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Beiträge von KATHARINA KLAGES
Top-Rezensenten Rang: 914
Hilfreiche Bewertungen: 2037
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Rezensionen verfasst von KATHARINA KLAGES
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Hoffnung!, 23. März 2010
Wat fürn blöder Titel - "Eine Frau gibt nicht auf". Toll! Klingt nach "Anna Maria - eine Frau geht ihren Weg" und andere seichte Hurra-Emanzipations-Soaps, wo Frauen alleinerziehend die Menschheit retten. Der Titel ist aber auch das einzig wirklich Doofe an dem Film. Was schon tragisch ist, denn er hat das Zeug zum Klassiker und klingt nach TeleNovela. Aber vielleicht benennt man ihn nochmal um. Z.B. in "Dr. Hope". Oder NUR "Hope". Die Makatsch spielt hier zum Niederknien die erste Ärztin Deutschlands. 18hundertsoundso, Frauen können gerne Sprechstundenhilfen ihres Arztgatten werden oder (wenn schon Medizin) Gynäkologin... aber Frontfrau für TBC und Fleckfieber? Retterin der Ärmsten der Armen und Kämpferin für neue Kuren? Und sie wird doch selbst Mutter... sollte ihr als Arztgattin das dann nicht genug sein? Sie kann doch allein die Welt nicht retten... wieso ist sie dann nicht aufopfernd für Kind und Gatten da, sondern für die Armen...? Streitbar, engagiert - mit einer wunderbaren Heike M. als Dr. Hope - spröde und unkitschig. Denn auch der Gatte ist zu verstehen, der eigenes Glück will und seine Frau so liebt... Und sie muß es begreifen, daß nicht in jeder Frau eine Revolutionärin wohnt... 19jährige mit 4 Kindern, Lungenentzündung und schlagendem Gatten, selbst so bedürftig nach Liebe, können keine Emanzenkämpfe führen... Auch die Liebeswirren, die Scheidung, das Verlassen des ersten Mannes samt kleiner Tochter, die politischen Turbulenzen, die heftigen Angriffe auf das damals so revolutionäre Frauenverständnis der Hope... die zum Teil heute noch sensible Frage, ob nun das geborene oder ungeborene Leben schützenswerter wäre... Der Film gibt Hoffnung. Auf weitere gute Filme dieser Art ohne 1:1-Antworten. Yeah!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Schöne Geschichte mit kleinem Minus, 18. März 2010
Es mag an meinem großen Respekt vor Hunden liegen. Also, ein kleines ABER bleibt mir, trotz schöner Geschichte... Greta gehört zu den wenigen Kindern, die den großen Ferien eher mit Schrecken entgegensehen: Sie wohnt mit ihrer Familie in einem "goldenen Käfig", sehr luxuriös, von vielen Mitschülern beneidet. Aber das Haus gehört dem reichen, spleenigen Onkel, der die Familie mit seinen allzuoft dargebrachten Kalauern nervt und mit einer sehr engherzigen Hausordnung einschränkt. Gretas besonderer Kummer ist die Abneigung des Onkels vor allen Tieren, die kein Federkleid haben. Der doofe Papagei darf da wohnen, aber Greta darf keinen Hund haben. Dabei wäre ein Hund ihre Erfüllung. - Wie soll sie in so einer Umgebung nun die Ferien überstehen... Zum Glück kommt die Cousine Eule, so genannt wegen einer Riesenbrille, zu Besuch. Eule hat immer Ideen. Sie selbst hat ziemlich coole Eltern, auf den ersten Blick. Die stehen nämlich auf Abenteuer-Urlaube aller Art. Leider haben die nichts mit ihrer Tochter gemein, ergo wird Eule stets zwischengeparkt, wärend die Eltern ihre Survivel-Fallschirm-Tauch-Wüsten-und-sonstigen Reisen zelebrieren. Ob ein echtes Kind das so trocken-ironisch kommentieren könnte... Eule kommt allerdings recht gut damit klar. Immerhin hat sie in den Ferien mal die Chance, hemmungslos die sonst daheim verteufelten Süßigkeiten zu genießen. Ansonsten hat sie die Idee, einen Hundesitter-Service zu gründen: Wenn Greta schon keinen eigenen Hund haben darf, könne sie so doch wenigstens auf Spaziergängen Hundekontakt aufbauen... und dabei noch was verdienen. Die Kinder bieten sich also als Hunde-Ausführer an, und bald boomt das Geschäft. Die Idee ist schön, geht für mich aber allzu glatt über die Bühne. Die Mädels haben zwar einige Aufregungen mit ihren unterschiedlichen Vierbeinern, aber alles läuft beeindruckend pannenfrei ab. So im GroßeGanzen. Als würden sich alle Hunde locker von fremden Kindern managen lassen... Bis auf einen notgeilen Taschenwauwau, der auf pullernde Schäferhunde steht. Aber auch der kann unversehrt, wenn auch etwas versifft, wieder bei der zickigen Besitzerin abgeliefert werden, die dann eben keine Stammkundin wird. Es würde mich mal interessieren, wieviele Kinder auf dieses Buch hin nun wirklich denken, sie könnten auf diese Art und Weise spannend und erfreulich ihr Taschengeld aufbessern. Ich wäre da etwas vorsichtiger... Ich habe halt Respekt vor Hunden! Und der erste ausgesetzt gefundene Bello - ja, Spoiler, ich weiß - darf denn doch Gretas ganz persönliches Haustier werden, denn er Onkel hat inzwischen mal eine glückliche Liebe gefunden, die auch ein Herz für Hunde und hundeliebende Mädchen hat... Schön ist es, daß hier auch mal dicke Frauen erotisch sein dürfen. (Onkel steht auf vollweibliche Tatsachen und keine Prinzeßchen). Schön auch, daß Cousine Eule die Witze des Onkels witzig finden und ihn damit aufbauen darf, auch wenn Greta genervt und irritiert ist. Es gibt eben nicht nur eine Wahrheit - und damit werden alle menschlich, ohne, daß jemand nun völlig umschwenken müßte. Okay, der Onkel tut es - aber der Preis ist auch die Liebe seines Lebens, und da kann man auch einen Hund verkraften auf dem Luxus-Grundstück... Also, als Kinderbuch sei es empfohlen. Dennoch sollte man es dem Nachwuchs stecken, daß das Ausführen fremder Hunde auch etwas komplizierter sein könnte, als hier behauptet...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wer das seinen Kindern vorenthält, verpaßt selbst auch was!, 18. März 2010
