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trinity-2005

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Felmini Gredo7176, Damen, Stiefel, Gold (Tabacco), EU 42
Felmini Gredo7176, Damen, Stiefel, Gold (Tabacco), EU 42

3.0 von 5 Sternen Wunderschöne Stiefel, 29. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Felmini Gredo7176 Damen Stiefel (Schuhe)
mit umgeklappter Stulpe und buntem Innenfutter als raffiniertem Blickfang - die aber mindestens eine Nummer zu klein ausfallen. So haben effektiv nur Füße bis Größe 41 Freude an diesem Schuh.


Daybreakers (2-Disc Special Edition)
Daybreakers (2-Disc Special Edition)
DVD ~ Ethan Hawke
Preis: EUR 13,98

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Come to the dark side..., 18. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Daybreakers (2-Disc Special Edition) (DVD)
... dort gibt es bekanntlich Kekse. Wobei freilich fraglich ist, ob nachtschwärmerische Blutsauger sich überhaupt noch für feste Nahrung begeistern? Daybreakers verwendet etablierte vampirische Fantasien, selbst wenn das vereinzelt mit der ernsthaft-wissenschaftlichen Aufmachung kollidiert - weshalb Spiegel kein untotes Antlitz reflektieren (lässt sich philosophisch plausibel begründen) und wie Vampire anscheinend nach wie vor einen Blutkreislauf unterhalten, halt nur ohne Herzschlag? Die Tradition wird mit eigenen Elementen aufgepeppt, beispielsweise einer originellen Therapiemethode.

Doch von Anfang an, und der verdient ein paar exklusive Worte: hübsche Intros gibt es wie Luft zum Atmen, die Besten berauschen aber nicht allein mit Effektwischerei, sondern umwehen das Publikum bereits mit einem Hauch von Ahnung, verraten also etwas über die Atmosphäre des Films. Zuletzt ist das derart imposant The 25th Hour gelungen (mit Aufnahmen einer Lichtinstallation am Ground Zero), auch Daybreakers katapultiert den Zuschauer mit einem eindrucksvollen Intro in eine faszinierende Welt - eine wenig hoffnungsvolle Vampir-Dystopie, da fast jeder Mensch verwandelt wurde, womit leider gleichsam die - nun ja - lebensnotwendige Ressource auf ein dramatisches Minimum reduziert ist. So verfolgen Ethan Hawke auf dem Weg zum Arbeitsplatz Bilder des Stillstands und Verfalls; Zweifel und Gewissensbissen zum Trotz forscht der Held für einen Blut-Konzern nach einem Surrogat. Allerdings ist nicht recht eindeutig, ob der Chef (Sam Neill) die humanitären Absichten aus vollem Herzen teilt... Als der unglückliche Forscher zufällig auf einige der wenigen freien Menschen trifft, assistiert er spontan bei der Flucht, bis er sogar bei der Widerstandsgruppe verweilt und den bemerkenswerten Rebellen Elvis (Willem Dafoe) kennenlernt.

Nun kombiniert mancher Widerstand mit Action; doch Freunde akribischer Kampfchoreografie werden sich schnell blutleer und gelangweilt fühlen. Zwar geizen einige Szenen nicht mit dem kostbaren Ketchup, überwiegend konzentriert sich Daybreakers allerdings auf zwischenmenschliche Konflikte und innere Handlung, schön fotografiert: Beleuchtung und Design stechen ins Auge und erschaffen einen kohärenten, glaubhaften Vampir-Kosmos. Hilfreich sind zudem die sympathischen schauspielerischen Darbietungen, Hawke stellt seine gequälte Mimik erfreulicherweise (zur Abwechslung von der Cop-Routine) wieder einer Sci-Fi zur Verfügung (Gattaca, 1997), Neill ist in der Rolle als zwielichtiger Blut-Monopolist hervorragend besetzt, lediglich Dafoe kommt meinen Präferenzen nicht entgegen - es handelt sich immerhin um eine australische Produktion, da hätte man mal bei Hugo Weaving anklopfen können? Ja, man kann es nicht jedem Recht machen (und manchen gar nicht). Doch letztlich trübt ein querulatorischer Stern Abzug nicht das besonnene Fazit; eine Empfehlung für Sci-Fi-Liebhaber und Vampir-Begeisterte, die auch an den grüblerischen Genre-Vertretern (Bram Stoker's Dracula, Interview With The Vampire) Gefallen finden: Daybreakers verkürzt die Wartezeit zum nächsten untoten Spektakel, dem angekündigten vierten Underworld-Film - dann wieder mit graziösem Kampfballett.


