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Rezensionen verfasst von
Patrick Borer
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The Elder Scrolls Online
The Elder Scrolls Online
Preis: EUR 46,29

4.0 von 5 Sternen Hervorragendes Spiel, Feinschliff nötig, 19. April 2014
Rezension bezieht sich auf: The Elder Scrolls Online (Computerspiel)
Vorausschicken möchte ich, dass ich das Spiel zwar seit seinem Erscheinen (bzw. schon seit der Early-Access-Phase) spiele, mein Mainchar aber erst Level 26 erreicht hat und ich weite Teile des Spiels daher noch gar nicht gesehen habe und nicht beurteilen kann, insbesondere nicht den Level-50-Content. Dies muss also eine Rezension unter Vorbehalt bleiben.

Was ich aber bisher gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Die Verbindung der Spielwelt aus den Solo-Spielen der Elder-Scrolls-Reihe mit einem MMORPG funktioniert weitestgehend bestens. Atmosphärische, gut geschriebene Quests geben dem Spieler das Gefühl, wirklich sinnvolle Aufträge auszuführen, das Spiel ist vollgepackt mit Elder-Scrolls-Lore (allein die ganzen Bücher, die man serientypisch überall verstreut finden kann!) und nimmt einen als "alten Hasen" dieses Spieluniversums schnell gefangen. Mit Vergnügen trifft man darin alte Bekannte direkt in der Spielwelt oder auch in den Büchern an und besucht vertraute Plätze, wenn sie sich zum Teil auch enorm verändert haben - so hat die Stadt Daggerfall kaum mehr Gemeinsamkeiten mit ihrem Gegenstück im gleichnamigen Spiel, das allerdings mit seiner Grafik von 1996 auch in keinster Weise vergleichbar ist. Die Gegend von Morrowind dürfte schon vertrauter aussehen, was ich allerdings auch noch nicht wirklich beurteilen kann, da ich im Daggerfall Covenant spiele.

In diesem Zusammenhang ist das Thema Übersetzung/Synchro anzusprechen: Selbst spiele ich die englische Version, da ich von den Vorgängerspielen her daran gewöhnt bin und mich nur schon Übersetzungen wie "Dolchsturzbündnis" befremden. Aber Bekannte, die ESO auf deutsch spielen, zeigen sich mit der Übersetzung und deutschen Synchro im Allgemeinen ganz zufrieden, wobei einzelne Übersetzungsfehler aktuell das Bild noch etwas zu trüben scheinen. Gelegentlich kann sich so ein Fehler auch mal störend aufs Spiel auswirken: Wir konnten feststellen, dass ein Trank, der Gesundheit *abzieht* und im Englischen auch entsprechend beschrieben ist ("Potion of Ravage Health" oder so), in der deutschen Beschreibung angeblich Gesundheit wiederherstellt - in Wirklichkeit aber weiterhin abzieht, was in einem Kampf doch eine ganz unangenehme Überraschung sein könnte...

Verweilen wir noch kurz beim Thema Sprache: Da es keine nach Sprache getrennten Server gibt, ist die Kommunikation zwischen den Spielern von einem gewissen Sprachmix geprägt, den ich allerdings ganz erfrischend finde. Auf dem allgemeinen Chat-Kanal dominiert Englisch, mit häufigen Äusserungen auf Deutsch und Französisch sowie gelegentlichen in anderen Sprachen (z.B. Anwerbung für spanische oder schwedische Gilden), wobei die eigens angebotenen separaten Kanäle für englischen, französischen und deutschen Chat weniger genutzt werden. Spielergilden definieren sich im Allgemeinen als einer bestimmten Sprache zugehörig.

