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Rezensionen verfasst von
Anna "und Otto"

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Shades of Grey - Geheimes Verlangen: Band 1 - Roman
Shades of Grey - Geheimes Verlangen: Band 1 - Roman
von E L James
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kein Erotik-Roman, sondern ein Märchen für große Mädchen (und vielleicht ein paar Jungs), 28. August 2012
Es war einmal ein schöner, reicher Mann, der war sehnsüchtig auf der Suche nach einer Prinzessin. Doch alle Frauen, die er traf, waren ihm wohl zu intelligent und eigenwillig, keine konnte er nach seinem Willen formen, wie es ihm doch so sehr verlangte. Da musste er lange immer viel zahlen, auf dass ein Weib sich ihm hingab.

Doch eines Tages - welch ein Glück!- taumelte die eine junge Maid in seinen Palast, die er mit seinen starken Armen auffangen musste. Das liebe, unschuldige Mädchen erweckte sofort in ihm den Wunsch, sie zu besitzen. Und so bot er ihr einen Handel an: sei mir zu gefalle und ich werde dich mit teuren Gaben überschütten.
Das junge Mädchen war geblendet von seiner Schönheit und seinem Reichtum, auch seine wohl gewählten Worte beeindruckten sie sehr, denn sie war von schlichtem Gemüt. Sie nagte an ihrer Unterlippe, errötete gar oft und kämmte sich ihr lustvoll zerzaustes Haar so manches Mal.

Und so lebten sie in Lust und Luxus bis das der Tod sie scheide. Wow.

Oder die Bücher wieder in Vergessenheit geraten, weil es schon wieder den nächsten Hype gibt.
Darum, liebe Leute, lest nur Bücher, die auch alle anderen lesen. Tipp: ihr findet sie immer in der Mitte der Buchhandlung, auf dem großen Tisch.

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PS: Mit einer glaubwürdigeren Besetzung und in einem besseren Stil geschrieben wäre die Story vielleicht gar nicht so übel.


Personal Trainer - Yogalates Basics
Personal Trainer - Yogalates Basics
DVD ~ Franziska Beckmann
Preis: EUR 10,23

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Übungen wären 4 oder 5 Sterne wert, aber da es weder Pilates, noch Yoga ist..., 19. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Personal Trainer - Yogalates Basics (DVD)
Hätte die DVD den Titel: Stretch- und Kräftigungsübungen, würde ich dem Programm gern mehr Sterne geben. Die durchgeführten Übungen trainieren vor allem dem Rücken, was ja immer sinnvoll ist, wobei oberer und unterer Rücken recht gleichmäßig trainiert werden.
Ja, es gibt ein paar Elemente aus Yoga, wie eine Art Sonnengrußsequenz, die Teil einer Übungsreihe für die Arme und den Schulterbereich ist. Aus Pilates dagegen scheinen nur die wiederholten Spinetwists zu stammen, die man hier in allen möglichen Positionen (unter anderem einer Art Baumhaltung) eingebaut hat.

Insgesamt aber - Hand aufs Herz - ist das hier Gymnastik und Stretching. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist ja nicht schlecht. Man könnte es auch einfach so nennen. Aber das wäre nicht "hipp" - darum heißt es eben Yogalates. Hat aber mit Yoga und mit Pilates eher wenig zu tun. Weder geht die Trainerin jemals auf so etwas wie "Powerhouse-Spannung" und "Brustatmung mit Rippenheben" ein, noch auf die Yoga-Kehlatmung. Eben Gymnastik, um es nochmal zu sagen. Da kann man atmen, wie man will. Manchmal, ja, da wird dann schon gesagt, jetzt mal bei Hochkommen einatmen. Aber auch das ist bei Gymnastik nicht unüblich.

Das Programm macht Spaß und die Übungen sind wirklich gut und effektiv. Man merkt deutlich, dass man sich etwas Gutes getan hat: die Schultern sind gelockert, man fühlt sich aufgerichtet, der Rücken ist entspannt. Das ist doch alles prima.
Schade, dass man da nicht wirklich einfach sagen kann: "Stretch- und Kräftigungsübungen für Heimsportler" Klingt eben nicht so hipp. Ich wiederhole mich.

