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Rezensionen verfasst von
Ralf Reitze (Bingen Deutschland)
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Makarionissi oder Die Insel der Seligen: Roman
Makarionissi oder Die Insel der Seligen: Roman
von Vea Kaiser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Atemlos durch die Zeit, 15. Juni 2015
Beginnend mit den 50er Jahren in einem kleinen griechischen Dorf bis heute erzählt uns Vea Kaiser die Geschichte einer Familie. Eleni und ihr Cousin Lefti sind seit ihrer Jugend einander versprochen, doch lieben sie sich eigentlich nicht. Nach ihrer Heirat ziehen sie wegen fehlender beruflicher Erfolgsaussichten nach Hildesheim. Das griechische Dorf, einst der Schnittpunkt einer Handelsroute, vergreist nach und nach. In Hildesheim widmet sich Eleni, die schon in Griechenland politisch aktiv ist, der Bekämpfung der griechischen Militärjunta. Lefti wird deutscher als deutsch, lernt die Sprache, erscheint immer pünktlich zur Arbeit, steigt bald zum Vorarbeiter auf. Beide leben ihr eigenes Leben nebeneinander, und so verlieben sie sich bald in andere, und bauen eine neue Zukunft auf.

Die 'Familiensaga' geht über mehrere Generationen weiter, bis endlich Eleni, jetzt verheiratet mit einem griechischen Emigranten, den sie in Chicago kennenlernte, auf Makarionissi auftaucht, die fiktive griechische Insel auf der ihr Mann aufwuchs. Von da an, wird diese Insel zum Mittelpunkt des Buches, auf dem die Familie ihre Heimat, ein großes Hotel, aufbaut.

Vea Kaiser gibt sich nicht mit Details zufrieden, nein, ihr Roman umarmt Jahrzehnte und Kontinente. Die auftretenden Charaktere haben durchaus ihre verschiedenen Rollen inne - hier ist die streitsüchtige und hitzköpfige Eleni, dort der hart arbeitende, ruhige und besonnene Lefti. Doch nach einer Weile beschleicht mich als Leser ein ungutes Gefühl; es passiert einfach nichts Überraschendes mehr. Handlungen werden abgebrochen, gerade am Anfang als Lefti nach einem Besuch bei einer Hure merkt, dass er sich eine Krankheit eingefangen hat, möchte man zu gerne wissen, wie er aus dieser Klemme kommt. Doch im weiteren Verlauf wird überhaupt nicht darauf eingegangen. So geht es weiter im Buch, Vea Kaiser überspringt einfach die Jahre, die Orte, die Personen. Dies wirkt bald wie ein Roman aus einem Setzkasten gebastelt. Scheidung hier, verzweifelte Liebe dort, ein uneheliches Kind. Dabei entstehen auch unschöne Situationen, aber dies ist alles mit einer so naiven Beschaulichkeit erzählt, jegliches Böse wurde hier entfernt, ich kam mir teilweise vor wie im Haribobärenland. Süß, bunt und klebrig.

Makarionissi rückt erst spät gegen Ende des Buches in den Fokus. Wichtiger, nach meiner Meinung, wäre gewesen das griechische Dorf zu beleuchten, ein Dorf das nur noch von Alten und Greisen bewohnt wird, da die Arbeitsmarktsituation sich dramatisch verschlechterte. Politische und interessante Weltthemen hätte Vea Kaiser viele gehabt an denen sich die Charaktere hätten reiben können, der Fall der Mauer wird komplett übersprungen, auch die darauffolgenden Unruhen in Europa. Die Finanzkrise wird auch nur kurz angeschnitten - auf der Insel der Seligen werden solche Themen nicht vertieft.

