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Rezensionen verfasst von
M. Lich "mlich"
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Die Lügen des Locke Lamora: Band 1 - Roman
Die Lügen des Locke Lamora: Band 1 - Roman
von Scott Lynch
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fantasy-Diebesroman, 12. April 2007
Der Roman des jungen Autors war im englischsprachigen Raum sehr erfolgreich. Er wurde im Rahmen einer neuen Fantasy Veröffentlichungswelle der grossen amerikanischen Verlage publiziert, und verbindet Altbekanntes mit dem neuen und gerade aktuellen "grim&gritty"-Gefühl. Es handelt sich um einen Diebesroman, der in einer wilden Fantasy Stadt spielt. Der Roman hat starke Anleihen an die berühmte Sword&Sorcery Stadt Lankhmar von Leiber, hinzu kommen Spitzbuben Streiche und Abenteuer im Stile von Mark Twain.

Das Szenario ist allerdings keine klassische Fantasy, die Stadt erinnert an Venedig und ist von spanischer und italienische Kultur inspiriert. Über die Stadt hinaus gibt es kaum eine Weltenkonstruktion.

"Locke Lamora" ist ein frecher und zugleich düsterer Spitzbubenroman, mit episodenartigen Handlungselementen, in dem Fantasyelemente eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Sprachlich ist der Roman sehr schwach (gehäuft Attribute für Gegenstände zur Beschreibung, z.B. heulender Winde, dicke Luft, Häuser wie ...) und manchmal etwas derb, was auch an der wenig gelungen deutschen Übersetzung liegt, in der bevorzugt moderne Bezeichungen gewählt werden (Boss, Deal, Polizei etc.).

Cover und Schriftzug gehören zu den unpassensten Veröffenlichungen deutscher Verlagsgeschichte.

Inhaltlich kann das Buch zu recht zu den interessantesten Fantasy- Neuerscheinungen der letzten Zeit gezählt werden, auch wenn ein wenig die Innovation fehlt und einigen Lesern das wenig klassische Szenario nicht gefallen könnte. Zudem wirkt die berechnende Gemeinheit aller Protagonisten und die ständigen Intrigen etwas zu vorhersehbar und aufgesetzt.


Final Fantasy XI: Das Lied des Sturms, Bd 1
Final Fantasy XI: Das Lied des Sturms, Bd 1
von Miyabi Hasegawa
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Chance vertan !, 27. November 2006
Welch eine Möglichkeit. Eine perfekt ausgearbeitete Spielwelt, fast 20 Jahre lang Material aus Computerspielen. Die Autoren der Spielserien sind bekannt für intensiv ausgearbeitete Geschichten und Hintergrundinformationen. Zudem lässt der Titel "Lied des Sturms" auf eine epische Story hoffen.

Einiges konnte man erwarten. Eine komplexe, epische, auf mehrere Bände ausgelegte Fantasygeschichte mit fernöstlichen Elementen.

Keine der Erwartungen konnte erfüllt worden. "Lied des Sturms" ist eine einfach gestrickte Geschichte mit klischeehaften Charakteren und infantilen Schreibstil. Teilweise hat der Leser das Gefühl, die Sprechblasen eines Mangas seien hintereinander auf Romanpapier verbannt worden. So kommt es, dass Dialoge oft im Stil von "Hey ?", "was ist?", "igitt", "Häh?" ablaufen. Das Buch ist sehr dünn (weniger als 300 bedruckte Seiten mit grosser Schrift).

Kaum ein Roman also für erwachsene, anspruchsvolle Fantasy Leser.

Sieht man von dieser Tatsache ab, kann man immerhin noch einiges positives entdecken. Die Autorin schafft es sehr gut, eine Computerspielatmosphäre auf Papier zu bringen. Und genau darum geht es offenbar in dem Buch. Das Lesegefühl gleicht einem Spielgefühl der bunten Final Fantasy XI Welt, man hat förmlich das Gefühl, die Protagonisten werden mit einem Joypad durch die Geschichte geführt. Sogar der Erwerb einer Rüstung durch Verkauf einer bei Goblins gefundenen Wurst wird beschrieben.

Leser, die nicht zu hohe Erwartungen stellen und ein Computerspiel nicht nur spielen, sondern auch lesen wollen, werden ihre Freude haben. Allen anderen, die vielleicht auch vom neuen Film "Advent Children" fasziniert sind, sei abgeraten.


