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Rezensionen verfasst von
Daniel Vinaric
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Light Grenades
Light Grenades
Preis: EUR 6,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Musical masturbation at its finest", 24. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Light Grenades (Audio CD)
Nun ist es fast drei Jahre her, dass Incubus 2004 ihr letztes Album "A Crow Left Of The Murder" herausgebracht haben. In der Zwischenzeit gab es eine große Welttournee mit einigen Konzerten in Deutschland, die Live-DVD "Alive At Red Rocks" und die Songs auf dem Soundtrack des Films "Stealth". Doch dann wurde es ruhig um die Herren Boyd, Einziger, Pasillas, Kilmore und Kenney. Die Band nahm sich zum ersten Mal fast ein Jahr lang Zeit neue Songs zu schreiben und aufzunehmen. Doch dies scheint sich ausgezahlt zu haben.

Die neuen Songs des Albums haben weniger Ecken und Kanten im Vergleich zu "A Crow Left Of The Murder" und harmonieren zusammen zu einem stimmigen Gesamtwerk. Schon der Opener "Quicksand" bringt mit den sphärischen und etwas elektronisch angehauchten Klängen auf den Punkt, dass Incubus wie fast bei jedem neuen Album auch einen neuen Sound etablieren. Die Botschaft des Werkes wird schnell deutlich: "Some people fall in love and touch the sky / Some people fall in love and find quicksand". Der folgende Titel "A Kiss To Send Us Off" zeigt dann auch sofort die großen Stärken der Jungs aus Kalifornien auf, krachende Gitarrenriffs gefolgt von energiegeladenem Gesang von Brandon Boyd. Ein Song der einen umhaut und bis zum Ende hin absolut mitgehen lässt. Mit "Dig" bringt Incubus den Fans einen Song näher, der auf einer wahnsinnig schönen Melodie basiert und ein gutes, positives Gefühl beim Zuhörer hinterlässt. Dazu passt auch die Botschaft: Jeder Mensch hat irgendwo einen besten Freund, eine herausragende Beziehung die Höhen und Tiefen durchlebt, aber zum Schluss immer doch Wert ist dafür zu kämpfen. Es folgt die erste Single des Albums namens "Anna Molly". Da zu diesem Stück schon viel geschrieben und gesagt wurde, möchte ich es kurz machen. Der Song repräsentiert gut den Sound von Incubus und gibt Hinweise auf die neuen Seiten von "Light Grenades".

Wir kommen nun zu dem Song "Love Hurts". Bei solch einem Titel denkt wahrscheinlich jeder an ein schmalziges Liebeslied. "Love Hurts" ist zwar ein Liebeslied, aber selten wurden Emotionen über das Leid und den Schmerz bei der Suche nach dem Glück im Leben so ehrlich, direkt und persönlich ausgesprochen. Das Lied geht sofort ins Gedächtnis und lässt nich mehr los. Das Gegenteil begegnet uns dann mit dem Titeltrack "Light Grenades". Incubus zeigen, dass sie es nicht verlernt haben den Hörer mit schnellen, funkigen und harten Rhythmen zu begeistern. Das Lied erinnert an die alten Zeiten der „S.C.I.E.N.C.E.“ Ära zurück und beweist das Incubus keine Angst vor der Vergangenheit haben.

Wie schon am Titel zu erkennen ist wurde der Titel „Earth To Bella“ in zwei Teile zerlegt und gibt dem Hörer Zeit ein wenig sich zurückzulehnen und in freudiger Erwartung auf die noch kommenden Songs zu entspannen.

„Oil and Water“ thematisiert in einem musikalisch und textlich anspruchsvollem Sinne die Tragik, die manchmal eine Leibesbeziehung aufweist. Der Song hinterlässt einen bittersüßen Nachgeschmack dadurch, dass seine Schönheit einen verzaubert, aber der Inhalt einen wehmütig werden lässt. Dafür schafft „Diamonds and Coal“ Abhilfe. Dieser Song ist definitiv ein großer Ohrwurm. Der Bass von Ben Kenney geht sofort ins Ohr und macht so gute Laune, dass gar nicht einmal die neue und herausragende Bandbreite der Stimme von Sänger Brandon Boyd auffällt. Nun folgt der Titel, der Live definitiv die Fans begeistern wird.

„Rogues“ beginnt mit einem vor sich her plätschernden Rhythmus bis zu dem Punkt wo unerwartet und heftig die Gitarre von Mike Einziger einsetzt. Und die hat es in sich. Das Lied sprüht vor Energie und nimmt den Hörer auf eine Fahrt durch ein grandioses Solo und viele Tempowechsel mit. Einziger beweist seit „A Crow Left Of The Murder“ wieder, dass er sicherlich mit zu einer der besten Gitarristen heutzutage zählt.

Der folgende Song namens „Paper Shoes“ zeigt eine noch selten gesehene Seite der Band. Um ehrlich zu sein wird man ihn entweder lieben oder hassen. Letztendlich bleibt es aber eine eingängige Ballade mit schöner musikalischer Untermalung.

Zum letzten Mal bringt Incubus uns mit „Pendulous Threads“ lautere Tönen näher. Der Song beginnt mit einem kreischende Gitarrenintro, welches in einem sehr atmosphärischen, abwechslungsreichen Rocksong mündet. Fantastisches Gitarrensolo inklusive.

Nun nimmt „Earth To Bella“ mit dem zweiten Teil sein Ende und lässt den Hörer mit dem Eindruck zurück, dass das Album viel zu kurz geworden ist. Ein so stimmiges und mitreißendes Stück Musik hab ich lange nicht mehr gehört und hoffe noch mehr von Incubus auf diesem Niveau zu hören.

Festzuhalten ist, dass die Band den Sprung aus dem ihr vorbestimmten Genre mit Bands wie ehem. Limp Bizkit geschafft hat und einen eigenen Musikstil kreiert hat.

Bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung ihren weiteren Lauf nimmt und auf offene und vorurteilsfreie Ohren von Musikliebhabern trifft.

In diesem Sinne „enjoyincubus“.

P.S. Versucht euch irgendwie die Bonustracks „Look Alive“ und „Punchdrunk“ von dem japanischen Release zu besorgen. Es lohnt sich.


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