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obdan_van_darg

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King Kong (Deluxe Extended Edition, 3 DVDs im Steelbook) [Limited Deluxe Edition]
King Kong (Deluxe Extended Edition, 3 DVDs im Steelbook) [Limited Deluxe Edition]
DVD ~ Naomi Watts

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Remake im Geiste des Originals!, 3. Dezember 2013
Im Jahre 1933 sind die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise allgegenwärtig und selbst die Filmbranche bleibt davon nicht unbetroffen. Das bekommt auch Carl Denham (Jack Black) zu spüren, als sein ehrgeiziges Projekt auf einer sagenumwobenen Insel zu drehen abgesetzt werden soll.

Mit diesem Zustand unzufrieden stiehlt er sein gesamtes bisher gedrehtes Material und versucht den Film auf eigene Faust (und natürlich ohne die Produzenten die hinter ihm und dem gestohlenen Material her sind) zuende zu drehen. Wäre da nur nicht noch ein weiteres „kleines“ Problem: es gibt keine weibliche Darstellerin, die mit ihm arbeiten will. Als er aber die arbeitslose Theaterschauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) entdeckt und sie dazu überreden kann mitzumachen, scheint sein Traum gerettet. Mit seiner Crew sticht er in See und steuert einer Insel entgegen, die noch nie jemand gesehen hat...und ihr Leben für immer verändern wird.

King Kong ist von jeher Peter Jacksons Traum gewesen. So hatte er bereits vor etlichen Jahren den Plan gehabt dieses Remake zu drehen. Doch so wie es sein Regisseur im Film erlebt, erging es auch ihm. Aufgrund des mangelnden Vertrauen in den Erfolg eines solchen Projekts, wurde der Streifen von den Filmbossen auf Eis gelegt.

Doch dann, einige Jahre und eine Herr der Ringe-Trilogie mit einem Gesamteinspielergebnis von über 2 Milliarden Dollar später, sah die Sachlage ganz anders aus. Wie es Jackson selber sagte, hätte er nach diesem Triumphzug sogar die Mittel für eine Verfilmung des Neuseeländischen Telefonbuches erhalten. Und somit war es kein Wunder, dass King Kong geschätzte 200 Millionen Dollar verschlingen durfte und daher nicht nur aufgrund des ähnliche hohen Budgets oder der Filmlänge mit Einspielerwartungen a la TITANIC bedacht wurde.

Dass es letztlich nicht ganz so lief (TITANIC ist bis heute einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten beeindruckenden 1,8 Milliarden Dollar. King Kong kam „nur“ auf 550 Millionen) liegt sicherlich nicht am Film, den dieser ist kurzum ein filmisches Ereignis der Extraklasse.

Aber was heißt dieses immer wieder gerne in Reviews verwendete Lapidargeschwafel „Ereignis der Extraklasse“ nun im Klartext?

Nun, erst einmal sei gesagt, dass Kong eine wirklich sehr angenehme Abwechslung gegenüber den oft (und damit meine ich nicht nur in jüngster Vergangenheit) abgespulten Blockbustern ist. Wo sich andere sogenannte Regisseure scheinbar am Set weniger um die Geschichte, die Erzählweise und den Erzählfluss kümmern und ihr Vertrauen lediglich in spektakuläre Spezial Effekte stecken, lässt sich Jackson sehr viel Zeit. Für jeden einzelnen Charakter bekommt der Zuschauer genug Gelegenheit ihn kennen zu lernen und sich eine Meinung über ihn zu bilden. Wie beeindruckend Jackson das gelingt wird umso deutlicher wenn man Kong zum ersten mal auf der Leinwand sieht und merkt dass man sich gerade über 1 Stunde (!) gut unterhalten hat ohne den Hauptgrund für den Ticketkauf auch nur einmal zu Gesicht zu bekommen.

Und auch im weiteren Verlauf der Geschichte, wenn die CG-Szenen dann doch mehr und mehr werden, handelt es sich bei allen Wesen, die uns um die Ohren gehauen werden nicht um Charakterlose 08/15 Monster wie man sie aus jedem B-Movie kennt (lustige Bemerkung dazu im Film selbst: Denhams Bemerkung zum Thema Monster auf dem Schiff), sondern sie bekommen Leben eingehaucht, wie man es höchstens noch aus den ersten beiden Teilen von Jurassic Park kennt.

Ein weiterer Aspekt der die Kritiker (und natürlich die Filmbosse) im Vorfeld auf Einnahmen a la TITANIC hat hoffen lassen, ist das Gefühl welches Jackson beim Beschreiben der Beziehung, ja man kann eigentlich von einer Liebesgeschichte sprechen, zwischen Kong und Ann einsetzt. Mal witzig wie ein altes Ehepaar, mal tragisch wie zwei liebende, die nicht zueinander finden dürfen, aber niemals kitschig, bietet der Plot somit sowohl für die zumeist eher Actionorientierten männlichen Kinogänger, aber auch für die Fans von schönen Liebesgeschichten alles was das Herz begehrt.

Einmal mehr ein glückliches Händchen beweist Jackson bei der Auswahl der Darsteller. Jack Black ist als exzentrischer und selbstsüchtiger Regisseur absolut in seinem Element. Naomi Watts ist genau die Frau, die es einem leicht macht zu verstehen, weswegen Kong ihr bis zu seinem bitteren Ende folgt, ohne dass sie dabei die legendäre Originalbesetzung in Person der Fay Wray einfach nur kopiert.

Jacksons Liebe zum Detail und der Anspruch dem Original gerecht zu werden zeigt sich auch in der Besetzung von Captain Englehorn, der mit Thomas Kretschmann wie damals Frank Reicher von einem deutschen gespielt wird. Adrien Brodys begnadete Schauspielleistung kennt man aus anderen Filmen, wie dem preisgekrönten PIANIST oder THE VILLAGE zur genüge. Hier kommen seine Möglichkeiten diese voll aufzudrehen eher zu kurz, wird er von den drei Hauptakteuren doch eher „verdrängt“.

Eine besondere Rolle wurde wieder Andy Serkis zu teil, der wie schon in HerrDerRinge neben einer realen Rolle als Koch Lumpy, auch King Kong per Motion Capturing zu seiner Gestik und Mimik verhelfen durfte und somit eigentlich die Hauptrolle spielt. Diese ist dann auch, wie nicht anders zu erwarten war, in jeder Hinsicht ein echter Hingucker. Konnte uns Gollum unter anderem auch durch seine Reden in den Bann ziehen und teilweise vergessen lassen, dass dieses merkwürdige Wesen nur auf irgendwelchen Festplatten existiert, muss Kong sich voll und ganz auf Gestik und Mimik konzentrieren um uns von seiner Echtheit zu überzeugen. Die Kombination aus Serkis genialem Minenspiel und die wirklich gelungenen Animationen schaffen dies dann auch mit Leichtigkeit.

Wie schon von Herr der Ringe gewohnt hat Jackson auch hier eine zusätzliche Extended Edition zusammengebaut, die sicher nicht ganz so viel Mehrwert bietet aber einige rasante und lustige Szenen mitbringt für die sich der geringe Aufpreis mehr als nur lohnt.

Fazit:
Jackson zeigt wie schon bei der Herr der Ringe Trilogie sein Auge für Details, sowohl im Hinblick auf die Kulissen als auch auf die Geschichte. Die Darsteller sind nicht einfach nur Lückenfüller und tragen die Geschichte tatsächlich mit (so wie es sein soll). Und Kong selbst ist ein lebendes, atmendes Wesen. Der geist des Originals ist Allgegenwärtig und der seltene Fall das gute des Originals noch etwas besser gemacht zu haben trifft hier wirklich zu.


The Day After Tomorrow (Special Edition, 2 DVDs)
The Day After Tomorrow (Special Edition, 2 DVDs)
DVD ~ Dennis Quaid
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 9,40

4.0 von 5 Sternen Emmerich lässt es (zer)krachen!, 22. November 2013
Als der Klimaforscher Jack Hall (Dennis Quaid) auf einer Konferenz für globale Erwärmung über seine Forschungsergebnisse und die daraus resultierende Gefahr einer neuen Eiszeit berichtet, will ihm keine so recht glauben. Am allerwenigsten der Vize Präsident seiner eigenen Heimat, den USA. Und während er auf der einen Seite versucht die Menschheit vor der Selbstzerstörung zu retten, muss er auf der anderen das aufgrund seiner Arbeit vernachlässigte Familienleben mit seiner Frau und vor allen Dingen seinem Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) in den Griff bekommen. Doch die Klimaveränderungen, die er selbst für die nächsten hundert oder tausend Jahre vorhergesagt hat, beginnen währenddessen schneller einzutreten als man es je hätte befürchten können. Hagelkörner so groß wie Orangen die in Tokio vom Himmel fallen, Temperaturabfälle von unglaublichen Ausmaßen vor der Küste der vereinigten Staaten sowie Orkane in bisher nie da gewesener Stärke sind dabei lediglich die ersten Vorboten ein nicht mehr aufzuhaltenden globalen Katastrophe.

