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Rezensionen verfasst von
Marie Mosch

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Die wollen nur spielen - Mein Leben als Papa
Die wollen nur spielen - Mein Leben als Papa
von Werner Bauknecht
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tränen gelacht!, 16. Mai 2014
Wer wissen möchte, wie der Alltag mit pfiffigen Jungs sein kann, sollte unbedingt zugreifen. Und die gute Nachricht ist, auch Männer können das schaffen, das was für viele Frauen normal ist. Also lesen und gut unterhalten lassen.


Traumsammler: Roman
Traumsammler: Roman
von Khaled Hosseini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltung mit Niveau, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Traumsammler: Roman (Gebundene Ausgabe)
Khaled Hosseinis „Traumsammler“ ist vordergründig ein Familienroman über das Schicksal einer afghanischen Familie, aber ebenso ein großer Roman über ethische Fragen, die kosmopolit und aktuell sind.

In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts werden die Geschwister Abdullah, Pari und Iqbah getrennt. Pari wird von einem wohlhabenden Ehepaar in Kabul adoptiert und sie entflieht so den ärmlichen, perspektivlosen Verhältnissen ihres Elternhauses. Für alle Familienmitglieder ist dies ein gravierender Einschnitt ins Leben, der alles verändert.

In einzelnen Kapiteln werden die Biografien der Geschwister und der Menschen beleuchtet, die mit ihnen verbunden sind. Jeweils aus der Ich-Perspektive werden Rückblicke gehalten und in der jüngsten Zeit zu datierende Kontakte geschildert.

Das vielfältige Schicksal Afghanistans und seiner Bevölkerung wird so detailliert in Spots thematisiert. Die Entwicklung des Landes mit traditionellen Gesellschaftsstrukturen und der Zuwendung der Oberschicht zur modernen, westlichen Lebensweise über die konservativ, muslimische Gesellschaft und die militärischen Konflikte mit ihrem unsäglichem Leid und Exil, aber auch Lichtblicke der Hilfsbereitschaft über die Landesgrenzen hinaus. Der Autor ist diesem Lebensverlauf persönlich verbunden, da er selbst als Kind mit seinen Eltern Zuflucht in den USA suchte.

Khaled Hosseini versteht es unendlich einfühlsam die seelischen Qualen, das Ringen mit dem eigenen Verhalten, die Suche nach den Wurzeln, die Sehnsucht nach dem Lebensglück, der Erfüllung und dem Frieden zu beschreiben. Mit Worten, die den Leser mitreißen in fremde Vitas, die gefühlt zu den eigenen werden.

Zu Beginn des Buches wird ein afghanisches Märchen erzählt, das die Frage nach altruistischen oder egoistischen Handeln aufwirft. Für mich war dies die vom Autor vorgegebene Blickrichtung, aus der ich die folgende Familiengeschichte lesen sollte. Ein zusätzlicher Aspekt war die Verwobenheit der Geschichte Afghanistans, der aktuellen Politik und der Menschen der Familie. Ein universelles Thema, niemand ist allein seines Glückes Schmid, sondern immer auch ein Stück gelebte Geschichte. Eine Anregung, über die Weltpolitik nachzudenken.

Lesen, nachdenken, handeln, weiterempfehlen – das wünsche ich diesem genialen Roman von Khaled Hosseini.


Zeit der Zikaden
Zeit der Zikaden
von Andreas Séché
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman, der nachklingt, 27. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Zikaden (Gebundene Ausgabe)
Es geschieht nicht oft, aber es gibt Geschichten, die so vielfältig sind, anregend, aktuell und doch verträumt, dass es unendlich schwer ist, über sie zu schreiben. So ein Buch ist „Zeit der Zikaden“ von Andreas Séché.

Syrakesh, ein Staat im Morgenland; Heimat von Selim, Miriam, Ibrahim und Amina. Sie führte das Schicksal zusammen, das auch Syrakesh veränderte. Selim schleppt sich mit letzter Kraft durch Wüste und wird von Ibrahim gefunden und gerettet. Als er wieder zu Kräften kommt, erzählt er von seinem Leben, ein Leben dem die Musik seinen Sinn und Kraft gab. Denn Syrakesh veränderte sich, langsam, schleichend zur Diktatur, die Lebensfreude, Liebe, Gerechtigkeit unterband und doch nicht zum Verschwinden bringen konnte. Selim und seine Geige, sie sollten die Welt von Syrakesh wieder verändern.

