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Rezensionen verfasst von
D. Schmidt (Baden-Baden, Baden-Württemberg)
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Losers and Winners
Losers and Winners
DVD
Preis: EUR 0,00

4.0 von 5 Sternen Gut gemachte Doku über ein spannendes Thema, 3. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Losers and Winners (DVD)
Doku über eine Kokerei, die in Deutschland 1992 in Betrieb ging und damals die modernste der ganzen Welt war. Nur 8 Jahre später wurde sie aber geschlossen, da man Koks einfach preiswerter im Ausland kaufen konnte. Sie wurde an ein chinesisches Unternehmen verkauft, dass die komplette Anlage hier in Deutschland abgebaut hat um sie in China neu zu errichten. Während der anderthalber Jahre begleitete das Filmteam sowohl die letzten deutschen Arbeitnehmer, die den Demontageprozess beaufsichtigen sollten, als auch die chinesischen Arbeiter.
Der Film extrahiert faszinierend aus diesem abgegrenzten Projekt Ideen und Aussagen zur modernen Arbeitswelt, der Globalisierung und dem Miteinander unterschiedlicher Kulturen.
Da das ganze auf deutschem Boden gedreht wurde, bekommt man auch Einblicke in die chinesische Arbeitswelt, die zumindest ich so noch nicht in anderen Dokus gesehen habe.


ESN Designer Whey Protein, Strawberry, 2268g Dose
ESN Designer Whey Protein, Strawberry, 2268g Dose
Wird angeboten von Special-Fitness
Preis: EUR 46,90

5.0 von 5 Sternen Geschmacklich top!, 18. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zusammensetzung auch voll in Ordnung. Lieferung und Verpackung vom Händler war auch super.
Und preislich ist es gut im Mittelfeld platziert, obwohl die Qualität auch mit Weider oÄ mithalten kann.


Hafenführer für Hausboote Berlin und Brandenburg. Band 2 mit Spree, Dahme, Untere Havel mit Potsdam. Die schönsten Häfen und Liegeplätze für Hausboot, Motoryacht und Segler
Hafenführer für Hausboote Berlin und Brandenburg. Band 2 mit Spree, Dahme, Untere Havel mit Potsdam. Die schönsten Häfen und Liegeplätze für Hausboot, Motoryacht und Segler
von Robert Tremmel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch dieser Band des Hafenführers überzeugt!, 18. August 2014
Nachdem ich mit dem Hafenführer für die Seenplatte bereits gute Erfahrungen gemacht habe, griff ich nun auch zu diesem Band um meine Fahrten "vor der Haustür" ein wenig besser zu planen. Die Aufmachung überzeugte schon mal auf ganzer Linie: Sehr gute Bilder und ein schönes aufgeräumtes Layout machen schon beim Durchblättern Spaß. Auch die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten entlang des Wassers sind top. Wer die Stadt rein vom Wasser aus erkunden möchte kann sich hier einen weiteren Reiseführer locker sparen.
Seine wirkliche Stärken spielt dieser Hafenführer aber bei der Bändigung der unglaublichen Datenflut aus die hier verarbeitet wurde. Eine vergleichbare Auflistung von Anlegern und Lokalen wie man sie in der Rubrik "Anlegen & Einkehren" vorfindet ist mir nicht bekannt. Vorbildlich auch die Aktualität des Hafenführers, selbst Gaststätten die erst 2014 eröffnet wurden haben es teilweise noch in das Buch geschafft.
So bin ich mir sicher, dass dieser Hafenführer für mich recht schnell zu dem wird was auch der Vorgängerband bei Ausflügen geschafft hat: Ein unverzichtbarer Begleiter werden.


