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Xanthippe

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Joomla! 2.5 für Einsteiger (Galileo Computing)
Joomla! 2.5 für Einsteiger (Galileo Computing)
von Anja Ebersbach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Lanze für dieses Buch!, 11. Oktober 2012
Es stimmt: Dieses Buch ist wohl nichts für HTML- und/oder CSS-Neulinge und auch über Webserver, Datenbanken und PHP sollte man schon Grundkenntnisse haben.

Und - ja, die Buch-CD ist nur bedingt hilfreich und das Glossar und manche Beschreibungen hätten für meinen Geschmack durchaus etwas ausführlicher ausfallen können.

ABER: Dieses Buch bietet einen sehr guten Einstieg in Aufbau und Struktur des zu Beginn wirklich sehr unübersichtlichen Joomla-CMS und seiner Handhabung (und CMS-Vorkenntnisse sind dafür aus meiner Sicht NICHT nötig; Joomla ist "mein" erstes CMS).

Natürlich findet man letztlich auch alles Schlaue im Internet, aber gerade am Anfang hab ich gern was Überlichtliches in der Hand; ich kann schnell hin und her blättern und bekomme alle wesentlichen Elemente kurz dargestellt.

Ich habe bei Softwarefragen öfters das Problem, dass in Internetbeiträgen u.ä. nicht selten ein ziemliches "Insiderwissen" vorausgesetzt wird und Anfänger mit ihren "doofen" Fragen (die ich eben auch habe), gelegentlich recht arrogant abgebügelt werden (als ob die "Experten" mit all ihrem Fachwissen schon auf die Welt gekommen wären). Das ist dann für einen Neuling weder motivierend noch hilfreich.

Zum Einsteigen in Joomla finde ich das Buch wirklich ausgezeichnet. Wenn man ein bisschen "Boden unter den Füßen" gewonnen hat und seine Kreativität spielen lassen möchte, kommt man ohne Internetrecherche sowieso nicht weiter. Aber dann hat man eben auch schon eine brauchbare Grundlage und das Arbeiten mit Joomla macht zunehmend Spaß, weil man all die Möglichkeiten auch entsprechend würdigen und nutzen kann.

Von der Webserver- und Joomla-Installation auf dem eigenen Rechner über die Joomla-Struktur, die Logik des Seitenaufbaus mit Beiträgen, Kategorien, Nenüs, Modulen, Einbinden von Erweiterungen und Plugins, Benutzerverwaltung, Hochladen auf den Internetserver bis hin zu Wartung und Datenbanksicherung ist alles drin.

Mehr kann ich beim besten Willen nicht für 20 Euro erwarten.

Für dieses unschlagbare Preis-Leistungs-Verhältnis gebe ich - trotz kleiner Mängel - 5 Sterne.


Ich fange an...: Grundeinkommen für die Allerärmsten
Ich fange an...: Grundeinkommen für die Allerärmsten
von Wolfram Stutz
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Von einem, der auszog, die Welt zu retten, 9. März 2012
Ich würde mir nicht die Mühe dieser ausführlichen Rezension machen, wenn nicht schon im Untertitel dieses "Buches" das Wort GRUNDEINKOMMEN auftauchen würde. Tatsächlich hat dieses Werk nämlich so gut wie gar nichts mit dem inzwischen in Deutschland viel diskutiertem Thema zu tun.
Man braucht es also eigentlich nicht weiter ernst zu nehmen.
Da es aber tatsächlich ernst gemeint ist, möchte ich doch ein paar Zeilen dazu schreiben.

Zum Inhalt: Hat man sich durch 100 Seiten selbstverliebtes, sich ständig wiederholendes Geschwafel hindurchgequält, bleiben 2 Gedanken haften.
1. Jede/r sollte sich ein Sparschwein kaufen und möglichst jeden Tag einen Euro hineintun. Dias machen dann viele und davon wird dann ein Grundeinkommen von ca 10 Euro monatlich für die Armen in den Hungerregionen der Welt ausgezahlt (Vorbild: Das viel beachtete Projekt in Otjivera/Namibia). Und wennn das dann gaaaaaaaaaaaaaanz viele machen, ist - schwupps! - der Hunger in der Welt beseitigt!
2. Jede/r sollte sich aber auch noch ein zweites Sparschwein zulegen, in dem er/sie dann für sich selbst monatlich ca 100 Euro zurücklegt. In 10 Jahren hat er/sie dann rechnerisch 12 000 Euro, was ihm/ihr ermöglicht, mit 1 000 Euro im Monat vielleicht eine Art "Sabbat-Jahr" zu nehmen (was Konnow dann fälschlicherweise als "sich selbst ein Grundeinkommen auszahlen" bezeichnet).