Sagt die Anzahl der Seiten etwas über die Qualität einer Geschichte aus? Nein, die gut 170 Seiten sind prall gefüllt mit Worten, die eine Sprache so reich an Bildern, Gefühlen und Musik entstehen lassen, dass man sich in die Empfindungen, Gedanken der erzählenden Person leicht hineinversetzen und miterleben kann. Wie in einem klassischen Musikstück beginnt sie mit der Ouvertüre, führt über 56 Sätze mit verschiedenen Tempi weiter bis zum Nachklang, dem Ende von Selims Geschichte. Musik und Literatur in inniger Umarmung; lesen und die Musik des Lebens spüren.

Mich hat Roman von der ersten Seite an verzaubert und hineingezogen in die arabische, heiße und scheinbar trostlose Wüstenwelt, die doch so viele Facetten der menschlichen Existenz zu bieten hat. Beim Lesen stellte ich erstaunt fest, dass sich hinter Selims Bericht mehrere Erlebnisebenen verbargen. Eine Liebesgeschichte, eine von Freundschaft, von Hoffnung in dunklen Tagen, von der Stärke der Gemeinschaft und dass es verbindende Elemente gibt, die die Welt verändern können. So ist „Zeit der Zikaden“ auch ein politisches Buch, eins das Hoffnung gibt und Vertrauen in die Zukunft. Trotzdem ist es auch märchenhaft – philosophisch und der Lesefluss windet sich leicht über die Seiten.

Ein Buch, das mehr als einmal gelesen werden möchte. Ein Buch, das neue Lesewelten erschließt. Ein Buch, das ich allen ans Herz legen möchte!


Leben ohne Krankheit
Leben ohne Krankheit
von David B. Agus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leben ohne Krankheit - ein leeres Versprechen, 20. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Leben ohne Krankheit (Gebundene Ausgabe)
Der renommierte amerikanische Krebsarzt David B. Agus hält in diesem Sachbuch ein Plädoyer für die personalisierte Medizin der Zukunft.

Sein Antrieb ist die Unzufriedenheit mit der heutigen westlichen Medizin. Trotz enormer Anstrengungen in der Forschung werden kaum wesentliche Fortschritte bei der Heilung von Krankheiten erreicht, deren Ursache im System Körper begründet sind, wie z.B. Krebs. Als Onkologe wird er tagtäglich mit diesem Versagen konfrontiert und als Konsequenz hat er ein neues Gesundheitsmodell entwickelt. Dieses Modell, die Anwendung und die notwendigen Technologien werden im Buch vorgestellt, sowie gängige Gesundheitstipps sehr kritisch unter die Lupe genommen.

Gegliedert ist das Werk sehr übersichtlich in drei große Teile und 14 Kapitel, dazu ausführliche einleitende Worte, Schlusswort, einige Seiten mit den häufigsten Fragen und Antworten zum Thema und Danksagungen, auch an verstorbene Patienten wie z.B. Dennis Hopper, Steve Jobs.

Der Schreibstil ist ein sehr persönlicher, man wird als Leser durchgängig mit Sie angesprochen. So entsteht ein gewisses Gefühl der Exklusivität und daraus entwickelt sich eine zusätzliche Motivation zum Lesen der knapp 400 Seiten. Durchgängig pflegt der Autor einen leichten Plauderton, als ob man gegenüber säße. Viele, viele Beispiele werden angeführt und jedes Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet. Damit zieht sich die Lektüre allerdings auch sehr in die Länge. Für ein Sachbuch insgesamt sehr leicht lesbar, sofern eine fundierte biologische oder medizinische Vorbildung vorliegt, denn ein Glossar enthält es leider nicht.

Im Teil 1 „Die Kunst, Ihre Gesundheit zu definieren“ werden z.B. die Vorsorge als das Beste gegen Krebs, ein Krankheitsfamilienstammbaum, Gentests zur Risikoabwägung für Krankheiten oder die neue Proteomik (Analyse von Proteinen zur Feststellung des Gesundheitszustandes) empfohlen. David B. Agus ist selbst Teilhaber von entsprechenden Firmen in den USA.

