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Rezensionen verfasst von
Passionate Geezer "Jackson"

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Ein französischer Roman
Ein französischer Roman
von Frédéric Beigbeder
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beigbeders französischer Roman, 11. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein französischer Roman (Taschenbuch)
In Frankreich scheint Frederic Beigbeder bereits seit einigen Jahren eine bekannte Persönlichkeit zu sein. Mir begegnete er erst vor Kurzem in Houellebecqs Roman „Karte und Gebiet“. Weitere Recherche führte mich zu einem Video, in dem die beiden Autoren in Russland bei einer Lesung zusammen anwesend waren. Daraus schlussfolgerte ich, dass wenn mir Houellebecqs Romane gefallen, mir auch die Romane von seinem Kumpel Beigbeder gefallen werden.

Etwas erstaunt war ich gewesen bei den Amazon-Bewertungen des letzten Beigbeder Romans „Ein französischer Roman“ nur fünf Rezensionen zu entdecken („Karte und Gebiet“ hatte 84 Rezensionen). Offenbar war Frederic nicht so populär bei den Amazon-Kunden wie sein Kumpel Michel... Aber das hatte nichts zu sagen; schließlich hat das phantastische „Rayuela“ von Cortazar nur sieben Bewertungen; also kaufte ich mir den „Ein[en] französische[n] Roman“.

Jetzt verstehe ich auch, warum dieser Roman nicht populär ist. Er dreht sich komplett um die Person von Frederic Beigbeder. „Mein Leben ist sicher nicht interessanter als Ihres, aber auch nicht uninteressanter.“ - steht auf der Seite 243. Vollkommen richtig! Dieses Werk ist interessant für diejenigen, die irgendein Interesse an der realen oder fiktiven Person Beigbeders haben. Für die meisten anderen Leser ist dieses Buch nicht mehr als eine Lebensgeschichte eines Mannes, die literarisch gut verarbeitet wurde.

Wo ist das Problem? Warum nur drei Sterne? In allen möglichen Romanen werden Lebensgeschichten von anderen Menschen beschrieben! Ja... Aber dieses Werk spielt eindeutig mit den voyeuristischen Begehren, die sich an die Person des Verfassers richten. Wie geht er mit seiner Tochter um? Wann hat er wo gekokst? Welche Stellen am Körper einer Frau ziehen ihn am meisten an? Weint er, wenn er sich einen traurigen Film anschaut? Wenn man sich als Leser nicht für die Person Beigbeder interessiert, werden auch die ganzen Anspielungen und Offenbarungen keine große Bedeutung haben.

Literarisch ist das Buch in der Form von mehreren kurzen Essays verfasst. Der Autor weiß durchaus, wie man schreibt, wie man die Handlung mit den Themen verknüpft, wie man intertextuelle Verweise einfügt, wie man die Handlung aufbaut. Und das alles verwendet er, um auf 253 den fiktiven Frederic Beigbeder auszumalen.

Wenn man sich also für Frederic Beigbeder interessiert, kann ich das Buch in der Tat empfehlen. Wenn man sich für Frederic Beigbeder nicht interessiert, dann kann das Buch dazu dienen, um Frederic Beigbeder kennenzulernen. Wie dem auch sei... Bei dem Buch kommt man um Frederic Beigbeder nicht herum!

Empfehlungen für autobiografische Bücher: Charles Bukowski „Mann mit der Ledertasche“ und Rainer Wieczorek „Freie Hand“.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 20, 2014 8:30 PM MEST


Freie Hand: Roman
Freie Hand: Roman
von Rainer Wieczorek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,80

5.0 von 5 Sternen Literatur, die die Öffentlichkeit vor uns verbirgt!, 14. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Freie Hand: Roman (Gebundene Ausgabe)
In diesem Roman von Rainer Wieczorek geht es um den Aufstieg und Fall eines Literaturhauses. Der Roman ermöglicht eine Einsicht in die - von der Presse und den Bestsellerlisten - weniger gut beleuchteten Sphären der Literatur. Die Erzählweise erinnert durch die autobiografischen Anteile und eine gewisse Selbstironie an Charles Bukowski; Auch wenn Wieczoreks Roman viel stärker stilisiert ist.

Dieser Roman ist eine Nachruf an die - langsam vor sich hin sterbende - avantgardistische Literatur, für die sich die Öffentlichkeit nicht interessiert und die deswegen auch schlecht gefördert wird. Zugleich ist es auch ein Aufruf an alle Neugierigen unter uns, sich in die dunklen Ecken der Literatur zu wagen und neue Sachen auszuprobieren.

"Freie Hand" ist ein sehr guter Einstieg in die Welt der interessanten, qualitativ hochwertigen Literatur, die bisher für viele verborgen geblieben ist!