Die Mächte des Feuers: Roman (Drachen 1) (Drachen (Heitz), Band 1)
Die Mächte des Feuers: Roman (Drachen 1) (Drachen (Heitz), Band 1)
von Markus Heitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit Doppeldeckern gegen Drachen, 2. Oktober 2006
Heitz benutzt in seinem neuen Roman ein ungewöhnliches Szenario, für dessen Besonderheit er sich im Nachwort fast entschuldigt. Die Story spielt in einer Alternativwelt vergleichbar etwa mit den 20iger Jahren unserer Welt, mit leichten geschichtlichen und politischen Veränderungen, gemischt mit ein wenig Fantasyelementen. Experten erkennen Anleihen aus der World of Darkness, Shadowrun und vielleicht Eberron.

Es geht um Drachen, die seit Jahrhunderten die Weltordnung offen und verdeckt bestimmen, Drachenjäger und eine dunkle Bedrohung im Verborgenen. Heitz scheint sich mit seinen persönlichen Vorlieben so richtig auszutoben.

Obwohl das Szenario schon sehr abgedreht ist (Richthofen, Flugzeuge des ersten Weltkrieges mit Speeren bewaffnet gegen Drachen) hat man dennoch beim Lesen das Gefühl, alles schon mal irgendwo in ähnlicher Form gelesen zu haben.

Das Buch wurde als Thriller angekündigt, die Welt wirkt allerdings ein wenig zu bunt und schafft es nicht ganz, den noir-Stil zu vermitteln.

Wer sich auf die Stimmung des Romans einlässt, Alternativweltgeschichten oder die 20er Jahre mag, wird seine Freude an dem Roman haben. High-Fantasy-Fans sollten probelesen.


Schattenfall. Der Krieg der Propheten 01.
Schattenfall. Der Krieg der Propheten 01.
von R. Scott Bakker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gemäss dem aktuellen FantasyTrend, 28. August 2006
Der Hintergrund von Bakkers Roman bietet Vielversprechendes aber auch Herkömmliches: verschiedene Orden und Reiche, die sich bekriegen, Herrscher, die sich Vorteile verschaffen wollen, etwas altes und dunkles, dass wiederzukommen droht, eine handvoll Helden, die mittendrin stecken.

Bakkers Welt ist interessant konstruiert, das Szenario ist leicht arabisch angehaucht. Der Autor versucht in seiner Handlung Abwechslung zu bieten möglichst ein breites Spektrum von Fantasy-Themen einfliessen zu lassen. Uralte Rassen, vernichtete Reiche, Schlachten, Zweikämpfe, Intrigen, Spitzbubenstreiche etc.

Zunächst erfreut sich der Leser an den ausführlichen und liebevollen Details der Welt, an der schönen Karte und den umfangreichen Inhalten. Der Autor hat Philosophie studiert, daher finden sich auch einige nette nachdenkliche Dialoge im Roman.

Die Helden sind allesamt erfahrene Recken, die sich im mittleren Alter befinden und Lebenserfahrung sowie Lebenslast mit sich führen. Es sind keine glorreichen, tadellose Jünglinge, sondern Charaktere mit Fehlern, teilweise auch ohne Moral und mit dunklen Geheimnissen, die auch schon mal Unschuldige niederstrecken. Nicht alle sind sympathisch.

Der Autor konstruiert seine Story nach dem aktuellen Trend in der Fantasy Literatur und kann Autoren wie Erikson oder Martin zugeordnet werden. Die Themen sind düster und oft überwiegt eine depressive und wenig heldenhafte Stimmung. Kein Buch also für Romantiker.

Grösster Kritikpunkt am Roman ist der nicht immer gegebene Erzählfluss. Oftmals gibt es sehr lange Dialoge, in dem der Leser sich die wichtigen Informationen herauspicken kann. Dann reflektiert ein Protagonist noch mal über das Gesagte und nennt die Kernpunkte des Gespräches. Schliesslich folgt meist ein Handlungssprung zu einem weiteren Dialog, manchmal durch Schnellzusammenfassungen (wie durch einen Erzähler) oder andere Handlungsstränge unterbrochen - fast wie in einem Theaterstück. Äusserliche Beschreibungen von Landschaften, Städten usw. finden sich fast nie im Roman. Die Gedanken der Protagonisten stehen im Mittelpunkt.

Auffallend sind die kunstfertig beschriebenen Zweikampfszenen, die sehr an Asia-Kino erinnern (Schwertkampf im Schnee etc.).

