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Rezensionen verfasst von
Grobi Schalke "Borussenleser" (Dortmund)

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28 Tage lang
28 Tage lang
von David Safier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

57 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen David Safier erfindet sich (fast) neu, 12. März 2014
Rezension bezieht sich auf: 28 Tage lang (Gebundene Ausgabe)
Ernste Töne von David Safier? Ungewohnt, ja. Aber nach den letzten Klamaukbüchern „Muh“ und „Happy Family“ war es für ihn vielleicht an der Zeit, sich neu erfinden.
Jetzt also dieses Buch; mit einem Thema, das an Ernst kaum zu übertreffen ist.
In Gedenken an seine Großeltern, die in Buchenwald und Lodz umgekommen sind und geschrieben für Eltern und Schwester widmet sich Safier dem Warschauer Ghettoalltag und dem Widerstand jüdischer Jugendgruppen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mira, ein sechzehnjähriges Mädchen, das die eigene Mutter und die jüngere Schwester durchbringt, indem sie Lebensmittel von der polnischen Seite ins Warschauer Ghetto schmuggelt.
Die Ereignisse, die folgen, sind chronologisch fast penibel den realen Gegebenheiten angepasst – Safier hat (sofern ich das beurteilen kann) versucht, die letzten Wochen im Ghetto möglichst genau in ihrem Ablauf wiederzugeben und hat sogar Nebenfiguren realen Menschen entlehnt.

„28 Tage lang“ ist daher alles andere als heiter. Hier lässt der Klappentext vielleicht etwas anderes erwarten. „28 Tage, um die wahre Liebe zu finden, 28 Tage um zur Legende zu werden“, so steht es auf dem Umschlag.
Okay, dachte ich. Das wird nicht ganz so schlimm. Da versucht Safier, soviel Leichtigkeit wie möglich unterzubringen; das wird eine Heldengeschichte, eine Liebesgeschichte.
Von wegen.

Die Geschichte ist wie sie ist. Und Safier beschönigt nichts. Allenfalls hält er jeweils rechtzeitig inne, lässt den Blick nicht allzu lange verweilen, lässt seine Protagonistin zwar reflektieren aber auch immer wieder schnell zur nächsten Tat übergehen.
Eine Heldengeschichte also?
Eher eine Betrachtung – verschiedener Anschauungen und Entscheidungen; keine davon ist richtig, keine falsch.
Miras Entscheidung fällt für den Widerstand – mehr zwangsläufig denn geplant und als Folge einer ganzen Kette von Ereignissen.

Safier hat sich bemüht, die schwere Kost möglichst verdaulich zu machen. Oder wie er selbst sagt: Man soll das Buch trotz all des Fürchterlichen gerne lesen.
So bietet der Blick auf den jugendlichen Widerstand mit zahlreichen Flucht- und Angriffsszenen viel Spannung und mit der Liebesgeschichte, die zwar als weiterer Aufhänger dient, die aber keineswegs vereinnahmend ist und erstaunlicherweise niemals kitschig, einen wohltuenden Lichtblick.

Mir persönlich hat das Buch gut gefallen.
Ich habe es gerne gelesen und einiges gelernt.
Mein Kritikpunkt gilt der Sprache. Hätte mir jemand das Buch gegeben und nicht gesagt, von wem es geschrieben wurde….ich hätte nach zehn Seiten Safier hindurchschimmern sehen.
Die Sprache ist - wie immer - schlicht und leicht, etwas distanziert, mit der gewohnten Vorliebe für das Wörtchen „doch“ und der Tendenz, die Dinge allzu sehr zu erklären.
Ab und zu schimmert auch Safiers Flapsigkeit durch, d o c h ;-) eher selten.
So trägt die Sprache – das muss man zugeben - andererseits dazu bei, den finsteren Abgrund der Ereignisse etwas weniger tief erscheinen zu lassen. Außerdem bietet sich das Buch damit hervorragend als Jugendbuch an.

Fazit: Lebendige Geschichtsstunde. Safier in neuem Gewand – steht ihm gut!