Puella Magi Madoka Magica - Die komplette Serie [3 DVDs]
Puella Magi Madoka Magica - Die komplette Serie [3 DVDs]
DVD ~ Christine Marie Cabanos
Preis: EUR 34,97

1 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein NGE, 10. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist ungewöhnlich, kommt aber in keinster Weise an Neon Genesis Evangelion heran. Die Charaktere werden recht einseitig dargestellt. Die Story selbst ist eine Mischung aus Sailor Moon, Evangelion und Steins Gate (wobei ich persönlich die ganzen überschwänglich positiven Bewertungen zu Steins Gate nicht nachvollziehen kann). Toller Soundtrack und einige wunderschöne Kampfszenen sind vorhanden. Wenig Fanservice, wenig Blut. Irgendwann erinnert es an den gordischen Knoten, was in meinen Augen eine Kritik darstellt.

Ungewöhnlich – aber kein Meisterwerk.


Cloud Atlas. (Sceptre)
Cloud Atlas. (Sceptre)
von David Mitchell
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,50

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geht so..., 16. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas. (Sceptre) (Taschenbuch)
Interessante Idee, die auf eine viel zu gewöhnliche Weise umgesetzt wurde.

Die Idee, dass zeitliche Epochen, literarische Genres, Charaktere und Ereignisse miteinander verbunden sind, stellt das Grundgerüst von „Cloud Atlas“ dar.

Das Problem ist aber die Umsetzung: Wenn man „Cloud Atlas“ grob in einzelne Bestandteile zerlegt, erhält man sechs Geschichten, die von ihrem Inhalt nichts Besonderes darstellen. Die Charaktere sind zwar nicht komplett eindimensional, aber doch sehr zweckgebunden. Alle Handlungsstränge sind aus anderen Vertretern der jeweiligen Genres(Bücher und Filmen) bekannt. Es fehlt inhaltlich an Innovation innerhalb der einzelnen Geschichten.

Der – sich von Erzählung zu Erzählung ändernde – Schreibstil verdient dagegen Anerkennung.

Im Grunde war es das auch schon. Ja.. die einzelnen Erzählungen werden durch intertextuelle Verweise miteinander verknüpft.. Und ja, das Motiv der zivilisierten Gesellschaft, die von Menschen aufgebaut und zerstört wird, zieht sich durch den gesamten Roman durch... Und ja, alles ist miteinander verbunden und alles wiederholt sich... Aber es ändert nichts daran, dass die Erzählungen selbst banal und trivial sind. Da helfen auch die eingebauten Cliffhanger nicht.

Wer Lust auf einen Roman hat, indem unterschiedliche Epochen und unterschiedliche Charaktere miteinander verbunden sind und die Handlung innovativ ist, dem kann ich Haruki Murakamis „Mr. Aufziehvogel“ empfehlen.


Diablo
Diablo
Wird angeboten von Preferito, Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 26,99

1.0 von 5 Sternen Fehler 37, 31. Mai 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Diablo (Computerspiel)
Diablo 3 macht an sich einigermassen Spaß. Die Suche nach wertvollen Gegenständen hat immer noch ihren Reiz (genau wie bei Diablo2)

Die Story der Kampagne ist echt lahm ist... Alle Charaktere (Tyrael, Adria, Leah, Templer, Schuft, Zauberin) haben überhaupt keine Tiefe.

Der größte Kritikpunkt ist aber, dass man es nicht geschafft hat vor dem Spiellaunch dafür zu sorgen, dass die Spieler auch reibungslos auf die Server kommen! Vor allem wenn man selbst den Anspruch darauf erhebt auch den Single Player Modus nur über eine Internetverbindung spielbar zu machen, sollte man schon dafür sorgen, dass es läuft.

So - wie Diablo 3 - jetzt ist, erinnert es sehr stark an eine Fortsetzung der Beta-Test-Phase... Da fragt man sich echt, wofür eigentlich die ganzen Jahre der Entwicklung draufgegangen sind? Das Spielprinzip ist ja noch wie bei D2... Die Story kann man aus jedem x-beliebigen Horror-Mystery Buch entliehen haben... Das AuktionsHaus? Aber das funktioniert ja irgendwie nicht richtig... Das Battle.net 2.0 und interessante Onlineerfahrungen? Das funktioniert auch nicht reibungslos...

Ich vergebe einen Stern, weil es einfach unfair gegenüber dem Kunden ist, total überteurte 60 Euro für das Spiel zu verlangen, das dann nicht einmal spielbar ist.


