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Rezensionen verfasst von
Grobi Schalke "Borussenleser" (Dortmund)

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Ghostbound
Ghostbound

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn der Leser klüger ist als die Protagonisten..., 4. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Ghostbound (Kindle Edition)
Ghostbound/und die Fortsetzung Soulbound ist eine nette romantische Geistergeschichte ala „Ghost – Nachricht von Sam“, die angenehm und ruhig geschrieben ist und den Charme alter Detektivgeschichten hat. Echter Pluspunkt: Ghostbound ist eine Fantasy-Geschichte, die sich an erwachsene Leserinnen wendet und dennoch nicht auf platte Erotik setzt. Zwar gibt es eine Reihe von Liebesszenen, aber diese sind größtenteils eher zart und unschuldig und lenken kaum von der eigentlichen Handlung ab.

Autorin C.M. Singer nimmt sich viel Zeit – sowohl für die Lovestory als auch für den Krimianteil ihrer Geschichte. Sie schreibt detailliert, lässt ihre Helden viel nachdenken, disktutieren und in Sackgassen laufen. Das macht die Protagonisten menschlich und symphatisch, so dass man ihnen – grundsätzlich – gerne folgt. Auch die Handlung ist - wenngleich nicht unbedingt ganz neu - schön erdacht.

Elisabeth ist Reporterin bei einem Londoner Klatschblatt und soll eine Story über Morde an Jugendlichen schreiben. Um an Informationen zu kommen, fädelt sie ein „zufälliges“ Treffen mit dem Polizisten Danny Mason ein, der die Fälle untersucht. Das Treffen verläuft anders, als erwartet: Erst verliebt sich Elisabeth Hals über Kopf in den gutaussehenden, bodenständigen Detective, dann werden beide überfallen und Danny wird erstochen.
Schließlich geschieht das Unfassbare: Danny kehrt als Geist zurück – der Beginn einer unmöglichen Liebe und der Start zu einem gefährlichen Abenteuer. Denn Elisabeth und Danny wollen den Mord gemeinsam aufklären.

So. Nach den Blumen kommt das ABER und das ist wirklich groß!
Das Buch hat inklusive Fortsetzung mehr als 700 Seiten. Dummerweise sind die Hintergründe um den Mord an Danny ab Seite 150 total klar. In dem Moment, in dem der entscheidende Charakter (der Antagonist) eingeführt wird, liegt die Lösung auf der Hand. Elisabeth und Danny brauchen hingegen noch mehr als 500 Seiten, bis der Groschen fällt.

Das macht das Lesen zäh, der Leser wird ungeduldig, die Leselust bröckelt.

Hier hat die Autorin ihre Geschichte einfach nicht geschickt genug eingefädelt. Jeder ihrer Fallstricke ist absolut durchsichtig und auch das Ende ist vollkommen unüberraschend.

Singer schreibt sich damit selbst ins AUS. Sie macht aus ihren netten Charakteren vernagelte „Blitzmerker“ und nimmt ihre Leser in ihrem Bedürfnis nach Überraschung nicht ernst. Zwar versucht sie die fehlende Unvorhersehbarkeit auszumerzen, indem sie ihre Helden immer wieder in gefährliche Situationen bringt, aber da diese Situationen auf der Naivität der Helden aufbauen, geht der Schuss eher nach hinten los. Man ärgert sich ständig über deren Ahnungslosigkeit.

Weiterer Kritikpunkt: Soviel Herz die Autorin auch in ihre Helden steckt, die Bösewichter bleiben allzu farblos in ihren Motiven und in ihrem Handeln. Vermutlich ist dies ein Resultat aus dem Bemühen zu retten, was zu retten ist bzw. zu verschleiern, was nicht zu verschleiern ist.

Fazit: Nette Lektüre, aber aufgrund der Vorhersehbarkeit der Ereignisse irgendwann arg zäh.


Zeitsplitter - Die Jägerin: Roman
Zeitsplitter - Die Jägerin: Roman
von Cristin Terrill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ruhige Zeitreise-Tragödie, 26. März 2014
Diese Rezension fällt mir alles andere als leicht. Bis etwa zur Hälfte hat mir die Geschichte und auch das leise Tempo, mit dem die Autorin vorgeht, gut gefallen. Dann allerdings beginnt man sich zu fragen, wohin das alles führen soll.