Damit sind wir bei den Gilden: Einerseits gibt es die aus Elder Scrolls bekannten "Nicht-Spieler-Gilden" wie Magiergilde und Kriegergilde; wie gewohnt, kann man diesen allen gleichzeitig angehören. Mit diesen Gilden verbunden sind jeweils eigene Skillbäume, welche die auch sonst schon sehr reichhaltigen möglichen Skills in ESO ergänzen. Dann die Spielergilden: Ungewohnt (jedenfalls verglichen mit z.B. WoW) ist hier, dass man in bis zu fünf gleichzeitig Mitglied sein kann; noch ungewohnter, dass nicht ein einzelner Char Mitglied wird, sondern immer der ganze Account mit allen Chars - fraktionsübergreifend. Auch wird das Gildenmitglied im Gildenchat nicht über den Char, sondern über den Accountnamen identifiziert. Daran sollte m.E. noch gearbeitet werden - es wäre auch rollenspielfreundlicher, wenn man zumindest einen Char als "Anzeigenamen" setzen könnte. Überhaupt wirkt das Gildensystem noch etwas unfertig. Das Gilden-Auktionshaus hat nur eine rudimentäre Oberfläche, die nicht einmal die Suche nach einem bestimmten Gegenstandsnamen erlaubt, so dass man bei vollen Auktionshäusern schier verzweifelt.

Ja, das Handelsysstem: Ebenfalls etwas ungewohnt. Ein serverweites Auktionshaus gibt es nicht. Geboten werden gildeninterne Auktionshäuser für Gilden ab 50 Mitgliedern (maximal 500), was einen als Spieler mit einer kleineren Gilden-Community fast zwingt, zusätzlich einer "Handelsgilde" beizutreten. Wahrscheinlich hat das auch mit der "Megaserver"-Technik zu tun, aber irgendwie finde ich das doch noch nicht sehr elegant.

Das Crafting ist ausgefeilt, man könnte glatt die ganze Spielzeit damit verbringen. Sämtliche Materialien lassen sich von allen Spielern sammeln, Berufseinschränkungen gibt es nicht. Es ist allerdings aufgrund des Skillsystems doch sinnvoll, sich auf bestimmte Fertigkeiten zu beschränken. Dabei erlernt man neue Eigenschaften für Gegenstände, die man anfertigen kann, indem man vorhandene Objekte zu Forschungszwecken zerstört, kann sie aber auch einfach zur Materialgewinnung zerlegen. Durch die Kombination verschiedener erlernbarer Stile, Eigenschaften und Verzauberungen entsteht eine grosse Vielfalt. Rüstungen und Waffen sehen dabei nie übertrieben aus, sondern fügen sich gut in den etwas zurückgenommenen Stil der Spielwelt ein. Tränke und Verzauberungen erschafft man durch die Kombination von Objekten (Pflanzen, Runen) mit zunächst unbekannten Eigenschaften und "bildet" sich so nach und nach.

PvP: Ich war nie ein grosser PvP-Spieler, in ESO macht es mir aber als Abwechslung doch einigen Spass. Die Belagerungsschlachten in Cyrodiil können filmreif wirken und besonders Momente des Einzelkampfes gegen einen anderen Spieler erzeugen Spannung. Dazu trägt auch das allgemein dynamische Kampfsystem von ESO bei, das vom Spieler - auch in PvE - Beweglichkeit und geschickten Einsatz seiner Fähigkeiten verlangt. Der fehlende "Hardlock" auf einen Gegner wird häufig bemängelt, trägt aber m.E. auch zur Dynamik bei. Eher nervig sind hingegen die oft sehr langen Laufwege im gross geratenen Cyrodiil. Ich mag ja grosse Spielwelten, insbesondere in einem Elder-Scrolls-Spiel ist Weitläufigkeit ein wichtiger Aspekt, aber wenn die Hälfte der PvP-Zeit daraus besteht, nach einem Tod über die Map zu rennen, läuft vielleicht doch etwas schief. Vielleicht wird das aber mit etablierten Spielergruppen, die einander auch systematisch wiederbeleben (wozu ein Vorrat an Seelensteinen nötig ist), besser.

Nochmal kurz zum Kampfsystem: Obwohl man durch die zahlreichen Skill-Linien potentiell über sehr viele Fähigkeiten verfügt, lassen sich nur wenige davon gleichzeitig einsetzen. Dem Spieler stehen nur gerade sechs Buttons zur Verfügung (ab Level 15 zwei wechselbare Sets zu sechs), um eine Auswahl seiner erlernten Fähigkeiten zu plazieren (einer davon für eine aufladbare "ultimative" Fähigkeit). Auch kann man nicht einfach einen Gegner fixieren und dann auf die Buttons einhauen, da - wie gesagt - ein Hardlock fehlt und man häufig auf Spezialfähigkeiten der Gegner reagieren muss, wodurch man sie wieder aus dem Fokus verliert. Schlecht finde ich das nicht, das Spielgefühl ist interessant. Im Gegensatz zur klassischen Elder-Scrolls-Spielweise nutze ich in ESO nur den 3rd-Person-Modus, da es so einfach übersichtlicher ist, obwohl es generell möglich ist, in die Ego-Perspektive zu wechseln.

