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Rezensionen verfasst von
Darla1760 (Frankfurt am Main)

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2048 Number Puzzle game
2048 Number Puzzle game
Preis: EUR 0,72

5.0 von 5 Sternen Unglaublich simpel - unglaublich anspruchsvoll, 8. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 2048 Number Puzzle game (App)
Seit Tetris -- dem echten auf dem uralt Gameboy -- hat mir kein Spiel mehr so viel Fun gemacht.

Zum einen, ist die Spieloberfläche sauber gestaltet ohne Schnickschnack. Zum anderen geht es nur darum identische Zahlen zusammenzuschieben, die sich dann addieren. Also "2" und "2" zusammengeschoben werden zu einer "4". Die "4" kann mann nur mit einer anderen "4" zusammenschieben; was wiederum zu einer "8" wird. Das Ziel ist eine Kachel (auf engl. "tile") mit dem Wert "2048" zu bekommen.

Uneingeschränkte Empfehlung! Wirklich gut angelegtes Geld.


Drive [Blu-ray]
Drive [Blu-ray]
DVD ~ Ryan Gosling
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 21,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich der Überraschungsfilm 2012, 10. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Drive [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich hatte keine großen Erwartungen an den Film, hab ihn mir eigentlich nur wegen Ryan Gosling ausgeliehen und dachte, na ja, vielleicht gefällt die Action meinem Freund.
Ich erwartete einen 'high-budget/low-brain' Kracher à la Transformers/Fast-and-Furious. Aber: weit gefehlt.

Vor diesem Film saßen wir beide gebannt. Ryan's Rolle hat mich vage an "Léon - Der Profi (Director's Cut, 2 DVDs) [Steelbook]" erinnert. Ein Mann, der im Grunde nur sein Ding machen will; irgendwie über die Runden kommen muss und dabei eben ein ganz besonderes Talent hat: Gespür für Pace & Cars. Und dabei ist er präzise, ruhig, in sich gekehrt -- eine wundervolle Kombination. Er ist kein Typ, der mit rauchenden Reifen anfährt wenn's Grün wird. Nein, er ist der Typ, dem völlig unaufgeregt die Flucht vor den Cops gelingt.
Das waren die ersten Autoverfolgungsjagden, die ich nicht nur wahnsinnig packend sondern endlich mal so clever fand, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Jede Entscheidung sitzt, ist mit Verstand und Genauigkeit durchgeführt. Diese Eigenarten ziehen sich auch durch alle anderen Handlungsstränge und ergeben eine dreidimensionale und nachvollziehbare Figur und eine Rolle in der Ryan Gosling ein weiteres mal brilliert.

Deshalb: Für mich definitiv die Überraschung 2012. Abgesehen von den grandiosen Bildern -- ein hammer Soundtrack!


The Diary of a Submissive: A True Story
The Diary of a Submissive: A True Story
Preis: EUR 6,49

5.0 von 5 Sternen Spürbar eine "True Story", 15. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sophie Morgan gibt einen nachvollziehbaren und offenen Einblick in ihren Werdegang als submissive, von den ersten Spanking-Erfahrungen zu sehr anregenden und explizit gut geschilderten Szenen.

War für mich ein page turner, der jeden cent wert ist.


Die Erziehung meiner Frau - SM-Roman
Die Erziehung meiner Frau - SM-Roman
Preis: EUR 2,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hart -- aber gut, 11. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ellisons Wortwahl ist direkt und schnörkellos. Wie auch die Schilderungen. Ich finde das sehr entspannend und heiß.
Die Figuren sind gut motiviert, die Szenenfolge ohne unnötigen Ballast.
Auf der Metaebene möchte ich nur in Frage stellen, ob James (die Figur) tatsächlich so eine Wandlung (von teilnahmslosem, nachgiebigem Partner zu seinem handfesten Alter Ego) vollziehen könnte. Ich bezweifle es -- aber der Story schadet das nicht, da kann ich das einfach mal hinnehmen.
Überhaupt finde ich, sollten mehr Männer -- vorausgesetzt James Ellison ist, was er vorgibt -- solche Texte schreiben. Wie eingeleitet: erfrischend heiß.
Werde ihn auf dem Schirm behalten.


