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Rezensionen verfasst von
Susanne Preusker "SP"
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Letzte Reise: Roman
Letzte Reise: Roman
von Anna Enquist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Die Frau hinter dem Mann. Oder davor., 16. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Taschenbuch)
Man muss gar kein besonderes Interesse an dem großen Entdeckungsreisenden Cook haben, um von dieser, seiner "Letzten Reise" begeistert zu sein, wird doch das Leben seiner Frau beschrieben mit all ihren zahlreichen Hoffnungen, Enttäuschungen, Verlusten und dem immerwährenden Warten, zunächst auf ihren Seefahrer-Ehemann, nach dessen Tod und dem Sterben ihrer Kinder auf was auch immer. Elquist beschreibt eine starke Frau, eine Zweifelnde, eine Denkerin, und viele ihrer Ansichten muten, wie von Vorrezensenten bereits kritisch angemerkt, aus heutiger Sicht sehr modern, sehr fortschrittlich an. Müssen sie deswegen auch zwangsläufig falsch sein? Ich denke nicht, ganz im Gegenteil: Das für ein historisches Thema ungewöhnlich Differenzierte an der Figur der Elizabeth verleiht ihr eine Aktualität und eine Lebendigkeit, die Anteil nehmen lässt. Diese Mrs. Cook, diese starke Frau hinter (oder vor) einem erfolgreichen Mann, lebt und leidet sehr nah am Leser. Ebenfalls bemängelt wurden leichte Längen, die man dieser Geschichte in der Tat nicht absprechen mag, die aber in ihrem gemächlichen Erzählfluss wunderbar zur Weite des Ozeans und vielleicht auch zum Tempo längst vergangener Zeiten passen. Alles im allem: ein sehr lesenswerter Roman.


Anziehungskraft (Hörbuch): Stil kennt keine Größe
Anziehungskraft (Hörbuch): Stil kennt keine Größe
von Guido Maria Kretschmer
  Audio CD
Preis: EUR 14,95

2.0 von 5 Sternen Oje., 11. August 2014
Die erste gute Nachricht: Kretschmer liest sein Buch angenehm unaufgeregt und frei von jeder Theatralik, was ein entspanntes Zuhören ermöglicht und keine Selbstverständlichkeit darstellt. Die zweite gute Nachricht: Einige Geschichten, die er voller Respekt und mit viel Wärme über seine Kundinnen erzählt, gehen wirklich zu Herzen. Da wäre ein Mehr schön gewesen. Die schlechte Nachricht: Auch wenn ich dem Fachmann mal zugute halten möchte, dass er weiß, wovon er spricht, ist einer Frau, die allen Ernstes davon ausgeht, anhand einer flotten Reise durchs Kretschmer-Universum ihren "Style", ihren "Look" zu finden, nicht mehr zu helfen, denn dass kleine, dicke Mädels besser auf breite, quergestreifte Oberteile verzichten sollte, wusste schon meine Großmutter. Und ob man sich ein ganzes Buch zu Gemüte führen muss, um letztlich zu erfahren, wie man einen Kleiderschrank entrümpelt und sortiert - na ja. Fazit: nette, pfiffige Vermarkungsidee des sympathischen, humorvollen Kretschmer für seine ihn anbetende "Shopping Queen"-Gemeinde, taugt aber bestenfalls als kurzweilige Untermalung auf einer längeren Autofahrt.


Alle meine Hunde: Roman (insel taschenbuch)
Alle meine Hunde: Roman (insel taschenbuch)
von Elizabeth von Arnim
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,45

3.0 von 5 Sternen "Und deshalb will ich von Hunden erzählen.", 27. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Hunde sind ... Schwankungen nicht unterworfen. Wenn sie einmal lieben, dann tun sie es beständig, unwandelbar bis zu ihrem letzten Atemzug. So möchte ich gern geliebt werden, - und deshalb will ich von Hunden erzählen." (S.9), so die einleitenden Sätze der Elizabeth von Arnim. Und dann erzählt sie, die in einer Zeit lebte, liebte, litt und schuf, in der überhaupt noch nicht an die heutigen Hundegurus zu denken war, in der die Menschen im Regelfall andere Sorgen hatten, als sich ideologische Schlachten um die richtige Art der Hundeerziehung und -haltung zu liefern, von sich und ihren 14 Vierbeinern, die sie begleitet haben. Hauptsächlich aber von sich, so dass ihrem Buch, auch wenn sie diese Absicht entschieden verneint, in erster Linie autobiographische Züge zukommen. Sie berichtet kapriziös, eigenbezüglich, manchmal klug und humorvoll beobachtend und manchmal äußerst befremdlich. Auf jeden Fall dienen die unterschiedlichen Tiere als eine Art Leinwand, vor deren Eigenarten und Vorlieben von Arnim ihr buntes und ungewöhnliches Leben ausbreitet: historisch interessant, literarisch teilweise überraschend, aber kein "Hundebuch" im klassischen Sinne.