Diese Ritter-Geschichten sind vom Feinsten: Phantasievoll, warmherzig, augenzwinkernd und dennoch wahrhaftig - mit einer gehörigen Gender-Portion, ohne plump zu werden... wunderbar! Dazu diese lockerleichte Sprache, die Kinder verstehen und an der auch Erwachsene ihren Spaß haben! Meine Lieblingsgeschichte ist die der Prinzessin, die keine Lust mehr hat, tumben Ritterduellen beisitzen und irgendeinen idiotischen Sieger mit einem Kuß belohnen zu müssen. Die dann selbst heimlich trainiert, sich beim nächsten Duell quasi selbst erobert und fortan allein bestimmt, wen sie küssen will. Und sie heiratet den Rosengärtner und wird sehr glücklich. Schöne Botschaft: Mädels, übernehmt Euer Schicksal doch bitte selbst! Und Jungs - Ihr müßt keine starken Ritter sein - so ein Rosengärtner kann auch Prinzessinnen begeistern, ganz ohne Gewalt und Angebergehabe! Aber auch die Geschichte des Drachen, der seinen Ritter zur Verzweiflung treibt, weil er nun keinen Bock mehr hat auf die blöden Kämpfe, ist wunderbar! Sinn und Unsinn der Ritterromantik wird so herrlich locker in kurzen, einprägsamen Geschichten kindgerecht erzählt. Mit dem Kauf kann man nichts falsch machen! Absolut überzeugend, in Text und Bild!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Warmherziges KinderErleben, 3. März 2010
Charlotte, von allen Sprotte genannt, gibt sich spröder, als sie eigentlich ist: Sie weiß nicht, wer ihr Vater ist, und dieses Thema ist auch tabu. Die Mutter fährt Taxi, auch nachts, und Sprotte ist dann häufig auf Großmutterns Bauernhof. Aber die Oma ist eine herbe Frau, vorwurfsvoll, fordernd, spröde - auch das Verhältnis zu ihrer Tochter, Sprottes Mutter, ist schwierig. So clever und schlagfertig Sprotte sonst ist: Vor der Großmutter fühlt sie sich wie ein Kaninchen, das eine Schlange sieht. Ohnmächtig und ängstlich-starr. Sprottes "Freizeit" wird von der strengen Oma arbeitsreich gefüllt: Unkraut jäten, Hühner füttern, Ställe säubern, Küchenarbeit etc. Besuche sind unerwünscht - Fremde will die Oma nicht im Haus haben! Und immer wieder diese abwertenden Vorwürfe. Vor denen sie auch die Mutter nicht schützen kann - sie muß froh sein, wenn die Großmutter Sprotte während der Taxischichten betreut. Die Oma verreist und hinterläßt dem Mädel einen Zettel-Berg mit Arbeits- und Verhaltensforderungen. Auch ein Schlüsselbund liegt da, mit herablassenden Anweisungen. Dabei ein schwarzer Schlüssel mit dem beleidigenden, aber auch interesseweckenden Satz: "Geht Dich nichts an!" Sprotte hat eine beste Freundin, seit Kindergarten-Tagen: Frieda. Sie hat (im Gegensatz zu Sprotte) keine Rechtschreib-Schwäche und kann also auch eine von Sprotte erdachte Geheimsprache besser umsetzen als die Erfinderin selbst. Doch zu Sprottes Ärger wird Frieda immer wieder als Babysitterin für den kleinen Bruder ganz selbstverständlich vereinnahmt, während der ältere Bruder viel lockerer sein Ding machen kann... der ist halt ein Junge! Sprottes Traum ist eine Mädchen-Bande, die Abenteuer erlebt und vor allem der blöden Jungs-Bande aus der Klasse die Stirn bietet. Weitere Freundinnen hat sie aber nicht, nur die pummlige Trude findet sie noch in Ordnung. Leider ist Trude ohne die schöne, immer schick gekleidete Melanie nicht wegzudenken, die der Traum und Schwarm aller Jungs ist. Und die von der plumperen, linkischen Trude angebetet wird. Aber besser so als gar keine Clique: Die Mädels treffen sich bei Sprotte und lassen sich begeistern von deren Plan, eine Mädchen-Bande, "Die wilden Hühner", zu gründen. Der erklärte Feind, der alle verbindet, sind die doofen Jungs aus der Pygmäen-Bande. Selbst die schicke, verehrte Melanie macht mit, denn Verehrung mag von außen ja beneidenswert sein, aber ihr geht die hohle Schwärmerei der Burschen auch mal auf den Keks. Besonders, wenn im gleichen Atemzug Freundinnen abgewertet werden, die nicht ganz so liebreizend rüberkommen. Also piesackt man sich fortan mit heftigen Streichen: Die Jungs lassen die echten Hühner auf Omas Hof frei, ungedenkt der Tatsache, daß Sprotte dadurch in echte Not kommt: die Viecher verwüsten die Salatbeete und hauen ab, lassen sich schwer fangen - und Sprotte fürchtet berechtigt Omas Zorn. - Im Gegenzug wird denn man die Leiter vom Jungen-Baumhaus umgeworfen. Woraufhin die Mädels in den Schul-Schuppen eingesperrt werden. - Die Jungs haben daraufhin platte Fahrräder zu beklagen. - Usw.usf. Aber da ist noch der schwarze "Geht-Dich-nichts-an"-Schlüssel, der den Mädels wilde Phantasien ob eines Schatzes in Omas Bude beschert. - Als die Jungs den