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Rezensionen verfasst von
isberner "kisberner"

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Popscotch
Popscotch
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus Hardrock wird samtener Indiepop mit Tiefgang, 14. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Popscotch (Audio CD)
Hardrock und besonders Heavy Metal sind nicht jedermanns Sache, gerade unter Audiophilen werden die extrovertierten Stars skeptisch beäugt. In manchen Dingen sind uns unsere italienischen Nachbarn etwas voraus – so wie das Trio Driving Mrs. Satan. Die englisch-italienische Combo verleiht auf Popscotch in Hard`n Heavy-Gefilden bestens bekannten Stücken ein völlig neues Gesicht. Aus ratternd quietschenden E-Gitarren-Riffs werden silbrig fein schimmernde Akustik-Gitarren, aus bretterharten Drumtiraden famos differenzierte, perfekt ausgelotete und flockig daherkommende Bässe.

Mit der weichen, mal engelsgleichen, dann schelmenhaften Stimme von Frontfrau Claudia Sorvillo kombiniert, entstehen federleichte Akustik-Balladen von enormer Transparenz. Ohnehin ist die Scheibe in puncto Auflösung ein absolutes Highlight, satte, pralle Klangfarben ergänzt durch überschäumende Spielfreude. Doch neben der audiophilen Aufnahmequalität zeichnet in gleichem Maße die absolut ungewöhnliche wie unerwartete und intelligente Interpretation der Stücke von AC/DC über Iron Maiden bis Slayer dieses Werk aus. Aus Hard'n Heavy wird eleganter Indie-Pop mit pfiffigen Arrangements und leichten Anlehnungen an Country bis Folk.

Ist das Erstlingswerk von Driving Mrs. Satan durchweg hörenswert, so ist die Interpretation von Hells Bells ein Überflieger, den man sich für den Schluss aufheben sollte. Grandios! Trotz dieser gänzlich neuen Interpretation kommt das Stück ebenfalls voller Energie und geht sofort unter die Haut – angenehme Schauer laufen einem über den Rücken. Popscotch, das ist Musik in erhabener Leichtigkeit, niemals banal und fernab gleichgültiger Langeweile. k isberner


Long Way Down [Vinyl LP]
Long Way Down [Vinyl LP]
Preis: EUR 19,74

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großartiges Debutalbum, 2. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Long Way Down [Vinyl LP] (Vinyl)
Das Klavierspiel tönt so sanft und quirlig frisch zugleich, dass ich mich nach wenigen Takten ertappe, wie mein Körper die Musik aufnimmt und mitwippt. Nur Sekunden später erklingt die Stimme von Tom Odell, kehlig hell und rau, zerbrechlich wirkt sie – anfangs; denn nach gut eineinhalb Minuten nimmt nicht nur der Song Grow Old with Me an Fahrt auf, sondern auch der junge Künstler. Trotz der begnadeten Rhythmik und der üppigen Instrumentierung bleibt Odell im Fokus und Meister des Geschehens. Was für ein Einstieg. Ein Start, der nicht alleine Lust auf mehr macht, sondern gar ein wenig bange, ob Odell jene ungebremste Spielfreude und Musikalität ein ganzes Album lang durchhält. Immerhin ist Long Way Down sein Debut-Album. Rock vom Besonderen, intelligent und nicht abgenutzt.

Auf jeden Fall legt Odell, der seine Songs selbst schreibt, in Hold Me in eine härtere Gangart ein. Instrumente, Riffs zerren tüchtig, Odells Gesang ist nun deutlich abgebrühter. Und doch: in den leisen Sequenzen erscheint der rockige Song wie ein kleiner, leuchtender Juwel.

Another Love knüpft nahtlos an den ersten Titel an, melodisch, zuerst nur das Piano mit einem noch zurückhaltenden aber nicht minder leidenschaftlichen Odell. Wie leichte Wattekugeln scheint sein Gesang über den Klavierläufen auf und ab zu schweben, bis er durchstartet. Beinahe unheimlich, wie es dem jungen Briten gelingt, balladenhafte Elemente in Form eines Crescendo mit zwingender Rhythmik zu einer mitreißenden Einheit zu verweben.

Auch die folgenden Stücke leben von der Wandlungsfähigkeit dieses Talentes, der mit seiner Stimme, mal zart, beinahe schwach, dann hoch emotional (Sense), druckvoll und stark wirkt.

