehr lange nicht. Ich habe noch jede Menge zu diesem Thema zu sagen!" Lockwood machte eine Pause. Er schaute erst mich an, dann schaute er aus dem Fenster. Die Pause zog sich in die Länge. Schließlich knurrte er wütend: "Jetzt habe ich den Faden verloren(...)"

Insgesamt ist „Lockwood und co“ eine kurzweilige und behaglich schaurige Geschichte – insbesondere in Hinblick auf Halloween und den bevorstehenden Winter. Erwachsene, Jugendliche und ältere Kinder werden sich hier gleichermaßen wohl fühlen.

Fazit: Trotz einiger Längen schaurig-schön!


Soul Beach - Frostiges Paradies: Band 1
Soul Beach - Frostiges Paradies: Band 1
von Kate Harrison
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 100 Prozent Unterhaltung - cool, spannend, mystisch, 8. Oktober 2013
Kate Harrison hatte nicht nur eine tolle Idee, sondern hat diese Idee auch super umgesetzt.
Bei dem Buch "Soul Beach" stimmt einfach alles! Es ist gut geschrieben und hat jede Menge Facetten - von spannend bis tiefgründig, von witzig über traurig zu geheimnisvoll und romantisch.
Ziemlich viel auf einmal - aber es funktioniert. (Okay, der Lovestory-Anteil ist ein bisschen klischeehaft geraten, aber da drücke ich beide Augen zu!)

Kaum hat die Geschichte begonnen, ist man auch schon mitten drin: Die 16jährige Alice erhält am Tag der Beerdigung ihrer Schwester Meggie eine e-mail von .... ihrer toten Schwester! Als Alice die mail öffnet findet sie darin eine Einladung für eine website namens soul beach. Zunächst hält Alice die Sache für einen schlechten Witz. Doch dann folgt sie dem Link und gelangt in eine virtuelle Welt, die einfach zu magisch ist, um von dieser Welt sein zu können. Oder?

Mit diesem Szenario beginnt ein zunächst ruhiges, mit der Zeit aber immer atemloseres Abenteuer - denn Meggie ist nicht auf natürliche Weise gestorben. Sie wurde ermordet, der Mörder nicht gefunden. Und als Alice anfängt, auf eigene Faust zu ermitteln, bringt sie sich ungeahnt selbst in Gefahr.

Dummerweise ist die Geschichte, die sich auf den ersten Blick als mustergültiger Einzelband anbietet als Trilogie angelegt. Daraus folgt auch eines des wenigen Mankos: Die Geschichte findet zwar einerseits einen guten Abschluss, endet andererseits aber völlig offen und quasi mittendrin.
Ich bin sehr gespannt, ob Kate Harrison die Folgebände gleichermaßen dicht und stimmig umsetzen kann.
Ich würde es mir wünschen! Mit diesem Buch ist es ihr jedenfalls gelungen.

Fazit: Ein spannender Mysterythriller, eine außergewöhnliche (ich schließe kurz beide Augen :-)) Liebesgeschichte. Absolute Leseempfehlung.


Grischa, Band 2: Eisige Wellen
Grischa, Band 2: Eisige Wellen
von Leigh Bardugo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 100 gute Seiten und dann?, 7. Oktober 2013
Dies scheint meine Woche der schlechten zweiten Teile zu sein und "Eisige Wellen" ist einer davon.

Die Sache ist die: Alle wichtigen Ereignisse in diesem Band kommen auf den ersten 100 Seiten vor, die auch tatsächlich richtig gut sind: spannend, witzig, dynamisch. Danach sackt der Spannungsbogen rapide ab und macht erst auf den letzten zehn Seiten wieder eine leichte Aufwärtsbewegung.
Aber an dieser Stelle bin ich leider schon dazu übergegangen, nur noch quer zu lesen.

