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Hans-Peter

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Daseinsanalyse
Daseinsanalyse
von Alice Holzhey-Kunz
  Broschiert
Preis: EUR 20,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Selbstdestruktion einer therapeutischen Theorie, 25. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Daseinsanalyse (Broschiert)
Alice Holzhey-Kunz, die Präsidentin der Gesellschaft für hermeneutische Anthropologie und Daseinsanalyse (GAD), hat die von ihr vertretene psychotherapeutische Richtung, deren Begründer Ludwig Binswanger und Medard Boss waren, in einer besonderen Weise weiterentwickelt. Wie ihre Vorgänger geht Holzhey-Kunz davon aus, dass Psychotherapie auf Philosophie gründen sollte. Und ebenso wie ihre Vorgänger nimmt sie den philosophischen Ansatz aus der Frühphilosophie Martin Heideggers, den sie vor allem mit dem Denken Jean-Paul Sartres verbindet. Philosophie, speziell Anthropologie bzw. Ontologie, zur Basis eines Verfahrens zu machen, das sich so umfassend mit dem menschlichen Leben befasst wie Psychotherapie, ist naheliegend.

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sich der Blick auf jene „Existenzialien“ richtet, die für das menschliche „In-der-Welt-Sein“ zur conditio humana, also zur menschlichen Grundsituation gehören, etwa unser Ausgeliefertsein an den zeitlich befristeten Lebensprozess, der unabwendbar im Tod endet oder die Angst, die uns im Unterschied zur Furcht den Blick für unsere wirkliche Lage öffnet. Solche für den menschlichen Lebensvollzug konstitutiven Konstanten, die alle Menschen betreffen und mit denen sich jeder auseinandersetzen sollte, verbergen wir uns jedoch gerne, etwa durch unsere Flucht in
ablenkende Betriebsamkeit, in illusionäre Wünsche oder durch vorschnelle Sinnkonstrukte. Schon von daher bedeutet Leben allermeist eine Art Verleugnung der existenziellen Grundsituation, die eher selten in der Richtung einer „Eigentlichkeit“ dessen durchbrochen wird, was sich als Wahrheit des wirklichen „In-der-Welt-Seins“ dem philosophischen Blick enthüllen und was als veränderte Lebensführung aus dieser Grundeinsicht resultieren kann.

An dieser Stelle ist es nun gerade die seelische Störung, die – wie Holzhey-Kunz zeigt – eine besondere Sensibilität, ja eine „Hellhörigkeit“ für die conditio humana entwickelt, insofern sie in zunächst verdeckter und verschlüsselter Form auf die Hintergrundswahrheiten des Lebens verweist. Neurotiker seien daher zugleich „Philosophen wider Willen“, und insofern ist es nicht so sehr die Daseinsanalyse, die das philosophische Moment in die Therapie hineinträgt, sondern der Patient selbst, der durch die Sprache seines Symptoms indirekt ausdrückt, dass er sich in ein realistisches Verhältnis zu den Grundbedingungen und Unabänderlichkeiten seines Lebens setzen möchte.

Gleichwohl führt der von der Daseinsanalyse reklamierte philosophische Ansatz zu einem Problem. Denn wie die meisten Fragen in der Philosophie ist auch die von Holzhey-Kunz reklamierte Ausgangsbasis, nämlich die Deutung der allgemein menschlichen Grundsituation, strittig. Das trifft auch und gerade für die Existenzphilosophie zu, auf die sich die Autorin bezieht. Obwohl es zur Gemeinsamkeit aller existenzphilosophischen Richtungen gehört, beim Subjekt und dessen Situation „mitten im Leben“ anzusetzen, deuten sie doch in mancher Hinsicht die menschliche Lage und damit auch jene konstitutiven Elemente, die als „Existenzialien“ bezeichnet werden können, ausgesprochen konträr: nämliche einerseits in ausschließlicher Immanenzhaltung antimetaphysisch und atheistisch und andererseits gerade umgekehrt als eine ausdrückliche Herausforderung, sich der Frage nach der Transzendenz, dem Absoluten, ja nach Gott zu stellen. Die zweite Variante der Existenzphilosophie – vertreten etwa durch Gabriel Marcel, Peter Wust, Wilhelm Weischedel oder Karl Jaspers - steht dennoch insofern mit der ersten in Verbindung, als sie zwar nicht für den Agnostizismus oder den Atheismus votiert, aber dennoch die menschlichen Erkenntnismöglichkeiten als sehr begrenzt betrachtet. Daher betont sie die Rätselhaftigkeit der Existenz und ihre Vieldeutigkeit und erreicht in unterschiedlichem Ausmaß im Hinblick auf metaphysische Sinndeutung ein lediglich „schwebendes“ Wissen zwischen Sinn und Widersinn. Einer ihren zentralen Herangehensweisen ist daher diejenige des unbegrenzt radikalen Fragens (Weischedel) und eine grundsätzliche Offenheit, die dogmatische Festlegungen verbietet, aber das begründete „Wagnis“ erlaubt (Wust). Gegenüber der strikten Ablehnung jedes irgendwie gearteten metaphysischen Transzendenzbezugs (am deutlichsten vertreten durch Sartre) möchte sie die Möglichkeit der fragend-tastenden Suche nach Transzendenz im metaphysischen Sinne aufrechterhalten, ja sie definiert diese Suche als Element des menschlichen Wesens überhaupt und damit als Existenzial. So sieht etwa Jaspers geradezu das Adelszeichen des Menschseins in der Möglichkeit und Aktualität des Fragens nach möglicher Sinndeutung. In der atheistischen, der skeptizistischen oder naturalistischen Entscheidung wird solches Fragen still gelegt und damit eine menschliche Existenzmöglichkeit verfehlt. „Existieren“ ist bei Jaspers geradezu identisch mit der Erfahrung von Transzendenz, nämlich im Vollzug der Freiheit, besonders in Grenzsituationen.