Mag sich das Strickmuster einiger Songs ähneln – sanfter Start, dann Fahrt aufnehmend bis zu fulminanten Einsätzen – es entsteht an keiner Stelle das Gefühl einer Kopie. Jedes Stück besitzt eine einzigartige Signatur, offeriert so viele Details zwischen piano und forte, dass es sich bei mehrmaligem Hören stets neu offenbart.

Ganz besonders Long Way Down, der Titelsong des Albums, war auch in Demos auf der High-End 2014 in München zu hören. In dem Track belegt Odell einmal mehr, wie gekonnt er die leisen Töne beherrscht. Kombiniert mit seinem gefühlvollen Klavierspiel entsteht eine Pretiose, emotional ohne Pathos.

Tom Odell meistert auf seinem Debut-Album alle Tonlagen, die leisen wie die lauten Töne. Er liefert eine Melange aus Balladen und Songs, die zu einem musikalischen Wirbelsturm anwachsen. Bei aller Andersartigkeit erinnert mich das an frühe Werke von Foreigner, die wie beispielsweise Juke Box Hero auch dieses zwingende Element besitzen, dem man sich nicht entziehen will. Tom Odell kann auf eine fundierte musikalische Ausbildung am renommierten „Institute of Modern Music“ in Brighton zurückblicken und gewann bereits den „Critics' Choice Award“. Das gibt Mut, dass dieses beeindruckende Erstlingswerk keine Eintagsfliege bleiben wird ... knut isberner


Aelita (Inklusive Mp3-Downloadcode) [Vinyl LP]
Aelita (Inklusive Mp3-Downloadcode) [Vinyl LP]
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitreise - Pink Floyd, Oldfield, Alphalville uvm inklusive, 20. Juni 2014
„Wir bleiben nicht stehen, wir kopieren uns nicht selbst und wir entwickeln uns mit jedem Album weiter”, eine klare Ansage der beiden Musiker Björn Hans-Erik Dixgård und Erik Gustaf David Norén – kurz: Mando Diao.

Musiker, die regelmäßig in den Charts landen, neigen leicht zu Aussagen dieser Art; schließlich will man verkaufen. Im aktuellen Fall ist aber einiges dran, denn zum Vorgängeralbum Give Me Fire sind zwar Parallelen zu erhören, doch nur in homöopathischen Dosen. Richtig rockig, wie zuvor gewohnt, kommt nur der erste Song Black Saturday daher. Was folgt, ist aber keineswegs gepflegte Langeweile sondern gepflegte, sprich intelligente Arrangements, eingängig und doch von Track zu Track in der Intensität ganz unterschiedlich.

Das eigentliche Element dieses Albums ist für mich eine bewusste oder unbewusste Reminiszenz an vergangene Jahrzehnte mit Schwerpunkt Achtziger – es scheint als hätten die schon zu Ikonen avancierten Musiker Dixgård und Norén all die musikalischen Einflüsse, die sie in ihren jungen Jahren begleitet haben in dieses Album eingewoben. Und das sind offensichtlich eine ganze Menge. So breitet sich Money doesn't Make You a Man auf einem flotten Dancefloor-Teppich aus und erinnert dabei frappierend an Synthie-Klänge von Kraftwerk.

Sweet Wet Dreams verhehlt nicht Parallelen zu Werken von Frank Farian, die für ihn oft so typische Melange aus elektronischen Klängen kombiniert mit Gitarre und Gesang. Ist das Stück leicht und flüssig, so erscheint If I Don't Have You düster, getragen von erdigen Bässen.

Baby startet mit einem Intro, das glatt aus der Feder von Pink Floyd oder Alan Parsons stammen könnte; immer noch ein wenig düster und mystisch. Wie bleierne Wolken breitet sich der Sound aus und man erahnt sogar ein wenig von Eroc's Wolkenreise bis der Gesang startet. Ein facettenreiches Stück mit Tiefgang.

Federleicht kommt dagegen Lonely Driver – knapp und klar instrumentiert, stehen hier die nun betont rauchigen Vocals im Vordergrund. Im Stil hätte das Stück in den Siebzigern formidabel zum Soundtrack von Shaft gepasst.

Child bringt eine weitere Wende. Hier bedienen sich Mando Diao dem typischen Oldfield-Soundgefüge; ein wenig hymnenhaft und schlicht spannend.

Danach geben die Musiker mit Romeo deutlich mehr Gas – Parallelen zu späteren Werken von Alphaville – nur erdiger, griffiger, rasanter.

