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Grobi Schalke "Borussenleser" (Dortmund)

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Fürchte nicht das tiefe blaue Meer
Fürchte nicht das tiefe blaue Meer
von April Genevieve Tucholke
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der ganz normale Wahnsinn. Oder was?, 12. Oktober 2013
Wenn ich hier nur den Schreibstil bewerten sollte, würde ich eine 1+ mit Sternchen vergeben. Ebenso wie für die Wahl der Metaphern.
Aber das allein macht ein gutes Buch nicht aus.

In erster Linie geht es um glaubwürdige Charaktere - und es geht um eine Prämisse. Prämisse im Sinne einer Grundidee, eines Themas. Dabei ist nicht unbedingt der vordergründige Inhalt gemeint, sondern die Wahrheit hinter dem Thema. Die Aussage. Das große Ziel.
Das diesem Buch leider fehlt!

Dabei fängt die Geschichte eigentlich recht vielversprechend an. April Genevieve Tucholke führt auf den ersten Seiten eine kluge, nette Ich-Erzählerin names Violet ein. Dazu ein paar halb-sympatische, aber ganz interessante Charaktere namens Sunshine und Luke sowie einen geheimnisvollen Fremden namens River West.
Und dann?
Dann führt sie all diese Leute nach ein paar Seiten hinauf zu den Klippen des Wahnsinns und schubst sie hinunter.
Bildlich gesprochen.
Die Geschichte, die sich um die Protagonisten entspinnt, ist einfach nur skurril.

Zur Handlung: Die 17jährigen Zwillige Violet und Luke leben in dem kleinen Ort Echo alleine in einer altherrschaftlichen Villa. Ihre Eltern sind schon monatelang in Europa unterwegs und haben ihre schulpflichtigen Kinder alleine gelassen. Geld haben Violet und Luke auch keines mehr. Deshalb beschließt Violet das Gästehaus des Anwesens zu vermieten.
Ooookay... seltsame Eltern. Aber gut.
Violet und Luke haben Glück (oder nicht, wie man's nimmt) - ein gutaussehender Fremder taucht auf, etwa im Alter der Zwillinge und mietet das Gästehaus. Auftritt River West. Beginn einer ganzen Reihe merkwürdiger Ereignisse. Kinder verschwinden, der Teufel wird gesichtet, ein Mann bringt sich um. Das Böse geht um und offensichtlich hat River etwas damit zu tun.

Soweit so gut. Gleichzeitig versucht sich Tucholke an einer Liebesgeschichte zwischen River und Violet, der netten Ich-Erzählerin, die für mich persönlich einfach nicht funktioniert. Die Ereignisse, in die River (möglicherweise, teilweise oder eben ganz) verwickelt ist (ich verrate mal nicht zuviel) sind derart abstoßend, dass man als Leser keinerlei Sympathie für River hat. Und entsprechend auch nicht nachvollziehen kann, dass Violet diese haben könnte.
Aber selbst wenn man Violets Gefühle nachvollziehen könnte. Spätestens bei Violets Reaktionen auf die ganzen Gräuel, die sich vor ihrer Nasenspitze abspielen, hört jedes Verständnis auf.

ACHTUNG SPOILER.
Mal ein Beispiel. Ein Mann schlitzt sich vor aller Augen die Kehle auf. Am hellichten Tag. Ein paar Kinder sind auch dabei. Schöne Szene. Ziemlich blutig. Violet ist völlig aufgebracht, weil sie vermutet, dass River den Mann per Gedankenkontrolle dazu gebracht hat.
Was tut sie?
Zuerst läd sie den minderjährigen Sohn des toten Mannes ein, bei ihr zu wohnen. Stört weiter keinen. Jugendamt oder Polizei scheint es egal zu sein. Anschließend sagt sie River, wie mies sie seine Aktion fand. Dann geht sie mit ihm ins Bett und kuschelt.