Die Känguru-Offenbarung
Die Känguru-Offenbarung
von Marc-Uwe Kling
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

49 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kling scheitert an der eigenen Messlatte, 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Känguru-Offenbarung (Taschenbuch)
Ich will es mögen! Aber ich komme nicht umhin zu sagen, dass die „Känguru-Offenbarung“ tatsächlich der schwächste Band der „Trilogie“ ist. Dabei möchte ich Marc-Uwe Kling keinesfalls unterstellen, nur Geld verdienen zu wollen. Obwohl…. Wie sagt er selbst so schön in dem Buch? „Gibt es einen vierten Teil? Nur wenn ich keine anderen Ideen habe und dringend Geld brauche.“
:-)
Wenngleich es seiner Kunstfigur entspricht, phlegmatisch und gelangweilt rüberzukommen, kenne ich doch keinen Künstler, der sich im Rampenlicht zurückhaltender und bescheidener gibt. Allein ums Geldverdienen ging es hier wohl eher nicht.
Dreimal hintereinander bei 100 Prozent zu landen war wohl dennoch wenig wahrscheinlich.

Tatsächlich greift Kling in der Känguru-Offenbarung erstaunlich oft auf Spitzen früherer Veröffentlichungen zurück. Auch die Dialoge besitzen häufig nicht den intellektuellen Feinschliff, den man von ihm gewohnt ist; sie wirken konstruiert (klar, das sind sie ja auch – aber bestenfalls sollte man den Gedanken daran beim Hören verlieren) und der Verlauf einiger Episoden ist doch recht wirr.
Eher flach sind die Psychiaterschwenke und die Wortbedeutungsvertauschungen ala erotisch statt ironisch.

Alles in allem gehen Kling leider auch ein wenig die Persönlichkeiten seiner Protagonisten verloren. Wo ist die hinterhältige Liebenswürdigkeit des Kängurus hin? Warum blafft es ständig rum? Versucht es mit Lautstärke zu überspielen, was an leisen Tönen fehlt?

Fazit: Nach zwei grandiosen Büchern war die Messlatte vielleicht zu hoch. „Die Känguru-Offenbarung“ schwächelt im Vergleich allzu sehr. Einige Kapitel sind gewohnt genial, das gros aber bleibt kaum hängen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2014 11:21 AM MEST


Die Seltsamen
Die Seltsamen
von Stefan Bachmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vielversprechender Start mit Schwächen, 9. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Seltsamen (Gebundene Ausgabe)
Ein ebenso spannendes wie düsteres Buch ist "Die Seltsamen"; es glänzt vor allem durch seinen versierten Ausdruck, seine sprachliche Geschicklichkeit und Detailliebe, die kaum vermuten lässt, dass es sich bei dem Buch um das Debüt eines 18jährigen handelt.

Die Geschichte ist gut durchdacht und hält sich nicht mit Belanglosigkeiten auf: Mit der ersten Seite befindet sich der Leser im retro-futuristischen England (Bachmanns viktorianisches England ist durchsetzt mit Elementen des Steampunk), in dem Feenwesen und Menschen notgedrungen Seite an Seite leben, nachdem sich - gleich einer alles verschlingenden Naturkatastrophe - ein Tor zwischen den Welten geöffnet hat.

Bachmanns Feen sind weit entfernt von dem Bild des schillernden ätherischen Wesens aus Märchenbüchern.
Klein und bleich, mit schwarzen Käferaugen und allerlei zwielichten Handlangern haben sie sich weitestgehend den Gepflogenheiten der Menschen angepasst. Dann jedoch stellt eine Mordserie an Mischlingskindern, den sogenannten "Seltsamen", die Allianz zwischen Feen und Menschen auf die Probe. Nun erwacht das gegenseitige Misstrauen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Geschwister Bartholomew und Hettie Kettle, Kinder einer menschlichen Mutter und einem Feenvater, ungeliebte Außenseiter, die in den Slums von Bath leben. Die vornehme Oberschicht nimmt von den "Seltsamen" kaum Notiz. Doch dann geschieht ein weiterer Mord und Bartholomew stößt zeitgleich mit dem Politiker Arthur Jelliby auf eine Spur - mehr noch, Bartholomew befürchtet, das nächste Opfer zu sein.