Kurzfassung: Nicht kaufen, wenn man wirklich Yoga oder Pilates sucht. Kaufen, wenn man gute Übungen für den Rücken sucht, die ein ganz kleines bisschen Yoga und ein Krümelchen Pilates enthalten.


Der dunkle Thron: Historischer Roman
Der dunkle Thron: Historischer Roman
von Rebecca Gablé
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Großartiges Thema plattgeklopft, 15. April 2012
Der "kleinste gemeinsame Nenner" ist im übertragenen Sinne ein angestrebtes Tiefniveau in der Unterhaltung, das möglichst viele Leute ansprechen und doch niemanden überfordern soll. Bei diesem Roman bekam ich mehr und mehr den Eindruck, auch hier wurde nach dieser Vorgabe gearbeitet.
Die Zeit unter Henry VIII ist eine hochspannende Epoche, eine Zeit enormer Umwälzungen in der britischen Gesellschaft. Ich meine, wir reden hier nicht zuletzt vom Bruch mit der katholischen Kirche sprich dem Papst und allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.
Was war damals eigentlich in der europäischen Geschichte passiert, dass nach Jahrhunderten der allgemeinen Akzeptanz religiöser Dogmen und Machtstrukturen die Reformbewegung begann? Darauf wird man in diesem Buch keine Antwort finden. Alles, was man erfährt ist, dass es die Reformer = Ketzer und die Katholiken = Papisten gibt. Und dass man sich gern gegenseitig angiftet, ohne dass diese Diskussionen aber jemals in die Tiefe gingen (hey, das soll hier ja nicht zum Denken anregen, sondern unterhalten!).

Henry VIII, einer der berühmtesten englischen Könige, wird auf einen kindischen, fresssüchtigen und sogar dümmlich wirkenden bösen Onkel reduziert, der immer mal wieder durch die Szene grummelt, aber den man nicht näher kennen lernt. Solch ein Mann hätte aber nicht sein Land so lange so erfolgreich regieren können. Man könnte nun einiges aus der Literatur heranziehen, dass zeigt, das Henry nur am Ende seines Lebens ein zerrütteter, kränklicher Wirrkopf war, die ganzen Jahre davor eine respekteinflößende Persönlichkeit mit scharfen Verstand und Charisma. Aber es ist eben wieder offensichtlich, dass die historische Person hier zweckdienlich trivialisiert wurde. Denn Henry ist hier der Bösewicht im Hintergrund. Mehr hat er sozusagen nicht zu tun.
Im Nachwort fällt es verwunderlich auf, dass die Autorin Henry radikal verurteilt, ohne auf seine Beweggründe einzugehen, zugleich aber seine Tochter Mary ebenso radikal verharmlost, bis hin zu der verblüffenden Feststellung: damals verbrannte man eben Leute. Das erklärt natürlich fast 300 solcher Hinrichtungen in Marys fünf Regierungsjahren im Vergleich zu ca. 80 in Henrys rund 40 Jahren...

So bleibt auch Marys Darstellung undifferenziert. Alles, was sie tut und sagt, wird durch den Protagonisten Nick of Waringham akzeptiert, oft sogar bewundert. Anders als seinen Vorgängern unter den Waringhams, allen voran dem oft unschlüssigen Julian, gehen ihm eigentlich nur wenige Gedanken über richtig und falsch durch den Kopf. Oder wieder einfach gesagt: er glaubt schon, dass er richtig denkt. Er hinterfragt dies jedoch nie.

Auch dann nicht, wenn Nick seinen moralischen Ansprüche, die er ständig und mit einiger Penetranz an andere stellt (vor allem natürlich an den König) selbst nicht erfüllt. "Hochmütig und selbstgefällig" nennt ihn seine Stiefmutter, die als ein durch und durch bösartiger, geradezu unmenschlicher Charakter dargestellt wird. Nur leider - die Frau hat damit Recht. Nick ist egoistisch, verblendet und halsstarrig in seinen Ansichten. Er hat einen Dünkel, der früheren Waringhams peinlich gewesen wäre. Zudem wird er sogar von der Autorin selbst wiederholt als launisch beschrieben (was auch zutrifft). Jetzt wäre die Konsequenz, andere Figuren entsprechend auf ihn reagieren zu lassen, was bei ihm vielleicht auch mal zur Reflexion führen könnte.
Aber das geschieht nicht. Wie die anderen Waringhams darf Nick den Helden spielen, wird als "aufrechter Mensch" verkauft.