Die Gewaltdarstellung hält sich in Grenzen, dennoch sind einige heftige Sachen dabei, daher kein Kinderbuch.

Insgesamt ein tolles Fantasy-Buch mit Potenzial, allerdings auch mit einigen kleinen Fehlern.


Die Gelehrten der Scheibenwelt: Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe
Die Gelehrten der Scheibenwelt: Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe
von Terry Pratchett
  Taschenbuch

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Populärwissenschaftliche Naturwissenschaft, 14. August 2006
Der Scheibenweltzyklus hat einen großen Fananteil im Bereich der jungen "Intellektuellen", oftmals Naturwissenschaftler. Was liegt also näher, als ein populärwissenschaftliches Buch über Naturwissenschaften zu schreiben und Motive der Scheibenwelt einzubringen?

Dieses Buch ist das optimale Geschenk für alle Scheibenwelt-Fans, die zufällig auch Physik-, Mathe- oder Chemie Studenten sind. Die Autoren sind alte Bekannte im Bereich der Populärwissenschaft (z.B. Beiträge in Spektrum der Wissenschaft).

Thematisiert wird ein wenig Entwicklungsgeschichte der Erde (Urknall, Elemententstehung, Überblick über Elemente, Radioaktivität...), das Ganze wird garniert mit Scheibenwelt ähnlichen Scherzen und Motiven. Die eigentliche Handlung, die sich um die Magiuniversität dreht, ist eigentlich nur Mittel zum Zweck und reine Nebensache.

Leider bewegt sich der wissenschaftliche Anteil auf einem recht niedrigen Niveau (Oberstufe bis Vordiplom), so dass bei wirklichen Experten schnell Langeweile aufkommt.

Achtung: Das Buch ist kein Scheibenwelt-Roman, sondern benutzt nur die Scheibenwelt als Schauplatz. Auch Leser, die nichts mit Naturwissenschaft anfangen können, sollten Abstand halten.


Die Chroniken von Thomas Covenant: Die Macht des Rings
Die Chroniken von Thomas Covenant: Die Macht des Rings
von Patrick Niemeyer
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,00

52 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantasy-Klassiker, 14. August 2006
Der Fantasy-Serien-Klassiker, begonnen Ende der 70er Jahre, liegt nun in einer Neuauflage vor. Insgesamt besteht die Serie aus zwei Trilogien. Aktuell verfasst der Autor eine Fortsetzung der Serie, die voraussichtlich weitere vier Romane umfassen soll. Das Buch "Die Macht des Ringes" ist ein schöner Sammelband der ersten Trilogie. Jedes Buch, auch innerhalb der Trilogie, hat ein abgeschlossenes Ende und ist prinzipiell einzeln lesbar. Handlungsstränge werden jeweils ergänzt.

Donaldson verwendet in seiner Romanserie klassische Fantasy-Elemente. Der Protagonist kommt aus der realen Welt und wird in eine Fantasy Welt gerufen. Es gibt einen klischeehaften Oberbösewicht, viel Reiseabenteuer und "sense of wonder", Schlachten und Belagerungen. Aber Donaldson bringt auch - für damalige Verhältnisse - neuartige Elemente mit in die Geschichte ein. Der Protagonist ist ein zweifelnder Antiheld. Nicht alles verläuft glorreich, Fehler werden begangen und moralische Probleme tauchen auf.

Zwei Dinge machen den Roman zur Besonderheit. Zum einen ist die von Donaldson erschaffene Welt aussergewöhnlich intensiv und interessant. Sie ist in keinem Fall mit Herr der Ringe vergleichbar. Der Autor schafft etwas völlig neuartiges und bringt zusätzlich einige Ideen aus verschiedenen real existierenden Kulturen mit ein. Das Resultat ist einer der besten Welten des Genres. Als zweites zu nennen sind die bewegenden Schicksale der Protagonisten.

Auch wenn der Roman einige wunderschöne Szenen enthält, so ist er doch im wesentlichen ein Drama. Stellenweise sind die von Zweifel und Depression geprägten Monologe des Helden ausgeweitet.

Donaldson lässt sich Zeit. Es gibt keine Handlungssprünge, nur eine Erzählperspektive, wenig Knalleffekte und Actionszenen, lange Kapitel. Stellenweise ein ruhiger Roman, der von seiner Atmosphäre lebt. Einige Leser könnten den Roman als langweilig empfinden. Kurze Handlungsteile spielen in der Realwelt.