Oft wird Regisseur Roland Emmerich in der Presse als "Master of Desaster" bezeichnet. Und damit ist nicht etwa gemeint, dass seine Dreharbeiten zur Katastrophe entarten indem er z.B. das Budget wie bei seinen ebenfalls in Übersee extrem erfolgreichen Landsmann Wolfgang Petersen üblich, regelmäßig überzieht, ist der "Schwaben-Spielberg" (noch so ein Spitzname der Presse) doch als äußerst sparsam bekannt und oftmals sogar in der Lage unter Plan zu bleiben. Nein, die Bezeichnung hat er sich wohl eher als sprichwörtlicher Meister der Zerstörung verdient, der die großen Wahrzeichen der USA am INDEPENDENCE DAY von Außerirdischen in Schutt und Asche legen oder den Big Apple von Japans Vorzeigemonster GODZILLA zertrampeln lässt.

Mit DAY AFTER TOMORROW bleibt er dieser Tradition der Zerstörungsorgien treu und perfektioniert sie vor allen Dingen im Bereich der Spezial Effekte ein weiteres Mal. Nicht umsonst wurde dieser Film, welcher bereits 2003 in die Kinos kommen sollte um ein ganzes Jahr verschoben um die gewaltigen Computeranimationen fertig zu bekommen. Und das merkt man in jeder Einstellung der Vernichtung. Wenn sich die gewaltige Monsterwelle ihren Weg durch die New Yorker Häuserschluchten bahnt, die Helikopter Staffel von einem gigantischen Sturmsystem vom Himmel geholt wird oder Wolkenkratzer binnen Sekunden zu Eis erstarren...jede Sequenz kann zweifelsohne als „state of the art“ bezeichnet werden und gehört zu der Kategorie von Spezial Effekten die, egal wie stark die Technik sich auch weiter entwickeln mag, auch noch in vielen Jahren perfekt aussehen.

Aber es gibt noch mehr, das sich seit ID4 geändert hat und hier positiv auffällt. War der Amerika-Pathos während der Alienbesetzung noch so riesig, dass er selbst den eingefleischtesten Patrioten noch Respekt abverlangte, hatte er bei Godzilla bereits augenzwinkernd tollpatschig anmutenden Soldaten und witzigen Franzosen (cool wie immer: Jean Reno) weichen müssen. Während die Eiszeit über die Welt einbricht, wird indes keinerlei Loblied mehr auf USA & Co. angestimmt. Ganz im Gegenteil, wird hier in einer für Blockbuster eher ungewohnten Manier, mahnend der Zeigefinger gehoben und gezielt die Tatsache kritisiert, dass sich die Regierung der vereinigten Staaten vehement geweigert haben das Kyoto Protokoll zu ratifizieren. Sicherlich nicht umsonst wurde für die Rolle des Vize Präsidenten ein Darsteller gewählt, der Dick Cheney täuschend ähnlich sieht. Natürlich könnte man einwerfen, dass Emmerich die ihm gegebene Chance auf Versäumnisse in der Umweltpolitik aufmerksam zu machen nicht optimal genutzt hat und mehr drin gewesen wäre. Man sollte aber immer im Hinterkopf behalten, dass wir es hier nun einmal mit einem Popkornfilm zu tun haben, der ein Millionenpublikum ansprechen und nicht durch lange Diskussionen abschrecken will. Im Anbetracht dieser Tatsache wurde hier schon einiges getan...

Wie gut Emmerich Geschichten erzählen kann, hat er uns bereits mit Stargate und ID4 bewiesen. In Godzilla ging es vielleicht etwas zu früh zu Sache und der Erzählfluss von The Patriot würde gar gänzlich überstrapaziert. Auch hier kehrt er daher glücklicherweise zu alten Tugenden zurück und lässt es langsamer angehen (auch wenn noch etwas mehr Zeit für die Ereignisse außerhalb den USA schön gewesen wäre). Der ein oder andere Aussetzer bei den Dialogen lässt sich dann aber doch nicht umgehen. Bestes Beispiel ist hier sicher die Frage an den Hubschrauberpiloten im Tornadogebiet aus dem Studio: "Gibt es Verletzte?"...

Was die darstellerische Leistung anbelangt, sind Dennis Quaid und Konsorten zwar weit von dem lässigen ID4 Dreiergespann Goldblum, Smith und Pullmann entfernt, aber das liegt vor allem daran, dass viele Wegbegleiter unseres Hauptdarsteller im Laufe des Filmes auf der Strecke bleiben und somit gar kein Team bilden können und es sich hier letztlich um keinen „Buddy Film“ handelt. Auch ist der Anteil an Humor in diesem Streifen deutlich geringer und der Streifen nimmt sich insgesamt verdientermaßen etwas ernster. Ob Dennis Quaid als Wissenschaftler oder Jake Gyllenhaal, der nach Donnie Darko hier deutlich unmysteriöser daher kommt und fast schon routiniert den Part des vernachlässigten und doch stark nach seinem Vater kommenden Sohnes ausfüllt; die Rollen sind allesamt passend verteilt werden solide gespielt, ohne dass die Oscarnominierung in greifbare Nähe rücken würde. Wie nicht anders zu erwarten liefert Ian Holm dabei einen deutlich glaubwürdigeren Wissenschaftler als Quaid ab und schafft es dieser für seine Verhältnisse und Talente eher kleinen Rolle, Sympathie und Leben einzuhauchen. Insgesamt kann der Cast alles in allem als gut und selbst in den Nebenrollen glaubwürdig besetzt bezeichnet werden.

Fazit:
Nach seinem ambitionierten aber nur teilweise gelungenen Versuch mit THE PATRIOT einen "ernsthaften" Film zu drehen, hat er mit THE DAY AFTER TOMORROW endlich wieder einen Vertreter des Genres gemacht, für welches wir ihn lieben. Bombastisches Popkornkino gewürzt mit einer Prise politischer Kritik, abgeschmeckt mit ganz viel Spezial Effekten und Action-Sequenzen vom feinsten.


Hostage - Entführt (2 DVDs)
Hostage - Entführt (2 DVDs)
DVD ~ Bruce Willis
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 4,95

4.0 von 5 Sternen Spannende Action ohne Schnickschnack., 14. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Hostage - Entführt (2 DVDs) (DVD)
Jeff Talley (Bruce Willis) ist der erfolgreichste Verhandlungsführer des Los Angeles Police Department. Als eines Tages eine Verhandlung schief geht und dadurch mehrere Menschen den Tod finden, lässt er sich als Polizeichef in eine abgelegene Kleinstadt versetzen in der es zu den aufregendsten Straftaten gehört wenn mal ein Anwohner falsch parkt. Wie gewünscht hat er dadurch Ruhe bis plötzlich eines Tages drei Jugendliche beim wohlhabenden Walter Smith (Kevin Pollak) einbrechen und die Situation zu einer Geiselname eskaliert. Talley sieht sich aus dieser für ihn bekannten aber nunmehr ungewünschten Situation gerettet, als er den Fall an das County Police Department übergeben kann. Doch stattdessen werden seine Frau und seine Tochter entführt und die Männer die sie gefangen halten zwingen ihn den Fall wieder zu übernehmen und die Situation unter Kontrolle zu halten. Den in Walter Smith Haus befinden sich geheime Daten die, wenn sie in die falschen Hände geraten, ein komplettes Verbrechersyndikat auffliegen lassen könnten. Widerwillig aber im Bewusstsein der Situation kehrt Talley an den Ort des Geschehens zurück und findet sich fortan wieder auf dem schmalen Grat zwischen Rettungsaktion der im Haus gefangenen und seiner in den Händen von Kidnappern befindlichen Familie...

Wenn man die Karriere von Bruce Willis betrachtet mag einem unweigerlich der Begriff „Steh-Auf-Männchen“ in den Sinn kommen, so oft wechseln sich (zum Glück nur wirklich kurze) Phasen von Flops mit (sehr langen und erfolgreichen) Phasen voller Megahits ab. Doch trotz dieser up and downs ist er sicherlich der mit Absatdn konstanteste Actionheld und der einzige 80er Star der noch heute einspieltechnisch zur Elite zählt.

Neben den reine Actionstreifen taucht er auch noch regelmäßig in hochkarätigen Produktionen auf wie z.B. Sin City, und wenn er gerade mal nicht in lustigen kleinen Komödien wie Keine halben Sachen auftaucht oder Animationsfilmfiguren seine Stimme leiht, ist er auch gerne einmal als Produzent tätig.