mit den Gartenschlauch planschenden Mädels die Sachen klauen, erobern sie auch den Schlüssel. Und wollen auch auf Schatzsuche gehen... Wie sich die Mädels und Jungs nun weiter raufen, wie die spröde Sprotte und das Girlie Melanie sich denn doch zu schätzen lernen, wie sie erkennen, daß auch der Brutalo der Jungs-Gang so seine Nöte hat mit prügelndem Papa... und wie die Kids sich sonst noch annähern und kennenlernen, ist so wunderschön erzählt: Unkitschig, warmherzig, lebendig! Kindgerecht eben - es gibt nicht nur GUT und nur BÖSE. Und es gibt auch keine totalen Lösungen. Alle Kinder haben Stärken und Schwächen und Nöte und Freuden. Und alles entwickelt sich sensibel und realistisch. Es gibt letztlich keinen Friede-Freude-Eierkuchenbrei, aber als Leser fühlt man sich gut. Man hat eine Geschichte gelesen, in der man sich wiederfinden kann. Schwere und Leichtigkeit halten sich die Wage. Auf kindlich verständlicher Ebene und in einer Sprache, die weder didaktisch noch anbiedernd ist. Sondern locker und wunderbar real. Ein wunderbares Kinder- und Jugendbuch, das die Verschiedenheit und die Träume und Sorgen von Mädchen und Jungen aufgreift und nahebringt, ohne pauschal zu werten oder gar ein RICHTIG (die eher jungenhafte Sprotte) und FALSCH (die schöne Elfe Melanie bzw. die fiesen Jungs) zu unterteilen. Keiner siegt, aber alle erleben und erfahren - und entdecken sich selbst und ihr Miteinander! Und Konflikte sind da, normal und verständlich. - Wunderbar ehrlich - und dabei auch noch humorvoll und spannend! Echte Empfehlung für alle, die neben den Kästner-Klassikern auch mal was aktuelles suchen für den Nachwuchs!
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Natürlich blond 2
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Manch Skurriles hats noch..., 16. Februar 2010
Teil 1 hat mich ja wahrlich überrascht und erfreut! Und zweite Teile haben es IMMER schwer... man will anknüpfen am schönen Erfolg, ohne immer wirklich die zündende Idee für einen abendfüllenden Film zu haben! Also, Frau Witherspoon als tapfer-naive Elle tut, was sie kann: Sie sieht umwerfend aus, verfügt über viel Selbstironie in Pink und verkauft es mit erfrischender Ernsthaftigkeit. Man nimmt es ihr also ab, daß sie mit ihrem So-Wie-Sie-Ist-Auftreten ihr Umfeld erst irritiert und auf Ablehnung hält, dann aber überzeugt mit totaler Authenzität. - Und das ist das dicke Plus des Films: Die Hauptfigur Elle kriegt immer noch die Kurve, wenn es ins bekannte amerikanische Gutmenschentum abzutriften droht. Bsp: Blondie steht vor einem hohen Gremium, vor dem nur die Elite wirklich reden darf... Und da steht das Blondchen nun und plappert von den ureigenen amerikanischen Werten... und landet prompt beim wichtigsten Menschenrecht: Dem perfekten Haarschnitt nebst korrekter Haarpflege. Das kann der kritische Zuschauer nun völlig daneben und oberflächlich finden... Aber die verblüfften Politiker werden vor lauter Verblüffung zu Menschen... die auch schön sein wollen, sich wohlfühlen, und ihre Haustiere ihrer Kindheit lieben. Es ist sehr spaßig, zu sehen, wie Elle mit ihrer frischen Unbedarftheit aus dieser Karrieretruppe einen bunten Kindergeburtstag macht. Alles wird plötzlich so leicht und locker... Die eiserne Lady der Politiktruppe schwärmt im Herzen noch von der Schwesternschaft der einstigen Studi-Gruppe, und damit kriegt Elle auch sie. Und der konservative Waffen-Lobbyist hat einen großen Hund, männlich, der sich in Elles Handtaschenwauwau (auch männlich) verknallt... und der fette Konservative verkraftet diesen Schock und outet seinen geliebten, schwulen Hund. Und alle strebsamen Kollegen lassen sich denn doch von Blondies Kraft mitreißen, selbst die graumäusige Sekretärin entdeckt ihre erotische Weiblichkeit. All das ist sympathisch. Jedoch die blonde Offenbarung des Teil 1 erreicht es nicht mehr so ganz... Die intrigante Gegenspielerin wird zu geschmeidig ausgekegelt. Und bei aller bewilligten Unbedarftheit... so leicht kann man GUT (Tiere) und Menschen (Forscher) denn auch nicht trennen. Klar, viele Luxus-Tierversuche sind widerlich und gehören verboten. Aber in toto... Wer gesund ist und wessen Liebste sich bester Gesundheit erfreuen, mögen gerne wettern, pauschal. Aber wer denn Krebs hat und eine professionelle OP braucht, ist denn letztlich doch ganz dankbar, wenn die Ärzte schon so weit sind... Und soll das Versuchskarnickel statt eines Hundes denn ein armer Mensch sein, der zu seinem Pech in der Dritten Welt geboren wurde...? Oder sein Hartz IV aufbessern will? So lange es MIR gut geht, kann ich mich auch um das Wohl von Laborratten kümmern. Ansonsten will ich gute Ärzte.... Aber wie wichtig ist mir ein perfekter Lidschatten oder ein Parfüm, wenn im Gegenzug dafür andere Geschöpfe Gottes (Tiere) leiden müssen oder ausgerottet werden... Der Film hätte mehr anspielen können. Aber er blieb in dem Punkt flach. Schön, wie Elle zum Schluß als mögliche Wohnoption das Weiße Haus anschielt. Blondie for President. Aber dafür bräuchte der Film mehr Sarkasmus und weniger eindimensionaler Naivität. Denn SOOOO einfach ist es nun auch nicht...