Was das "Grundeinkommen für die Armen" betrifft, so ist der Schreiber anscheinend so ergriffen von seiner eigenen Gutherzigkeit, dass er keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, WIE denn nun dieses Geld dahin kommt, wo es benötigt wird. Irgendwo zwischen Größenwahn und unfassbarer Naivität bleibt die Idee schlichtweg dem titelgebenden "ICH fange an..." kleben.

Das Geld aus dem 2. Sparschwein - welches man sich von seinem Nettogeld abspart (denn den bösen Staat läßt er ganz außen vor, ER fängt ja an...) - ergibt eine Art persönlichen Sparvertrag - gutwillig betrachtet -, möglicherweise mündet es aber auch in einem Schneeballsystem; so genau legt sich Herr Konnow da nicht fest. "Irgendwie" geht's angeblich schneller, wenn mehr Leute dazukommen. Als Physiklehrer (!) sollte er allerdings wissen, dass zwischen Sparvertrag (ohne Zins ein Nullsummenspiel, egal wieviel Leute dabei sind) und Kettenbriefsystem (bei dem immer mehr dazukommen müssen und bei dem nur die ersten begünstigt sind) rein mathematisch nichts weiteres möglich ist.

"Garniert" wird das Ganze dann noch mit ettlichen (und z.T. haarsträubenden) Briefen an diverse Einzelpersonen mit der flehentlichen Bitte, sich für das "Grundeinkommen für die Ärmsten" zu erwärmen und Geld zu geben. Oder an Gruppen wie z.B. HartzIV-Empfänger, damit sie sich bitte den Ideen des Konnow'schen "Grundeinkommens" anschließen mögen. Dabei manöveriert sich der Schreiber zielsicher an allen Kriterien der Grundeinkommensbewegung vorbei, auf die diese sich - allen Unterschiedlichkeiten zum Trotz - längst verständigt hat:
- Existenz und Teihabe sichernd,
- als individueller Rechtsanspruch,
- ohne Gegenleistung,
- ohne Bedürftigkeitsprüfung (diese entfällt natürlich, wenn man sich sein eigenes, Erspartes ausbezahlt).
Dazu kommt noch die geradezu atemberaubende Ignoranz, bzw. vollkommene Unkenntnis staatskundlicher und volkswirtschaftlicher Grundlagen, obwohl Herr Konnow laut Internetrecherche auch schon mal "Ökonomie" unterrichtet hat...

Fazit: Wer mit seinem Geld etwas gegen den Hunger in der Welt tun möchte oder eines der Grundeinkommensprojekte (z.B. Otjivera/Namibia oder Brasilien/ReCivitas) unterstützen möchte, der findet dazu genug Informieren im Web.
Wer grundsätzlich etwas über die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens wissen will, findet zahlreiche Bücher, Filme und Internetbeiträge, z.B. beim Archiv Grundeinkommen oder beim Netzwerk Grundeinkommen oder in einer örtlichen Grundeinkommensinitiative.

Die Idee mit den Sparschweinen hat ja tatsächlich einen gewissen Charme; man entrümpelt das eigenen Wohlstandsleben - sofern man denn eines hat - und legt was für die Zukunft und/oder für andere, denen es schlechter geht, zur Seite. Und das kann man ruhig auch in Gemeinschaft tun. Doch das ist weder neu noch originell und dazu braucht man dieses "Buch" nun wirklich nicht.

Der Text ist die tragikomische Selbstoffenbarung eines Menschen, der mit geschätzten 60 Jahren durch eine eigene unerwartete HartzIV-Erfahrung (wie aus dem Buch hervorgeht) anscheinend zum ersten Mal die Käseglocke seines eigenen Daseins zu lupfen begonnen hat und - beseelt vom Wunsch, "damit zu beginnen, etwas zu tun" - treffsicher zu 95 Prozent daneben greift.

Gut gemeint ist eben leider nicht das Gleiche wie gut gemacht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 31, 2012 2:53 PM MEST


Er, Sie und Es
Er, Sie und Es
von Marge Piercy
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Einfach Klasse!, 10. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Er, Sie und Es (Broschiert)
Ich fand das Buch einfach großartig! Die Tragik des Cyborg-Seins und damit auch eine sehr intelligente Auseinandersetzung mit KI und dem Eintauchen in die jüdische Mystik möchte ich noch einen anderen Aspekt anfügen, der hier noch nicht erwähnt wurde.

