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Wortwelten "Wortwelten"

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Suppen, die glücklich machen
Suppen, die glücklich machen
von Cornelia Schinharl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abwechslungsreiche Suppenküche, 17. Dezember 2013
Für Suppenfreunde ist dieses Kochbuch eine wahre Fundgrube. Übersichtlich nach Jahreszeiten sortiert, findet man hierin immer das passende Rezept zur aktuellen Stimmung und/oder Wetterlage. Beginnend mit Brühen werden darauffolgend verschiedene Suppenideen für den Frühling, Sommer, Herbst und Winter vorgestellt, die meisten mit sehr hochwertigen Fotos illustriert. Zu jedem Kapitel findet man ebenfalls Rezepte für Beilagen wie Brote und Gewürzmischungen.

Die Rezepte selbst sind sehr übersichtlich in einzelne Schritte unterteilt, sodass sich die Suppen kochen lassen, ohne dass man vorher die gesamte Beschreibung gelesen haben muss. Einige Rezepte fallen hierbei durch ungewöhnliche Gewürze oder Kombinationen auf, die sicher nicht immer jedem schmecken, für Experimentierfreunde aber sehr spannend sind. Zudem lassen sich viele Anleitungen einfach abwandeln, falls einzelne Ingredienzien unerwünscht sind.

Alles in allem also ein gut strukturiertes und sehr schön gestaltetes Kochbuch mit interessanten Suppenideen. Zum Ausprobieren für jede Jahreszeit geeignet.


The Lovely Way. Nur wenn du aufgibst, wird der Tod lebensgefährlich
The Lovely Way. Nur wenn du aufgibst, wird der Tod lebensgefährlich
von Sanne Näsling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,95

5.0 von 5 Sternen Vom Leben in Gedanken, 17. September 2013
Inhalt

Ja, worum geht es in diesem Roman überhaupt?
Wir haben einerseits die Protagonistin und Ich-Erzählerin Mary, geschätzt fünfzehn Jahre alt, deren Vater noch vor ihrer Geburt starb und deren Mutter sich nun einen neuen Typen angelt, den Mary nicht besonders mag.
Dazu gesellt sich Marys beste Freundin Lovely, die ziemlich verrückt zu sein scheint. Mitunter wirkt sie fast manisch-depressiv, leidet unter gelegentlichen Panikattacken namens Yngve und schwänzt in deren Folge gelegentlich die Schule. Dennoch wirken beide ziemlich intelligent, wissen einiges über Literatur und Musik und flüchten sich in ihre Gedankenwelten, in ihre fiktive Wohnung in London, und in Nachmittage voller Zimttee, Nagellack und Kirschmundküsse. Vor allem jedoch leiden sie unter einer unstillbaren Sehnsucht, einer tiefen Einsamkeit, die auch die jeweils andere nicht zu stillen vermag. Sie suchen immer wieder neue Grenzen, die sie durchbrechen können, und damit Wert- und Moralvorstellungen, die dem bürgerlichen Durchschnitt trotzen. Sie versuchen, aus ihrem Alltag auszubrechen, egal wie.

Meinung

The Lovely Way ist ein Buch, das sich schwer greifen lässt. Die einzelnen Szenen sind meist sehr kurz, schälen nur Bruchstücke aus Marys und Lovelys Leben und werfen es dem Leser vor die Füße, scheinbar zusammenhangslos. Vieles wird lediglich angedeutet und schwingt subtil zwischen den Zeilen, einige Elemente bleiben dabei sehr vage und interpretationsoffen. Dennoch folgt die Geschichte einem dünnen rosa Faden, einer chronologischen Reihenfolge und inhaltlichen und metaphorischen Zusammenhängen. Sie choloriert die Freundschaft zwischen Mary und Lovely – die durchaus auch Elemente einer Liebesbeziehung enthält –, eine Art Erwachsenwerden, ihre Erfahrungen mit Alkohol und Sexualität, ansatzweise auch ihr soziales Umfeld. Und über alldem hängt eine tiefgehende melancholische Stimmung. Man spürt die Einsamkeit der beiden Protagonistinnen, und je detaillierter sie sich ihr zukünftiges Leben in London ausmalen, desto klarer wird, dass sie dieses Leben niemals leben werden. Irgendwo in ihrer Freundschaft ist ein unsichtbarer Riss, etwas, das sie unmerklich auseinandertreibt, und das hat viel mit Lovely zu tun, so wenig greifbar sie auch bleibt. Gleichzeitig suchen die beiden Mädchen nach Rettung aus dem, was ihr, so kommt es ihnen vor, tristes Leben ausmacht, und diese Rettung suchen sie in der jeweils anderen und in Lebensmaximen, die nicht denen ihrer Umgebung entsprechen.