Matched: 1/3
Matched: 1/3
Preis: EUR 5,99

5.0 von 5 Sternen Unerwartet tiefgründig, 5. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Matched: 1/3 (Kindle Edition)
Aufgrund von Aufmachung, Alter der Heldin (17), Titel und Leseprobe bin ich von einer anspruchslosen "teen romance" ausgegangen -- dass ich es trotzdem versucht habe, lag am Thema. Mich interessierte die handwerkliche Herangehensweise der Autorin: Wie wird diese Gesellschaft eingeführt, dargestellt, ausgearbeitet.

Das Buch überraschte mich mehr von Seite zu Seite -- positiv. Im Gegensatz zu meiner anfänglichen Vermutung Condie habe diese Welt nur entworfen, damit das Liebespaar vorerst nicht zueinander finden kann, war bald offensichtlich, dass es genau andersherum war: Die Gefühle zwischen Cassia und Ky sind einer von mehreren Gründen, warum Cassia beginnt, die Welt in der sie lebt und die sie bisher nie in Frage gestellt hat, kritischer zu betrachten.

Die von Condie entworfene Dystopie wird für den Leser nachvollziehbar dargestellt -- keine unnötigen Informationen, wenn für die Figur Selbstverständliches erwähnt wird. Die Leserin hat schnell eine Ahnung von dieser Gesellschaft, die sich im Textverlauf weiter und weiter präzisiert und ausgebaut. Wobei sich Condie so nah an tatsächlichen Machtinstrumenten (Überwachung, Zuteilung, Kontrolle, Nivellierung) orientierte, dass ich zunehmend an die sozialistischen Diktaturen erinnert war, nicht zuletzt an die DDR. Diese Realitätsnähe, kombiniert mit futuristischen Elementen, macht für mich "Matched" zu einem überaus gelungenen Text, der nur hier und da ein wenig zu Wiederholungen neigt -- meist Äußerlichkeiten der Figuren.

Ich hoffe, die nachfolgenden Teile halten das hier vorgelegte Niveau. Der zweite liegt jedenfalls schon hier und ich freue mich drauf (und bin glücklich darüber, nicht nur hundert Geschichten lesen zu dürfen).


Das Zimmermädchen: Roman
Das Zimmermädchen: Roman
von Markus Orths
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,50

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vielversprechender Klappentext ..., 1. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Zimmermädchen: Roman (Taschenbuch)
... der bereits alles an inhaltlichen Höhepunkten wiedergibt.

Ein Zimmermädchen, das sich unter dem Bett von Hotelgästen versteckt -- welch Möglichkeiten der Anteilnahme an einem fremden Leben hätte das eröffnet! Aber all diese Möglichkeiten werden nur vage, flüchtig angerissen. Zu wenig anregend, um die eigene Phantasie zu bemühen.
Beispielsweise ein Satzfragment, das Lynn unter dem Bett hört, weckt beim Lesen die Assoziation: Ah, ja - das ist nun der in Not geratene Businessman. Und damit vergisst der Leser den möglicherweise vielversprechenden Fremden wieder.

Schade, um all die vergebenen Möglichkeiten.

Auch die Sprache bietet in ihrer Kombination von verblosem Satzfragment und absoluter Nüchternheit, keinen Anreiz sich in den Text fallen zu lassen.
Die teilweise präzisen Darstellungen von Lynns zwanghaftem Verhalten werden von zu langen Textpassagen relativiert, in denen sich Lynn mit ihrer Mutter über Alltäglichkeiten austauscht. Exemplarisch mag das angehen, aber nicht als wesentlicher, wiederkehrendender Teil des gesamten Textes.