Im Teil 2 „Die Grundlagen eines gesunden Lebensstils“ sind die Vitamine und ihre sehr verbreitete prophylaktische Einnahme ein Themenschwerpunkt. David B. Agus führt zig Studien und Gegenstudien an, um zum Schluss natürliche Lebensmittel als Quelle für Nährstoffe und Vitamine zu empfehlen.

Im Teil 3 „Ihr zukünftiges Ich“ plädiert der Autor für einen Austausch der persönlichen medizinischen Daten im Internet, hofft auf Erkenntnisse durch Sammeln von Daten weltweit und fasst noch einmal die Gesundheitstipps zusammen.

Welche neuen Erkenntnisse habe ich nach der Lektüre für meinen Lebensstil gewonnen? Keine!

Dass der Körper ein System ist und auf Änderungen vielfältig, z.T. unvorhersehbar reagiert ist mir nicht neu. Dass Nährstoffe aus frischen Lebensmitteln wertvoller und besser dosiert sind als einzelne Nahrungsergänzungsmittel, auch nicht neu. Dass mir der Familienkrankheitsstammbaum Auskunft über mein Risiko an Krankheiten geben kann, ebenfalls nicht neu. Dass Vorsorgeuntersuchungen die besten Heilungschancen eröffnen, auch nicht neu.

Der Titel ist ja sehr viel versprechend, doch grundsätzlich legt sich der Autor mit seinen Aussagen nicht fest. Als Beispiel: D. B. Agus empfiehlt Mini-Aspirin als wirkungsvolle Vorsorge ab 50 Jahre im mehrseitigen Text. Aber dann: „Entscheiden Sie selbst darüber, damit Sie möglichst nur die Medikamente nehmen, die Sie auch brauchen.“ S. 97

Einen Ratschlag aus der Lektüre nehme ich mit, auch wenn dieser ebenfalls nicht neu ist: Denke selbst nach!

David B. Agus personalisierte Medizin lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Erkenne deine Risiken und versuche aktiv, diese durch deine Lebensführung zu minimieren.

Fazit: Wer ein gut lesbares Buch über den Sinn eines gesunden Lebensstils lesen möchte, sollte zugreifen. Wirklich neue Erkenntnisse sucht man vergebens.


Das grüne nicht nur vegetarische Kochbuch: Rezepte für ein gutes Leben: regional, nachhaltig und für jede Jahreszeit (GU Themenkochbuch)
Das grüne nicht nur vegetarische Kochbuch: Rezepte für ein gutes Leben: regional, nachhaltig und für jede Jahreszeit (GU Themenkochbuch)
von Dagmar von Cramm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Kochbuch für Mitdenker, 18. Februar 2013
„Das grüne nicht nur vegetarische Kochbuch“ von Dagmar von Cramm

Das Kochbuch für Mitdenker

Ein durchdachtes Konzept liegt diesem Buch zu Grunde – koche saisonal, kaufe regional, verwerte möglichst viel der Lebensmittel und verwende Reste pfiffig weiter. Entsprechend klar ist auch das Buch gegliedert: Grün einkaufen, Richtig kochen, Punktgenau planen, Mach was draus und der Rezeptteil mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Es ist sehr lohnenswert die ersten Kapitel zu lesen, denn hier werden die Lebensmittel unter die grüne Lupe genommen. Was spricht für dieses Produkt, wie viele Nährstoffe bietet es, was ist kritisch zu bedenken, wie sieht die Ökobilanz aus, wo kaufe ich es am besten ein und Tipps allgemein?

Die Stärken dieses Kochbuches liegen ganz klar im konsequent umgesetzten Konzept, der guten und fast unterhaltenden Lesbarkeit, der saisonalen Lebensmittelübersicht vor Beginn des jahreszeitlichen Rezeptteiles, den interessanten Kombinationen der Lebensmittel und Gewürze und den wunderschönen Fotos, die Lust aufs Kochen machen. Auch die Tipps und Infos zum Gericht am Ende der Rezepte sind ein ganz klares Plus.

