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Rezensionen verfasst von
Christoph Patzak "CP"
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The Walking Dead - Die komplette vierte Staffel - Uncut/Extended [Blu-ray]
The Walking Dead - Die komplette vierte Staffel - Uncut/Extended [Blu-ray]
DVD ~ Andrew Lincoln
Preis: EUR 26,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Fortsetzung, nach wie vor auf höchstem Niveau!, 7. November 2014
Auch diese Staffel habe ich an zwei Tagen fast pausenlos verschlungen. Wie schon in den Staffeln zuvor konnte ich nach dem Ende einer Episode nicht einfach abschalten, sondern musste wissen, wie es weiter geht.

Die Story rund um die Gruppe fesselt zu jeder Sekunde. Die Serie lässt sich dabei gewohnt viel Zeit, den einzelnen Charakteren Tiefe und Substanz zu verleihen, so dass man mit jedem Einzelnen mitfühlt, mitfiebert und auf ein gutes Ende hofft.
Stellenweise wird einem hier echt viel abverlangt. Damit meine ich kurioserweise aber nicht die teilweise sehr krass dargestellte Brutalität oder die (immer noch auf höchstem Niveau produzierten) Splattermomente. Vielmehr spreche ich von den storybasierten Geschehnissen, diese Momente, in denen man als Zuschauer vorm Fernseher sitzt und am liebsten hineinspringen und helfen möchte. Ich dachte eigentlich, dass nichts mehr dem einen Moment der zweiten Staffel nahe kommen könnte, was Intensität und psychologische Gewalt betrifft, aber diese Staffel wartet mit einigen Fällen auf, die durchaus vergleichbar sind. Selbst wenn man jegliche Gewalt herausnehmen würde, allein aufgrund dieser Momente ist die 18er Freigabe mehr als gerechtfertigt. Und das meine ich absolut positiv, denn solche Momente zeigen, wie stark die Serie fesselt und wie gut ihre Charaktere gezeichnet sind - nämlich so, dass man keinen einzelnen Verlieren möchte (jedenfalls die meisten).

Zur Bildqualität: Da hier so viele Schreiben, es sei schlechteste VHS-Qualität, war auch ich mir einige Tage unsicher, ob ich es riskieren sollte oder lieber auf eine restaurierte Edition warten sollte. Wie gut, dass ich das nicht tat, denn: Die Bildqualität ist auf exakt der selben Höhe, wie in den Staffeln zuvor. Ja, es ist ein sehr starkes Filmkorn sichtbar. Aber wenn ich hier teilweise lese, dass man die Pixel zählen könnte, frage ich mich wirklich, mit welcher Technik die BDs gesichtet wurden. Also meine Erfahrung: starkes Filmkorn, dennoch eine sehr gute Schärfe, Kontrastwerte sehr gut, keine Pixel oder sonstige Bildfehler. Selbstverständlich ist das fernab von Referenz, aber das waren die Staffeln zuvor auch. Und die sind, wie gesagt, alle auf einem Niveau, ich jedenfalls sehe keinen Unterschied im Bild zwischen Staffel 3 und 4, oder 2 und 4 etc. etc.
Zum Ton kann ich nicht viel sagen, da ich keine besondere Anlage habe, aber was ich gehört habe war gut abgemischt (Sprache und Musik), satt und druckvoll. Also hier kann ich nicht meckern.

Fazit: Hier liegt eine überragende Staffel vor. Perfekt inszeniert, spannend und fesselnd geschrieben, Charaktere mit Tiefgang und großes Suchtpotential (zumindest bei mir). Leider endet die Staffel mit einem fiesen Cliffhänger (bzw. sogar drei, betrachtet man jeden Handlungsstrang), aber irgendwie war das zu erwarten. Ich jedenfalls fiebere jetzt schon auf die fünfte Staffel hin, auch wenn ich da wohl noch einen Moment zu warten habe.
Absolute Kaufempfehlung meinerseits, allerdings nichts für Menschen mit schwachen Nerven (sowohl was bildlich dargestellte, als auch psychisch empfundene Gewalt betrifft - letzteres überwiegend)!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 19, 2014 9:22 PM CET


Mario Kart 8 (Standard Edition)
Mario Kart 8 (Standard Edition)
Preis: EUR 49,99

17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Teil der Serie, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Mario Kart 8 (Standard Edition) (Videospiel)
...ich würde ihn sogar auf den ersten Platz legen, allerdings geteilt mit der Wii Version.

Die Grafik ist schlicht und ergreifend überragend. Das Bild ist sehr scharf und läuft wunderbar flüssig. Die Strecken - 32 Stück an der Zahl - strotzen vor Details und tollen Ideen. Hier hat Nintendo einen Volltreffer erzielt, genau so, wie ich es mir erhofft hatte!

Das Gameplay gefällt mir etwas besser, als im Vorgänger auf der Wii. Wurde man dort noch mit Items überschüttet (wie jeder wissen müsste, heißt das vorwiegend im negativen Sinne), ist dies im neuen Teil angenehm ausgewogen. Ich habe bspw. einige Male einen blauen Panzer abbekommen, jedoch lange nicht so oft, wie im Vorgänger. Das Augenmerk liegt diesmal mehr auf fahrerischem Können und gutem Einsatz des Driftens.
Hier kommt aber auch ein kleiner Kritikpunkt: Das Driften mit den Motorrädern hat sich leicht verändert. In der Wii-Version hatte ich stets das Match-Bike und erfreute mich an dessen knackigen Drift, der sehr genau auf den Punkt kam, mit wenig ausbrechen zur Seite. Das hält sich diesmal anders, die Motorräder driften mir zu schwammig, sodass ich recht schnell auf die Karts umgestiegen bin. Glücklicherweise steuern diese sich sehr ähnlich wie im 3DS, sodass ich nach einiger Gewöhnung sehr gut klar kam.

Die Aufbereitung der alten Strecken war mir ein recht wichtiger Punkt, weil ich schon bei der Wii und dem 3DS immer wieder nostalgische Gefühle bekam. Und eins vorweg: Ich bin nicht unzufrieden. Jedoch sind die strecken diesmal verändert, teilweise leicht, teilweise mehr. So erkannte ich einige Strecken gar nicht wirklich wieder, z.B. die neue Version des N64 Regenbogenwegs, die sich ja dadurch auszeichnete, dass man recht ruhig gut 5 Minuten beschäftigt war, wurde in drei Abschnitte unterteilt, dass man das ganze also um ein Drittel verkürzt hat. Nur bedingt erkenne ich da die N64 Version wieder. Doch da das fahren dort dennoch Spaß macht, sehe ich es als eine gute Strecke, nur eben nicht mit diesem schönen nostalgischen Gefühl. Aber alles in allem bin ich zufrieden mit den Retro-Strecken, sowohl mit der Auswahl (endlich gibts die Königliche Brücke und Yoshis Labyrinth aus dem N64), als auch mit der Umsetzung.

Negativ zu erwähnen ist mit Sicherheit der Battle-Modus, mit der allseits bekannten Fehlentscheidung, diesen auf den normalen Strecken austragen zu lassen. Macht für weniger als vllt. acht Spieler wirklich kaum Sinn, aber damit muss man leben. Mir sind die Rennen selbst schon immer wichtiger gewesen, deswegen gebe ich hier keinen Punktabzug.