So auch im Falle von Hostage der, wie ein Mitproduzent im Making of meint, ohne Willis Go wohl niemals gedreht worden wäre. Tatsächlich scheint ihm die Geschichte wirklich gefallen zu haben und so hat er auch selbst den Regisseur ausgewählt und mit Leib und Seele bei dem Projekt mitgeholfen. Herausgekommen ist ein Film dessen Story zwar sicherlich nicht gerade innovativ ist, aber der handwerklich sehr gut umgesetzt ist und spannend ist bis zur letzten Minute.

Willis spielt darin das was er am besten kann, nämlich den Allein-gegen-Alle Typen welcher aber im Gegensatz zu seinen McLane Einsätzen nicht abhalftert und kaputt, sondern aufgrund seiner Vergangenheit eher desillusioniert und kraftlos daher kommt. Wir fiebern gerne mit ihm mit wenn er mit dem kleinen Tommy telefoniert und sich fragt in wieweit er Walter Smiths Familie in Gefahr bringen muss um seine eigene zu retten. Kevin Pollak spielt eben jenen Walter Smith und ist ein Kollege den wir bereits einige Male an Willis Seite gesehen haben. Als gleich zwei Mitglieder der verqueren Mafiafamilie Gogolak hat er in den beiden Keine halben Sachen Filme für Lacher gesorgt. Diesmal ist seine Rolle aber alles andere als witzig denn in der Gewalt der drei Jugendlichen muss er machtlos zusehen wie seine Kinder gefangen gehalten werden. Aber die wirkliche Entdeckung des Films ist zweifelsohne Ben Foster als psychopatisch angehauchter Mars. Zu jedem Zeitpunkt strahlt er eine unheimliche Bösartigkeit aus die einem ein unbehagliches Gefühl bereitet.

Dem französische Regisseur Florent Siri gelingt es den Stoff spannend umzusetzen. Dabei profitiert er von den wenigen Schauplätzen die er inszenieren muss wodurch das ganze eine besondere Dichte bekommt und dem Zuschauer ein Gefühl von Enge und Bedrängnis vermittelt. Das Katz und Maus Spiel zwischen Willis und den Entführern ist nicht immer unvorhersehbar aber gerade seine Telefonate mit Tommy als "Insider" und vor allen Dingen der Schluss sind absolut sehenswert.

Fazit:
Bruce Willis beweist einmal mehr ein talentiertes Händchen bei der Auswahl gut inszenierbarer Drehbücher. Mit guten Darstellern und einem ambitionierten Regisseur wird die Verfilmung einer vermeintlich schon etliche Male da gewesenen Story zum spannenden Katz und Maus Spiel. Für einen aufregenden Kinoabend ist auf jeden Fall gesorgt. Und wer so "kleine" Filme wie z.B. Breakdown mit Kurt Russel mochte, wird diesen Film lieben. Bruce Willis Fans kommen ohnehin nicht um diesen Streifen herum...


Artpop
Artpop
Wird angeboten von DiscountMediaStoreDE
Preis: EUR 10,06

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vor BORN THIS WAY, nicht ganz THE FAME., 11. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Artpop (Audio CD)
Bereits vor dem Release des neuen Albums von Ausnahmekünstlerin LADY GAGA rankten sich viele Gerüchte und noch höhere Erwartungen an das Werk. Das liegt nicht nur daran dass Stefani Germanotta es mit ihren ersten beiden Werken verstanden hat die Messlatte sehr hoch zu legen, sondern auch am Anspruch der Künstlerin selbst den sie bereits mit dem Titel ganz klar zementiert: ARTPOP!

Doch ist das Album nun genau das was es von sich behauptet?

Größtenteils ist ihr das wirklich gelungen, zumindest dann wenn man so wie ich die 80er tatsächlich als das musikalisch beste Jahrzehnt ansieht, das Jahrzehnt in dem sich Künstler getraut haben Dinge auszuprobieren die aus heutiger Sicht wirklich einen künstlerischen Anspruch genießen ohne wie heute nur dumpf schocken und skandalisieren zu wollen mit viel nackter Haut, der Aufstellung fragwürdiger Thesen, usw, usw.

Es sind nicht nur die verwendeten 80er Instrumente, die 80er Arrangements, nein die ganze Stimmung der meisten Tracks.

Zu einem wirklichen Konzeptalbum oder zumindest einem Gesamtkunstwerk fehlt mir hier etwas die konsequent durchgezogene Linie. Auf die vielen, wirklich sehr guten 80er Tracks, treffen etliche Dancesongs aktuellen Typs und sogar ein wenig R'n'B und Hip-Hop Klänge.

Ist das Album nun also gut oder schlecht?

Wie in allem ist gut oder schlecht größtenteils ein rein subjektives Gefühl, auch wenn ich der Meinung bin dass zumindest die handwerkliche Umsetzung keiner Subjektivität unterworfen ist und sich mit festen Werten messen lässt.

In Hinblick darauf ist ARTPOP in der Tat grundsolide ohne sich auch nur einen Schnitzer zu erlauben. Höchst professionell und perfekt arrangiert, aber nichts anderes hatten wir von einem Künstler der einen so hohen Selbstanspruch hat (oder für diejenigen, die das alles nur als verteufelt gute PR sehen, jemandem der die Kunst der Selbstdarstellung beherrscht wie aktuell kein anderer) wie Gaga erwartet.

Aber der handwerkliche Maßstaab ist nun einmal nicht der einzige der gesetzt werden kann. Andernfalls gäbe es vermutlich kein einziges REM, Peter Gabriel oder David Bowie Album das keine 100% auf der Bewertungsskala erhält.

Es sind Dinge wie die Tatsache dass Gaga bis dato nur bedingt zurückblickt und daher jeder Nachfolgewerk seinem Vorgänger so gut wie gar nicht ähnelt. Und wo BORN THIS WAY ein wenig beliebig und wenig innovativ im Vergleich zum absolut im Zeitgeist stehenden und sogar prägenden Debuts THE FAME daherkam, ist ARTPOP wieder deutlich stärker Trendsetter. Um aber kompromisslos zu sein, hätte man das ARTPOP Konzept ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen und komplett auf 80er setzen müssen. Aber schlecht macht es das Album trotzdem nicht. Einzelne Songs sind mit das Beste was es bisher von Lady Gaga gab und werden dem Thema mehr als nur gerecht. Aber insgesamt sehe ich es von der Aktualität, dem Zeitgeist und dem auf dem Punkt bringen zwar weit vor BORN THIS WAY aber nicht so stark wie THE FAME. Trotzdem haben die stärkeren Stücke auf ARTPOP durchaus das Potential zu größeren und auch zeitloseren Hits in Gagas Laufbahn zu werden.

Die Songs in der Übersicht:

1. Aura
Die Scheibe startet mit dem Danceknaller AURA der bereits vor dem Release als Leak durch das Netz geisterte, aber jetzt im fertigen Mix noch einmal deutlich besser klingt und das Album gleich extravagant eröffnet.

2. Venus
Gaga legt keine Pause ein und startet mit dem zweiten Track zur VENUS. Dabei präsentiert sie den ersten waschechten 80er Knaller, während dessen man sich förmlich wünscht dass Ingolf Lück oder Stefanie Tücking in einer Ausgabe von Formel Eins ein überstrahltes Video mit poppig bunten, nachgezogenen Farben ansagen.

3. G.U.Y.
Auch der dritte Track macht sich, wenn auch etwas gemächlicher, sicherlich gut auf der Tanzfläche, kommt aber etwas weniger beeindruckend und streckenweise auch leicht beliebig rüber.

4. Sexxx Dreams
SEXXX DREAMS klingt streckenweise (besonders im Refrain) sehr nach Kyle Minogue.

5. Jewels N' Drugs
Dank T.I., Too $hort und Twista sind wir bei diesem Song endgültig im Jahre 2013 angekommen und der Track könnte sich unverändert auch auf dem Album einer der beteiligten Künstler befinden. Stiltechnisch sicherlich der Track der auf dem Album am deutlichsten hervorsticht.

6. Manicure
Nach dem R'n'B/HipHop Ausflug kommt nun mit MANiCURE ein waschechter Dance/Rock Crossover der zwar nicht so reinrassig wie Yoü an I rüberkommt, aber doch Spaß macht.

7. Do what you want
Mit Vollkraft (und R.Kelly) zurück in die 80er. Eine weitere Perle und einer der Toptracks!

8. Artpop
Der Titeltrack macht sich sehr gut darin seinem Namen gerecht zu werden. Ein erneut extravagantes
Arrangement und ein Song wie ich ihn mir auch mal wieder von Madonna wünschen würde.

9. Swine
Dance, Dance und nochmals Dance. Mehr lässt sich (und muss man) zu diesem Song nicht sagen.

10. Donatella
Natürlich verschwimmen im modernen Popbiz gerne mal die Grenzen zwischen den scheinbar in Stein gemeißelten Genres, geschweige denn zwischen den Subgenres selbst von denen Dance sicherlich gefühlte 100 hat. Trotzdem überraschend wie leicht austauschbar die Sängerin bei diesem Track ist. Wäre er auf der Tracklist des nächsten Britney Spears Album gelandet hätte er sich dort mindestens genauso gut gemacht. Was freilich kein negatives Urteil bedeuten soll.

