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Rezensionen verfasst von
Grobi Schalke "Borussenleser" (Dortmund)

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Weit weg und ganz nah
Weit weg und ganz nah
von Jojo Moyes
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Rundumschlag für Jojo Moyes – wohltuende Bodenständigkeit, 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Weit weg und ganz nah (Broschiert)
Jetzt will ich doch wissen, was an diesen „Jojo Moyes“-Büchern dran ist. Da anscheinend alle sie lesen, habe ich mir in der letzten Woche mal zwei von ihnen vorgenommen:

1. „Weit weg und ganz nah“ - die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die mit ihrer Kindern und einem hässlichen Hund von einem Pech ins nächste taumelt und sich in den wohlhabenden Ed verliebt, der die vier am Straßenrand aufliest, als sie auf dem Weg zu einer Matheolympiade „Schiffsbruch“ erleiden.
2. „Ein ganzes halbes Jahr“. Die Geschichte von Lou Clark, die aus der Not heraus einen Job als Pflegerin für den Tetraplegiker Will annimmt, sich (natürlich!) verliebt und verhindern möchte, dass Will seinem Leben ein Ende bereitet.

In dieser Reihenfolge.
Aus purer Faulheit wird dies ein Rundumschlag für beide Bücher.

Zu meiner Kritik: Die Bücher sind leicht zu lesen, ja. Sie entwickeln auf ihre Weise einen leisen Sog und man merkt, dass die Autorin - obgleich die Geschichten unbestritten als Frauenliteratur durchgehen - versucht, genretypische Klischees zu vermeiden. Allerdings gelingt es ihr andererseits auch nicht, starke Kontraste zu schaffen. Die weiblichen Figuren sind durchgängig etwas fade, mehr Beobachter als Akteure, obgleich Moyes jeweils versucht, Gegensätze im Hinblick auf den persönlichen Hintergrund ihrer „Helden“ zu schaffen und obgleich ständig etwas anderes behauptet wird.
Louisa Clark („Ein ganzes halbes Jahr“) ist angeblich die ungewöhnlichste junge Frau, die der gelähmte Will Traynor je kennengelernt hat, die alleinerziehende Jess („Weit weg und ganz nah“) beeindruckt den wohlhabenden Ed mit ihrem grenzenlosen Optimismus.
Von diesen Qualitäten spürt man als Leser allerdings … nicht viel.

Lou und Jess sind sympathisch, ziemlich normal und für Roman-Menschen gleichzeitig zu kantenlos und scheu. In Romanen soll man die Charaktere ja gewissermaßen überzeichnen; und genau das tut Jojo Moyes nicht. Ihre Protagonisten sind in keiner Weise ungewöhnlich und ausgefallen, was andererseits vermutlich viele Identifikationsmöglichkeiten schafft.
Der Schreibstil ist eher fantasielos. Fasst hat man den Eindruck, Moyes versuche möglichst detailgenau Tag um Tag im Leben ihrer Helden wiederzugeben. Aufgrund der tagebuchartigen Schreibweise wirken sogar emotionale Momente bei Moyes häufig ein bisschen distanziert. Mit Ausnahme der letzten 5 Seiten in "Ein ganzes halbes Jahr", die wirklich großartig sind.

Will man dem Ganzen etwas Positives abringen, könnte man sagen: Alles, was Moyes schreibt, könnte so oder ähnlich passiert sein.

Damit komme ich zum Gutem: Obgleich „Ein ganzes halbes Jahr“ natürlich den ernsteren Aufhänger hat, hat mir „Weit weg und ganz nah“ einen Tacken besser gefallen. Die Schreibweise von Jojo Moyes hat sich spürbar verbessert.Alles ist etwas straffer, dynamischer und hin und wieder stößt man als Leser auf wirklich eindringliche Textstellen, die mehr sind als bloßes Erzählen, die als Lebensweisheit oder gelungene Metapher durchgehen. Auch die Nebenfiguren entwickeln mehr Lebendigkeit. In „Ein ganzes halbes Jahr“ wirken die gelegentlichen Perspektivwechsel zu Pfleger Nathan und Wills Eltern noch irgendwie störend und fremdkörperartig.
In „Weit weg und ganz nah“ gewinnt das Buch durch den sehr viel regelmäßigeren Perspektivwechsel zu Jess’ Kindern Tanzie und dem pubertierenden Nicky enorm - die verschiedenen Blickwinkel machen das Ganze zu einer schönen Einheit.