Denn: Der Hauptteil des Buches wird bestimmt von Alinas Selbstzweifeln und ziellosen Grübeleien über ihr Verhältnis zu Maljen, zu dem Dunklen, zu dem Asketen, zu Zarensohn Nikolaj, ja eigentlich zu fast jedem. Heraus kommt dabei leider exakt gar nichts.
Einziger Lichtblick in dem Buch ist der Charakter "Sturmhond", der alle paar Seiten für ein paar echte Lacher gut ist und mit seiner unverblümten Art sehr an den Kult-Piraten Jack Sparrow erinnert. Doch auch Sturmhonds witzige Sprüche können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Geschichte um Sonnenkriegerin Alina fast zum Stillstand kommt.
Das tut auch der Figur Alina alles andere als gut: Das Fehlen von Ereignissen und schlüssigen Reaktionen durch Alina führt dazu, dass die Heldin keine Heldin mehr ist. Im Gegenteil sogar: Sie mutiert hier zu einer mürrischen, nörglerischen, unentschlossenen und teilweise ziemlich arroganten Möchtegern-Anführerin.
Charaktertiefe schön und gut: Aber hier geht jegliche Sympathie verloren. Und zwar nicht nur für Alina: Auch für den viel zu duldsamen Maljen.
Und warum eigentlich kann der Asket nicht mal sagen, was Sache ist? Jetzt hatte er schon zwei Bücher lang Zeit dazu!

Fazit: Nach den ersten 100 Seiten eine nur noch nervige Fortsetzung. In der Hoffnung auf einen guten Abschluss drei Gnadenpunkte.


Das Labyrinth jagt dich
Das Labyrinth jagt dich
von Rainer Wekwerth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Trivial und voller Gemeinplätze, 7. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth jagt dich (Gebundene Ausgabe)
Ich mache es kurz: Selten war ich so entsetzt über einen Folgeband wie bei Wekwerths Labyrinth. Grund sind vor allem die Dialoge und Gedankengänge, die der Autor unterbringt... und das ist wirklich schade, denn: Dieses Buch hätte ein gutes werden können. Aber diesmal wirkt alles zu einfach, zu platt - voller Pathos und leider ohne rhethorisches Fingerspitzengefühl. Sätze wie "Sie war geblieben, seinetwegen. All die Jahre. Und nun war es zu spät um noch einmal von vorne anzufangen." oder "Leon hatte Mary aus einer furchtbaren Lage gerettet und ja, der Weg von Dankbarkeit zu Liebe war nicht weit", sind sicherlich nicht verwerflich, sagen durchaus, was gesagt werden will, wirken aber einem der wichtigsten Kriterien guter Bücher entgegen: Emotionen erzeugen! Emotionen kann man nicht dadurch erzeugen, indem man etwas einfach ausspricht, auf den Punkt bringt, bündelt und komprimiert wiedergibt. Das funktioniert nicht. Gefühle entstehen auf einer subtileren Ebene.
Und die fehlt hier leider total! Mit dem Ergebnis, dass die Figuren zunehmend statischer und stereotyper wirken. In diesem Zusammenhang kann ich vielleicht auch erwähnen, dass die ständige Nennung der Vornamen (Leon tut dies, Leon denkt das) dem Lesefluss nicht eben förderlich sind.

Aber auch mit der Handlung an sich konnte ich mich nicht mehr recht anfreunden. Wartet Wekwerth anfänglich noch mit einer recht ansprechenden Idee auf: Nämlich einem echten Labyrinth, in der die Protagonisten von sich verschiebenden Mauern eingeschlossen sind, werden die Ereignisse im Weiteren zunehmend surrealer und seltsamer.
Das mag Teil der Geschichte sein, mir persönlich hat es nicht gefallen.

Fazit: Absturz mit Hochgeschwindigkeit. Ein Folgeband voller Plattitüden.