Beispiel (Buch aufgeschlagen, eine zufällige Stelle ausgewählt), Seite 92:

"Rufst du wieder an?"
"Klar."
"Willst du wissen, wie das Putzmittel heißt?"
"Welches Putzmittel?"
"Das ich ausprobiert hab."
"Ach so. Ja. Klar."
"Sommerbrise."
"Danke."

Nur ein Mal gibt es eine indirekte Interaktion zwischen Lynn und einem Hotelgast. Diese Interaktion eröffnet tatsächlich die einzige wirklich interessante Passage. Leider, leider (!) bleibt auch hier der Text, die Darstellung blass, oberflächlich und unbeteiligt.
In dieser Passage findet man dann Dialoge dieser Art (Seite 93):

"Also doch", sagt [Name].
"Was?"
"Liegst unterm Bett?"
"Hab ich doch gesagt."
"Ich hab gedacht, du lügst."
"Warum hast du mich nicht verraten?"
"Warum hätte ich das tun sollen?"
Lynn schweigt.
"Und du?", fragt [Name].
"Was?"
"Liegst du öfter da?"
"Jeden Dienstag."

Isoliert vom Text erscheint der Dialog so surreal, dass man ihn für komisch (im Sinne von 'lustig') halten könnte.

Mein Gefühl zu diesem Text: Ärger und Enttäuschung darüber, eine so wunderbare Idee, so interessante Charaktere derart lahm und nichtssagend ausgearbeitet zu finden. Wirklich schade!


Forbidden (Definitions)
Forbidden (Definitions)
von Tabitha Suzuma
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,78

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amour fou zwischen Bruder und Schwester, 5. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Forbidden (Definitions) (Taschenbuch)
Auch bei mir war "Forbidden" ein Zufallstreffer. Ein Buch, in einer schlichten Aufmachung - passend zur meist nüchternen, prägnanten Sprache, in der Tabitha Suzuma eine Liebesgeschichte beschreibt, die in ihrer Intensität den bekannten Tragödien in nichts nachsteht.
Die Geschehnisse werden abwechselnd von Lochan, dem 17-jährigen Bruder, und Maya, der 16-jährigen Schwester, erzählt. Ungewöhnlich, hier aber überaus passend, im Präsens.

Lochan und Maya kümmern sich an Stelle ihrer stets abwesenden alkoholkranken Mutter um die drei jüngeren Geschwister. Eine Aufgabe, die sie nur zusammen bewältigen können -- weshalb die Gefühle von Freundschaft, Partnerschaft und Vertrauen zwischen Lochan und Maya im Vordergrund stehen.
Nach einer an sich gewöhnlichen Situation, einem Tanz, werden sich die beiden einem neuen Aspekt ihrer Nähe bewusst, auf den Lochan und Maya sehr verschieden reagieren: Lochan erschreckt es, Maya erkennt es als folgerichtige Konsequenz ihrer Lebensumstände.
Die Annäherung der beiden erfolgt langsam, vorsichtig und ist zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar. Die Szenen sind direkt und unmittelbar, ohne je sprachlich zu entgleisen.
Für mich bis zu Seite 359 und den Worten "It all begins now" eine wundervolle, ganz große Liebesgeschichte.

[**** Spoilerwarnung ****]

Die restlichen 59 Seiten sind zwar dramaturgisch folgerichtig, auf den allerletzten Seiten (Maya vor dem Spiegel) auch meisterlich geschrieben, aber inhaltlich als Jugendbuch kaum akzeptabel - aus verschiedenen Gründen:

1 - die Mutter/der 13-jährige Kid

Wie kann es sein, dass der rebellische Kid, die alkoholkranke, egoistische, selbstsüchtige Mutter, derartiges anrichten können, ohne das es je wieder thematisiert wird?
Gerade so, als würde deren Handeln zu einem Ende führen, das als unvermeidlich vorausgesetzt wird, als wäre es moralisch sogar wünschenswert.
Der Text zeigt nicht, ob Kid versteht, was er da angerichtet hat. Er hat den Ausgang der Geschichte zu verantworten - weshalb? Gekränkter Stolz.
Für mich die schwärzeste Figur im Text: Kid.

