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Rezensionen verfasst von
Arseniq (Elfenbeinturm)

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All the Roadrunning
All the Roadrunning
Preis: EUR 5,97

11 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gepflegte Langeweile, 26. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: All the Roadrunning (Audio CD)
Der Opener "Beachcombing" eröffnet mit angenehmen Tönen, warmem, etwas zu selbstgefälligem Gesang und einem eher uninspirierten Schlagzeug. Besonders wenn man beide Künstler für ihre Originalität schätzt, stellt sich beim Hören dieser Platte eine zunehmende Beklemmung ein.

Mark Knopfler und Emmylou Harris scheinen dieses Album nach Rezept und ohne Widerstände gemacht zu haben. Eine Uptemponummer ("This Is Us") ist dabei und ein Versuch einer Ballade auch, aber wenn ich einen Song wie "Beyond My Wildest Dreams" höre, dann bemitleide ich unwillkürlich die Liebe, die hier so leidenschaftslos abgehandelt wird. In diesem Sinne konterkariert der Titel den Anspruch des ganzen Liederreigens.

Gelungen ist übrigens das Artwork auf dem Cover - innen drin jedoch hört man den Fotografen förmlich seine Anweisungen geben: "Und jetzt knie dich mal hinters Sofa und lege den Kopf auf die Lehne und versuche natürlich zu gucken". So ähnlich muss der Produzent die Musiker motiviert haben. Innen drin gepflegte Langeweile.


Back to Me
Back to Me
Preis: EUR 17,83

6 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöne Kopie, 17. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Back to Me (Audio CD)
Kathleen Edwards' Problem ist, dass es Lucinda Williams schon gibt. Was Edwards auf "Back to Me" bereits zum zweiten Mal macht, klingt einfach sowohl kompositorisch als auch in der Melodik und Phrasierung des Gesangs wie eine freche Imitation. Dabei ist die Musik durchaus hörenswert, nur eben nicht original. Und Mrs. Williams macht das alles noch ein bisschen besser, so dass die Frage erlaubt ist, wozu man diese Platte braucht?


Dear Heather
Dear Heather
Preis: EUR 7,99

16 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 22. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Dear Heather (Audio CD)
Als alter Cohen-Verehrer warte ich seit langem auf eine neue gute Platte. "Dear Heather" ist es nach erstem Reinhören nicht. Hier setzt sich die klinische Klangwelt fort, die nicht erst die "Ten New Songs" geprägt hat.
Bereits die Produktion von "I'm Your Man" und "The Future", einschließlich des ansonsten hervorrangenden Live-Albums hatte diesen sterilen Sound. Irgendwie hat man es geschafft, eine ganze Band so künstlich klingen zu lassen wie die Orgel eines Alleinunterhalters in den frühen Achzigern.
Dass Cohen eigentlich kein guter Sänger ist, ist nicht neu. Dass er auf weibliche Backgroundchöre zurückgreift, um die Melodieführung im Gesang zu markieren, auch nicht. Was ihn als Künstler aber immer hervorgehoben hat, war das kongeniale Songwriting, der Mut zur Schönheit (und zur Verzweiflung darüber) und eine Bildhaftigkeit in den lyrics, die ihresgleichen sucht. Seit "The Future" ist ihm das meines Erachtens nicht mehr gelungen. Das Brüchige der alten Platten ist auf "Dear Heather" höchstens noch in der (fragwürdigen, aber modischen) Zelebration des Brüchigen in der Stimme zu finden. In "Tennessee Waltz" hat das durchaus seinen Reiz - vielleicht ist es bezeichnend, dass das ausgerechnet für die einzige Covernummer des Albums gilt.
(Die drei Sterne gibt es aus Respekt.)


Cockahoop
Cockahoop
Wird angeboten von cdfever
Preis: EUR 8,98

4.0 von 5 Sternen Einfach süß, 18. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Cockahoop (Audio CD)
Die zuckersüße Tonlage der walisischen Sängerin kollidiert auf bezaubernde Weise mit ihrem hörbaren Bemühen, verrucht zu klingen, was ihr nicht immer überzeugend gelingt - aber gerade das hat Charme.
Früher hat man Cerys Matthews Unrecht getan, indem man Catatonia als "Britpop mit Björk" bezeichnet hat. Das kann jedenfalls nicht mehr passieren, denn dafür hat sich die Musik zu weit in den Folk begeben. Auch wenn die Mischung zu eklektizistisch (mal walisisch, mal ein bisschen Americana) wirkt, um von einer in der Folktradition eines Stils verhafteten CD zu sprechen: dies ist eine Scheibe zum Hören und sich drüber freuen. Besonders die lieblichen Eingangsstücke seien empfohlen: Caught in the middle ist einfach süß!