„MORE IS MORE“, lautet beispielsweise einer ihrer Leitsprüche (S. 77). Mehr Lippenstift, mehr Leben, mehr Träume, auch mehr Gewalt. Denn Körperlichkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, sowohl auf sie selbst bezogen als auch in Verbindung mit anderen. Da sind Lovelys Panikattacken, die zu Zusammenbrüchen führen, ihr subtiler Hang zur Selbstverstümmlung, und die Körperlichkeit, die auch die Freundschaft der beiden Mädchen prägt. Marys Suche nach sexueller Erfahrung mit Jungs, die nichts mit Liebe zu tun hat. Lovelys Sammlung von Kunstwerken und irgendwelchen Gegenständen, die sie stets mit dem Schild versieht: „VORSICHT! BITTE DAS SUBJEKT BERÜHREN“

Auch wenn die beiden Mädchen auch andere Freunde haben, bilden sie eine Art Nukleus in ihrem Weltgefüge, mit ihrer eigenen, wie sie es nennen, Version von der Welt. Doch was ist, wenn sich diese Versionen verschieben? Wenn eine von beiden der Realität, oder zumindest einer anderen Weltversion, näher rückt als der, die sie sich selbst erschaffen?

Genauso subtil wie der ganze Roman ist auch das Ende. Es lässt den Leser ein wenig ratlos zurück, unsicher, ob das nun wirklich ein Ende ist oder ob die Geschichte einfach genauso mittendrin endet, wie sie mittendrin angefangen hat. Das muss wahrscheinlich jeder für sich selbst entscheiden. Mir zumindest hat der Roman sehr viel gegeben, auf eine unscheinbare Art und Weise. Er zeigt, dass man Geschichten auf vielfältige Weise erzählen kann, dass ein anderes Schema ganz andere Perspektiven zulässt, dass das, was sie ausmacht, die Figuren sind und ihre Plastizität und weniger der Inhalt. Er zeigt, wie schön und scheinbar einfach man mit Worten malen kann. Und er transportiert diese milde Art von Traurigkeit, die nur Geschichten vermitteln, die auf eine stille Weise genauso wahr wie auch erfunden sein können.

Fazit

Weit ab vom Mainstream erzählt dieser sehr schöne, irgendwie melancholische, irgendwie verrückte Roman von einer einzigartigen Freundschaft und der Unmöglichkeit der eigenen Träume.


Wiegenlied für kleine Ganoven: Roman
Wiegenlied für kleine Ganoven: Roman
von Heather O'Neill
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über einsame Kinder, 23. Juli 2013
Etwa anderthalb Jahre lang begleitet man Baby in ihrem Leben, die Zeit, in der sie dreizehn wird, in der sie ein großes Stück ihrer Kindheit verliert. Es ist die Perspektive der erwachsenen oder zumindest schon deutlich älteren Baby, die diese Monate schildert und bewertet, und trotzdem ist es eine Wahrnehmung, die etwas Kindliches und Naives hat, die immer nah an der Hauptfigur bleibt.