Spielstabilität, Bugs: Ich gehöre diesbezüglich wohl zu den Glückspilzen. Die Foren zum Spiel sind voller entnervter Beiträge von Spielern, die unter Bugs litten, die den Spielfortschritt wesentlich behinderten, deren Bankfächer verschwanden, die durch den Boden fielen und nicht mehr freikamen etc. - aber alles, was ich an negativen Erfahrungen mit der Spieltechnik seit dem Release hatte, waren zwei oder drei Bugs in Questreihen, die ich vorerst ignorieren (und andere Quests machen) konnte, welche inzwischen auch behoben sind, sowie ein etwas holprig verlaufener Patch, der dazu führte, dass viele Spieler, so auch ich, eine Weile nicht einloggen konnten. Aber für ein so neues Spiel fand ich das Spielerlebnis bisher erstaunlich glatt. Man kann diesbezüglich wohl wirklich Glück oder Pech haben.

Zusammenfassend: Ich spiele das Spiel - als alter Elder-Scrolls-Anhänger und Online-Spieler - sehr gerne, möchte mich aber angesichts einiger verbesserungswürdiger Aspekte wie dem Gildensystem noch auf vier Sterne beschränken. Potential für fünf hat es auf jeden Fall.


Todesschiff: Ein Island-Krimi
Todesschiff: Ein Island-Krimi
von Yrsa Sigurdardottir
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender Krimi, Fragezeichen zur Übersetzung, 23. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Todesschiff: Ein Island-Krimi (Taschenbuch)
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in nüchternem Ton und geradlinig. Experimente werden hier nicht gemacht - auch die Verschränkung von zwei Erzählsträngen ist ja nicht gerade ein ungewöhnliches Stilmittel. Die Anforderungen an einen spannenden Krimi werden aber jedenfalls erfüllt; es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, und ich ging später schlafen, als ich eigentlich wollte... Die Übersetzung wirkt grundsätzlich gelungen, wobei etwas verwundert, dass sich die handelnden Personen teilweise siezen. Im Isländischen wird heutzutage nur noch geduzt (þú) und mit dem Vornamen angesprochen... wenn die angesprochene Person nicht gerade ein höchster Würdenträger (Präsident...) ist, und auch in letzterem Fall nur in "offiziellem" Rahmen. Ich gehe daher davon aus, dass die Unterscheidung, die in dieser Übersetzung gemacht wird (Dóra siezt Snævar und die Eltern des vermissten Ægir, aber beispielsweise duzt Ægir den Kapitän Þráinn) im Original so keine Basis haben dürfte.

Man muss dazu auch sagen, dass es sich beim isländischen "þú" um etwas anderes als das englische "you" handelt, bei dem es natürlich richtig ist, wenn es je nach Kontext mit "Du" oder "Sie" übersetzt wird ("you, Bill" zu einem Kumpel = "du, Bill"; aber "you, Mr. Smith" zu einem Fremden = "Sie, Mr. Smith"). Das mit "du" zu übersetzende "þú" hingegen entspringt einer egalitären Entwicklung der isländischen Gesellschaft im 20. Jahrhundert und es ist meines Erachtens verfälschend, wenn man diese typisch isländische Eigenheit durch eine Anpassung an soziale Gepflogenheiten im deutschen Sprachraum unter den Teppich kehrt. Vielleicht dachte sich die Übersetzerin oder der Lektor ja, dass die Einführung des Siezens ein breites Publikum weniger irritieren würde, aber dann finde ich es inkonsequent, dafür die isländischen Namen in der Originalschreibweise zu belassen und nicht einmal eine Seite am Ende des Buches für Erläuterungen zu spendieren. Was soll denn der Leser ohne Isländisch-Vorkenntnisse mit einem Namen wie Þráinn anfangen? Ich habe ein bisschen Isländisch gelernt, ich kann ihn lesen und aussprechen (etwa "Thrauinn" mit dem "th" wie im Englischen), aber der Roman findet doch sicher viele Leser, die keine Ahnung von isländischen Buchstaben haben. Es ist ihnen nicht zu verdenken, wenn sie den Namen dann z.B. "Prainn" lesen, das Þ sieht ja einem P nicht so unähnlich... aber warum diese unnötige Schwierigkeit? Andere Übersetzungen umgehen das Problem durch Transkription... oder man könnte wenigstens *eine* Seite "Isländische Buchstaben" anhängen... dafür könnte ja das überflüssige Personenverzeichnis am Anfang entfallen. - Nun habe ich mich lang und breit über doch relativ kleine Schwächen ausgelassen. Natürlich bleibt es dabei: Ein spannender Krimi ist dieses Buch schon, ohne Zweifel.