Trotz meiner Kritik, und obgleich es mir schwerfällt, die Bücher als besonders anspruchsvoll durchgehen zu lassen, habe ich beide Romane gerne gelesen - „Weit weg und ganz nah“ aufgrund des verbesserten Schreibstils vielleicht ein bisschen lieber.

Denn was Jojo Moyes trotz allem wirklich beherrscht, ist neugierig aufs Ende zu machen. Klar, weiß man in gewisser Weise schnell, wie die Bücher ausgehen. Trotzdem gelingt es Moyes die Neugier der Leser zu schüren: Denn ganz so vorhersehbar wie bei anderen Autorinnen sind ihre Bücher nämlich gerade wegen ihrer Normalität und damit der ständigen Gefahr von plötzlich auftauchenden Alltagsklippen nicht.

Fazit: Ja, ich weiß jetzt, warum so viele Menschen diese Bücher mögen. Ich mag sie auch. Frauenliteratur, die sehr sehr angenehm dahin wogt,(positive) Botschaften hat und sich aufgrund ihrer Realitätsnähe und „Normalität“ von anderen Romanen dieses Genres abgrenzt.


Die fünfte Welle: Band 1 - Roman
Die fünfte Welle: Band 1 - Roman
von Rick Yancey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolle Idee. Unfassbar langweilig erzählt., 31. Mai 2014
Sorry liebe Mitrezensenten, ich schwimme gegen die Strömung und kann mich dem positiven Feedback nicht anschließen.

Meine ganz persönliche Zusammenfassung:
1. Welle: leichte Müdigkeitsgefühle
2. Welle: nervöse Unruhe
3. Welle: unkontrolliertes Vorblättern (wird es wohl noch spannend?)
4. Welle: unkontrolliertes Zurückblättern (um angesichts der vielen Zeit- und Perspektivwechsel nochmal Namen abzugleichen)
5. Welle: .... blieb wegen plötzlichen Einschlafens aus.

Alles in allem war dieses Buch für mich eine einzige Enttäuschung. Von der Idee her prinzipiell toll, war die handwerkliche Umsetzung einfach nur fade. Die erste Regel beim Bücherschreiben lautet: "Show, don't tell!"
Hier aber wurde getellt und getellt und getellt - in Rückblicken (was interessieren mich seitenlange Rückblicke?), Perspektivwechseln (was ist überflüssiger als überflüssige Infos? Alle überflüssigen Infos nochmal aus der Sicht eines Anderen!) und dank ellenlanger Nichtigkeiten.

Um was gehts eigentlich?
Seit der Ankunft der Anderen hat sich die Welt drastisch verändert: Der Großteil der Menschheit wurde von einer Epidemie dahingerafft. Technische Errungenschaften sind unbrauchbar. Letzte versprengte Reste der Zivilisation sind unterwandert von Außerirdischen. Die junge Cassie hat alles verloren: Vater und Mutter ebenso wie ihren kleiner Bruder, der von Soldaten in ein fremdes Camp verschleppt wurde. Allein durchwandert Cassie die leere Welt und begegnet Evan Walker. Aber ist Evan Walker wirklich ein Freund? Oder ist er einer der Anderen?

Wie gesagt, schleichen sich in diese an sich recht ansprechende Grund-Handlung recht störend immer wieder Rückblicke, deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat, weil man alle Infos auf sehr viel knappere Weise hätte unterbringen können.

Auch die auf dem Klappentext angekündigte Annäherung zwischen Cassie und dem seltsamen Evan tritt gefühlte Ewigkeiten auf der Stelle. Einerseits aufgrund der häufigen Unterbrechungen zugunsten Rückblenden und Perspektivwechseln, andererseits aufgrund der distanzierten, fast protokollhaften Schreibweise des Autors, der seine Charaktere viel zuwenig interagieren lässt. Tatsächlich gab es für mich eigentlich keine Identifikationsfigur in der Geschichte, was vor allem an der Statik im Erzählstil lag.

Mag sein, dass der Autor sich irgendetwas bei diesem merkwürdigen Aufbau gedacht hat. Mag sein, dass in Band 2 die einzelnen Elemente der Story besser zusammenlaufen.

Fazit für mich ist jedoch: Zuviel erzählt, zuwenig gezeigt. Weil die Geschichte höhepunktslos in der Langeweile versickert, wird es für mich keinen Folgeband geben.