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Zwischen Spott und entspannter Leichtigkeit..., 9. Februar 2010
Was haben wir gespottet in den 80igern!!! Über diesen Kitsch. Schmalz. Patrick Swayze als sehnsüchtiger Mädchentraum! Diese süßtriefende Lovestory eines Mädels, das sicherlich mal 17 war (aber nicht mehr bei den Dreharbeiten) und ihres tollen Tanzlehrers im Nobel-Ferienort unter lauter geistigen, aber reichen Tieffliegern! Aber... die Kinos waren voll und ALLE absolut informiert über jede Szene. Wassermelonen-Tragen bekam eine neue Bedeutung, und Schulkameradinnen berichteten mit leuchtenden Augen, wie sie mit ihrem aktuellen Lover im Sommersee beim Baden Hebefiguren á la Jonny-Baby übten. Auch ich erwischte mal in meinem Zimmer den Soundtrack, den ich selbst heimlich dorthin geschmuggelt habe... Außerdem zwang mich meine autistische Schwester, sowohl Video als auch DVD gefühlte 500x zu sehen (ich glaube, es war wesentlich öfter...), weil sie die Stimmung des Filmes so mochte. Und was soll ich sagen, 20 Jahre später... Wenn ich diesen Film heute mal wieder gucke, weil die Schwester drauf besteht, fühle ich mich über weite Strecken entspannt und fröhlich. Klar, die Story ist nicht wirklich (über)fordernd, trotz sozialer Gutmenschen-Botschaft: Ein unbedaftes Mädel, dessen Hero noch unbestritten der Papa (Arzt!) ist und das sich nebenbei für Kennedy und die Friedensbewegung interessiert (während Wohlstandsmami und Barby-Schwester im Schneewittchenlook noch nicht mal wissen, daß es sowas gibt) fährt mit in das teure Sommercamp. Beobachtet dort die frischen Tänze der Tanzlehrer Jonny und Penny und erfährt so nebenbei, daß beide mal ein Paar waren, aber nicht mehr sind... Das bringt sie auf die moralisch sichere Seite, als sie sich in Jonny verknallt. Und sie bricht aus ihrem artigen Töchter-Dasein aus, als sie nun nicht nur aus Quatsch und Langeweise Tanzen lernt: Penny ist schwanger vom Kellner (Frauenaufreisser und Medizin-Student in spe), und die Abtreibung kann nur an einem Tag absolviert werden, an dem Jonny nebst Partnerin fest für einen Auftritt gebucht sind. Also reicht es nicht, um ein guter Mensch zu sein, Penny die Kohle vom reichen Papa für den Eingriff rüber zu reichen: Sie muß auch selbst ran, als Tanzpartnerin Jonnies für besagten Abend. Schwierig, denn Baby Houseman kann bis dato so gar nicht tanzen. Man verkneift sich als Zuschauer Logik-Fragen, denn in Jonnies Tanzbrigade gibt es etliche Mädels, die es könnten. Wie durchaus in den Ensemble-Tanzszenen zu sehen. Aber es geht ja um die Love-Story "Reiche Tochter, armer Tänzer" und um die Emanzipation der Liebe und des Mädels. Also trimmt sie sich innerhalb weniger Tage den Mambo auf Highheels ein und rettet den Auftritt. Penny wird allerdings vom teuren Abtreibungsarzt eher mißhandelt den gut versorgt, und Baby holt ihren Papi, der erfolgreich Schadensbegrenzung betreibt. Aber der ist nun enttäuscht von seiner Tochter, die sich mit solchen Leuten einläßt und sich in einen Typen verknallt, den Papi für einen gewissenlosen MädchenSchwängerer hält. Zumal Jonny, der aus Liebe zu Baby seine Callboy-Nebenjobs bei vernachlässigten Millionärsgattinnen vernachlässigt, aus Rache von einer so Vernachlässigten des Diebstahls bezichtigt wird und rausfliegt. Aber er schlägt am Abschiedsabend trotzig wieder auf, tanzt mit seinen Leuten die Sterne vom Himmel und outet Baby als super Tanzpartnerin, die es ihm klar gemacht habe, worauf es im Leben so ankommt. - Da kann sich auch der Papa nicht mehr sperren, zumal Jonnys Rhythmen bei allen einschlagen, sich seine Ehrhaftigkeit lückenlos rausstellt (er hat weder geklaut noch geschwängert) und Kellner Robby sich selbst entlarvt als Schwein. Und alles löst sich auf in lebensfrohem Tanz. - Aber es gibt wirklich Momente, die diesen Film über Normalkitsch rausheben: Patrick Swayze kann wirklich tanzen, und genau deswegen soll er diesen Film auch unbedingt gewollt haben. Und ehrlich: Seine Tanzeinlagen mit der Darstellerin der Penny sind wirklich WOW!!!! Jennifer Grey als Baby ist keine 0815-Schönheit. Man kann sie sogar als häßlich behaupten, ohne ihr eine fette Brille und Zahnspange zu verpassen. Aber sie spielt so natürlich, daß einem warm ums Herz wird. Ihre tapsigen Tanz-Anfänge und Übungen auf der Brücke (mit rhythmischen Verzweiflungsanfall) sind absolut sympathisch. Zumal sie "in echt" ja auch vorzeigbar tanzen kann, obwohl sie da nicht an die Penny-Darstellerin rankommt. Noch ein Highlight ist die doofe, flache Mutter: Wenn sie am Ende angesichts ihrer professionell tanzenden Tochter den moralischen Papa erst herzhaft-dominant zurückhält und dann erklärt: "Ich sag dir, das hat sie von mir!" ist das Komik pur und berührt ob all der so gezeigten ungelebten Muttersehnsüchte, die nun in der Tochter aufblühen... Und wenn die seicht-schöne Schwester, die erkennen mußte, daß der schöne Verehrer Roby eine Flachpfeife ist, später der so oft angegifteten Baby erklärt, sie wäre schön, genau wie sie ist - dann hat das auch was! Klar, der Film ist Kitsch. Aber mit überraschend-erfreulich humorvollen und lebensfrohen Momenten. Und darum sehe ich ihn gerne. Immer wieder. Und das muß ein Unterhaltungs-Film erstmal schaffen...