11. Fashion
Einer der interessantesten Songs für mich. Nicht weil er so viel besser wäre als alle anderen, sondern weil er von will.i.am und David Guetta produziert wurde, sich aber kein wenig danach anhört. Tatsächlich ein guter Ende 80er/Anfang 90er Pop Song.

12. Mary Jane Holland
MARY JANE HOLLAND klingt wie eine große Variete / Burlesque Show und das nicht nur aufgrund des
Textes. Auch auf dieses Video bin ich sehr gespannt.

13. Dope
DOPE ist die erste, richtige Ballade des Albums. Zum größten Teil hören wir hier nur GAGAs Stimme
und das Klavier. Ein gelungener Track.

14. Gypsy
Nach dem ARTPOP uns fast über seine gesamte Laufzeit mit flotten Dancetracks in Atem gehalten hat, scheint Gaga das Album mit ruhigeren Songs ausklingen lassen zu wollen. Doch nachdem die ersten Noten von GYPSY hinter uns liegen, wird es auch schon wieder flotter. Zwar ist es hier kein Elektropop, doch ausruhen ist auch hier nicht angesagt.

15. Applause
Es ist sicherlich kein Zufall dass Applause am Ende des Albums steht. Dieser Song eignet sich sowohl als Opener aber evtl. sogar noch besser als letzter Song auf einem Konzert. Hier werden die Gehörgänge noch einmal ordentlich durchgespült und niemand hält es mehr auf den Sitzen.


The Village - Das Dorf
The Village - Das Dorf
DVD ~ Bryce Dallas Howard
Wird angeboten von cvcler
Preis: EUR 7,63

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochpolitisch und leider falsch beworben (Achtung SPOILER!), 29. April 2013
Rezension bezieht sich auf: The Village - Das Dorf (DVD)
Die Bewohner des kleinen Dorfes Covington sind friedliebende Menschen. Sie leben völlig abgeschnitten von der Welt, umgeben von einem düsteren Wald, dessen dunkles Geheimnis sowohl verhindert dass Eindringlinge die Harmonie stören, als auch die Einwohner selbst einen Fuß über die Grenzen setzen. "Die Unaussprechlichen" werden die Wesen genannt, die mit scharfen Zähnen und langen Krallen in den Tiefen des Dickichts herrschen. Doch zwischen ihnen und den Menschen im Dorf besteht eine Art stillschweigendes Abkommen. Weder sie betreten den Wald, noch verlassen die Unaussprechlichen ihr Reich. Als eines Tages ein junger Mann lebensbedrohlich verletzt wird und sich seine Wunde entzündet, scheint sein Schicksal besiegelt zu sein. Die einzige Chance bestünde darin, den verbotenen Wald zu durchqueren um Medizin aus der nächsten Stadt zu besorgen. Trotz der drohenden Gefahr machen sich Freiwillige daran das Wagnis anzugehen und entdecken dabei ein noch dunkleres Geheimnis...

Bevor ich mit meinen Ausführungen fortfahre, möchte ich darauf hinweise, dass es sich hierbei um einen Spoiler-Review handelt. Wer also den Film noch nicht gesehen hat und sich die Spannung erhalten möchte, sollte lieber nicht weiterlesen. Warum Spoiler in diesem Fall dem Filmspaß keinen Abbruch tun, dazu später mehr.

Die Zusammenfassung eines der ersten paar M. Night Shyamalan Filme (nach Lady In The Water hat er leider in letzter Zeit deutlich nachgelassen) zu schreiben ist eine Aufgabe für sich. Jeder der The Sixth Sense gesehen hat weiß, dass es der Regisseur versteht einem am Ende eines jeden seiner Filme völlig überrascht zurück zu lassen. Daher ist es auch nicht einfach den Inhalt der Handlung zu beschreiben ohne bereits entscheidende Hinweise auf den "Clou" des ganzen zu geben.

Doch gerade im Falle von The Village ist es noch einmal eine Ecke komplizierter. Denn es handelt sich hierbei um eines dieser Werke, die im vorneherein nicht besonders glücklich beworben wurden. Der Trailer "gaukelt" einem nämlich vor, dass man es einmal mehr mit einem typischen Shyamalan Mysterie-Suspense-Thriller zu tun hat, in dessen Verlauf man ständig auf eine andere Spur geführt wird um am Ende mit offenem Mund zurück zu bleiben. Das hat dann auch dazu geführt, dass in den meisten Reviews, die eben davon ausgegangen sind hier einen neuen Sixth Sense mit unglaublichem Ende serviert zu bekommen, stets zu lesen war wie enttäuschend doch diesmal die Auflösung sei und dass der aufmerksame Zuschauer sich dieses bereits sehr früh ausmalen könnte.

Tatsächlich habe ich das nicht so empfunden, weil ich von Anfang an die Information welche der Regisseur eingebaut hat um das Ende überhaupt erst überraschend erscheinen zu lassen (zum Glück) schlicht und ergreifend übersehen habe. Zu Beginn des Filmes sieht man nämlich auf dem Grabstein eines soeben verstorbenen Jungen dass dieser von 1890 - 1897 gelebt hat. Somit soll die Handlung also im ausgehenden 19ten Jahrhundert spielen. Wenn man davon ausgeht, ist das Ende welches zeigt dass wir uns doch in der Gegenwart befinden sicherlich überraschend, auch wenn wie bereits erwähnt einige der Meinung sind, das sei vorhersehbar.

Ob dem so ist und wie ich es empfunden hätte, wäre mir diese Information nicht entgangen vermag ich nicht zu sagen. Denn für mich war klar: dieses Dorf ist eines wie es sie in den USA einige (z.B. Amish) gibt. Menschen leben eng beieinander in einer Gesellschaft für die die Zeit stehen geblieben ist. Vielleicht etwas rückständig" für unsere Verhältnisse aber eben doch im Jetzt und hier. Die Auflösung war für mich aber trotzdem überraschend, wenn auch auf eine andere Weise als evtl. beabsichtigt. Die Tatsache, dass diese Menschen in einem Nationalpark leben, abgeschnitten von der Außenwelt und ihren Bewohnern vorgaukeln sie wären von tödlichen Monstern umzingelt...das erscheint mir nicht vorhersehbar.

Wie unvorhersehbar das Ende nun aber dem ein oder anderem vorkommen mag oder nicht, will ich soweit gehen zu behaupten, dass es sowieso für das Geschehen und die Qualität der Story zweitrangig ist (weshalb wie eingangs erwähnt spoilern in diesem Fall dem Film nicht schadet). Viel wichtiger ist hier die Aussage die meiner Meinung nach getroffen wird. Denn The Village ist letzen Endes ein hochpolitischer Film geworden. Machthaber die ihre Bürger mit Hilfe einer künstlich erzeugten Bedrohung und der daraus entstehenden Angst unter Kontrolle halten...dies ist ein Thema das so nahezu so alt ist wie die Menschheit selbst und auch in unserer Zeit nichts von seiner Brisanz verloren hat oder sogar aktueller ist denn je.

Eingepackt ist es in eine wunderschön erzählte Geschichte, die von Mut, Vertrauen und ganz besonders Liebe handelt und mit mehr Emotionen erzählt wird, als wir es bisher von M. Nights Filmen gewohnt waren. Getragen wird Sie von teilweise detailliert ausgearbeiteten Charakteren, aber natürlich auch den Shyamalan typischen Schreckmomenten. Einen wichtigen Beitrag zu Spannung leistet hierbei erneut die dichte und atmosphärische Filmmusik von James Newton Howard in Begleitung der begnadeten Jungviolinistin Hilary Hahn. Der Score wurde zu Recht für den Oscar nominiert und hätte ihn auch verdient gehabt, zog aber leider gegen Jan Kaczmareks Soundtrack für Finding Neverland den Kürzeren.

Wer seine (früheren) Filme kennt, weiß dass M. Night sich nicht nur auf ein gutes Drehbuch verlässt sondern auch bei der Auswahl der Darsteller besonderen Wert auf Qualität legt. Und dabei konnte er auch diesmal wieder aus den Vollen der talentiertesten Schauspieler Hollywoods schöpfen. Die Entdeckung schlechthin stellt hierbei sicherlich Bryce Dallas Howard in der Rolle der blinden Ivy Walker dar. Die Tochter des bekannten Regisseur Ron Howard zeigt auf Anhieb eine kraftvolle Darbietung und hat sich dadurch so dermaßen empfohlen, dass sie auch im nächsten Shyamalan Film "Lady in the Water" die Hauptrolle spielen durfte. An ihrer Seite steht mit Joaquin Phoenix ein Mann der ebenfalls zum zweiten Mal mit M. Night arbeitet. Nach seiner wirklich köstlichen Verkörperung von Mel Gibsons Bruder in Signs, darf er als Lucius Hunt wieder einmal in eine echte Charakterrolle schlüpfen. Der wortkarge Zeitgenosse tritt dabei zwar im Vergleich zu Bryce Dallas Howards Rolle etwas in den Hintergrund, ergänzt das Hauptdarstellertrio aber perfekt. Dieses Trio wird komplettiert von Adrien Brody. Der Oscargewinner spielt einen geistig verwirrten jungen Mann, dessen Handlungen entscheidend zum Verlauf der Handlung beitragen.