HALF BAD - Das Dunkle in mir: Band 1
HALF BAD - Das Dunkle in mir: Band 1
von Sally Green
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Intensiver Magiethriller mit einem Knick im letzten Drittel, 31. Mai 2014
Nach einer wahren Flut an Büchern im Bereich der Jugendfantasy herrscht im Moment irgendwie einen kleine Flaute… in die für mich sehr willkommen dieses großartige Debüt platzt, das knapp an einer „perfekt-Wertung“ vorbeischrammt.

„Halfbad“ war seit langem mal wieder ein Buch, das mich von der ersten Seite an gepackt hat. Viele Rezensenten bemängeln den schwierigen Schreibstil und damit verbundene Startschwierigkeiten… ich nicht. Der Schreibstil ist intensiv und originell, stellenweise allenfalls etwas zu sehr um Intensität und Originalität bemüht. Aber im Grunde flüssig, rauschhaft und immer auf das Notwendige beschränkt.

Mit Nathan hat Sally Green einen Protagonisten geschaffen, von dem man aufgrund des Titels Halbböses erwartet, jedoch von einem sympathischen und persönlichkeitsstarken Charakter überrascht wird. Stattdessen spielt Sally Green das echte Böse den eigentlich „Guten“ zu, die in dem Buch als sadistische und totalitäre Gruppe von selbsternannten Moralaposteln auftreten.

Nathan wird als Kind des schwärzesten Zaubers seit Menschen Gedenken von klein auf gehänselt und schikaniert und in seinen Freiheiten immer weiter eingeschränkt, bis das Zaubereiministerium gänzlich über seinen Geist und seinen Körper verfügen möchte, um Nathan als Köder für den bösen Magier Marcus zu benutzen.

Das ist der Moment, in dem Nathan beschließt, zu fliehen und auf eigene Faust herauszufinden, wer er ist und was es mit den grauenvollen Geschichten um seinen Vater auf sich hat.

Das Ganze ist eine irgendwie groteske Variante von Harry Potter, was vor allem an der engen Verbindung des Protagonisten mit dem Schurken der Geschichte liegt sowie an der Vermischung von magischer und realer Welt. Allerdings bleibt die Magie in diesem ersten Band doch eher vage Randerscheinung. Sally Green liefert kaum Erklärungen und enthält den Lesern den Funktionsmechanismus und sämtliche Details ihrer magischen Welt vor. Daher bilden sich beim Leser nur grobe Vorstellungen von Unsichtbarkeit, Heiltränken und seltsamen Illusionen. In dieser Hinsicht ist das Buch nicht zu vergleichen mit Joanne K. Rowlings liebevoller Zauberwelt voller Sprüche und präziser Zauberanleitungen.

Sally Green legt den Schwerpunkt auf die Persönlichkeitsentwicklung ihres Helden Nathan, handelt stellenweise sehr gewalttätig aber fesselnd die Kindheit des Protagonisten ab und gibt ihrer Geschichte schließlich einen thrillerhaften Roadtrip-Anstrich, der in einem dramatischen Finale und einem fiesen Cliffhanger gipfelt.

Meine Kritik:
Die Spannungskurve macht im letzten Drittel einen Knick, weil die Autorin das Dramahafte und Düstere etwas arg überstrapaziert und damit widerrum zu berechenbar wird.
Für die folgenden Bände wünsche ich mir daher nicht nur eine Vertiefung des Fantasyanteils, sondern auch ein paar Verschnaufpausen von Greens „Mega-Finster- Welt“.

Fazit: Spannend, intensív, gegen Ende etwas zu sehr um Düsterkeit bemüht.


Tote Hunde beißen nicht: Bröhmann ermittelt wieder
Tote Hunde beißen nicht: Bröhmann ermittelt wieder
von Dietrich Faber
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Typisch Bröhmann? Erprobtes Konzept, aber eine schöne Entwicklung der Hauptfigur, 15. Mai 2014
Kommissar Bröhmanns Dritter bleibt inhaltlich sehr nah an seinem Ersten – wieder ist Bröhmann (mehr oder weniger) persönlich in einen Fall verwickelt, wieder gibt es jede Menge hessischer Bardeneinlagen und Hunde spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Der Autor macht seine Sache auch diesmal gut: Seine Charaktere machen spürbar eine Entwicklung durch und im Gegensatz zu Band Nr, 2, „Der Tod macht Schule“, ist das Ganze inhaltlich wieder etwas stringenter, glaubwürdiger und zusammenhängender.