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Haihappen Uhaha!!!! (Einfach schwimmen-schwimmen-schwimmen), 6. Februar 2010
Manchmal gehört ja fast Mut dazu, als Erwachsene allen Ernstes einen Disney zu favorisieren. Disney steht doch für jeden halbwegs Intellellen für Kitsch, Bonbonfarben, süßliche Stories, heile-heile-Welt-Animationen und schmalzige Songs... also, geht ja alles gar nicht! Als Jugendliche traute ich mich nur in einen Disney-Trickfilm, wenn ich meine kleine Schwester als Alibi dabei hatte (die ich dann mit PopCorn bestechen mußte). Und amüsierte mich heimlich in der Dunkelheit des Kinosaales über Aladin und die Schöne und das Biest... und ärgerte mich über Geschichtsverfälschungen wie beim "Dschungelbuch" oder bei Arielle... Und dann kam NEMO. Das kleine Clownfischchen sah und siegte! Das ist einer der Trickfilme, bei denen für meinen Geschmack alles richtig gemacht wurde! Voller Phantasie, Humor, Einfühlsamkeit, Lebensfreude und Abenteuerlust! Der kleine Nemo wächst bei seinem alleinerziehenden Papi als Einzelkind auf. Eigentlich hätte er knapp 400 Geschwister und eine liebevolle Mami haben sollen... Aber kurz vor Nemos Schlüpfung kam ein Raubfisch des Wasserweges, und der erschütterte Papa blieb mit dem letzten Fischei allein zurück... Dieser Vorspann ist eigentlich nichts für zarte Kindergemüter, aber immerhin erklärt er, wieso der Papa nun so paranoid auf Sicherheit bedacht ist und seinen kleinen Nemo am liebsten vor ALLEM total beschützen will. Als Nemo endlich zur Schule darf, gehts mit dem ängstlichen Papa durch: Vor allen anderen Fischkindern stellt er, verrückt vor Sorge, seinen Sohn als unfähigen, schwachen Schwimmer und Nichts-Allein-Könner bloß. Der gedemütigte Nemo schwimmt nun erst recht voller Trotz "in den Abgrund" und auf ein Boot zu. - Da passiert es: ein Taucher fängt den Kleinen ein und nimmt ihn mit auf das Boot. Der Papa folgt verzweifelt dem Boot. Er trifft auf Dorey, eine blauen Fischin mit Gedächtnisschwund, die ihn nun begleitet. Gemeinsam raufen sie sich zusammen, obwohl Doreys Unbekümmertheit den besorgt-schwermütigen Clownfisch zuweilen fast in den Wahnsinn treibt. - Nemo hingegen findet sich in einem Aquarium bei einem Zahnarzt wieder. Liebevoll nehmen die Aquarium-Fische den kleinen "Wildfang" bei sich auf. Entsetzt hören sie, daß der Zahnarzt Nemo als Geschenk für seine kleine Nichte Dahla geplant hat. Dieses Schreckensgör ist eine erfahrene Fischmörderin, die schon beim letzten Geburtstag ihr Fischgeschenk im Plastebeutel so lange schüttelte, bis der kleine "Gluckser" mit dem Bauch nach oben schwamm und durch den Porzellan-Express (= Klo) mußte... Die Aquarium-Gemeinschaft ersinnt einen irrwitzigen Plan zur Rettung Nemos, der nebenbei auch den anderen Fischen die Flucht ins freie Meer ermöglichen soll. Inzwischen preschen Papa und Dorey gen Sidney (auf einer gefundenen Taucherbrille stand die Adresse der Bootsbesitzer, und Dorey kann lesen...) Sie meistern auf urkomische Art etliche abenteuerliche und abstruse Situationen. So verschlägt es sie z.B. in eine Hai-Selbsthilfegruppe, in der drei Haie ihr unsympathisches Immage ändern wollen, indem sie Vegetarier werden. Den Psycho-Slang haben sie meisterlich drauf, und als Haie finde ich Erkan und Stefan zum Brüllen komisch! (Sonst eher nicht...) Auch eine giftige Quallensiedlung muß überwunden, Tiefsee-Raubfische ausgeknockt und der australische Express (mit Schildkröten und Strudeln) geschafft werden. Und dann sind da auch noch die gefräßigen Möwen und Pelikane... Die Geschichte von Nemo und dem alle Meere durchsuchenden Papi