Die Schwächen sind die Fehlerhäufigkeit. Schon bei den Produktinfos geht es los (Soja – Flop: Zucker führt zu Karies …) Info auf der falsche Seite gedruckt, gehört auf die nächste Seite zu Süßes. Bei den Zutaten werden wiederholt nicht alle aufgeführt, z.T. werden sie im Textteil erwähnt, das hilft aber nicht beim Erstellen einer Einkaufsliste oder die Kochzeiten stimmen nicht. So landete der Zwiebelkuchen im Abfall, denn auch Nachgaren war nicht möglich, sehr schade.

Allgemein spiegeln die Rezepte wirklich die Jahreszeit wider. Im Winter dominieren die Fleischrezepte, während der Frühling mit frischem Grün punktet. Für Vegetarier also nur bedingt geeignet oder eben als Ergänzungskochbuch für neue Küchenideen in Teilbereichen. Viele Ideen habe ich als interessant und sehr lecker empfunden und diese werden wiederholt gekocht werden. Auch das Aufschlagen des Buches erfreut, da die Fotos immer wieder schön anzuschauen sind.

Fazit: Ein Kochbuch für alle, die umweltbewusst kochen möchten. Allerdings auch eins, das sehr viele Fehler aufweist und daher nicht für Anfänger geeignet ist.


Ein Jahr in San Francisco: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
Ein Jahr in San Francisco: Reise in den Alltag (HERDER spektrum)
von Hanni Bayers
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eintauchen in das Lebens-und Freizeitgefühl von San Francisco, 12. November 2012
Eintauchen in das Lebens-und Freizeitgefühl von San Francisco

Viele träumen davon, Hanni Bayers hat einen Traum verwirklicht und ihre Zelte in Deutschland abgebrochen und ist nach San Francisco aufgebrochen.

Einen Job hatte sie schon von der Heimat aus organisiert und so ist sie gleich vom neuen Alltag willkommen geheißen worden. Jedem Monat ist ein Kapitel gewidmet, wir Leser entdecken gemeinsam mit der Autorin San Francisco von der touristischen Seite, aber auch jenseits. Ihre Tipps für Literatur, Bars, Filme über San Francisco, Restaurants, die Geschichte u.v.m. sind in ihren Streifzügen am Ende jedes Abschnittes gebündelt.

Wie ergeht es einem neuen Bewohner einer Stadt auf einem anderen Kontinent? Eine spannende Frage, die sich sicher schon viele gestellt haben. Hanni Bayers lässt uns mit ihren geschilderten Erlebnissen am Lebensgefühl der Stadt teilhaben. Vieles ist so anders als in Deutschland, die positive amerikanische Grundeinstellung, die Umgangssprache spiegelt dies - Love pounds oder Kummerspeck. Und sie bezieht in ihre Beobachtungen immer wieder die Historie der Stadt ein, so wird der Schmelztiegel der Kulturen verständlich. Die Einwanderer pflegen in ihren Vierteln ihre Wurzeln, aber im Ganzen ist es eine bunte, innovative, junge und extrem tolerante Stadt. Egal, ob es um die Verwirklichung neuer Ideen geht, als Firma oder als Künstler oder ob traditionelle Feste in allen Facetten der Kulturen gefeiert werden oder dass arme Menschen mehr Hilfe als in anderen Teilen der USA erfahren.

Uns das Lebensgefühl der Stadt nahezubringen, das ist die Intention der Autorin und es ist ihr gelungen. Jedem Kapitel sind Zitate zur Stadt von berühmten Amerikanern vorangestellt und in lockerem Stil schreibt sie anschaulich, witzig über spontane Begegnungen, besonders schöne Ecken und Ausblicke, wo die wirklich kurvigste Straße zu finden ist, über die Datingregeln, die Deutsche zur Verzweiflung bringen können oder Freundschaften, die so vielfältig sind wie San Franciscos Menschen. Der Schwerpunkt der Erlebnisse liegt in der Freizeit und das kommt Urlaubern entgegen. In die Stadt mit allen Sinnen eintauchen, staunen, schmunzeln und Lust auf eigene Eindrücke bekommen und das auf knapp 200 Seiten.

Urlaubsvorbereitung einmal anders oder aufbrechen zu einer mentalen Reise nach San Francisco, beides ist mit diesem Buch möglich.