Sehr schön finde ich, dass man den Grand Prix wieder zu zweit fahren kann, dieser Modus hatte auf der Wii doch sehr gefehlt. Dass im Zweispielermodus der Screen vertikal gesplittet wird, kann ich verschmerzen. Man ist zwar den horizontalen Split gewöhnt, aber ich denke, auch hier gewöhnt man sich dran.

Der Online-Modus funktioniert in meinen Augen recht gut. Zwar habe ich immer wieder Probleme, dass ich aus dem Spiel geworfen werde, wegen irgendwelcher Datenübertragungsprobleme, aber die Rennen, die ich spielen konnte, machten großen Spaß. Auch hier läuft alles etwas entspannter, als auf der Wii, wo man online doch sehr stark mit Items zugebombt wurde. Auch das Rating ist etwas nachvollziehbarer (auf der Wii bekam ich teilweise für den 2. Platz 10 Punkte Abzug und für den 6. Platz 3 Punkte gut geschrieben). Ich hoffe, dass sich die Server noch einspielen und die Verbindung sicherer wird, aber grundlegend bin ich hier auch vollends zufrieden.

Fazit:
Wer Mario Kart früher gespielt hat, dürfte mit diesem Teil kaum Probleme haben. Es fühlt sich vertraut an, aber mit kleinen Änderungen (die meisten zum Guten hin). Die Strecken sind unglaublich schön gestaltet, das Gameplay ist flüssig und es macht einfach großen Spaß. Meiner Meinung nach ein Must-Have-Titel für die Wii U, bzw ein Kaufgrund, falls man sie noch nicht besitzt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 13, 2014 10:11 PM MEST


The Last of Us - Ellie Edition - [PlayStation 3]
The Last of Us - Ellie Edition - [PlayStation 3]

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Spiel, vielleicht das beste..., 25. Juli 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...welches man für die PS3 kriegen kann. Meiner Meinung nach macht dieses Spiel in allen Punkten alles richtig. Doch dafür ins Detail:

An einigen Stellen befinden sich kleinere "Spoiler" in Form von Beispielen für bestimmte Situationen. Von der Story oder sonst etwas Maßgeblichem wird nichts erwähnt.

Gameplay:
Das Gameplay ist das für mich beste, was ich je erlebt habe. Die Figuren steuern sich flüssig, das Deckungssystem funktioniert einwandfrei, das Zielen gelingt (mit einiger Übung, wohl bemerkt) erstklassig - das Spielgefühl ist eine einzige Freude. Wie man vorgeht, bleibt einem selbst überlassen, mir persönlich sagten beide Wege zu - Gegner leise erledigen oder umgehen und die direkte Konfrontation.
Was ich sehr begrüße, ist, dass man während des gesamten Spieles nie vor unüberblickbare Gegnerhorden gestellt wird. Andere Spiele meinen, den Schwierigkeitsgrad dadurch zu erhöhen, indem sie, je weiter das Spiel voranschreitet, einen vor immer größere Gegnermassen zu stellen. 'The Last of Us' macht das nicht. Ich will damit keinesfalls sagen, dass das Spiel einfach wäre, ganz im Gegenteil. Nur wird die Schwierigkeit nicht durch viele Gegner, sondern durch die Art, mit den Situationen umzugehen, gestaltet.
Das Spiel bietet vom Gameplay her eine große Vielfalt an, die sowohl actionlastige Szenen bietet, als auch das Erkunden der Umgebung (auf der Suche nach Verbrauchsgütern). Das Spiel bleibt dabei immer in einem ausgewogenen Gleichgewicht, sodass es durchgehend sehr abwechslungsreich bleibt.
Mit gut 13 Stunden Spielzeit (hab ich beim ersten Durchlauf auf 'Leicht' gebraucht) ist das Spiel zwar recht kurz geraten, was aber für mich weniger ins Gewicht fällt. Dafür bleibt die Motivation, weiterzuspielen, über die gesamte Laufzeit sehr hoch (äußerte sich so, dass ich das Spiel mit kleineren Unterbrechungen an einem Tag durchgespielt hab, weil ich es einfach nicht geschafft habe, den Controller wegzulegen).
Für das Gameplay immens wichtig ist zudem die Rolle der Begleiter. In diesem Fall ist das (die meiste Zeit zumindest) Ellie. Und in diesem Spiel funktioniert diese Begleitung absolut genial. Die Partner treffen Gegner, wenn sie schießen, helfen einem in mehreren Situationen und fallen einem zu keiner Zeit zur Last. Zudem nervt keiner der Begleiter, was in manch anderem Spiel schon oft der Fall war. Aber dazu später mehr.

Grafik:
Zur Grafik reicht an sich ein Wort: bombastisch. Das Spiel sieht einfach so dermaßen schön aus, jede Szenerie ist unglaublich detailreich, es wachsen Pflanzen in den verlassenen Gebäuden, überall sind Risse in den Wänden - es ist ein Augenschmaus.
Auch die Charaktere sind perfekt umgesetzt, das angepriesene Motion-Capturing hat seine Versprechung gehalten - die Charaktere bewegen sich realistisch und die Gesichter sind voller Gefühle.

Was das Spiel so besonders macht:
Es gibt viele Spiele, die ein tolles Gameplay und eine schöne Grafik ausweisen. Was also macht dieses Spiel zu einem der meiner Meinung nach besten Spielen der PS3?
Nun, zum einen wird die Geschichte, die an sich nicht besonders spektakulär ist, packend und voller Emotionen erzählt. Die Charakterzeichnung ist dabei so tief, dass man mit jedem Schritt seiner Figur mitfiebert. Wenn man in schwierige Situationen gerät, fühlt man den Stress am eigenen Körper, wird die Spielfigur verletzt, tut es einem selbst weh - zumindest ging es mir so. An einer Stelle im Spiel wird man in eine Situation geworfen, die absolute Hilflosigkeit ausstrahlt: keine Waffe, eingeschränkte Sicht, eine riesige Stadt und viele Gegner. In dieser Situation habe ich durchgehend diese Hilflosigkeit gespürt und jedes Mal, wenn ich einem Gegner in die Arme gelaufen bin, bin ich zusammengefahren und habe mich Gefühlt, als ob ich selbst in dieser Situation war. Ein Spiel, dass dem Spieler solche Gefühle so stark vermittelt, habe ich selten gehabt, und das alles im positivsten Sinne. Man ist vollends gepackt. Hier ist auch meiner Meinung nach der stärkste Punkt, warum das Spiel sich wirklich an Erwachsene richtet. Neben der teils hohen Gewalt sind es solche Situationen, die einem psychisch einiges abverlangen.
Der andere Punkt, warum das Spiel so besonders ist, sind viele Kleinigkeiten unterschiedlicher Art. Mal ein Paar Beispiele: Ich laufe mit Ellie durch eine Stadt und bemerke, wie sie sich hinkniet und sich denn Schuh bildet; ich schaue mich in einigen Zimmern um, kehre zu Ellie zurück, die sich hingesetzt hat, um auf mich zu warten; ich reite mit Ellie und springe über eine Absperrung, woraufhin sie sich freut und betont, dass dies Spaß mache. Dies sind nur drei Beispiele für Situationen, die während dem Spielverlauf unzählige Male vorkommen. Dadurch wirkt das Spiel lebendig, es ist dynamisch und grenzt sich von anderen Spielen ab. Es sind solche Kleinigkeiten, über die ich mich jedes Mal wieder gefreut habe.