geht wie ein Lauffeuer durch die Wasserwelt, und bald erfährt auch ein Pelikan davon, der zuweilen das Aquarium beim Sidney-Zahnarzt besucht, um zusammen mit den schon bestens geschulten Aquarium-Fischen die neuesten dentologischen Behandlungsmethoden zu beobachten und zu diskutieren. - Er hinterbringt Nemo den heldenhaften Kampf seines Vaters durch den Ozean, und das beglückte Clownfischkind wächst nunmehr auch über sich hinaus... Mir gefällt, daß es in diesem Film nicht den "klassischen Bösen" gibt. Nemo, Papa und Dorey sind zwar des Öfteren in Lebensgefahr, aber durchaus realistisch durch ganz natürliche Feinde. Daß das eben so ist, wird durch die sich völlig gegen ihre Natur verhaltenden Haie ("Immer vegetarisch denken! Fische sind Freunde, kein Futter!") herrlich ad absurdum geführt. Und Menschen haben nun mal Aquarien und fangen Fische. - Der finale Kampf gegen die 8jährige Dahla, den Schrecken der Fische, ist auch eher komisch als Gut gegen Böse, und man gönnt diesem Blag seine Schreckmomente von Herzen! Auch die Sorge des Vaters wird einfühlsam deutlich, aber auch die Genervtheit des Sohnes. Der Vater hat, als er seine Frau und 399 Kinder verlor, dem letzten Sohn geschworen, daß er aufpassen werde, daß ihm nie etwas passiert. Dorey sagt später dazu, dieses Versprechen wäre aber sehr merkwürdig... dann passiere dem Kleinen doch nie etwas... Und der Vater lernt, auch mal Anderen zu vertrauen, nicht nur seinen Weg als richtig durchzusetzen... und loszulassen. (Herrlich die Episode im Wal, der überraschend rettet...) Diese humorvollen, hintergründigen Dialoge! Und die lustvolle Synchronisation, selbst von TV-Promis wie eben Erkan und Stefan und auch Anke Engelke, die nun auch nicht immer mein Fall ist. Aber als vergeßlich-verspielt-naive Dorey hat sie eine Situationskomik vom Feinsten! Ihr Wal-isch hat Kultcharakter! Gut, ganz kann auch dieser Disney seine amerikanische Kitsch-Gewohnheit nicht abstreifen. Daß Papa und Sohn sich lieben, wird eigentlich durch die ganze Story selbst klar. Aber es gehört wohl zum Film der unbegrenzten Möglichkeiten, daß es zum Ende hin immer nochmal mehrfach in Worte gefaßt wird. Aber geschenkt! Dieser Film geht liebevoll selbst mit Nebenfiguren um (Möwen, Krabben, Mini-Fische, Delphine). Und hat lauter schöne Botschaften, die so herrlich leicht präsentiert werden: der Umgang des Schildkrötenpapas mit seinem Sohn zum Beispiel. Er läßt zur Verblüffung des Clownfischpapas seinen Kleinen auch gefährliche Übungen erstmal machen und schaut, ob er es auch alleine schafft... Oder als Papa Clownfisch seinen Nemo zur Schule bringt und gleich seine "Behinderung" (zu kleine rechte Seitenflosse) betont - und die anderen Fischkinder dem peinlich berührten Nemo IHRE "Schwachstellen" ganz natürlich zeigen. Also - für mich ist das einer der Filme, bei dem alles richtig gemacht wurde! Tscha, und dies ist ein Disney! - Aber heute kann ich dazu stehen! Auch dazu, daß ich nicht IMMER vegetarisch denke und Fische für mich nicht nur Freunde sind, sondern auch... ähm... Leckerlis... (PS: Nach Filmstart gabs mal wieder Kritiken, weil natürlich wieder irgendwelche bekloppten Eltern ihren Kindern Clownfische schenkten, obwohl Salzwasserfische besonderes Know-How für Aquarien verlangen. Und die Film-Aussage, daß alle Leitungen ins Meer führen, hat danach wohl leider manchem Fisch ein unschönes Ende in der Kanalisation verschafft. - Aber so ein bissel Eigenverantwortung hat das Publikum nun wirklich auch! Oder sollte man nun Besen verdammen, weil kleine Kinder nach Bibi Blocksberg denken könnten, es wären Flugobjekte...)