Hallo? McFly?
Geht Clarice Starling etwa mit Hannibal Lector Golfspielen, nachdem dieser seine Opfer verspeist hat?

So geht das übrigens die ganze Zeit. Etwas Furchtbares geschieht. Die Charaktere aber beschnuppern das Aroma von Espresso, kochen Omelettes, malen Bilder, verkleiden sich, gehen ins Kino oder picknicken.
Alles übrigens tolle Einzelszenen.
Aber wo bitte ist die Prämisse?
Wo ist die Logik?

Fairerweise muss ich einräumen, dass die seltsamen Reaktionen der Figuren teilweise eben genau das sein sollen – seltsam. Weil die Personen manipuliert wurden, beeinflusst, gelenkt, wie auch immer.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich keine Heldin will, die kurz nach einem blutigen Selbstmord/Mord Kaffee-Aroma einatmet!
Schätze, hier ist die Autorin an ihrer eigenen Idee gescheitert. Sie wollte ein Buch schreiben, über die Macht der Gedankenkontrolle - und hat dabei übersehen, dass dies ihre Protagonisten schlichtweg zu durchgeknallten, formlosen Marionetten macht.

Die Liebesgeschichte mündet - abgesehen von Violets Realitätsverlust - außerdem in den üblichen Klischees. "Schiefes Lächeln", Panthergang, unerklärliche Anziehung auf beiden Seiten (obwohl keiner von beiden bisher Interesse am jeweils anderen Geschlecht hatte). Gähn!

Tja. In der Buchhandlung, in der ich dieses Buch gekauft habe, stand ein kleines Schild mit dem Vermerk: „So spannend, dass ich vergessen habe, aus der U-Bahn auszusteigen. Haltestelle verpasst!“
Meine Vermutung ist eher: eingeschlafen.

Und mein Fazit lautet: Wundervolle Schreibbegabung trifft auf nervige Charaktere – weil sie sich irgendwo in der Mitte treffen so pi mal Daumen 2,5 Punkte.


Jenseits: Roman
Jenseits: Roman
von Meg Cabot
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der grobe Entwurf zu einem Buch?, 11. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Jenseits: Roman (Taschenbuch)
Ich habe etliche Meg Cabot-Bücher gelesen, wusste eigentlich immer, was mich erwartet und wurde dennoch gut unterhalten.
Aber dieses hier! Geht gar nicht.

Obgleich die Autorin auch diesmal wieder auf die für sie typische Ich-Erzählerin zurückgreift, am Anfang ein paar Geheimnisse andeutet, die sie nach und nach präzisiert und die Geschichte - wie üblich - auf Witz angelegt ist, gelingt Cabot diesmal fast nichts.
Der Witz ist nich witzig, die wohlgehüteten Geheimnisse lenken zu sehr von der eigentlichen Handlung ab, so dass man nur schwer in die Geschichte hinein findet und die Ich-Erzählerin ist... sie ist...
man möchte sie schütteln, ab der Hälfte des Buches erwürgen! Sie ist schwer von Begriff, oberflächlich, fade, nachlässig und ohne Rückgrat. Dank dieses Hauptcharakters war es noch ein bisschen übler, sich durch die wirren Handlungsstränge und zahlreichen Rückblicke zu quälen.

Zur Handlung: Ich versuchs mal. Auf den ersten Seiten deutet Pierce an, dass sie bereits einmal tot war. "Die Polizei glaubt natürlich, sie wüsste genau Bescheid. So wie alle in der Schule. (...) Sie haben Theorien, aber ich weiß, was passiert ist." Okay. Geheimnis.
Dann: Pierce ist auf einer Party ihres Onkels, verlässt die Party, weil ihr alles zuviel wird. Mutter: "Bleib nicht zu lange weg. Ein Sturm zieht auf." (Welche Mutter lässt ihr Kind, gerade erst gestorben und wiederbelebt, aus dem Haus kurz bevor ein Hurrikan aufzieht?)
Dann Rückblick: Pierce ist tot und landet im Jenseits. Dort trifft sie auf den charismatischen John, den sie eigentlich mag, dann aber wieder nicht.
Weiterer Rückblick: Pierce ist noch ein Kind. Auf der Beerdigung ihres Großvaters trifft sie John zum ersten Mal.
Vorheriger Rückblick: Pierce ist wieder im Jenseits.
usw.