Hafenführer für Hausboote: Müritz, Havel, Seenplatte – Die schönsten Häfen und Liegeplätze
Hafenführer für Hausboote: Müritz, Havel, Seenplatte – Die schönsten Häfen und Liegeplätze
von Robert Tremmel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reiseführer fürs Hausboot durch die Mecklenburger Seenplatte, 7. Juni 2012
Seit einigen Jahren sind meine Familie und ich recht begeisterte Hausbooturlauber. Da wir in diesem Jahr eine Tour über die Mecklenburger Seenplatte planen, habe ich mir zur Vorbereitung hierauf diesen Hafenführer für Hausboote geleistet.
Was mir zunächst gleich aufgefallen ist: Das Buch beschreibt wohl so ziemlich jeden Anleger in unserem Urlaubs-Gebiet, selbst kleine und versteckte, die mir während meiner ersten Planung mittels Wasserkarte gar nicht aufgefallen waren. Jeder Anleger ist kurz beschrieben und alle wichtigen Informationen werden sehr übersichtlich präsentiert. Alle Einkaufsmöglichkeiten oder Restaurants in der Nähe werden kurz benannt , so dass man einen guten Überblick über den Hafen bekommt. Besonders gut finde ich auch, dass man hier alle Telefonnummern der Anleger übersichtlich beisammen hat, so dass man schnelle Nachfragen zur aktuellen Belegung stellen kann. Zudem schön hilfreich meiner Ansicht nach: Jeder Anleger wurde kartographiert, so dass man bei der Anfahrt bereits einen Überblick hat, wie man an den Anleger heranfahren muss. Hier hier hat man mal mitgedacht: Das Buch wurde großformatig gedruckt und man kann es problemlos geöffnet vor sich hinlegen, so dass man die Karten auch beim Navigieren gut benutzen kann.
Der Autor hat sich sogar die Mühe gemacht, nicht nur die einzelnen Anleger in Augenschein zu nehmen, sondern auch die Umgebung zu beschreiben. So erhält man zumindest für kurze Landgänge genügend touristischen Informationen und muss nicht auf weitere Reiseführer zurückgreifen. Letztendlich ist mir noch das sehr gute Register am Ende des Buches aufgefallen. Hier kann man auf einen Blick die unterschiedlichen Leistungen der Häfen in einer Region vergleichen und vor allem auch die Preise. Es ist mir bereits bei unserer letzten Tour aufgefallen, dass die Hafengebühren bei vielen Häfen nicht mit den angebotenen Leistungen in Einklang stehen. Solchem Nepp kann man durch das Buch in Zukunft bequem ausweichen und allein mit dieser Ersparnis wird der (nicht ganz preiswerte) Anschaffungspreis wohl wieder kompensiert werden.
Alles in allem ein wirklich nützliches Buch, das meine Reiseplanung jetzt schon maßgeblich beeinflusst hat. Bei zukünftigen Auflagen sollte man eventuell die Fotoqualität nochmal überprüfen. Obwohl die Motive häufig einen guten Eindruck von der Stimmung am Ort vermitteln, sind einzelneFotos recht grobkörnig und auch wenig farbintensiv. Aber das sagt nur der Hobbyfotograph in mir , der Hobbykapitän ist begeistert.


Step Up
Step Up
DVD ~ Channing Tatum
Preis: EUR 5,55

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Arm und reich vereint auf dem Tanzboden, 15. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Step Up (DVD)
In "Step Up" geht es um den jungen Tyler Gage (Channing Tatum), ein Straßentänzer, der in einer Kunstschule Sozialstunden ableisten muss. Hierbei begegnet er Nora Clark (Jenna Dewan), die für ihre Abschlussaufführung trainiert und dringend einen Trainingspartner benötigt. Tyler springt ein und dann kann man sich eigentlich schon vorstellen, wie es weiter geht.

Anne Fletchers "Step Up" unterscheidet sich kaum von den anderen Hiphop-hippe-junge-Leute-Tanzfilmen (Honey, Save The Last Dance) die in schöner Regelmäßigkeit in die Kinos kommen. Hat man einen gesehen, hat man alle gesehen. Was aber nicht heißen soll, dass "Step Up" nicht trotzdem unterhält.