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Eine wunderbare Anna-Maria Mühe in bleischwerer Mission..., 3. Februar 2010
Ich bin ein Fan der ersten Stunde dieser "...auf einen Streich"-Märchenfilme! Nachdem der deutsche Märchenfilm sich in den letzten Jahrzehnten größtenteils auf gelungenen DDR-Produktionen ausruhte und ansonsten die wahren märchenhaften Momente recht kampflos den Tschechen und den Russen überließ, gibt es nun endlich wieder neu und liebevoll gemachte Grimm-Märchen im TV! Hurra! Bei diesem Bauerntochter-Film allerdings hatte ich so meine Probleme. Bei aller Freude an barocker Bilderflut und überspitzten Figurenzeichnungen (z.B. Cousine und Vetter als fiese Möppe)und auch an modernen Lesarten dieser Märchen-Spontan-Hochzeiten sollte man es nicht aus dem Blick verlieren, daß erstlinig KINDER das Zielpublikum sind. Und ob diese nun durch diese teilweise recht sperrige Interpretation so freudig durchkommen... Selbst als Erwachsene kam ich da mitunter ins Stocken. An Anna-Maria Mühe, derzeit echtes Highlight des deutschen Filmes, liegt es nicht. Die spielt, daß es eine Freude ist! Auch Papa Falk Rockstroh als ängstlich-ehrlicher Bauer macht Vergnügen. Und wenn Frau Mühe sich ausagieren darf, ist das Zuschauen ein Genuß. Aber nu gibts ja auch den König (Maxim Mehmet) und seine recht unsympathische Mischpoke. Die haben allesamt einen Knall, reden und agieren gestelzt und steif und stellen somit den Kontrapunkt zur natürlichen Bauerntochter her. Ist ja von der Idee her ganz verständlich, strengt aber ziemlich an. König Maxim ist zwar noch recht normal (er soll ja letztlich auch die Bauerntochter glaubhaft lieben), aber dafür kommt er ziemlich patzig, angenervt und schwermütig rüber. Was bei seinem Umfeld zwar kein Wunder ist, aber wenigstens ein bissel Charme sollte so ein König, der von einer munteren Bauerntochter ebenfalls glaubhaft "als Liebstes und Bestes" angesehen werden soll, schon haben... König Mehmet soll endlich heiraten, und Königin-Mutter Sunnyi Melles stellt ihm ausschließlich hohlköpfig plappernde Blaublüterinnen vor. Doch der König meint, wenn schon Heirat ohne Liebe, dann soll die Braut wenigstens klug sein. Als der astrologiebegeisterte König durchs Fernrohr sieht, wie die Bauerntochter samt Papa Rockstroh das Dach landwirtschaftlich bebauen, läßt er den Bauern neugierig zu sich rufen. Und der bittet, von der Tochter entsprechend instruiert, um ein Stück Land. Welches der faszinierte König gewährt. Nun kommt die Geschichte mit dem gefundenen goldenen Mörser ohne Stößel. Und hier kommt Papa Rockstroh wohl deshalb in den Knast, weil der König schlechte Laune hat und den Patriarchen raushängen lassen will. Wieso die ansonsten so authentische Bauerntochter darob so strahlend-freundlich im Palast angehüpft kommt, erschließt sich mir nicht so ganz. Aber es geht dann Grimm-getreu weiter mit dem Rätsel, das bei richtiger Lösung nicht nur dem Papa die Freiheit wieder geben, sondern der Bauerntochter auch Königinnenwürde verschaffen soll. Die Bauerntochter löst zwar das Rätsel, fragt aber auch eindringlich danach, wie denn eine Ehe, ohne daß man sich wirklich kennt, geschweige denn liebt, funktionieren soll. (Als wären Ehen von jeher nur mit Liebe denkbar gewesen und nie aus ökonomischen oder politischen Gründen geschlossen worden, Stand hin oder her...) Aber das war denn halt der moderne Ansatz dieser Verfilmung. Anna-Maria Mühe kämpft darum, so sein zu dürfen, wie sie nun mal ist. Ohne höfische Etikette und Korsett. Das könnte wirklich faszinierend sein - aber der König ist weiterhin schlecht gelaunt und fühlt sich von der Klugheit seiner Braut überfordert. Seine Fehl-Urteile, die sein Weib mit sanfter Hand wieder korrigiert, wirken allesamt willkürlich und aus einer spontanen Gereiztheit heraus. So soll eine Freundin der Bauerntochter, die nun als Küchenmagd bei Hofe arbeitet und beim Diebstahl von Schweinefutter für ihre Leute erwischt wird, bestraft werden, so sie nicht ein Rätsel löst. Mit Hilfe der Bauerntochter schafft sie es, und der König reagiert sauer. (Wollte er mit dem Dienstmädel grausam Katz-und-Maus spielen? Wie unsympathisch...) Und so gehts weiter. Die Bauerntochter ist sie selbst, und der König schmollt immer heftiger. Bis zur Verstoßung der Gattin, unter Gewährung der Mitnahme des "Liebsten und Besten". Die grundlegenden Gender- und Emanzipationsideen und die Authenzitäts-Thematik sind von der Sache her ja nicht schlecht. Aber die Schwerblütigkeit der Umsetzung... Da denkt man zuweilen denn doch wehmütig an die DDR-Umsetzung des selben Märchens "Wie heiratet man einen König", in der Eberhard Esche einen übermütig-kindlich-verspielten König gab, dessen Ungerechtigkeiten einfach gedankenlos, aber nie gnatzig waren. Und der mit faszinierter Begeisterung die spritzig-cleveren Reaktionen der Bauerntochter wahrnahm. Und erst verunsichtert und eingeschnappt reagierte, als er glaubte, nun neben seiner Frau lächerlich zu wirken... Alles war so locker-flockig, nachvollziehbar. Auch er sperrt den Bauern ein, weil er es nicht glaubt, daß dieser zum Mörser keinen Stößel fand. Und auch da schreit der gequälte Bauer sein Leid durch die Gitterstäbe. Aber in der Esche-Verfilmung hat die Szene Komik, weil der Bauer es merkt, wie sehr er mit seinen Schreien die Umgebung nervt und das dann gezielt und mit diebischerFreude einsetzt. - In der neuen Verfilmung ist man auch genervt, aber die Komik entfällt - Bauer Rockstroh ist wirklich schlimm dran... Tscha, schade. - Märchen sollen natürlich Tiefe und Ernsthaftigkeit haben, aber doch bitte auch Leichtigkeit. Und die fehlt hier über weite Strecken allzusehr. Trotz der Mühe - womit ich sowohl die Team-Bemühungen als auch die wunderbare Schauspielerin meine. Dank Letzterer gibts 4 Sterne - ansonsten wären es höchstens drei geworden!