Was passiert also?
Auf der Beerdigung eines alten Arbeitskollegen fallen Schüsse. Als Bröhmanns Vater kurz darauf spurlos verschwindet, beginnt der hessische Provinz-Kommissar in alten Akten zu forschen und kommt dabei einem Fall auf die Spur, in den nicht nur zwei Familien aus dem Vogelsberg verwickelt sind, sondern möglicherweise eben auch der eigene Vater.

Wie bereits in den Vorgängern schieben sich Kriminalfall und Bröhmanns Alltag als (quasi) alleinerziehender Vater abwechselnd, aber fließend und stimmig in den Vordergrund. Ruhig und gemächlich lässt Faber seinen Kommissar über weite Strecken in Sackgassen laufen und dennoch so ganz nebenbei auf die richtige Spur abbiegen. Daneben gibt es allerlei hesssisches Urgestein, das mit seinem erschreckend realen Dialektgrusel wieder für etliche Lacher sorgt.

Gut gefallen haben mir die Entwicklungen, die Fabers Charaktere machen - allen voran Henny Bröhmann, der im dritten Band endgültig den Sprung vom alltagsmüden, trägen Berufs- und Familienstoiker hin zum reflektierten Verantwortungsmenschen macht. Bröhmanns Unsicherheiten machen ihn weiterhin zu einer sympathischen Identifikationsfigur; darüber hinaus steht dem Protagonisten aber die neue Entschlossenheit sehr gut, weil sie ihn als "Helden" der Geschichte greifbarer macht.
Insofern kommt Bröhmann der Gefängnisaufenthalt von Ehefrau Franziska gleich zweifach zupass - inhaltlich macht dieses Handlungselement den Leser neugierig auf die nächsten Bände, für den Kommissar hält es die Möglichkeit zur persönlichen Findung parat.

Habe ich Kritik?
Naja. Ja. Ein bisschen. Faber macht an sich nichts falsch, er erfüllt die Erwartungen an seine flotte Hessen-Spaß-Krimi-Reihe, erfindet das Rad allerdings auch nicht neu. Mit Herr Bärt hat der Autor im Auftakt seiner Reihe den Prototyp des lustig sein wollenden, aber nicht lustig seienden hessischen Spießertypen geschaffen, der nun in vielen anderen Charakteren sein Spiegelbild findet - in Arbeitskollegen, Tatverdächtigen und natürlich in Manni Kreutzer. Hier fehlen mitunter Abgrenzungen und Nuancen, die aus den Stereotypen echte Charaktere machen, was schwer ist, weil die Reihe von den Stereotypen lebt.

Fazit: Bröhmann drauf, Bröhmann drin. Mit diesem Buch macht man nichts falsch.


Letztendlich sind wir dem Universum egal: Roman
Letztendlich sind wir dem Universum egal: Roman
von David Levithan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Ein Plädoyer für die (Nächsten-) LIEBE, 9. Mai 2014
Wer glaubt, mit „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ein Fantasybuch in der Hand zu halten, der irrt. Zwar ist die Idee mit A, der/die täglich einen neuen Körper in Beschlag nimmt schon ein bisschen „Seelen“-Science-Fiction-mäßig, aber in diesem Buch geht es im Grunde überhaupt nicht um das Körperwechseln an sich, sondern eher um die Frage: „Was genau ist Liebe“, was macht sie aus und was brauchen wir, um einen anderen Menschen lieben zu können?

Diesem Thema nähert sich David Levithan mit Hilfe eben jener ungewöhnlichen Grundidee: Ein körperloses Wesen (eine Seele? Vom Lesegefühl her männlich, im Grunde aber geschlechtlich nicht festgelegt) muss nach jeweils 24 Stunden den Körper, den es besetzt, wechseln; erwacht also täglich in einem anderen Körper, in einer anderen Familie, in einer anderen Stadt und gibt sich Mühe, das Leben der jeweiligen Wirte“ bestmöglich zu meistern. Doch dann verliebt sich A. Hat diese Liebe eine Chance? Kann A ein eigenes Leben im Leben der Anderen führen? Und kann jemand eine Seele lieben, die physisch immer anders in Erscheinung tritt?

Nette Idee. Und weil man als Leser natürlich eine Antwort möchte, bleibt es bis zum Schluss spannend. Und man m u s s tatsächlich bis zum Ende lesen, um den Titel des Buches zu verstehen und um As Erlebnisse, die beim Lesen vielleicht erst einmal belanglos und banal erscheinen, in den Gesamtkontext einordnen zu können.
Dieses „Erkennen“ am Ende hat der Autor wirklich gut gemacht.