Was bleibt als Fazit zu sagen?
Das Spiel ist definitiv eines der besten. Wenn man es Spielt, muss man sich natürlich klar machen, dass es kein Kinderspiel ist, sprich, es wird teilweise drastische Gewalt dargestellt und einige Situationen verlangen einem einiges ab. Und dann gibt es aber wieder andere Szenen, die einen so ruhigen und emotionalen Charakter haben, dass man einfach nur gerührt den Fernseher betrachtet. Das Spiel ist abwechslungsreich, bombastisch inszeniert und mit unzähligen liebevollen Details gespickt. Das Spiel fordert und hat dabei einen konstanten Schwierigkeitsgrad - es ist am Anfang weder zu leicht, noch am Ende zu schwer. Ich habe das Spiel direkt ein zweites Mal durchgespielt, um die Welt noch einmal zu erkunden, bin jetzt kurz vorm Ende und hatte nicht weniger, wenn nicht sogar mehr Spaß, als beim ersten Durchspielen.

Für wen ist das Spiel nicht geeignet?
- Spieler, die sich durch das Spiel schießen wollen
- Spieler, denen es missfällt, längere Zeit des Spielens damit zu verbringen, die Umgebung zu erkunden und Sachen zu suchen
- Spieler, die die Darstellung von Gewalt in Spielen ablehnen
- und (um das nochmal klar zu machen) Spieler, die unter 18 sind (denn es ist definitiv ein Spiel für Erwachsene)

Für wen ist das Spiel geeignet?
- Spieler, die eine packende Story mit großartigen Charakteren und mitreißenden Situationen suchen
- Spieler, die ein abwechslungsreiches Gameplay suchen
- Spieler, die sich daran erfreuen können, wenn ein Spiel voller Details ist

Zur Ellie-Edition:
Ich persönlich bin ein großer Fan von Special Editions jeglicher Art. Diese hier ist jedoch, denke ich, nicht für jedem empfehlenswert. Sehr schön finde ich die Stoffmappe, die mit fünf Fächern ausgestattet Platz für die Inhalte bietet. Das Poster sieht edel aus und das eingebundene Buch mit den Kunstdrucken macht auch was her. Die Multiplayerinhalte hingegen haben mich jetzt nicht vom Hocker gerissen (bzw. ich habe sie nicht mal eingesetzt, weil ich auch so ganz gut klar kam), auch der Soundtrack gefällt mir persönlich nicht zu 100% (im Spiel selbst ist die Musik sehr stimmungsvoll und trägt zur dichten Atmosphäre bei, doch einfach so zum Hören empfand ich es als eher unspektakulär).
Ich habe die 15 Euro mehr dennoch gerne ausgegeben, weil ich die optische Aufmachung sehr schön finde, da sie etwas edler ist, als eine einfache Hülle.

Damit ist alles gesagt. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, denn 'The Last of Us' ist definitiv eines der stärksten Spiele der heutigen Zeit.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 15, 2014 5:29 PM CET


The Raven That Refused to Sing
The Raven That Refused to Sing
Preis: EUR 9,99

55 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich hatte unerfüllbare Erwartungen…, 1. März 2013
Rezension bezieht sich auf: The Raven That Refused to Sing (Audio CD)
… und diese wurden übertroffen.
Seit beinahe einem Jahr wusste ich darum, dass Steven Wilson ein neues Werk schreibt. Ein Album, das komplett auf sein Live-Line-Up zugeschrieben ist. Im Mai letzten Jahres war ich auf dem Konzert, wo er ‚Luminol‘ zum ersten Mal präsentierte. Zugegebenermaßen, ich hatte beim ersten Hören noch nicht allzu viel davon gehört, wie der Song klingen könnte, aber allein die Idee, der Groove, die Power, die in diesem Song steckt, hatte mich von Anfang an gefesselt. Ich besuchte eine Woche später ein weiteres Konzert und hörte den Song zum zweiten Mal. Spätestens hier war ich komplett begeistert und hatte quasi unerfüllbare Erwartungen, was dieses Album angeht.
Nun ist der Rabe angekommen – und ihn umgibt eine Aura, die mich auch nach dem zehnten Hören aufs Neue fasziniert, mich komplett einnimmt und nicht mehr loslässt. Es ist, für meinen Geschmack, schlicht und ergreifend das beste Album, das ich besitze.
Um das Album komplett zu beleuchten, gehe ich die Songs durch. Eine Punktebewertung oder sonstiges spare ich mir an der Stelle, da ich keinen Song mit einem Punktabzug versehen würde.

‚Luminol‘

Den Song kennt jeder SW-Fan seit gut neun Monaten, spätestens aber seit September letzten Jahres, wo der Song auf der phänomenalen BluRay ‚Get All You Deserve‘ in Erscheinung tritt. Der Song legt direkt zu Beginn des Albums ein Wahnsinnstempo hin. Ohne Umschweife werden wir ins musikalische Geschehen geworfen, die Drums und der Bass drücken gnadenlos, alles umgeben von einer Atmosphäre, wie ich sie nur von wenigen Künstlern kenne. „Here we all are, born into a struggle, to come so far but end up returning to dust.“ Mit diesem Satz leitet SW uns in die Thematik des Albums ein – Geister, Tod und Übernatürliches. Der Song hält das Tempo etwas mehr als vier Minuten, bevor ein langsamer, leicht melancholischer Part einsetzt. Der Teil steht im starken Kontrast zum Anfang und Ende, wodurch der Song über die zwölf Minuten äußerst abwechslungsreich bleibt.
Nach weiteren vier Minuten setzt ein sehr starker Melotron-Part ein, der harmonisch zwar äußerst komplex gestaltet ist, dabei aber nicht gewollt, sondern sehr flüssig klingt. Es setzt die Reprise bzw. das Outro ein, das den Song perfekt abrundet. Ein überragendes Stück Musik, dass vor Spielfreude nur so strotzt. An dieser Stelle sei schon gesagt, dass mit diesem Album auch soundtechnisch eine Perle kreiert wurde. Größtenteils live im Studio eingespielt klingt das Ganze so druckvoll und sauber, wie man es sich öfter wünschen würde.

‚Drive Home‘

Der zweite Track kommt um einiges ruhiger daher, als sein Vorgänger. Hier sind großartige Melodien und eine wunderschöne Atmosphäre an der Tagesordnung. Nach ‚Luminol‘ ist dieser Song vergleichsweise einfach strukturiert, es wird einer übersichtlichen Verse-Chorus-Struktur gefolgt. Der Höhepunkt des Songs zeigt sich in den letzten zweieinhalb Minuten, komplett versehen mit einem Gitarrensolo, das vor Genialität nur so strotzt. Laut Wilson ist das Solo komplett improvisiert, es sei einer der ersten Takes gewesen, den wir hier zu hören bekommen. Und das wirkt sich absolut positiv auf das Gefühl aus, dass man beim Hören bekommt. Es ist kein hoch-technisiertes Solo, dass von tausend Noten lebt, nein, es ist ein Solo, dass alles an Emotion beinhaltet, was man sich wünschen kann. ‚Drive Home‘ ist eine großartige Ballade mit großen Melodien und sehr viel Gefühl.