Franklyn
Franklyn
DVD ~ Sam Riley
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,36

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Absolution (Apocalypse Please), 24. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Franklyn (DVD)
Man muss in der Überschrift nicht zwingend eine Referenz zu Muse erkennen (eine Band, die vorzugsweise und mit Hingabe Götterdämmerungspathos besingt), doch es ist vorteilhaft, eine Vorstellung von der Bedeutung dieser Begriffe zu haben. Dazu ist ja kein Theologiestudium nötig; selbst wenn alle Religionen gerne Motive von Schuld & Sühne besetzen, sind es universale Themen. Es genügt also, sich an die Schullektüre klassischer Literatur zu erinnern. Sollte das allerdings nicht zutreffen, ist es vermutlich schwierig, Franklyn zu interpretieren und daran noch Gefallen zu finden.

Denn was als visuell ambitioniertes Amalgam aus Dystopie-Klassikern wie Blade Runner, Brazil, Dark City, Matrix & V For Vendetta beginnt - und so vermarktet wird - wechselt bald ins (klimatisch) trübe London. Nun hüpft die Erzählung fröhlich wie ein Gummiball zwischen den Geschichten von vier Stadtneurotikern, die das Stigma eines Verlustes teilen: ein verlorener Sohn, eine verlorene Tochter, eine verlustig gegangene Braut, und allgemein der Glaube an sich selbst, der hier unweigerlich genauso abhanden kommt. Dabei stromert nur der desillusionierte Maskierte (Ryan Philippe) durch obige Fantasie, eine Welt religiöser Ekstase, die einem - der seine Identity (2003) und Jacob's Ladder (1990) kennt - rasch Metapher oder Phantasma dünkt. Jedenfalls wird Franklyn solche, die sich von der Sci-Fi-Gothic-Oper-Aufmachung ködern lassen, enttäuschen: hinter der exzentrischen Fassade steckt solides Arthaus, dem Publikum wird Konzentration & Gehirnakrobatik abverlangt, um alle Fäden miteinander zu verknüpfen.

Wer sich nun schon mal Gedanken macht über das Wörtchen Schicksal - aka Determinismus - der freut sich, dass letztlich alle Teile ein Ganzes ergeben; einzig wenn einem die synthesefreudigen Feingeister Goethe & Lessing eher liegen als der kompromisslose Sturm-und-Drang-Berserker Schiller, verstimmt das Ende ein wenig. Das Geheimnis, weshalb sich Philippe weigert, mit englischem Akzent zu sprechen, wird nicht mehr gelüftet, fällt aber neben den restlichen Darbietungen von Bernard "Théoden" Hill und der europäischen Juliette Lewis, Eva Green, kaum ins Gewicht: das macht vier Sterne für den Film.

Was den Gesamteindruck allerdings ernstlich trübt, ist die asketische Single-DVD-Portierung. Freilich kam es früher mal vor, das der Originalton fehlte - trotzdem gehört heute mindestens ein Kommentar zum Standard - auch bei Filmen, die den Zuschauer anhalten, sich selbst einen Reim zu machen - darauf zu verzichten ist reichlich frech: das gibt einen weiteren Stern Abzug. Und endlich doch eine Empfehlung für Fans des europäischen Films und Puzzlefreunde, die technische Makel verschmerzen können. Ein letztes Mysterium bleibt übrigens der Titel, der offensichtlich ebenfalls der Deutung des Publikums überlassen werden soll - mit Englischkenntnissen kann man auch darauf eine Lösung finden, so dass Franklyn also niemanden um einen zufriedenen Schlaf bringt!