Dennoch sollte man wissen, dass die Sache mit dem „Körperwandern“ vor allem als Idee zu begreifen ist und nicht als Aufhänger zu einem Spannungsroman dient. Die Spannung ergibt sich hier eher nebenbei, aus den eigenen Fragen im Kopf. Das Buch selbst hat einen eher ruhigen Grundton, lässt viel Raum für eigene Gedanken und ist sicher eher was für Leser, die auf detaillierte Erklärungen verzichten können. Und um ganz ehrlich zu sein, habe ich das Ende zwar irgendwie verstanden, irgendwie aber auch nicht, was daran liegt, dass es nicht unbedingt ein Ende gibt.... naja, lest selbst.

Fazit: Ungewöhnliche Liebesgeschichte, ruhig und schnörkellos erzählt. Ein Buch mit einer Botschaft, die sich erst am Schluss völlig offenbart.


Die Jäger der Nacht
Die Jäger der Nacht
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Geniale Idee - total unglaubwürdig umgesetzt, 4. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Jäger der Nacht (Kindle Edition)
Bei diesem Buch blinkt die Logik-Warnleuchte leider von Beginn an im schönsten Knallrot.

Worum geht es? Gene lebt als Mensch unter … ja was eigentlich? Mutierten Menschen? Vampiren? Monstern? Zombies? Einen Begriff gibt es nicht, nur einige Merkmale; diese anderen haben Reißzähne, sterben im Tageslicht, können an der Decke spazieren gehen und wenn sie Menschenfleisch wittern, verwandeln sie sich in hirnlose Raubtiere, die ihre Opfer mit Haut und Haar verspeisen. So haben sie anscheinend fast die gesamte Menschheit aufgefressen.
Aus diesem Grund darf Gene niemals schwitzen, muss seinen Körper täglich desinfizieren, darf nicht blinzeln, nicht gähnen nicht husten und niemals niemals bluten.

Das gelingt ihm dank seiner eremitenhaften Lebensweise und einem scheinbar extrem gut gearbeiteten Kunstgebiss recht ordentlich (BLINK BLINK – versucht mal eine Minute lang nicht zu blinzeln!) und daher besucht er zusammen mit den komischen Zombie-Vampir-Leuten eine normale Highschool. Eines Tages wird er per Losziehung dazu bestimmt, bei einer Jagd auf die wenigen noch existierenden Menschen mitzumachen. Von nun an läuft Gene täglich Gefahr entlarvt zu werden.

Die Geschichte hat grundsätzlich das Potential zum Pageturner. Weil man von der ersten Seite an mit Gene mitfiebert und in ständiger Angst um seine Entdeckung ist, steigt Autor Fukuda mit einem hohen Spannungslevel ein – allerdings auch mit einem Riesensack an Unglaubwürdigkeiten.
Warum können die Vampir- Menschen Gene mit ihren empfindlichen Supernasen nicht riechen? Was für ein geniales Deo besitzt der Held? Wie schafft er es, niemals zu husten? Warum kommt es niemandem seltsam vor, dass er so abgeschieden lebt? Wie konnte er sich bereits als Siebenjähriger so perfekt tarnen? Etc. etc. Die Liste ist noch länger und wächst mit jeder Seite des Romans.

Auch mit dem Schreibstil hatte ich meine Probleme. Zwar lässt sich das Ganze recht gut und flüssig lesen, aber von einem Ich-Erzähler erwarte ich ein Mindestmaß an Einblick in Empfindungen und Gedanken. Gene jedoch rekapituliert größtenteils einfach nur Ereignisse. Persönliche Ängste, Vermutungen und Überlegungen bleiben außen vor. Nun kann man argumentieren, dass sich im Schreibstil die antrainierte Emotionslosigkeit- bzw. Emotionskontrolle des Protagonisten widerspiegelt, okay… aber das ist für den Lesespass leider unrelevant.

Fazit:
Das Buch hangelt sich gekonnt von einem Spannungsmoment zum nächsten, entwickelt aber dennoch keinen Sog, weil Logik und eine überzeugende Ich-Erzählweise fehlen.