‚The Holy Drinker‘

Nach dem ruhigen Track stehen wir vor dem nächsten zehn Minuten Track. Direkt der Beginn kommt dissonant daher und bevor das Schlagzeug einsetzt weiß man nicht sofort, mit welchem Takt man es hier zu tun hat. Der Song baut sich langsam auf, um mit den Strophen dann in bester 70s-Rock Gestalt zu brillieren. Der Song ist sehr stimmig aufgebaut, man hat nicht das Gefühl, der Song bestehe aus mehreren Teilen, die sich zusammenfinden. Die Atmosphäre dieses Songs passt perfekt in das thematische Bild des Albums – düster, man könnte fast schon den Ausdruck ‚gespenstig‘ gebrauchen. Dieses Gefühl bestätigt sich spätestens durch den ruhigen Teil um die sieben Minuten Marke – wunderschön schwebend, düster, ja, eben gespenstig. Doch mein persönliches Highlight folgt zum Ende, eingeleitet durch eine Orgel, die durch einen Verzerrer geleitet wurde. Ein, im Vergleich zum bisher gehörten, heftiger, man könnte sagen böser Part, der sich langsam steigert. Das Ganze wird mit einem musikalischen Thema belegt, dass man relativ früh im Song schon gehört hatte. Ein großartiger Abschluss für einen genialen Song, der jedes Mal wieder Spaß macht.

‚The Pin Drop‘

Wir sind beim kürzesten Track des Albums angekommen, etwas mehr als fünf Minuten umfasst der Song. Der Aufbau ist wieder etwas übersichtlicher gehalten, als einfach kann man ihn aber allein wegen dem harmonischen Aufbau nicht bezeichnen. SW benutzt hier eine Gesangstechnik, die er zum ersten Mal ausprobieren konnte, weil er sich bei dem Album nicht so sehr auf die Instrumente konzentrieren muss, laut eigener Aussage. Das wirkt anfangs etwas befremdlich, weil seine Stimme tatsächlich sehr ungewohnt klingt, aber je länger der Song spielt, desto mehr gewöhnt man sich daran und – ich spreche für mich – merkt, wie passend es im Song klingt. Der Chorus ist einer meiner Lieblingsmomente des gesamten Albums, der in allen Punkten einfach nur großartig ist und mich bei jedem Hören erneut mitreißt. Zudem glänzt in dem Song ein überragendes Gitarrensolo, nicht zu vergessen natürlich die Soli des „Bläsers“ Theo Travis (auf das ganze Album bezogen). Der Song ist in seiner Kürze richtig stimmig und legt durchgehend ein starkes, drückendes Tempo an den Tag. Gefiel mir beim ersten Hören und gefällt mir auch beim zehnten Hören – phänomenal.

‚The Watchmaker‘

Nach dem drückenden ‚Pin Drop‘ folgt ‚The Watchmaker‘ – ein Titel, der das Tempo erst mal stark drosselt – im positiven Sinne. Die Melodieführung hier sagt mir – wie gewohnt – sehr zu, die ganze Atmosphäre stimmt einfach. Bei dem Song schließe ich jedes Mal die Augen und lasse die Musik auf mich wirken – es hat eine sehr beruhigende Wirkung, zumindest auf mich.
Mit fortschreitender Zeit entfaltet sich der Song langsam, ab ca. Minute Vier setzt die Band allmählich ein. Der Song wird sorgfältig aufgebaut, musikalisch wird dabei eine Variation des ersten Teils dargeboten. Man hört abwechselnd Soli der Querflöte und Gitarre, die zum Höhepunkt dieses Abschnittes gemeinsam solieren – genial. Nachdem dieser Teil erklungen ist, folgt ein vom Piano eingeleitet Part, der mit zu meinen Lieblingsmomenten des Albums gehört. Hier stimmt einfach, was Aufbau, Musik und Atmosphäre betrifft. Der Song baut sich nach und nach wieder auf, verliert dabei aber nichts an seiner in diesem Moment vorherrschenden Leichtigkeit. Je weiter der Song aufgebaut wird, desto verspielter wirkt er auf mich, wodurch ich bei diesem Part jedes Mal ins Schwärmen darüber gerate, mit welcher Liebe SW seine Musik aufbaut und mit welcher Spielfreude die Band diese umsetzt. Durch den Bass wird das Finale eingeleitet, dass schlagartig die komplette Atmosphäre umdreht – düster, böse, hart. Dieses Finale kommt unheimlich episch daher, die Drums prügeln, die Instrumente zerren – es herrscht allgemeiner Bombast. Der Song ist damit der abwechslungsreichste des Albums, anfangs sehr ruhig und leicht melancholisch, zunehmend gewinnend an Leichtigkeit und Verspieltheit – und gipfelnd in einem Bombastfinale. Ich würde ihn als einen meiner Lieblingstracks bezeichnen, wenn ich nicht spätestens hier bemerken würde, dass sich diese Bezeichnung auf alle Songs beziehen lässt.

‚The Raven That Refused To Sing‘

Wir sind beim letzten Track angekommen. Und dieser Song ist – selbst nach dem bisher gehörten – das Beste, was ich bisher an Musik erleben durfte. Anfang Februar wurde das Video dazu veröffentlicht. Ich habe dieses bis heute gefühlt hundert Mal gesehen und jedes Mal wieder bekomme ich Gänsehaut am ganzen Körper. Was dieser Song an Emotionalität rüberbringt, wie er sich praktisch unbemerkt vor einem aufbaut und dann in einem fulminanten Finale vor einem steht… ich habe bis jetzt noch nichts Vergleichbares gehört.
Über die acht Minuten passiert im Grunde nicht besonders viel, was Abwechslung angeht. Und gerade dieser Punkt macht den Song für mich so genial, weil SW sich für die einzelnen Teile sehr viel Zeit lässt, sie sehr liebevoll aufbaut und miteinander verbindet. Der Aufbau des Songs erinnert dadurch entfernt an ‚Collapse the Light Into the Earth‘ (Porcupine Tree).
Spätestens das Einsetzen des Hauptparts (später der Chorus) brachte mich beim ersten Hören den Tränen nahe. Und sobald die Band einsetzt, der Chorus zum zweiten Mal erklingt, dann eine Gitarre die Melodie spielt und schließlich der Chorus zum dritten Mal einsetzt, habe ich Tränen in den Augen. Was hier passiert zeigt die schönste Seite, die man musikalisch darstellen kann. Zudem ist der Text gleichermaßen traurig, wie einfach nur schön, was die Emotionalität perfekt macht.
Wenn ihr das Video noch nicht gesehen habt, schaut es euch an. In Verbindung mit diesem Song wird einem hier – meiner Meinung nach – das großartigste musikalische Erlebnis geboten, dass man sich vorstellen kann.
Es könnte keinen anderen Song geben, der dieses überragende Album besser abschließt. Unübertroffen.

Was bleibt nun noch zu sagen? Das Album schreibt musikalische Geschichte. Das Album bietet besten Prog im Stile der 70er, vermischt mit neuen musikalischen Elementen. Der Sound des Albums bietet Referenz, es ist ein einziger Genuss für die Ohren. Das Album berührt mich, es fasziniert mich, lässt mich Träumen und führt mich gleichermaßen in wunderschöne, wie düstere Atmosphären.