Dabei schreibt Vea Kaiser sehr flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Doch bezweifle ich, dass mir in ein paar Monaten noch vieles davon im Gedächtnis geblieben sein wird. Die Geschichte wird dem Leser mit einer plappernden Nichtigkeit dargeboten, kein Staubfussel trübt die glatte Fläche, kein Klumpen die Wörtersuppe, die ohne doppelten Boden und Rückstände verdaut und ausgeschieden wird. Sonst hatte ich des öfteren geklebte Post-it Zettel in Büchern, um mir wichtige Stellen zu merken, oder in die Rezension einzubauen, hier Fehlanzeige. Das Buch bewegt sich in Schlagzeilen durch die Welt, weitab von literarischen Höhenflügen oder vergleichbaren Familienepen, wofür es auch schlicht zu kurz geraten ist.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich Vea Kaiser zur neuen Helene Fischer der Literatur entwickeln würde. Ich wünsche ihr auf jeden Fall allen Erfolg dieser Welt in dem Haifischbecken der Literaturszene, in meinem Plattenregal steht jedenfalls keine Platte von Helene Fischer.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 24, 2015 6:17 PM MEST


Boarderlines
Boarderlines
von Andreas Brendt
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alwäs looki, looki, 22. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Boarderlines (Taschenbuch)
Alwäs looki, looki
Paß auf, schau auf Dich und den Moment.
Das sind die einfachen Worte die Andi aus dem Mund einer Frau in Bali hört und die seine Lebensweisheit werden.
Doch bis dahin ist es ein langer Weg.
Andi wohnt in Köln ist ein sehr erfolgreicher VWL und Sport Student und beginnt plötzlich eine Leidenschaft zu finden. Das Surfen.
Es fängt mit viel Wasserschlucken an und endet auf den größten Swells dieses Planeten.
Doch vorher lernt er Menschen, die fremden Länder und die Natur lieben. “Kein Wunder dass Fische sprachlos sind, bei all dieser Pracht” Es ist eine unverblümte Naivität in diesen Worten, Andi, der Autor, die Hauptperson geht an fremde Länder genau richtig heran. “Am Besten ist es eine neue Stadt kennenzulernen indem man einfach in sie hineinwandert und sich treiben läßt - ohne Guide”
Auf seinem Weg lernt er nicht nur zu surfen, seinen Surfschein zu machen, eine Surfschule in Frankreich aufzubauen und einfach mal spontan eine Woche in Indonesien auf dem Meer sich zu verausgaben, er lernt auch die buddhistische Weisheit des Lebens und den Weg zu sich. Dabei bleibt sein zu Hause als Kern in ihm, seine Sehnsucht nach Deutschland, erhalten.
“Unterwegs ist ein anderer Ort als zu Hause und dazwischen liegt der Drahtseilakt. Man kann nur fallen. Zu der einen oder anderen Seite, Wer reist, sollte eines lernen: Anders ist niemals schlecht”
Auf seinem Weg verlernt er das Feiern nicht, denn “…ab und zu gehört die Festplatte formatiert” Wer sich an den kernigen und manchmal direkten Sprüchen seiner Erzählung nicht stört bekommt sein Päckchen Weisheit mit auf den Weg. Und Andi hat seine Hochs und Tiefs, aber “no worries, mate” Drei weise Worte in Down under gehört.
Frauen und Kumpels kommen und gehen, doch seine große Leidenschaft bleibt das Meer. Die Erfahrungen die er dort macht sind stellvertretend für sein Leben und sind seine Erlebnisse auch manchmal etwas austauschbar so bringen sie Andi immer wieder zu den Kernpunkten seines Lebens. Wellenreiten als Therapie, für die Fragen des Lebens und eine der Möglichkeiten Frieden und Klarheit zu finden. Erlebnisse in fremden Ländern weitab von ausgetretenen Pfaden.
Auf dem Höhepunkt, der ultimativen Welle, findet Andi auch die Antwort auf seine Zukunft.

Lasst Euch auf einen intensiven, emotionalen Weg mitnehmen. Jeder hat seinen eigenen Weg, Andi erzählt uns von Seinem.

“Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did. So throw off the bowlines sail away from the safe harbour. Catch the tradewinds in your Sails. Explore. Dream. Discover.” Mark Twain

Danke Andi für das Buch!