Baby und ihr viel zu junger Vater Jules führen ein unstetes Leben. Er war fünfzehn, als Baby geboren wurde, ihre Mutter starb kurz nach der Geburt. Immer wieder wechseln die beiden ihre Wohnung im Rotlichtviertel Montreals, sie leben ärmlich und Jules verbraucht das meiste Geld für Heroin. Nicht wirklich die richtige Umgebung für eine Zwölfjährige, doch Baby ist nicht nur unglücklich. Sie geht gern zur Schule, sie achtet darauf, ihre Hausaufgaben zu erledigen, sie treibt sich mit anderen Kindern auf der Straße herum, sie liebt ihren Vater. Es ist eine besondere Art der Freiheit, die sie lebt, eine besondere Art von Freundschaften, die jedoch nie von Dauer sind.

Ab und an muss Jules wegen seiner Tuberkulose ins Krankenhaus oder aufgrund der Heroinsucht in die Entzugsanstalt. Monate, die Baby in einem Kinderheim oder einer Pflegefamilie verbringt, doch auch diese Zeiten sind nicht schwarz, auch hier lernt sie besondere Menschen kennen, die für kurze Zeit wichtig sind. Aber immer nur für kurze Zeit. Das, was ihr fehlt, ist Stabilität, eine konstante Form der Aufmerksamkeit und Zuneigung. Denn je älter und erwachsener sie wird, desto mehr entfremdet sie sich von ihrem Vater, dem einzigen Menschen, der immer bei ihr blieb, und mit dieser Entfremdung verliert sie den einzigen Halt in ihrem Leben. Man ahnt schon, dass sie Erfahrungen sammelt, die weder eine Zwölf- noch eine Dreizehnjährige noch irgendwer sonst sammeln sollte. Man weiß, dass das Leben auf der Straße sehr grausam sein kann, besonders im Winter. Und trotzdem wird die Geschichte nie richtig schlimm. Die Autorin findet eine mitunter leicht melancholische und sehr, sehr schöne Sprache, eine nahezu sanfte Erzählform, die ein besonderes Gespür für dieses Kind und seine Lebensweise reflektiert, die auch die harten Erfahrungen abwehren kann. Dazu gehören die ungewöhnlichen Vergleiche und Bilder, derer sie sich zur atmosphärischen Beschreibung von Situationen und Beziehungen bedient:

„Hinterher saßen wir alle auf der Couch und zogen Bonbons durch den schmalen Schlitz, den Lester in die Piñata gemacht hatte. Es lagen nicht so viele Süßigkeiten drin, also aßen wir langsam. Jedes Bonbon war, wie ein Küken zu früh aus seinem Ei zu holen.“ (S. 14)

Der Roman handelt sehr viel von Einsamkeit. Er handelt von Kindern, die zu früh eine Art der Verantwortung tragen müssen, mit der sie nicht umgehen können, und die sich trotzdem mit einer Verzweiflung an das Leben und jeden Fetzen Liebe klammern, dass es fast weh tut. Sie sind fies und grausam, sie sind jung und naiv, sie sind sanft und still. Sie werden zurückgestoßen und vergessen, sie werden von den Erwachsenen gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Aber sie geben nicht auf. Und so bleibt der Roman, trotz der an sich schweren Thematik, irgendwie auch hoffnungsvoll. Nicht alle Kinder sind so stark und klug wie Baby, das weiß man. Nicht alle Kinder überleben auf der Straße, schon gar nicht weitestgehend unbeschadet, auch das ist klar. Trotzdem erzählt die Autorin hier eine Geschichte, die zwar nicht der lockeren Unterhaltung dient, die aber auch nicht nur zu erdrücken versucht. Ja, es ist, trotz allem, ein sehr schöner Roman. Und so etwas zu schreiben, muss man erst einmal schaffen.


Wir beide, irgendwann
Wir beide, irgendwann
von Jay Asher
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurzweiliger, aber eher belangloser Jugendroman, 14. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Wir beide, irgendwann (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:

Eigentlich sind Emma und Josh, beide 16 Jahre alt, die besten Freunde. Eigentlich haben sie bereits ihr ganzen Leben miteinander geteilt. Doch vor einem halben Jahr, als Josh versuchte, aus ihrer Freundschaft mehr werden zu lassen, reden sie kaum noch miteinander, obwohl sie dieselbe Highschool besuchen und direkt nebeneinander wohnen.
Eines Tages im Jahre 1996 richtet Emma auf ihrem neuen (und ersten) Computer ihren Internetzugang ein und landet dabei auf einer Seite, von der sie noch nie gehört hat: Facebook. Sie stöbert in ihrem Profil, ihrer Identität der Zukunft (2011), die fünfzehn Jahre älter ist als sie. Verwirrt von diesem Ereignis zeigt sie die Seite Josh, der darauf ebenfalls sein Profil findet. Erst können sie kaum glauben, was sie dort entdeckt haben, doch als Emma bemerkt, wie unglücklich sie in fünfzehn Jahren sein wird, versucht sie, ihre Zukunft zu verändern. Ganz zu Joshs Missfallen, der glücklich mit dem beliebtesten Mädchen der Schule verheiratet sein wird.

Meinung:

Das Buch lässt sich in etwa vier Stunden gut durchlesen. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und stellt daher keine besondere Herausforderung an den Leser, schafft aber auch keine besondere Atmosphäre. Auch wenn die Geschichte abwechselnd aus Emmas und Joshs Perspektive erzählt wird und diese von zwei Autoren festgehalten werden, ist kein großartiger Unterschied im Ton dieser beiden Ich-Perspektiven auszumachen. Die Figuren sind zwar klar, aber auch relativ einfach gehalten. Emma ist weitestgehend selbstbewusst, lässt sich aber nicht auf tiefe Emotionen ein. Josh hingegen verkörpert den netten, braven Jungen von nebenan, den zurückhaltenden Künstler. Darüber hinauf fehlt es ihnen jedoch charakterliche Tiefe und vor allem Emma wirkt meist unsympathisch. Zudem fehlen den beiden innige und emotionale Momente, die den Leser mitfiebern lassen, denn auf welches Ende die Geschichte hinauslaufen soll, ist eigentlich von Anfang an klar.
Das Facebook-Thema, die Grundlage des Romans, ist eigentlich sehr interessant und hätte einiges an Spannungselementen geboten, allerdings wird diese Idee sehr lasch umgesetzt. Die Facebook-Kommentare ähneln sich, egal, wer sie geschrieben hat, und wirken meist belanglos und fast nie witzig. Und Zusatzfunktionen werden nur sehr wenig eingesetzt. Ein paar Infos zur eigenen Person und Kommentare auf der Profilseite, ab und an Fotos, das sind die Hauptelemente, mit denen der Roman spielt. Chatgespräche und Mails, Verlinkungen, Videos etc. werden gar nicht in die Handlung eingebaut, obwohl sie das ganze Zukunftselement sehr viel spannender gestaltet hätten. Davon abgesehen wird das Glück der eigenen Zukunft (und der anderer) lediglich daran gemessen, welchen Beziehungsstatus man hat, was man arbeitet und wie viel von den eigenen Träumen übrig geblieben ist. Aus der Sicht von Jugendlichen ist das zwar ansatzweise verständlich, aber trotzdem scheint es merkwürdig, dass so wenig Neugierde auf das Leben anderer Personen und auf die Zukunft der Welt im Allgemeinen vorhanden ist. Zudem glauben die beiden Hauptfiguren viel zu schnell daran, dass dieses ihnen unbekannte Facebook tatsächlich real ist.

Fazit:

"Wir beide, irgendwann" ist ein netter Jugendroman, der jedoch bei Weitem nicht seine Möglichkeiten auskostet. Dafür fehlt ihm das Feingefühl für die emotionalen Aspekte der Geschichte und auch die Charakterisierungen der zentralen Figuren treiben an der Oberfläche. Die Idee, den Beginn des Internetzeitalters als Grundlage zu nehmen und Facebook als einen Blick in die eigene Zukunft ist interessant, doch leider eher einfallslos umgesetzt. Sprachlich zeichnet sich der Roman nicht besonders aus, ist aber zielgruppennah gehalten.
Trotz der zahlreichen Kritikpunkte bietet er kurzweilige Unterhaltung für einen verregneten Sonntag, ohne große Spuren zu hinterlassen.
Ich würde 2,5 Sterne geben.