Auch nimmt sich Nick gegenüber Höhergestellten und sogar dem König mitunter verbal Dinge heraus, die ihn in einem realistischeren Roman konsequent in den Tower gebracht hätten.
Der König darf sich beispielsweise nach Nicks Meinung nicht scheiden lassen, weil er in eine andere Frau verliebt ist und auch einen Erben braucht. Nick darf das aber schon. Zudem darf Nick seine erste Frau auch abfällig behandeln und ihr nach Belieben zeigen, dass sie in seinen Augen nur dummer Pöbel ist, dem er seine Abscheu zeigen und zugleich ihre Liebesdienste in Anspruch nehmen darf.
Wenn Nick könnte, würde er sie sicher auch gern enthaupten lassen, aber er ist eben nicht König. Vielleicht nimmt er auch das Henry so übel. Denn Nicks wiederkehrende Hass- und Mordgedanken gegen seine Stiefmutter sind moralisch nicht besser als Henrys tatsächliche Hinrichtungen. Übel stößt es auch auf, dass Nick mit wirklich gehässigem Sadismus Freude empfindet, wenn Menschen, die ihm tatsächlich Schlechtes getan haben oder die er einfach nicht mag, grausam hingerichtet werden. Da fällt schon mal eine Äußerung wie, dass Nick es schadet findet, dass jemand nur enthauptet und nicht als Verräter ausgeweidet und gevierteilt wurde. Der harmlosen Katherine Howard wünscht er ein stumpfes Beil und einen unfähigen Henker.

Das ist alles so seltsam gemacht, dass ich mich immer noch frage, ob die Autorin da zu subtil vorgegangen ist (glaube ich aber eher nicht), oder ob ihr dieser Widerspruch zwischen Nicks Verhalten und seinem so positiven Selbstbild, das durch die personale Erzählhaltung, die sich fast immer auf seine Sicht bezieht, geschaffen wird, nicht aufgefallen ist.

Insgesamt geht der Roman erschütternd salopp mit den vielen dramatischen und tragischen Ereignissen um. Mir bleibt eine Szene in Erinnerung, in der sich Nick und ein paar andere erst über die neuesten Hinrichtungen unterhalten und im nächsten Satz Witze reißen. Sollte das "comic relief" sein? Ich weiß es nicht.

Schließlich entstand bei mir das Gefühl, dass die Autorin diesmal mit den historischen Ereignissen schlicht überfordert war, denn was zu dieser Zeit geschah, war einfach zu viel und zu komplex für einen Unterhaltungsroman, der sich um einen fanatischen Anhänger Marys dreht, aber in den Hintergründen nicht zu schwierig werden darf.
"Gablé" hatte vorher Bedenken gehabt, ob sie die Tudor-Zeit in einem ähnlichen Stil wie die alten Waringham-Bände behandeln könne. Zu Recht, wie man sieht.

Vermutlich gibt es deshalb auch so viele Schmöker, die im MA spielen: die Zeit lässt frei erfundene Abenteuergeschichten besser zu als die akribisch dokumentierte Neuzeit.
So bleibt am Ende von "Der dunkle Thron" doch wieder nur der Eindruck, dass Henry VII, der "dicke König mit den vielen Frauen" war. Außer seiner ersten bleiben auch diese blasse Figuren, bzw. erfüllen die eh schon bekannten Klischees, wie Anne Boleyn als gemeine Hexe.

Wer auf der Suche nach guten Büchern über die Tudorzeit bzw. Romanen zur Zeit von Henry VIII ist, würde ich eher die Reihe von C.J. Sansom empfehlen.
Während der große Aufstand des englischen Nordens hier nur in ein paar Sätzen erwähnt wird, beschreibt Sansom spannend die Situation in York in Der Anwalt des Königs. Während Nick auf seiner Pferdezucht in Waringham sitzt, weil er schmollt und dem König keinen Kriegsdienst leisten möchte (oder weil dies mehr Recherche erfordert hätte), erlebt man bei Sansom in Der Pfeil der Rache den Untergang der Mary Rose.