Frettsack: Roman. Jetzt verfilmt als »Vaterfreuden«
Frettsack: Roman. Jetzt verfilmt als »Vaterfreuden«
von Murmel Clausen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Typisches "Vollidiot Teil 22" Buch, 1. April 2013
Vollpfosten Jens Fischer, 37 Jahre alt und noch ausgestattet mit der gleichen Matratze und Möbel seit 25 Jahren, verdient sich sein Zubrot mit Messejobs und seit einiger Zeit auch mit Samenspenden.
Diese Einnahmequelle wird ihm aber jäh durch einen Frettchenbiss zunichte gemacht.
Da er sich ein Kind wünscht bricht er in die Praxis des Arztes ein und entwendet die Information wohin seine Spende gegangen ist.
Er macht sich an die werdende Mutter, die bildhübsche Maren mit ungewöhnlichem Erfolg.
Ein typisches "Vollidiot" Buch, was aber teilweise ganz lustige und sozialkritische Züge zeigt und somit amüsant aber lterarisch nicht hochwertig ist.
Aber wer will das auch schon immer.


»Wir haben uns verzweifelt geliebt«: Elizabeth Taylor und Richard Burton
»Wir haben uns verzweifelt geliebt«: Elizabeth Taylor und Richard Burton
von Christa Maerker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotionale Chronik, 8. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Elizabeth Taylor und Richard Burton sind zwei Ikonen der 60/70er Jahre und bekannt durch ihre Exzesse und ihre meist öffentliche gehandhabte Haß-Liebe.
"Wir haben uns verzweifelt geliebt" war ein Ausspruch von Liz Taylor der schönsten Frau der Welt und so betitelt Christa Maerker reißerisch ihre "Biographie" der beiden Schauspieler.
Aufreibend und zerfleischend war ihr Leben und ihre ewige Liebe. Den Anfang im Buch macht der auslösende Funken "Cleopatra" eine der erfolgreichsten Filme der Welt.
Dann schwenkt sie auf die Vergangenheit der beiden Liebenden, den Kinderstar Liz Taylor und den besten Shakespeare Darsteller Richard (Jenkins) Burton.
Die zwei Ehen und ihre Scheidung aber nicht enden wollende Freundschaft und Liebe.
Das Buch ist weniger als ausfüllende Biografie zu sehen, mehr als Verständnis und Hintergund der großen Liebe.
Dabei bedient Maerker sich bei den, sicher umfangreicheren Biographien die existieren und verwebt dies, mit einer zwar distanzierten Sprache, aber emotional sehr dicht an den Figuren bleibend zu einer, mit den gesellschaftlichen Hintergründen ausgeleuchteten, großen Story.
Dass dies vielleicht literarisch nicht voll ausgereift ist, sie vielleicht an manchen Stellen Filme und Personen nicht ganz perfekt einsetzt und manchmal einfach etwas oberflächlich bleibt im Erzählen - geschenkt.
Wichtig war für mich das herüberbringen des Gefühls, dass hier zwei Seelen sich gefunden hatten, aber wegen ihrer Arbeit und ihrer Krankheiten einfach auseinandergehen mussten.
Hinterlassen haben sie uns viele Filme und Glamour und vielleicht auch ein dankendes Gefühl einer großen Liebe irgendwie beigewohnt zu haben.


Das Meerweib.  Die Abenteuer von Fafhrd und dem Grauen Mausling 4
Das Meerweib. Die Abenteuer von Fafhrd und dem Grauen Mausling 4
von Fritz Leiber
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rundes Ende, 19. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im letzten, sprachlich gewaltigen neu übersetzten Band der Helden von Fafhrd und dem grauen Mausling bleiben wir auf Eislanden und erleben die altersmilden Abenteuer dort.
Zwischen den ersten und den letzten Geschichten Leibers liegen knapp 50 Jahre, die letzte wurde 1987/88 4 Jahre vor seinem Tod geschrieben.
Leiber hat für sein Lebenswerk den World Fantasy Award bekommen, für seine Kurzgeschichte "Ill met in Lankhmar" den Nebula und Hugo Award, seine weiteren Preise für andere Werke gar nicht angesprochen.
Seine 2 Helden sind unerreicht in der Fantasy Welt, wenn sie auch leider unbekannter geblieben sind als sie es verdienen!
In der letzten Geschichte zieht Leiber auch wieder sprachlich und vom Plot her alle Register.
Die Verdammung des Mauslings in die "Hölle" ist eines der ungewöhnlichsten Geschichten die ich in der Fantasy kenne und mit einem zwinkernden Auge erzählt.
Auch die Anhänge des achten Buchs mit Essays über und mit Leiber, runden den sehr guten Zyklus ab.
Leichte Abzüge muss ich ihm für die unnötigen ausgiebig dargestellten erotischen "Altherrenphantasien" geben, die nicht notwendig gewesen wären und die etwas zerfahrene ausufernde Geschichte, die straffer erzählt, deutlich gewonnen hätte.
Aber das ist jammern auf dem höchsten Niveau, Leiber hat die Proletarier unter den Fantasy Helden geschaffen, Helden für die Ewigkeit.