Die Geschichte hat viele spannende Momente, leidet jedoch an einer gewissen Gleichförmigkeit im Erzählstil, der auf den Gedanken Jellibys und Bartholomews aufbaut und nur selten auf Dialoge zurückgreift. So bewegt sich der Leser durchgängig innerhalb der Ratlosigkeit der Hauptfiguren, die zwar schnell auf der richtigen Spur sind, die aber nur selten dazu übergehen, die Geschehnisse zu analysieren und in größeren Zusammenhängen zu betrachten.

So hätte der Geschiche die ein oder andere Unterhaltung zwischen den Protagonisten wirklich sehr gut getan. Bachmann hätte dieses Stilmittel dazu verwenden können, einige Erklärungen zu liefern und der Gegenwart seiner Helden und den magischen Fähigkeiten der Feen mehr Substanz zu verleihen. Denn hinsichtlich der Hintergründe und Gesetzmäßigkeiten dieser magisch durchwirkten Welt bleibt vieles allzu offen.

Und auch die Charaktere Jelliby (der in seiner Unbeholfenheit ein wenig an Johnny Depps Performance des Constable Ichabod Crane in Sleepy Hollow erinnert) und Bartholomew hätten mithilfe wohlplazierter Dialoge gewinnen können.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die vielen tollen Zufälle, die Jelliby immerzu zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein lassen, die ihn auf die richtige Spur führen und zusammen mit Bartholomew immer wieder vor größerem Unheil bewahren.
Hier hat Bachmann das "Glück" arg überstrapaziert.

Fazit: Viele schöne Details, eine Geschichte zwischen Steampunk und Fantasy, die gut durchdacht ist, spannend aber noch zu sehr an der Oberfläche verweilt und der entschieden einige Dialoge fehlen. 3,5 Punkte mit der Hoffnung auf eine Steigerung im Folgeband.

Zur Altersempfehlung (ACHTUNG KLEINER SPOILER): Entknochte Kinderkörper? Das Buch ist durchweg düster und nichts für jüngere Leser.


Bunker Diary: Roman
Bunker Diary: Roman
von Kevin Brooks
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düsteres Thriller-Drama, das auch zwischen den Zeilen lebt, 8. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Bunker Diary: Roman (Broschiert)
Mit Bunker Diary hat Kevin Brooks angeblich sein Lebenswerk abgeliefert. Jahre hat er an der Geschichte gearbeitet.
Und so ist eigentlich schon vor dem Lesen klar, dass es sich beim dem Buch nicht nur bloß um einen Thriller handelt, sondern dass die Handlung über sich selbst hinausweist. Dass man zwischen den Zeilen lesen muss, interpretieren, aufpassen - auch auf scheinbare Kleinigkeiten.
Das Erstaunliche schließlich ist, dass die Story trotz eines keineswegs offenen Endes bei alldem dennoch offen für eine jeweils individuelle Interpretation bleibt. Und daher sind meine Zeilen ebendies - absolut subjektiv und völlig ohne Anspruch auf Richtigkeit, denn der nächste Leser mag das Buch vollkommen anders interpetieren.

Vordergründig sind da die Stützpfeiler der Handlung: Der 16jährige Linus wird zusammen mit fünf weiteren Personen von einem Unbekannten entführt und in einen Bunker gesperrt. Nur ein stählerner Fahrstuhl verbindet den Bunker mit der Außenwelt; über den Fahrstuhl werden die sechs Gefangenen mit Nahrung versorgt, einen anderen Weg aus dem Verlies gibt es nicht, eine Flucht scheint unmöglich. Licht, Strom, Temperatur, sogar die Zeit wird von dem gesichtslosen Entführer gesteuert, der eine besonders perfide Imitation von Gott gibt.

Mit der Ankunft der zweiten entführten Person im Bunker ist bereits klar, dass die Handlung weit mehr unter die Haut geht, als zunächst vermutet. Und so ist es dann auch. Den Launen ihres Entführers, ihren eigenen Ängsten und dem Irrsinn der Mitgefangenen ausgesetzt wird der Bunker zum Inbegriff einer Hölle.