Meg Cabot verbringt Seite um Seite genüsslich plaudernd damit, uns zu erzählen, wo sie sich gerade befindet und was sie alles n i c h t versteht. "Ich wusste immer noch nicht, wie mir geschah (...) Ich hatte noch immer keine Ahnung, was er meinte (...) "Was meinst du damit, ich kann hier nicht weg?" (...) "Was soll das heißen?", wollte ich weiter wissen (...) "Ich konnte nicht glauben, was hier geschah"!!!
Solche Sätze bringt Meg Cabot innerhalb von vier Seiten unter. Ja, um Himmels Willen: Wenn sie nicht weiß, was da passiert, wie soll es denn der Leser wissen?????

Zur Liebesgeschichte: Eigentlich ist das Ganze lächerlich. John ist ein eindimensionaler "dunkler" Schemakerl, groß und furchteinflössend, irgendwie aber doch nur ein netter Brummbär, den Pierce die meiste Zeit abhängen will. Also nicht mit ihm abhängen, sondern abhängen, loswerden, aus ihrem Leben schmeißen! Hervorragende Voraussetzung für eine Liebesgeschichte. Pierce verhält sich dann auch netterweise so daneben, dass John nichts anderes übrig bleibt, als von dannen zu ziehen. Das ist dann der Moment, als Pierce merkt, dass John ihre große Liebe ist.

Irgendwie schafft es Meg Cabot, bis zum Ende einige Fragen zu beantworten und gleichzeitig 20 neue aufzuwerfen. Das Ende dieses Buches (Auftakt zu einer Trilogie) ist derart aberwitzig, dass es an einer Zumutung grenzt.

Im Dankeswort schreibt Meg Cabot: "Ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit an dieser Trilogie und hoffe, Sie sind es auch."
Liebe Meg Cabot: Nein. Das bin ich nicht.

Fazit: Unnötig zu sagen: Dieses Buch empfehle ich niemandem!


Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
von Jonathan Stroud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Muckeliger Grusel, 10. Oktober 2013
Lockwood & Co. ist eine von vielen britischen Agenturen, die sich im Zuge des „Problems“ (wie Jonathan Stroud so schön tiefstapelnd schreibt) gegründet haben. Das „Problem“ ist eine sich ausbreitende Epidemie bösartiger Geister, die das Land heimsuchen. Schlimmer noch: Einige der Gespenster können die Lebenden verletzen oder töten.
Und da kommen die Agenturen ins Spiel (Ghostbusters lassen grüßen!). Geisterjäger-Büros schießen wie Pilze aus dem Boden. Sie haben einige wirkungsvolle Techniken entwickelt, um die Geister zu bannen. Und weil Kinder und Jugendliche einen ausgeprägten Sinn für übernatürliche Aktivitäten haben, sind die Angestellten fast alle minderjährig.
Lockwood und co machen da keine Ausnahme: Inhaber Anthony Lockwood, Ausnahmetalent Lucy Carlyle und der griesgrämige George Cubbins treten an, um die Nummer eins unter den Agenturen zu werden und das Rätsel um die Geisterinvasion zu lösen.

Wie die „Bartimäus“ –Reihe, ist auch die „Seufzende Wendeltreppe“ wunderbar leicht zu lesen. Strouds Architektur des geistergeplagten Londons erreicht mit seinen knarzenden Holzdielen, staubigen Bibliotheken und flackernden Geisterlampen die Gemütlichkeit eines muckeligen Winterabends samt dampfender Teetasse und knisterndem Kaminfeuer.