Aber langsam: Em und Finn reisen aus der Zukunft in die Zeit ihrer jugendlichen Ichs zurück, um ihren Freund, Wissenschaft-Wunderknabe James, davon abzuhalten, eine Zeitmaschine zu erfinden, die eine militärische Willkürherrschaft der USA bzw. deren Geheimdienste zur Folge hat. Nachdem sich andere Pläne/Zeitreisen als nutzlos erwiesen haben, möchten sie es diesmal richtig machen: Alles scheint darauf hinaus zu laufen, dass sie James töten müssen.

Die Geschichte lebt lange Zeit von der Spannung, der sich aus dem Nervenkitzel ergibt, dass ein Mord begangen werden soll und aus der Gegensätzlichkeit der vergangenen und künftigen Charaktere, deren Interessen einander vollständig zuwider laufen.

Um mein Problem mit der Geschichte deutlich zu machen, muss ich SPOILERN:
Alles scheint recht einfach. Em und Finn besitzen eine Waffe und müssen eigentlich nur abdrücken. Aber aus nachvollziehbaren Gründen schaffen sie es nicht, James zu töten. Zwar wissen sie, dass dieser sich irgendwann in der Zukunft in einen gewissenlosen Fanatiker verwandeln wird, doch vor der Entwicklung der Zeitmaschine war er eben noch unschuldig, liebenswürdig, allenfalls etwas schrullig.

Also, fragt man sich, wohin die (Zeit-)Reise denn nun geht. Spätestens, wenn Em/Marina zum vierten Mal in Folge scheitert, gleich darauf aber wieder die Verfolgung aufnimmt, sickert die Spannung aus der Story.

Zum Finale möchte ich nichts verraten. Mir persönlich erscheint es – gemessen am Verlauf der Geschichte – zwar stimmig und folgerichtig, aber doch abgedreht und wirr. Eine interessante Denkübung „Was würden wir tun, wenn wir wissen, dass unser Handeln zwangsläufig und unveränderlich andere Menschen ins Verderben stürzen wird?“ ist das Ganze jedoch allemal.

Fazit: Kluge Zeitreisestory in gemächlichem Tempo, die mit zunehmender Seitenzahl an Spannung und Überraschung verliert.


Throne of Glass - Die Erwählte: Roman
Throne of Glass - Die Erwählte: Roman
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender Abenteuerroman mit starker Heldin, 26. März 2014
Abenteuer, Geheimgänge, dunkle Wesen aus dem Schattenreich - "Throne of glass" hat alles, was eine spannende High Fantasy-Geschichte braucht und darüber hinaus noch einiges mehr - beispielsweise eine durch und durch selbstbestimmte Heldin, was in diesem Genre durchaus noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Celaena Sardothien ist 18, Auftragsmörderin und .... inhaftiert. Während sie als Sklavin in den Salzminen von Endovier schuftet, weitet der machthungrige König Ardalan sein Reich aus. Wer sich ihm widersetzt, verliert das Leben oder - wie Celaena - die Freiheit. Eines Tages unterbreitet Dorian, der Sohn des Königs, der Assassinin ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann: Sollte sie vier Jahre als Handlanger des Königs für jenen die Drecksarbeit verrichten, gewinnt sie ihre Freiheit zurück. Celaena folgt Dorian und dessen rechter Hand Chaol aufs Schloss. Hier muss sie sich einem mörderischen Wettbewerb stellen.

Der Wettstreit zwischen Celaena und den Verbrechern, die allesamt um den Posten des Königschampions buhlen, hat diese ansprechende "Tribute von Panem"-Note, was sicherlich keine schlechte Strategie ist. Aber die Autorin verliert sich darüber hinaus nicht in bloßen Kampfszenen. Stattdessen entwickelt sie zielstrebig Neben- und Hauptfiguren und schafft Raum für eine spannende Mysterygeschichte.

Allerdings hätte Sarah Maas gerne etwas straffer vorgehen können - mitunter übertreibt sie es mit den Eigenheiten ihrer Heldin Celaena und Nebensächlichkeiten wie Süßigkeitenorgien, Bälle und Kleiderbeschreibungen. Insbesondere in der zweiten Hälfte steigern sich parallel zur Spannung leider auch immer wieder kleine Längen.

Auch hinsichtlich der Eigenwilligkeit ihrer Heldin trägt Maas hier und da etwas dick auf. Bisweilen wäre es angenehm gewesen, Celaena würde nicht alles im Alleingang vollbringen, sondern sich Verbündete suchen. Die absolute Verschlossenheit lässt die Heldin mitunter allzu hart wirken.
Aber möglicherweise macht Celaena diesbezüglich eine Entwicklung durch. Die nächsten Bände werden es zeigen.