Schattenträumer: Roman
Schattenträumer: Roman
von Andrea Busfield
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verpasste Chance, 27. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Schattenträumer: Roman (Gebundene Ausgabe)
m vorliegenden Band Schattenträumer beschreibt Andrea Busfield die Geschichte einer Familie auf Zypern von den 50er Jahren bis heute.
Dabei baut sie die tatsächlichen Ereignisse in das Leben der Protagonisten ein.
Die Familie Economidou hat 5 Söhne, die unterschiedliche Schicksale erleiden, unter anderem auch eine unglückliche Liebesgeschichte.
Das Buch ist ein gutes Beispiel für verpasste Chancen. Durch den Aufzählstil der Autorin will keine so rechte Bindung an die Personen aufkommen.
Andrea Busfield hat eine etwas steroetype Art ihre Charaktere durch das Leben zu schicken, dabei hat sie gute Ideen, die aber leider nicht ausreichend umgesetzt werden.
Gerade hat man sich in ein Schicksal eingelesen, springt sie zum nächsten anstatt zu verweilen und zu vertiefen.
Die politischen Begebenheiten werden mehr schlecht als recht in die Schicksale aufgesetzt. Es fehlen die Verbindungen die die Geschichte zu einem Fluss gemacht hätten.
Doppelt so viele Seiten hätten dem Buch mehr Tiefe und Originalität gegeben. So bleibt dies eine unbeholfenen Geschichte die in einem geschichtlich zerrissenen Land spielt.
Für die Bearbeitung des Themas Zyperns vergebe ich einen Zusatzpunkt, die Geschichte alleine hätte es auf 2 gebracht.
Schattenträumer heißt im original "Aphrodites War" was viel besser zum Charakter des Bandes passt, ein Beispiel für die unreflektierte Art der Verlage Bücher zu benamen.


Unter dem Tagmond: Roman
Unter dem Tagmond: Roman
von Keri Hulme
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Traumreise zu den Wurzeln, 28. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Tagmond: Roman (Taschenbuch)
In Neuseeland ist die Amtssprache Englisch, Te Rao Maori und - als einziges Land der Erde - die neuseeländische Gebärdensprache.
Maori wird nur von einem relativ geringen Teil der Bevölkerung verstanden oder gar aktiv gesprochen, zur Entstehungszeit des Buches war es auch noch keine Amtssprache.
The Bone People - zu Deutsch "Unter dem Tagmond" - bezeichnet eigentlich die Menschen die zu ihrem Ursprung zurückkehren.
In diesem Buch geht es um drei Personen die genau dieses versuchen, miteinander, alleine, mal mehr erfolgreich, mal weniger, mal Ebbe, mal Flut.
Kerewin, die stark autobiografische Züge der Autorin trägt, ist Mitte Ende 20, lebt alleine in einem Turm und hat sich mit ihrer Familie, ihren Wurzeln entzweit.
Joe ist 33 hat seine Frau und sein Kind verloren, aber einen Sohn dazubekommen nämlich Simon der bei einem Bootsunfall der einzige Überlebende ist, aber nicht sprechen kann und nichts über seine Vergangenheit kennt.
Es ist eine Reise in dem ich in den Gedanken der drei Personen teilhabe, an ihren Gefühlen, ihren Zweifeln, ihrer Freuden. Alle vereint ihr wurzelloses Leben und ihre Liebe zueinander.
Sie bewegen sich wie in einer Spirale aufeinander zu und wieder voneinander weg, die Spirale bewegt sich wie ein Irrgarten, oder eine Muschel, in die Tiefe.
Ka Tata Te po - und die Nacht wird kommen und die Nacht kam.
Nach dem die Nacht kam wird jeder durch das Land und die Wurzeln geheilt, jeder erlebt eine Traumreise und erfährt seine Bestimmung.
Das Buch ist schwer zu fassen, ich musste es leben, spüren, mich versinken lassen, die Erde, den Mythos ansatzweise ertasten. Als Europäer fällt mir das viel schwerer, ich spüre meine eigene Wurzellosigkeit.
Es ist kein Buch zum Lesen, ich musste es Erleben.
Danke an Keri Hulme für dieses unglaublich bereichernde Buch. Ka pai, e hoa.
Ich werde es in mir tragen.
Ka maharatia tenei i ahau e ora ana!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2011 8:48 PM MEST