2 - das Jugendamt/Polizei

Die Rolle der Staatsmacht im gesamten Text kommt einer Bankrott-Erklärung gleich: Er tritt nur als bösartiger Fragesteller auf (bspw. im Krankenhaus), der - zumindest in der Vorstellung von Lochan und Maya - als Bedrohung empfunden wird. Dass hier fünf Geschwister völlig auf sich gestellt an der Armutsgrenze überleben müssen, bleibt von den Autoritäten unentdeckt. (Was leider oft genug der Wirklichkeit entspricht.)
Hilfsangebote dieses Staatsapparats sind für die Protagonisten nicht vorstellbar, die um die Zerschlagung der Familie fürchten.
Aber auch das entspricht der Wirklichkeit: Das Jugendamt hat eine Palette von Möglichkeiten, so eine Familienkonstellation zu unterstützen statt zu zerstören. Auch das wird im gesamten Text nicht thematisiert.
Staatsautoritäten (Lehrer, Polizei, Jugendamt) in einem Jugendbuch so desinteressiert und hilflos, dann an inhaltlich falscher Stelle so auf Bestrafung fixiert darzustellen, halte ich für fragwürdig.

3 - Liebe vs. Moral/gesellschaftliche Norm

Es gibt eine Szene, in der Lochan von einer Recherche im Internet berichtet, davon, was es rechtlich bedeuten kann, mit seiner Schwester/seinem Bruder intimen Kontakt zu haben.
Und dann stelle ich mir einen wirklichen Lochan vor, eine lebende Maya, die dieses Buch in Händen hält und diese letzten 59 Seiten liest.

Das Ende verzerrt den Stellenwert der Handlungen und Gefühle von Lochan und Maya extrem, denn in der Tat richtet sich das Gesetz in erster Linie gegen Inzest-Verbindungen, weil sie in den allermeisten Fällen erzwungen sind und das Gegenüber abhängig und körperlich unterlegen ist. Und nicht wie bei Lochan und Maya - fast gleichaltrigen, ebenbürtigen Partnern - die alles im beidseitigen Einverständnis taten.

Das der statistisch häufigste Fall von Inzest der Missbrauch der Tochter durch den Vater ist, wird im gesamten Text nicht thematisiert und erweckt den Anschein, es ginge bei der Inzest-Thematik nur um Bruder/Schwester-Konstellationen.
Das Gesetz ist als Schutz vor sexuellen Übergriffen innerhalb der Familie gedacht und soll in zweiter Linie verhindern, dass Inzest-Partner miteinander Kinder bekommen - da die Wahrscheinlichkeit einer Behinderung oder besonderen Anfälligkeit für genetisch hervorgerufene Erkrankungen ungemein höher ist.

Selten genug kommt es vor, dass Bruder und Schwester gleichermaßen derartiges füreinander empfinden. Denn genau wie Maya es in ihrem Gedankenexperiment beschreibt, wenn sie sich solche Gefühle dem 13-jährigen Bruder Kid gegenüber vorstellt, wird "disgust" die wesentlich wahrscheinlichere Emotion sein.
Wir finden Menschen, zu denen uns eine so große Nähe verbindet, nicht auf diese Weise anziehend und attraktiv - ein evolutionärer Schutzmechanismus, um den Gen-Bestand einer Population nicht zu schwächen.