Allerdings steckt Jonathan Stroud bisweilen zuviel Liebe ins Detail. Stellenweise wäre weniger mehr gewesen. Ob nun zwei oder drei Sessel in einem Raum stehen, dazu noch eine alte Lampe, zerschlissene Teppiche, Bücher, ein Sofa etc. etc. spielt für den Leser keine Rolle – die Richtung ist schon mit den Sesseln klar.
Hier verliert sich der Autor bisweilen in seinem Gemütlichkeits- und Gruselflair.

Zudem streut Stroud seine Hinweise ab einem bestimmten Zeitpunkt leider so auffällig, dass die Zusammenhänge allzu offensichtlich werden, während sich Strouds endgültige Auflösung noch ein bisschen in die Länge zieht.

Größte Stärke der Geschichte ist die Kombination von Spannung und Witz. Stroud hat einen herrlichen Sinn für Humor und ergeht sich kaum einmal in schlichten Redewendungen.

Beispiel:
"Das ist noch lange nicht erledigt. Noch sehr lange nicht. Ich habe noch jede Menge zu diesem Thema zu sagen!" Lockwood machte eine Pause. Er schaute erst mich an, dann schaute er aus dem Fenster. Die Pause zog sich in die Länge. Schließlich knurrte er wütend: "Jetzt habe ich den Faden verloren(...)"

Insgesamt ist „Lockwood und co“ eine kurzweilige und behaglich schaurige Geschichte – insbesondere in Hinblick auf Halloween und den bevorstehenden Winter. Erwachsene, Jugendliche und ältere Kinder werden sich hier gleichermaßen wohl fühlen.

Fazit: Trotz einiger Längen schaurig-schön!


Frostiges Paradies
Frostiges Paradies
von Kate Harrison
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 100 Prozent Unterhaltung - cool, spannend, mystisch, 8. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Frostiges Paradies (Gebundene Ausgabe)
Kate Harrison hatte nicht nur eine tolle Idee, sondern hat diese Idee auch super umgesetzt.
Bei dem Buch "Soul Beach" stimmt einfach alles! Es ist gut geschrieben und hat jede Menge Facetten - von spannend bis tiefgründig, von witzig über traurig zu geheimnisvoll und romantisch.
Ziemlich viel auf einmal - aber es funktioniert. (Okay, der Lovestory-Anteil ist ein bisschen klischeehaft geraten, aber da drücke ich beide Augen zu!)

Kaum hat die Geschichte begonnen, ist man auch schon mitten drin: Die 16jährige Alice erhält am Tag der Beerdigung ihrer Schwester Meggie eine e-mail von .... ihrer toten Schwester! Als Alice die mail öffnet findet sie darin eine Einladung für eine website namens soul beach. Zunächst hält Alice die Sache für einen schlechten Witz. Doch dann folgt sie dem Link und gelangt in eine virtuelle Welt, die einfach zu magisch ist, um von dieser Welt sein zu können. Oder?

Mit diesem Szenario beginnt ein zunächst ruhiges, mit der Zeit aber immer atemloseres Abenteuer - denn Meggie ist nicht auf natürliche Weise gestorben. Sie wurde ermordet, der Mörder nicht gefunden. Und als Alice anfängt, auf eigene Faust zu ermitteln, bringt sie sich ungeahnt selbst in Gefahr.

Dummerweise ist die Geschichte, die sich auf den ersten Blick als mustergültiger Einzelband anbietet als Trilogie angelegt. Daraus folgt auch eines des wenigen Mankos: Die Geschichte findet zwar einerseits einen guten Abschluss, endet andererseits aber völlig offen und quasi mittendrin.
Ich bin sehr gespannt, ob Kate Harrison die Folgebände gleichermaßen dicht und stimmig umsetzen kann.
Ich würde es mir wünschen! Mit diesem Buch ist es ihr jedenfalls gelungen.

Fazit: Ein spannender Mysterythriller, eine außergewöhnliche (ich schließe kurz beide Augen :-)) Liebesgeschichte. Absolute Leseempfehlung.