Make You Mine ist wohl „das” Stück, das auf der Suche man einen typischen Mando Diao-Stil genannt werden kann.

Als Draufgabe servieren die Künstler Black Saturday, Romeo und Sweet Wet Dreams in trickreichen Variationen. Sie spielen mit verschiedenen Stil-Mitteln und die tüchtigen Bass-Einlagen sorgen für Groove satt.

Mit Ælita liefern Mando Diao nicht das einfachste oder gar eingängigste Album, dafür Musik, die sich dem Zuhörer nach und nach weiter öffnet. Faszinierend, wie viele Parallelen zu Künstlern aus den vergangenen Jahrzehnten zu entdecken sind; ohne dass Mando Diao etwas imitieren. Ihr Ziel, sich von vorangegangenen Alben zu entfernen, ist bravourös gelungen.

Klanglich überzeugt das Album mit punktgenauen, satten Bässen und einem bei aller Komplexität weiten Panorama mit räumlicher Tiefe. Die Doppel-LP in weißem Vinyl ist hervorragend gepresst; der mitgelieferte Code zum Download vermittelt aber nur gekappte Datenraten. ... Knut Isberner


Augustines (im Digipak)
Augustines (im Digipak)

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Richtig gute Musik!, 4. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Augustines (im Digipak) (Audio CD)
Wenn man sich seines Namens nicht sicher ist, tauft man sich um, zumindest taten das die Augustines zweimal – bei gerade zwei veröffentlichten Alben ein recht beachtlicher Schnitt. Aber sonst scheint mit den Herren Billy McCarthy, Eric Sanderson und Rob Allen alles zum Besten bestellt. Was sie musikalisch aufbieten, ist wirklich groß.

Die ursprünglich aus Brooklyn stammende Truppe zelebriert Indie-Rock vom Feinsten. Ganz bedächtig startet das Album mit rauchig knochigen aber doch gefühlvoll sanften Vocals, pittoresk mit pastellenen Synthietönen und einem knarzigen Kontrabass unterlegt. Dann nimmt die Combo mit Nothing to Loose but Your Head in bester U2-Manier Fahrt auf. Das erinnert an deftig, flotten Rock der Achtziger. Es folgt mit Weary Eyes gediegene Kost, verführerisch arrangiert, fast hymnenhaft, aber nie pathetisch, einfach rund.

Mit Walkabout liefern die Augustines eine echte Perle, die mit dem Piano zuerst sanft schimmernd startet, ein wenig fühlt man das sphärische Element mancher Songs von Aha, dann startet der Song richtig durch, die Rhythmen werden dominanter und die Trommeln bilden ein rustikales Gerüst. Dieses Tempo macht an.

Ein Muster, dem die Band bis zum Ausstieg Hold Onto Anything gleich in mehreren Songs folgt. Ruhig, bisweilen behäbig zu Beginn, dann immer rasanter bis zu fulminanten Einsätzen. Schnell drängen sich da Assoziationen zu Werken von U2 und Springsteen in den Neunzigern auf, aktuell zu Coldplay, aber die Augustines sind weit entfernt davon, auch nur irgendetwas zu kopieren. Was diese Band zeigt, ist intelligenter, intensiver Alternativ-Rock, melodisch und unglaublich packend. Die Stücke strahlen eine positive Energie aus, es ist gar nicht zu vermeiden, die Scheibe gleich mehrfach hintereinander zu hören und anerkennend festzustellen: Das ist richtig gute Musik.

Klanglich kommt das Werk sehr kompakt daher, erst nach und nach eröffnen sich im vermeintlichen Dickicht filigrane Strukturen (immer wieder der knorrende Kontrabass) und die Drums drücken ordentlich und reichen tief.

Das zweite Album der Augustines ist beeindruckendes. Vorbildlich: zur LP gibt es den freien Download in voller Auflösung (wav)!