Tja... was sind meine Gedanken zu dem Buch? Es geht um Zerstörung. Wir zerstören uns selbst, mal langsam und unbemerkt, mal zielgrichtet und bewusst, mal zerstört uns eine Krankheit, mal geschieht die Zerstörung von außen - einfach so und ohne Sinn. Gibt es einen Gott? Die Frage wirft Brooks hier nicht konkret auf. Eine Bibel, eine der wenigen Utensilien, die von Beginn an im Bunker sind, ist bar jeder Funktion. Einmal liest Linus darin, weil ihm langweilig ist. Doch schnell legt er sie beiseite: "... so langweilig nun auch wieder nicht." Nicht einmal essen kann man sie.

Der zweite Gegenstand, der von Anfang an im Bunker ist, ist ein leeres Tagebuch. Dies scheint für Linus sehr viel nützlicher zu sein. Er beginnt zu schreiben. Bunker Diary. Es hilft ihm, seine Gedanken zu ordnen, ein Gefühl von Selbstbestimmung aufrecht zu erhalten. Auch dann noch, als die ersten Fluchtversuche misslingen und die Situation schier hoffnungslos wird.

Aber Freiheit und Selbstbestimmung haben ihre Grenzen... wenn andere sie überschreiten. Wenn sich das Leben gegen einen richtet. Wenn man feststellt, dass Gerechtigkeit eine Illusion ist.
Herr Brooks, wovon träumen sie nachts?
Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.

Fazit: Düster. Sehr düster. Und mit einer zweiten Dimension - zwischen den Zeilen. Das Bunker-Tagebuch lebt davon, nicht zu wissen wie es endet. Auf keinen Fall zur letzten Seite blättern.


Light & Darkness
Light & Darkness
Preis: EUR 3,99

4.0 von 5 Sternen Breakfast-Club meets Fantasy, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Light & Darkness (Kindle Edition)
Ich mache es mal ganz knapp: Seit Judd Nelson alias John Bender in "Breakfast Club" habe ich mich nicht mehr so sehr "mit" einem männlichen Protagonisten amüsiert!
Der Charakter des dämonischen Dante ist von der Autorin erfrischend rigoros umgesetzt worden und im Zusammenspiel mit seinem Gegenpart Light einfach herrlich in seiner Dreistigkeit und Direktheit.
Ein tolles Debüt. Romantische Fantasy, die sich vom Gros der Bücher in diesem Genre durch seine frechen Dialoge absetzt.

Allerdings schwächelt die Geschichte im letzten Viertel erheblich. Hier macht sich bemerkbar, dass dem Kennenlern-Szenario Light/Dante ein stabiler Rahmen fehlt. Anders: Die Fantasy-Elemente sind mehr als dürftig und die Hintergründe um die Censio/Impia lieblos in das Buch hineingekleckst. Hier hätte die Autorin wesentlich mehr unter der Oberfläche graben müssen.
Da der Großteil des Buches aber sehr gelungen ist dennoch 4 Punkte.

Fazit: Es lebe John Bender! :-)


Im Zeichen des Schicksals: Flammenblut 1 - Roman
Im Zeichen des Schicksals: Flammenblut 1 - Roman
von Mina Hepsen
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Wie... erst 20 Rezensionen? Warum? Wieso? Und wann kommt Band 2?, 28. Februar 2014
Dieses Buch war ein Glücksgriff und eine echte Überraschung.
Autorin Mina Hepsen (wie auch immer sie wirklich heißen möge) hat einen tollen Schreibstil, einen schönen Sinn für Humor und schafft es (bis auf wenige kleinen Längen) wunderbar die Balance zwischen ruhigeren Tönen und Spannung zu halten. Mit ihrem Serienauftakt „Flammenblut“ ist ihr eine federleichte, originelle, romantische und – wie gesagt - spannende young-adults-Fantasygeschichte gelungen.