Aus all diesen Gründen finde ich das Fazit des Textes (wenigstens einer darf nun ein normales Leben führen) und die Moral (solche Beziehungen bringen nur Leid über alle Beteiligten und sind zum Scheitern verurteilt) übertrieben und unnötig, denn es besteht kein Bedarf eine junge Leserschaft von einer solchen Beziehung abzuschrecken, und man möchte anstelle von Francie (Mayas Freundin, die Maya ansatzweise versucht, nach ihrer Einschätzung einer solchen Beziehung zu fragen) den Lochans und Mayas dort draußen zurufen: "Just forget the last 59 pages", es gibt Dutzende Bücher und Filme, in denen eine so außergewöhnliche Liebe ein Happy-End finden durfte.
(An dieser Stelle noch einmal der deutliche Verweis auf die Gegenseitigkeit der Gefühle und die Ebenbürtigkeit beider Beteiligten.)
So eine Amour fou (die jede ungewöhnliche Liebe meint) ist eben genau das: Wahnsinnig, kompromisslos und unglaublich selten. Diejenigen, die sie erlebt haben, sind zu beneiden.


Báthory - Die Blutgräfin
Báthory - Die Blutgräfin
DVD ~ Anna Friel

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Báthory vs. Die Gräfin, 29. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Báthory - Die Blutgräfin (DVD)
Oder: Klischee vs. Kunst -- Kräuter vs. Blut

Manchmal werden in kurzen Zeitabständen zwei Filme mit gleicher Thematik veröffentlicht, die sich notwendigerweise aneinander messen lassen müssen.
Dazu gibt es ein passendes Beispiel: 1998 wurden zwei Katastrophenfilme zum Thema ,Meteoriten-Einschlag' auf die Leinwand gebracht:
"Deep Impact (Special Collector's Edition)" und "Armageddon - Das jüngste Gericht (Special Ed., 2 DVDs)".
Wie die beiden Interpretationen der Báthory-Biographie, hatten auch diese beiden Filme eine grundverschiedene Basis: Während "Deep Impact" versuchte, ein eher realistisches Bild der möglichen Ereignisse zu entwerfen, dem Thema eher wissenschaftlich-nüchtern begegnete, ist "Armageddon" ein typischer Bruce Willis-Film mit viel Action, Humor, amerikanischen Patriotismus und der unvermeidlichen "Yes, we can"-Einstellung (auch wenn der Slogan 1998 so noch auf keinem Banner stand).

Um in diesem Vergleichsbild zu bleiben, wäre "Báthory" (2008) die "Armageddon"-Variante: ein Fantasy-Film vor historischer Kulisse.

"Die Gräfin" (2009) ist die "Deep Impact"-Interpretation: die nüchterne Verfilmung einer historischen Biographie.

Ein Fantasy-Film ist keinesfalls per se geringer zu schätzen als ein anderes Genre. Im Umkehrschluss darf man allerdings an einen Fantasy-Film dieselben Ansprüche bezüglich der Figuren-Motivation richten:
Warum tut eine Figur dieses und nicht jenes? Was fühlt die Figur? Wie denkt sie? Was treibt sie an?
Das ist die Ebene auf der ich diese beiden Filme miteinander vergleiche: Wie nahe komme ich an die Figuren heran? Kann ich mitempfinden? Mitleiden?

Doch bei "Báthory" finde ich mich in der Rolle der unbeteiligten Zuschauerin wieder -- was nichts mit der schauspielerischen Leistung, sondern mit Drehbuch und Regie zu tun hat.
Natürlich kann man sich die Motivation einfach aus der Handlung ableiten, aber hier bleiben große Verständnis-Lücken - beispielsweise: Die Gräfin lässt alle Mägde auspeitschen, weil sie ein Frauenhemd im Bett ihres Mannes findet -- aber im nächsten Augenblick befiehlt sie dem Maler ihr einen Kuss zu geben.
Das wirft die Frage auf: Was für ein Moralverständnis hat diese Frau nun? Mit welchem Maß misst sie? Rächt sie sich nur? Empfindet sie überhaupt etwas Merisi (dem Maler) gegenüber? Diese Fragen bleiben offen. Einzig der Hinweis "ich brauche Zärtlichkeit" wird gegeben. ... Nun ja, ihr Mann hat anscheinend auch ,Zärtlichkeit' gebraucht.
Auch die Beziehung zu ihrem Ehemann, später zu Merisi Caravaggio (sic!) bleiben oberflächlich und im wahrsten Sinne des Wortes: blutleer.