Cohen Live - Leonard Cohen In Concert
Cohen Live - Leonard Cohen In Concert
Preis: EUR 7,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lyrische Songs in sanftem Gewand, 3. Februar 2003
Diese Live-CD kam 1994 mit einem Cover daher, dass man nicht an eine Original-Veröffentlichung glaubte und im Plattenladen sicherheitsj'halber vor dem Kauf mal reinhörte. Entwarnung: Es handelt sich trotz der furchtbaren Gestaltung der Hülle nicht um ein Bootleg, sondern um eine perfekt produzierte Liveaufnahme der Tourneen von 1988 und 1993. Fast zu perfekt: das Arrangement aus Streichern, Bläsern, Background Vocals, Rhythmusfraktion und Gitarre ist so dicht und durchgehend so clean gespielt, dass es stellenweise schon wieder zu schön klingt. Cohens Interpretation kann aber diesen klanglichen Boden gut nutzen, denn einerseits bewahrt der große Lyriker unter den Singer/Songwriters durch seine unverwechselbare Stimme die Band davor, zu glatt zu klingen, andererseits fängt die perfekte Crew den gesanglich und stimmlich nicht ganz sattelfesten Kapitän immer wieder auf. Insgesamt ist dies atmosphärisch eine der sanftesten Cohen-CDs.
Die 13 Songs auf dieser CD sind sowohl in der Auswahl als auch in der Interpretation großartig. "Bird on the Wire" kommt so langsam daher, dass man meinte, der Künstler könne zwischen zwei Versen eine Zigarettenpause eingelegt haben. Weitere Anspieltipps: "Everybody Knows", "Joan of Arc", "Suzanne" und "One of Us Cannot Be Wrong". Aus letzterem eine kleine Kostprobe für alle, die Cohen lyrische Songtexte noch nicht kennen:

"I lit a thin green candle
To make you jealous of me
But the room just filled up with moskitoes
Who knew that my body was free.
Then I took the dust froom a long and sleepless night
And I put it in your little shoe
And then I confess that I tortured the dress
That you wore for the world to look through."
Ein schöner Einstieg in Cohens Märchenwelt und ein Muss für Fans.


September Songs: Musicof Kurt
September Songs: Musicof Kurt

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Projekt!, 17. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: September Songs: Musicof Kurt (Audio CD)
"September Songs" ist die Fortsetzung von "Lost in the Stars" und übertrifft das erste Album. Das Konzept: Musiker/-innen aus den verschiedensten Genres (Klassik, Pop, Rock, Jazz) interpretieren Songs von Kurt Weill.
Während Elvis Costello mit "Lost in the Stars" eine wunderschöne, sehr transparente kammermusikalische Ballade abliefert, dekonstruiert David Johanson den "Alabama-Song", der selten so wuchtig groovte. PJ Harveys Version von "The Ballad of a Soldier's Wife" ist nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern in der Filmversion auch eine Augenweide.
Nick Cave und Wiliam S. Borroughs liefern eher Erwartetes ab, nicht von minderer Qualität allerdings. Und der Youkali-Tango ist einfach hinreißend!


Die Goldgräber
Die Goldgräber
von Thierry Jonquet
  Sondereinband

5.0 von 5 Sternen Grausame Geschichten, 17. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Goldgräber (Sondereinband)
"Die Goldgräber" ist einer der ersten von Thierry Jonquets Romanen, die ins Deutsche übersetzt wurden. Der Krimi beginnt in einem Abbruchhaus mitten in Belleville, einem Viertel von Paris, mit der Entdeckung einer halb verwesten Frauenleiche, der chirurgisch exakt die Hand abgetrennt wurde. Es wird nicht bei dieser Leiche bleiben. Und die Eingangsszene ist bei Weitem nicht das Grauenvollste, das in diesem Buch geschildert wird.
Jonquets Geschichten spielen häufig mit den Wechseln der Erzählperspektive zwischen Ermittlern und Tätern. Kaum ein Krimiautor lässt den Leser so nah an seine Täter heran.
Wer "Die Goldgräber" gelesen hat, wird sich auf das Erscheinen der deutschen Ausgabe von "Moloch", des zweiten Krimis mit dem Ermittlerteam um die junge Staatsanwältin Nadja Lintz freuen.