Gelöscht
Gelöscht
von Teri Terry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4.0 von 5 Sternen Peppig geschriebene Jugend-Dystopie mit guten Ideen, 7. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Gelöscht (Gebundene Ausgabe)
Weltbewegend neu ist die Geschichte nicht. Wie fast alle Dystopien für junge Mädchen lautet die Formel auch hier: Zukunft=Verfall=Kontrolle+zweifelnde Protagonistin+gutaussehender, rebellischer Typ=Konflikt. Und damit erinnert das Ganze ein bisschen an die Auswahl und andere Bücher dieser Art. Allerdings hat Teri Terry ihren Roman wirklich frisch und peppig zu Papier gebracht, etliche gute, spannungsfördende Ideen untergebracht und eine symphatische, intelligente Heldin erschaffen, so dass "Gelöscht" ohne Frage als Pageturner durchgeht.
Und weil ein Gedächtnisverlust per se für ein hohes Spannungspotenzial sorgt, ist der Leser von der ersten Seite an geködert. Denn natürlich möchte man wissen, warum Heldin Kyla "geslated" wurde, bzw. warum ihre Erinnerungen operativ gelöscht wurden und sie nach dem Eingriff in einer neuen Familie aufgenommen wird.
Terry geht hier langsam vor, legt einige falsche Fährten und rückt Informationen nur in homöopathischen Dosen heraus. Doch störend ist das dank einer geschickt aufrecht erhaltenen Spannungskurve nicht.
So geht es in diesem Trilogie-Auftakt vor allem darum, gemeinsam mit Kyla überhaupt erstmal zu registrieren, dass hinter ihrem Slating ein Geheimnis steckt, dass das "Slating" bei ihr nicht allzu gut funktioniert hat (weil sich Erinnerungen an die Oberfläche ihres Bewusstseins kämpfen) und natürlich darum, herauszufinden, wem sie vertrauen kann. Ihrer ebenfalls geslateten Schwester Amy? Ihrer distanzierten Mutter? Ihrem Vater? Oder dem freundlichen Ben (ebenfalls geslated), zum dem sich Kyla vom ersten Moment an hingezogen fühlt.
Die Überlegungen Kylas bestimmen die Geschichte, sind dank einer schlauen, patenten Heldin, die immer bei den Fakten bleibt und sich nicht in einem Gedanken-Wust verheddert, aber durchweg unterhaltsam.
Allerdings lässt Terry andere Figuren der Geschichte hier und da etwas tun, was weniger glaubwürdig und nicht immer logisch ist. Ein Fremder zeigt Kyla beim ersten Treffen seinen illegalen Computer? Eine Ärztin vertraut Kyla - ihrer Patientin - geheime Informationen über andere Patienten an? Etc. etc. Hier hat Terry, die sich ansonsten so erfreulich viel Zeit lässt, meiner Ansicht an, zu unüberlegt Abkürzungen eingeschlagen, um das Spannungslevel zu halten.

Fazit: Gedächtnisverlust-Thriller-Dystopie mit den üblichen Anteilen an Lovestory und Unwahrscheinlichkeiten - aber mit jeder Menge guter Ideen, einem frischen Schreibstil und einer glaubwürdigen Heldin.


Das Ja-Wort: Eine Geschichte vom Heiraten
Das Ja-Wort: Eine Geschichte vom Heiraten
von Elizabeth Gilbert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Humorvolles, autobiografisches Sachbuch, 4. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Elisabeth Gilberts humorvolle, selbstkritische und irgendwie unschuldig-neugierige Art des Schreibens macht dieses Buch zu einem fast durchweg unterhaltsamen Mischmasch aus Forschungsergebnissen, Glossen und Autobiografie. Wenngleich die Autorin sich ein ums andere Mal etwas ausufernd über laotische und andere Sitten auslässt, quasi selbsttherapeutisch auf ihre Familiengeschichte zurückblickt und ihr Buch mit zahlreichen nicht immer fesselnden Fakten bestückt, funktioniert die Verbindung von Allgemeinsicht und persönlicher Interpretation erstaunlich gut.

Gilbert rollt freimütig die Hintergründe für ihre Entscheidung neuerlich eine Ehe einzugehen auf (wir erinnern uns: in Eat, Pray, Love war die Autorin nach einem katastrophalem Ehe-Schiffsbruch auf der Suche nach sich selbst); gesteht, dass es zuallererst eine Verstandesentscheidung aufgrund der Zwänge des amerkanischen Einwanderungssystems war und beschäftigt sich - während einer monatelangen Reise um die Welt, da Gilberts Liebsten Felipe die Einreise in die USA verwehrt wird - mit wissenschaftlichen Abhandlungen zum Thema Ehe.
Immer wieder schweift Gilberts Blick dabei auf den eigenen Mikrokosmos, auf Freundinnen, Großmütter, Mutter; und nähert sich Schritt für Schritt der Erkenntnis, dass die Kunst der Eheführung ein immerwährender Akt der Annäherung und des Abstandwahrens ist.