Mit Hintergrundwissen hält sich Autorin bislang bedeckt, aber so ist das nun mal bei Serien. Dafür steckt Hepsen ausgesprochen viel Arbeit in ihren Hauptcharakter Celine, den sie mit Schlagfertigkeit, Mut und einem Talent fürs Backen ausstattet. Celine (ihren wirklichen Namen kennt sie nicht) ist Waise, auf der Flucht vor ihren ausbeuterischen Pflegeeltern und besitzt ein Tarotspiel, mit dessen Hilfe sie die Zukunft vorhersehen kann. Als sie entdeckt, dass sich unter den Lebenden böse Damönen – die Dschinn - tummeln, die von Menschen Besitz ergreifen, um Unheil zu stiften, beschließt Celine, ihr Schicksal anzunehmen und Dschinn-Jägerin zu werden.
Dann führen sie die Karten zu Josh Beaumont und Celine weiß zum allerersten Mal nicht, wie und gegen wen sie vorgehen soll.
Was hat es mit der geheimen Bibliothek in Joshs Haus auf sich? Wer ist der mysteriöse Ian, der immer auftaucht, wenn Celine in Gefahr ist?
Und wie zum Teufel bewältigt man Hausaufgaben und hält sich die Highschool-Zicken vom Leib?

„Flammenblut“ beginnt ungewöhnlich, entwickelt sich aber recht schnell zu einer typischen, aber wirklich schönen Highschool-Fantasy-Geschichte. Abgesehen von einer gewissen Begriffsstutzigkeit Celines im letzten Viertel des Buches und der Frage, wie der Dschinn ganz am Ende, es schafft... (ach nein, lieber nichts verraten!) gab es kaum logische Mängel.
Und immer dann, wenn die Highschool-Mensa-Literaturvorlesung-Backsession-Szenen auszuufern drohen, kommt Mina Hepsen rechtzeitig zum eigentlichen Geschehen zurück, so dass die Seiten nur so dahin fliegen.

Fazit: Geheimnisvoll und romantisch. Wem Bücher im Stile von „Pan“ und „Silber“ gefallen (wenngleich der Humor hier nicht ganz so sehr im Mittelpunkt steht), der sollte hier unbedingt reinlesen.


Die fünf Leben der Daisy West
Die fünf Leben der Daisy West
von Cat Patrick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen „Danke. Bitte. Gern geschehen.“, 27. Februar 2014
Bis ca. zur Hälfte haben mich der – grundsätzlich – gute Schreibstil und die Hoffnung, dass die Autorin irgendwann zur Sache kommt bei der Stange gehalten. Irgendwann habe ich aufgegeben und mich nur noch durch die Seiten gequält.
Nach Beendigung des Buches muss ich nun sagen:

Was bitte war das?
Wo ist die Handlung?

Daisy West wurde schon fünfmal mit einem geheimen Medikament wiederbelebt. Jedes Mal, wenn sie gestorben ist, muss sie mit ihren Adoptiv-Eltern (die Agenten der Regierung sind) in eine neue Stadt ziehen, um ihre „Auferstehung“ zu vertuschen. An dieser Stelle beginnt das Buch – Daisy kommt nach Omaha, lernt (ACHTUNG SPOILER) die krebskranke Audrey kennen und verliebt sich in deren Bruder Matt.

Und dann… steht Daisy gerne und oft vor ihrem Kleiderschrank, richtet sich ihr neues Zimmer ein, geht ins Kino, Kaffee trinken, besäuft sich, nüchtert aus, küsst Matt.
Irgendwann (SPOILER!) verrät sie Matt ihr Geheimnis, jemand stirbt, Matt zieht sich zurück. Und so ganz nebenbei gibt es da noch ein oder zwei Geisteskranke im Hintergrund, die erst ganz am Ende und bar jeder Logik ihren – wenige Zeilen langen - Auftritt haben.
Dazwischen gibt es endlose nichtssagende Plaudereien ala „Oh Gott“, „Es tut mir leid“, „Muss es nicht“, „Doch es war mein Fehler“, „Okay“, Danke“, „Bitte“, Gern geschehen“.

Obgleich die Autorin eigentlich ganz gut schreiben kann, sind ihr die Dialoge völlig misslungen und natürlich sind sie auch ein Ergebnis fehlender Ereignisse und Spannung – wenn sich nichts tut, hat man sich auch nichts zu sagen.