New
New
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toll !, 9. März 2014
Rezension bezieht sich auf: New (Audio CD)
Es ist trefflich, wenn man Nichts mehr beweisen muss. Fördert ein solcher Zustand manchmal gepflegte Langeweile, so ist es für andere geradezu ein Jungbrunnen in Sachen Kreativität. Nun kann man Sir Paul McCartney gewiss keinen Mangel an Ideen unterstellen. Doch in seinem neuen Album "New" klingen die Titel tatsächlich erfrischend neu. Teilweise klar angelehnt an den Beatles-Sound wie in "I can Bet", nur eben in unsere Zeit transferiert. In anderen Stücken finden sich deutliche Parallelen zu McCartneys künstlerischem „Zweit“-Projekt "The Fireman", auf das ich seinerzeit eher zufällig stieß. Überwiegend elektronisch, experimentell, forsch nach vorn drängend, hätte ich The Fireman niemals auf McCartney gemünzt. New ist eine kongeniale Mischung aus beiden Stilen, ein Werk, das sich nicht mit dem ersten Zuhören erschließt. Keine sogartig eingängigen Melodien, dagegen wunderbar verspielt, wächst New zu einem großartigen Werk zusammen. Jedes Stück wie ein Mosaikstein, die sich in ihrer Summe zu einem wirklich neuen Bild zusammenfügen. Für mich die beste Scheibe unter McCartneys eigenen Namen. Klanglich bei aller Komplexität der Stücke sehr sauber; dass die Stimme des Meisters vielfach elektronisch leicht verfremdet daherkommt, ist hier klares Stilmittel. Top: die LP ist tadellos gepresst. Schlecht: der dazugehörige Download ist klanglich echte Magerkost ... ki.


Fleuresse colours 9100/8020 Mako-Satin Spannbettlaken 140 / 210 cm
Fleuresse colours 9100/8020 Mako-Satin Spannbettlaken 140 / 210 cm
Preis: EUR 38,38

5.0 von 5 Sternen 1A, 9. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jetzt nach einiger Zeit der Nutzung kann ich das Produkt rundum empfehlen. Sehr edles Aussehen und Material, nach mehrmaligem Waschen keinerlei Farbverlust. Lässt sich zudem sehr einfach auf die Matratze aufziehen. k isberner


Crises (30th Anniversary) [Vinyl LP]
Crises (30th Anniversary) [Vinyl LP]
Preis: EUR 20,27

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen LP Finger weg!, 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Crises (30th Anniversary) [Vinyl LP] (Vinyl)
Über die Musik Oldfields, seine intelligenten und teils ungewöhnlichen Kompositionen muss man keine Worte verlieren. Ich hatte mich über die Neuauflage gefreut, um meine Vinyl-Sammlung zu ergänzen, insbesondere wegen Roger Chapman. Klanglich allerdings ist die Auflage kein großer Wurf, viel zu schlank, farblos bis dünn tönt sie; immerhin sauber differenziert. Was jedoch völlig inakzeptabel ist, sind die massiven Störgeräusche, Knackser und Plopps durch eine offensichtlich sehr schlechte Pressung und/oder fehlende Nachreinigung. Da helfen auch 180 Gramm nicht. Ich hatte bereits eine Rezension gelesen, in der der Autor die Problematik angesprochen hat, dachte aber, es wird sich um ein Einzelphänomen handeln. Dem ist nun gewiss nicht so. Von daher – Finger weg von der LP und eher die CD wählen. knut isberner


Basta B.
Basta B.
Preis: EUR 8,97

5.0 von 5 Sternen Die Allmacht der Stimme, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Basta B. (Audio CD)
Den Mitgliedern der Combo Basta wurde die Gabe der Musik in die Wiege gelegt, das spürt der Zuhörer vom ersten Takt an. Die Künstler unterstreichen ihr außerordentliches Talent durch eigene Kompositionen und den weitgehenden Verzicht auf Instrumentierung oder elektronische Helferlein.

Ihren Charme entfalten die fünf Musiker durch ihre Stimmen, begnadete Beherrschung derselben lässt jedes Stück leicht, heiter und auf gewisse Weise bekömmlich erscheinen. Bekömmlich, weil andere Musik im direkten Vergleich plötzlich überladen und fett wirkt und man sich die Frage stellt: Braucht es das ganze Drumherum überhaupt, wenn es ohne geht?

Die Zeit rast, der erste Titel vergeht in gefühlten Sekunden, weil Komposition wie Text so „neu“, so unverbraucht auf den geneigten Zuhörer wirken. Kein Wunder, dass die Neugier von Track zu Track steigt. Mit intelligenten Inhalten aus der eigenen Feder nimmt die Combo den Lebensalltag mit all seinen kleinen und großen Tücken köstlich auf die Schippe; beste Beispiele: "Chica Tropicana" oder die "Zeit heilt alle Wunden".