Schluß mit cool: Erzählungen
Schluß mit cool: Erzählungen
von T. C. Boyle
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

4.0 von 5 Sternen Boyle, wie man ihn kennt, 30. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Schluß mit cool: Erzählungen (Taschenbuch)
Boyle ist nun schon lange ein ziemlich berechenbarer Autor, der Erzählung um Erzählung im typischen Boyle-Ton und mit typischen Boyle-Inhalten schreibt. Eine gewisse Neigung zum Absurden, grimmigen Humor, scharfe Gesellschaftskritik, hoffnungslose Leute in hoffnungslosen Situationen... das alles findet man auch hier wieder. Wer also Boyle schon kennt, wird nicht überrascht sein. Wer ihn schätzt, wird nicht enttäuscht. Ich jedenfalls mag seinen Stil durchaus, Boyle schreibt flüssig und langweilt nicht. Nun... manchmal vielleicht doch ein wenig. Denn wie gesagt - er ist ziemlich berechenbar.


Behold the Machine
Behold the Machine
Preis: EUR 7,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Steampunk? Steamwave!, 15. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Behold the Machine (MP3-Download)
Auf diversen Websites wird Vernian Process mit der Wortschöpfung "Steamwave" in Verbindung gebracht - diese Bezeichnung trifft den Charakter der Musik gut. Inhaltlich und von den typischen Klangeffekten her kann man sie eindeutig dem Steampunk zuordnen - der ja kein eigentliches musikalisches Genre darstellt, sondern als Etikett für höchst unterschiedliche Bands benutzt wird, die eine Vorliebe für "viktorianische" Technik und entsprechendes Design eint, sonst aber nicht viel. In diesem Fall handelt es sich nun um eine mit offensichtlichen Wurzeln im Darkwave, denen aber ein ganz eigenständiger Baum entspross... wer von zugleich "steamiger" und "waviger" Musik von vorwärtsschreitend-düsterem Charakter angesprochen wird, dürfte mit diesem Album sehr zufrieden sein; ich bin es jedenfalls.


The Hydrogen Sonata
The Hydrogen Sonata
von Iain M. Banks
  Taschenbuch

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Minds schlagen zurück, 26. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Hydrogen Sonata (Taschenbuch)
"The Hydrogen Sonata" ist ein leichtgewichtigeres Buch als Banks' vorangehende SF-Titel "Matter" und "Surface Detail". Der ironische, gelegentlich auch sarkastische Austausch zwischen den Raumschiff-"Minds" (künstlichen Intelligenzen), welche die Zivilisation der banksianischen "Culture" lenken und in diesem Roman in grosser Zahl auftreten, scheint dem Verfasser hier oft wichtiger als das Fortschreiten der relativ dünnen Handlung. Damit handelt es sich um einen seiner Mind-lastigsten Romane überhaupt, jedenfalls seit "Excession", und wer diesen Aspekt von Banks' Schreiben schätzt, wird ohne Zweifel voll auf seine Kosten kommen - für mich war das der Fall. Ich mag die Minds, das Konzept von Zivilisation, das sie repräsentieren - und ihre Exzentrik. Die Liste der albernen Raumschiffnamen wird um etliche ergänzt: von der ''Caconym'' (altgriechisch für "schlechter Name") über die "Refreshingly Unconcerned With the Vulgar Exigencies of Veracity" bis zur "Just the Washing Instruction Chip in Life's Rich Tapestry" hat sich Banks mal wieder kräftig ausgetobt. Obwohl "Matter" und "Surface Detail" gewiss tiefschürfender und origineller waren, gebe ich auch diesem Roman nun mit Vergnügen fünf Sterne - er liest sich einfach zu verflixt gut, um weniger zu verdienen.