Sarah Maas' Schreibstil ist es geschuldet, dass die Lektüre trotz der kleinen Längen nicht in Stocken gerät. Wunderbar flüssig und im idealen Wechselspiel zwischen Aktion und Reflexion der Protagonisten steuert die Autorin immer wieder zur Haupthandlung zurück.

Fazit: Schöne Abenteuergeschichte, mit einer starken Heldin, einem bis hierher erfreulich klischeefreien Lovestory-Anteil und vielversprechenden Ideen - auch im Hinblick auf die Fortsetzungen.


Coco Lavie - Spiegelblut
Coco Lavie - Spiegelblut
von Uta Maier
  Taschenbuch

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit jedem Nackenschlag näher an der großen Liebe, 26. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Coco Lavie - Spiegelblut (Taschenbuch)
Uta Maier erfindet die Vampire nicht neu, aber die Geschichte an sich ist schön erdacht. Wenngleich die Autorin mich anfangs mit Begrifflichkeiten wie Halbseelenträger, Ursprüngliche, Lichtträger etc. immer wieder aus dem Leserhythmus gebracht hat, weil die entsprechenden Erklärungen erst Seiten später hinterher geliefert werden (das Glossar am Ende des Buches ist zwar hilfreich, aber es dauert, bis sich die Informationen setzen), ist spürbar, dass die Autorin nicht einfach drauf los geschrieben hat, sondern erst einmal Zeit in ein mythologisches Fundament gesteckt hat.

Uta Maiers Vampire sind (teils) gefallene Engel, die durch Verfehlungen ihre Seele zur Hälfte oder aber gänzlich verloren haben. Sie teilen sich in gut und böse und darüber hinaus in diverse verfeindete Clans und feste Hierarchien. An ihrer Seite stehen Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten, eine von ihnen ist Coco Lavie, die von dem mächtigen Vampir Damontez entführt wird, weil sie als Spiegelblut über die besondere Gabe verfügt, eine gespaltene Seele wieder zu vervollständigen.

Was den Leser bzw. wohl eher die Leserin erwartet ist klar: Viel Vampirdominanz, menschliches Blut und eine unschuldige Heldin, die mit ihrem Liebreiz auch den härtesten Kerl, pardon, Vampir zum Schmelzen bringt und ja, natürlich liest man die Geschichte eben deshalb.
Ich persönlich habe allerdings ein Problem mit Protagonistin Coco, die anfangs noch erfrischend widerspenstig ist, sich aber mit jedem Nackenschlag wie ein unterwürfiger Welpe seinem Herrchen fügt, bis sie am Ende keinen Funken Selbstbehauptungswillen mehr in sich hat. Sorry, da fehlte mir jede Identifikationsmöglichkeit.

Das Ganze ist Shades-of-Grey im Vampirstyle, Züchtigung ala BdSM - ein Wechselspiel aus Dominanz und Unterwerfung bei dem der Frau ganz klar der masochistische Part zufällt.
Das kann man nun mögen, oder aber auch nicht.
Ich erwarte von einer Heldin jedenfalls ein bisschen mehr als einfach nur still liegen zu bleiben, während irgendein ein Dreckskerl ihren Kopf auf die Tischplatte drückt und seelenruhig Smalltalk betreibt oder an ihr herumgesaugt, bis sie fast über den Jordan geht. Und ich kann leider auch nicht nachvollziehen, wie man sich als unabhängige Frau des 21. Jahrhunderts in ein quasi fundamentalistisches Unterdrückungsschema pressen lassen kann.

Fazit: Mir persönlich ist Coco Lavie zu sehr Objekt, zu passiv, zu gefügig. Aber an sich ist die Geschichte schön geschrieben und liebevoll erdacht. Vampire ala Shades of grey.


Furien-Trilogie - Im Herzen der Zorn: Band 2
Furien-Trilogie - Im Herzen der Zorn: Band 2
von Elizabeth Miles
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Lösung kaum näher, aber wunderbar zu lesen, 19. März 2014
Es ist schon eine Seuche mit diesen Trilogien; insbesondere mit der Art Trilogie, die besser keine geworden wäre, weil die Geschichte sich einfach nicht für drei Teile eignet.
"Im Herzen der Zorn" bildet da leider keine Ausnahme. Am Ende des Buches ist man lediglich einen kleinen Schritt weiter als am Endes des ersten Bandes.
Aber: Mit einigen Einschränkungen ist die Geschichte dennoch lesenswert!