PS: Die Rezension ist viel gemäßigter ausgefallen, als hätte ich sie direkt nach dem Lesen geschrieben. Meine erste Reaktion auf diese Banalisierung bzw. Trivialisierung des Tudor-Stoffs war schon eine gewisse Verärgerung.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2014 6:06 PM MEST


Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
von Rebecca Gablé
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leichte Lektüre, historisch aber akkurat, 14. Oktober 2008
Aufgrund einer sehr positiven Besprechung in einer Zeitung kaufte ich mir nun Gablés Geschichte des englischen Mittelalters und war begeistert. Na, endlich! dachte ich. Würden doch nur die Romane so flott und humorvoll-ironisch geschrieben sein. Gablé fegt mit Tempo durch ca. 1000 Jahre Geschichte und schafft dabei die Balance zwischen Vermeidung von Weitschweifigkeit und allzu straffer Zusammenfassung. Historische Ereignisse und Zusammenhänge werden leicht verständlich gemacht, wobei Gablé auch nicht den Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen beim "einfachen Volk" durch die Jahrhunderte vergisst.
Zudem fällt wieder einmal auf, dass die echte Geschichte in der Regel spannender und dramatischer ist als erfundene Pseudogehistorie in Romanen und Filmen.

Ein Buch, das ich sicher noch öfters lesen werde. Von mir 5 Sterne.


Das Lehrerhasser-Buch: Eine Mutter rechnet ab
Das Lehrerhasser-Buch: Eine Mutter rechnet ab
von Lotte Kühn
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

108 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hass ist nie eine Lösung, 14. September 2006
Das Buch ist in einer Reihe von "Hasser-Büchern" erschienen. Der Unterschied zu den anderen Bänden ist jedoch, dass hier Personen (= Menschen, bitte nicht vergessen) angegriffen werden, keine Institution. Wäre es ein "Schulhasser"-Buch, dann müssten alle "ihr Fett wegbekommen": Lehrer, aber auch Schüler und Eltern.

Denn an der momentanen Situation in manchen Klassen sind leider immer mehrere schuldig, nicht selten sogar außerschulische und außerhäusige Einflüsse, deren Kontrolle sich oft Lehrern UND Eltern entzieht.

Sich dann gegenseitig den "Schwarzen Peter" zuzuschieben, hilft niemanden, am allerwenigsten den Kindern, die schnell merken, wenn sich die Erwachsenen nicht einig sind und diese Situation leider manchmal dann pfiffig, aber auf für sie selbst unbewusst fatale Weise ausnutzen. Ähnlich wie: Wenn Mama mir etwas verbietet, sage ich, dass Papa es mir aber erlaubt hat. Und umgedreht.

Mich irritiert persönlich tatsächlich der Hass, mit dem die Autorin und wohl leider auch manche Leser auf Mitmenschen losschlagen, die sich eine heute wirklich nicht mehr einfachen Beruf gewählt haben, nämlich eine ganze Gruppe Kinder bzw. Jugendliche zu führen, zu unterrichten und oft auch mit zu erziehen. Jedes Kind bringt dabei sein "Päckchen" von zu Hause mit, verschiedene Temperamente und Neigungen ergänzen sich nicht immer, sondern prallen in den Gruppen leider oft aufeinander. Nein, es wird nie möglich sein, dass ein Lehrer immer allen gerecht wird, das ist wahr. Aber gerade diese Spannung auszuhalten, mal scheinbar "ungerecht" behandelt zu werden, sich in eine Gruppe einzufügen, mal einzusehen, warum etwas "so" gemacht wird und nicht, wie man es selbst gern will, ist wichtig für die soziale Reifung. Sonst besteht die Gefahr einer Häufung von Egoisten, die später im Beruf noch größere Schwierigkeiten haben werden.