Das Zentrum des Films, die zahlreichen Tanzszenen, sind allesamt großartig choreographiert und gut in den Film integriert. Vor allem die Mischung zwischen klassischem Tanz und Hiphop ist sehr gut gelungen. Die sich darum spannende Geschichte ist wie bereits gesagt voraussehbar. Darüber hinaus spart sie leider nicht mit zweifelhaften Lebensweisheiten des Kalibers, wie man sie auch aus jeder Castingshow kennt: "Dieses Geschäft ist hammerhart. Da muss man über sich hinausgehen, wenn man dazugehören will. Aber wenn man nur an sich glaubt, dann kann man alles schaffen usw." Dazu kommt noch einiger Sozialkitsch der Sorte, dass man aus jedem Ghetto herauskommen kann wenn man es wirklich will usw. Andererseits, auch wenn vorhanden, werden einem diese Weisheiten einem wenigstens nicht so unterbreitet, dass es wirklich über die Schmerzgrenze gehen würde.

Übel nehmen kann man dem Film eher die Wahl des Hauptdarstellers. Tatum kann zwar tanzen, wird aber wirklich von jedem Nebendarsteller im Cast noch an die Wand gespielt. Und ein zweiter wirklich großer Fauxpas ist der billige und unnötige dramaturgische "Kick" am Ende des Films, den ich aber aus Spoilergründen hier nicht verraten möchte.

Trotz dieser Mankos hält das Gerüst rund um die Tanzszenen und viel mehr kann man von einem Film dieses Genres vielleicht auch nicht erwarten. Wer also grundsätzlich gerne diese Art Filme schaut sollte "Step Up" ruhig eine Chance geben.


Reloaded
Reloaded
Preis: EUR 20,59

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hoodies an, Timbs geschnürt? It's "Wrektime" again..., 13. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Reloaded (Audio CD)
Manchmal gibt man am besten gar nicht vor, dass man einer Sache neutral gegenüber stehen würde. So ist das bei mir, wenn ich etwas über Smif-N-Wessun erzählen soll. Zu viele gute Erinnerungen habe ich an "Dah Shinin'", ihre erste LP, die sicher zu meinen meistgehörten Platten gehört und die ich auch nach 12 Jahren immer mal wieder auflege um mich in andere Sphären tragen zu lassen.

So ist es wohl auch kein Wunder gewesen, dass ich nach der Ankündigung des "Triple Threats" mich auf "Reloaded" am meisten gefreut habe, welches den Abschluss der Reihe im November 2005 darstellte. Und nachdem "Monkey Barz" und "Chemistry" die Erwartungen durchaus noch nach oben schraubten war ich zunächst... etwas enttäuscht.

Während Sean Price und Buckshot auf den Vorgängeralben nämlich deutlich neue Wege beschritten bleibt bei Smif-N-Wessun zunächst mal alles beim Alten. Sie spielen zwar ein wenig mit Reggaeeinflüssen ("A Hustler's Prayer") und zeigen ihre Spanischkenntnisse ("U Undastand Me") aber das gab es ja bereits auf "The Rude Awakening" in dieser Form. Bei den Texten ist es das Gleiche, auch hier wird an Bewährtem festgehalten: Sie bleiben natürlich ihren Timberlands treu ("My Timbz Do Work") und verehren ihre Knarren mehr als ihre Frauen ("Toolz Of The Trade"). Der Sound kann sowieso grundsätzlich mit "The Rude Awakening" verglichen werden, geht nur etwas mehr nach vorn, auch wenn Khrysis (der mit "Sick 'em Son" ein richtiges Brett abliefert) und Coptic leichte Neuerungen bringen.

Gerade Coptics Beats funktionieren dann aber nur bedingt. Was er abliefert ist häufig leicht kitschig. Manchmal kitschig und trotzdem geil ("PNC Boyz"), manchmal kitschig und zudem -dank gepitchter Vocalsamples - äußerst ungeil ("Here I Stand").