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Haltet euer Herz bereit... und lebt!, 13. Januar 2010
Ich lese die Artikel und Kolumnen von Maxim Leo in der Berliner Zeitung jederzeit gerne: Herzenswarm, humorvoll, gut recherchiert - Leo ist ein Gewinn für den deutschen Journalismus! Ergo freute ich mich auch sehr auf sein Drei-Generations-DDR-Buch, das ich meiner Ma zu Weihnachten schenkte und ihr sofort klaute, um es selbst zu lesen... Ich wurde nicht enttäuscht! Mich fasziniert vor allem seine Ehrlichkeit. Die meisten DDR-Aufarbeiter versanden ja heutzutage so gerne in Klischees: Man konnte entweder nur dagegen sein (und damit GUT), oder man war dafür... (also Schwein!). Leo beschreibt seine DDR-Kindheit, die wohl viele Berliner Intellektuellen-Kinder genau so erlebt haben. Das Leiden am System offenbarte sich am Mangel an wirklich guten Jeans und an behämmerten (Staatsbürgerkunde)-Lehrern, die den Schülern erstlinig Phrasen abverlangten und eigene Gedanken schlecht zensierten. Bemerkenswert an der Leo-Familie sind die Ecken und Kanten: Vater Wolf ist eher ein Kritiker, ein Künstler, der aber auch sein staatliches Feindbild braucht, um leben und fühlen zu können. Mutter Anne ist Genossin, Historikerin, eine Art Rita aus Christa Wolfs "geteiltem Himmel": Die Sozialismus-Idee liebend und an der realen Umsetzung verzweifelt leidend. Anhand seiner Großväter beschreibt Leo zwei unterschiedliche Viten, die in die DDR-Existenz führten: Der Jude Gerhard wurde als 17jähriger ins französische Exil gezwungen und schloß sich der Resistance an. War in der DDR ein strammer Genosse, der Disziplin für die "große Sache" gelernt hatte - aber immer nur in Frankreich, auf seinen Reisen, auftaute und sich wohl fühlte. Wo die DDR von Ferne bewundert und idealisiert wurde von linken Bürgerlichen, die auf einen neuen Weg hofften... den die reale DDR aber so gar nicht beschritt. Großvater Werner hingegen wurde eher zufällig Kommunist. Wie so viele eben zufällig auf ihren Platz im Leben kommen - je nachdem, wie das Schicksal eben so spielt. Die Kinder - Wolf und Anne - entwickeln sich ihren Vätern entsprechend. Beide sehnsüchtig, suchend... verzweifelnd. Die DDR wird ihr Leben, ihr Inhalt - auf die eine oder andere Weise. Die dritte Generation, Maxim Leo also, wächst automatisch da rein - und was die Großeltern erkämpften und die Eltern stemmten, wird für ihn Routine. Starre Worte in einer auswendig zu lernenden Tafel-Tabelle. In den Umbruchstagen wird Maxim Leo auch mal verhaftet und lernt am eigenen Leib die Staatswillkür kennen - ohne sich allerdings selbst als Widerständler zu feiern. Er wurde mehr nebenbei samt Freundin am U-Bahnhof einkassiert und abgeführt... und verhört... Mehr als ein Papier des "Neuen Forums" im Gepäck hatte er nicht "verbrochen", und in Lebensgefahr wie seinerzeit Großvater Gerhard als Nazi-Gegner war er auch nicht... dennoch war er nicht tapfer, ließ sich einschüchtern im Verhör. Was alle Checkpoint-Charlie-Frauen und andere ach-so-mutigen Widerständler bei mir nicht erreichten... diese Beschreibungen Leos ließen mich das wirklich Marode der DDR fühlen. Und Genossen wie seine Großeltern begreifen... Ich war nach dem Lesen sehr mitgenommen, traurig. Ich konnte jeden aus der Leo-Familie "fühlen"... und meine eigene DDR-Vergangenheit begreifen und mit traurigem Wohlwollen beerdigen... Haltet euer Herz bereit... und lebt!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Was war das denn...?, 9. Januar 2010
An der Darstellerin des Aschenputtels lags nicht: Die gefiel mir sogar sehr gut. Aber was soll sie denn machen, wenn das Märchen-Drumrum einfach nicht stimmt... Vermutlich sollte hier eine Überhöhung oder Verfremdung oder was-weiß-denn-ich stattfinden. Mit allzu deutlichen Lichteffekten z.B. werden die Bösen (also Stiefmama und Siefschwestern) in Szene gesetzt. Leider ist der Lichteffekt des Wunderbaumes auch ziemlich aua und erinnert an schlechte, billige Theaterbeleuchtung mit Neonfarbfolien. Man merkt die Absicht und ist nicht verzaubert, sondern verstimmt. - Figuren zu Komplett-Karrikaturen zu verdonnern, kann lustig sein - oder aber auch nervig. Zumal Aschenputtel recht normal agiert, aber ihre bösen Neuverwandtinnen nicht. Roswitha Schreiner, besser bekannt als Liebling-Kreuzberg-Tochter in jener Zeit, darf nur affig-zickig sein. Und wieso der Papa von Aschenputtel sich immer wieder von seinem Ehe-Ekel von Gattin einwickeln läßt, läßt nur an seinem Geisteszustand zweifeln. Immer wieder will er seinem Kind Gutes tun (neue Schuhe kaufen z.B.) - und dann steckt die böse Stiefmutter das Mädel in Holzpantinen und säuselt was vom "schwierigen Alter" des Kindes... Und der Papa nimmt es hin. Auch, daß sein Lieblings-Teenie nun eben kein eigenes Zimmer mehr hat und in der Küche schläft. Alles ein bissel merkwürdig... Der Prinz ist ein leicht depressiver Feingeist, und die beste Szene ist es, wenn er Aschenputtel die Ball-Gäste als Tiere präsentiert. Würden die "Bösen" ansonsten nicht so überzogen dargestellt werden, hätte diese Idee wirklich was, die Mamas als Glucken und die Töchter als Gänse und Enten ballettieren zu lassen. So aber ist alles nur recht anstrengend... Wie schön, daß sich nun endlich mal gute Leute bei der ARD zu wirklich schönen, lebendigen Märchen-Neuverfilmungen entschlossen haben - denn manche Verfilmungen sind wirklich eher zum Abgewöhnen als traumhaft...
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