Stirb Langsam 4.0
Stirb Langsam 4.0
DVD ~ Bruce Willis
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 6,47

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bruce Willis 2.0, 12. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Stirb Langsam 4.0 (DVD)
Wenn auch mein Kaufgrund anders lautete, wie es schon beim Original der Fall war: Nach Alan Rickman (alias Hans Gruber) präsentiert die Reihe wieder einen charismatischen Antagonisten - Timothy Olyphant mimt den zynischen Cyberterroristen mit pädagogischen Ambitionen. Per Schocktherapie soll der Gesellschaft die Abhängigkeit vom digitalen Tropf bewusst werden. Nun ist die beliebte Informatik-Disziplin Hacken keine Erfindung der Facebook-Generation und zahlreiche Filme beschäftigen sich mit diesem Zeitvertreib (War Games, Swordfish, 23). Aber wie man via Virus-Upload Computer explodieren lässt (und rauchende Hardware ist mir gut vertraut), wurde in Hollywood tatsächlich noch nie erörtert. Auch Bruce Willis ist sich im Kommentar nicht wirklich sicher, ob eine reale "fire sale"-Theorie existiert, also ein Konzept zum Angriff auf eine digitale Infrastruktur. Aber solche Details irritieren nur erklärte Nerds, der Rest erfreut sich einmal mehr an John McClanes bekanntem Los: zur falschen Zeit am falschen Ort.

Aber immerhin bewaffnet! Denn der Film hält sich natürlich nicht lange mit ausgefeilter Dramaturgie auf - zwar steht zu Beginn kurz die rebellische Tochter im Bild, weil der Regisseur eben ein identifikationstaugliches Mainstream-Motiv haben will, doch schon kurz darauf wird unverdrossen geschossen, was die Magazine hergeben und McClane erledigt einfach seinen Job. Dabei wird er in 4. Instanz wieder von einem Sidekick unterstützt, ein junger Hacker, der erst mal vor feindseliger Zudringlichkeit gerettet werden muss. Selbstverständlich macht sich ein Intellektueller die Finger nicht selbst schmutzig, so dass Held & Anhang von einer kleinen Privatmiliz durch Washington gescheucht werden. Da Cyberterrorismus hauptsächlich Fernkampf bedeutet, gibt es für Schurke Olyphant wenig facetime (allerdings darf man sich noch über ein kurzes Date mit Maggie Q freuen) und erst am Schluss, wenn die Rettung der Tochter ansteht, kommt es zum (unromantischen) Tête-à-Tête der Kontrahenten; natürlich mit eindeutigem Ausgang.

Somit sollte man hier kein Drama von klassischem Format erwarten, sondern Popcorn-Action - und zwar herausragend inszeniert. Die tadellose Kamera (mit einigen atemraubenden Heli-Bildern) wird nur vom wundervollen Schnitt übertroffen: kaum eine Einstellung dauert länger als fünf Sekunden, das Tempo ist konstant hoch, ohne die Augen mit unkoordinierter Hektik zu stressen; jederzeit werden die richtigen Akzente gesetzt, die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird stets perfekt pointiert, hier werden sogar Dialoge zum Spektakel. Vom restlichen Krach - es gehen freilich viele Dinge kaputt - gar nicht zu sprechen: Krawall-Ballett in Vollendung.

Alles in allem ist Die Hard 4.0 nicht nur eine Empfehlung für beinharte Willis-Adepten, bedenkenlos zugreifen kann jeder, den konventionelle Action im modernen Gewand begeistert (wer etwa M:I 3 mochte). Einen Stern Abzug aus Trotz, weil ich mit dem Ende nicht einverstanden sein kann - wobei, gegen einen fünften Einsatz des unverwüstlichen McClane habe ich nach der erfolgreichen Ankunft im 21. Jahrhundert nichts einzuwenden!