Der wunderbare A capella-Gesang geht ins Blut. Schräge Texte wie in "Lauch" und insbesondere in "Anekdotenbehindert" erfrischen förmlich, da ist für den Zuhörer alles drin, vom tiefsinnigen Schmunzeln bis zum unerwartet herzhaften Lachanfall. Bemerkenswert: Musik und Inhalt ziehen stets an einem Strang, fügen sich bei aller Komplexität harmonisch wie ein Puzzle zusammen. All das erreicht Basta nahezu ausschließlich mit Stimmbeherrschung. Ich habe der Scheibe zig Mal gelauscht und bin von der Gabe dieser Musiker stets aufs Neue beeindruckt.

Dabei setzen Basta wahrlich nicht allein auf Wortwitz, viel mehr auf Geist und Gefühl. Besonders stark ist unter diesen Aspekten "die Zweite Geige". Der Titel handelt von unerfüllter Liebe – hier ist nichts kitschig. Im Gegenteil leidet man förmlich mit. In dieser Live-Einspielung setzen Basta klassische Instrumente gekonnt ein. Durch die Streicher, das Piano und die Bläsereinsätze entsteht eine faszinierende Atmosphäre.

Jegliche Form von Trübsal kontern sie direkt im Anschluss mit „Biene Maja“. Live und Acapella beweist das Quintett einmal mehr musikalische Qualität – das Auditorium ist aus dem Häuschen.

Kurz vor Ende servieren Basta dann einen echten Hammer – eine frech frivole Interpretation von "Er gehört zu mir", in dem sie Herbert Grönemeyer persiflieren.

Summa summarum ganz tolle Musik, deren Schwerpunkt auf Freude und Leichtigkeit liegt, ohne je seicht zu sein. Musikalisches Gespür trifft auf intelligente Inhalte und perfekte Komposition. Perfekt auch der Sound. Farbig, samtig und doch exakt durchgezeichnet mit toller Raumdarstellung gerade in den Live-Tracks. Eine Bereicherung jeder Sammlung. k isberner


Jackpot [Vinyl LP]
Jackpot [Vinyl LP]

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pothead auf Speed :), 6. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Jackpot [Vinyl LP] (Vinyl)
Jackpot ist knackiger Rock vom Feinsten, durchzugsstark, wuchtig, durchsetzt mit brillanten Riffs und klar differenziertem Gesang. Das neue Werk ist insgesamt weniger düster als vorangegangene Alben; viel mehr wirkt es durch eine besondere Spannung, eine Art musikalische Elektrizität, die von jedem einzelnen Stück ausgeht – und das jeweils vom ersten Takt an. Ganz deutlich spürt man das in "Rhyme in Time". Es ist gar nicht daran zu denken, sich von der Musik zu lösen; so unterschiedlich die einzelnen Tracks sind, mal mit irrsinnig peitschendem Speed wie in "Emotion of the Potion" und "Detroit", dann beinahe hypnotisierend wie in dem melodischen "Overblown", sie vereinnahmen den geneigten Zuhörer in Sekunden. Zeit und die 12 Titel verfliegen wie im Rausch, was nicht daran liegt, dass das Album tatsächlich keine 40 Minuten währt. Viel mehr saugt man die Musik mit allen Rezeptoren auf, lässt sich treiben – das muss Künstlern erst einmal gelingen, und schnell darf man dann 12 derart gekonnt komponierte Stücke als Meisterwerke bezeichnen.

Neu in der Truppe ist Schlagzeuger Nicolaj Gorgow, ehemals bei Knorkator. An seinem Vorgänger Sebastian Meyer gibt es nichts zu bekritteln, doch spürt man auf Jackpot die Einflüsse des Neuen. Drums erklingen härter, trockener, eben elektrisierend. Sie geben den Songstrukturen ein unsichtbares Rückgrat. Jackpot das ist Musik, wie sie heute viel selten anzutreffen ist. Pothead verschwenden keine Gedanken an massentaugliche Strömungen und gerade dadurch gewinnen sie immer mehr Anhänger. Wer Pothead je live erlebt hat – die Band ist ab Januar 2014 erneut auf Tour –, kennt den Bann, in den die Truppe Zuhörer aller Coleur und Altersgruppen zieht. Schnell werden Sie spüren, dass Jackpot Sie verführt, den Lautstärkeknopf immer weiter nach rechts zu schrauben; das macht so richtig Freude. Diese Musik besitzt eine so unglaubliche Energie, dass man sie gern richtig laut erleben und spüren will.