Die Holzhammer-Methode: Ein Alpen-Krimi
Die Holzhammer-Methode: Ein Alpen-Krimi
von Fredrika Gers
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als nur Lokalkolorit, 1. Juli 2012
"Die Holzhammer-Methode" von Fredrika Gers

Hauptwachtmeister Holzhammer löst seinen ersten Mordfall am Königssee und sicher nicht seinen letzten.

Das Cover verrät dem Leser schon so einiges zu diesem Alpen-Krimi. Es geht um Gift, Murmeltiere und regionale Küche. Tot aufgefunden wird als erstes ein versierter Gleitschirmflieger. Wieso ist dieser Könner abgestürzt? Doch er soll nicht das einzige Opfer bleiben, weitere Personen versterben und es drängt sich der Verdacht auf, dass jemand Menschen in der Urlaubsregion im Berchtesgadener Land vergiftet. Holzhammer erhält von der zugereisten Ärztin Christine Unterstützung bei seinen Ermittlungen und sie wird zu einer zentralen Figur im Krimi.

In ihrem ersten Krimi lässt die Autorin Fredrika Gers mit wenigen prägnanten Worten Personen, Charaktere, Situationen und Landschaften vor dem inneren Auge entstehen. Die Protagonisten reden nicht nur sehr authentisch mit einander, je nach Herkunft, sondern lassen uns auch an ihren Gedanken teilhaben. Da erkennt man sich selbst wieder und muss sich manchmal ein bisschen schämen - Walross, Bierkugel & Co. So sind sie in ihrem Leben, ihrer Unvollkommenheit und auch in ihrer leichten Klischeehaftigkeit sehr lebendig.

Der Humor findet an vielen Stellen im Buch seinen Platz. Ein Lachen über die Ehrlichkeit von Holzhammer, dass es ihm bspw. egal ist, wer unter ihm Chef ist. Aber auch lustig verpackte Situationen, die durchaus das Potential zum Nachdenken haben, wie die Szene mit den Rechtsradikalen.

Nebenbei kann der Leser sein Wissen über Giftpflanzen und ihre Wirkungen erweitern und so bei einer Tour in den Alpen einen weiten Bogen um diese machen.

Einen besonderen Reiz erzielte für mich die Strukturierung im Buch. Der Mörder berichtet von Anfang an über sein Leben und so sind wir Leser immer etwas schlauer als die ermittelnde Polizei. Aus unterschiedlichen Perspektiven entwickelt sich so der Fall und die Spannung wechselt wie bei einer Bergwanderung mit unterschiedlicher Steigung, aber es geht aufwärts bis zum Schluss. So fliegen die Seiten nur so dahin und am Ende klappt man das Buch nur ungern endgültig zu.

Ein Regionalkrimi, der mehr zu bieten hat als nur Lokalkolorit und den ich allen Liebhabern des unterhaltenden Krimis empfehlen möchte.


Rot: Menschen in Kathmandu (Wahre Geschichten)
Rot: Menschen in Kathmandu (Wahre Geschichten)
von Milda Drüke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frauen zwischen Tradition und Moderne, 10. Januar 2011
Was für ein Anfang - Buch aufschlagen und ein Feuerwerk aus roten Fotos, vom Teej-Fest im fernen Nepal, zieht mich in seinen Bann. Meine Neugierde ist geweckt und ich beginne sofort zu lesen.

Fünf Monate war die Autorin bei einer jungen nepalesischen Familie zu Gast, Eltern mit fünfjährigem Sohn und einer Oma. Beide hatten im Ausland studiert, Puspa in Australien, Samjhu in den Niederlanden und sie sind somit mit der westlichen Kultur vertraut. In ihrer Heimat leben sie jedoch ganz traditionell ihre Kultur. Ansatzpunkt für viele Fragen, genau die, die auch ich stellen würde. Westliche Neugierde? Nein, eher das Bedürfnis zu verstehen. Und die Familie öffnete nicht nur ihre Türen, sondern auch ihre Herzen.