Das zweite Buch in dieser ersten Trilogie gehört wahrscheinlich mit zum Besten, was jemals in diesem Genre auf Papier gebracht wurde.

Noch eine Warnung: Achtung, die Romanbeschreibung im Innencover nimmt bereits den Handlungsverlauf des ersten Buches der Trilogie vorweg. Auch der Personenregister gibt eine zeitliche Entwicklung einzelner Personen preis.


Der Stern der Pandora: Die Commonwealth-Saga, Bd. 1
Der Stern der Pandora: Die Commonwealth-Saga, Bd. 1
von Peter F. Hamilton
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komplexe, vielschichtige SF, 16. November 2005
"Stern der Pandora" ist der Auftakt einer neuen Serie von Peter Hamilton. Im Original wurde die Serie nach dem zweiten Band abgeschlossen, auf Deutsch werden vorausichtlich vier Bände daraus gemacht.
Die Serie ist thematisch unabhängig von anderen Hamilton-Romanen, spielt aber im gleichen Universum wie "Der Dieb der Zeit" (Misspent Youth).
Die Menschheit hat die Technik der Wurmlöcher entdeckt und benutzt lediglich normale Fahrzeuge zur Erkundung des Alls. Raumfähren sind nur noch ein Nischenprodukt. Als ein seltsames Objekt am Himmel erscheint muss auf die alte Technologie der Raumfähren zurückgegriffen werden.
Im wesentlichen ist Hamiltons Buch ein "Erstkontakt" Szenario, wobei der Titel des Buches schon fast Programm ist.
Handlungsebenen und Personenaufgebot sind umfangreich. Hamilton lässt sich sehr viel Zeit bei der Beschreibung seiner Charaktere. Es kann schon mal vorkommen, dass nach einem Cliffhanger der Handlungsstrang für 100 Seiten abgebrochen wird und eine Nebenhandlung aufgegriffen wird. Schon zu Beginn des Buches werden unzählige Charaktere und Schauplätze eingeführt. Das erfordert vom Leser viel Zeit sowie Konzentration und könnte einigen zu viel sein.
Hamiltons Technologie in diesem Roman ist schlüssig und nicht so weit entwickelt wie im Armageddon-Zyklus. Erneut werden seine Lieblingsthemen künstliche Intelligenz und Lebensverlängerung aufgegriffen. HardSF Elemente gibt es kaum.
Die verschiedenen Handlungsstränge repräsentieren unterschiedliche Stilelemente. Es gibt einen Abenteuerstrang, mit hohem Anteil "sense of Wonder", der elfenartige Aliens zum Gegenstand hat und fast aus einem Fantasybuch stammen könnte. Weiterhin gibt es eine Handlungsebene, die sich wie ein Krimithriller liest und eine Ebene, die die klassische Space Opera repräsentiert. Auch Politik, Intrigen und Terrorismus sind Bestandteil des Romans.
Hamiltons Vorliebe für Gewalt und Erotik sind auch in der neuen Romanserie erkennbar, auch wenn diese Elemente im Vergleich zu "Armageddon" und "Fallen Dragon" eher dezent eingesetzt werden.
Leser, die sich auf die verschiedenen Handlungsstränge einlassen, erhalten eine glaubwürdige, komplexe, intensive und abwechslungsreiche Darstellung eines Zukunftszenarios. Daher einer der besten SciFi- Romane der letzte Monate. Lediglich an der ein oder anderen Stelle hätte man sich eine Kürzung erhofft.


Schattenritter. Die Chroniken von Myrillia 01.
Schattenritter. Die Chroniken von Myrillia 01.
von James Clemens
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schattenritter, 6. Oktober 2005
"Schattenritter" ist der Auftakt einer neuen Fantasychronik, die mindestens drei Bänden umfassen wird. Hier liegt eine sehr frühzeitige Übersetzung vor, die amerikanische Ausgabe wurde erst im Sommer 2005 veröffentlicht.
Der Autor hat eine detaillierte Welt mit ungewöhnlichem göttlichen System entworfen. Götter spielen eher die Rolle von Königen oder Herrschern und sind auf der materiellen Ebene präsent. Eine der Göttinen wird von einer dunklen Macht ermordet und der zufällig anwesende Protagonist steht unter Verdacht und muss seine Unschuld beweisen. Eine zweite Protagonisten ist eine junge Priesterin mit mysteriöser Vergangenheit...
Das Buch ist nicht für Kinder geeignet, Körpersäfte aller Art sind Teile des magischen Systems der Welt, ausserdem werden Vergewaltigungen und Folterungen thematisiert.
Dem Leser wird einiges an "Sense of wonder" geboten, die Beschreibung der Bewohner, Sitten und Gebräuche sind gut ausgearbeitet. Auch Kampfszenen kommen nicht zu kurz.
Insgesamt 3-4 Sterne, neue Standards werden nicht gesetzt und
gelegentlich gibt es eine Gratwanderung zur Pulp-Grenze.


