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Rezensionen verfasst von
Robert Fischer (Muenchen, Germany)
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Kid Icarus
Kid Icarus
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Suchbewegungen, 19. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Kid Icarus (MP3-Download)
Tim Allhoff ist einer der besten jungen (Jahrgang 1980) Pianisten des Landes, aber im Trio hat er seinen eigenen Weg noch nicht gefunden. Diese Einspielung hier ist eher Ausdruck vielfältigster Suchbewegungen – statt einer Visitenkarte gibt er auf "Kid Icarus" gleich elf Karten ab, quasi für jedes Stück eine. Das kann man natürlich gut finden, im Sinne von bunt und vielfältig, und das ist es ja auch. Mir aber fehlt eine künstlerische Handschrift, die das alles zusammenhielte. Und, ehrlich gesagt, mir rumpelt auch das Schlagzeug zu laut (und zu schlicht, etwa gleich im Eingangsstück "Through the Looking Glass"): Es ist überhaupt auffallend, wie in der Nachfolge von e.s.t. immer mehr Klaviertrios sich mit rockigem Schlagzeugauftritt versuchen, von Michael Wollny über Helge Lien bis zu Julia Kadels gerade eben erschienenem Debüt. Das Tim Allhoff Trio liegt hier also voll im Trend – aber wer sich beispielsweise noch einmal "Imprint" vom Julia Hülsmann-Trio anhört, der wird sich davon überzeugen können, um wie viel nuancenreicher, fantasievoller, ja: mitreißender das feine, leise Schlagzeugspiel eines Heinrich Köbberling ist. Und man beginnt zu verstehen, was Manfred Eicher meinte, als er zu Peter Erskine sagte, sein Schlagzeugspiel klinge so, als würde das Drum Set von Billy Cobham die Treppe hinunter poltern ...
Interessant wäre es, Tim Allhoff mal in einer (gern eine CD langen) Soloeinspielung zu hören: Der Mann hat nämlich RICHTIG was drauf!


Lathe of Heaven
Lathe of Heaven
Preis: EUR 17,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berauschend, 12. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Lathe of Heaven (Audio CD)
Wirklich erstaunlich, was ein Quartett ohne Melodieinstrument so alles auf die Beine stellen kann: Diese Produktion hier ist jedenfalls außergewöhnlich spannend geraten – Musik, die klingt wie ein auf die ihm zugrundeliegende Bleistiftskizze abgespecktes Ölgemälde. Man ahnt noch die Opulenz des Ganzen, mit welchen Pfunden diese Musik (und DIESE Musiker!) wuchern könn(t)en, und bekommt doch deren Quintessenz vor Ohren geführt: zwei Lead- (und Lied-)stimmen (das knochentrocken klingende, mich ein bisschen Archie Shepp erinnernde Tenorsaxophon von Mark Turner und die Trompete des nicht mit dem gleichnamigen israelischen Bassisten zu verwechselnden Avishai Cohen), eingebettet in das überaus nuancenreiche Rhythmus- und Harmoniegespann von Joe Martin am Bass und Marcus Gilmore an den Drums. Was mir am besten an dieser Musik gefällt, ist, dass man sie eher weniger gut "nebenher" hören kann – konzentriertes Zuhören wird hier wirklich belohnt! Am besten: Handy auf stumm schalten, zurücklehnen, hören & genießen.


Glück
Glück
DVD ~ Alba Rohrwacher
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Arthouse, 20. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Glück (DVD)
Das ist weniger ein Film als vielmehr ein Trip: eine schaurigschöne Meditation über die Liebe, die erstaunlicherweise Lust darauf macht, die ihr zugrunde liegende Erzählung von Ferdinand von Schierach zu lesen. Aber auch ohne sie gelesen zu haben, liegt die Vermutung nahe, dass Doris Dörrie hier etwas sehr Seltenes gelingt: Literatur nicht zu illustrieren, sondern Bilder zu finden für etwas, das "der Literatur" eine neue Ebene gibt. Vielleicht deshalb sind die stärksten Passagen in diesem Film auch die, in denen (lange) gar nichts gesprochen wird. Mit den von Doris Dörrie erfundenen Bildern aber bekommt das Gezeigte eine Poesie, die man auch im internationalen Arthousekino (geschweige denn im Mainstream) nicht oft sieht: ein Meisterwerk. Für mich ist das ein gar nicht so kleines Filmwunder, mit herausragenden Darstellern und einer geradezu sinnlich wahrnehmbaren Bildsprache; und dass "Glück" in der TAZ von Christa Nord als "Trivialkitsch" denunziert wurde, diskreditiert für mich in erster Linie Frau Nord als Kritikerin: Für ein solches Fehlurteil gibt es eigentlich nur zwei Gründe: entweder man hat keine echten Gefühle, oder man traut sich nicht, welche zu haben. Alle anderen aber, die sich, noch, trauen, wird dieser Film nicht unberührt lassen. (Und der eine oder andere wird sogar bereit sein, das auch zuzugeben.)