Andererseits: Auch wenn der Hunger nach Innovationen mit diesem Album nicht befriedigt wird gelingen Smif-N-Wessun einige herausragende Nummern nach der alten Formel. Gerade wenn sie sich die Bars abwechselnd um die Ohren schlagen wie auf "The Truth" und "Gunn Rap" freut man sich, hier einem Duo zuhören zu können, welches zumindest einen Teil ihrer Strophen tatsächlich zusammen erstellt und damit großartige Ergebnisse erzielt. Und wenn sie mit Buckshot zusammen auf "City Of Godz" Clubtüren eintreten weiß man relativ schnell, dass ihre Art von Roughness auch heute noch seine Existenzberechtigung hat.

Nachdem ich das Album nun über ein Jahr habe kann ich demnach immer noch feststellen, dass Smif-N-Wessun mit diesem Werk ihre Rolle im Hip Hop nicht neu definieren. Aber enttäuscht bin ich nicht mehr. Denn ihnen gelingt etwas, was gerade im Hip Hop Universum mit seinem virulenten Jugendwahn schon schwer genug ist: Sie schaffen es, gemeinsam mit ihrer Musik (und... oh Gott, auch mit ihren Fans) in Würde zu altern und als Künstler relevant zu bleiben. Zeit, mal wieder "Bucktown!!!" zu grölen.


World Trade Center
World Trade Center
DVD ~ Nicolas Cage
Preis: EUR 5,97

14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen WTC ungleich JFK, 13. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: World Trade Center (DVD)
In "World Trade Center" erzählt Regisseur Oliver Stone die wahre Geschichte von zwei Beamten der Hafenpolizei, John McLoughlin (Nicholas Cage) und Will Jimeno (Michael Pena), die am 11. September 2001 unter den Türmen des World Trade Centers verschüttet und als zwei von insgesamt nur 20 Personen durch eine Rettungsaktion wieder geborgen werden.

Im Vorfeld des Films gab es den Vereinigten Staaten wohl einige Diskussionen um die Umsetzung des Stoffes. Einige Menschen befürchteten, dass Oliver Stone ähnlich wie in "JFK" eine Verschwörungstheorie darstellen werde und somit dem Andenken der Opfer dieses Tages schaden könnte. Nachdem man den Film gesehen hat, kann man diese Befürchtungen für unbegründet ansehen. Hier werden garantiert keinen Verschwörungstheorien Platz eingeräumt, ja, man kann eventuell sogar soweit gehen zu behaupten, dass Oliver Stone einen unpolitischen Film über den 11. September gedreht hat.

So war wohl auch seine Intention. Im Audiokommentar der DVD sagt er, dass WTC kein politischer Film sei. Er gehe davon aus, dass die Zuschauer durch die Erinnerung an diesen Tag, hervorgerufen durch den Film, automatisch darauf gestoßen werden, was seit diesem Tag mit Amerika und in der Welt passiert sei. Meiner Ansicht nach zahlt sich dieses Vertrauen in die Intelligenz der Zuschauer aus. Den "working-class-view" (so Stone), den er auf die Ereignisse nimmt, funktioniert und lässt den Zuschauer dieses tragische Ereignis noch mal erleben, ohne durch politische Indoktrination in die eine oder andere Richtung die Ansichten über diese Geschehnisse extrem beeinflussen zu wollen.

Und andererseits ist es auch nicht so, dass er sich wirklich jeden Statements enthält. So kann man die leicht überzeichnete Figur eines Retters, des evangelikalen und überpatriotischen Dave Karnes (Michael Shannon), auch wenn seine Geschichte grundsätzlich der Realität entsprechen mag, als durchaus politischen Wink verstehen.

Leider ist der Film handwerklich nicht vollkommen geglückt. Nach einer fulminanten ersten halbe Stunde drosselt der Film das Tempo beträchtlich, was ihm nicht gerade gut tut. Während die beiden Polizisten verschüttet sind wirkt der komplette Film sehr zäh und gewinnt erst in der letzten Viertelstunde wieder an Tempo. Die Gespräche zwischen den beiden und die Episoden bei den Familien charakterisieren zwar recht gut diese Personen. Sie wiederholen sich aber auch recht schnell und fügen dem Bild keine neuen Facetten hinzu, so dass man hier recht gut hätte kürzen können.