Die Grenze (Shadowmarch, Band 1)
Die Grenze (Shadowmarch, Band 1)
von Tad Williams
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,95

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 5. Oktober 2005
Ursprünglich war diese Geschichte als Nebenbei-Internet-Projekt gedacht. Der Autor stellte wie in einer Fortsetzungsgeschichte immer neue Kapitel des Romans gegen Bezahlung zur Verfügung. Das Konzept war allerdings wenig erfolgreich, so dass Williams den Roman erweitert und als Druckversion veröffentlicht hat.
Williams neue Fantasysaga bietet gewohnt intensive, umfangreiche aber auch herkömmliche Kost. Es gibt mehrere Handlungsebenen mit einer höhen Zahl an Protagonisten.
Eine Burg, die am Anfang der Geschichte steht und deren Grundriss im Buchdeckel des Buches dargestellt ist? Ein am Arm verkrüppelter Bruder des Prinzen? Eine Flucht durch die Katakomben der Burg? Eine Art Doktor als weiser Gelehrter der Burg? Wie, das kommt Ihnen bekannt vor? Ein hellheutiges Elfenvolk als möglicher Antagonist? Tatsächlich sind zu Beginn extreme Gemeinsamkeiten zu der "Drachenbeinthron-Saga" erkennbar.
Hauptkritikpunkt für einige Fantasy Fans könnte die Tatsache sein, dass Williams einige sehr untypische Elemente in seine Geschichte einbaut, die sich so gar nicht nach High Fantasy anhören. Rollenspielexperten sollten beim Leseerlebnis also Toleranz aufweisen. Extreme Beispiele sind Musketen-Waffen und Däumlinge.
Insgesamt ist der Roman bisher leider nicht der erhoffte Meilenstein. Teilweise - Williams typisch - sind die Helden zu sehr "desperate Heroes". Einige Handlungsebenen sind zäh und überladen. Objektiv als Einzelroman 3 Sterne.
Der Williams-Fan findet dennoch Gefallen an dem Roman und kann sich über die unzähligen und liebevollen Details erfreuen. Wie der Autor selbst einmal sagte, sollen seine Bücher mit Absicht keine Pageturner und Filme in Buchform sein.


Die Chronolithen: Roman
Die Chronolithen: Roman
von Robert Charles Wilson
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Chronolithen, 4. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Chronolithen: Roman (Taschenbuch)
"Chronolithen" spielt in der nahen Zukunft und ist im wesentlichen ein Gegenwartsroman mit leichten Science Fiction Elementen. Es finden sich Anleihen aus Wissenschaftsthrillern, Abenteuerromanen und Krimis.
Mysteriöse Steinsäulen tauchen auf der Erde auf. Der Autor interpoliert das daraus resultierende gesellschaftliche-, politische- und wissenschaftliche Verhalten der Menschen. Das Schicksal des Protagonisten ist eng mit der Erforschung der Steinsäulen verbunden.
Von der Intention her ist „Chronolithen" ein Buch über Menschlichkeit und über menschliche Schicksale. Die Charaktere sind interessant und intensiv ausgearbeitet. Die Handlung verfolgt das Schicksal und die Lebensgeschichte der Protogonisten über einige Jahre. Daher geht es in der Geschichte auch um Beziehungskisten, Arbeitssuche, Hoffnungen und Erwartungen.
Man könnte einen Wissenschaftsthriller im Stile von "Cosm" vermuten, dies ist aber nicht der Fall. Die physikalischen Hintergrunde sind nur Beiwerk und haben keine echte Grundlage.
Ein unterhaltsames und spannendes Buch mit bewegender Momenten und einem Schuss Gesellschaftskritik mit Endzeitatmosphäre.
Lediglich Leser, die einen hohen technischen oder Hard-SciFi Anteil bzw. einen klassischen Zeitreiseroman erwarten, dürften enttäuscht werden. Auch das etwas unkonventionelle Ende des Buches könnte bei einigen Lesern nicht Gefallen finden.


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