Vogelfrei: Ein Fall für die Kalte Sofie
Vogelfrei: Ein Fall für die Kalte Sofie
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine für alle, 16. August 2014
Wer bereits den ersten Krimi mit der Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth aus München-Giesing verschlungen hat, dem wird es hier nicht viel anders ergehen. Regionalkrimis, heißt es, liegen im Trend, und wenn man diesen "neuen Fall für die Kalte Sofie" liest, weiß man auch warum: Das hat, im besten Fall wie hier, Charme, Lokalkolorit und Spannung pur, was dazu führt, dass man am Ende des Buches am liebsten gleich den nächsten Fall lesen würde. Hoffentlich gibt's bald mehr von "unserer Sofie"!


Bonaparte (inkl. digitalem Bonusmaterial)
Bonaparte (inkl. digitalem Bonusmaterial)
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Into the Wild, 9. August 2014
Es ist immer wieder erfrischend, jemand zu hören, über den man gar nichts weiß: In diesem Fall also: Bonaparte, in der aktuellen Aspektesendung mit halbem Ohr gehört, spannend gefunden. Download gekauft, angehört, bis auf das nervtötende "Wash your Thighs" immer noch sehr spannend gefunden. Hätte schwören können, dass das eine One-Man-Produktion ist, ein Wahnsinniger im Heimstudio mit jack whiteschen Genieanklängen, der irgendwann einmal sehr viel Kinks oder Ray Davies (kennt die noch jemand?) gehört haben muss. Aber dann: Eine Berliner Band soll das sein? Und der Schweizer Tobias Jundt ihr Mastermind? Also der mit den blonden Strähnchen in Aspekte? Was ja irgendwo auch schon wieder nur ein Witz sein kann. Will sagen: Ich find das klasse. Kommt jetzt fürs erste in die Dauerrotation: Into the Wild.


True Detective Staffel 1 [3 DVDs]
True Detective Staffel 1 [3 DVDs]
DVD ~ Michelle Monaghan
Preis: EUR 22,99

21 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gegen den Hype, 9. August 2014
Rezension bezieht sich auf: True Detective Staffel 1 [3 DVDs] (DVD)
Doch, die Stärken der Serie liegen auf der Hand: Klug konstruiert, super gespielt, atmosphärisch dicht über vier Folgen erzählt mit Dialogen, die man gerne lesen und zweifellos für (gute) Literatur halten würde. Aber dann, mit Folge fünf und der Undercovergeschichte im arg klischeehaft geratenen Rockermillieu, verliert die Serie für mich sukzessive an Glaubwürdigkeit. Was soll das? fragt man sich spätestens hier, und dieses Fragen setzt sich leider bis zum Ende fort. Vor allem die letzte Folge ist richtig ärgerlich: Wer da alles überlebt (mit einem Messer im Bauch, einem Hackebeilchen in der Brust) – das überstrapaziert selbst die gutgläubigste Gutgläubigkeit. Und dann die abschließende Meditation (Dunkel versus Licht): Da beleidigt der Autor die eine halbe Serie lang durchaus geforderte (und geschmeichelte) Intelligenz des Zuschauers. Für mich hat sich Nic Pizzolatto, der sich das ganze ausgedacht und geschrieben hat, letztlich doch übernommen. Soll heißen: Da zeichnet er eine Person acht Folgen lang so, dass sie am Ende ganz sicher nicht das Fazit zieht, das ihm der Autor dann aber doch in den Mund legt: Das Licht siegt. Na, wenn das so ist. Zuletzt wird uns dann auch noch "der Böse" präsentiert, ein Narbengesicht mit dem Charisma einer Schießbudenfigur … Bleibt am Ende, für mich, das Fazit, dass "True Detektive" letztlich doch nur eine reichlich schräge Buddiesgeschichte geworden ist, mit hübschen Merksätzen wie "Du willst ein Weiberheld sein und erkennst keine Stalkerfrauen?", in der Frauen ansonsten aber allenfalls eine Nebenrolle spielen. Und, ganz ehrlich: Solche Buddiesgeschichten öden mich dann doch ziemlich an.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 20, 2014 2:55 AM MEST