Der unglaubliche Hulk (Steelbook) [Limited Edition] [2 DVDs]
Der unglaubliche Hulk (Steelbook) [Limited Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Edward Norton
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 18,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die unglaubliche Filmindustrie!, 4. Juni 2010
Offenbar kann man in Hollywood nur noch mit unendlichen Cliffhangern (Serien) oder Comic-Blockbusteradaptionen einen avantgardistischen Lebensunterhalt verdienen. So gibt hier Charaktermime Edward Norton sein Superhelden-Debüt als Hulk, in einem unverhofften Reboot des prominenten Cholerikers - und das weder ungerechtfertigt noch vergebens. Denn von der vorangegangenen Verfilmung sind nur der grauenhafte Split-Screen-Schnitt und das Knetgummi-CGI in Erinnerung geblieben, seltsamerweise unter der Regie Ang Lees (zweifelsohne ein Pseudonym oder ein böser Zwilling).

Jetzt gibt das neue Zugpferd die Richtung vor: der auf detaillierte Charaktere abonnierte Norton, unumwunden einer meiner Schauspiel-Favoriten, der vermutlich seine Verträge nur unterschreibt, wenn ein gewisser Grad an psychologischer Tiefe garantiert ist. Entsprechend präsentiert sich die Handlung: der Film beginnt mit einem pittoresken Panorama eines brasilianischen Slums, wo die glücklose Forschung nach einem Heilmittel dem Exilanten auf das Gemüt schlägt. Atemübungen sollen helfen, den pulstreibenden Alltag als Arbeiter in einer Getränkefabrik zu bewältigen - der Film erheitert immer wieder mit Identifikationsstiftenden Szenen, in denen der Zuschauer dem mit alltäglichen Widrigkeiten konfrontierten Helden leicht nachfühlen kann. Aber auch das effektivste Anger Management versagt, sobald einem energische Militärs (William Hurt) martialische Häscher (Tim Roth) auf den Hals hetzen.

Auf der Flucht landet der Forscher bei seiner alten Laborromanze Liv Tyler, die ihre neue Liaison kurzerhand kappt, um der großen Liebe zu assistieren. Wie gehabt ist die Hulk-Geliebte die Tochter des Generals, was in einigen Szenen emotionalen Mehrwert bietet. Zunächst mag Tylers Darstellung, besonders im Vergleich zu ihrer markanten Rolle in LotR, dünnstimmig klingen, ist jedoch kein nervtötendes damsel-in-distress (Kirsten Dunst/Spiderman), sondern souverän & sympathisch, manchmal sogar lautstark; ebenso die weitere Prominenz mit dem stets unterhaltsam anzusehenden Hurt, der natürlich nicht ernstlich gefordert wird, und dem Briten Roth, der eine asketische Erscheinung durch seinen Fanatismus wettmacht.