Die Dame vom See: Roman
Die Dame vom See: Roman
von Andrzej Sapkowski
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,90

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter Abschluss - aber der schwächste Roman der Geralt-Reihe, 25. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Dame vom See: Roman (Taschenbuch)
Objektive Meinung (so objektiv wie möglich):

Es ist eine Empfehlung für jede/n Hexer-Romane-Liebhaber/in - "Die Dame vom See" führt alle Erzählstränge gut zusammen, die in den vorangegangenen Bänden begonnen wurden. Wer also wissen will, wie das Abenteuer endet, sollte sich den Roman auf jeden Fall kaufen.

Ein Paar subjektive Eindrücke (vor allem Kritikpunkte :) ):

Das Lesen von "Die Dame vom See" bereitete mir weniger Vergnügen, als das Lesen der anderen Bücher über den Hexer. Dies soll aber nicht heißen, dass ich total angewiedert und nur in einem Schutzanzug mit einem verzogenem Mund und unter höllischen Schmerzen den Roman gelesen habe - Dies war eindeutig nicht so.

Sapkowski hat versucht in "Die Dame vom See" nochmal von all dem ein bisschen hineinzupacken, was über die ganzen Romane verteilt gewesen ist: Erotik, Krieg, Diplomatie, Humor, Abenteuer, Monsterkämpfe, Politik, Metaphysik, Vorsehung, Zauberei, Duelle... Und -wie es eben oft passiert - nimmt die vielseitige Mischung dem Handlungsverlauf manchmal die Spannung weg. (Dafür bekommt man aber mehr Einblicke in verschiedene Teile dieser Welt. Hier ist natürlich die Frage, was den jeweiligen Leser eher interessiert - die WElt oder die Schicksale der einzelnen Charaktere. Mich interessierten eher die Charaktere.)

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass viele dramatische Ereignisse sehr pathetisch rüberkamen - wie in einem guten Blockbuster. (Und damit meine ich nicht nur die Kriegsszenen, sondern auch ein weiteres Kapitel, in dem vielschichtige Charakteren wie von Zauberhand zu tragischen und flachen Vollidioten werden.)

Es fehlte auch das Gefühl einer ständigen Bedrohung für die Welt und für die Protagonisten, das ich beim Lesen von "Feuertaufe" und "Schwalbenturm" empfunden habe. Das Fehlen der Bedrohung liegt zum einen ebenfalls daran, dass man eben zwischendurch immer wieder etwas von der WElt als solcher präsentiert bekommt. Zum anderen (und vor allem!) liegt es aber an einem literarischen Kunstgriff, den Sapkowski bereits in "Schwalbenturm" verwendet hat. Was in "Schwalbenturm" aber funktionierte, nimmt in "Die Dame vom See" bestimmten Szenen die Spannung weg.

Ein weiterer Aspekt, der mich an diesem Band gestört hat, war die Zufälligkeit - Vor allem von dem Eintreten eines bestimmten Ereignis, das maßgeblich das gesamte Abenteuer beeinflusst. Es erinnerte mich an Harry Potter 7 und das sinnlose Wandern durch den Wald auf der Suche nach irgendwas. Im Sinne von wir wandern und wandern und wandern.. hopa.. das ist ja was... Aha!... also da ist es also...

Aber das sind vermutlich nur die Emotionen eines Hexer-Fans - Denn abgesehen von diesen Kritikpunkten steht "Die Dame vom See" den anderen Bänden in Nichts nach und hat sogar ein Paar nette Überraschung im Angebot. Ich bezweifele, dass ein Hexer-Leser, der sich bis zu dem Roman "durchgelesen" hat, beim Lesen von "Die Dame vom See" vor Langeweile einschlafen wird. - Mindestens ein lesenswertes Kapitel ist für jeden Geschmack dabei - Da bin ich mir sicher :)

Fazit

"Die Dame vom See" ist ein eindeutig lesenswertes Buch - Aber meine Favoriten bleiben "Die Feuertaufe" und "Der Schwalbenturm". Die Dame vom See muss sich leider nur mit dem letzten Platz (nach "Die Zeit der Verachtung", "Das Erbe der Elfen" und den beiden Kurzgeschichtsbänden) begnügen.

Die Mini-Kritik an dem letzten Band ändert nichts daran, dass die Hexer-Saga an sich nach wie vor ein unglaublich spannendes Abenteuer mit vielschichtigen Charakteren in einer gut durchdachten Welt darstellt, das ich niemandem vorenthalten würde.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 3, 2014 12:23 PM MEST


Rayuela. Himmel und Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Rayuela. Himmel und Hölle: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Julio Cortázar
  Taschenbuch

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlung - aber nicht für jeden., 22. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rayuela (Himmel und Hölle) von Julio Cortázar ist meiner Meinung nach ein phantastisches Werk, das ich allerdings nicht jedem empfehlen würde.