Time
Time
Preis: EUR 17,98

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Joy …, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Time (Audio CD)
… releases you from the prison of your mind: Sinnsprüche wie diesen wirft uns Anthony Joseph auf dieser großartigen Einspielung gleich im Dutzendpack an den Kopf, und das Erstaunliche dabei – es "stört" nicht im Mindesten. Obwohl: So erstaunlich ist das vielleicht auch wieder nicht, denn erstens hat der Mann eine supercool-volltönende Stimme, die er durchaus literarisch-hochtönend einzusetzen vermag, und zweitens hat er sich hier das Musik- und Soundpaket von der genialkapriziösen Meshell Ndegeocello (selbst gerade mit einer ziemlich gelungenen "Comet, Come to me"-Novität am Start) auf den zweifellos aparten Leib schneidern lassen. Entstand ist dabei ein offenbar süchtig machendes Soundgebräu, das zeigt, dass der in London lebende Mann aus Trinidad
im kleinen Finger mehr Soul hat als die meisten Möchtegern- oder Tatsächlich-Rapper in ihren Ärschen. Ähem. Will heißen: Der Mann könnte eigentlich auf suahelisch rezitieren – so lange das alles nur mit SOLCHEN GROOVEs, so laidback und hochkonzentriert daherkommt wie hier. Was nicht heißt, dass der Mann nichts zu sagen hätte – aber wenn DAS aus den Lautsprechern kommt, möchte man, möchte ich, erst einmal tanzen und sich mit der Welt zu einem kreisenden Etwas vereinen. Das könnte dann von mir aus ewig so gehen, und wenn die erste Ewigkeit vorbei ist, kann man ja auch mal wieder auf die Worte achten, sich gar an gänzlich unbegleiteten Passagen erfreuen. "Alice of the River" erzählt beispielsweise von Anthonys Schwester: Deren Tochter hat sich umgebracht, und wie man daraus ein "Stück" machen kann, das eine Lebensgeschichte zum Funkeln bringt (ohne peinlich zu sein) – das muss ihm erst mal einer nachmachen. Sieht so aus, als lohnte es sich doch, genauer auf die Worte zu achten, denkt man (spätestens) da. Und, ja: it does. Anthony Joseph macht Soundtracks, die auch ohne Bilder funktionieren, Hörspiele für diejenigen, die sich auch am reinen Klang der Worte berauschen können – und die eigentlich geradezu danach "schreien", von Quentin Tarantino verfilmt zu werden. Und was mich betrifft, so halte ich es in diesem Fall mal mit Prince: Der hatte es nämlich auch mit der JOY. Und zwar mit: Joy in repetition.