Die Existenzphilosophie weist also - hier durchaus der Spiegel eines historischen Ringens der gesamten Philosophie - eine charakteristische Spannung auf: nämlich ihre polare Entgegensetzung zwischen Antimetaphysik und Metaphysik. Ist das menschliche Leben eine rein immanente Angelegenheit oder ist es umgekehrt solches gerade nicht? Ist seine Grundsituation dadurch definiert, dass es sich ausschließlich damit begnügt, was alltäglich „unmittelbar evident“ ist (Camus) oder bleibt Raum für das Rätselhafte und Numinose und damit im Sinne Kants ein Nuomenon, das hinter den Erscheinungen des evident alltäglichen Vordergrundes zumindest als Fragerichtung bedeutsam sein könnte.

Ein Element der besonderen Weiterentwicklung der Daseinsanalyse nach Holzhey-Kunz scheint es nun zu sein, dass sie diese Spannung zwischen Antimetaphysik und Metaphysik bzw. zwischen einer rein auf Immanenz festgelegten Haltung und einem möglichen metaphysischen Transzendenzbezug einseitig aufhebt. Unter diesem Aspekt in direkter Traditionslinie mit Sigmund Freud stehend, gerät sie dabei in Gefahr, nicht nur etwa jedes religiöse Fragen, Denken und Fühlen, sondern auch den mächtigen Strom jedes auf Metaphysik bezogenen Philosophierens zu pathologisieren. Vernichtend müsste daher auch das Urteil über viele Strömungen der Psychotherapie ausfallen, denn der oben benannte Spannungsbogen zwischen Antimetaphysik und Metaphysik zeigte sich auch dort. Er existierte bereits während der Geburtsstunde der Tiefenpsychologie etwa im thematischen Kontrast zwischen Freud und Jung. Bei Freud ist Religion eine Neurose, bei Jung eine seelische Tatsache, die nur geleugnet, aber nicht beseitigt werden kann. Während Transzendenzbezug bei Freud eine Krankheit ist, ist er bei Jung ein „Existenzial“, das als Realität anerkannt werden sollte, um gesund zu bleiben.

Betrachten wir also den Gegensatz zwischen Antimetaphysik und Metaphysik als einen Spannungsbogen, so steht Holzhey-Kunz für die Auflösung dieser Spannung. Ihr Ausgangspunkt könnte – je nachdem, welche Begriffe man bevorzugt und vielleicht in Zuspitzung ihrer Position – als positivistisch, möglicherweise als „naturalistisch“ und auf jeden Fall als atheistisch bezeichnet werden. Die „pure Faktizität“ des Lebens und Daseins (im Sinne von Heidegger), die „nackte Wahrheit“ über das „ontologische Elend“ ist nach Holzhey-Kunz das Fehlen jedes nur irgendwie denkbaren Sinns. Das Sein ist ohne Tiefe, ohne Hintergrund, ohne metaphysische Transzendenz und in seinem Kern nichtig. Der Mensch als bedeutungsloser „Zigeuner am Rande des Universums“ (Monod) bleibt in dieser Sichtweise auf sich selbst zurückgeworfen und seine rest- und gnadenlose Unbehaustheit. In der Regel wird eine solche Position als nihilistisch bezeichnet, auch wenn der Begriff abwertende Konnotationen enthält, die nicht unbedingt mitschwingen müssen.