Wenn man sich jedoch die Häme und Herablassung anguckt, mit der in diesem Buch über andere Menschen gesprochen wird und grobe Schwarz/Weiß Zeichnung (Lehrer = grundsätzlich unfähig, hässlich und sadistisch, Eltern = aufopferungsvoll, die Güte in Person, Schüler = alles gleichermaßen fleißige, doch unterdrückte Hochbegabte) wundert mich, dass nicht allen Lesern auffällt, welche eine Scheinwelt hier aufgebaut wird, um Stimmung zu erzeugen. Mich wundert auch, warum dann Lehrern wieder angekreidet wird, wenn sie sich gegen solche pauschalen Abwertungen wehren. Ich glaube, niemand würde es akzeptieren, wenn sein Berufsstand nicht nur in seinen Fähigkeiten, sondern auch noch in der Persönlichkeit der tätigen Menschen beleidigt wird.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 14, 2011 8:51 PM CET


Blackwood Farm
Blackwood Farm
von Anne Rice
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Es fehlt der Pep, 24. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Blackwood Farm (Gebundene Ausgabe)
Früher schrieb Anne Rice poetische, sinnliche Meisterwerke mit einer interessanten eigenen Mythologie der Vampire und vielen spannenden Idee in den Geschichten.
Heute, zum Beispiel in Blackwood Farm, hat sie zwar noch EINE spannende Idee (der Doppelgänger Goblin), doch ansonsten werden nur noch eigene Klischees abgenudelt: supergutaussehende, superreiche Vampire (und Menschen). Wichtig, wichtig, wie sich alle anziehen und ihre Wohnungen einrichten. Auf dem selben Thema/Problem wird x-mal erneut rumgekaut. Und natürlich MUSS jemand seine gesamte Lebensgeschichte in allen Details am Stück erzählen, bevor etwas wirklich Entscheidendes geschieht.
Und Rices erotische Elemente sind mittlerweile ebenso wiederholend und damit dröge. (Wenn fast jeder jeden liebt... wo ist da noch der Reiz?)
Wie eine Fernsehserie, die zu lange läuft, verlieren die Storys leider mehr und mehr an Pep und Originalität.
Manchen mag das nicht stören. Hauptsache Anne Rice und Lestat. Aber mein Tip: es gibt interessantere und besser geschriebene Bücher, lasst euch nicht von "Fans" einreden, ihr MÜSST alles von Anne Rice lesen und dann auch noch mögen!
Ein Wort noch zur "Realität":
auch eine Vampirgeschichte muss man irgendwie GLAUBEN können, vor allem, da Rices Storys nicht auf einem fernen Planeten oder in Mittelerde, sondern in der Wirklichkeit spielen sollen.
Mir persönlich hat Lestat (der Hauptcharakter) besser gefallen, als er noch der freche "Halb-gut, halb-Bösewicht" war, nicht der abgeschlaffte, frömmelnde Multimillionär unter den Vampiren. Und selbst wenn Lestat reich sein soll - müssen es deswegen ALLE sein? (außer den Bediensteten natürlich!) Okay, wenn es nicht Fantasy wäre, dann fände man das wahrscheinlich noch seltsamer... ;)


Blut und Gold: Aus der Chronik der Vampire. Roman
Blut und Gold: Aus der Chronik der Vampire. Roman
von Anne Rice
  Gebundene Ausgabe

28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht wirklich was Neues..., 17. Juli 2004
Anne Rice sollte eigentlich mal nach Deutschland kommen. Denn nirgendwo hat sie so fanatische Fans wie hier. Egal, was Anne schreibt, alles MUSS supertoll sein und wehe, es wagt einer auch nur ganz vorsichtig anzumerken, dass doch irgendwie mal Zeit für etwas wirklich Neues wäre. So wie damals der Schritt vom ersten Band "Gespräch mit dem Vampir" zu "Fürst der Finsternis" etwas ganz Neues brachte. Lestat hätte auch einfach den ersten Roman nochmal erzählen können...
Denn genau das geschieht, wenn man einmal kritisch hinschaut, in den meisten neueren Bänden der Reihe: Anne Rice erzählt immer wieder die gleiche Geschichte. Mögen auch mal ein paar neue Charaktere auftreten, so wiederholt sich doch soviel an schon Erzähltem, dass es einem Leser, der mehr von Büchern erwartet als schöne Beschreibungen von Innenausstattungen und Kleidung, doch zu langweilen beginnt.
Das gesagt, finde ich allerdings "Blut und Gold" noch den besten Roman der zuletzt erschienen. Was vor allem darin liegt, dass mit Marius endlich auch ein ganz neuer Ich-Erzähler Typ auftritt. Marius ist nicht so introspektiv wie Rices sonstige Vampire, er ist ein eher ernster und sachlicher Charakter, der seine Probleme nicht lange begrübelt, sondern tatkräftig angeht.
Am interessantesten fand ich daher auch Marius' Zeit mit Mael und Avicus, wie er mit den beiden an seinen Fähigkeiten arbeitet und über sich selbst etwas lernt. Marius' Sicht von Armand als Charakter war sicher auch interessant, doch zuviele, schon aus "Fürst der Finsternis","Der Vampir Armand" und "Pandora" bekannte Dinge wurden einfach nochmal erzählt.
Fazit: Fünf Punkte für Marius als Charakter, 2 Punkt Abzug für die leider nur zur Hälfte originelle Story.
Und bitte - jedem ist es frei gestellt, eine eigene Meinung zu bilden. Auch, ob man das Buch lesen will. Dazu sind Rezensionen ja da, nicht? ;)