Alltag in Kathmandu. Gerüche, Lärm, drückende Enge, Straßenläden, chaotischer Verkehr und heilige Kühe. Im Frühjahr 2008, erlebte M. Drüke die letzten Tage des Hindustaates, mit Bombenanschlägen und dem Terror der Maoisten. Das Leben ist durch die Religion genau geregelt, wie gehen Männer und Frauen miteinander um, die Verehrung der Götter und noch wichtiger, die der Ahnen. In der Familie herrschen klare Regeln. Puspa hat mit der Heirat das Versprechen gegeben, die "Göttin des Hauses" glücklich zu machen, durch seine Verantwortung für sie und Taten. Sie hat sich ihm mit der Heirat unterworfen und dies wird immer wieder durch Rituale sichtbar. Die Füße des Ehemannes mit der Stirn berühren, rote Glasarmreifen tragen, montags fasten, donnerstags keine Haare waschen, am Teej-Fest teilnehmen - alles, um das Leben des Mannes zu verlängern. Als Fremde darf M. Drüke fragen, alles, was bisher in der Familie noch nie gesprochen wurde und oft fallen Sätze wie: "Ich denke nicht darüber nach. Ist eben unsere Kultur." Doch langsam wird auch die Unzufriedenheit Samjhu mit ihrer weiblichen Rolle formuliert, der Konflikt zwischen der Tradition und dem modernem Leben. Die Staatsform hat sich bereits zur Republik geändert und das Leben wird sich in den neuen Generationen auch verändern. Die 13 jährige Nichte hat ihre Visionen: "Seit ich ein Kind war, wollte ich anders sein als meine Familie. Ich will anders sein. Ich will meinem Land helfen. Ich will mein Land ändern. Ich will ihm, andere Werte vermitteln."

Milda Drüke schreibt chronologisch ihre Erlebnisse auf und für sie, wie für uns, zum Teil sehr überraschende. Die ersten drei Worte jedes Absatzes sind fett und groß gedruckt - das Signal, hier beginnt etwas Neues. Ihr Erzählstil lässt uns riechen, hören, schmecken und mitfühlen.

Ein Buch, das mich gefangen nahm und uns Respekt vor anderen Kulturen vermittelt. Ein Buch, das mich zum Nachdenken brachte und auch lächeln ließ. Ein Buch, das endete wie es anfing, mit Fotos - aus dem Alltag und der Gastfamilie. Ein Buch, dem ich viele Leser wünsche.


Der Brenner und der liebe Gott: Roman
Der Brenner und der liebe Gott: Roman
von Wolf Haas
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

10 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine etwas unübliche Rezension., 1. Dezember 2009
Wolf Haas "Der Brenner und der liebe Gott"

Hochgelobter Krimi eines österreichischen Autors mit Humor und einem kritischen Blick auf die Gesellschaft. Diese Aussagen hatte ich im Kopf, als ich zu meinem ersten Haas griff. Meine Erwartungen waren entsprechend.

Nach den ersten vier Kapiteln war ich einfach nur verwirrt. Wer berichtet denn da so gehetzt, fast ohne Luft zu holen? Ach ja, gleich im ersten Absatz die Aussage "Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, muss man das Maul extra erschlagen." Irgendjemand erzählt uns die Geschichte, aber seine Identität blieb mir auch nach Beendigung des Buches verborgen.

Simon Brenner, der Expolizist, arbeitet jetzt als Chauffeur und hat vorwiegend ein zweijähriges Kind zwischen den Eltern hin und herzufahren. Probleme zwingen ihn, Psychopharmaka einzunehmen. Die Mutter des Kindes betreibt eine Abtreibungsklinik und hat massiv mit Abtreibungsgegnern zu kämpfen. Der Vater ist ein Baulöwe, mit Verbindungen zu anderen wichtigen Geschäftsleuten und entsprechender Interessenspflege.

Nun wird Simon Brenner das Kind an der Tankstelle entführt und was tut der Expolizist? Einmal um die Tankstelle sausen, sich sorgen und dann gemütlich einen Espresso nach dem anderen trinken. Das war für mich in höchsten Maße unglaubwürdig! Der Hinweis im Buch auf die seditierenden Medikamente, als Erklärung für dieses Verhalten, greifen nicht. Entweder ist er so fit, dass er als Chauffeur arbeiten kann, dann können auch klare Entscheidungen getroffen werden, die mit seinem beruflichen Hintergrund mehr als nahe liegen oder die Story ist an den Haaren herbeigezogen. Ich entscheide mich für Variante zwei, besonders im Hinblick auf die Identität des Entführers. Genauer kann ich mich dazu nicht äußern, da ich ansonsten den Plot verrate.