Fazit:
Wilson sichert sich mit diesem Werk einen Platz in der Reihe der besten Komponisten, was Progressive Rock angeht. Für Fans von Steven Wilson ist das Album logischerweise ein Pflichtkauf. Ansonsten ist das Album für jeden empfehlenswert, der etwas mit progressiver Musik anfangen kann und für jeden, der Musik schätzt, die hörbar liebevoll aufgezogen ist.
Für mich ist es das bisher beste Album, nicht nur von Steven Wilson, sondern was Musik allgemein betrifft. Damit gibt es für ‚The Raven That Refused To Sing (And Other Stories)‘ eine uneingeschränkte Kaufempfehlung und sollte in keiner Musiksammlung fehlen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 11, 2013 8:49 PM MEST


The 2nd Law (Deluxe Edition CD+DVD+2LP) [Vinyl LP]
The 2nd Law (Deluxe Edition CD+DVD+2LP) [Vinyl LP]
Wird angeboten von moviemars-amerika
Preis: EUR 56,20

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So sollte es immer sein..., 28. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn ein neues Album einer Band erscheinen soll, sind immer gemischte Gefühle am Werk. Zum Einen natürlich die große Vorfreude, endlich wieder neues Material zu hören, zum Anderen aber die Angst, enttäuscht zu werden. Wenn diese Band nun Muse ist, dann ist diese Angst gleich doppelt berechtigt, denn sie erfinden sich auf jedem Album ein Stück weit neu, lassen selten gewohntes an den Hörer treten.
Nun, in meinem Fall, gefällt mir jedes Album auf seine Weise. Ich war großer Fan der ersten beiden Alben, Absolution und Black Holes waren ebenso gut und das brillante Resistance war sowieso eines meiner absoluten Lieblingsalben. Also war meine Angst nicht ganz so groß.
Dann kam Survival. Ein Song, der mich nicht direkt packte (was ich aus heutiger Sicht nur noch wenig nachvollziehen kann, angesehen der Kraft, die dieses Stück entfaltet). Unsustainable hatte mich wiederum vom ersten Moment gefangen, die Mischung aus orchestralem Bombast und natürlich hergestelltem Dubstep lässt mich auch heute noch mitgehen.
Schließlich kam Madness. Ich habe den Song live im Radio verfolgt und hatte erst gedacht, dass ich das falsche Lied hörte. Doch es war unverkennnbar Matt, dessen Stimme zu hören war. Und ab der letzten Hälfte des Songs war ich hin und weg. Und beim zweiten Hören war ich von Anfang an hin und weg. Seit dem kann ich diesen Song rauf und runter hören, er wird mir schlicht und ergreifend nicht langweilig.
Also, alles war gut, das Album sollte ein Kracher werden. Und so ist es auch.

Wir bekommen hier eines der abwechslungsreichsten Alben der letzten Jahre geliefert. Die Diversität, die auf dem Longplayer stattfindet, reicht von Muse-typischen Bombastrock (Supramecy), über rein elektronische Elemente (Follow Me) bis hin zum 80er geprägtem Funkrock (Panic Station). Und so sollte es immer sein, viel zu viele Alben, die so auf den Markt geworfen werden, sind so lieblos gestaltet, dass es weh tut.
Was ich an Muse wirklich schätze, ist deren Hang zu großartigem Arrangement. Nehmen wir als beispiel das schon besagte Survival. Das Chorarrangement kann sich leicht mit dem einer Oper messen. Oder die sinfonische Arbeit bei den zwei 2nd Law Tracks. Leicht könnten diese beiden mit Filmmusik verwechselt werden. Und bei Follow Me wird eines gezeigt: Elektronik kann sehr wohl so aufgezogen werden, dass es einem kalt den Rücken runter läuft vor Bombast.
Lobend erwähnen muss ich zudem Matt Bellamy, der auch auf diesem Werk wieder einmal beweist, was für eine großartige Stimme er hat. Ich komme immer noch nicht aus dem Staunen heraus, welches der letzte Ton aus Survival bei mir ausgelöst hat. Die Zeile "I need to love" aus Madness lässt es mich jedes Mal wieder ins Träumen geraten, wie klar, weich und kraftvoll zugleich die Stimme dieses Mannes ist. Und so zieht sich das durch das gesamte Album.
Die zwei von Chris gesungenen Songs fallen dabei nicht negativ aus dem Rahmen. Auch seine Stimme klingt sehr gut und wird toll in Szene gesetzt. Die oft angesprochenen Vergleiche zu Steven Wilson kann ich hier jedoch nicht nachvollziehen, ich finde seine Stimme klingt doch anders.
Der Einstieg in das Album gelingt super, Supremacy ist ein großartig gewähltes Introstück, das direkt den Weg der Diversität ebnet. Der Abschlusstrack The 2nd Law: Isolated System könnte dann nicht besser aus dem Album herausleiten: Ein wunderschöner Track, der sehr behutsam seine Entfaltung präsentiert und dabei eine unglaubliche Kraft entwickelt.

Was bleibt letztlich zu sagen? Es ist ein großartiges Album, das für jeden Geschmack etwas bietet. Ein Album, dass in meinen Augen keinen Lückenfüller beinhaltet. Ein Album, das mit einer Liebe zum Detail inszeniert wurde, die man bei anderen vergebens sucht. Die klare Kaufempfehlung brauche ich denke ich nicht mehr anzusprechen. 6 von 5 Sternen meinerseits!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2012 11:09 AM MEST


Storm Corrosion
Storm Corrosion
Preis: EUR 18,57

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn zwei musikalische Genies zusammenarbeiten..., 16. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Storm Corrosion (Audio CD)
Nun ist es gut zwei Monate her, dass ich dieses Album zum ersten Mal komplett durchgehört habe. Es ist ein außergewöhnliches Album, geht gegen jede Erwartung, die ich daran hatte. Und doch fesselt es mich bei jedem Hören wieder und wieder, und auch nach angesprochenen zwei Monaten nicht weniger als am Anfang. Jedes Hören lässt mich tiefer in die Atmosphäre eintauchen, lässt mich ein Stück mehr verstehen, was die beiden Erschaffer mir damit sagen wollen.

Ich fange mal damit an, meine Erwartungshaltung und Ausgangssituation zu beschreiben, mit der ich an das Album heranging:
Ich kannte Porcupine Tree seit zwei Jahren und habe diese zu einer meiner meist geschätzten Bands erkoren. Stevens Soloprojekt habe ich im Sommer 2011 richtig lieben gelernt.
Opeth habe ich erst in den letzten Monaten richtig kennengelernt. Ich war vorher von Mikaels Growls abgeschreckt bzw. es hat mir einfach nicht gefallen. Jedoch bin ich in den letzten Monaten immer weiter in die 'Materie Opeth' eingedrungen und kann heute sowohl ihre ganz frühen, als auch die aktuellsten Werke schätzen.

So, was erwartete ich nun von der Kollaboration der beiden Masterminds ihrer jeweiligen Band? Ich wusste es nicht genau. Ich habe aufgrund der neuesten Entwicklung im Hause Opeth hin zum traditionellen Prog Rock, und auch Stevens Hang zu früheren Stilen, mit einem Prog Rock Album gerechnet. Nicht all zu hart, aber auch keine Musik, die jeglicher Rockelemente beraubt wird.

Schließlich wurde der Song 'Drag Ropes' mit dazugehörendem Video vorab veröffentlicht. Ich habe mir diesen Titel direkt unterm Kopfhörer angehört und mit Staunen verfolgt, wie alle meine Erwartungen weder ge- noch untertroffen wurden. Es war etwas, mit dem ich nicht gerechnet hätte, ja sogar etwas, was ich in der Form noch nicht gehört habe. Es ist eine moderne Sinfonie, ein opereskes Theaterstück - und trotzdem versetzt mit Elementen des Prog und des Rock.

Nun dachte ich, es handelt sich nur um ein Stück, der Rest des Albums wird sicher nicht genauso klingen. Womit ich nicht falsch lag. Doch wie ich es mir vorgestellt habe, ist auch der Rest des Albums nicht.