Jane Eyre
Jane Eyre
DVD ~ Mia Wasikowska
Preis: EUR 5,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düster, aber mit Schwächen, 9. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre (DVD)
Es ist schon über zehn Jahre her, dass ich "Jane Eyre" gelesen oder eine Verfilmung des Klassikers (die 1996er mit Charlotte Gainsbourg und William Hurt, andere kenne ich bisher nicht) gesehen habe. Daher waren meine Erinnerungen an das Werk, als ich nun diese Verfilmung von Fukunaga sah, nicht mehr ganz frisch. Auch wenn ich vorher wusste, dass der Film etwas düsterer sein würde, habe ich insgesamt wohl etwas anderes erwartet und war von der Umsetzung stellenweise ziemlich überrascht.

Ganz kurz zum Inhalt:
Die junge Jane Eyre beginnt, nach einer grausamen Erziehung im Waisenhaus, eine Anstellung als Gouvernante auf dem düsteren Anwesen Edward Rochesters. Dieser ist schon bald fasziniert von seiner sehr viel jüngeren und unerfahrenen, aber selbstbewussten Angestellten. Eine ungewöhnliche Liebe zu dieser Zeit, die jedoch von einem dunklen Geheimnis überschattet wird.

Zum Film:
Schon zu Beginn weiß er mit eindrucksvollen, stimmungsreichen Bildern zu überzeugen. So wandert Jane, am Ende ihrer Kräfte, durch eine wüste, leere Landschaft, die ein wenig an Mordor erinnert. Unterschlupf findet sie bei dem Pfarrer St. John und seinen Schwestern. Ihre Kindheit wird stark zusammengefasst in Rückblenden eingestreut, später dann, als sie als Gouvernante der jungen Französin und Rochesters Mündel Adéle nach Thornfield kommt, nimmt die Rückblende größeren Raum ein und wird in einem Stück erzählt.
Die Ausstattung des Hauses, die Dunkelheit darin, das Knarren des alten Gebälks und nächtliche Schreie schaffen eine wirklich gelungene, düstere Atmosphäre mit leichtem Gruselfaktor. Auch die Kostüme überzeugen und transportieren die Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts sehr gut. Doch da der Film seinen Schwerpunkt eben auf die Thrillerelemente setzt, müssen anderen Seiten des Romanvorlagen darunter leiden. So fehlte für mich eindeutig die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren. Dabei spielen beide Schauspieler ihre Rollen eigentlich wirklich gut. Mia Wasikowska ist zwar noch ein bisschen zu hübsch für eine Jane Eyre, vermittelt aber die (äußerliche) Unscheinbarkeit der Figur überzeugend und verleiht ihrem Wesen Selbstbewusstsein und Intelligenz und vermittelt ebenso ihren innersten Wunsch nach Zugehörigkeit und Liebe. Michael Fassbender schafft einen herrischen, undurchschaubaren Rochester, auch wenn er mir an manchen Stellen fast ein bisschen wehleidig erscheint und natürlich zu gut (und etwas zu jung) aussieht. Insgesamt wird den beiden jedoch zu wenig Raum gegeben, ihre Begegnungen sind häufig nur kurz und nicht intensiv genug, um die aufkeimende Liebe (und Leidenschaft) gelungen zu transportieren, und Rochesters vielschichtiges Wesen geht dadurch weitestgehend verloren. Die Nebenhandlung um Blanche Ingrim, die Rochester eigentlich zu heiraten gedenkt, und die Schwierigkeiten, die die unterschiedlichen sozialen Stellungen von Jane und Rochester mit sich bringen, werden eher kurz angerissen. Dadurch erhält der Film etwas Puzzleartiges, wirft Handlungselemente auf und vergisst sie wieder, was den Zuschauer an einigen Stellen eher unbefriedigt zurücklässt. Das Ende kommt dann auch ziemlich plötzlich und fällt recht kurz aus.
Die Deleted Scenes sind nett, füllen aber die Handlungslücken kaum. Als weitere Extras erhält man, neben ein paar Trailern, unter anderem Audiokommentare und Interviews.
Das Original-Englisch klingt sehr schön, ist aber stellenweise nicht so leicht zu verstehen. Untertitel sind auf Deutsch und auf Englisch für Hörgeschädigte vorhanden.