Erfreulich undogmatisch gibt die Lektüre Gelegenheit, Vergleiche zum eigenen Eheleben zu ziehen oder (falls nicht verheiratet oder geschieden oder verwitwet) die persönlichen Einstellung zu diesem Thema zu überprüfen.

Dazwischen schreibt die Autorin über die nervenaufreibenden Monate im "Exil" und das Zusammenleben mit Felipe. Insofern ist das Buch durchaus eine "kleine" Fortsetzung von Eat, Pray, Love. Aufgrund Gilberts offenherziger Erzählweise ist mir
Felipe in diesem Buch noch ein bisschen mehr ans Herz gewachsen; ebenso wie Elisabeth Gilbert selbst.
Man wünscht den beiden am Ende der Lektüre wirklich nur das Beste!

Fazit: Kein Roman, auch kein dröges Sachbuch - ein humorvolles Aufrollen, Interpretieren und Auf-sich-selbst-anwenden des Themas Ehe.


Das Ja-Wort: Wie ich meinen Frieden mit der Ehe machte
Das Ja-Wort: Wie ich meinen Frieden mit der Ehe machte
von Elizabeth Gilbert
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Humorvolles, autobiografisches Sachbuch, 4. Oktober 2013
Elisabeth Gilberts humorvolle, selbstkritische und irgendwie unschuldig-neugierige Art des Schreibens macht dieses Buch zu einem fast durchweg unterhaltsamen Mischmasch aus Forschungsergebnissen, Glossen und Autobiografie. Wenngleich die Autorin sich ein ums andere Mal etwas ausufernd über laotische und andere Sitten auslässt, quasi selbsttherapeutisch auf ihre Familiengeschichte zurückblickt und ihr Buch mit zahlreichen nicht immer fesselnden Fakten bestückt, funktioniert die Verbindung von Allgemeinsicht und persönlicher Interpretation erstaunlich gut.

Gilbert rollt freimütig die Hintergründe für ihre Entscheidung neuerlich eine Ehe einzugehen auf (wir erinnern uns: in Eat, Pray, Love war die Autorin nach einem katastrophalem Ehe-Schiffsbruch auf der Suche nach sich selbst); gesteht, dass es zuallererst eine Verstandesentscheidung aufgrund der Zwänge des amerkanischen Einwanderungssystems war und beschäftigt sich - während einer monatelangen Reise um die Welt, da Gilberts Liebsten Felipe die Einreise in die USA verwehrt wird - mit wissenschaftlichen Abhandlungen zum Thema Ehe.
Immer wieder schweift Gilberts Blick dabei auf den eigenen Mikrokosmos, auf Freundinnen, Großmütter, Mutter; und nähert sich Schritt für Schritt der Erkenntnis, dass die Kunst der Eheführung ein immerwährender Akt der Annäherung und des Abstandwahrens ist.

Erfreulich undogmatisch gibt die Lektüre Gelegenheit, Vergleiche zum eigenen Eheleben zu ziehen oder (falls nicht verheiratet oder geschieden oder verwitwet) die persönlichen Einstellung zu diesem Thema zu überprüfen.

Dazwischen schreibt die Autorin über die nervenaufreibenden Monate im "Exil" und das Zusammenleben mit Felipe. Insofern ist das Buch durchaus eine "kleine" Fortsetzung von Eat, Pray, Love. Aufgrund Gilberts offenherziger Erzählweise ist mir
Felipe in diesem Buch noch ein bisschen mehr ans Herz gewachsen; ebenso wie Elisabeth Gilbert selbst.
Man wünscht den beiden am Ende der Lektüre wirklich nur das Beste!