Wie also ist nun dieses Album? Es ist ruhig, es ist bedrohlich und gleichzeitig wunderschön, es fesselt einen, genauso wie es einen stellenweise abschreckt. Zu den Titeln:

01. Drag Ropes
Ein sehr düsteres Stück, das einen direkt dahinführt, wo das Album hin will: Es ist anders. Man wird direkt hineingeworfen, in diese geniale Atmosphäre, Mikaels Gesang ist gleichermaßen weich, wie unterschwällig bedrohlich. Die mehrstimmigen Parts binden sich wunderbar an die Musik (Höhepunkt schon hier im Kanon bzw. fugenartigen Part). Der "Ausbruch" als solcher lässt vergeblich auf sich warten. Für manch einen heißt das, der Song "fließt vor sich hin, ohne große Momente". Für mich heißt das, dass der Song in sich sehr geschlossen ist und der fehlende "Ausbruch" mehr positiv als negativ zu sehen ist - weil ein solcher die gesamte Atmosphäre, die so geschaffen wird, zerstören würde.

02. Storm Corrosion
So, 10 Minuten sind rum. Wie mag es weiter gehen? Man wird leise in den Titeltrack eingestimmt, eine wundervolle Melodie lässt den Hörer ins Träumen geraten. Die Melodie im "Chorus" (wenn man die Songs noch in solche Begriffe einteilen kann) setzt sich sofort ins Ohr und bringt eine sehr melancholische, aber trotzdem wunderschöne Atmosphäre mit sich. Ein düsterer Part mit weinenden, sich zu kreischenden Tönen entwickelnden Streichern unterbricht den Traum, wird aber gekonnt zurückgeführt, und ehe man sich versieht, steht man am ende einer 10 Minuten Ballade. Großartig.

03. Hag
Weiter geht's! Es ist weiterhin wahrlich düster in den Gefilden von 'Storm Corrosion'. Eine sehr außergewöhnliche Melodie reiht sich an die andere, der Rhythmus ist gleichermaßen treibend, wie zerrend. Nach und nach erschließt sich mir dieser Track heute noch Stück für Stück - doch die zugrunde liegende Magie erkante ich sofort. Hier kommt auch ein Moment der Härte auf, wenn ein elektronisch stark verzerrtes Riff mit dumpfem Drumsolo die ruhige Stimmung zerreißt.

04. Happy
Happy! Ein glücklicher Moment. Oder auch nicht? Nein. Es bleibt düster bzw. traurig, man versinkt immer tiefer in dem Sog, den 'Storm Corrosion' erzeugt. Auch hier erklingen wieder wundervolle Melodien, die in kein wirkliches musikalisches Genre einzuordnen sind. Es ist bis hierhin ungewohnt, und trotzdem verzaubert es mich, lässt mich nicht mehr los und zeigt mir immer mehr von seinen Geheimnissen. Das klingt alles sehr abgehoben, doch genau das ist es, was die Musik von Storm Corrosion erzeugt - jedenfalls in mir.

05. Luck Howl
Ein Instrumentaltrack! Eine treibende akustische Gitarre führt uns durch den Song, der in großartige Harmonien und viel Raum zur Improvisation ausschreitet. Macht jedes Mal wieder Spaß, zu hören und fügt sich perfekt in das bis hierhin erzeugte Schema hinein.

06. Ljudet Innan
Und schon sind wir am Ende. Und es wird nochmal richtig träumerisch. Mikaels wunderschönes Falsett fügt sich harmonisch so perfekt in die musikalische Kulisse ein, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Wer würde vermuten, dass dieser Mann, der seine Stimme hier so weich präsentiert, im nächsten Moment wieder auf der Bühne steht und das genaue Gegenteil zu Tage bringt? Selten hat man ein solches Talent erlebt, der sowohl gutturalen, als auch normalen Gesang in solch perfekter Form beherrscht. Der Song bleibt sehr ruhig, später setzen Gavin Harrisons Drums in seiner gewohnten Form ein und der Titel führt einen sehr sanft aus einem doch sehr außergewöhnlichen Album hinaus.

So. Nun ist das Album durch und ich sitze hier, mit meinen Kopfhörern. Ich sitze in der Stille und denke nach, lasse das soeben Gehörte nachwirken. Kurzerhand spiele ich das ganze Teil von vorne ab.

Fazit:
Es ist ein Album, dass es in der Form noch nicht gegeben hat. Jeder, der irgendwelche Erwartungen mitbringt, wird, wenn er an ihnen festhält, enttäuscht. Wer aber seine Erwartungen fallen lassen kann, wer sich auf etwas völlig neues, etwas außergewöhnliches einlassen kann, ist bei diesem Werk bestens aufgehoben. Es hat mit Porcupine Tree genau so wenig - und genau so viel gemeinsam, wie mit Steven Wilson oder Opeth. Es ist ein eigenständiges Werk, dass die Handschrift seiner Schöpfer trägt. Man erkennt sie - und auch wieder nicht. Mich jedenfalls hat dieses Album - dieses Meisterwerk in meinen Augen - voll gepackt, und es lässt mich nicht mehr los. Jedes Hören lässt mich aufs neue dahin schmelzen - und ich entdecke mit jedem Hören neue Facetten.

Ein schwieriges, aber geniales Stück Musik, dass sich niemand entgehen lassen sollte, der sich für Musik interessiert, die etwas Neues schafft.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2012 10:55 AM MEST


The Old Man & the Spirit
The Old Man & the Spirit
Preis: EUR 20,18

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 20. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Old Man & the Spirit (Audio CD)
Was 'Beyond the Bridge' hier abliefern ist schlicht un ergreifend genial. Die musikalische Vielfalt, die deutlich merkbare Spielfreude und eine tolles Konzept machen dieses Album zu einem einzigen Genuss.
Um das näher zu beschreiben, gehe ich auf die Parts im Einzelnen ein:
I - The Call:
Eine großartige Introduktion. Die musikalische Richtung wird direkt festgesetzt, tolles Riffing und mitreißende Melodien machen den ersten Track zu einem einzigen Hörgenuss. Die Stimmen der beiden Vokalisten Herbie Langhans und Dilenya Mar harmonieren zudem großartig miteinander.
II - The Apparation:
Es geht direkt weiter mit dem ersten Herzstück des Albums. Der Chorus beinhaltet eine der Schlüsselmelodien, die an Dramatik kaum zu überbieten ist. Eine meiner Lieblingsnummern.
III - Triumph of Irreality:
Das Instrumentalstück des Albums glänzt mit sehr viel Energie, die die vollen 6 Minuten lang aufrecht erhalten wird. Die Virtuosität der Musiker kommt hier deutlich heraus, was diesen Track absolut genial auftreten lässt.
IV - The Spring of it all:
Mit seiner Laufzeit von lediglich 1:48 Minuten ist der Song nur als Übergangsmoment anzusehen, was aber nicht im geringsten negativ gemeint ist. Es leitet perfekt von einem in das andere Stück über und besitzt selbst eine wunderschöne Melodie, die sich einem sofort ins Ohr setzt.
V - World of Wonders:
Eine großartige Nummer, getragen von Dilenyas wunderschöner Stimme. Der Song ist äußerst eingängig und macht einfach Spaß zu hören.
VI - The Primal Demand:
Die Einleitung in Akt II - es passiert nicht wirklich viel, trotzdem hinterlässt das Stück Eindruck und führt einen sehr gut in die zweite Hälfte hinein.
VII - Doorway to Salvation:
Hiermit folgt eine der härtesten Nummern des Albums. Sehr kraftvoll, trotzdem sehr melodiös. Ein weiteres Herzstück des Albums.
VIII - The Struggle:
Eine geniale Nummer, die vor allem durch den polyphonen Gesangspart in der Mitte auffällt. Es kommt sogar eine kleine Jazz-Einlage gegen Ende des Songs. Spätestens hier wird einem die musikalische Vielfalt des Albums bewusst.
IX - The Difference is Human:
Hier finden die meisten musikalischen Themen ihren Auftritt, hier läuft quasi die Quintessenz der musikalischen Reise zusammen und eskaliert. Großartig.
X - Where the Earth and Sky meet:
Hier wird nochmal ein wenig Tempo rausgenommen, der Song glänzt dafür mit einem bombastischen Arrangement und tollen Melodien.
XI - All a Man can do:
Das Endstück des Albums ist an epischem Bombast kaum zu überbieten. Der Song baut sich nach und nach weiter auf, die musikalische Dramatik reißt einen sofort mit. Im letzten Chorus, der - ohne dass es stört - sehr lang gezogen wird, brechen dann alle Gefühle völlig aus, es ist einfach nur genial arrangiert und geschrieben. Als Abschluss erklingt nochmal eine Variation des Hauptriffs aus II und man wird mit ausklingenden Keyklängen aus dem Werk herausgeführt.