Sich über die Darsteller des Films und ihre Leistungen nun im Detail auszulassen würde aber so glaube ich den Rahmen dieses Reviews sprengen. Zu viele sind es mit William Hurt, Sigourney Weaver usw. der großen Namen und mehr als nur solide ihre Darbietungen. Und daher möchte ich die Bewertung des Castes und auch des Filmes hiermit beenden und fasse zusammen...

Fazit:
...dass The Village ein Film ist der leider völlig unterschätzt wurde. Das Einspielergebnis war zwar in Ordnung und dem eines Shyamalan Filmes würdig, aber z.B. niedriger als das des meiner Meinung nach viel schwächeren SIGNS. Schuld daran ist sicherlich die falsche Vermarktung, die The Village als absoluten Horrorfilm verkauft hat und nicht als das was er ist. Nämlich ein hochkarätig besetzter, intensiv gespielter und inszenierter Film über Menschen, den Verlust der Unschuld, Angst und vor allen Dingen die politische Macht die eben von jener Angst ausgeht.


Minority Report (Special Edition, 2 DVDs)
Minority Report (Special Edition, 2 DVDs)
DVD ~ Tom Cruise
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 12,30

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genreklassiker und Messlatte für intelligente Science Fiction, 26. April 2013
Stellen Sie sich eine Welt vor in der keine Morde mehr geschehen. Ein Wunschtraum? Nicht so im Washington DC des Jahres 2054. Dort verhaftet nämlich eine Abteilung mit dem Namen Pre-Crime potentielle Mörder noch bevor sie ihre Tat begehen können. Ermöglicht wird ihr dies durch die sogenannten Pre-Cogs, die Pre-Cognitiven, 3 Menschen denen es möglich ist die Zukunft vorherzusagen. John Anderton (Tom Cruise) ist der Leiter dieser Abteilung und hat es geschafft die Mordrate in seiner Stadt auf null herunter zu schrauben. Aufgrund dieses Erfolgs soll Pre-Crime nun auch im ganzen Land eingeführt werden. Doch bevor dies möglich wird, soll der Regierungsbeamte Danny Witwer (Colin Farrell) noch einmal genau kontrollieren ob auch alles mit rechten Dingen zugeht. Doch in dem Moment da er beginnt sich in die Abläufe einzumischen, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Plötzlich steht eine Vorhersage im Raum die besagt dass Anderton in 36 Stunden selbst einen Mord begehen wird. Ist das alles ein abgekartetes Spiel oder sind tatsächlich Geschehnisse angestoßen worden, die ihn zu dieser Tat verleiten werden? Um seine vermeintliche Unschuld zu beweisen flieht Anderton...und die Jagd auf ihn beginnt.

Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit bis die beiden Hollywood Schwergewichte Steven Spielberg und Tom Cruise endlich aufeinander treffen mussten. Wenn es dann zu einem solchen "Gipfeltreffen" kommt, sind die Erwartungen natürlich dementsprechend groß. Und glücklicherweise werden wir nicht enttäuscht.

Minority Report ist futuristische Action auf absolut höchstem Niveau. Wo andere Regisseure sich im unendlichen Getümmel der CGI-Sequenzen verlieren und den eigentlichen Inhalt der Story aus den Augen verlieren, bleibt Spielberg konsequent; und zwar sowohl optisch als auch inhaltlich. Bereits die Einrichtung der Pre-Crime Zentrale schwankt angenehm zwischen technisch verspielt und funktionell nüchtern. In den "Außenaufnahmen" begegnen uns einerseits gewaltige Wolkenkratzer an denen sich eine Art Verkehrsleitsystem der Superlative in 3-Dimensionaler Richtung erstreckt, auf der anderen Seite aber auch klassische Reihenhäuser im viktorianischen Stil. Insgesamt punktet das komplette Ambiente durch eine Art "Realismus", will meinen, eine Zukunft, die man sich wirklich vorstellen könnte und wie sie uns der technische Fortschritt eines Tages tatsächlich bescheren könnte.

Der gern und oft getroffene Vergleich zu dem Genreklassiker Blade Runner kommt dabei nicht von irgendwoher. Einerseits basieren beide Werke auf Geschichten des Autors Philip K. Dick. Auf der anderen Seite erzeugen die beiden Filme eine ähnliche bedrückende und beklemmende Stimmung. Einen großen Beitrag zum Erschaffen dieser Stimmung trägt einmal mehr Starkameramann Janusz Kaminski, der mittlerweile neben Scorewriter John Williams nahezu untrennbar mit Spielberg-Produktionen verbunden ist und bereits bei A.I., Schindlers Liste uvm. die Visionen des Meisters verwirklichen durfte. Auch dieses mal ist es ihm wieder gelungen mit den ihm typischen Verfremdungsfiltern körnige Bilder auf die Leinwand zu zaubern und den ohnehin depressiv angehauchten Grundtenor noch zu verstärken.

Gerade dieser Stil ist natürlich eine Härteprüfung für die DVD Technik. Die Kompression muss alles technisch machbare herausholen um das Bild einerseits nicht zu sehr zu verfremden, andererseits einen hohen Detailgrad und speziell die Körnigkeit so darzustellen wie sie vom Regisseur gedacht sind.
Doch Fox liefert einen wirklich guten Job ab. Das Bild ist (insonfern man das aus genannten Gründen überhaupt so nennen darf) kontrast- und detailreich. Selbst in dunklen Szenen werden noch genügend Kleinigkeiten herausgestellt um auch per Beamer noch Spaß am Ergebnis zu haben. Es wird spannend sein demnächst mal die BluRay zu testen und den Vergleich zur DVD heranzuziehen.

Wo sich die DVD aber auf keinen Fall verstecken muss und sicher auch der BD (bis zu einem gewissen Punkt versteht sich) Paroli wird bieten können, ist der Ton.
Fox hat sehr lange ein wirklich vorbildliches Releaseverhalten bei DVDs an den Tag gelegt und nahezu jeder Scheibe eine DTS Spur spendiert. Leider ist das heute nicht mehr so.
Das vorliegende Produkt bringt aber noch DD und DTS Spur mit und beide machen wirklich Spaß. Die DTS Spur ist dabei nicht wirklich präziser oder großartig räumlicher, legt aber eine der bedeutendsten Eigenschaften der Technologie an den Tag: der Bass ist noch einmal eine Ecke wuchtiger und generell ist der Druck im Sound etwas besser.

Doch Spielberg ist nicht nur ein Meister seines Fachs wenn es darum geht computeranimierten Wesen und Gegenständen Leben einzuhauchen, hochwertige Bilder und tolle Soundeffects zu zaubern, sondern ist auch in der Lage die von ihm eingesetzten Schauspieler zu Höchstleistungen anzutreiben. Und das gelingt ihm zweifelsohne bei Tom Cruise. Der von ihm gespielte John Anderton schwankt ständig zwischen hochprofessionellem Cop mit absolutem Pflichtbewusstsein und von Selbstzweifeln zerfressenen, verzweifelten Vater und Ehemann. Colin Farrell der hier in seiner ersten großen Rolle auftritt, stellt einen würdigen Gegenspieler zu Cruises Charakter dar. Der übertrieben smarte, fast schon schleimige Regierungsbeamte, der scheinbar nur darauf aus ist Fehler in jedem Element eines eingespielten Teams zu finden dürfte den einen oder anderen schmerzhaft an eigene Erfahrungen im realen Arbeitsleben erinnern. Einen weiteren Höhepunkt stellt erwartungsgemäß die Darbietung von Max von Sydow dar. Die scheinbar undurchdringliche Chef von Pre-Crime Lamar Burgess ist der erhabenen Statur des Charakterdarstellers förmlich auf den Leib geschrieben und wartet ebenfalls mit der einen oder anderen Überraschung auf.

Fazit:
Gene Simmons sagte seinerzeit im Zusammenhang mit der Kiss-Reunion "We'll show everybody how the big boys do it!". Dieser Satz könnte eins zu eins für Steven Spielberg (und Tom Cruise) übernommen werden. Denn Regisseure kommen und gehen, doch ihm gelingt es immer wieder die zumeist von ihm selbst hochgesetzte Messlatte zu übertreffen und einen neuen Höhepunkt auf die Leinwand zu zaubern. Ein solcher ist auch Minority Report geworden. Alle in Zukunft erscheinenden Science Fiction Action-Thriller werden sich an diesem Meisterwerk messen lassen müssen... und es beileibe nicht einfach haben.