Ein weiteres grundlegendes Problem dieses Films ist, dass er zuviel erzählt, zu oberflächlich. Er jongliert mit zu vielen Elementen gleichzeitig und wird wenigen gerecht.
Beispielsweise ist der Anteil an wilden, unübersichtlichen Schlachtenszenen hoch, doch was erfahren wir denn wirklich über die Konflikte, Gefühle des Grafen und seiner Leute?
Auch hier bleibt Drehbuch und Regie stets auf der Oberfläche der Dinge - Beispiel: Graf Báthory und Juraj Thurzo sind - so wird ja ausreichend oft gesagt - engste Kriegskameraden, die seit Jahren (!) an der Front gegen die Türken kämpfen. Dann geraten beide in Gefangenschaft und ihnen droht anderntags die Enthauptung. Doch Thurzo hat einige Goldmünzen in seinem Stiefelabsatz versteckt und kann sich und den Grafen freikaufen.
Frage: Ist es wirklich wahrscheinlich, dass sie einander die Hand geben - noch auf den ersten Metern der Flucht? Und der eine dem anderen dafür so explizit dankt?
Antwort: Nein. Denn sie haben zusammen Jahre im Krieg verbracht, sie werden einander dutzendfach das Leben gerettet haben. Sie brauchen sich nicht mitten auf der Flucht die Hand zu geben und zu sagen: "Das werd ich Euch nie vergessen." (Wörtliches Zitat.)

Ein anderes Beispiel ist die Rolle des übergeordneten Erzählers: Ein Mönch, der die Rolle des Chronisten einnimmt. Wohl um die Frage zu beantworten "wie kann der Mönch das alles wissen?", erhalten er und ein Novize Recherche-Gastauftritte im Geschehen. Dabei hantieren die beiden mit Fantasie-Gerätschaften: Rollschuhe mit drei Rädern; Abhör-Rohre mit unglaublicher Akustik, und sage und schreibe einem kopfkissengroßen Fallschirm, der sogar aufwärts steigt.
Was soll man damit anfangen? Diese witzigen ,Randbemerkungen' konterkarieren alles, was in diesem Film ernst zu nehmen gewesen wäre.

Und ebenso konterkariert diese klischeeartige Darvulia die eigentlich gut angelegte Person der Gräfin.
Darvulia, mit ihren grün/blau-aufleuchtenden Augen (als Zeichen, dass sie gerade ihre Magie ausübt) hat große Ähnlichkeit mit einer der Hexen in den tschechischen Märchenverfilmungen der 70er und 80er Jahre. Warum wird Darvulia so stereotyp dargestellt? War das notwendig?

FAZIT:
"Báthory" ist ein Film, dem man sehr deutlich die tschechisch-slowakischen Wurzeln des Regisseurs anmerken kann, der streckenweise leider nicht über ein opulent ausgestattetes Märchen hinauskommt, trotz hervorragender Besetzung mit Anna Friel und Hans Matheson.
So auch in der Konfliktdarstellung: Nur Kräuter, nichts weiter. Die Gräfin als Opfer einer Intrige.

"Die Gräfin" von und mit Julie Delpy und Daniel Brühl ist der nüchterne, historische Versuch. Streng an die physikalische Realität gebunden, sehen wir hier eine sehr starke Frauenpersönlichkeit, deren Gefühle deutlich gezeigt werden: Zum einen die große Liebe zu Istvan Thurzo (D. Brühl) und zum anderen die Angst vorm Altwerden, in Zusammenhang mit dieser Liebe.
Das macht die Delpy-Gräfin zu einem nachvollziehbaren Charakter, die aus Angst vor Liebes-/Attraktivitätsverlust zu ,ungewöhnlichen' Mitteln greift.
Und so auch die Konfliktdarstellung: Es ist Blut. Und die Gräfin wird Opfer ihrer eigenen Unsterblichkeitsphantasie.