Was die Band hier abgeliefert hat lässt sich also nur als musikalische Genialität bezeichnen. Man hört Einflüsse von ganz großen Bands, wie Dream Theater, Ayreon oder auch Transatlantic heraus, trotzdem hatte ich zu keiner Stelle das Gefühl, dass hier krampfhaft versucht wird, diese Vorbilder stilistisch zu erreichen - ganz im Gegenteil: 'Beyond the Bridge' machen ihr eigenes Ding, glänzen dabei mit den wunderbar harmonierenden Vokalisten, musikalischer Virtuosität und einer Menge an Spielfreude. Die Produktion ist dazu sehr gelungen.

Fazit:
Es bleibt zu hoffen, dass die CD hier bald wieder zur Verfügung steht, denn jeder, der ein wenig für anspruchsvolle Musik übrig hat, wird hiermit seine helle Freude haben. Eine aufstrebende Band, die es hoffentlich schafft, in dem heutigen Musikbusiness zu bestehen, denn verdient haben sie es allemal.
Eine 100%ig klare Kaufempfehhlung meinerseits!


Rayman Origins
Rayman Origins
Preis: EUR 22,00

4.0 von 5 Sternen Lustig, aber anstrengend..., 7. Januar 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Rayman Origins (Videospiel)
Das Spiel ist meiner Meinung nach wunderschön gestaltet. Das comichafte Design spricht mich sehr an und auch die gesamte graphische Aufmachung ist mehr als gelungen.
Die Steuerung funktioniert gut, ist aber teilweise etwas ungenau. So kam es bis jetzt des öfteren vor, dass ich ungewollt einen Abgrund hinabstürzte, obwohl ich nicht mehr in die Richtung gesteuert hab. Mein Eindruck der Steuerung ist aber denke ich sehr vom allgemeinen Spielgeschehen beeinflusst.
Das besagte Spielgeschehen ist es auch, weswegen ich nur 4 Sterne vergebe. Es ist dermaßen hektisch. Schon im ersten Level herrscht absolute Reizüberflutung von kleinen, herumspringenden Wesen, schnellem Levelablauf und unendlichen kleinen Details. Ich habe mich der ersten Welt mit einem Freund gewidmet, mit dem ich schon "Mario Bros. Wii" mit Begeisterung im Co-op-Modus gespielt hab. Nach den ersten Levels mussten wir das Spiel ausmachen und einen Moment verschnaufen, denn es strengt einen auf Dauer äußerst an.
Der Schwierigkeitsgrad ist zusätzlich zu dem überladenen Spielgeschehen relativ früh sehr hoch. Schon in der 2. Welt stieß ich an meine Grenzen. Von Vorteil ist tatsächlich, dass es keine Lebensanzahl gibt, sonst hätte ich schon nach wenigen Leveln die ersten "Game Over" gehabt. Der Vergleich mit "Mario Bros. Wii" liegt zwar Nahe, sollte für potentielle Käufer aber mit Bedacht gebraucht werden, denn der Schwierigkeitsgrad ist um einiges höher!

Das klingt jetzt nicht nach einer 4 Sterne Bewertung, dennoch würde ich 3 Sterne als zu wenig ansehen. Mein Fazit:
Das Spiel bietet durchaus kurzweiligen Spielspaß, das Leveldesign ist sehr liebevoll gestaltet und es gibt unzähliges zu entdecken. Gleichzeitig ist das Spiel aber relativ früh schon sehr schwierig. Dazu konnten mein Mitspieler und Ich das Spiel aufgrund der Reizüberflutung nicht länger als eine halbe Stunde spielen, ohne danach eine Pause einzulegen. Selbst für mich, als langjährigen Jump'n'Run-Spieler, ein anstrengendes Spielvergnügen.
Ein anstrengendes, aber auch spaßiges und auf jeden Fall forderndes Spiel. Man sollte allerdings nicht mit der Erwartung herangehen, hier ein zweites "Mario Bros. Wii" zu spielen. Nicht, dass es qualitativ schlechter ist, ganz und gar nicht, aber es ist eben anders. Meiner Meinung nach eher etwas für fortgeschrittene Jump'n'Run-Spieler.


Grace for Drowning
Grace for Drowning
Preis: EUR 7,99

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Veröffentlichung 2011, 2. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Grace for Drowning (Audio CD)
Wie oft habe ich mir in den vergangenen Wochen und Monaten die Hörbeispiele dieses Albums angehört - immer und immer wieder sah ich mir die Videos zu "Track One", "Index" und "Remainder the Black Dog" an. Und wie oft habe ich sehnsüchtig auf diesen Tag gewartet, an dem das neue Studio-Album meines absoluten Lieblingskünstlers erscheint...
Und das nicht umsonst. Schon die einzelnen Hörbeispiele, die wenigen Momente, die vor der Veröffentlichung zu finden waren, tragen eine Genialität in sich, die man in anderen musikalischen Versatzstücken der heutigen Zeit vergebens sucht. Die Videos wirken im Zusammenspiel mit der Musik so abstrakt, dass man sie wieder und wieder ansehen kann, obwohl sich einem auch nach dem fünften Ansehen nicht unbedingt ein Sinn erschließt. Aber gerade das ist es, was den Reiz an Steven Wilson ausmacht - und für mich schon immer ausgemacht hat.
Ich bin zudem anderer Meinung als ein Teil meiner Vorredner - ich bin seit gut zwei Jahren großer Fan der letzten 20 Jahren Wilsons musikalischer Wege. Grade das aktuelle Porcupine Tree Stück "The Incident" zählt zu einem meiner Lieblingsalben überhaupt. Auch "Insurgents", das viele aus meinem Umfeld nicht mehr anhören konnten, gefiel mir mit jedem Hören mehr und mehr. Und dennoch bin ich der festen Meinung, dass "Grace for Drowning" der Höhepunkt Wilsons bisheriger Laufbahn ist.
Ich möchte hier kurz auf die einzelnen Songs eingehen, da dieses Album von solch einer Vielfalt zeugt, dass es mir schwer fällt, eine Prägnante Rezension über das Album zu schreiben, ohne die einzelnen Songs betrachtet zu haben:

Grace for Drowning:
Ein wunderschönes Intro führt einen perfekt in das Album hinein. Es klingt sehr melancholisch - aber gerade das macht es so wunderschön. Interessantes Detail: Im Heft ist erwähnt, dass es sich hierbei um 40 Gesangsspuren handelt.
Sectarian:
Ich frage mich immer wieder, wie Wilson es schafft, ein dermaßen dissonantes Riff schön klingen zu lassen. Der Track entwickelt zuweilen eine Kraft, die einige Metal-Bands nicht in der Form erzeugen können. Ein großartiger Improvisationsteil in der Mitte rundet dieses knapp acht-minütige Instrumental perfekt ab. Hat mich beim ersten Durchhören fasziniert und tut es auch jetzt noch.
Deform to Form a Star:
Ein wunderschöner Song, wohl Wilsons beste Ballade seit "Stop Swimming". Eine großartige Atmosphäre, die das ganze Lied wunderbar entspannend macht, perfekt abgeschlossen von einem wunderschönen Outro - welches mich wunderbar zurück in den Juli dieses Jahres zurückversetzte, da dieses das erste war, was ich von dem Album gehört habe.
No Part of Me:
Die ersten richtig elektronischen Klänge des Albums leiten diesen Song ein. Bemerkenswert hier ist der sehr lange Aufbau und die fließenden Übergange, so wird man in der Mitte des Liedes in einen sehr düsteren Teil transportiert, ohne dies sehr offensichtlich wahrzunehmen. Sehr dramatisch in der ersten Hälfte und klanglich interessant ind er zweiten Hälfte.
Postcard:
Ich hatte den selben Gedanken, wie bei "Deform to Form a Star" auch schon: Eine Wilsons bester Balladen seit "Stop Swimming". Wilson selbst erwähnte in einem Interview über das Album: 'It's almost over the top on 'Postcard'. It's almost like a Hollywood moment. Sickly sweet. That's new for me - to not be afraid of being even a little bit kitsch in a way. Because there's always a danger, when you do things like that, that people will accuse you of being pretentious, pompous, over the top. I don' care anymore.' (Steven Wilson, 2011) Aber genau dieser Teil, über den er redet, ist für mich einer der Höhepunkte des Albums. Das Lied war das letzte, was ich von einem Steven Wilson Album erwartet hätte, da er sehr radiotauglich (vielleicht bis auf den doch etwas rauen Sound) ausgefallen ist - aber er ist gleichzeitig so groß, so episch aufgezogen, dass es eins meiner Lieblingsstücke dieses Albums ist.
Raider Prelude:
Auch diesen Teil konnte man - zusammen mit dem Outro von "Deform to Form a Star" - im Juli schon anhören. Ein sehr, sehr düsteres Chorstück, lediglich später noch mit Klaviereinsatz. Ein großartiges Stück, das mit dem später folgenden "Raider II" noch genialer dasteht.
Remainder the Black Dog:
Den Song kenne ich schon länger, da man ihn mit der Anmeldung für den Newsletter als Download erhalten hat. Ein großartiges Stück, gerade durch den sehr King Crimson- und jazzlastigen Mittelpart. Hat mich von Anfang an überzeugt.
Belle de Jour:
Das Intro der zweiten CD erinnert mich sehr an Filmmusik: Ein großer Pluspunkt, denn ich liebe Filmmusik. Es ist gleichermaßen bedrohlich, wie melancholisch, wie optimistisch. Diese Mischung zu kreieren, dafür beneide ich Wilson.
Index:
Bei der Preview zu diesem Song war ich anfangs etwas abgeschreckt, aber das Stück wächst bei mir mit jedem Hören - mittlerweile so weit, dass ich es als einen der Höhepunkte des Albums sehe. Die Atmosphäre dieses Stücks ist so großartig, so düster und doch auf seltsame Weise anmutig - ein Meisterstück.
Track One:
Habe ich zuerst in Verbindung mit dem Video gehört - und habe mich ziemlich erschrocken, als der plötzliche Einsatz des Mittelteils kam. Am Anfang recht düster, dann kurzzeitig sehr melodisch, dann eine Klangkulisse, die mächtig vor einem steht - und zu Ende geführt von einer wunderschönen Solopassage.
Raider II:
Ein schwieriges Stück. Wie habe ich mich auf diesen Song gefreut, ein 23-Minüter von Steven Wilson. Doch nach dem ersten Hören war ich etwas ernüchtert: So viel ist doch gar nicht passiert... Doch ich hörte es erneut, und erneut, und erneut - jedes Mal erkannte ich neue Facetten, entdeckte die Verbindung zur Prelude auf der ersten CD und bemerkte, wie genial die zweite Hälfte des Stückes ist. Sehr düster, sehr verspielt und teilweise hart und großartig, sehr theatralisch aufgezogen. Klarer Höhepunkt des Albums.
Like Dust I Have Cleared from My Eye:
Besser hätte man dieses Album nicht ausklingen lassen können. Ein sehr bewegtes, popiges Lied, eine großartige Melodie und viel Melancholie - aber immer mit der positiven Nuance, die man bei Wilson immer irgendwo findet. Nach fünf Minuten folgt das knapp drei minütige Outro des Songs und des Albums und lässt einen wunderbar aus dem Album hinauskommen. Ein großartiges musikalisches Meisterwerk findet sein Ende.

Was bleibt letztlich zu sagen? Das Album übertraf alle meine Erwartungen, die ich hatte. Es ist Steven Wilson, es hat neue sowie alte Elemente, es hat großartige Melodien, sehr düstere Passagen, viel Improvisationsmomente - ein rundum gelungenes Werk eines kreativen Meisters. Für mich die klare Nummer Eins der Veröffentlichungen dieses Jahres!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 20, 2011 4:09 PM MEST


Foo Fighters - Back And Forth [Blu-ray]
Foo Fighters - Back And Forth [Blu-ray]
DVD ~ Foo Fighters
Preis: EUR 21,99

21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So sollte eine Banddoku sein!, 11. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man kennt ja Dokumentationen über Bands, die die Geschichte erläutern, aber nicht wirklich fesseln, also einfach nur langweilig oder schlecht gemacht sind. Das ist hier aber alles andere als der Fall. Der Film wirde perfekt "inszeniert", er unterhält, ich konnte oft lachen, er informiert, er hält einen bis zum Schluss gespannt und quält nicht. Alle wichtigen Ereignisse, die die Foo Fighters ausmachen, wurden beleuchtet, und zwar wirklich gut.
Die Bildqualität der Blu Ray ist zu dem noch sehr gut, natürlich muss man einsehen, dass die frühen Aufnahmen einfach nicht das High Def Feeling geben können, wie die neueren, aber grade die Interview-Shots und die Bilder der "Wasting Light" Produktion, sind sehr scharf und detailreich.

Eine sehr gute Dokumentation über eine der erfolgreichsten und meiner Meinung nach besten Rockbands der heutigen Zeit. Für alle Foo-Fans sehr zu empfehlen.

Kleiner Tipp: bleibt bis ganz zum Ende dran, der Song im Abspann erleichtert einem das ja soweiso, denn dannach kommt eine der witzigsten Stellen des ganzen Films!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 1, 2013 5:11 PM CET


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