Der Schreibstil. Der war für mich das größte Hindernis eines flüssigen Lesens. Permanent blieb ich stecken und dachte über die merkwürdigen Satzkonstruktionen nach. Was der Autor uns als seinen persönlichen Stil nahe bringen will, mit einer Grammatik, die ungenügend ist und Formulierungen, die nichts mit Lokalkolorit zu tun haben, ist in Wirklichkeit ein von ihm ausgestelltes Armutszeugnis für seine Landsleute. Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Autor hat die Grundschuljahre im Deutschunterricht konsequent ignoriert. Aber nein, er ist studierter Linguist und weiß es also besser. Beispiele: "...,was man wo wie sagen darf und was man wo wie nicht sagen darf." S. 55 ; "Weil der Reinhard immer ein gutes Trinkgeld, frage nicht." S. 67; "Und siehst du, Nachdenken über Blödsinn oft sehr nützlich." S. 79

Den letzten zitierten Satz, hätte sich der Autor mehr zu Herzen nehmen sollen. Die Verquickungen in der Story sollen den Blick des Lesers auf die Gesellschaftsverhältnisse lenken - Macht, Korruption, Integration, Umgang mit Außenseitern usw. Die Überspitzungen sollen als Humor vom Leser verstanden werden. Mir kam nicht ansatzweise ein Schmunzeln über die Lippen und seine schrägen Ansichten führten eher zu einem Kopfschütteln "..., dass es in einem Notfall schon in Ordnung ist, die "...Täterbeschreibung... "gleich zu ein paar Stunden als Babysitterin einzuteilen, quasi Sozialarbeit statt Gefängnis." S. 167

Für mich bleibt wirklich die Frage, warum seine Landleute über ihre Darstellung in seiner Geschichte so begeistert sind? Verstellen ihnen die Auszeichnungen des Autors den Blick? Menschen, die "radebrechen" und moralisch zweifelhafte Vorstellungen (Nötigung...) leben. So will sich doch niemand in einem Buch wiederfinden, oder?

Es gibt auf dem Buchmarkt wirklich genügend gut lesbare Autoren, die mit einer guten Geschichte den Leser begeistern können und auch was zur Situation in unserer Gesellschaft zu sagen haben. Genau die sollten wir lesen, uns unterhalten lassen, uns zum Nachdenken und am besten noch Handeln anregen lassen. Wolf Haas gehört für mich nicht dazu.

"Dem Leser quasi mit dem Oasch ins G'sicht fahr'n, ganz ohne Umschweife." Wolf Haas
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2010 10:30 PM MEST


Paula Modersohn-Becker oder: Wenn die Kunst das Leben ist
Paula Modersohn-Becker oder: Wenn die Kunst das Leben ist
von Barbara Beuys
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr detailliert, aber es fehlt was..., 18. Juli 2007
Wer sich schon ein bisschen mit dem Leben und dem Werk der Malerin auskennt, kommt sicher auf seine Kosten mit dieser Biografie. Die Autorin zitiert permanent aus den verschiedensten Schriftwechseln und dröselt so das Leben von P. Modersohn-Becker detailliert auf. Allerdings bleibt sie nicht bei einem chronologischen Ablauf, sondern verfolgt sehr viele Rück- und Ausblicke, die zu dem Kapitel passen. Leider führte dies bei mir zu einiger Verwirrung und der Lesefluß litt darunter.

Am Anfang war ich sogar der Meinung, dass der Titel: "Der gesellschaftliche Wandel der Stellung der Frau am Ende des 19. Jahrhunderts, am Beispiel P. Modersohn-Becker" besser gepasst hätte.

Es sind einige Bilder von ihr im Anhang. Leider nur aus den letzten Lebensjahren, so dass ihre ganze künstlerische Entwicklung nicht nachvollziehbar ist. Und von den im Text permanent erwähnten Zeichnungen ist keine einzige gedruckt - schade, denn gerade hier hätte man die gesamte Entwicklung bildhaft vor Augen gehabt.

Fazit: Wer die Künstlerin schätzt und sich über den sich langsam verändernden Status von Frauen, besonders Künstlerinnen, informieren möchte, liegt mit dem Buch richtig. Zum "Wegschlürfen" ist es nicht.


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