Fazit: Kein Roman, auch kein dröges Sachbuch - ein humorvolles Aufrollen, Interpretieren und Auf-sich-selbst-anwenden des Themas Ehe.


Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten. Gerümpelfrei bleiben
Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten. Gerümpelfrei bleiben
von Karen Kingston
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon fast ein Klassiker. Und das Beste: Es funktioniert!, 1. Oktober 2013
Dieses Buch ist nicht nur für die Messis unter uns; nicht nur für jene, die ihre Wohnung bis unter die Decke mit Büchern, Papierbergen, dreckigem Geschirr, Plunder und Klamotten vollstopfen und kaum noch die Tür aufbekommen.
Dieses Buch ist ein wirklich guter Ratgeber für alle, die dazu tendieren kleine Häufchen zu produzieren. Kleine Häufchen, die man mal eben auf der Treppe ablegt, um sie später wegzuräumen, kleine Häufchen mit Akten, die man ebenfalls später durcharbeitet, kleine Häufchen, die man in irgendwelchen Schubladen oder Regalen verschwinden ließ, um sie irgendwann in Ruhe durchzusehen, kleine Häufchen diverser Dinge, von denen man glaubt, sie irgendwann einmal brauchen zu können. Kleine Häufchen, die uns permanent daran erinnern, was wir so alles auf später aufschieben! Mit anderen Worte: Dieses Buch wurde für 99 Prozent aller Menschen in den sogenannten Industrieländern geschrieben.

Es ist ein Buch gegen das Aufschieben und Ansammeln, in dem sich der Feng Shui-Teil in überschaubaren Grenzen hält und der Schwerpunkt auf praktischen Tipps und der Hinterfragung materieller Werte liegt. Ein Buch, das mir persönlich sehr geholfen hat, meine Besitztümer zu beschränken und mich von Dingen zu trennen, die ich nicht nur nicht brauche - die sogar einen Anti-Wert haben, weil sie mit derart schlechten Erinnerungen behaftet sind, dass es höchste Zeit war, sie loszuwerden.

Ich kann dieses Buch eigentlich jedem empfehlen.
Und ich kann empfehlen, dieses Buch jedes Jahr einmal wieder zu lesen!

Fazit: Zurück zum Wesentlichen. Weg mit dem (Psycho-) Gerümpel. Ein wirklich guter Ratgeber in einer Welt, in der alles Materielle einen geradezu verrückten Stellenwert gewonnen hat.


Was geschah mit Mara Dyer?: Roman
Was geschah mit Mara Dyer?: Roman
von Michelle Hodkin
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Geschichte scheitert an Schreibstil und Klischees, 1. Oktober 2013
Nope... diese Serie wird zu jenen gehören, die nach dem Auftakt für mich enden. Was schade ist, denn die Grundidee (oder zumindest das, was man bisher darüber weiß) ist eigentlich nicht schlecht. Ein bisschen Blair Witch Project, ein bisschen Sixth Sense - viel Geheimnis, etwas Grusel.
Aaaaaber der Schreibstil.... hier fehlt die Flüssigkeit, die Leichtigkeit, die Kunst der Gewichtung und die Fähigkeit, Ereignisse spannend und logisch aufeinander aufbauend zu erzählen.
Letztendlich fehlt es vermutlich auch an einem guten Lektor.
Naja.