Vor allem aber frage ich mich, welches Genre hier angestrebt wurde. Fantasy? Thriller? Drama? Liebesgeschichte? Das Buch deutet alles an und ist doch nichts davon!

Fazit: Plotarm, langweilig und die Dialoge (puh)….


Dein göttliches Herz versteinert
Dein göttliches Herz versteinert
von Kelly Keaton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Wieder nett aber unperfekt, 25. Februar 2014
Die Geschichte um Ari und Vampir Sebastian geht in die zweite Runde – und immer noch ist sie nicht ganz rund, vor allem entwickelt sie sich kaum weiter.

Athene hat Violet und Aris Vater Theron in ihrer Gewalt und Ari sucht nach einem Weg in Athenes Reich, um beide zu retten.

Auch diesmal hat Kelly Keaton wieder einige schöne Einfälle – etwa Aris Kampftraining, Pandoras Büchse (die in diesem Falle ein Portal in eine geheime Bibliothek ist) und die magischen Eingänge in Athenes Reich (die ein bisschen an den Wandschrank von Narnia erinnern).

Aber auch diesmal springt sie zu schnell von einem zum anderen – so dass die Szenen kaum zur Entfaltung kommen.

Die meisten Charaktere sind weiterhin schwer greifbar. Einzig die Figur der kleine Violet ist so mysteriös und eigenwillig, dass sie beim Leser haften bleibt. Sebastian hingegen bleibt als „Typ“ viel zu unauffällig – okay er sieht toll aus, mag Ari, beginnt einige übernatürlichen Fähigkeiten zu entwickeln... aber sonst? Ist er vor allem ein blasser Begleiter für Ari.
„Schattenexistenzen“ bleiben auch Intrigantin Josephine, Sebastians Vater, Crank und Dub – die kaum zur Geschichte beitragen. Einzig Henry hat einen größeren Auftritt. Daneben gibt es den neuen Charakter Menai, der sich recht interessant entwickelt.

Ari selbst ist eine sympathische Heldin, handelt aber meistens viel zu unüberlegt. Ihre Aktionen sind mutig, aber kaum durchdacht und so stürzt sie sich von einer Gefahr in die nächste. Kaum hat sie einen Weg in Athenes Reich gefunden, zieht sie los und wird prompt gefangen genommen – ein grober Plan wäre sicher nicht schlecht gewesen. Nicht genug: Kaum zurück in New 2 wirbelt Ari schon wieder los… natürlich wieder ohne Plan. Und natürlich wird sie wieder erwischt.
Da ist die Kurve des Lernerfolges ziemliches flach!

Fazit: Hach. Wieder schön und schnell zu lesen. Aber wieder soviel Potential verschenkt! Immer noch 3,5 Sympathiepunkte.


Dein göttliches Herz entflammt
Dein göttliches Herz entflammt
von Kelly Keaton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Kurzweilig, aber überladen und überhastet - 3,5 Sympathiepunkte, 25. Februar 2014
Kelly Keaton hat in diese Trilogie wirklich jeden Mythos gepackt, der in den letzten Jahren –im Jugendbuchgenre – aus der Versenkung geholt wurde. Hexen, Geister, Götter, Halbgötter, Vampire (schon wieder Vampire!), Gestaltwandler und viele viele mehr.
Und irgendwo hier liegt auch die eigentliche Schwäche der Reihe: Ein intensiverer Schwerpunkt wäre in diesem Falle von Vorteil gewesen. Statt sofort alle möglichen Wesen ins Rennen zu schicken, aber kaum Erklärungen und Hintergründe zu liefern, hätte sich die Autorin auf einige wenige Mythen festlegen und diese intensiver betrachten können.

Denn Kelly Keatons Schreibstil, ihr Witz, ihre Figuren und ihre Ideen sind grundsätzlich toll; sie werden aber von einer überbordenden, dafür viel zu knapp gehaltenen Handlung quasi erschlagen.