Kurz zur Handlung: Em, die ihre Begegnung mit den Furien körperlich unversehrt überstanden hat, sucht nach einer Lösung, die drei Rachegestalten aus Ascension zu bannen, ohne ihr Versprechen zu brechen: Sie darf niemanden über die Nacht am Einkaufszentrum, als sie ihrer Liebe JD das Leben rettete, die Wahrheit erzählen. Nicht gerade einfach: Zumal die Furien JDs Erinnerung verändert haben und er glaubt, Em würde ihn nur ausnutzen. Gemeinsam mit der ausgeflippten Drea, die mehr weiß, als sie zugeben möchte, beginnt sie in alten Büchern zu recherchieren.
Gleichzeitig bekommt die Ascension Highschool eine neue Schülerin: Skylar, die mit ihrer Unsicherheit und dem Wunsch nach Anerkennung ein perfektes Opfer für die Furien zu sein scheint.

Soweit sogut. Elisabeth Miles Schreibstil ist wieder toll, ihre Fähigkeit anhand von Kleinigkeiten einer Szenerie Leben einzuhauchen auch diesmal überdurchschnittlich. Die Geschichte entwickelt sich ebenso düster und beklemmend, wie Band eins, mit dem Unterschied, dass diesmal die Marschroute klar ist... wer in dieser Fortsetzung ins Verderben stürzt, darüber gibt es von Anfang an keinen Zweifel, was dem Ganzen etwas die Spannung nimmt.
Die Bemühungen Ems, dem Geheimnis der Furien ein Stück näher zu kommen bildet hier einen guten Gegenpol, allerdings (ACHTUNG SPOILER) lässt Miles ihre Heldin viel zu wenig zielstrebig handeln. Die meisten Bemühungen verlaufen sich im Sande, ebenso wie ihre Ansätze, mit Freunden über die Ereignisse zu sprechen. Über einen einleitenden Satz kommt Em nur selten hinaus und das ist irgendwann etwas ärgerlich und genau dem oben beschriebenen Phänomen geschuldet: Es muss eben eine Trilogie sein!
Das führt dazu, dass die sympathische und patente Hauptfigur schwächelt.
Hier bietet leider keiner der Charaktere einen guten Ausgleich.

Fazit: Gekonnt geschrieben; kränkelnd im Ergebnis.


Soul Beach - Schwarzer Sand: Band 2
Soul Beach - Schwarzer Sand: Band 2
von Kate Harrison
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wie schreibe ich eine Trilogie, wenn ich im ersten Band schon alles gesagt habe?, 14. März 2014
In den Rezensionen zum ersten Band schrieb jemand, dass Soul Beach als Einzelbuch mehr gepunktet hättet.
Ich schließe mich voll und ganz an.
Von meiner Begeisterung für diese Reihe (ja, ich habe Band 1 gerne gelesen) ist nichts mehr übrig.
Diese Fortsetzung ist eine einzige sinnfreie Seitenfüllerei, die den Leser nicht nur n i c h t weiter bringt, sondern ihn im Gegenteil immer weiter von der Handlung abdriften lässt.

Autorin Kate Harrison hat anscheinend keine Ahnung, wie sie die Zeit bis zur finalen Auflösung sinnvoll und spannend hinauszögern kann und hätte es besser erst gar nicht getan. Zumal man schon ziemlich blöd sein muss, wenn man den Mörder nicht längst erraten hat. Sollte Kate Harrison am Ende doch mit einer Überraschung um die Ecke kommen, kann sie eigentlich nur hanebüchen sein.

Wie so vieles andere auch.
Beispielsweise das völlige Fehlen von Erklärungen, wie die Sache mit dem soul beach funktionieren kann (ich sitze am Computer und spüre dabei den Sand unter meinen Füßen, wandere ein Stück am Strand lang, verstecke mich hinter einer Hütte etc. etc…. küsse einen Jungen!!?? Schlafe an ihn gekuschelt ein? Klappe dann schnell den Laptop zu, wenn im wirklichen Leben meine Eltern ins Zimmer kommen???? Hallo?). Weil die Idee an sich origenell ist, habe ich in Band 1 meinen inneren Kritiker auf stumm gestellt... inzwischen hat der soul beach meine Logik-Milde gesprengt.