Zur Handlung: Als Mara aus einem Koma erwacht, erfährt sie, dass sie den Einsturz eines alten Krankenhauses überlebt hat - drei ihrer Freunde jedoch unter den Trümmern begraben wurden.
Sie selbst hat keine Erinnerung an die Unglücksnacht, wird jedoch fortan von Albträumen und Visionen geplagt, die erschreckend realistisch sind. Schon bald glaubt Mara nicht nur, von ihren toten Freunden verfolgt zu werden, sondern auch Schuld an einer Reihe mysteriöser Todesfälle zu sein. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Noah, der mehr weiß, als er zugeben will.
Tja, der geheimnisvolle Noah... leider wirft die Autorin hinsichtlich ihrer Lovestory auch mit felsbrocken großen Klischees um sich - unsichere Highschoolbeauty, geheimnisvoller, dominanter Fremder, dazu eine Zicke, ein Freak. Die Charaktere teilen sich in schwarz und weiß und die Dialoge könnten auch aus einem Handbuch zur Erstellung eines Jugendfantasybuches stammen.
Ebenso wie die Stationen der Handlung, die eher zusammenhanglos nebeneinander stehen, nicht zusammen finden und mit jeder Seite mehr die Aufmerksamkeit des Lesers malträtieren.
Der größte Fehler der Autorin ist, dass sie das Bedürfnis des Lesers nach Aufklärung missachtet. Das Geheimnis um Mara Dyer wird mit jeder Seite größer, immer mehr Fragen häufen sich an, Antworten bleiben aus.
Das führt zwangsläufig zu den größte aller Fragen: Was soll das alles?
Wenigstens dies sollte am Ende eines Buches klar sein, auch wenn es nur ein erster Teil ist.

Fazit: Konfus und schlecht geschrieben. Viele Fragen und keine Antworten. Ich persönlich habe mich durchgequält, werde das aber kein zweites Mal tun. Keine Fortsetzungfür mich!


Unsterblich - Tor der Dämmerung: Band 1 - Roman
Unsterblich - Tor der Dämmerung: Band 1 - Roman
von Julie Kagawa
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starke Heldin rettet Spannungsbogen, 1. Oktober 2013
Ein spannender Einstieg, eine ausgedehnter Mittelteil und am Ende eine Portion Action zuviel - in puncto Spannungsbogen hätte Julie Kagawa in ihrem Unsterblich-Auftakt sicher einiges besser machen können.
Aber: Auf der Plusseite sind genügend Punkte versammelt, die diese Schwäche aufwiegen!

Der Selbstfindungstrip von Straßenmädchen Allie, die zu einem der ihr verhassten Vampire wird, sich gegen einen Platz in der Welt der Blutsauger entscheidet und von den Menschen fortan gefürchtet wird, ist derart liebevoll und lebendig konstruiert, dass man sich innerhalb kürzester Zeit darin verlieren kann.

Sowohl in ihre Hauptfigur Allison als auch in eine Vielzahl der Nebencharaktere und der Schauplätze hat Kagawa viel Mühe und Einfühlungsvermögen investiert. So steht der Leser die meiste Zeit als unsichtbarer Begleiter neben Allison, folgt ihr durch die graue Zukunftswelt, bangt und hofft auf ein bisschen Glück, das sich - dem Genre entsprechend (Achtung Spoiler) - in Form eines symphatischen Teenagers namens Zeke ankündigt.

Erstaunlich gut funktioniert hierbei die Rollenumkehrung - denn während Zeke eben "nur" ein Mensch ist, ist Allie Abkömmling eines Meistervampires und körperlich weit überlegen. Endlich grollt und knurrt mal ein Mädchen!
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich die Beziehung zwischen beiden hin zu mehr Gleichberechtigung, ohne dass Allie jemals zu einem jener unterwürfigen matheunfähigen Highschoolmäuschen wird, die durch das Fantasy-Jugendbuchgenre geistern.
Hier können sich künftige Geschichten Einiges abschauen.

Zuletzt die Frage: Braucht die Welt ein weiteres Vampirbuch? Wahrscheinlich nicht. Julie Kagawa erfindet die Vampirwelt nicht neu, wenngleich sie sie um einige interessante Aspekte erweitert. Aber wenn man aus der Flut der Vampirbücher die besonders gelungenen herauspicken sollte, dann wäre dieses möglicherweise dabei.

Fazit: Mit 600 Seiten ist das Buch eine Spur zu lang geraten. Dennoch funktioniert die Verknüpfung von Vampirgenre und Dystopie dank Kagawas flüssigem Schreibstil, einiger neuer Ideen und einer starken Heldin ausgesprochen gut. Da Kagawa in diesem Buch rechtzeitig und sehr geschickt den Rahmen der nächsten Bände absteckt, wird die Serie sicher auf ähnlichem Niveau weiterlaufen.


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