Eve & Adam
Eve & Adam
von Katherine Applegate
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eve und Adam? - Eher Eve, Solo, Aislin, der dumme Freund, die Mafia, die böse Mutter und die Techniker, 4. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Eve & Adam (Gebundene Ausgabe)
Mehr als zwei Punkte sind bei diesem Buch nicht drin. Zwar ist das Ganze einigermaßen flott geschrieben, aber Atmosphäre will nicht recht aufkommen und die Story wirkt seltsam unentschlossen. Vor allem aber wartet der Leser/die Leserin ziemlich lange auf den im Klappentext angekündigten Inhalt. (SPOILER) Der Titel „Eve und Adam“ ist zwar hübsch gewählt, aber der versprochene Adam lässt bis kurz vor Ende auf sich warten.

Stattdessen wechseln sich Protagonistin Evening und der eher farblose Solo als Ich-Erzähler ab. Der Aufbau dabei ist wenig gelungen: Evening verliert auf der ersten Seite bei einem Unfall im Schnelldurchlauf ihr Bein. Während der Leser noch grübelt, was da genau passiert ist, wacht Evening mit frisch angenähtem Bein im Krankenhaus auf und wird kurz darauf von ihrer Mutter in die familieneigene Privatklinik abtransportiert. Was nun folgt ist eine Abfolge eher halbgarer Ereignisse: Evening denkt über das schwierige Verhältnis zu ihrer gefühlskalten, arbeitswütigen Mutter nach, Solo plant geheime Machenschaften der Klinik aufzudecken und dazwischen schlägt sich Eves Freundin Aislin mit einem grenzdebilen Freund herum. Irgendwann bastelt Eve dann tatsächlich nebenbei an Computermensch Adam herum.

Zwei Autoren ein Buch… ein Projekt, das hier nicht glücklich zusammenläuft. Es fehlt an Kompaktheit und es fehlt ein kontinuierlicher Spannungsaufbau; nicht zuletzt fehlt der Funken zwischen den Ich-Erzählern. Die kurzen Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht von Eve und Solo (später Adam) geschrieben sind, stehen häufig ohne direkten Bezug und seltsam emotionslos nebeneinander. Erzähler Solo wirkt zudem farblos und als Person in negativem Sinne neutral und kantenlos. Verwirrend auch, dass der auffälligste Charakter eher zu den Nebenfiguren gehört – dies ist nämlich Eves überdrehte Freundin Aislin, die zur Haupthandlung kaum beiträgt, stattdessen ein weiteres Handlungselement beisteuert, mit dem ich persönlich so gar nicht warm wurde.

Das übergeordnete Thema des Buches ist Genmanipulation und künstliche Intelligenz; genremäßig bleibt das Ganze vage, tendiert zum Thriller ebenso wie zur Science Fiction. Aufgrund der vielen offenen Fragen, die am Ende bleiben, scheint „Eve und Adam“ außerdem der Auftakt zu einer Serie zu sein.

Fazit: Tolles Cover, neugierig machender Klappentext - aber eine höhepunktslose und in Nebensächlichkeiten zerfasernde Handlung. Kann man. Muss man definitiv nicht.


Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat: Roman
Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat: Roman
von Gavin Extence
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lustig. Traurig. Tröstlich. Und so unerhört normal., 16. April 2014
Ein seltsames Buch. Es beginnt mit einem Knall. Es verliert sich im normalen Leben (was immer das ist) und endet… nun ja, wie das Leben eben.
Es gibt im Grunde keine spannenden Wendungen, keinen brüllenden Humor. Und trotzdem ist dieses Buch ein gutes Buch. Denn es befolgt einen der wichtigsten Ratschläge für das Autorenhandwerk: Steck die größte Arbeit in deine Charaktere!
Das hat Gavin Extence getan: Er hat eine handvoll überzeugender Charaktere geschaffen und damit seiner Roman-Idee echten Atem eingehaucht.

Wobei das Ergebnis durchaus ungewöhnlich ist. Zwar finden Anfang und Ende der Geschichte zu einem Kreis zusammen, doch dazwischen folgt der Leser den eher unspektakulären Schritten der Hauptfigur – so unerhört ist das Leben von Protagonist Alex meistens nämlich gar nicht.
Was passiert also? Eigentlich sollte man das nicht vorher lesen. Aber für alle, die es wissen wollen (und nicht schön längst in anderen Rezensionen oder im Klappentext gelesen haben):
Alex wird als Kind von einem Meteoriten getroffen, erkrankt an Epilepsie, beschäftigt sich mit dem Weltall und Neurologie, wird zu einem Außenseiter. Dann lernt er Mr. Peterson kennen, der ähnlich schrullig ist, wie Alex selbst. Es entwickelt sich eine Freundschaft, deren Tiefe sich zunächst kaum erahnen lässt.