Das Szenario der Handlung selbst: Die Erde um das Jahr 2050 nach Megakriegen und weitgehender Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Es gibt die Megakonzerne, die einzelne Enklaven wie Festungen kontrollieren und sich als die Besitzer der für sie arbeitenden Menschen verstehen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt im "Glob", riesigen, von Banden kontrollierter, gesetzloser Slums. Daneben existieren aber noch die "freien Städte", in denen Menschen versuchen, ein neues Zusammenleben zu schaffen. Technik zum Wohle aller, Maschinen verrichten niedere Dienste, die Allmende versorgt alle Menschen mit dem Lebensnotwendigen und die Politik ist matriachal und basisdemokratisch organisiert.

Darin liegt eine Vision, was eigentlich dem rasanten Verfall unserer Politik, der immer bedrohlicher werdenden Herrschaft multinationalen Konzerne und der zunehmenden Unbewohnbarmachung unseres Planeten entgegenzusetzen wäre. Insofern finde ich das Buch wirklich realitätsnah und eine echte Bereicherung gesellschaftspolitischer Debatten. Zu Konzernmonopolen und den Glops ist der Weg nicht mehr allzu weit. Aber von FREIEN Städten wie Tikwa kann man bsiher nur träumen!


Das glücklichste Volk: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas
Das glücklichste Volk: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas
von Daniel Everett
  Gebundene Ausgabe

46 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Drei in Eins" - aber leider nur mäßig!, 6. Mai 2010
Ich kann oder muss mich B.Veitl im Großen und Ganzen anschließen, möchte allerdings in der Kritik noch etwas weiter gehen.

Die eigene "Bekehrung" vom fanatischen evangelikalen Missionar zum überzeugten Atheisten hätte deutlich mehr Platz finden dürfen, als allein im recht kurzen Schlusskapitel. Das wäre sicher ein eigenes Buch wert gewesen.

"Das glücklichste Volk" ist ein wirklich idiotischer Titel, ich unterstelle jedoch, dass der Autor nichts dafür kann, denn im Original heißt das Buch "Don't Sleep, There are Snakes", was zumindest etwas näher beim Lebensgefühl dieses einzgartigen Urwaldvolkes ist, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
DASS die Pirahã aber so selbstbewusst (überwiegend) den Versuchungen der Modernität widerstehen, dabei sogar Teile von ihr adaptieren, jedoch OHNE ihre eigene Identität dafür aufzugeben, ist eigentlich der wichtigste Aspekt dieses Buches. Da allerdings erzettelt sich Daniel Everett z.T. recht hausbacken in soziologischen und ethnologischen Allgemeinplätzen, garniert mit oberflächlicher Zivilisationskritik. Das hat man alles schon besser und fundierter gelesen. Mehr Beschreibung und Tiefgang, anstatt aneinandergereihte Anekdoten und laienhaften Analysen hätte ich da deutlich interessanter gefunden.

Richtiggehend geärgert hat mich dann allerdings, dass ich mit zunehmendem Lesen immer mehr den Eindruck gewonnen habe, dass da jemand unter Laienpublikum Komplizen für einen linguistischen Fachdisput finden will. So anregend und informativ ich die Betrachtungen über die Pirahã-Sprache, ihre Struktur und grundsätzliche Überlegungen über das Zusammenspiel von Kultur und Sprache finde, so unangemessen und in gewisser Weise auch lächerlich finde ich es andererseits, den Leser in eine Auseinandersetzung mit Naom Chomsky "hineinziehen" zu wollen.
An dieser Stelle drängt sich mir dann auch der Verdacht auf, dass Everett vielleicht nur in recht wichtigtuerischer Manier einen Sachverhalt zu einer Meinungsverschiedenheit aufbauscht, der am Ende möglicherweise nur EINE Facette linguistischer Betrachtung betrifft, die sich durchaus in Chomskys "Universalgrammatik" hineinpassen lässt.
Everett mag zwar Linguist sein und sozusagen der einzige nicht muttersprachliche "Experte" für das Pirahã. Welche Fachkompetenz er ansonsten hat, die ihn zu teilweise recht wackeligen Analysen befähigen, bleibt einigermaßen im Nebel. In sofern finde ich den Gedanken naheliegend, dass sich da jemand einfach ein bisschen zu wichtig nimmt.