Nach einem spannenden Auftakt, in dem sich Protagonistin Ari gegen einen unheimlichen Angreifer zur Wehr setzen muss und unerwartet in der von Hurrikanen zerstörten Welt von New 2 (ehemals New Orleans) landet, verfeuert Keaton eine schöne Szene nach der anderen. Die Lovestory entwickelt sich viel zu schnell und klischeehaft, die Charaktere aus Aris WG bleiben zu unscheinbar, die Welt der Novem (übernatürliche Wesen, die in New 2 das Sagen haben) wird allenfalls angerissen. Stattdessen geht es direkt und ohne Zwischenstopp weiter in die griechische Mythologie.

Ich kann nicht behaupten, mich gelangweilt zu haben. Ich fand die Geschichte eigentlich gut. Aber Keaton hat unheimlich viel Potenzial verschleudert. Alles wäre soviel besser geworden, wenn sie sich etwas mehr Zeit gelassen hätte und an der ein oder anderen Stelle noch vehementer die Klischeeschale aufgebrochen hätte (ich sach nur „der Vampir mit den schwarzen Haaren und den sturmgrauen Augen“).

Da ich den Folgeband gelesen habe, weiß ich, dass die Geschichte im nächsten Band etwas stärkere Schwerpunkte setzt. Wirklich gelungen sind außerdem die stimmungsvollen Bilder von New Orleans.

Fazit: Das gewisse Etwas ist da und fehlt doch. Viele Szenen bleiben zu oberflächlich, viele (vielleicht einfach zuviele!) gute Ansätze werden zu ehrgeizlos verfolgt und es schleichen sich immer wieder Stereotype in die Handlung. Weil ich das Buch dennoch mochte 3,5 Punkte.


Das Rosie-Projekt: Roman
Das Rosie-Projekt: Roman
von Graeme Simsion
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Forrest Gump heißt jetzt Don Tillman, 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Rosie-Projekt: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Das Rosie-Projekt" ist ein - etwas überteuertes - aber ausgesprochen unterhaltsames Buch.
Vorgesetzt man kann sich mit dem Schreibstil anfreunden.
Denn die Geschichte ist in ihren Bildern und Beschreibungen spartanisch gehalten. Die einzelnen Szenen sind knapp, auf das Nötigsten reduziert, gehen quasi nie ins Detail, was kaum verwundert, denn das „Rosie-Projekt“ war ursprünglich als Drehbuch vorgesehen und wurde von seinem Verfasser im Nachhinein zum Roman umgearbeitet.

Das merkt man dem Buch an, tut der Qualität aber keinen Abbruch!

Zur Handlung: Don Tillman, Professor mit Asperger-Syndrom (explizit gesagt wird das nicht; wie der Autor auch durchgängig letzte Schlussfolgerungen vermeidet), sucht die Frau fürs Leben. Anders: Er sucht die perfekte Ehefrau. Wissenschaftler durch und durch entwirft er einen 16seitigen Fragebogen, um ungeeignete Kandidatinnen von vorne herein auszuschließen:
- Raucherinnen
- Veganerinnen
- Zuspätkommerinnen

Dann platzt Rosie in sein Leben – Raucherin, Vegetarierin, Zuspätkommerin. Und Don Tillmans Welt gerät an allen Ecken und Enden aus den Fugen.

Das Buch lebt von der Gegensätzlichkeit der Protagonisten. Auf der einen Seite Don Tillmann mit seiner Nüchternheit, seiner Durchorganisiertheit, seinem Wunsch Emotionen und Berührungen zu vermeiden. Auf der anderen Seite Chaotin Rosie – die in kein Raster passt und zu der sich Tillman dennoch – für ihn völlig unerklärlicherweise – hingezogen fühlt.

Die Interpretationen und Einschätzungen Tillmans zusammen mit dem trockenem, kargen Schreibstil (der aufgrund des Charakters Tillmans ausgesprochen passend ist) sind Unterhaltung pur - obgleich der Verlauf der Geschichte vorhersehbar ist.

Fazit: Liebenswert und witzig! Der Typ Don Tillman erinnert in seinen Unschuldigkeit, seinen hehren Moralvorstellungen und realitätsfernen Einschätzungen seiner Umwelt stark an Forrest Gump. Auch hinsichtlich seiner Hollywoodtauglichkeit! Denn das Buch wird bereits verfilmt.


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