Im Übrigen werden die guten Darsteller diesmal von einer stilsicheren Inszenierung getragen. Besonders imponiert die Kamera, die in zahlreichen Einstellungen das Prädikat Widescreen wahrlich trifft, der Schnitt verzichtet auf irritierende Experimente und der Computer-Part ist Lichtjahre vom missglückten Vorgänger entfernt. Aber - CGI pur ist eben nicht "state of the art". Wenn man sieht, mit welcher Hingabe ein Del Toro (Pans Labyrinth, Hellboy) die fantastischsten Figuren zu Leben erweckt und wie schon Animatronik-T-Rex und -Godzilla (1993/98) gefühlsecht waren, verblasst die komplexeste Computer-Tricktechnik. Zumal das Finale in der anscheinend unvermeidlichen Materialschlacht mündet und visuell wie dramaturgisch lediglich den Standard erfüllt: nachdem der fanatische Elite-Soldat ebenfalls den Kniff mit dem Instant-Bodybuilding beherrscht und zu Abomination mutiert, muss Hulk in New York zum Duell antreten. Leider wurde die Metropole schon zu häufig platt getrampelt (Riesen-Gorillas, Atom-Echsen, Wolkenkratzer-Tsunamis, Aliens); und darüber, wer das Schwergewichts-Match gewinnen muss, können keine Zweideutigkeiten aufkommen. Da hält sich die Spannung zum Schluss in Grenzen, hier hat etwa ein Casino Royale zuletzt mehr dramaturgische Finesse bewiesen (Filmfiesling wird ohne viel Spektakel zur Strecke gebracht, und zwar nicht von 007). Insgesamt verschafft sich das Drehbuch trotzdem viel Spielraum, indem es Hulk nicht übermächtig werden lässt, ganz zu schweigen vom Forscher, der dank der Alter-Ego-Episoden seine nervliche Belastungsgrenze erreicht.

Zur DVD-Portierung: Steelbook-Enthusiasten greifen bedenkenlos zur Special Edition, zumal die Bonus-DVD sinnvoll mit vielen Making-Ofs bepackt ist, ärgern darf man sich über fehlenden Bedienkomfort (Play-All-Option) und Concordes Lokalisationswahn, dem englische Einblendungen & Untertitel zum Opfer fallen.

The Incredible Hulk ist also eine gelungene Neuauflage und neben Nolans Traumapatient Batman das stimmigste Superhelden-Psychogramm, mit Schizophrenie-Experte Norton liegt der Fokus auf den Leiden des Normalbegabten. Die Fortsetzung, die das Ende in Aussicht stellt, ist somit eindeutig erwünscht (wenn auch bitte nicht als Sidekick von Blechbüchsen-Yuppie "Iron Man" Downey Jr.)!


Smokin' Aces
Smokin' Aces
DVD ~ Ryan Reynolds
Preis: EUR 6,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rauchende Synapsen?, 27. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Smokin' Aces (DVD)
Ein Film als Paradebeispiel für mieses Marketing und wie eine Erwartungshaltung die Rezeption des Materials beeinflusst; weshalb der geneigte Cineast erst mal eifrig Rezensionen studiert, anstatt sich nur am Trailer zu orientieren: Der suggeriert im Fall von Smokin` Aces einen Hochglanz-Shoot-Out zwischen einem Haufen eloquenter und stilbewusster Profikiller, die sich in schicker Nobel-Hotel-Kulisse um ein gut prämiertes Ziel balgen.

Doch bei der ersten Sichtung entfaltete nur meine Enttäuschung eine dynamische Dramatik. Nebst fachfremden Darstellern (Alicia Keys, Common) - was mir instinktiv suspekt ist - wollten sich der (oder die?) Autor(en) offenbar nicht auf Konzept festlegen. Während die flotte Einführung aller Waffenjongleure noch den Eindruck lässiger Coolness erweckt, gelten, kaum da die Figuren positioniert sind, andere Spielregeln: Zwar wird fleißig geballert und gestorben, aber nun nötigt man dem Zuschauer - huch - emotionale Introspektiven und Charakterentwicklung auf! Deplatziert & kitschig, lautete folglich mein Urteil.

Jetzt habe ich Smokin` Aces also erneut gesichtet und muss meine ursprüngliche Wertung korrigieren. Denn wer sich vom abrupten Stimmungswandel nicht vergraulen lässt, bekommt eine originelle Geschichte, cleverer Twist inklusive, serviert, die Smokin` Aces letztlich zu einem Cop-Drama macht. Und die kennen ja keine strahlenden Sieger...
Fazit: Der geduldige Zuschauer freut sich trotz des seltsamen Genre-Crossovers über eine intelligente Polizei-Geschichte, Shoot Em Up-Fans werden woanders glücklich.