R.E.T.R.O.
R.E.T.R.O.
Preis: EUR 8,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 19. August 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: R.E.T.R.O. (MP3-Download)
Wer a) dem C64 liebevoll-nostalgisch verbunden ist, b) elektronische Musik mag und c) letzteres auch, wenn es mal etwas schwermütiger zu und her geht, der wird sich d) meiner Überschrift anschliessen. Nerdiger Einwand: Die schwarze Datasette auf dem Cover ist offensichtlich eine Commodore 1531 - dieses Modell wurde für den C16 produziert, nicht für den C64 ;-) Aber die beige 1530 hätte sich natürlich weniger gut gemacht...


Rokland: Roman
Rokland: Roman
von Hallgrímur Helgason
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abstieg in den Wahnsinn, 3. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Rokland: Roman (Taschenbuch)
"Rokland" beginnt harmlos und leicht, als Geschichte eines etwas skurrilen und schroff auftretenden, aber nicht ganz unsympathischen Verlierertypen, wie wir sie auch aus anderen Romanen von Hallgrímur Helgason (101 Reykjavík) kennen. Mit der Zeit schleicht sich aber Beunruhigendes ein: Etwas gar verbissen und kompromisslos begegnet Antiheld Böðvar H. Steingrimsson ("Böddi") seiner Umgebung, etwas gar unheimlich wird das Pech, das ihn dabei verfolgt. Der Leser hofft für ihn - hofft auch, er möge seinen Schicksalsschlägen doch mal mit einem konstruktiven Ansatz begegnen. Doch Böddi wird von jedem Rückschlag nur weiter darin bestärkt, der ganzen Welt kompromisslos seine eigene Weisheit entgegenzuhalten. Das schildert der Autor sehr unterhaltsam, wobei sein Humor so grimmig ist, dass man mit der Zeit eher das Grinsen eines Totenschädels vor sich sieht. Seinem Hölderlin übersetzenden Nietzsche-Fan Böddi gönnt er nur kürzeste Momente des Glücks - das Ende ist ein erschreckendes, umfassendes Desaster für Böddi und seine Umgebung. Der Leser legt das Buch fasziniert und etwas verstört beiseite.


Nokia N97 Smartphone (QWERTZ-Tastatur, GPS, W-Lan, Ovi Karten, Kamera mit 5 MP) black
Nokia N97 Smartphone (QWERTZ-Tastatur, GPS, W-Lan, Ovi Karten, Kamera mit 5 MP) black

4.0 von 5 Sternen Hat sich weitgehend bewährt, 13. Januar 2012
Ich besitze nun schon seit über zwei Jahren ein N97 und kann zusammenfassend feststellen, dass ich damit sehr zufrieden bin. Anfänglich soll das Modell ja Schwächen wie eine durch einen ungünstig plazierten Schutz-Schieber selbstzerkratzende Kamera oder schlechten Empfang aufgewiesen haben, diese waren allerdings bei meinem Exemplar schon behoben. Den Kameraschieber habe ich in diesen beiden Jahren sehr oft betätigt und bis jetzt ist die Linse nicht zerkratzt. Die Kamera selbst ist im übrigen für ein Mobiltelefon nach wie vor ziemlich gut und besonders gefällt mir der Blitz, der nicht so hoffnungslos schwach ist wie sonst häufig bei derartigen Geräten. Man kann damit wirklich Fotos machen, die als bessere Schnappschüsse taugen, auch die Makrofähigkeiten sind ganz in Ordnung. Die Bedienung finde ich logisch, Symbian/S60 ist mir sympathisch. Mit den grosszügigen 32 GB Speicher (es gibt ein kleines Hilfsprogramm, mit dem dieser sinnvoll genutzt wird) kann man wirklich etwas anfangen. An der Verarbeitung gibt es wenig auszusetzen: der Batteriedeckel ist zwar etwas "knarzig", hat aber bisher keine Probleme bereitet, der Aufklappmechanismus für die gut bedienbare Tastatur wirkt sehr zuverlässig. Nun ist aber gerade doch etwas passiert, wofür ich einen Stern abziehe: der kleine seitliche Schieber für die Tastatur- bzw. Bildschirmsperre ist unvermittelt abgebrochen. Offenbar passiert das häufiger, wie ich nach Recherche im Internet feststellte. Nach Ablauf der Garantie wäre eine Reparatur nun ziemlich teuer und der Defekt ist doch sehr lästig. Glücklicherweise findet sich im Nokia Store eine einigermassen brauchbare Notlösung, ein Tool namens "Best ScreenLocker", mit dem sich andere Tasten als Entsperrtasten belegen lassen. Ich habe dafür nun die Menütaste auf der Vorderseite genommen, die als physische Taste einen ziemlichen Druck benötigt und daher auch nicht so schnell aus Versehen betätigt wird, scheint mir gut zu funktionieren. Ich hoffe daher, dass es das N97 auch mit dem abgebrochenen Schieber noch das eine oder andere Jährchen für mich tun wird, würde ungerne schon wechseln - insbesondere nicht zu einem Gerät ohne echte Tastatur, mag ich doch sehr. Und noch was: Auch als Navigationsgerät für Fussgänger hat es sich bei mir bewährt. Die Karten sind ja nun offenbar dauerhaft kostenlos und gerade in Städten wirklich eine Hilfe, um sich zurechtzufinden.