Mein Fazit: zu kurz gefasst als Selbstfindungsgeschichte, wo es persönlicher und autobiografischer hätte sein können. Zu oberflächlich und laienhaft, wo es wirklich Auskunft über eine einzigartige Kultur hätte geben können. Und zu detailversessen und eitel, wo es eigentlich hätte darstellen und einem Laienpublikum Einblicke in allgemeine Aspekte der Linguistik hätte geben können.

Schade!
Drei Punkte gebe ich trotzdem, weil es unterm Strich eine Menge interessanter Lesestoff war und ich viel Neues gelernt habe.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 14, 2010 11:24 AM MEST


Das Asperger-Syndrom: Sexualität, Partnerschaft und Elternsein
Das Asperger-Syndrom: Sexualität, Partnerschaft und Elternsein
von Katja Carstensen
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,10

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles in Allem empfehlenswert, 26. März 2010
Zunächst mal zu den negativen Aspekten:

Ein richtiges Inhaltsverzeichnis wäre gut gewesen und ich hätte mir an manchen Stellen deutlich mehr Tiefe und Hintergrund gewünscht; eine sprachlich/stilistische Überarbeitung hätte nicht geschadet. Außerdem hätte ich mir ein paar autobiografische Anmerkungen der Autorin gewünscht - zusätzlich zu den eingestreuten Alltagsbeispielen.

Dennoch gebe ich dem Buch 4 Punkte, denn es behandelt ein bisher noch wenig beschriebenes Thema. Das ist auch für mich als "NT" (= neurotypisch) sehr hilfreich und lesenswert. Allein schon, dass mein Wortschatz um diesen Begriff erweitert wurde (der eigentlich unser ganzes Verständnis von "Normalität" in Frage oder zumindest in Relation stellt) rechne ich dem Buch hoch an.

Wer sich grundsätzlich umfassend über AS bei Erwachsenen informieren will, dem würde ich Tony Attwoods "Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom" empfohlen. Wer tiefer einsteigen will und das ganze wissenschaftlich UND vor allem aus Sicht einer "Aspie" lesen will, sollte auf jeden Fall Nicole Schusters "Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing" zur Hand nehmen. Allerdings kommen gerade die Themen Sexualität/Partnerschaft/Elternschaft darin so gut wie nicht vor.

Somit ist dieses Büchlein als Ergänzung also durchaus zu empfehlen und der niedrige Preis tröstet über seine Schwächen hinweg.


Die Gedächtniskünstler: Roman
Die Gedächtniskünstler: Roman
von Jeffrey Moore
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr originell, 16. November 2007
Die Idee finde ich ausgezeichnet, wobei man sagen muss, Synästhetiker, Autisten und alle möglichen anderen Randgruppen haben derzeit sowieso Konjunktur. Aber das muss ja nichts schlechtes sein.
Allerdings finde ich, dass Moore sich zu viel vorgenommen hat. Dadurch wirkt das Buch auf mich zum Teil recht überfrachtet. Die Figuren sind dann doch vielleicht etwas zu schräg, der Arzt zu ehrgeizig, die Auflösung zuuuu schön...

Der pseudodokumentarische Stil des Buches hat mich zunächst sehr begeistert.
Später hat es mich aber doch erheblich gestört, dass es keinen durchgehenden Erzählstil gibt. Alles wird letztlich durch Tagebuchaufzeichungen, fingierte Zeitungsmeldungen u.ä. ausgebreitet. Das ist mir für einen Roman zu anstrengend, vielleicht zu distanziert.

Fazit: Tolle Idee, sehr origineller Ansatz, aber allzuviel des Guten.
Manchmal ist weniger einfach ein bisschen mehr.
Mark Haddon hat es mit "Supergute Tage" bewiesen.


David Gilmour - Remember That Night: Live At The Royal Albert Hall (2 DVDs)
David Gilmour - Remember That Night: Live At The Royal Albert Hall (2 DVDs)
DVD ~ David Gilmour
Preis: EUR 28,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut, aber nicht nur!, 14. November 2007
Nun ja, es ist hier viel über diese DVD geschrieben worden. Letztlich habe ich sie mir gekauft wegen "Comfortably Numb", welches ich ein paarmal im Radio gehört habe.
Was soll ich sagen? Diese Version - schon der Anfang mit David Bowie, ist so was von grandios, dass es allein den Kauf rechtfertigt.
Ohne wenn und aber. Wer da keine Gänsehaut bekommt, der ist auch sonst schon tot!