OSS 117 - Der Spion, der sich liebte
OSS 117 - Der Spion, der sich liebte
DVD ~ Jean Dujardin
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vive l'espionnage!, 27. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: OSS 117 - Der Spion, der sich liebte (DVD)
Wenn irgendjemand je mit den Briten in puncto imperialistische Selbstherrlichkeit konkurrieren konnte, dann die Grande Nation! Da chronisch instabile Imperien bekanntlich einer eifrigen Spionagearbeit bedürfen, schickt La France Geheimagent OSS 117 in die Wüste (Ägypten).

Folglich plappert und prügelt sich die französische Charmeoffensive Jean Dujardin durch seine bedeutsame Mission; und zwar nicht als HD-Daniel-Craig-Verschnitt (mein Segen für das herausragende Casino Royale), sondern in unwiderstehlicher Sean-Connery-Manier, mit bemerkenswerter Detailverliebtheit: nicht nur, dass Dujardin genau wie das Vorbild mit einer raffinierten Mimik Eindruck schindet und die richtige Mode trägt, er wird auch zeitgemäß in Szene gesetzt. Beleuchtung, Farbsättigung, Kameraeinstellung, Schnitt - der visuelle Stil ist in Vollendung auf die 60er abgestimmt, nichts verrät, dass die Produktion aus dieser Dekade datiert. Während 007 allerdings stets eine dem zeithistorischen Gewicht geschuldete Seriosität an den Tag legt, geht OSS 117 die Angelegenheit lockerer an und irritiert - herrlich erheiternd - seine Umgebung mit einem naiven Narzissmus. Zur weitern Belustigung des Zuschauers wird der skurrile Franzose mit dem Potpourri des Kalten Krieges konfrontiert: strebsame Freiheitskämpfer, nachtragende Nazis, skrupellose Industrielle, nervige Engländer bevölkern Kairo.

Dabei kann, wer keine Untertitel ausstehen mag, dem irrwitzigen Treiben durchaus in der gelungenen Synchronisation folgen, obgleich einem dann das unnachahmliche Gesäusel der französischen Sprache entgeht (was ohne Sprachfetisch vermutlich nicht weiter auffällt). Dass bis auf einen Kommentar kein Bonusmaterial mit von der Partie ist, muss man vielleicht als letzte Konsequenz des Authentizitätseifers werten.

Alors voilà mon verdict - Frankophile, 60s-Enthusiasten und Spionage-Fans werden bestens unterhalten mit dieser amüsanten Persiflage, die alle Geheimdienst-Parodien jüngeren Datums (Klamauk-Veteran Mike Meyers, Slapstick-Ikone Rowan Atkinson, auch den sympathischen Steve Carrell) an Charme & Esprit übertrifft.


All They Ever Wanted
All They Ever Wanted
Preis: EUR 21,72

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alter Schwede!, 6. April 2008
Rezension bezieht sich auf: All They Ever Wanted (Audio CD)
Mit ihrem zweiten Album setzen Johnossi erfolgreich eine erfreuliche Tradition fort: erstklassiger Rock aus dem hohen Norden. Wer sich bereits am Debüt erfreute, sollte nicht lange grübeln - und sich nicht von verhaltenen Rezensionen einiger Musikseiten abschrecken lassen.
Ja, wer sich auf dem ersten Album in Johns Stimme, seine Riffs und Ossis Schlagzeug verliebt hat, wird den Nachfolger nun euphorisch in die heimische Plattenkollektion einordnen, sehr wahrscheinlich in der schon gut sortierten Minimalismus-Abteilung, direkt neben The White Stripes und The Black Keys. Für alle, die vielleicht etwas unsicher sind/noch nie was von den Beiden gehört haben, ab auf die offizielle Website, dort steht eine beachtliche Auswahl an Songs in kompletter Länge bereit. Hier noch eine kurze Zusammenfassung:

18 Karat Gold gibt einen fantastischen Opener ab, startet gemächlich, steigert sich kontinuierlich, bis John im Refrain eindrucksvoll demonstriert, was seine Stimmbänder so hergeben, und das ist eine ganze Menge! So in Fahrt gekommen, geht es mit Party With My Pain gleich flott weiter, die Single mit entsprechend energischem Video hat hohes Hitpotential und eignet sich ganz ausgezeichnet, um auf der Tanzfläche ausgiebig die eigene Flexibilität zu testen. Auch bei Send More Money und Train Song schreit sich John regelrecht heiser, man könnte meinen, er schluckt wohl tonnenweise Kräuterbonbons, die meisten Menschen hätten jetzt nämlich erhebliche Halsschmerzen. In The Mistery Time Of Cold And Rain bleibt schließlich die balladeske Ausnahme und klingt wunderbar melancholisch nach Folk. Zeppelin, Bobby (man beachte gegen Ende besonders das wahnwitzige Solo, einfach großartig), All They Ever Wanted (ach, woran erinnert uns eine dissonante Gitarre? Genau, als Jack White-Liebhaber wird einem das Herz hier sofort wollig warm) und Up In The Air halten das rasante Tempo und strapazieren Johns Stimmbänder bis zum Äußersten. Lie Lie Die ist abschließend ein wenig langsamer, steigert sich zwar noch zu einem klangvollen Crescendo, bildet aber einen leisen Ausklang 37 energiegeladener Minuten.
Was den lyrischen Aspekt betrifft, ist mit einem breitbandigen Spektrum von Herzschmerz, rebellischem Trotz, makaberem Humor bis zu melancholischer Nostalgie viel Abwechslung geboten - ein paar Dezibel mehr bedeuten also nicht, man könne Johnossi nun in die Ecke (post)pubertärer (Punk)Rock stellen.

Letztendlich verzichtete das Duo auf dem zweiten Album lediglich auf Pop-Elemente im Stil von Rescue Team, wer da meint, er misse die Melodiösität, lässt hiervon seine Finger. Alle, die meinen, etwas Krach habe noch niemandem geschadet und gehöre eben zu Rock, greifen beherzt zu und werden erfreut feststellen: Johnossi haben sich konsequent weiterentwickelt. Und im Moment sind sie bestimmt der beste Grund, das eigene Schwedisch mal etwas aufzupolieren. Hehe!


Consolers of the Lonely
Consolers of the Lonely
Preis: EUR 9,99

30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverhofft kommt oft!, 26. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Consolers of the Lonely (Audio CD)
Als The White Stripes-Liebhaber fiel es mir von Anfang nicht schwer, der Combo um Jack White und Brendan Benson eine Menge abzugewinnen. Als letztes Jahr die frohe Kunde von neuen The Raconteurs-Aufnahmen durchsickerte, eroberte das künftige Album sofort die Spitzenposition meiner musikalischen Wunschliste 2008. Naturgemäß sind so hohe Erwartungen schwer zu erfüllen, doch eines gleich vorneweg: Obwohl ich mich durchaus bemühte, es der Platte nicht allzu leicht zu machen, habe ich inzwischen jeden Widerstand aufgegeben.

Aber der Reihe nach: Auf den ersten Blick fällt sofort auf, dass der Nachfolger die CD-Kapazitäten deutlich umfangreicher ausreizt als das Debüt. Da liegt der Verdacht 'Füllmaterial' nahe - den ich allerdings nach dem zweiten Durchlauf umfassend entkräften konnte.
Denn dann lässt sich etwa Folgendes feststellen: Consoler Of The Lonely (dazu gibt es ein inoffizielles Video, einfach mal das einschlägige Videoportal danach durchsuchen und reinhören) und Salute Your Solution (unbedingt das offizielle Video ansehen) liefern einen temporeichen Einstieg, eine wuchtige Steilvorlage. Mit You Don't Understand Me, eine grandios gefühlvolle Ballade, hat man Gelegenheit, wieder Luft zu holen, bevor sich Old Enough, The Switch And The Spur und Top Yourself (nach einem rasanten Hold Up) im Mid-Tempo-Bereich in den Gehörgängen festkrallen. Many Shades Of Black ist mit seiner fantastischen Melodie und dem eingängigen Refrain schon zu meinem heimlichen Liebling avanciert. Beim temporeichen und staccatoartigen Five On The Five und ebenso Attention läuft man beinahe Gefahr, einen epileptischen Anfall zu erleiden - selbstverständlich im positiven Sinn. Pull This Blanket Off, Rich Kid Blues (mit typischer Jack White-Gitarre stellenweise ein letztes Mal sehr temporeich), These Stones Will Shout und Carolina Drama (noch eine phänomenal schöne Ballade) lassen das Album nach abwechslungsreichen 55 Minuten relativ ruhig ausklingen.