The Elder Scrolls V: Skyrim (PC, Standard-Edition)
The Elder Scrolls V: Skyrim (PC, Standard-Edition)
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 14,49

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Computerspiel, 2. Dezember 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Skyrim ist das beste Computerspiel. Nicht etwa nur das beste Rollenspiel oder das beste Spiel des Jahres 2011, nein: Das beste Computerspiel bisher, Punkt. Das beste aller Genres und aller Zeiten. Als begeisterter Computerspieler seit den 80er Jahren, der sich bereits am C64 vergnügt und viele schöne Spiele erlebt hat, glaube ich, dass mir ein solches Urteil zusteht. Ich muss dabei zugeben, schon immer eine Schwäche für die Spiele der Elder-Scrolls-Reihe gehabt zu haben, seit Daggerfall (Arena lernte ich erst viel später kennen).

Daggerfall war nicht das beste Spiel seiner Zeit. Es war teuflisch schwer, fürchterlich von Bugs geplagt und seine riesige Welt wirkte, da zu einem grossen Teil automatisch generiert, häufig etwas eintönig. Aber riesig war sie, die Welt! Und die Freiheit, mit der man sich darin bewegen und agieren konnte, war faszinierend. Sechs Jahre später stellte Morrowind einen Quantensprung dar und überzeugte mich endgültig davon, dass bei Bethesda Softworks eine gehörige Portion Genialität am Werk ist - die kleinere, dafür sehr detaillierte Welt von Morrowind mit ihrem ganz eigenen Touch von Fantasy, der sich von allen anderen Spielen des Genres abhebt, steht mir noch heute lebendig vor Augen, auch wenn ich es seit Jahren nicht mehr gespielt habe. Oblivion stellte diesbezüglich etwas einen Rückschritt dar: Zwar grafisch wunderhübsch und dafür auch zu Recht gepriesen, findet das Spiel doch in einem weitgehend konventionell wirkenden Mittelalter-Fantasy-Setting statt. Gerne gespielt habe ich es trotzdem.