Der Schreibstil von Gavin Extence ist überzeugend und sicher Teil des großen Erfolges: der Tons des jugendlichen Ich-Erzählers ist gelungen, dank einfacher Sätze und einer Prise subtilen Humors. Der Aufbau des Buches ist (insbesondere im Hinblick auf die seltsame Ereignislosigkeit) ausgesprochen geschickt – der Autor beginnt seine Kapitel gerne mit einem kleinen Knalleffekt, holt dann aus, blickt zurück, dosiert seine Informationen und offenbart erst ganz am Ende die ganze Brandbreite der Hintergründe. Damit wird der Leser gekonnt geködert. Der sympathische, wahrhaftige und unschuldige Protagonist, Alex Woods, besorgt – insbesondere im Zusammenspiel mit der zynischen Figur des Mr. Peterson – den Rest.

Für mich als Nicht-Klappentext-Leserin war das Ende aufgrund der Andeutungen auf den ersten Seiten einerseits klar, andererseits in seiner Tragweite nicht vorauszusehen. Wie bitte soll man von einem Meteoriteneinschlag auf dieses Ende kommen? Da auch der Autor keine Erklärungen hierzu liefert (was sehr angenehm ist), darf sich der Leser denn auch nach Ende der Lektüre über diese ungewöhnliche Verknüpfung von Handlungselementen Gedanken machen.

Einziger Kritikpunkt: Im Mittelteil hat das Buch einigen Längen – insbesondere, wenn sich der Autor in seiner Kurt-Vonnegut-Huldigung verliert. Überraschenderweise trägt man dem Buch diese kleinen Unebenheiten am Ende aber nicht nach. Zwar ist der Vonnegut-Exkurs nicht nur zu lang, sondern auch skurril geraten, andererseits aber schmerzhaft stimmig.

So. Und den Schluss darf man nicht verraten! Nur soviel: Ich habe geweint. Aus Traurigkeit? Ich weiß es nicht.

Fazit: Schön. Leise. Manchmal lustig, aber eigentlich traurig und ermutigend und trostreich.


Quintessenzen: Überlebenskunst für Anfänger
Quintessenzen: Überlebenskunst für Anfänger
von Sven Böttcher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben - aufrichtig, unverblümt, direkt auf den Punkt, 6. April 2014
Ich geb's zu, ich mag diese Art Bücher – Ratgeber, gesammelte Lebensweisheiten, die man unter der muckeligen Decke mal eben wegliest und sich schon allein bei der bloßen Lektüre um ein Vielfaches besser fühlt.

Sven Böttchers „Quintessenzen“ haben mich allerdings überrascht – in seiner teils ironischen, teils bitterbösen Direktheit. Während andere Bücher schnell wieder vergessen sind, schafft es Sven Böttcher auf den Grund der Dinge vorzudringen und die ihm wichtigen Themen auf den einen entscheidenden Punkt zu bringen.

Man muss mit ihm nicht immer einer Meinung sein, aber allein die Tatsache, dass er es schafft, den Leser wirklich zum Nachdenken zu bringen ist von meiner Seite Applaus wert. Ich habe das 150 Seiten lange Büchlein inzwischen dreimal gelesen, viel gelacht, oft zugestimmt und ertappe mich immer wieder dabei, wie mich einige Kapitel nachhaltig beschäftigen.

Böttcher handelt viele, wohl alle, wichtigen Bereiche des Lebens ab: Liebe, Tod, Ernährung, Ziele, Gott und immer wieder – ich! Seine Botschaft ist nicht neu, aber in dieser rigorosen Forderung vergleichsweise ungewöhnlich: Du bist der Hauptdarsteller in deinem Leben. Es geht um dich! Du bist frei. Habe den Mut, Dinge zu bewegen und habe den Mut zu scheitern.

Ich habe Sven Böttcher, der selbst an MS erkrankt ist, erstmals in einer Talkshow gesehen. Schon damals hat mich seine Präsenz irgendwie berührt. Dieses Buch hingegen ist mir eher zufällig in die Hände gefallen. Ich konnte den Zusammenhang zum Talkshow-Böttcher nicht sofort herstellen. Mit dem Wissen, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt - und vor dem Hintergrund der Erkrankung - wird vieles klarer. Böttcher ist jemand, der das Leben von ganz unten gesehen hat, der nichts zu verlieren hat außer Zeit. Und die nutzt er, um seinen Töchtern diesen Ratgeber zu hinterlassen - und mir, und dir, wenn du willst.
(Und ganz sicher auch meinem Patenkind zur anstehenden Konfirmation)

Fazit: Danke für dieses Buch.