Die CD "On An Island" kannte ich vorher nicht, deshalb kann ich keinen Vergleich zur Studioversion ziehen. Manches davon gefällt mir, z.B. das Titelstück. Manches ist mir aber schlichtweg zu sülzig. Aber das Problem habe ich sowieso mit Pink Floyd.

Ausgesprochen gut gelungen finde ich im Übrigen noch "Time" und "Shine On You Crazy Diamonds".

Einen Punkt Abzug gibt's also für die Heuler auf der DVD.
Aber vier von fünf Punkten kann ich mit Überzeugung geben!


Der Gotteswahn
Der Gotteswahn
von Richard Dawkins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

64 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein großartiges Buch!, 11. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben, einen hartgesottenen Kreationisten oder anderweitig streng religiösen Menschen jedweder Glaubensrichtung wird Dawkins wohl kaum überzeugen. An manchen Stellen ist er einfach zu polemisch und flach. Da muss er zwangsläufig auf Widerstand stoßen. Doch Fundamentalisten kann man sowieso nicht überzeugen, wie er sehr eindrucksvoll ausführt. Die kommen irgendwann selbst zu Verstand oder nie.

Aber jeder, der ernsthafte Zweifel an dem hegt, was man ihm in religiöser Hinsicht seit seiner Kindheit eingeträufelt hat, und für dessen nachhaltige Infragestellung ihm bisher die Argumente und auch die Traute fehlten, wird durch dieses Buch bereichert!

Zum Teil reitet Dawkins für meinen Geschmack ein bisschen viel und gebetsmühlenartig auf der Evolutionstheorie als Gegenargument zu Gott herum. Für alle, die Darvin schon vorher nicht in Frage gestellt haben, ist das ein bisschen nervig. Andererseits schließt er daran einen Exkurs über die Entstehung des Lebens (Kapitel 4, Das anthropische Prinzip: die kosmologische Version) und über die Vorraussetzungen, dass das überhaupt geschehen konnte, wie ich das so klar und einleuchtend für mich als Nichtwissenschaftlerin noch nie gelesen habe.
Es steckt also - nicht nur an dieser Stelle - weit mehr als nur eine fundierte Streitschrift gegen religiöse Überzeugungen in diesem Buch, sondern auch eine extrem spannende populärwissenschaftliche Abhandlung, die allein schon den Kauf des Buches wert ist.

Hin und wieder verliert sich Dawkins vor allem zu Anfang ein bisschen zu sehr in Erwiderungen zu Attacken von seinen Gegnern. Da finde ich manches überflüssig. Das hätte er eigentlich nicht nötig gehabt.

Großartig finde ich hingegen seine Ausführungen in Fragestellungen wie: "Wozu soll man gut sein, wenn es keinen Gott gibt?" Hier entfaltet sich die wahre Kraft des Buches. Auch, was er über die Indoktrination kleiner Kinder durch ihre relligiösen Eltern schreibt, ist so schlicht wie unwiderlegbar.
Über die Anschläge des 11.9.2001 und ähnliche schreibt er: "Männer wie Bin Laden GLAUBEN tatsächlich, was sie sagen." Und er weist auf Texte in den Heiligen Büchern wie Bibel und Koran hin, die zwar von den meisten Menschen nicht in diesem Sinne gedeutet werden, aber ohne weiteres so gedeutet werden KÖNNEN, dass sie brutalsten Fundamentalismus möglich machen. Und das der Ansatz hierzu eben auch in einem maßvollen, jedoch letztlich unkritischen Umgang mit Religion gelegt ist.

Wenn er über Abtreibung und Sterbehilfe schreibt, tue ich mir ein bisschen schwer. Aber seine Thesen sind schlüssig; und man kann diese Themen sicher sehr geistreich OHNE religiöse Eiferei aus unterschiedlichen Standpunkten heraus diskutieren. Dazu brauche ich keinen Lieben Gott.
Das Schöne am Atheismus ist ja, das er so liberal und vielgesichtig ist...