Nun aber zu Skyrim: Kurz gesagt verbindet es die Stärken seiner Vorgänger und weist nur sehr wenige ihrer Schwächen auf. Die Welt ist gross, wenn auch nicht vergleichbar mit Daggerfalls Riesigkeit, aber dafür sorgsam von Hand gestaltet und lebendig. Ja, sie ist von unsichtbaren Wänden begrenzt - aber diese erreicht man im Spielfluss selten. Man fühlt sich nicht eingeengt. Der "Mittelalter-Stil" aus Oblivion dominiert noch (ziemlich verwikingert), aber Elemente aus Morrowind sind zurückgekehrt. Der Spieler ist frei, wie immer - will er gleich der Hauptstory folgen? Gerne! Will er sie lieber vorerst ignorieren, sich diversen Fraktionen anschliessen, als Magier oder Kämpfer hocharbeiten? Kein Problem - nichts hindert ihn daran. Im Gegensatz zu so manch anderem Rollenspiel, das zwar auf den ersten Blick eine frei begehbare Welt bietet, den Helden aber doch gewissermassen auf Schienen setzt, denen er zu folgen hat, wenn er wirklich weiterkommen will, kann man hier jederzeit nach Belieben vom Weg abweichen, und das sehr erfolgreich. Wer diese Lockerheit der Storyführung, die vielen Ablenkungen nicht schätzt sondern lieber einer straffen, guten Geschichte folgt, wird das Spiel sicher nicht so hoch bewerten wie ich - mir aber scheint, dass die Rollenspiele, in denen man sich seine eigene Geschichte schaffen kann, die besten sind. Skyrim ist eines der wenigen, die darin glänzen. Die Fülle der Möglichkeiten vereint mit der Tatsache, dass es nur wenige störende Bugs gibt, schöner Grafik (manche bemängeln ein Fehlen letzter Perfektion, mittelmässige Texturen in Dungeons u.dgl. - aber ist die Kreativität der Grafik nicht wichtiger als der letzte technische Schrei? Auch Morrowind sehe ich mir noch gerne an!) und passender Musik in Elder-Scrolls-Tradition macht dieses Spiel für mich zur attraktivsten Single-Player-Erfahrung, die ich kenne, und es kann trotz des Mangels an Mitspielern auch den besten Online-Rollenspielen Konkurrenz machen (ich hoffe, dass es irgendwann doch mal ein "Elder Scrolls Online" geben wird).

Natürlich, auch Skyrim hat seine Schwächen: An der konsolenorientierten Steuerung störe ich mich als PC-Spieler auch, sie ist gewöhnungsbedürftig. Die Steam-Pflicht ist etwas lästig, aber kein Drama. Auch mit aktuellem ATI-Treiber stürzt das Spiel bei mir immer wieder mal ohne Fehlermeldung ab - zack, da ist der Desktop! Häufiges Schnellspeichern empfiehlt sich, will man den gerade erleichtert geschafften epischen Kampf nicht wiederholen müssen... Gelegentlich fehlen Texturen. Die deutsche Synchronisation ist zwar wirklich gut (das ist der erste Teil der Elder-Scrolls-Reihe, den ich in der deutschen Fassung spiele), aber es gibt zu wenig Abwechslung bei den Sprechern. Apropos Sprecher: Überhaupt bin ich nicht unbedingt ein Freund des langen akustischen Redenschwingens von NPCs in Rollenspielen. Das technisch längst veraltete Morrowind mit seinen schriftlichen Questtexten ist mir da fast lieber, die habe ich schneller gelesen als mir einen Skyrim-Sermon angehört. Aber das sind alles Einwände, die gegen die Qualitäten von Skyrim einfach verblassen.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 9, 2011 9:14 PM CET


Terminal World
Terminal World
von Alastair Reynolds
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einer von Reynolds' besten Romanen, 5. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Terminal World (Taschenbuch)
Wiederum denkt sich Reynolds eine ganz neue Welt aus und zeigt nach "House of Suns" erneut, dass er sich nicht wie so mancher andere populäre SF-Autor damit begnügen will, gemütlich an einem einmal etablierten Universum zu basteln. Geschickt verzichtet er auf lange Erklärungen, sondern stellt seine Leserschaft direkt ins Geschehen, sozusagen mitten unter die Figuren, deren Wissen über ihre eigene Welt sehr fragmentarisch ist. Elemente, die, wie andere kritisiert haben, nach "Fantasy" aussehen mögen, ergeben sich durch das Unwissen der Protagonisten, deren Gesellschaften ihre Geschichte und das Verständnis für die Technik, die sie nutzen, längst verloren haben, und sich in einem Zustand unaufhaltsam scheinenden Niedergangs befinden. Doch scheint ein umwälzendes Ereignis am Ende nahe zu liegen... und der aufmerksame Leser macht eine überraschende Entdeckung. Eine clever gebaute Geschichte, die allerdings nach zumindest einem Fortsetzungsband ruft, um einen wirklich runden Abschluss zu finden. Als Leser habe ich nicht das Gefühl, mit dieser Welt schon fertig zu sein. Jedoch will Reynolds nun offenbar erstmal schon wieder eine neue Welt bauen und gleich eine Trilogie schreiben, wie ich in den Weiten des Web lese, also dürfte die Wartezeit auf eine mögliche Fortsetzung zumindest ein paar Jahre betragen....


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