Zumal Kate Harrison durchgehend nach dem Motto „ich mach mir die Welt widde widde wie sie mir gefällt - mir doch egal, wenn das alles keinen Sinn ergibt" schreibt.

Beispiele?
- Es könnte so einfach sein: Meggie gibt ihrer Schwester Alice einen kleinen Tipp und schon ist der Mörder gefunden. Aber dann würde die Geschichte auf zehn Seiten zusammenschrumpfen. Also: Kann sich am soul beach praktischerweise niemand an den eigenen Tod erinnern. Sprechen will auch niemand drüber. Hmpf. ABER: Wenn die Handlung ins Stocken gerät, darf sich der ein oder andere soul-beach-Bewohner dann doch an einige Umstände erinnern; natürlich nur vage, eben soviel, wie die Handlung braucht, um nicht völlig zu versanden.
- Weiter. Einfach ist auch im realen Leben von Alice anscheinend zu einfach: Die Mördersuche muss sich über drei Bände erstrecken. Und deshalb gibt es im Buch zwar Personen, die etwas über den Mord an Meggie wissen. ABER: Sie verraten nichts. ABER: Sie sparen auch nicht mit geheimnisvollen Andeutungen. ODER: Sie sterben bevor sie ihr Wissen preisgeben können. ARGH!
- So. Insgesamt hat Alice also keinen blassen Schimmer, wer der Mörder ihrer Schwester ist. ABER: Nachdem ein zweiter Mord geschieht, hat sie den ein oder anderen Verdacht. Sie tut das Naheliegende (Vorsicht Ironie): Sie fährt mit allen potenziell Verdächtigen in den Urlaub nach Spanien. Gurgel.

Klar, es handelt sich hier um Fantasy/Mystery. Aber auch in diesem Genre sollten die Gesetzmäßigkeiten nachvollziehbar sein und die Charaktere nicht völlig sinnfrei handeln. Ich möchte als Leser generell ungerne für dumm verkauft werden.
Und deshalb gebe ich soul beach nur den Gnadenpunkt.

Noch einige Worte zu den Charakteren?
Alice ist naiv.
Der (ehemals) charismatische und immer für einen Gag gute Lewis darf die Tür öffnen und Alice (die Computerverbot hat) seinen PC überlassen .
Cara balzt.
Sahara nervt!
Adrian… hat der auch was gesagt???
Der neue Charakter Zoe übt sich in kryptischen Andeutungen.
Danny… wartet am Soul Beach.
Meggie taucht ab und zu mal auf.
Javier… ja, der hat einen längeren Auftritt; aber der hat so gar nichts mit dem eigentlichen Mord an Meggie zu tun.

Noch was? Ach ja, der Mörder. Den kennt Alice natürlich immer noch nicht. Sie weiß nur eines: Gut, dass sie bei all der Aufregung ihren guten Freund Lewis an ihrer Seite hat. :-)

Fazit: Inhaltsarm und überdehnt. Wenn Band 3 erscheint, werde ich mir die letzte Seite durchlesen. Mehr interessiert mich nicht mehr.

NACHTRAG: Gesagt, getan. Habe das Ende inzwischen in einer Buchhandlung nachgeblättert. Mein Tipp war ja: Entweder berechenbar oder hanebüchen. Eines davon trifft zu. Zur Dramaturgie des Buches kann ich nichts sagen. Das Ende ist für meinen Geschmack platt und die Erklärung reichlich mager. Aber gut. Wem Band 2 gefallen hat, der kann sich sicher mit dem Finale anfreunden.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2014 2:04 PM MEST


28 Tage lang
28 Tage lang
von David Safier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

68 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen David Safier erfindet sich (fast) neu, 12. März 2014
Rezension bezieht sich auf: 28 Tage lang (Gebundene Ausgabe)
Ernste Töne von David Safier? Ungewohnt, ja. Aber nach den letzten Klamaukbüchern „Muh“ und „Happy Family“ war es für ihn vielleicht an der Zeit, sich neu erfinden.
Jetzt also dieses Buch; mit einem Thema, das an Ernst kaum zu übertreffen ist.
In Gedenken an seine Großeltern, die in Buchenwald und Lodz umgekommen sind und geschrieben für Eltern und Schwester widmet sich Safier dem Warschauer Ghettoalltag und dem Widerstand jüdischer Jugendgruppen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mira, ein sechzehnjähriges Mädchen, das die eigene Mutter und die jüngere Schwester durchbringt, indem sie Lebensmittel von der polnischen Seite ins Warschauer Ghetto schmuggelt.
Die Ereignisse, die folgen, sind chronologisch fast penibel den realen Gegebenheiten angepasst – Safier hat (sofern ich das beurteilen kann) versucht, die letzten Wochen im Ghetto möglichst genau in ihrem Ablauf wiederzugeben und hat sogar Nebenfiguren realen Menschen entlehnt.