10
10
Preis: EUR 10,99

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück und besser denn je!, 5. April 2013
Rezension bezieht sich auf: 10 (Audio CD)
Als das Comeback der New Kids On The Block vor einigen Jahren feststand war es scheinbar keine besondere Nachricht, hatten sich doch vor Ihnen bereits andere Boybands wie Take That oder Boyzone wieder vereinigt. Selbst die Spice Girls und unsere No Angels waren wieder unterwegs. Dennoch waren die 5 Jungs schon zu ihren Hochzeiten etwas anders und lösten bei ihren Fans eine ganz besondere Faszination aus. Daher war es auch kein Wunder dass die Ankündigung durch alle Nachrichten ging und die angekündigte Tour auch in Windeseile ausverkauft war.

Die ersten Töne die man dann von THE BLOCK hören könnte wie z.B. das fantastische CLICK CLICK CLICK waren sehr vielversprechend und daher konnte man es auch kaum erwarten den neuen Tonträger endlich in Händen zu halten.

Tatsächlich war die Ernüchterung dann doch nicht ganz zu vermeiden. Nicht falsch verstehen: THE BLOCK war alles andere als ein schlechtes Album, aber irgendwie stellte es sich etwas orientierungslos dar. Neben dem wirklich grandiosen CLICK CLICK CLICK gab es dann Songs wie die erste Single SUMMERTIME, ein munterer Sommersong, aber nicht wirklich mit Schwung. Die zweite Single mit dem Namen SINGLE hörte sich eher nach NeYo feat. NKOTB als umgekehrt an. Und der Auftritt in Till Schweigers Ritterfilm mit der dritten Single DIRTY DANCING war zwar wirklich witzig, aber auch hier ist nicht klar was uns die Band mitteilen möchte.
Insgesamt wird man auf THE BLOCK ständig hin und her gerissen, von einem Stil in den nächsten geschleudert und letztlich etwas ratlos zurückgelassen ob NKOTB nun wirklich reifer geworden ist oder sich zu stark von zuvielen aktuellen Strömungen leiten lässt.

Auf "10" sieht die Sache komplett anders aus!

Von Anfang an ist klar dass der Fokus einerseits auf tanzbarer Musik liegt (und ich meine damit nicht ununterbrochen den unsäglichen 90er Dance style der uns mittlerweile zu den Ohren raushängt und das nicht nur weil wir ihn bereits vor über 20 Jahren durchgekaut haben), auf der anderen Seite auf Balladen die das Abdriften in Schmalzbereich gekonnt vermeiden.

Bereits die erste Single REMIX (I LIKE THE) ist etwas was wir so noch nie von den Jungs gehört haben und zusammen mit dem Video zu dem frischsten und modernsten gehört was man jemals von einer Boyband (auch wenn man sie eigentlich gar nicht mehr so nennen kann) gehört hat. Da gibt es aber noch die Powerballaden wie WE OWN TONIGHT, WASTED ON YOU, die Tanzflächenfüller TAKE MY BREATH AWAY, THE WHISPER oder die (dann doch leicht an der Schmalzgrenze kratzenden) Lovesongs wie MISS YOU MORE. CRASH könnte dann doch aus der Feder von David Guetta stammen, macht aber immerhin viel Spaß.

Als besondere Schmankerl stellen sich schließlich der HIDDEN TRACK nach SURVIVE YOU (ich nenne ihn mal LET'S GO OUT WITH A BANG) und der Bonustrack BLOCK PARTY dar, der sich ein wenig wie eine Fortsetzung von Hanging Tough anhört.

FAZIT:
Meines Erachtens nach ist "10" das bisher beste Album von Danny. Donnie, Joey, John und Jordan. Zum ersten Mal haben sie wirklich einen konsistenten, neuen Sound auf ein Album gepackt welches im Vergleich zu dem weniger gelungenen THE BLOCK und dem teilweise übertriebenen FACE THE MUSIC in sich geschlossen ist und sich von vorne bis hinten gut anhört. Man kann den Jungs nur wünschen dass sie mit dieser Scheibe richtig viel Erfolg haben werden. Verdient haben sie es sich.


Samsung EAD-T10E Link Cast Dongle
Samsung EAD-T10E Link Cast Dongle
Wird angeboten von Handyparadies Deutschland (inkl. MwSt.)
Preis: EUR 48,96

241 von 258 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nützliches Zubehör mit Einschränkungen, 11. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Samsung EAD-T10E Link Cast Dongle (Zubehör)
Als glücklicher Besitzer eines Samsung Galaxy S3 habe ich mir auch allerlei Zubehör hierfür zugelegt. Zu diesem gehört auch der HDMI Adapter um das Smartphone an den Fernseher anzuschließen (http://www.amazon.de/Samsung-EPL-3FHU-HDMI-Adapterkabel-Micro-USB-11-Pin/dp/B0080CXSOU/ref=lh_ni_t). Dank diesem kann ich das S3 als Full-HD Zuspieler verwenden und auch sonst alle Vorzüge nutzen.

Als ich nun sah dass es in Form des All Share Cast (ASC) Dongles eine Möglichkeit gibt dies auch ohne Kabelverbindung zu ermöglichen (mein Samsung TV zuhause ist leider zu alt um selbst All Share oder DLNA zu bieten), war ich äusserst interessiert.

Zuerst einmal ist zu sagen dass der Dongle in Hinblick auf Verabeitung absolut nichts zu wünschen übrig lässt. Die Oberfläche ist vom Design her an die "Kieselsteinoptik" der dunklen S3 Modelle angepasst. Im Lieferumfang ist mit Netzteil und HDMI-Kabel auch gleich alles was man braucht um zu starten. Aber auch die Bedienung ist äusserst einfach. Einmal an HDMI und Strom angeschlossen, drückt man einmal den Knopf auf der Rückseite (nur beim ersten Mal notwendig), startet All Share Cast auf dem S3 und schon ist die Kopplung der beiden Geräte erfolgt.

Was nun folgt ist erst einmal genaus das was ich mir erwartet habe: Bilder ansehen, Filme oder Musik abspielen, im Internet surfen und anderen Dinge wie youtube Videos oder ähnliches zeigen...alles was man eben auch mit einem Smart TV machen würde klappt problemlos.

Warum also vergebe ich nach all dem Lob nur 3 Sterne?

Leider gibt es 2 Einschränkungen die mich persönlich etwas stören. Nicht so stark dass ich es zurückgeben würde, aber man sollte doch vor dem Kauf wissen woran man ist.

1. Wenn man den ASC am GS3 aktiviert, kommt die Verbindung zustande, aber noch bevor ein Bild am TV zu sehen ist (bzw. bevor er vom Dongle eigenen Startschirm auf die GS Anzeige umschaltet), kommt die Meldung, dass die aktuelle Verbindung beendet wird. Nachdem ich durch Google auf mehrere gleichartiger Meldungen anderer User gestoßen bin, habe ich den Dongle mal vom AV Receiver abgezogen und direkt an den Fernseher angeschlossen. Dort geht es dann. Könnte es also ein Timing Problem mit der Umschaltung des Modus o.ä. am Receiver sein?

2. Obgleich in allen technischen Angaben steht dass der ASC Dongle 1080p unterstützt, bekomme ich absolut kein solches Signal übertragen. Egal ob ich einen Full HD Film der auf dem Handy selbst liegt abspiele oder über youtube streame: es kommt immer nur 720p auf dem TV an.

Wo liegt bei diesen Dingen also der Hund begraben? Auf anraten des Samsung-FB Teams habe ich mich an den Customer Support gewandt und folgende Antwort erhalten:

"Das AllShare Cast Dongle ist ausschließlich dafür gedacht, es direkt an einen HDMI-Anschluss eines TV-Geräts oder Bildschirms anzuschließen. Daher ist es nicht möglich dieses an einem HDMI-Anschluss eines AV-Receivers zu betreiben.

Des Weiteren ist die Ausgangs-Videoauflösung bei der Verwendung der AllShare Cast-Funktion Ihres Samsung Galaxy S III unabhängig vom wiedergegebenen Videoinhalt immer 720p. Diese Einschränkung besteht aufgrund der starken Beanspruchung der Hardware Ihres Samsung Galaxy S III, welches das Video gleichzeitig abspielt und per WLAN sendet. AllShare Cast verwendet keinen Puffer, um das Original-Video wiederzugeben, sondern sendet eine direkte Bildschirmaufnahme per WLAN in 720p. Daher ist die effektive Ausgangs-Videoauflösung bei der gemeinsamen Verwendung Ihres Samsung Galaxy S III und dem AllShare Cast Dongle 720p, obwohl das Dongle selbst 1080p unterstützt."