Grischa, Band 2: Eisige Wellen
Grischa, Band 2: Eisige Wellen
von Leigh Bardugo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

3.0 von 5 Sternen 100 gute Seiten und dann?, 7. Oktober 2013
Dies scheint meine Woche der schlechten zweiten Teile zu sein und "Eisige Wellen" ist einer davon.

Die Sache ist die: Alle wichtigen Ereignisse in diesem Band kommen auf den ersten 100 Seiten vor, die auch tatsächlich richtig gut sind: spannend, witzig, dynamisch. Danach sackt der Spannungsbogen rapide ab und macht erst auf den letzten zehn Seiten wieder eine leichte Aufwärtsbewegung.
Aber an dieser Stelle bin ich leider schon dazu übergegangen, nur noch quer zu lesen.

Denn: Der Hauptteil des Buches wird bestimmt von Alinas Selbstzweifeln und ziellosen Grübeleien über ihr Verhältnis zu Maljen, zu dem Dunklen, zu dem Asketen, zu Zarensohn Nikolaj, ja eigentlich zu fast jedem. Heraus kommt dabei leider exakt gar nichts.
Einziger Lichtblick in dem Buch ist der Charakter "Sturmhond", der alle paar Seiten für ein paar echte Lacher gut ist und mit seiner unverblümten Art sehr an den Kult-Piraten Jack Sparrow erinnert. Doch auch Sturmhonds witzige Sprüche können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Geschichte um Sonnenkriegerin Alina fast zum Stillstand kommt.
Das tut auch der Figur Alina alles andere als gut: Das Fehlen von Ereignissen und schlüssigen Reaktionen durch Alina führt dazu, dass die Heldin keine Heldin mehr ist. Im Gegenteil sogar: Sie mutiert hier zu einer mürrischen, nörglerischen, unentschlossenen und teilweise ziemlich arroganten Möchtegern-Anführerin.
Charaktertiefe schön und gut: Aber hier geht jegliche Sympathie verloren. Und zwar nicht nur für Alina: Auch für den viel zu duldsamen Maljen.
Und warum eigentlich kann der Asket nicht mal sagen, was Sache ist? Jetzt hatte er schon zwei Bücher lang Zeit dazu!

Fazit: Nach den ersten 100 Seiten eine nur noch nervige Fortsetzung. In der Hoffnung auf einen guten Abschluss drei Gnadenpunkte.


Das Labyrinth jagt dich
Das Labyrinth jagt dich
von Rainer Wekwerth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Trivial und voller Gemeinplätze, 7. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Labyrinth jagt dich (Gebundene Ausgabe)
Ich mache es kurz: Selten war ich so entsetzt über einen Folgeband wie bei Wekwerths Labyrinth. Grund sind vor allem die Dialoge und Gedankengänge, die der Autor unterbringt... und das ist wirklich schade, denn: Dieses Buch hätte ein gutes werden können. Aber diesmal wirkt alles zu einfach, zu platt - voller Pathos und leider ohne rhethorisches Fingerspitzengefühl. Sätze wie "Sie war geblieben, seinetwegen. All die Jahre. Und nun war es zu spät um noch einmal von vorne anzufangen." oder "Leon hatte Mary aus einer furchtbaren Lage gerettet und ja, der Weg von Dankbarkeit zu Liebe war nicht weit", sind sicherlich nicht verwerflich, sagen durchaus, was gesagt werden will, wirken aber einem der wichtigsten Kriterien guter Bücher entgegen: Emotionen erzeugen! Emotionen kann man nicht dadurch erzeugen, indem man etwas einfach ausspricht, auf den Punkt bringt, bündelt und komprimiert wiedergibt. Das funktioniert nicht. Gefühle entstehen auf einer subtileren Ebene.
Und die fehlt hier leider total! Mit dem Ergebnis, dass die Figuren zunehmend statischer und stereotyper wirken. In diesem Zusammenhang kann ich vielleicht auch erwähnen, dass die ständige Nennung der Vornamen (Leon tut dies, Leon denkt das) dem Lesefluss nicht eben förderlich sind.