„28 Tage lang“ ist daher alles andere als heiter. Hier lässt der Klappentext vielleicht etwas anderes erwarten. „28 Tage, um die wahre Liebe zu finden, 28 Tage um zur Legende zu werden“, so steht es auf dem Umschlag.
Okay, dachte ich. Das wird nicht ganz so schlimm. Da versucht Safier, soviel Leichtigkeit wie möglich unterzubringen; das wird eine Heldengeschichte, eine Liebesgeschichte.
Von wegen.

Die Geschichte ist wie sie ist. Und Safier beschönigt nichts. Allenfalls hält er jeweils rechtzeitig inne, lässt den Blick nicht allzu lange verweilen, lässt seine Protagonistin zwar reflektieren aber auch immer wieder schnell zur nächsten Tat übergehen.
Eine Heldengeschichte also?
Eher eine Betrachtung – verschiedener Anschauungen und Entscheidungen; keine davon ist richtig, keine falsch.
Miras Entscheidung fällt für den Widerstand – mehr zwangsläufig denn geplant und als Folge einer ganzen Kette von Ereignissen.

Safier hat sich bemüht, die schwere Kost möglichst verdaulich zu machen. Oder wie er selbst sagt: Man soll das Buch trotz all des Fürchterlichen gerne lesen.
So bietet der Blick auf den jugendlichen Widerstand mit zahlreichen Flucht- und Angriffsszenen viel Spannung und mit der Liebesgeschichte, die zwar als weiterer Aufhänger dient, die aber keineswegs vereinnahmend ist und erstaunlicherweise niemals kitschig, einen wohltuenden Lichtblick.

Mir persönlich hat das Buch gut gefallen.
Ich habe es gerne gelesen und einiges gelernt.
Mein Kritikpunkt gilt der Sprache. Hätte mir jemand das Buch gegeben und nicht gesagt, von wem es geschrieben wurde….ich hätte nach zehn Seiten Safier hindurchschimmern sehen.
Die Sprache ist - wie immer - schlicht und leicht, etwas distanziert, mit der gewohnten Vorliebe für das Wörtchen „doch“ und der Tendenz, die Dinge allzu sehr zu erklären.
Ab und zu schimmert auch Safiers Flapsigkeit durch, d o c h ;-) eher selten.
So trägt die Sprache – das muss man zugeben - andererseits dazu bei, den finsteren Abgrund der Ereignisse etwas weniger tief erscheinen zu lassen. Außerdem bietet sich das Buch damit hervorragend als Jugendbuch an.

Fazit: Lebendige Geschichtsstunde. Safier in neuem Gewand – steht ihm gut!


Die Känguru-Offenbarung (Die Känguru-Werke, Band 3)
Die Känguru-Offenbarung (Die Känguru-Werke, Band 3)
von Marc-Uwe Kling
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

57 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kling scheitert an der eigenen Messlatte, 11. März 2014
Ich will es mögen! Aber ich komme nicht umhin zu sagen, dass die „Känguru-Offenbarung“ tatsächlich der schwächste Band der „Trilogie“ ist. Dabei möchte ich Marc-Uwe Kling keinesfalls unterstellen, nur Geld verdienen zu wollen. Obwohl…. Wie sagt er selbst so schön in dem Buch? „Gibt es einen vierten Teil? Nur wenn ich keine anderen Ideen habe und dringend Geld brauche.“
:-)
Wenngleich es seiner Kunstfigur entspricht, phlegmatisch und gelangweilt rüberzukommen, kenne ich doch keinen Künstler, der sich im Rampenlicht zurückhaltender und bescheidener gibt. Allein ums Geldverdienen ging es hier wohl eher nicht.
Dreimal hintereinander bei 100 Prozent zu landen war wohl dennoch wenig wahrscheinlich.