Draußen: Mit der Kamera um die Welt
Draußen: Mit der Kamera um die Welt
von Udo Bernhart
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Ereignis, 4. Juli 2014
Wer wissen will, was einen guten Fotografen von einem sehr guten unterscheidet, der schaue sich am besten mal dieses Buch hier genauer an: Der südtiroler Weltbürger Udo Bernhart, den es wie viele seiner Landsmänner schon früh aus dem engen Tal hinaus in die große Weite zog, hat einen ganz eigenen Weg gefunden, sich eben diese Welt anzueignen. Das führt zum einen dazu, dass man selbst sattsam bekannte Motive wie neu entdeckt. Und das führt zum anderen dazu, dass man auf anderes aufmerksam wird, das man ohne Bernhards fotografischen Blick – jedenfalls so – kaum je gesehen hätte. Wirklich etwas Besonderes, ja, zum Ereignis wird dieses Buch aber nicht allein durch die exzellente Fotografie, sondern erst als Ganzes, also durch Text und Bild. Wer darin nur blättert, dem entgeht die Hälfte. Wer es auch liest, dem wird vielleicht deutlich, was das Besondere an diesen Bildern ist – dass Udo Bernhart wirklich eine eigene BildSPRACHE entwickelt hat. Manchmal sagen diese Bilder mehr als alle Worte, manchmal möchte man doch noch etwas mehr darüber erfahren. Zum Glück kann Bernhart nicht nur fotografieren, sondern auch schreiben, und so rundet sich dieses Buch in Text und Bild zu einem lesens- und sehenswerten Selbst- und Weltporträt, das ich jedem empfehlen möchte, der sich für unsere Welt, für die Menschen unterschiedlichster Kulturen, und nicht zuletzt auch für die Arbeit eines "Reisefotografen" interessiert. Wobei Udo Bernhart natürlich doch viel mehr ist, als "nur das". Auch davon erzählt dieses wunderbare Buch.


Depart
Depart
Preis: EUR 20,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Powertrio, 28. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Depart (Audio CD)
Warum diese Produktion nicht auch bei act erschienen ist? Siggi M. Loch wird es schon wissen – aber es spricht nicht für ihn als Label-Genius, dass er sich nicht mit all seinen verbliebenen Kräften dafür eingesetzt hat. (Okay, für Manu Katche setzt er sich gleich in den Flieger nach Paris – aber wird der jemals eine so geniale Musik einspielen wie Depart?) Doch das nur am Rande: Depart, nun mit einem neuen Schlagzeuger, Martin Valihora, ist das aufregendste, spannendste europäische, wenn nicht internationale Bandprojekt der letzten Jahre. Was die drei etwa aus dem Erzherzog-Johann-Jodler machen: Man muss es einfach gehört haben! Da hilft es natürlich, dass jeder für sich ein absoluter Meister – mathias rüegg vom Vienna Art Orchestra würde sagen: ein Killer! – auf seinem Instrument ist. Was Heiri Känzig auf dem Kontrabass hinlegt, sucht seinesgleichen; Harry Sokal ist einer der ganz wenigen Postcoltrane-Saxophonisten, die sich mit dem "Post" nicht lange aufhalten, sondern auf der coltraneschen Basis eigene Spuren legen, in die andere dereinst, wenn sie es denn können, mal wandeln werden. Martin Valihora fügt sich an den Drums nahtlos ein – kein "Streichler" an den Becken, sondern ein Mann, der seiner Snare gehörig Saures gibt. Richtig interessant wird es aber erst, wenn das Ganze dann mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Und genau das ist DEPART: Power pur – Jazz(rock) auf der Höhe der Zeit – mit lyrischen Höhepunkten wie dem (im Duo Bass-Saxophon eingespielten) Guggisberglied. Ein Hör-Erlebnis!


Trios Live
Trios Live
Preis: EUR 16,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen You've got the power!, 28. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Trios Live (Audio CD)
Das letzte Mal, dass ich so energetisch-kraftvolle Triomusik gehört habe, war Depart, das österreichisch-schweizerische Kraftpaket um den Ausnahmesaxophonisten Harry Sokal und den nicht minder virtuos-einfallsreich-volltönend-flageolettverliebten Heiri Känzig am Bass. Hier ist nun Joshua Redman die treibende Kraft, und statt der – durch den bluenoteschwangeren Jazzwolf gequirlten – alpenländischen Töne sind es hier Brecht/Weill sowie, man höre und staune, Led Zeppelin (also: Jimmy Page), die uns mit Verve um die Ohren geblasen werden. "The Ocean", live aufgenommen wie alle übrigen Stücke, würde für sich allein den Kauf dieser Produktion rechtfertigen. Da zeigt sich mal wieder, was Jazz, in seinen besten Momenten, auch, kann: altbekannte Nummern erst mal bis aufs Skelett abfieseln, dann eine Prise eigene Genialität hinzugeben, und das Ding neu zum Funkeln bringen. Grandiose Musik, grandios gespielt. MUSS man haben!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 21, 2014 4:25 PM MEST


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