Noch ein kurzer Hinweis zum Cover: Auf meiner Version prangt vorn ein unschöner Patch Code zum Herunterladen des Trailers. Für DVD-Sammler, die schon das FSK-Zeichen stört, ein wirklich störender Anblick.

Alles in allem würde ich dem Werk gute 3,5 Sterne geben. Es weiß zu unterhalten und man kann es sich sicherlich mehrmals ansehen, doch gibt es den Figuren und Handlungselementen nicht genügend Raum für einen lückenlos genießbaren Film.


Rotes Käppchen
Rotes Käppchen
von Nicola Cinquetti
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 11,25

5.0 von 5 Sternen Großartige Illustrationen, 24. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Rotes Käppchen (Gebundene Ausgabe)
Die "Rotkäppchen"-Interpretation "Rotes Käppchen" bezaubert mit leicht verschwommen wirkenden Zeichnungen, die eine wunderbar düster-schöne Atmosphäre kreieren. Auch die Figuren erfahren durch ihre künstlerische Darstellungsweise eine starke Charakterisierung, die gut zu dem Text passt. So ist der Wolf beispielsweise sehr menschlich gezeichnet und Rotkäppchen wirkt zwar unschuldig und ein wenig naiv, aber nicht wirklich kindlich.
Das Buch eignet sich gut zum Vorlesen für Kinder ab ca. vier Jahre (für sehr ängstliche Kinder ist es vielleicht zu unheimlich), aber auch als Erwachsener hat man seinen Spaß an dem Buch. Eine sehr gelungene Variante des bekannten Märchens.


Der schönste Ort der Welt
Der schönste Ort der Welt
von Derk Visser
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Abend am Meer, 18. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der schönste Ort der Welt (Broschiert)
Gerade der Strand mit seiner Weite zum Meer ist der Rückzugsort der beiden vierzehnjährigen Mädchen Joy und Kelly. Hier leben sie ihre Freundschaft, hier träumen sie und öffnen ihre Gedanken. Denn der Alltag hat den beiden, die in sozial eher schwachen Verhältnissen aufwachsen, nicht sehr viel zu bieten. Ihre Freundschaft bedeutet ihnen alles, nichts soll sie trennen. Schon gar kein Junge. Oder?

Die Konzentration der Handlung auf einen Ort (den Strand mit einer Imbissbude), auf einen Abend und auf sehr wenige Figuren schafft eine intime Atmosphäre, die durch eine klare, schöne Sprache getragen wird. Die Gespräche zwischen den Freundinnen, ihre Empfindungen und ihre Geschichte erlangen dadurch eine greifbare Authentizität. Man hat keine Wahl, man wird einfach in diese beiden Leben, vor allem in das der Ich-Erzählerin Joy, hineingezogen und auch nachdem man das Buch ausgelesen hat, begleitet es einen noch ein Stückchen weiter.

Ein Roman vor allem für Menschen, die subtil und sprachlich sehr schön erzählte Geschichten mit interessanten Figuren mögen.


Penelope
Penelope
DVD ~ Christina Ricci
Preis: EUR 5,99

5.0 von 5 Sternen Ideenreiches Märchen, 11. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Penelope (DVD)
Zum Inhalt:
Ein Fluch lastet auf der 25jährigen adligen Penelope: Ihre Nase und ihre Ohren sind die eines Schweins, und nur die Hochzeit mit einem Adligen kann sie in eine normale Frau verwandeln. Noch nie hat sie das Haus ihrer Eltern verlassen, obwohl ihre Mutter schon seit sieben Jahren versucht, einen Mann zu finden, der bereit ist, Penelope zu heiraten, doch bei ihrem Anblick rennen alle davon. Bis Penelope dem Spieler Max begegnet.