Diese weltanschauliche Festlegung erzeugt nun zwangsläufig eine paradoxe Situation im Hinblick auf Psychotherapie. Ist doch nach weit verbreiteter Auffassung vieler psychotherapeutischer Schulen, aber auch der empirischen Gesundheitspsychologie der Mangel an Lebenssinn eines der Hauptursachen seelischer Instabilitäten. Ist die Welt aber und damit auch unser Leben, jedenfalls gemessen an unserem Bedürfnis nach Erkenntnis und Sinn, gänzlich widersinnig und absurd, steht ernsthaft – so befand bekanntlich der französische Existenzphilosoph Albert Camus - die Frage im Raum, ob man sich nicht gleich umbringen sollte. Das trifft gewiss vor allem auf „hellhörige“ Neurotiker zu, die das Entsetzen über eine absurde und (im Sinne von Sartres Roman „La Nausée“) den ontologischen Ekel provozierende Welt besonders deutlich spüren dürften.

Die Daseinsanalyse nach Holzhey-Kunz verwickelt sich hier also in einen Widerspruch, der in therapeutisch-praktischer Hinsicht fundamental ist. Das gilt nicht unbedingt theoretisch, also auf philosophischer Ebene, denn die positivistische Grundposition ist vertretbar, sofern man sich dem Diskurs aussetzt und damit die Ungesichertheit des eigenen Ansatzes zumindest für möglich hält. Als weltanschauliche Basis für eine Psychotherapie sieht es jedoch ganz anders aus. Hier verletzt solche Parteinahme das Offenheitsgebot in der Psychotherapie, das den Therapeuten verpflichten sollte, sich jeder weltanschaulichen Suggestion zu enthalten. Das ist beim daseinsanalytischen Ansatz jedoch insofern unmöglich, als hier Weltanschauung selbst zum Therapieziel erklärt wird. Das philosophische Herangehen bei der Daseinsanalyse enthält also von sich aus einen möglichen Sprengstoff, der den gesamten Ansatz zum Einsturz bringen könnte.
Es ist keineswegs so, dass Holzhey-Kunz solche Problematik nicht sieht, doch sie spitzt das schon bei den Gründervätern der Daseinsanalyse immanent enthaltene Destruktionsmoment noch weiter zu. Denn es dürfte kaum möglich sein, Albert Camus Leben in der „Revolte“, eine uferlos sich selbst erschaffende Freiheit im Sinne Sartres oder den Heroismus eines tragischen Trotzdem in der Art Nietzsches zum Lebenskonzept für vulnerable Neurotiker zu machen. Vertretbar wäre allenfalls die Position, dass hier ein Problem vorliegt, das überhaupt nicht lösbar ist.
Dem konzise formulierten und gedanklich klaren Buch gehört Dank, die Implikationen und Widersprüche des philosophischen Herangehens an eine Theorie der Psychotherapie verdeutlicht zu haben.


Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
von Gabriele Krone-Schmalz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

86 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen!, 17. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Ukraine-Konflikt könnte sich – was Gott verhüten möge – zu einem ganz großen Krieg zwischen der NATO und Russland ausweiten. Deshalb ist eine möglichst umfassende Information jetzt lebenswichtig. Die großen Medien kommen dieser Verpflichtung jedoch nicht nach.
Umso verdienstvoller ist dieses Buch. Krone-Schmalz hat vollkommen recht: „Putinversteher“ darf kein Schimpfwort sein. Im Gegenteil: Wir müssen verstehen, was Russland gegenwärtig bewegt, um den richtigen und damit auch für unsere eigenen Interessen vorteilhaften Umgang mit diesem Riesenreich zu lernen.
Krone-Schmalz, eine ausgewiesene Expertin für dieses Thema, gibt diese notwendigen Informationen, auch differenziert im Hinblick auf die Situation innerhalb der Ukraine. Dabei zeigt sich, wie heftig der „Westen“ an der Entstehung dieses Konflikts mit gestrickt hat und eine einseitige Schuldzuweisung, die unsere Medien so sehr lieben, unsachlich ist und von weitgehender Ahnungslosigkeit zeugt.
Ich habe dieses Buch gerne gelesen und habe viel dabei gelernt.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2015 1:03 PM CET


Paranormalität: Warum wir Dinge sehen, die es nicht gibt
Paranormalität: Warum wir Dinge sehen, die es nicht gibt
von Richard Wiseman
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