Aber auch mit der Handlung an sich konnte ich mich nicht mehr recht anfreunden. Wartet Wekwerth anfänglich noch mit einer recht ansprechenden Idee auf: Nämlich einem echten Labyrinth, in der die Protagonisten von sich verschiebenden Mauern eingeschlossen sind, werden die Ereignisse im Weiteren zunehmend surrealer und seltsamer.
Das mag Teil der Geschichte sein, mir persönlich hat es nicht gefallen.

Fazit: Absturz mit Hochgeschwindigkeit. Ein Folgeband voller Plattitüden.


Gelöscht
Gelöscht
von Teri Terry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4.0 von 5 Sternen Peppig geschriebene Jugend-Dystopie mit guten Ideen, 7. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Gelöscht (Gebundene Ausgabe)
Weltbewegend neu ist die Geschichte nicht. Wie fast alle Dystopien für junge Mädchen lautet die Formel auch hier: Zukunft=Verfall=Kontrolle+zweifelnde Protagonistin+gutaussehender, rebellischer Typ=Konflikt. Und damit erinnert das Ganze ein bisschen an die Auswahl und andere Bücher dieser Art. Allerdings hat Teri Terry ihren Roman wirklich frisch und peppig zu Papier gebracht, etliche gute, spannungsfördende Ideen untergebracht und eine symphatische, intelligente Heldin erschaffen, so dass "Gelöscht" ohne Frage als Pageturner durchgeht.
Und weil ein Gedächtnisverlust per se für ein hohes Spannungspotenzial sorgt, ist der Leser von der ersten Seite an geködert. Denn natürlich möchte man wissen, warum Heldin Kyla "geslated" wurde, bzw. warum ihre Erinnerungen operativ gelöscht wurden und sie nach dem Eingriff in einer neuen Familie aufgenommen wird.
Terry geht hier langsam vor, legt einige falsche Fährten und rückt Informationen nur in homöopathischen Dosen heraus. Doch störend ist das dank einer geschickt aufrecht erhaltenen Spannungskurve nicht.
So geht es in diesem Trilogie-Auftakt vor allem darum, gemeinsam mit Kyla überhaupt erstmal zu registrieren, dass hinter ihrem Slating ein Geheimnis steckt, dass das "Slating" bei ihr nicht allzu gut funktioniert hat (weil sich Erinnerungen an die Oberfläche ihres Bewusstseins kämpfen) und natürlich darum, herauszufinden, wem sie vertrauen kann. Ihrer ebenfalls geslateten Schwester Amy? Ihrer distanzierten Mutter? Ihrem Vater? Oder dem freundlichen Ben (ebenfalls geslated), zum dem sich Kyla vom ersten Moment an hingezogen fühlt.
Die Überlegungen Kylas bestimmen die Geschichte, sind dank einer schlauen, patenten Heldin, die immer bei den Fakten bleibt und sich nicht in einem Gedanken-Wust verheddert, aber durchweg unterhaltsam.
Allerdings lässt Terry andere Figuren der Geschichte hier und da etwas tun, was weniger glaubwürdig und nicht immer logisch ist. Ein Fremder zeigt Kyla beim ersten Treffen seinen illegalen Computer? Eine Ärztin vertraut Kyla - ihrer Patientin - geheime Informationen über andere Patienten an? Etc. etc. Hier hat Terry, die sich ansonsten so erfreulich viel Zeit lässt, meiner Ansicht an, zu unüberlegt Abkürzungen eingeschlagen, um das Spannungslevel zu halten.

Fazit: Gedächtnisverlust-Thriller-Dystopie mit den üblichen Anteilen an Lovestory und Unwahrscheinlichkeiten - aber mit jeder Menge guter Ideen, einem frischen Schreibstil und einer glaubwürdigen Heldin.