Bewertung:
Die Story dieses leicht skurrilen Märchens ist bei weitem nicht so vorhersehbar, wie es zunächst den Anschein hat. Neben einigen überraschenden Wendungen bietet es vor allem liebevoll gestaltete, tiefgründige und sympathische Charaktere, eine gesunde Dosis Humor und ein sehr schönes, detailliert ausgearbeitetes Setting, so dass der Film sowohl inhaltlich als auch optisch fasziniert. Selbst nach mehrmaligem Ansehen ist er immer wieder schön.


Der Hals der Giraffe: Bildungsroman
Der Hals der Giraffe: Bildungsroman
von Judith Schalansky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die emotionale Distanz der Evolution, 11. Februar 2012
Die Giraffen sind das Vorbild der Evolution, zumindest aus der Perspektive der Biologielehrerin Inge Lohmark. Mit ihren langen Hälsen stehen ihnen Nahrungsquellen offen, an die andere Tiere nicht gelangen können. Entwicklung und Anpassung, das Überleben des Stärkeren, anhand dieser Kriterien definiert Lohmark das Leben. In der vorpommerschen Kleinstadt, in der Inge Lohmark als Biologielehrerin arbeitet, gibt es jedoch nur noch wenig, das evolutionäre Stärke beweist. Eine ausgestorbene Gegend, aus der die jungen Menschen verschwinden. Auch Lohmarks Schule wird in einigen Jahren geschlossen werden und Lohmarks Klasse schrumpft.
Schon immer unterrichtete sie streng, ohne Mitleid oder Empathie, von ihren Schülern hat sie keine besonders hohe Meinung. Unter ihnen ist kaum jemand, der Stärke beweisen, etwas erreichen wird, sie sind klassifizierbar in Außenseiter-, Anführer- und Mitläufertypen und zeichnen sich kaum durch besondere Intelligenz aus. Zwischen ihr und den Schülern entsteht kein persönlicher Kontakt, sie konzentriert sich auf den Unterricht, auf die Vermittlung von Wissen, und so setzt sie sich auch nicht für Schüler ein, die offensichtlich vom Rest der Klasse ausgegrenzt werden.
Kühl und distanziert wirkt auch die Sprache, in der die Gedanken der Protagonistin und ' seltener ' ihre Gefühle wiedergegeben werden. Gleichzeitig ist es eine sehr innere Sprache, in der die Wahrnehmung der kargen Landschaft und des verlorenen Örtchens mit der inneren Kargheit von Lohmarks Leben einhergeht. Denn auch ihr bleibt nicht viel, auch an ihr ist die Evolution vorbeigezogen. Von ihrer Ehe mit einem Straußzüchter sind nur noch gelegentliche, distanzierte Begegnungen übrig geblieben, zu ihrer Tochter, die in den USA lebt, besteht nur eine oberflächliche Verbindung.
Anhand von drei exemplarischen Tagen wird der Verlauf eines Schuljahres skizziert und darin eingewoben, in Rückblenden, Ausschnitte aus Lohmarks Leben. Vor allem ist der Roman jedoch eine Charakterstudie von einem Menschen, der sich in biologischen Dogmen verloren hat und damit auch einen Teil Menschlichkeit einbüßt. Dennoch gelingt es der Autorin Judith Schalansky, mit Inge Lohmark eine vielschichtige Figur zu erschaffen, und ihre stille Erzählweise eröffnet eine weitläufige Perspektive auf diesen Charakter, der trotz seiner Hartherzigkeit, in der sich letztendlich auch Einsamkeit verbirgt, eine gewisse Sympathie hervorruft.
Die immer wieder zwischen den Seiten auftauchenden anatomischen Skizzen komplementieren den Rhythmus von Textinhalt und Sprache und bieten eine interessante Idee für einen solchen Roman.


Neckholder-Kleid BLACK BUTTERFLIES DRESS white
Neckholder-Kleid BLACK BUTTERFLIES DRESS white

5.0 von 5 Sternen Hübsches, ungewöhnliches Sommerkleid, 11. Februar 2012
Design und Aufmachung des Kleides sind ungewöhnlich, aber trotzdem elegant. Es sitzt gut und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich optimal. Zu empfehlen.


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