Fazit: Bevor ich das Buch gelesen habe, habe ich mich als Agnostikerin bezeichnet. Und jetzt habe ich die Mittel bekommen, mich endlich eine überzeugte Atheistin nennen zu können.
Nicht, weil Dawkins mir Dinge aufgezeigt hat, die ich nicht intuitiv und zum Teil schon als vierzehnjährige gespürt habe. Sondern weil er mir die Hintergründe und das argumentative Fundament geliefert hat, diese Überzeugung auch darstellen zu können.
Im Dschungel der ganzen religiösen Traditionen, die unsere Gesellschaft auf allen Ebenen geprägt haben und noch immer durchdringen - dazu noch die emotional aufgeladene Diskussion über den Islam und fundamentalistische Tendenzen allgemein, ist es schwer, eine atheistische Position öffentlich zu vertreten.
Vielmehr wird gesellschaftlich, wenn nicht eine gemäßigte und tolerante religiöse Überzeugung, so doch der bequeme "NOMA-Agnostizismus" wie Dawkins es nennt, eine Haltung, die Naturwissenschaft und Religion als gleichberechtigt nebeneinander ansieht, als brauchbarste Geisteshaltung hingestellt. Doch das ist eine Mogelpackung, was der Author für mich absolut glaubwürdig vermittelt.

Jeder aufgeklärte Mensch, der einigermaßen gebildet ist und sich ein eigenes Urteilsvermögen zutraut, muss spätestens nach der Lektüre dieses Buches zu dem Schluß kommen, dass Religion ein alter Zopf ist, der entgültig abgeschnitten gehört. Und wenn Glauben nicht mit erheblichem, psychischen Druck von Generation zu Generation fortgepflanzt werden würde, so wäre er dies wohl auch längst!

Vielen Dank, Mr. Dawkins!
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2014 8:46 PM MEST


Tannöd: Kriminalroman
Tannöd: Kriminalroman
von Andrea M Schenkel
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolle Idee, aber..., 10. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Tannöd: Kriminalroman (Broschiert)
Ich hatte recht hohe Erwartungen, und da muss ich leider sagen, denen ist das Buch nicht gerecht geworden, obwohl es z.B. von Dennis Scheck in den höchsten Tönen gelobt wurde.
Den Erzählstil finde ich sehr originell. Sicher ist das kein typischer Krimi, "Heimatroman" oder so etwas wäre aber vielleicht auch nicht die richtige Schublade gewesen. Und in irgendeine - so ist das halt leider - musste das Buch ja wohl gepackt werden...
Also, den Stil finde ich schon höchst interessant und lesenswert.
Es sind, so wie ich das verstanden habe, Originalprotokolle mitbenutzt worden. Dazu hat die Autorin fiktive Monologe vor allem der Familienmitglieder, um die sich leztlich die ganze Geschichte dreht, mit eingebaut. Das finde ich grundsätzlich auch sehr gut, und hier könnte sich schriftstellerische Kraft wirklich entfalten.
Aber gerade da schwächelt das Buch leider enorm! Wörter wie "Bigotterie" und "Missbrauch" hätten im Vokabular der gezeigten Menschen zur damaligen Zeit (Anfang der 50er Jahre) überhaupt nicht existiert. Das wäre aber genau die eigentliche Herausforderung eines Romans gewesen, dessen Geschichte ja schon zu einem Gutteil "fremderzählt" wurde. Wie baut die einfach gestrickte, vom Leben vollkommen verbitterte und daher sich in religiösen Wahn flüchtende Altbäuerin die Tatsache, dass ihr Mann mit der Tochter schläft, seit diese zwölf ist und mit ihr zwei Kinder hat, in ihr Weltbild ein? Wie formuliert sie das für sich selbst?

Drei Punkte gebe ich trotzdem. Für Originalität, für den schwierigen Versuch, Dialekt und Hochsprache halbwegs glaubwürdig zu Papier zu bringen, und für das Thema an sich. Da ist einfach das wirkliche Leben drin, und nicht irgendein zusammenkonstruierter Zeitgeistmüll!


So viel Zeit: Roman
So viel Zeit: Roman
von Frank Goosen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gähn!, 29. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: So viel Zeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Oje! Was für eine Orgie aus sentimentalem Kitsch!
Eine Runde Mitleid für die unterdrückte, männliche Mitvierzigerseele!
Nur der Rock'n'Roll hat Euch wirklich lieb! Und überhaupt war früher alles besser...

Ich kenne sonst nichts von Goosen, aber es liest sich, als inszeniere da einer seine eigene Midlifekrise.
Wenn man ein Klischee nur oft genug wiederholt (und in diesem Buch wird kaum eines ausgelassen), dann muss es wohl irgendwann wahr sein.

Was soll denn der Vergleich mit Nick Hornby? Damals war der Stoff wenigstens noch originell! Das ist doch nur müde ein bisschen abgekupfert!

Aber immerhin ist es nett geschrieben und unterhaltsam. Also zwei Punkte.


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