Chronic City: Roman
Chronic City: Roman
von Jonathan Lethem
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langatmig und Langweilig, 28. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Chronic City: Roman (Gebundene Ausgabe)
Chronic City ist eine "Geschichte" die in einem fiktiven New York spielt und verschiedene hippe "Stars" der Szene zeigt, wie sie Sex haben, kiffen und währenddessen endlose Gespräche über philosophische Themen haben.
Ein abgehalfterter Schauspieler, Chase Insteadman, der eine Verlobte im Weltraum hat und eigentlich nur diese Rolle spielt, trifft Perkus Tooth. Es werden viele Joints geraucht, man trifft andere hippe Typen, es werden noch mehr Joints geraucht, man sucht den heiligen Gral (Kaldron), kommt in die New Yorker Society, ein Tiger bohrt in der New Yorker Unterwelt.
So wahllos dies klingt, so wahllos und nicht nachvollziehbar agieren die Personen in ihrem Plot.
Es existieren viele Witze, Verweise aus Schauspieler, Strassen, Filme, Musik, die aber leider aus dem amerikanischen Insider Charakter nicht herauskommen.
Auch lassen einen die fahlen Charaktere und die leider nicht vorhandene Geschichte sehr kalt zurück, es ist eine Ansammlung von Gags, Anspielungen und Personen die meist um sich selber kreisen.
Das können andere ähnliche Schriftsteller meist besser, für mich war dieses Buch eine schlechte Kopie von Matt Ruff, der es weit besser versteht zehnmal so viele wahnwitzige Ideen in seinen Büchern zu einer wirkliche einheitlichen und für mich nachvollziehbaren Geschichte, zusammen zu bringen.
Gestört hat beim Lesefluss die teils irritierende, nichtssagende Aneinanderreihung von gefühlten falschen Adjektiven an Substantive und die selbstverliebte Sprache.
Dadurch wurde der Faden und die Lesegeschwindigkeit erheblich zerstört.
Dies war nicht immer so, im Mittelteil ergaben sich ein paar Kapitel die sich gut lasen, doch danach wurde es wieder recht zäh, ermüdend und einfach langweilig.
Der Inhalt sollte wohl eine Art Science Fiction Geschichte mit surrealen Ereignissen, Mischung aus Medienmanipulation, Gesellschaftskritik darstellen - soweit der Klappentext.
All dies habe ich leider nicht gefunden, die Ansätze waren gegeben, doch Lethem hat diese nicht ergriffen.

Highlight war ein paralell stattfindenes Leseforum zu diesem Buch, welches mir doch ein paar erhellende Punkte gegeben hat und dem Buch fast einen zweiten Stern verdient hat.

Leider hat dann das Ende den zweiten Stern wieder aufgefressen. Die letzten beiden Kapitel sollten wohl eine Art Aufklärung bringen, aber verwirrten mich mit neuen Personen und nicht nachvollziehbaren Zusammenhängen vollkommen.
Auch nach mehrmaligem Durchlesen erschloss sich mir hier gar nichts - und ehrlich gesagt war es mir dann auch egal.

Die Kritiker werden dieses Buch wohl lieben, ich habe mich wie lange nicht mehr, durch einfach nichtssagende lange Seiten gequält.
Interessant für den geneigten Leser die Rezensionen in Amazon.com, die die Langatmigkeit und Langeweile beklagen, aber die (amerikanischen) Witze wenigstens einigermassen verstehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2011 2:32 PM CET