The Man Comes Around
The Man Comes Around
Preis: EUR 6,49

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlicht wunderschön, 4. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: The Man Comes Around (Audio CD)
Der Titelsong eröffnet dieses Album mit einem krächzenden Vorwort (vgl. Hörprobe), das im Tonstudio mittels engster Frequenzbreite auf Volksempfängersound getrimmt wurde - Tom Waits lässt grüßen. Dann der Auftakt zum Song selbst: "The Man Comes Around" ist eine Cash-Komposition, eine seiner besten - und das will etwas heißen. Die dunklen Pianotupfer, die den 'Refrain' einläuten, verursachen geradezu eine Gänsehaut.
Zu den Covernummern auf der Platte: Depeche Modes "Personal Jesus" klingt so, als hätte man es niemals anders spielen dürfen, und Red-Hot-Chili-Peppers-Gitarrist John Frusciante spielt die Gitarre auch sehr à la dm.
Schlicht wunderschön ist das Duett "Bridge Over Troubled Water" mit Fiona Apple. Das Stück hat sich mit Art Garfunkels Schweineterzen schon so im Kopf festzementiert, dass man beim ersten hinhören stutzt: Fiona Apple hat den Mut, den Song neu zu interpretieren, und das gelingt im Duett mit dem großen alten Mann in Schwarz atemberaubend. Über die leiernde Kitschorgel als postmodernes Zitat kann man sich nun wieder streiten... auch wenn gerade dieser Mut zur Ironie den Song von eben dem Kitsch des Originals befreit.
"I Hung My Head", sicher nicht Stings stärkste Nummer, wächst in Cashs Fingern zu einem richtig erwachsenen Song - und der ewige junge Wilde Cave zu einem fast zu erwachsenen Sänger, wenn er im Hank-Williams-Klassiker "So Lonesome I Could Cry" geradezu chorknabenbrav mitträllert.
Ein Loblied könnte man auf jeden einzelnen der Songs singen; unbedingt hervorzuheben ist aber die wunderschöne Interpretation von "The First Time I Ever Saw Your Face": Wenn "The Man Comes Around" ein Album ist, nach dem man sich kein besseres mehr vorstellen kann, so nimmt "The First Time..." diesen Rang in Bezug auf Liebeslieder ein.
Ach ja: die Extended Version von "The Man Comes Around", die bisher 'nur' auf Vinyl erhältlich war, gibt es demnächst auch auf CD.


Durch die Wand
Durch die Wand
Wird angeboten von music-center
Preis: EUR 31,50

1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hinter der Wand, 26. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Durch die Wand (Audio CD)
"Durch die Wand" ist ein seltsam zurückhaltendes Album. In dem Song "Kneipe" (siehe Hörbeispiel) rückt die Alltagswelt hinter einen Schleier, der alles absurd erscheinen lässt, weil sich das lyrische Ich dem Verstehen verweigert. Diese Trunkenheit ist für die ganze Platte kennzeichnend und zieht uns in ihren Bann. Hier will kein Song ein Hit sein, wir sollen nichts bewundern oder verstehen. Die Platte plätschert unaufdringlich in das Ohr und nagt sich dann weiter und macht uns vergessen, dass wir alles zu wissen glaubten.
"Krieg" zum Beispiel ist ein politisches Lied, das sich der Erwartungshaltung, der geneigte Dichter möge uns doch bitte ein bisschen die Welt erklären, zauberhaft entzieht, indem er den Krieg wie ein Tier beschreibt: "er ist nicht tot der Krieg, er schläft nur". Das versteht jedes Kind, und doch bleiben wir etwas ratlos zurück.


Bone Machine
Bone Machine
Preis: EUR 5,99

26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knochenmaschine, 26. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Bone Machine (Audio CD)
"Bone machine" ist Tom Waits' düsterstes Album. Waren frühere Alben stets mit einem romantisch verklärten Outsider-Image verknüpft, klingen diese sechzehn Songs so verloren, dass man daran zu zweifeln beginnt, dass der Waitssche Kehlton bloß eine antrainierte Attitüde ist.
Einen großen Anteil daran haben die Sounds dieses apokalyptischen Kunstwerks: im Opener klingt die Percussion als hätte man die Katakomben nach Schlagwerk durchkämmt, während die Stimme von der tonlosen Strophe in ein mehrstimmiges Klagegeschrei umschlägt.
Im zweiten Song werden wir nicht getröstet: Blas- und Streichinstrumente bilden eine Kakophonie unterer Tonlage, darüber (!) heult Waits "we're all gonna be just dirt in the ground".
Auch die Balladen tragen diese morbid-nihilistische Grundstimmung, etwa wenn die tragische Geschichte mit einem "a little rain never hurts someone" kommentiert wird.
Erwähnung verdient auch noch der wie aus einem Brunnenschacht sich zu unseren Ohren emporarbeitende Groove von "In the Colosseum" - das Hörbeispiel von Track 9 ist die verdichtete Essenz dieser Platte. Also mal anhören, vielleicht erleichtert das ja die Kaufentscheidung.


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