Ähnliches kann man auch über die Schauspieler sagen. Gerade Nicholas Cage schafft es leider nicht, seinem Charakter die notwendige Tiefe zu geben. Als richtig überzeugend empfand ich eigentlich nur Michael Pena, der Will Jimeno wirklich zum Leben erweckt.

Alles in allem schafft es dieser Film seine selbst gesetzten Ziele zu erreichen. Er geht würdevoll mit den Opfern dieses Tages um und erzählt eine Geschichte des 11. Septembers. Für die Erzählung der gesamten Geschichte ist es vielleicht auch noch ein wenig zu früh.


Wie im Himmel (Einzel-DVD)
Wie im Himmel (Einzel-DVD)
DVD ~ Michael Nyqvist
Preis: EUR 6,99

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schweden ist dem Himmel ein Stück näher gekommen., 8. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie im Himmel (Einzel-DVD) (DVD)
Nach einem Herzinfarkt kehrt der Stardirigent Daniel Daréus (Michael Nyqvist, bekannt auch aus "Zusammen") in das Dorf seiner Kindheit zurück, an dass ihn allerdings nicht nur positive Erinnerungen binden. Hier will er sich eine Auszeit nehmen und "Hören". Doch die Ruhe dazu findet er kaum, denn der ortsansässige Chor sucht einen neuen Leiter. Nach anfänglichem Zögern geht er vollkommen in dieser Aufgabe auf. Auch weil er den Eindruck hat, mit diesen Menschen etwas schaffen zu können was er mit all den Profimusikern, mit denen er in seinem Leben zusammengearbeitet hat, noch nicht schaffen konnte: Eine Musik, die die Herzen der Menschen verbindet.

Regisseur Kay Pollack beginnt seinen Film äußerst bildgewaltig, mit stark metaphorischen Szenen um dann während des Films sich aber auf die einzelnen Charaktere zu konzentrieren und auch seine Bildsprache diesem Blick anzupassen. Gerade letzteres gelingt Pollack sehr gut: Der Film lebt eigentlich vollkommen von den unterschiedlichen Charakteren der Chormitglieder und erzählt in liebevoller Betrachtung ihre Geschichten.

Besonders schön dabei finde ich, dass er diese Nähe zu den Protagonisten ohne nervige Handkamerawackeleien oder ähnliche Dogmaeffekte erreicht.

Als Zuschauer ist man von den Geschichten der Menschen, die alle durch den Chor miteinander verbunden sind, schnell fasziniert und folgt gebannt ihren Entwicklungen. Würde das schon für einen sehr guten Film genügen geht Pollack mit "Wie im Himmel" noch ein Stück weiter indem er gekonnt Musik und Film verknüpft. Dies wird spätestens bei dem Zauber, der von "Gabriella's Song" ausgeht, klar. Hier ist die Musik quasi ein weiterer Protagonist der die anderen, menschlichen Protagonisten in ihrem Spiel unterstützt. Ähnlich kenne ich das nur noch aus "4 Minuten", bei dem diese Verknüpfung aber vielleicht noch ein wenig gekonnter eingesetzt wurde.

Der Film ist recht lang, über zwei Stunden, und hätte diese Länge wahrscheinlich nicht benötigt. Manchmal gibt es Szenen, bei denen man als Zuschauer den Eindruck hat, als würden sie bereits Dargestelltes noch einmal wiederholen und somit eigentlich unnötig sein. Aber eigentlich möchte ich das noch nicht mal als Manko darstellen. Denn jede dieser Szenen gönnt einem als Zuschauer einige weitere Minuten mit den dargestellten Menschen, die man eigentlich nicht missen möchte.

Ob dann am Ende tatsächlich Musik geschaffen wird, welche die Herzen der Menschen verbindet oder ob durch ihre Herzen miteinander verbundene Menschen eine Musik schaffen, welche auch die Herzen der Hörer erreicht ist fast schon nebensächlich.