Das Ja-Wort: Eine Geschichte vom Heiraten
Das Ja-Wort: Eine Geschichte vom Heiraten
von Elizabeth Gilbert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Humorvolles, autobiografisches Sachbuch, 4. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Elisabeth Gilberts humorvolle, selbstkritische und irgendwie unschuldig-neugierige Art des Schreibens macht dieses Buch zu einem fast durchweg unterhaltsamen Mischmasch aus Forschungsergebnissen, Glossen und Autobiografie. Wenngleich die Autorin sich ein ums andere Mal etwas ausufernd über laotische und andere Sitten auslässt, quasi selbsttherapeutisch auf ihre Familiengeschichte zurückblickt und ihr Buch mit zahlreichen nicht immer fesselnden Fakten bestückt, funktioniert die Verbindung von Allgemeinsicht und persönlicher Interpretation erstaunlich gut.

Gilbert rollt freimütig die Hintergründe für ihre Entscheidung neuerlich eine Ehe einzugehen auf (wir erinnern uns: in Eat, Pray, Love war die Autorin nach einem katastrophalem Ehe-Schiffsbruch auf der Suche nach sich selbst); gesteht, dass es zuallererst eine Verstandesentscheidung aufgrund der Zwänge des amerkanischen Einwanderungssystems war und beschäftigt sich - während einer monatelangen Reise um die Welt, da Gilberts Liebsten Felipe die Einreise in die USA verwehrt wird - mit wissenschaftlichen Abhandlungen zum Thema Ehe.
Immer wieder schweift Gilberts Blick dabei auf den eigenen Mikrokosmos, auf Freundinnen, Großmütter, Mutter; und nähert sich Schritt für Schritt der Erkenntnis, dass die Kunst der Eheführung ein immerwährender Akt der Annäherung und des Abstandwahrens ist.

Erfreulich undogmatisch gibt die Lektüre Gelegenheit, Vergleiche zum eigenen Eheleben zu ziehen oder (falls nicht verheiratet oder geschieden oder verwitwet) die persönlichen Einstellung zu diesem Thema zu überprüfen.

Dazwischen schreibt die Autorin über die nervenaufreibenden Monate im "Exil" und das Zusammenleben mit Felipe. Insofern ist das Buch durchaus eine "kleine" Fortsetzung von Eat, Pray, Love. Aufgrund Gilberts offenherziger Erzählweise ist mir
Felipe in diesem Buch noch ein bisschen mehr ans Herz gewachsen; ebenso wie Elisabeth Gilbert selbst.
Man wünscht den beiden am Ende der Lektüre wirklich nur das Beste!

Fazit: Kein Roman, auch kein dröges Sachbuch - ein humorvolles Aufrollen, Interpretieren und Auf-sich-selbst-anwenden des Themas Ehe.


Das Ja-Wort: Wie ich meinen Frieden mit der Ehe machte
Das Ja-Wort: Wie ich meinen Frieden mit der Ehe machte
von Elizabeth Gilbert
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Humorvolles, autobiografisches Sachbuch, 4. Oktober 2013
Elisabeth Gilberts humorvolle, selbstkritische und irgendwie unschuldig-neugierige Art des Schreibens macht dieses Buch zu einem fast durchweg unterhaltsamen Mischmasch aus Forschungsergebnissen, Glossen und Autobiografie. Wenngleich die Autorin sich ein ums andere Mal etwas ausufernd über laotische und andere Sitten auslässt, quasi selbsttherapeutisch auf ihre Familiengeschichte zurückblickt und ihr Buch mit zahlreichen nicht immer fesselnden Fakten bestückt, funktioniert die Verbindung von Allgemeinsicht und persönlicher Interpretation erstaunlich gut.