Wie gesagt stört mich das nicht so stark, dass ich es zurückgeben würde, dafür ist es einfach zu komfortabel. Inwieweit es sich aber dann bei der Full-HD Angabe nicht um irreführende Werbung handelt, wäre noch zu diskutieren. Eine entsprechende Folgeanfrage bei Samsung läuft.

Fazit:
Wer mit 720p zufrieden ist bekommt mit dem All Share Cast Dongle ein wirklick nützliches Zubehörteil für sein GS3. Slideshows, Präsentationen und vieles mehr lassen sich damit realisieren. Einen Fill-HD Film in Surroundsound hingegen kann man nicht betrachten, was aber sicherlich ohnehin nicht zu den Hauptanwendungen zählen sollte.

+ HDMI Kabel bereits im Lieferumfang
+ Leicht zu bedienen
+ Gute Verarbeitung
+ Optisch an das S3 Design angelehnt

- Unterstützt entgegen der Herstellerangabe (zumindest im Zusammenspieln mit dem GS3) nur 720p
- An AV-Receivern nicht einsetzbar

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EDIT 12.11.2012:
Die Antwort auf die zweite Anfrage hat Samsung mittlerweile auch nachgereicht (die sind übrigens äusserst flink beim Kundensupport. Großes Lob von hier aus):

"Das Samsung Galaxy S III ist das einzige unterstützte Modell, welches in Verbindung mit dem AllShare Cast Dongle lediglich die 720p-Auflösung unterstützt. Die später erschienen Modelle Samsung Galaxy S III LTE, Galaxy Note II (LTE), Galaxy Note 10.1 (WiFi) unterstützen alle die 1080p-Auflösung. Daher geben wir die unterstützte Auflösung auch mit "bis zu 1080p" an, wir Sie auf unserer Webseite nachlesen können."

Da sich die beiden Geräte ausser in der LTE Fähigkeit nur noch im RAM unterscheiden, könnte ich mir höchstens vorstellen, dass dieses eine Gigabyte mehr an RAM der LTE Variante notwendig ist um die FULL-HD Übertragung zu bewerkstelligen Puffer?). Aber auch hier werde ich nachhaken ;-)

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EDIT 13.11.2012:
Auch die dritte Anfrage wurde vom Samsung Team wieder umgehend bearbeitet. Meine Vermutung wird in der Antwort bestätigt:

"Für die Übertragung per WLAN in Full HD reicht die RAM-Kapazität von 1 GB des Samsung Galaxy S III nicht aus. Da den anderen unterstützten Modellen mit 2 GB RAM-Kapazität genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung steht, ist die Übertragung in Full HD möglich."

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EDIT 10.01.2013:
Seit einiger Zeit gibt es ein Firmwareupdate mit der Bezeichnung LJ02. Es wird über den PlayStore installiert und führt einen dann durch den Installationsprozess während dessen das SGS3 mit dem Dongle verbunden sein muss. Seitdem ich dieses update drauf habe, ist einer meiner Hauptkritikpunkte endlich Geschichte: ich kann das Dongle an den AV-Receiver anschließen und es funktioniert. Bis auf die fehlende Full-HD Wiedergabe ist das Ding nun zusammen mit der Funktastatur perfekt!
Kommentar Kommentare (23) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 10, 2014 12:56 PM CET


Ziemlich beste Freunde
Ziemlich beste Freunde
DVD ~ François Cluzet
Preis: EUR 7,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen (K)ein französischer Film., 15. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde (DVD)
Philippe und Driss sind zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Der erste in gut betuchter, älterer Herr, der mit einen Bediensteten in einem fast schon schlossartigen Haus wohnt aber seit einem Paraglider Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist. Der andere ist ein in athletischer, unter ärmlichen Verhältnissen, zusammen mit vielen anderen Kindern bei Tante und Onkel aufgewachsen und schlägt sich mit Hilfe der Sozialhilfe und Kleinkriminalität durch.
Als Driss zu einem Bewerbungsgespräch bei Philippe auftaucht möchte dieser eigentlich nur eines: eine Unterschrift welche dem Arbeitsamt beweist dass er sich zwar beworben hat, er aber nicht geeignet ist, womit seine finanzielle Unterstützung weiterhin gesichert ist. Doch Philippe zeigt Interesse an diesem jungen Mann; nicht weil er besonders geeignet wäre für die Position des Pflegers welcher ihn rund um die Uhr betreuen muss, sondern weil er von Anfang an eines nicht zeigt: Mitleid (oder gar Respekt). Driss lässt sich auf eine Probezeit ein und legt damit den Grundstein für Veränderungen in seinem, aber auch Philippes Leben.

Als leidenschaftlicher Cineast liebe ich allerhand verschiedene Genres. So gibt es auch den einen oder anderen Art House Film unter meinen All Time favourites, allerdings bin ich was diese Werke angeht deutlich wählerischer als bei den meisten anderen Richtungen. Und auch wenn ich vmtl. mit dem nächsten Satz das Ungemach vieler Fans auf mich ziehen werde, so muss ich doch sagen dass mir der echte Zugang zum französischen Kunstfilm bisher etwas verwehrt geblieben ist. Natürlich fand ich Amelié schön und auch so manch anderer Streifen aus dem Land der Liebe vermochte mich angenehm zu unterhalten, doch trotz allem stehe ich dem Ganzen bis heute immer noch sehr skeptisch gegenüber, überwiegen doch die für meinen Geschmack weniger gelungenen im Gegensatz zu den Juwelen.

Und so war ich auch nicht gerade begeistert von der Idee mir ZIEMLICH BESTE FREUNDE ansehen zu müssen". Die ganze Grundvoraussetzung erschien mir doch viel zu Klischeehaft, Behinderter Millionär, Afrofranzösischer Sozialhilfeempfänger, sexy Sekretärin...ich stellte mich auf eine soziokulturelle Studie mit hohem Tränenzieher- und Betäubungsfaktor ein.

Doch zum Glück wurde ich nicht nur einfach eines besseren belehrt, ich wurde begeistert und überrascht wie es das Kino heutzutage nur noch selten zu tun vermag.

Bereits beim Betrachten der Zuschauerzusammensetzung im Kinosaal fiel mir auf, dass es sich nicht um das Publikum handelte welches ich erwartet hätte: viele Jugendliche, nahezu gleich viel Männer wie Frauen, keiner der so aussah als habe er seine Diplomarbeit über Franz Kafka kurz unterbrochen um ausnahmsweise ein Lichtspielhaus aufzusuchen. Warum dies so war wurde mir auch recht schnell klar.

Von Beginn an wird man mit einer Komik befeuert die so erfrischend und vor allen Dingen tatsächlich witzig ist, dass man sich fragt worüber man in der letzten sogenannten Komödie überhaupt hat lachen können. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist sensationell und die Art und Weise wie sie sich gegenseitig Wortgefechte liefern lässt keine Sekunde Langeweile aufkommen. Dabei sind die Ideen teilweise so simpel wie sie aber aus der Situation heraus genial sind. Ob Driss Philippe mal wieder das Telefon hin hält obgleich dieser die Arme doch gar nicht bewegen kann, er ihm das Essen ins Auge steckt, weil er die schöne Sekretärin Magalie beobachten muss oder auch wenn er ihm dreist die Süßigkeiten mit den Worten Keine Arme, keine Süßigkeiten" verweigert; man ist nahezu ständig am Lachen.

Auf der anderen Seite handelt es sich aber auch um kein groteskes auf den Arm nehmen von Menschen mit Behinderungen, ganz im Gegenteil. Äußerst geschickt gelingt es dem Regisseur einem Bauchschmerzen mit Hilfe eines Feuerwerks von Witzen zu bereiten um dann in nächsten Szene solch eine grundehrliche und gefühlvolle Situation zu zeigen dass man sich in der Tat die eine oder andere Träne verkneifen muss. Auch entartet die Zeichnung der Orte und Charaktere nicht zu eine Studie der sozialen Verhältnisse in französischen, bzw. Großstädten überhaupt. Eine Prise hier und da reichen aus um einem klar zu machen welche Bedingungen das Leben von Driss beeinflusst haben und noch immer beeinflussen.