"Wie im Himmel" ist ein schönes Beispiel schwedischer Filmkunst und uneingeschränkt zu empfehlen.


Ein ungezähmtes Leben
Ein ungezähmtes Leben
DVD ~ Jennifer Lopez
Preis: EUR 10,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sperrt die Kinder ein und lasst die Bären von der Leine, 4. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein ungezähmtes Leben (DVD)
In "Ein ungezähmtes Leben" erzählt Regisseur Lasse Hallström (Chocolat, Gottes Werk und Teufels Beitrag) die Geschichte einer jungen Witwe (Jennifer Lopez), die mit ihrer Tochter (Becca Gardner) vor ihrem Freund flüchtet, der sie bereits häufiger verprügelt hat. In ihrer Not flüchtet sie zu dem Vater (Robert Redford) ihres verstorbenen Mannes, der in relativer Abgeschiedenheit auf einer Farm lebt und dort seinen langjährigen Vorarbeiter (Morgan Freeman) pflegt, welcher von einem Bären angefallen wurde und daher unter Schmerzen leidet und sich nur noch beschränkt bewegen kann.

Die Beziehung zwischen Vater und Schwiegertochter gestaltet sich schwierig, da er ihr nach all den Jahren immer noch die Schuld für den Tod seines Sohnes gibt. Zusätzliche Probleme entstehen auf der Farm, als der Bär wieder auftaucht und auch der gewalttätige Exfreund der Tochter hat sich nicht damit abgefunden verlassen zu werden.

Vielleicht wird bereits bei der Inhaltsbeschreibung das Hauptproblem des Films klar: Während man die Geschichte verfolgt hat man ständig das Gefühl das alles schon mal gesehen zu haben. Begegnungsfilme solcher Art hat wohl jeder schon einmal gesehen (obwohl ich jetzt ad hoc gar kein Beispiel aufführen kann). Daher wird man die Qualität des Films wohl nicht nach der Storyline beurteilen können, sondern nur nach Art und Weise des Erzählens. Und hier kann man nur sagen: Solide, solide, solide.

Lasse Hallström hat kaum Experimente gewagt und ist fast überall auf Nummer Sicher gegangen. Schöne, ruhige Bilder unterstützen konsequent die ebenfalls ruhige, konservativ dargebotene Erzählung. Auch beim Cast kaum Experimente: Robert Redford ist der grantige alternde Cowboy, eine Rolle die ihm passt wie angegossen. Morgan Freeman ist für das Gewissen der Beteiligten zuständig und hierfür ist dieser Schauspieler wirklich eine Idealbesetzung. Ihn muss man nur irgendwo in die Ecke setzen und schon verströmt er Altersweisheit. Einzig ungewöhnliche Wahl ist Jennifer Lopez, in der ich nicht sofort das einfache Mädchen vom Land gesehen hätte. Aber da muss man sagen, dass das eigentlich ganz gut klappt. Jennifer Lopez bringt hier eine gute Leistung und harmoniert gut mit den anderen Schauspielern, erreicht aber nicht deren Souveränität --- was man vielleicht auch nicht verlangen kann.

Bleibt noch der Bär. Dieser tritt hier als Metapher dafür auf, dass jedes Lebewesen seinen Lebensraum beansprucht und ein Recht hat, in diesem Lebensraum nach seiner Weise zu leben und glücklich zu werden. Der Bär ist ein riesiger Grizzly und wirklich beeindruckend. Er ist auch das einzig wirklich erfrischende Element in diesem ansonsten so auf Nummer sicher gehenden Film.

Wer also Bären was abgewinnen kann oder ansonsten souverän aber wenig aufregend unterhalten werden möchte ist bei dieser DVD richtig.