7 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Trickreiche Irreführung, 11. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sollte man im wissenschaftlichen Zeitalter nicht möglichst vorurteilsfrei an seinen Untersuchungsgegenstand herangehen? Gewiss doch! Aber Wiseman tut das Gegenteil: Schon im Klappentext streicht er sein mächtiges Vorurteil heraus: „Paranormalität“ ist blanker Unsinn! Ich respektiere diese Form der Voreingenommenheit, weil sie allzu menschlich ist.
Aber Wiseman betrügt seine Leser! Der gewitzte Magier (Wiseman war Zauberkünstler) wendet einen Trick an. Er lenkt die Aufmerksamkeit vom tatsächlichen Untersuchungsgegenstand ab und lockt sie auf einen Nebenschauplatz. Der tatsächliche Untersuchungsgegenstand „Paranormalität“ wird seit mehr als hundert Jahren international an zahlreichen Universitäten erforscht, unter anderem verbunden mit den Namen von Nobelpreisträgern. Diese wissenschaftliche Forschung unterschlägt Wiseman vollständig und restlos.
Von diesem akademischen Hauptschauplatz der wirklichen Forschung zum Thema lockt Wiseman auf eine Art finstere Hintertreppe des Themas. Dort tummeln sich Trickser und Betrüger. Deren Wirken stellt Wiseman als klaren Beweis gegen jede Form von „Paranormalität“ heraus. Auf die gleiche Weise könnte jemand anschaulich schildern, dass in der schulmedizinischen Krebstherapie noch niemals ein Heilungserfolg erzielt worden sei, denn es gibt auch in der Medizin Betrug und schwere Behandlungsfehler.
Dieses Vorgehen mag ein Lesevergnügen sein, aber mit seriöser Information hat es sehr wenig zu tun.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 1, 2015 4:13 PM CET


Mythos Determinismus: Wieviel erklärt uns die Hirnforschung?
Mythos Determinismus: Wieviel erklärt uns die Hirnforschung?
Preis: EUR 16,99

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompetente Zerstörung "wissenschaftlicher" Glaubenssätze, 28. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Falkenburgs Buch zeichnet sich durch hohe Verständlichkeit aus. Interdisziplinär deckt Falkenburg die erstaunlichen Lücken und Verkürzungen der Gehirnforschung auf, jedenfalls wenn es um deren weltanschauliche Konsequenzen geht. Deutlich wird, dass der Anspruch viele HIrnforscher, einen Beweis für den Determinismus geliefert zu haben, völlig unbegründet ist und letztlich auf unsauberem Denken und der Vernachlässigung von Fakten beruht. Ganz unpolemisch zerstört Falkenburg auch darüber hinaus die heute gängige und an Hochschulen schon fast verbindliche Mythologie des Naturalismus. So zeigt sie zum Beispiel, dass es um den Begriff der Kausalität keineswegs so einfach bestellt ist, wie das von der HIrnforschung oft unterstellt wird und das noch nicht einmal in der Physik. Falkenburg ist Physikerin und Wissenschaftstheoretikerin, weshalb ihr Analyse sehr ernst genommen werden sollte.
Die E-book-Version ist allerdings absolut unmöglich, voller Fehler und für wissenschaftliche Arbeit unbrauchbar!!


Evolution und Parapsychologie: als Grundlagen für eine neue Biologie und die Wiederbelebung des Vitalismus
Evolution und Parapsychologie: als Grundlagen für eine neue Biologie und die Wiederbelebung des Vitalismus
von Michael Nahm
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,90

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für wissenschaftliche Querdenker ein Muss, 26. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe dieses Buch bestellt, weil ich Zweifel an der Vollständigkeit der Evolutionstheorie habe. „Vollständigkeit“ meint hier nicht, dass diese Theorie falsch ist, aber dass sie Lücken aufweist. Die Debatte um solche möglichen Lücken ist aber leider weitgehend von weltanschaulichen Schlammschlachten bestimmt, etwa zwischen den Kreationisten und dem Neodarwinismus.
Ich war zunächst skeptisch, da das Buch bereits im Titel die Parapsychologie nennt. Nun bin ich zwar jemand, der recht gut darüber informiert ist, dass die wissenschaftliche Parapsychologie über beachtliche Forschungsergebnisse verfügt. Ich lehne daher nicht (wie viele andere) „Parapsychologie“ als Forschungsrichtung in Bausch und Bogen ab. Trotzdem hätte es sein können, dass sich hinter dem Titel „Evolution und Parapsychologie“ eine eher verschwommene Esoterik verbirgt.
Die Lektüre zeigte aber, dass es ganz anders ist. Nahm hat ein gut argumentierendes, sehr kenntnisreiches und bestens belegtes Buch geschrieben. Für Biologen ist die Frage nach dem Vitalismus ja oft tabu. Liest man Michael Nahm, so wird deutlich, dass diese Scheu vor einer vitalistischen Sicht ganz unbegründet ist. Das Buch ist daher für Querdenker, die aber trotzdem auf wissenschaftliche Standards nicht verzichten wollen, bestens geeignet. Für mich war das Buch jedenfalls sehr bereichernd.


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