Es gäbe viel zu erzählen über diesen Film, aber lange Berichte sind für das Feuilleton und darüber hinaus möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen, nur soviel:
Ich halte ZIEMLICH BESTE FREUNDE persönlich für den besten Film des Jahres 2011. Er hat soviel was ich so vielen Regisseuren gerne unter die Nase halten würde: eine brillante, spielfreudige Besetzung, eine fantastisch erzählte (auf wahren Gegebenheiten beruhende) Geschichte, spritzigen Witz aber auch traurige Momente, kurzum alles was ein wirklich guter Film braucht. Man munkelt bereits dass Hollywood vorhabe die Geschichte neu zu verfilmen, wie es leider viel zu oft geschieht (ein Kritiker witzelte bereits dass er vor seinem geistigen Auge sieht wie Will Smith Dustin Hoffmann durch die Straßen schiebt), aber ich hoffe inständig dass dies nicht passiert. Nicht weil ich Neuverfilmungen grundsätzlich ablehne, denn wenn dies so wäre hätte einige meiner absoluten Lieblingsfilme welche ihre Vorbilder in den Schatten stellen nie gesehen, sondern weil ich nicht glaube dass es möglich ist diesen Film besser zu machen. Zumal, und damit kommen wir an den Anfang zurück und ich entschuldige mich erneut bei allen Liebhabern des Genres, BESTE FREUNDE genau das fehlt was eine Neuverfilmung eines französischen Filmes überhaupt erst nötig macht: er ist nämlich nicht französisch! Alles was ich an französischen, insbesondere Literaturverfilmungen, nicht mag kommt hier nicht vor. Würde man dieselbe Handlung, mit derselben Besetzung in ein anderes Land verlegen, es würde trotzdem funktionieren. Das ist wohl auch der Grund warum ZIEMLICH BESTE FREUNDE in der ganzen Welt ein Hit war und nun Amelié als Nr.1 Export übertroffen hat.

Fazit:
Wer gute Filme zu schätzen weis kommt um diesen nicht herum. Als Ausrede dafür nicht in den meisten Szene herzhaft zu lachen und in einigen anderen Tränen unterdrücken zu müssen kommt meiner Meinung nach nur eine in Frage: Das Herz und der Verstand wurden an der Kinokasse abgegeben.


Die Insel
Die Insel
DVD ~ Ewan McGregor
Preis: EUR 7,75

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Michael Bay mal (etwas) anders., 30. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Insel (DVD)
Die Zukunft: Die Erde ist kontaminiert worden und nur noch wenige überlebende Menschen fristen ihr Dasein auf einer Plattform irgendwo im Meer, weit entfernt vom tödlichen Festland. Glücklicherweise gibt es einen Ort, eine Insel um genau zu sein, die von dieser Kontaminierung verschont geblieben ist. Diese stellt die letzte Hoffnung der Menschheit dar ihre Spezies zu erhalten und den Planeten irgendwann einmal wieder bevölkern zu können. Zu diesem Zweck finden in regelmäßigen Abständen Lotterien statt, deren Gewinner auf die Insel reisen und für den Fortbestand der Rasse sorgen dürfen. Einer der Überlebenden ist Lincoln Six Echo (Ewan McGregor). Doch er ist nicht wie die anderen.Er spürt dass irgendetwas nicht stimmt und stellt alles in Frage woran seine Mitmenschen glauben. Als eines Tages seine Freundin Jordan Two Delta (Scarlett Johansson) für die Insel ausgewählt wird, findet Lincoln heraus, dass seine schlimmsten Befürchtungen übertroffen werden. Denn tatsächlich hat es niemals eine Kontaminierung der Erde gegeben. Die Insel ist nur eine Erfindung und die Insassen selbst sind keineswegs Überlebende, sondern Klone! Klone von wohlhabenden und berühmten Menschen, denen sie eines Tages als Ersatzteillager dienen sollen. Es gelingt den beiden zu fliehen, doch die Firma kann natürlich nicht zulassen, dass ihre Produkte frei herumlaufen. Es beginnt eine mörderische Jagd...

Regisseur Michael Bay hat über die Jahre eine beindruckende Serie von Kinohits gedreht. Meist mit Produzent Jerry Bruckheimer im Schlepptau zeichnet er verantwortlich für Blockbuster wie die beiden Bad Boys Teile, Armageddon oder zuletzt die Transformers Trilogie. Dass diese Streifen allesamt zu Kassenknüllern avancierten liegt unter anderem an den zumeist selben Zutaten. Virtuos ausgearbeitete Actionszenen werden ergänzt durch State of the Art Special Effects, begleitet von einer nicht allzu tiefgründigen Story. Getragen wird die ganze Handlung von in der Regel gut aufgelegten und sympathischen Darstellern.

The Island trägt augenscheinlich die gleiche Handschrift (obgleich der erste Film ohne die Unterstützung von Bruckheimer), geht aber an bestimmten Stellen einen grundlegend anderen Weg. Zuerst einmal lässt sich Bay deutlich mehr Zeit als sonst um die Geschichte einzuführen und die Charaktere vorzustellen. Bis es zum ersten Mal richtig kracht ist bereits ein Viertel des Films vergangen und man befindet sich mitten im Geschehen. Was man in diesen knapp 40 Minuten zu sehen bekommt ist zwar nichts grundlegend neues, es gelingt aber zu verdeutlichen wie unmenschlich mit den Bewohnern der Plattform umgegangen wird. In die immer wieder aufflammende Diskussion rund um die Genforschung und natürlich hier insbesondere das Klonen von menschlichen Wesen gut passend, hält sich der Regisseur allerdings nicht wirklich lange mit einer echten gesellschaftlichen Kritik auf. Sich mit diesem, nennen wir es einmal vorsichtig moralischen Konflikt" auseinander zu setzen würde dann doch Rahmen und evtl. auch Massentauglichkeit eines immerhin als Popkorn-Blockbuster ausgelegten Streifens sprengen.

Also begeben wir uns nach genannter Vorlaufzeit" auf das Terrain auf dem sich Bay am besten auskennt. Die Actionsequenzen sind wie gewohnt spannend und technisch perfekt inszeniert. Schön dabei zu sehen ist, dass es ihm immer wieder wichtig ist schöne Bilder auf die Leinwand zu zaubern. Wenn Lincoln z.B. mit seinem Sponsor vor den Kopfgeldjägern flieht, fährt er durch ein großes kuppelartiges Bauwerk. Die gewaltige Kulisse erstrahlt dann in einem warmen Rot-Ton der Sonne und gleicht einer modernen Photographie.

Bei der Wahl der Darsteller geht Bay keinerlei Experimente ein und verlässt sich einerseits auf aktuelle Stars wie Ewan McGregor und Scarlett Johansson, greift aber auch wieder auf alte Bekannte aus seinen anderen Filmen zurück. Michael Clarke Duncan darf halb aufgeschnitten aus einem OP fliehen und Steve Buscemi ist einmal mehr als etwas obskurer und leicht abgewrackter Computertechniker in seinem Element. Doch auch die Hauptdarsteller machen ihre Sache gut und sind sowohl in den Actionszenen als auch bei den witzigeren Einlagen immer schön anzusehen.

Ein weiteres für Michael Bay Verhältnisse untypisches Detail ist das nahezu vollständige fehlen von Pathos und dem teilweise doch sehr nervenden Patriotismus. Dafür haben die Macher aber anscheinend die Macht des Product-placement entdeckt. Ob nun die von allen getragenen Puma Schuhe, die Kampfsimulation mit X-Box Logo oder die Info Box von MSN-Search...ich könnte noch ein wenig so weiter machen, aber glücklicherweise schmälert diese doch sehr offensichtliche zweite Einnahmequelle nicht den weiteren Genuss des Betrachters. Steve Jablonskys Filmmusik trägt abschließend noch seinen guten Teil zur insgesamt angenehmen Stimmung des Filmes bei.

Wer das nun alles gelesen hat ist sich sicher dass es dem Regisseur gelungen ist seine Serie von Hits ungebrochen fortzusetzen. Leider stimmt das aber nur zum Teil, denn laut Internet Film Datenbank imdb hat The Island in den USA während seiner gesamten Laufzeit gerade einmal knappe 36 Millionen Dollar eingespielt. Verglichen mit seinen anderen Produktionen und bei einem geschätzten Budget von über 120 Millionen Dollar kann man dies als alles andere als einen Erfolg bezeichnen. Ob dies nun daran liegt dass eben diesmal nicht regelmäßig Stars and Stripes im Bild zu sehen sind oder während der Handlung für den durchschnittlichen Michael Bay Fan einfach zu oft nachgedacht werden kann...ich weis es nicht.

Dass der Streifen letzten Endes doch nicht als kompletter Flop in die Geschichte eingeht und zumindest einmal seine Produktionskosten wieder reingeholt haben sollte, verdanken die Warner Bros. einmal mehr den immer wichtiger werdenden und den US-Kinogängern mittlerweile den Rang abgelaufenen Zuschauern außerhalb der Staaten. Dort war The Island nämlich mit fast 125 Millionen Dollar sogar noch erfolgreicher als Bays 2 Jahre zuvor erschienener Hit Bad Boys II.

Fazit:
Warum diesem Film der Erfolg in den USA versagt blieb wird für mich auf ewig ein Rätsel bleiben. The Island ist ein grundsolider Film und um Welten besser als die "ich-kann-mich-nicht-enscheiden-wenn-ich-eigentlich-haben-will" Geschichte PEARL HARBOR (die in den USA aber weitaus mehr eingespielt hat...). Dem Streifen gelingt es genau das zu erreichen was ein Popkorn Film soll: er unterhält, ist spannend...und wer will, kann sogar ein wenig nachdenken.


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