Nastradamus
Nastradamus
Preis: EUR 9,92

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hätt' Nastradamus das mal vorausgesehen... (wär das Album vielleicht nie erschienen), 3. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Nastradamus (Audio CD)
Als "Nastradamus" im November 1999 erschien war es bereits das zweite Studioalbum welches Nas in diesem Jahr auf den Markt brachte. Und während bereits der Vorgänger "I Am..." allerhöchstens gemischte Aufnahme in den Rezensionen fand stieß "Nastradamus" dann letztendlich weitestgehend auf Ablehnung. Obwohl das Album sich über eine Million mal verkaufte und damit Platinstatus errang wird es wohl auch von den meisten Fans bis heute als das schwächste Nas-Album angesehen.

Wenn man die Platte nun fast acht Jahre nach ihrem Erstrelease erneut hört kann man die damals vorgebrachten Argumente immer noch gut nachvollziehen. Nas, der als einer der raffiniertesten Texter gilt und der in seiner Karriere auch einige äußerst interessante Songkonzepte hervorgebracht hat enttäuscht hier weitestgehend.

Mittelmäßige Beschreibungen des Lebens auf der Straße machen den größten Teil des Albums aus. Die sind zwar handwerklich ordentlich geschrieben, entfalten sich aber nie zum "Kino im Kopf" wie einige seiner legendären Lyrics auf "Illmatic" oder auch späteren Alben. Wenn er rappt "Jewelry, cars and Jeeps is my motto / Four-fives with the hollows, silencers on the nozzles / Pop bottles with those who left here / The best years, wearin a bulletproof vest years" (Nastradamus) ist das im Bereich von irgendwo-schon-okay aber kaum erinnerungswürdig. Erwähnenswerte Ausnahme bildet hier "Project Windows", welches mit einem Ron Isley Feature glänzt und einen Nas in Bestform bietet: "At night the windows were speakers, pumpin' life out / a fight, people screamin' cus somebody pulled a knife out / So I look at this poem, I'm hooked to this tune / every night the same melody, hell sounded so heavenly".

Weiteres Problem neben den meist durchschnittlichen Texten sind die häufig uninspiriert, in einem halben Singsang vorgetragenen Hooks (Nastradamus, Shoot 'em Up, God Love Us) die einem nach mehrmaligem Hören leicht zum Hals raushängen. Insgesamt bietet das Album kaum Highlights. Neben dem schon angesprochenen "Project Windows" stechen noch "Last Words", "Family" (mit einem noch wirklich hungrigen Prodigy) und "Come Get Me" (produziert von DJ Premier, wenn auch Welten von "Nas Is Like" entfernt) hervor.

Die Produktionen sorgen auch nicht für Stimmungsausreißer nach oben. Überwiegend wird hier der gleiche Sound wie auf "I Am..." gefahren und wenige Songs geboten die man heute noch unbedingt hören muss. L.E.S. nimmt ausgelutschte Samples und bastelt noch eine halbwegs gute Nummer draus (Nastradamus) und im heutigen Timbaland Hype kann man sich hier mal anhören was der Mann schon für Banalitäten produziert hat: "You Owe Me" klingt wie updated New Jack, mehr aber auch nicht.

Nach all der Kritik muss man andererseits auch zugestehen, dass wenige Totalausfälle auf dem Album zu finden sind. Das schon erwähnte "You Owe Me" geht auch dank Ginuwine gar nicht und "New World" ist vielleicht der kitschigste Milleniumsong den Popmusik insgesamt hervorgebracht hat.

Insgesamt hat "Nastradamus" vielleicht mehr Milde verdient als damals. Die schlechten Meinungen über das Album entstanden wahrscheinlich auch aus der Angst heraus, dass man Nas bereits in die Mittelmäßigkeit abrutschen sah. Solche Befürchtungen hat er ja mit den Nachfolgealben eindrucksvoll Lügen gestraft. Für eine völlige Neubewertung des Albums (wie KRS-One wohl vorschwebt, wenn er rappt "Nastradamus, i seen that, you was ahead of your time") besteht andererseits auch kein Anlass. "Nastradamus" ist kein schlechtes, aber ein äußerst uninspiriertes und langweiliges Album und nur wirklichen Nas-Fans zu empfehlen.


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