Blood Ties - Staffel 1, Folgen 12-22 [3 DVDs]
Blood Ties - Staffel 1, Folgen 12-22 [3 DVDs]
DVD ~ Christina Cox
Preis: EUR 18,25

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartiger Auftakt -- schwacher Verlauf, matter Ausklang, 17. September 2010
PRO:
Sprüche so scharf wie Jalapeño-Schoten. Wow!
Und natürlich Henry. Wow hoch 3! Alleine seinetwegen lohnt es sich, die Serie anzusehen.

CONTRA:
Was der Pilot, sprich die ersten beiden Folgen, als Teaser anbietet (interessante Fälle und eine packende Dreiecksgeschichte) wird nicht gehalten.
Stattdessen wirken die Fälle als hätten sich ein paar Drehbuch-Gostwriter (unter Zeitnot) an einen Tisch gesetzt und mögliche Fallszenarien von der Tiefe und Komplexität eines Brainstormings zusammengetragen: Also, was gibt's denn so? Zombies, Gestaltwandler, Gespenster, Voodoo, Dämonen. Griechische Mythologie ist auch immer nett. ... Schön am Klischee entlang. Keine großartigen Wendungen, nichts wirklich Neues.

Oh, pardon, ich vergaß: Dahinter steht ja eine Autorin. Damit geht der "Schwarze Peter" an: ... Tanya Huff.

Für jemanden, der das Genre gerade neu entdeckt, mögen die Inhalte noch recht interessant sein. Für alte Haudegen, die schon in den 90ern mit den X-Files groß wurden, die schon bei Ms. Summers angebissen haben, die sich in Dean und Sam verliebt haben und die auch Moonlight/Vampire diaries/True Blood inhaliert haben --- nun, denen wird Blood Ties, wie ein wiederverwendeter Teebeutel erscheinen.

Eigentlich wären die mittelmäßigen Fälle auch kein Problem. Denn das, was wirklich trägt, ist die erwartungsvolle Neugier, was zwischen Henry und Victoria passieren wird. Aber muss man sich durch 22 Folgen quälen, um herauszufinden, dass so einfach gar nichts Weltbewegendes zwischen den beiden läuft? Dass der Pilot das Heißeste am ganzen Menü war?
(Okay, ich geb's ja zu: es gibt ein paar Szenen. Und die sind auch gelungen. Gefühlte Laufzeit bei 6 DVDs: 13 Sekunden. Nicht wirklich durstlöschend.)

FAZIT für alte Fang-Fans: Siehe oben unter "PRO" (mit mittlerer Erwartungshaltung).
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 3, 2012 7:37 AM MEST


Submarine
Submarine

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sanft-zarte Überraschung, 17. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Submarine (Audio CD)
Whitley? Noch nie gehört.
Genau.
Wahrscheinlich hätte auch ich nie den akustischen Weg des US-Musikers Lawrence Greenwood gekreuzt, wäre da nicht die Serie "FlashForward" mit Joseph Fiennes gewesen (FlashForward - Die komplette Serie (6 Discs)).

Dort -- in einer sehr, sehr dichten Szene -- war der Whitley Song "More than Life" zu hören, der so deutlich aus dem Off glänzte und glitzerte, dass man ihn unmöglich überhören konnte.
Sehr schlicht und doch ... atemberaubend "Wow".

Die Lieder des Albums "The Submarine" (übrigens ein Debüt-Album) haben unterschiedliche Temperamente, erinnern manchmal an traditionnelle Folk-Music, manchmal an Balladen von Simon & Garfunkel oder Cat Stevens, aber eben in der Auflage des 21. Jahrhunderts.

Auf Amazon.com kann man in das Album reinhören (Sept. 2010). Für mich eine klare Empfehlung -- für die 'dichten' Stunden im Leben.


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