Ich habe lange (ganze 10 Minuten) überlegt, wie ich meinen eigenen Eindruck schildern könnte, ohne ins Nacherzählen oder Interpretieren zu verfallen. Habe mich letztendlich dazu entschlossen, es ganz einfach zu machen.

Wenn ihr interessiert seid an Literatur, die die bestehenden formalen und inhaltlichen Konventionen abändert und teilweise bricht....

Wenn ihr bereit seid einen Schauer von Ansichten, Perspektiven, philosophischen Theorien, literarischen Theorien, musikalischen Theorien über euch ergehen zu lassen...

Wenn es euch nichts ausmacht in jedem Kapitel mindestens (hehe) einen Namen eines Philosophen, Musikers, Schriftstellers, Künstlers zu entdecken, von dem ihr noch nie etwas gehört habt...

Wenn ihr zugleich nichts gegen spannende Charaktere und eine interessante Handlung einzuwenden habt...

Dann kann ich euch Rayuela empfehlen.

Zum Abschluss möchte ich noch die Bücher anführen, an die ich beim Lesen denken musste: Shakespears "Hamlet", Austers '"New York Trilogy", Murakamis '"Mr. Aufziehvogel", Elliots "The Waste Land", Beckett "Waiting for Godot"

(Wobei dazu muss man sagen, dass Auster und Murakami lange nach Cortázar ihre Werke verfassten. Nichtsdestotrotz würde ich die Leser, die "New York Trilogy" gemocht haben und nun nach einem Werk suchen, das noch einen Schritt weitergeht, auf "Rayuela" verweisen.)


Der Schwalbenturm: Roman
Der Schwalbenturm: Roman
von Andrzej Sapkowski
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlung., 2. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Schwalbenturm: Roman (Broschiert)
"Der Schwalbenturm" ist eine klare Empfehlung für alle Liebhaber der Hexer-Romane.
Und der Hexer-Zyklus als solcher ist eine klare Empfehlung für alle Liebhaber von "Dark Fantasy" und von spannenden Geschichten, in denen es keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse gibt.

Alle, die bisher noch keine Bücher aus der Hexer-Saga gelesen haben, sollten mit "Der letzter Wunsch" anfangen und dann der Reihe nach lesen ("Der letzte Wunsch", "Das Schwert der Vorsehung", "Das Erbe der Elfen", "Die Zeit der Verachtung", "Feuertaufe", "Der Schwalbenturm")
Ansonsten wird man als Einsteiger von der Fülle der Charaktere und Ereignisse einfach erschlagen.

Alle, die alle anderen Romane aus der Hexer-Reihe bereits gelesen haben, können bei "Der Schwalbenturm" bedenkenlos zugreifen.

Auf die Handlung werde ich nicht eingehen - Wer wissen will, was genau mit Geralt, Ciri, Yennefer, Rittersporn und anderen passiert, kann sich das Buch kaufen und es selbst erfahren :)

"Der Schwalbenturm" ist von seiner Struktur her anders als 'Feuertaufe'. Es gibt zwei große Ereignisebenen, die im Verlauf des Romans aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben werden. Stück für Stück offenbaren Charaktere durch ihre Gedanken, ihre Erzählungen und ihre Aufzeichnungen (Grüße an Rittersporn) die stattgefundenen Ereignisse. Der Perspektivenwechsel ist ein interessanter Kunstgriff, der zum einen ein schnelleres Erzähltempo erzeugt und zum anderen die Welt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

In "Der Schwalbentrum" gewinnt vor allem gegen Ende erneut die politische Ebene an Bedeutung. Aber - im Gegensatz zu "Zeit der Verachtung" - reißt die Politik in "Der Schwalbenturm" den Leser nicht so heftig aus der eigentlichen Handlung heraus. Das liegt daran, dass die politischen Intrigen, Verhandlungen und Abkommen an bekannte Charaktere wie Djikstra oder Philippa Eilhart geknüpft sind. Zum Teil offenbart der Gegensatz zwischen der politischen Haltung und den persönlichen Wünschen ganz neue Seiten der Charaktere.

"Der Schwalbenturm" gibt dem Leser die Möglichkeit erneut in Sapkowskis Welt einzutauchen, in der es kein reines Gut und kein reines Böse gibt. Erneut fiebert und leidet man mit den Charakteren. Erneut fällt es einem schwer das Buch wegzulegen, weil man einfach wissen will, wie es weitergeht. Und erneut fühlt man diese Leere, nachdem man die letzte Seite des Romans zu Ende gelesen hat.

Ach ja - Zum Abschluss möchte ich noch die tolle Übersetzung von Erik Simon hervorheben, der auch bei "Der Schwalbenturm" sehr gute Arbeit geleistet hat!


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