Bilder von ihr: Roman
Bilder von ihr: Roman
von Karen-Susan Fessel
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe und Hoffnung, 3. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bilder von ihr: Roman (Taschenbuch)
Thea liebt Suzannah. Suzannah ist tot.
Rückwirkend erzählt uns Thea - eine junge Frau - wie sie Suzannah lieben gelernt hat, wie sie, aus Münster nach Berlin kam und ihre Liebe zu Frauen entdeckte.
Der Roman spielt in der Homosexuellen Szene in Berlin und alle Charaktere sind liebevoll gezeichnet, der schwule Onkel Paul bei dem sie lebt, sein Freund Jörn, der gehörlose schwule Freund Dennis.
Da der Roman Anfang der 80er Jahre spielt, kommt natürlich auch das HIV Virus hinzu, aber es wird alles unprätentiös und jenseits der Klischees geschildert, wichtig allein ist die Liebe und das Erwachen und das Öffnen von Thea.
Sie tut sich am Anfang schwer mit dem Öffnen, nach und nach findet Thea sich und die Liebe, bis Suzannah plötzlich stirbt.
Das Buch umgibt sich mit einer manchmal unsäglichen Trauer doch umschifft gekonnt und lebendig alle platten Muster.
Ich bin gerne in diese Aufbruchzeit geschlüpft und habe die Trauer und den Schmerz hautnah miterlebt, aber auch die Hoffnung und die schönen Momente.

"Lieben bedeutet, Einfluss zu nehmen, ob gewollt oder nicht. Lieben bedeutet berühren. Und nur, wer sich berühren läßt, erkennt, wie alleine er in Wirklichkeit ist."
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2012 8:36 PM CET


Hyperion
Hyperion
von Dan Simmons
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hommage an John Keats, 28. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hyperion (Gebundene Ausgabe)
John Keats war einer der wichtigsten Dichter der englischen Romantik und ist früh mit 26 Jahren an Tuberkulose 1821 in Rom gestorben.
Das vorliegende Buch ist eine Hommage an den für viele Menschen "perfektesten Dichter". "Hyperion" und "Fall of Hyperion" sind auch zentrale Werke von Keats.
Vielerorts begegnet er uns in dem Buch, eine Stadt ist nach ihm benannt, Gedichte in seiner emotionalen Ausdruckskraft sind im Original im Buch abgedruckt, eine Hauptperson war die große Liebe von Keats.
Ein Cybrid ist eine fast getreu Kopie des Dichters und es wird auch die alte Stadt Rom in dem Zeitalter wo Keats dort gelebt hat, besucht.
Was erleben wir noch in diesem Science Fiction Buch? Ja es ist trotz der grundlegenden romantischen Stimmung eine Space Opera, aber eine die uns die untergegangene Erde immer wieder nahe bringt.
Die Rahmengeschichte handelt von dem Planeten Hyperion. Dort scheint sich die letzte Schlacht der Ousters und der Hegemonie abzuspielen, eine Krise bahnt sich an.
7 Personen - eine Primzahl - machen sich auf die Pilgerreise nach Hyperion um das Shrike - das Gottgleiche Wesen - zu besuchen. Jeder hat seine eigene Geschichte warum er die Reise antritt.
In diesem Buch werden die Geschichten erzählt.
Es sind traurige, betroffen machende Erzählungen, jede Person erhält auch eine eigene Erzählart, Simmons variiert geschickt die einzelnen Charaktere in seinem Schreibstil, so dass sie sehr authentisch wirken.
Glaubt man noch dass die eben erlebte Geschichte jetzt den Höhepunkt darstellt, toppt die nächste die vorherige wieder.
Nach jeder Erzählung weiß man mehr über das Imperium und kennt Hintergründe der Hegemonie. Das Shrike und Hyperion wo sich die Geschichten alle treffen, werden mystischer und geheimnisvoller.
Nach der letzten Geschichte hört das Buch einfach auf und wird in "Fall of Hyperion" weitergesetzt und aufgelöst.
Selten habe ich eine solch sagenhaft gut erzählte Sf-Geschichte gelesen, die scheinbar von 6 verschiedenen Personen geschrieben, doch in sich einen Zusammenhalt bildet und als Grundstimmung die Sehnsucht der Menschheit nach Antworten, Geborgenheit und Liebe in sich beherbergt.
Ja all dies ist auch eine Sf-Geschichte mit Raumschiffen, Portale in andere Welten und vielen anderen technischen, sozialen Ideen.
So muss ein perfektes SF Buch aussehen!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 5, 2011 5:39 PM CET


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