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Wicked_One

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Hauptsache Fußball - Junge Profis auf dem Weg ins Spiel
Hauptsache Fußball - Junge Profis auf dem Weg ins Spiel
DVD ~ Andreas Bach
Preis: EUR 9,79

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur "junge Profis auf dem Weg ins Spiel", 11. April 2011
Ein beeindruckendes Feld, das Regisseur Bach und sein Team da herankarren: ein Blick auf das (sehr hübsche) Booklet zeigt mehr als dreißig Interviewpartner jeglicher Couleur. Da staunt man erst einmal, ist neugierig, fragt sich aber auch im Hinterkopf, ob das auch wirklich gut gehen kann oder ob die schiere Anzahl nicht zu viel des Guten für den Film ist.

Ist sie aber nicht. Der Film ist proppenvoll mit Interviewpartnern, aber die Gespräche sind größtenteils so passend miteinander verwoben, dass der Fluss selten ins Wanken gerät. Zwei Grundvoraussetzungen muss der Zuschauer aber mitbringen: Geduld und Muße, um sich auf die ganz eigene, episodenartige Erzählweise einzulassen, sind Punkt 1. Aber auch das Interesse am Blick über den Tellerrand ist vonnöten. Wer außer seinem eigenen Verein nichts kennt und kennen will, wird mit dem vereinsübergreifenden Konzept Probleme bekommen.

Wer beides mitbringt, wird in den mehr als zwei Stunden Film belohnt. "Hauptsache Fußball" ist, da ist der Untertitel etwas irreführend, nicht nur ein Film über junge Profis und ihre Stolpersteine auf dem Weg ins Geschäft, sondern ein ganz eigenes Stück. "Fußballkultur" nennt man sowas.

Wenn der wunderbare Hermann Gerland sichtlich betroffen über den Tod seines Freundes, den Vater von Holger Badstuber, berichtet oder Klaus Augenthaler im Stile eines erhabenen alten Veteranen, der schon alle Höhen und Tiefen mitgemacht hat, über den alten Lederball aus seiner Kindheit berichtet, dann hat das nicht (oder nur am Rande) mit dem Weg junger Profis ins Spiel zu tun - und doch sitzt man gebannt davor, lauscht den Charakterköpfen und kommt nicht umher, sich zu wundern, ob die Jungprofis von heute in dreißig Jahren ähnlich authentische, ungekünstelte Interviews geben werden?

Patrick Herrmann vermutlich nicht, denn der Gladbacher Jungprofi ist scheinbar schon reichlich abgeklärt vor der Kamera und flüchtet sich in wenig substanzielle Allgemeinplätze, die niemandem wehtun. Dass es aber auch da ganz andere Charaktere gibt, sieht man an Leverkusens Reinartz, dem man seine Statements auf jeden Fall abnimmt oder an Gladbachs Fabian Bäcker, der sich nicht zu schade ist, vor der Kamera von Heimweh und Telefonaten mit Mama zu sprechen.

Genau dann funktioniert "Hauptsache Fußball" immer am besten: wenn der Film authentisch ist. Das gilt auch für den Handlungsstrang, der einen Spielerberater mit seinen Jungs begleitet (dieser zieht sich durch den gesamten Film). Eine schöne Szene, wie er seinen Schützling ein bisschen zurechtweisen muss, weil dieser übereifrig die Flinte ins Korn zu werfen droht, als ihm die Einsatzzeiten in der ersten Mannschaft Fortuna Düsseldorfs fehlen. Interessant: das Kamerateam begleitet die Jungs bis hin zu Vertragsgesprächen und sogar bei einer Unterzeichnung ist der Zuschauer dabei. Und doch müssen immer mal wieder die Kameras ausgemacht werden. Auch eine Aussage der "Branche Fußball" über sich selbst...

Schwachpunkte gibt es wenig und sie sind auch fast immer zumindest diskussionswürdig. Klar, ein oder zwei Sequenzen hätten vielleicht besser in die Extras gepasst und den Film damit gestrafft. Und natürlich ist es immer so eine Sache, ob man sich als Regisseur im Film selbst vor die Kamera wagt oder nicht. Den ein oder anderen mag es stören, ich empfand diese kleine Vater-Sohn-Geschichte aber nicht nervig. Irgendwo ist sie schließlich auch eine weitere Perspektive auf die Hauptsache. Und die ist immer noch Fußball!


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