Gilbert rollt freimütig die Hintergründe für ihre Entscheidung neuerlich eine Ehe einzugehen auf (wir erinnern uns: in Eat, Pray, Love war die Autorin nach einem katastrophalem Ehe-Schiffsbruch auf der Suche nach sich selbst); gesteht, dass es zuallererst eine Verstandesentscheidung aufgrund der Zwänge des amerkanischen Einwanderungssystems war und beschäftigt sich - während einer monatelangen Reise um die Welt, da Gilberts Liebsten Felipe die Einreise in die USA verwehrt wird - mit wissenschaftlichen Abhandlungen zum Thema Ehe.
Immer wieder schweift Gilberts Blick dabei auf den eigenen Mikrokosmos, auf Freundinnen, Großmütter, Mutter; und nähert sich Schritt für Schritt der Erkenntnis, dass die Kunst der Eheführung ein immerwährender Akt der Annäherung und des Abstandwahrens ist.

Erfreulich undogmatisch gibt die Lektüre Gelegenheit, Vergleiche zum eigenen Eheleben zu ziehen oder (falls nicht verheiratet oder geschieden oder verwitwet) die persönlichen Einstellung zu diesem Thema zu überprüfen.

Dazwischen schreibt die Autorin über die nervenaufreibenden Monate im "Exil" und das Zusammenleben mit Felipe. Insofern ist das Buch durchaus eine "kleine" Fortsetzung von Eat, Pray, Love. Aufgrund Gilberts offenherziger Erzählweise ist mir
Felipe in diesem Buch noch ein bisschen mehr ans Herz gewachsen; ebenso wie Elisabeth Gilbert selbst.
Man wünscht den beiden am Ende der Lektüre wirklich nur das Beste!

Fazit: Kein Roman, auch kein dröges Sachbuch - ein humorvolles Aufrollen, Interpretieren und Auf-sich-selbst-anwenden des Themas Ehe.


Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten. Gerümpelfrei bleiben
Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten. Gerümpelfrei bleiben
von Karen Kingston
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon fast ein Klassiker. Und das Beste: Es funktioniert!, 1. Oktober 2013
Dieses Buch ist nicht nur für die Messis unter uns; nicht nur für jene, die ihre Wohnung bis unter die Decke mit Büchern, Papierbergen, dreckigem Geschirr, Plunder und Klamotten vollstopfen und kaum noch die Tür aufbekommen.
Dieses Buch ist ein wirklich guter Ratgeber für alle, die dazu tendieren kleine Häufchen zu produzieren. Kleine Häufchen, die man mal eben auf der Treppe ablegt, um sie später wegzuräumen, kleine Häufchen mit Akten, die man ebenfalls später durcharbeitet, kleine Häufchen, die man in irgendwelchen Schubladen oder Regalen verschwinden ließ, um sie irgendwann in Ruhe durchzusehen, kleine Häufchen diverser Dinge, von denen man glaubt, sie irgendwann einmal brauchen zu können. Kleine Häufchen, die uns permanent daran erinnern, was wir so alles auf später aufschieben! Mit anderen Worte: Dieses Buch wurde für 99 Prozent aller Menschen in den sogenannten Industrieländern geschrieben.

Es ist ein Buch gegen das Aufschieben und Ansammeln, in dem sich der Feng Shui-Teil in überschaubaren Grenzen hält und der Schwerpunkt auf praktischen Tipps und der Hinterfragung materieller Werte liegt. Ein Buch, das mir persönlich sehr geholfen hat, meine Besitztümer zu beschränken und mich von Dingen zu trennen, die ich nicht nur nicht brauche - die sogar einen Anti-Wert haben, weil sie mit derart schlechten Erinnerungen behaftet sind, dass es höchste Zeit war, sie loszuwerden.

Ich kann dieses Buch eigentlich jedem empfehlen.
Und ich kann empfehlen, dieses Buch jedes Jahr einmal wieder zu lesen!

Fazit: Zurück zum Wesentlichen. Weg mit dem (Psycho-) Gerümpel. Ein wirklich guter Ratgeber in einer Welt, in der alles Materielle einen geradezu verrückten Stellenwert gewonnen hat.


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