Insgesamt bleiben neben einem inflationären Serotonin-Spiegel drei wesentliche Eindrücke hängen:
Brendan schont seine Stimme ein wenig zu arg. Die meiste Zeit hatte er zu mehr als Backing Vocals wohl keine Lust. Schade, aber Jack vermag zu trösten.
Es tut so gut, Jack mal mit eindrucksvollem Schlagzeug zu hören. Ein dreifaches Hoch auf Patrick Keeler.
Ich muss Schlaf nachholen. Doch ohne jeden Zweifel - es hat sich definitiv gelohnt, mir damit die Nacht um die Ohren zu schlagen!

Ergo: Bedenkenlos zugreifen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 1, 2012 7:21 PM CET


V wie Vendetta (Einzel-DVD)
V wie Vendetta (Einzel-DVD)
DVD ~ Natalie Portman
Preis: EUR 4,97

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ideen sind kugelsicher, 21. September 2007
Rezension bezieht sich auf: V wie Vendetta (Einzel-DVD) (DVD)
Den Namen Wachowski haben wir schon einmal gehört. The Matrix, dieser Special-Effects geladene Action-Blockbuster mit philosophisch angehauchter Story. Die Revolution des Action-Genres, mitnichten eine Übertreibung: intelligentes Ballerkino war damals etwas neues.
V wie Vendetta ist ohne Zweifel ein echter Wachowski. Hier wird nicht nur geschossen, sondern auch gedacht. Wie bereits bei Matrix bedienen sich die Wachowskis zahlreicher Anleihen aus philosophischen Gefilden, wobei es ihnen diesmal die Ideenlehre Platons besonders angetan hat.
Denn so stilbewusst der charismatische Rächer auch kostümiert ist, geht es dabei um mehr als Eitelkeit - womit sich übrigens gleichfalls die Frage nach seinen übermenschlichen Fähigkeiten beantworten lässt - V ist kein Mensch (gegenüber Evey bezeichnet er sich selbst als monströs), seine Identität hat er aufgegeben, um stattdessen eine Idee zu verkörpern. Solche Gedanken und Anspielungen ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film und machen ihn zu einem intellektuellen Erlebnis.
Natürlich bedarf eine so spannende Geschichte einer effektvollen Inszenierung, mit London als perfekter Kulisse. Wann sieht man schon die Houses of Parliament in die Luft fliegen? Diese imposanten Actionszenen sind nicht durchweg tonangebend, dazwischen sehen wir den Helden Frühstück zubereitend, Video guckend, lesend und tanzend - also doch nicht so monströs. Die vielen emotionalen Szenen sind absolut glaubwürdig gespielt, obwohl ich alles andere als eine Heulsuse bin (Filme wie Titanic und Pearl Harbor, bekannte Vertreter des Tränendrüsen-Genres, lassen mich kalt), musste ich gleich an mehreren Stellen schluchzen.
Alles in allem ist V wie Vendetta ein bewegendes und unterhaltsames Spektakel für Hobbyphilosophen, Matrix-Begeisterte und Fans von Kostümfilmen. Und zum Glück ist eine Fortsetzung ausgeschlossen.


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