Der Allesforscher: Roman
Der Allesforscher: Roman
von Heinrich Steinfest
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel hilft viel - oder?, 11. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Allesforscher: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vorauszuschicken wäre, dass "Der Allesforscher" mein erster Steinfest war. Vorauszuschicken wäre auch, dass ich demzufolge ohne besondere Erwartungen und relativ unbefangen an eine Sache herangehen konnte, die sich dann als keinesfalls schlechter, aber leider auch als nicht besonders faszinierender Roman entpuppte. Anfänglich war ich geradezu begeistert von der märchenhaft-merkwürdigen Geschichte und ihren Wendungen, von interessanten Protagonisten, klugen, humorvollen Dialogen und der wirklich großen Begabung des Autoren, meisterhaft feinfühlig mit Sprache und Formulierungen umzugehen. Mit zunehmender Entwicklung kippte diese positive Erst-Einschätzung jedoch, indem die Wendungen, Überraschungen, Zufälle und eigenartigen Begebenheiten ein Ausmaß erreichten, dem ich nicht mehr folgen konnte und wollte, das zunehmend jede Schlüssigkeit, auch den anfänglichen Charme, vermissen ließ und schließlich in einer nahezu absurden Traum-Tanzerei mündete. Nein, viel hilft nicht immer viel.


Das Ende der Welt, wie wir sie kennen
Das Ende der Welt, wie wir sie kennen
von Robert Goolrick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Für all die Jungs, für das Leben, das sie nie hatten", 29. Juni 2014
Mit schonungsloser Offenheit sowie großer, und hier ist dieser vielstrapazierte Begriff tatsächlich angebracht, Authentizität beschreibt Goolrick die Konsequenzen, die sich aus seiner früh erlittenen sexueller Misshandlung ergeben haben. Er lässt den Leser teilhaben an seinen verzweifelten Versuchen, trotz allem nach dem zu suchen, was das Leben lebenswert machen könnte, und auch an seinem Scheitern. Aber mehr noch: Er gibt Einblick in die Bigotterie der amerikanischen 50er Jahre, in Geheimniskrämerei, in emotionale Kälte, und er zeigt eindrucksvoll, wie familiäre Fassaden bröckeln. In mancherlei Hinsicht erinnert seine Autobiografie an die Geschichte, die Andreas Altmann in "Das Scheißleben meines Vaters..." erzählt, aber Goolrick lässt den typisch Altmannschen Zorn, dessen brachiale Sprachgewalt vermissen - und das ist gut so. Er berichtet behutsam, vorsichtig, respektvoll, er klagt niemanden an, er schreit keine Wut in die Welt, es geht nicht um Rache oder eine umfassende Vergeltungsschlacht. Er erzählt seine tragische Geschichte "für all die Jungs, für das Leben, das sie nie hatten" (S. 239). Dafür ist ihm zu danken.


Jerusalem: Das Kochbuch
Jerusalem: Das Kochbuch
von Yotam Ottolenghi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5.0 von 5 Sternen Bereichernd., 10. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jerusalem: Das Kochbuch (Gebundene Ausgabe)
Tolle, außergewöhnliche, trotzdem durchaus nachkochbare Rezepte, gewürzt mit lehrreichen Geschichten und Erklärungen, sehr schöne Fotos, prima Aufmachung - was will man mehr? Ein absolut bereicherndes Koch- und Lesebuch, das seinen Preis wert ist.


Der Distelfink: Roman
Der Distelfink: Roman
von Donna Tartt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch., 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit "Der Distelfink" legt Tartt eine äußerst umfangreiche, sich nämlich über gut tausend Seiten erstreckende Geschichte vor, die Elemente eines Entwicklungsromans, einer Studie über Auswirkungen psychischer Traumata, einer Milieustudie, eines Krimis und schlussendlich auch eines Dramas um unerfüllte, unehrliche und enttäuschte Lieben aufweist. Das hört sich kompliziert an - und das ist es auch. Und genau in dieser Komplexität liegt die große Schwäche des Romans, der bedauerlicherweise keinem seiner einzelnen Themen wirklich gerecht wird, zu schablonenhaft und teilweise recht eindimensional sind die Figuren, ihr Seelenleben, wenngleich stellenweise über viele, viele Seiten ausgebreitet, bleibt oft blass, unverständlich oder derart von Wiederholungen, einem steten "Mehr vom Gleichen" geprägt, dass es auch den geduldigsten Leser ermüden muss, was insbesondere für die Hauptfigur Theo gilt. Positiv und versöhnend fällt hingegen die eine und andere dramaturgische Wende ins Gewicht, die zumindest eine Drei-Sterne-Bewertung rechtfertigt. Ansonsten gilt: nicht Fisch, nicht Fleisch und bestenfalls ein netter Schmöker. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.


Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry: Roman
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry: Roman
von Rachel Joyce
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Der Weg ist das Ziel, 13. Mai 2014
Was bleibt zu sagen angesichts zahlreicher Rezensionen? Sicherlich nichts Neues, nichts, was hier nicht schon mehrfach festgestellt worden wäre. Aber trotzdem: Ein schönes, berührendes und sehr britisches Buch über Liebe, Hoffnungen, Enttäuschungen, Loyalität und die Möglichkeit, eigene Grenzen zu überwinden, sich neu zu erfinden, hat Rachel Joyce geschrieben. Ganz behutsam entwickelt sich die Geschichte des Einen, der spontan auszog, eine mutige Tat zu vollbringen, ein und auch sein Leben zu retten. Da wird, abgesehen von einer Anleihe bei Forrest Gump, die durchaus entbehrlich gewesen wäre, nichts übertrieben oder unnötig ausgeschmückt, nie wirkt der Text gehetzt oder überfrachtet oder Beifall heischend oder gezwungen komisch - insofern geht auch ein Vergleich mit der Geschichte des Hundertjährigen fehl. Der Weg ist das Ziel - diese Weisheit bekommt durch Harald Fry und seine lange Reise mit vielen Begegnungen neues Leben eingehaucht. Lesenswert.


Populärmusik aus Vittula: Roman
Populärmusik aus Vittula: Roman
von Mikael Niemi
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Ein großer Lesespaß, 12. Mai 2014
Diese Geschichte aus dem hohen Norden ist ein überaus großer, vergnüglicher Lesespaß: Schon der Prolog zeichnet sich durch Witz und Skurrilität aus und im Großen und Ganzen, leichte dramaturgische Schwächen außer Acht lassend, geht es dann auch so weiter. Der Leser lernt Jugendliche aus dem nördlichen Schweden kennen, begleitet sie durch Kälte und Abenteuer und 60er Jahre auf ihrem dörflichen Weg ins Erwachsenenleben, nimmt unter anderem teil an, nun ja: seltsamen Bestattungen nebst deren Folgen und noch seltsameren Geburtstagsfeiern, aber auch an ihrer (eher einseitigen) Liebe zur Musik. Niemi gelingt es dabei, augenscheinlich mit leichter Hand und unbeschwert, Stimmungen zu vermitteln und diese Gegend am anderen Ende der Welt erlebbar zu machen. Ihn auf seiner Reise in die Vergangenheit zu begleiten macht Freude, ist spannend, mitreißend und unterhaltsam. Und manchmal auch sehr, sehr komisch.


Small World. Roman
Small World. Roman
von Martin Suter
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Groschenroman, 12. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Small World. Roman (Taschenbuch)
Mit großer Genauigkeit, ausgezeichneter Beobachtungsgabe und Fachkunde schildert Sauter zunächst Beginn und Fortschreiten der Demenzerkrankung des Konrad Lang, um sich dann jedoch auf ein inhaltliches Niveau zu begeben, welches ungute Erinnerungen an das hervorruft, was gerne als Groschenroman bezeichnet wird: angesiedelt in Schweizer Industriellenkreisen wird kein, wirklich überhaupt kein Klischee ausgelassen. Wir lernen unter anderem die reiche, leicht kaltschnäuzige, Ränke schmiedende Witwe mit fragwürdiger Vergangenheit kennen, ihren dümmlichen Sohn, ihren erfolgsverwöhnten Enkel und schließlich dessen wunderhübsche Ehefrau, die in Windeseile und ansonsten keinesfalls nachvollziehbar vom Mäuschen zur Kämpferin mutiert. Das Schicksal des Konrad Lang wird schließlich zur farblosen Kulisse, vor deren Hintergrund die Akteure ihre Spielchen spielen beziehungsweise die dunklen Familiengeheimnisse zu enttarnen wären. Ein ärgerliches und überflüssiges Buch, eine ungenutzte Chance, sich einem großen und wichtigen Thema zu nähern.


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