Vegane Cookies füllen deine Keksdose
Vegane Cookies füllen deine Keksdose
von Isa Chandra Moskowitz
  Broschiert
Preis: EUR 11,95

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn man im Frühling plötzlich Plätzchen backt, 6. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe das Buch zwar erst seit einigen Tagen, aber nachdem ich jetzt täglich zwei Sorten Kekse gebacken habe – im Frühling!!! Das gabs noch nie! - kann ich sagen: Dieses Rezeptbuch ist toll. Es ist schön aufgemacht, detailliert beschrieben, die Anleitungen klappen wunderbar und das Ergebnis ist sooooo lecker.

Ein wenig Zeit muss man anfangs in die Besorgung einiger Basiszutaten stecken. Jedenfalls, wenn man nicht zu denen gehört, die eine Flasche natürliches Vanillearoma, Suconade, Leinsaat, Melasse oder Maniokmehl im Schrank aufbewahren. Letzteres habe ich – ebenso wie dunkles Kakaopulver - immer noch nicht auftreiben können. Allerdings lässt sich Maniokmehl durch schlichte Maisstärke ersetzen und das Pulver gibt es sicherlich irgendwo in den Unweiten des Internets; ist auch für die meisten Rezepte nicht unbedingt erforderlich.

Man sollte sich nicht von den teils drei Seiten langen Rezeptbeschreibungen abschrecken lassen – es ist ein bisschen wie mit Spielanleitungen… wirkt kompliziert, ist aber ganz leicht. Ein bisschen weniger Worte, dafür kurze und übersichtliche Anleitungen wären manchmal praktisch – vor allem, wenn man während des Backens mal kurz auf's Rezept schielen will - andererseits merkt man eben auch, dass sich hier jemand wirklich Gedanken gemacht hat und die Rezepte alle „durchgebacken“ hat. Außerdem gibt es jeweils penibel aufgelistete Backtipps. Da gelingt auch einem Backidioten wie mir alles tadellos.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist meiner Ansicht nach grandios. 100 Rezepte für 12 Euro. Ausgesprochen angenehm ist außerdem, dass hier nicht auf teure und oft bedenkliche Ersatzmittel zurückgegriffen wird. Also kein fertiges Ei-Ersatzpulver sondern Stärke oder Leinsaat. Quasi kein Tofu (ich glaube in zwei, drei Rezepten steckt Seidentofu) und Sojamilch kann jederzeit durch andere Pflanzen- oder Mandelmilch ersetzt werden.

Die Rezepte an sich sind vielfältig: von schlichten Hafer-Rosinen-Cookies bis hin zu ausgefallenen Chili-Schoko-Keksen. Alle Zutaten werden übrigens mit Tassen abgemessen – eine Küchenwaage erübrigt sich. Das war für mich erstmal ungewohnt, aber eigentlich ist auch das idiotensicher.

Fazit: Ein ausgesprochen liebevoll aufgemachtes Back-Buch, das auf „künstliche“ Zutaten verzichtet und bei dem – soweit ich das bisher beurteilen kann – alle Rezepte gelingen.

Nachtrag: Okay, nach einigen Wochen mit dem Buch, kann ich noch ein paar Kleinigkeiten anmerken.

- inzwischen habe ich auch das ein oder andere Vollwert-Rezept getestet.... die "Gesunden" schmecken etwas naja... staubig, ist aber natürlich dem Vollkornmehl geschuldet.
- außerdem haben sich einige Fehler in das Buch geschlichen (ähnlich übrigens wie im "Veganomicon" von denselben Autoren); so werden in der Backanleitung mitunter Zutaten verwendet, die in der Zutatenliste gar nicht auftauchen. Sehr verwirrend.
- außerdem fehlen mir hier und da trotz der ausführlichen Beschreibungen einige Infos: Soll der Keks am Ende knusprig werden? Habe ich etwas falsch gemacht, wenn der Keks so weich ist? Warum soll ich einige Kekse sofort verzehren? Schmecken sie am nächsten Tag nicht mehr? Usw.
- alles in allem ist dies aber immer noch ein sehr sehr gutes Backbuch!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 16, 2014 8:50 PM MEST


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