Klanglich bewegt sich das Album auf gehobenem Niveau und fordert Bassperformance und Auflösungsvermögen von Speakern nachhaltig. Die ebenfalls angebotene LP besticht durch eine hervorragende Pressung und vermittelt noch einmal mehr Verve und Klangfarben. knut isberner


Sundark and Riverlight
Sundark and Riverlight
Preis: EUR 16,88

5.0 von 5 Sternen Atemberaubend !, 10. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sundark and Riverlight (Audio CD)
Patrick Wolf ist seit jungen Jahren im Musikgeschäft und bis heute alles andere als stromlinienförmig angepasst. Einen Vertrag mit Universal cancelte der Halbire nach einem Jahr, da er seine künstlerische Freiheit in Gefahr sah. Dass diese ihm jedoch heilig ist, belegt die unglaubliche Bandbreite seines musikalischen Schaffens – massentaugliche Konsumkost ist dabei nicht das Ziel. Kurzerhand nutzte er die Segen moderner Medien, wie das Internet, und gründete mithilfe seiner Fans ein eigenes Label.

Mit Sundark and Riverlight beschreitet der 30jährige wieder neue Pfade und schließt dennoch den Kreis zu seinen ersten, sehr experimentellen, ja auch düsteren Alben. Düster ist Sundark and Riverlight nicht, melancholisch in weiten Teilen gewiss, doch nie depressiv. Mehr als je nutzt Wolf die ganze Bandbreite seines künstlerischen Repertoires und spielt nahezu alle Instrumente selbst. Schon als Kind lernte er das Klavierspiel, Geige und Flöte; es folgten Harfe und Ukulele. So ziemlich alles findet sich auf diesem Album wieder. In Fragen der Stilrichtungen bleibt Wolf ein Multitalent und lässt sich nicht eindeutig auf ein Genre festlegen.

Die Arrangements der ersten CD des Doppelalbums, respektive LP, fallen nüchtern, teilweise karg aus. Es entsteht ein Sog, der den Zuhörer in den minimalistischen Kosmos der Stücke hineinzieht. Diese wirken leicht experimentell und erinnern an die ersten Werke Wolfs, doch sind die hier deutlich weniger dissonant. Mal gewinnen keltische Einflüsse Oberhand, mal osteuropäische, wie in Vulture. Pieksauber die einzelnen Instrumente, klar getrennt Wolfs ausdrucksvolle Stimme. Hier wirkt nichts überladen – Purismus, den sich nur echte Künstler erlauben können. So dominieren Vocals das elegante Spiel von Geige und Klavier, die wie leuchtende Mosaikstücke den Protagonisten begleiten. Es ist eine Freude den Stücken zu lauschen, die nie den Verlauf nehmen, den man erwartet. Intelligent, avantgardistisch, musikalisch, künstlerisch wie klanglich bemerkenswert.

Im zweiten Teil des Doppelalbums wandelt Wolf auf den Spuren seines Albums Lupercalia, indem er einige der Lupercalia-Stücke vollkommen neu interpretiert. Was sich ehemals zumindest unter dem Oberbegriff Pop zusammenfassen ließ, ist nun mehr Folk, Weltmusik. Was auf Lupercalia schnell, rasant war, ist auf Sundark and Riverlight betont langsam. Die Musik umspielt den Zuhörer wie sanfte Wogen des Ozeans während eines Sonnenuntergangs in der Südsee.

Was dagegen auf Lupercalia ruhig daherkam, gewinnt hier an Fahrt; trotz oder gerade durch die hier durchweg akustischen Instrumente. Ein Hochgenuss. Alle Stücke sind Juwelen, fast vermessen eines besonders hervorzuheben. Doch Bermondsey Street sticht noch einmal heraus, ist quasi primus inter pares. Hier prangert Wolf menschliche Intoleranz gegen jedwedes Anderssein an ohne anzugreifen. Viel mehr ein Appell an Verstand und Menschlichkeit, der autobiographische Züge besitzt. Nicht pathetisch, nicht überzogen, dagegen berührend. Der Spagat zwischen Inhalt und Form gelingt dem Künstler so brillant, dass man schlicht verstummt.

Sundark and Riverlight ist ein Muss in jeder Sammlung und würdig jeder audiophilen Auseinandersetzung. Vor diesem Ausnahmetalent kann ich nur meinen Hut ziehen. Musik so intelligent, so reif. Klanglich offeriert die hervorragend gepresste Doppel-LP noch mehr Farbenfreude, ist noch agiler ... knut isberner.


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