Blood Canticle (Rough Cut)
Blood Canticle (Rough Cut)
von Anne Rice
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,30

26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anne Rice ist nicht gleich Anne Rice..., 12. Dezember 2003
Verglichen mit den anderen Büchern von Anne Rice, besonders mit den alten Vampir-Chroniken und dem Mammutwerk "Hexenstunde", ist dieses Buch - das möchte ich einfach so sagen dürfen - wirklich schlecht.

Und wer ein "echter Fan" von Anne Rice ist, der wird auch diesen Unterschied bemerken. Anne Rice ist nicht Anne Rice. Viele ihrer Bücher sind fantastisch gut, ein Leseschmaus, reich in der Sprache und fantasievoll in der Erzählung. Aber Anne Rice hat auch nicht so gute Sachen geschrieben, wie ihre seltsamen Erotik-Bücher, bei denen sie sich Anne Rampling nannte.

Und auch "Blood Canticle" ist schlecht. Warum? 1. Das Buch hat keine richtige "Story". Die häppchenweise Handlung kam mir vor wie eine Vorabendserie: es geschieht das und dann das und dann das... usw. Und irgendwann ist einfach Schluss. 2. Die Charaktere haben in diesem Buch keine Tiefe. Selbst Lestat ist zu einem piefigen Schwätzer verkommen, der sich gleich zu Anfang in lächerlicher Weise über den mangelnden Applaus für "sein Buch Memnoch" aufregt. Die "Liebe" zwischen Lestat und Rowan ist unglaubwürdig und platt geschildert und erinnert an eine Geschichte aus der "Bravo". Mona darf nur noch das nervige Balg spielen, Quinn und Michael verkommen zu Statisten. Onkel Julien, einer der interessantesten Mayfairs, spukt nur ein bisschen rum und hat dann Angst(!) vor Lestat. Unglaubwürdig... 3. Der Stil. Lestats neuer, seltsamer "Teenager-Jargon" ist nicht nur am Anfang zu lesen, sondern zieht sich immer wieder durch das ganze Buch. Wer wirklich ein Fan ist und die anderen Lestat-Bücher liebt, wird auch hier merken: das ist keine "Weiterentwicklung" des Charakters, das ist einfach der misslungene Versuch, jüngere Leser zu befriedigen. 4. Die Verbindung von Hexen und Vampiren. Sicher, wer beide Serien kennt - wie ich auch - der hat keine Verständnisprobleme. Aber in einem guten Buch sollte man dennoch für ALLE Leser verständlich schreiben, also Hintergründe erklären. Sonst hätte Anne Rice das Buch schließlich gleich den vierten Teil der Hexenchronik nennen können. (Über die Vampire kommt so wenig vor, dass Hexen-Fans keine Verständnisprobleme hätten) Genial ist die Verflechtung also gar nicht, sondern setzt einfach voraus, dass alle Leser alles von Anne Rice gelesen haben.

Nochmal: Anne Rice schrieb viele großartige Bücher. Ich liebe fast alles von ihr. Doch bin ich nicht der Meinung, dass für Fans (und alle anderen Leser) irgendwas ein "Muss" ist... Und "Blood Canticle" ist ganz sicher kein "Muss", sondern ein schwacher Abschluss beider Serien, auf den man aber auch gut verzichten kann.


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