Tatsächlich greift Kling in der Känguru-Offenbarung erstaunlich oft auf Spitzen früherer Veröffentlichungen zurück. Auch die Dialoge besitzen häufig nicht den intellektuellen Feinschliff, den man von ihm gewohnt ist; sie wirken konstruiert (klar, das sind sie ja auch – aber bestenfalls sollte man den Gedanken daran beim Hören verlieren) und der Verlauf einiger Episoden ist doch recht wirr.
Eher flach sind die Psychiaterschwenke und die Wortbedeutungsvertauschungen ala erotisch statt ironisch.

Alles in allem gehen Kling leider auch ein wenig die Persönlichkeiten seiner Protagonisten verloren. Wo ist die hinterhältige Liebenswürdigkeit des Kängurus hin? Warum blafft es ständig rum? Versucht es mit Lautstärke zu überspielen, was an leisen Tönen fehlt?

Fazit: Nach zwei grandiosen Büchern war die Messlatte vielleicht zu hoch. „Die Känguru-Offenbarung“ schwächelt im Vergleich allzu sehr. Einige Kapitel sind gewohnt genial, das gros aber bleibt kaum hängen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2014 11:21 AM MEST


Die Seltsamen
Die Seltsamen
von Stefan Bachmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vielversprechender Start mit Schwächen, 9. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Seltsamen (Gebundene Ausgabe)
Ein ebenso spannendes wie düsteres Buch ist "Die Seltsamen"; es glänzt vor allem durch seine sprachliche Geschicklichkeit und Detailliebe, die kaum vermuten lassen, dass es sich bei dem Buch um das Debüt eines 18jährigen handelt.

Die Geschichte ist gut durchdacht und hält sich nicht mit Belanglosigkeiten auf: Mit der ersten Seite befindet sich der Leser im retro-futuristischen England (Bachmanns viktorianisches England ist durchsetzt mit Elementen des Steampunk), in dem Feenwesen und Menschen notgedrungen Seite an Seite leben, nachdem sich - gleich einer alles verschlingenden Naturkatastrophe - ein Tor zwischen den Welten geöffnet hat.

Bachmanns Feen sind weit entfernt von dem Bild des schillernden ätherischen Wesens aus Märchenbüchern.
Klein und bleich, mit schwarzen Käferaugen und allerlei zwielichten Handlangern haben sie sich weitestgehend den Gepflogenheiten der Menschen angepasst. Dann jedoch stellt eine Mordserie an Mischlingskindern, den sogenannten "Seltsamen", die Allianz zwischen Feen und Menschen auf die Probe. Nun erwacht das gegenseitige Misstrauen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Geschwister Bartholomew und Hettie Kettle, Kinder einer menschlichen Mutter und einem Feenvater, ungeliebte Außenseiter, die in den Slums von Bath leben. Die vornehme Oberschicht nimmt von den "Seltsamen" kaum Notiz. Doch dann geschieht ein weiterer Mord und Bartholomew stößt zeitgleich mit dem Politiker Arthur Jelliby auf eine Spur - mehr noch, Bartholomew befürchtet, das nächste Opfer zu sein.

Die Geschichte hat viele spannende Momente, leidet jedoch an einer gewissen Gleichförmigkeit im Erzählstil, der auf den Gedanken Jellibys und Bartholomews aufbaut und nur selten auf Dialoge zurückgreift. So bewegt sich der Leser durchgängig innerhalb der Ratlosigkeit der Hauptfiguren, die zwar schnell auf der richtigen Spur sind, die aber nur selten dazu übergehen, die Geschehnisse zu analysieren und in größeren Zusammenhängen zu betrachten.

So hätte der Geschiche die ein oder andere Unterhaltung zwischen den Protagonisten wirklich sehr gut getan. Bachmann hätte dieses Stilmittel dazu verwenden können, einige Erklärungen zu liefern und der Gegenwart seiner Helden und den magischen Fähigkeiten der Feen mehr Substanz zu verleihen. Denn hinsichtlich der Hintergründe und Gesetzmäßigkeiten dieser magisch durchwirkten Welt bleibt vieles allzu offen.

Und auch die Charaktere Jelliby (der in seiner Unbeholfenheit ein wenig an Johnny Depps Performance des Constable Ichabod Crane in Sleepy Hollow erinnert) und Bartholomew hätten mithilfe wohlplazierter Dialoge gewinnen können.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die vielen tollen Zufälle, die Jelliby immerzu zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein lassen, die ihn auf die richtige Spur führen und zusammen mit Bartholomew immer wieder vor größerem Unheil bewahren.
Hier hat Bachmann das "Glück" arg überstrapaziert.

Fazit: Viele schöne Details, eine Geschichte zwischen Steampunk und Fantasy, die gut durchdacht ist, spannend aber noch zu sehr an der Oberfläche verweilt und der entschieden einige Dialoge fehlen. 3,5 Punkte mit der Hoffnung auf eine Steigerung im Folgeband.

Zur Altersempfehlung (ACHTUNG KLEINER SPOILER): Entknochte Kinderkörper? Das Buch ist durchweg düster und nichts für jüngere Leser.


Bunker Diary: Roman
Bunker Diary: Roman
von Kevin Brooks
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düsteres Thriller-Drama, das auch zwischen den Zeilen lebt, 8. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Bunker Diary: Roman (Broschiert)
Mit Bunker Diary hat Kevin Brooks angeblich sein Lebenswerk abgeliefert. Jahre hat er an der Geschichte gearbeitet.
Und so ist eigentlich schon vor dem Lesen klar, dass es sich beim dem Buch nicht nur bloß um einen Thriller handelt, sondern dass die Handlung über sich selbst hinausweist. Dass man zwischen den Zeilen lesen muss, interpretieren, aufpassen - auch auf scheinbare Kleinigkeiten.
Das Erstaunliche schließlich ist, dass die Story trotz eines keineswegs offenen Endes bei alldem dennoch offen für eine jeweils individuelle Interpretation bleibt. Und daher sind meine Zeilen ebendies - absolut subjektiv und völlig ohne Anspruch auf Richtigkeit, denn der nächste Leser mag das Buch vollkommen anders interpetieren.

Vordergründig sind da die Stützpfeiler der Handlung: Der 16jährige Linus wird zusammen mit fünf weiteren Personen von einem Unbekannten entführt und in einen Bunker gesperrt. Nur ein stählerner Fahrstuhl verbindet den Bunker mit der Außenwelt; über den Fahrstuhl werden die sechs Gefangenen mit Nahrung versorgt, einen anderen Weg aus dem Verlies gibt es nicht, eine Flucht scheint unmöglich. Licht, Strom, Temperatur, sogar die Zeit wird von dem gesichtslosen Entführer gesteuert, der eine besonders perfide Imitation von Gott gibt.

Mit der Ankunft der zweiten entführten Person im Bunker ist bereits klar, dass die Handlung weit mehr unter die Haut geht, als zunächst vermutet. Und so ist es dann auch. Den Launen ihres Entführers, ihren eigenen Ängsten und dem Irrsinn der Mitgefangenen ausgesetzt wird der Bunker zum Inbegriff einer Hölle.

Tja... was sind meine Gedanken zu dem Buch? Es geht um Zerstörung. Wir zerstören uns selbst, mal langsam und unbemerkt, mal zielgrichtet und bewusst, mal zerstört uns eine Krankheit, mal geschieht die Zerstörung von außen - einfach so und ohne Sinn. Gibt es einen Gott? Die Frage wirft Brooks hier nicht konkret auf. Eine Bibel, eine der wenigen Utensilien, die von Beginn an im Bunker sind, ist bar jeder Funktion. Einmal liest Linus darin, weil ihm langweilig ist. Doch schnell legt er sie beiseite: "... so langweilig nun auch wieder nicht." Nicht einmal essen kann man sie.

Der zweite Gegenstand, der von Anfang an im Bunker ist, ist ein leeres Tagebuch. Dies scheint für Linus sehr viel nützlicher zu sein. Er beginnt zu schreiben. Bunker Diary. Es hilft ihm, seine Gedanken zu ordnen, ein Gefühl von Selbstbestimmung aufrecht zu erhalten. Auch dann noch, als die ersten Fluchtversuche misslingen und die Situation schier hoffnungslos wird.

Aber Freiheit und Selbstbestimmung haben ihre Grenzen... wenn andere sie überschreiten. Wenn sich das Leben gegen einen richtet. Wenn man feststellt, dass Gerechtigkeit eine Illusion ist.
Herr Brooks, wovon träumen sie nachts?
Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.

Fazit: Düster. Sehr düster. Und mit einer zweiten Dimension - zwischen den Zeilen. Das Bunker-Tagebuch lebt davon, nicht zu wissen wie es endet. Auf keinen Fall zur letzten Seite blättern.


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