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Rezensionen verfasst von
Ingo Scharrenbroich "ischarrenb"
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Carmen (Ga)
Carmen (Ga)
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Für die Ewigkeit..., 15. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Carmen (Ga) (Audio CD)
ist diese Version der Carmen sicherlich. Wenngleich diese Aufnahme aus den 50er Jahren zeitbedingt ihre Beschränkungen aufweist ("Klassische" Rezitativfassung) so hört man nach den Versionen anderer Dirigenten, die das Drama der Carmen mit ebensolcher Dramatik aufladen hier doch ganz genau daß es sich eben nicht um eine Grand Opera mit einer Zigeunerin als Heldin handelt; die Gattungen Opera Comique (und eine solche ist Carmen) war ja nicht nur inhaltlich - äusserlich (gesprochene Dialoge, Ballett) von den Werken der "großen Oper" - deutlich verschieden. Es ist der Duktus, die Dramaturgie, die musikalische Formulierung die sich doch massiv unterscheiden.
Carmen, die man als Höhepunkt und Abschluss der Opera Comique betrachten kann verlangt genau diese Formulierung und das Gefühl für die Form.
Sir Thomas Beecham, der sich (so steht es zu lesen) mit der Produktion an sich wohl recht schwer tat hatte genau das notwendige Gefühl für diese Musik, und eine Gruppe von Sängerinnen und Sängern um sich herum, die genau diesen Weg mit ihm beschritten.
Allen voran Victoria de los Angeles; sie singt natürlich nicht in einem erdigen Mezzo Ton die "verruchte" Zigeunerin; sie beleuchtet eine ganz andere Facette der Carmen: Sie ist in sich ja eine Frau die vor allem im Augenblick lebt; Gefühle erlebt sie unmittelbar, aber leider (für das Gegenüber dann unverständlich) auch flüchtig... ihr Widerpart Don José ist als typischer (unerfahrener) Macho mit katholischem Hintergrund mit dieser Lebenshaltung völlig überfordert. Carmen wiederum ist zudem sehr fatalistisch; sie nimmt ihr Schicksal an und hadert nicht damit - Don José hingegen wird im Verlauf des Stückes immer larmoyanter.
Victoria de los Angeles gelingt es, durch eine zum einen glasklare Diktion, eine unbedingte rhythmische Genauigkeit genau diesen Inhalt zu transportieren: Sie singt zudem einfach charmant - man versteht aus der rein vokalen Situation heraus warum Don José ihr rettungslos verfällt. Nicolai Gedda als einen der idealen Interpreten des französischen Repertoire zu loben heisst sicher Eulen nach Athen zu tragen. Denn auch er gestaltet seinen Charakter auf der Grundlage einer idealen Diktion und Präzision seinen Charakter primär mit musikalischen Mitteln: das macht den Verfall der Figur weit zwingender als outrierendes Chargieren, was zwar mächtig Eindruck schinden kann, aber den Wurzeln der (genuin französischen) Musik keinen guten Dienst erweist: Das Missverständnis beginnt da, wo man Gedda (der den Don José nicht minder eindrucksvoll an der Seite von Maria Callas sang) die "dramatische Kraft" für das Finale abspricht. Aber es sei wiederholt: Carmen ist eben nicht Cavalleria Rusticana, und es macht die Rezeption nicht besser, wenn das Stück fernab seiner Gattung als Opera Comique immer wieder als Pseudo veriristischer Reißer gegeben wird.
Was diese Aufnahme der Carmen so einzigartig macht, ist die genuine Diktion, das Bewusstsein einer Tradition, getragen von Sängern die wussten wie man Carmen singen und aufführen sollte. Das das dann mehr subtil hintergründig klingt als dramatisch äußerlich mehrt die Freude an dieser Aufnahme und versöhnt mit so vielen anderen im Unvollkommenen steckengebliebenen Versuchen.


Klavierkonzert / Mgv / 1.-5.Region
Klavierkonzert / Mgv / 1.-5.Region
Wird angeboten von Virtuoso Classics
Preis: EUR 19,02

5.0 von 5 Sternen Musique à grand vitesse, 6. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert / Mgv / 1.-5.Region (Audio CD)
Als 1993 der TGV Nord, das ist die Strecke von Paris nach Lille, Calais, dem Kanaltunnel und nach Brüssel fertig wurde, komponierte Michael Nyman als Auftragswerk der Stadt Lille das Orchsterwerk "MGV".
Nun kennt man Nymans Musik ja vor allem aus den Filmen von Peter Greenaway; berühmt ist vor allem seine Musik zu Jane Campions "The Piano", deren "Konzertparaphrase" den zweiten Programmpunkt der CD darstellt.
Ob man nun dieser Version oder dem Original Soundtrack (eingespielt mit den Münchener Philharmonikern!) den Vorzug gibt sei jedem selber überlassen. Ich besitze die CD auch nicht wegen dieser Musik, sondern wegen MGV.
Das Stück MGV besteht aus insgesamt 5 Teilabschnitten "Regionen" genannt; wischen die einzelnen Themenabschnitte sind Fetzen eines Motives eingestreut, welches in seiner ganzen Gestalt erst gegen Ende vollständig erklingt und quasi den krönenden Abschluß der Musik bildet; zusätzlich bildet gleichsam eine "Entschleunigung" des Rhythmus jeweils das Ende eines Abschnittes.
Was mich persönlich an dieser Musik so reizt ist zum Einen die von ihr ausgehende unbändige rhythmische Kraft , der man sich beim konzentrierten Zuhören kaum entziehen kann; zum Anderen die wirklich wunderbare Verblendung der einzelnen Abschnitte ineinander... es wirklich wie eine Fahrt in einem sehr schnellen Zug: Landschaften ziehen am Fenster vorüber und wandeln sich nicht sehr aprupt (gut, die 20 min. Fahrt durch den Kanaltunnel ist da vielleicht eine Ausnahme), sondern der Wechsel Stadt / Land / Wald / Feld / Berg/ Flachland geschehen eher durch eine fliessende Bewegung.
Zudem ist das Stück genial instrumentiert, die hier hörbaren Klangmischungen sind wirklich ausserordentlich.
MGV gehört zu den von mir immer wieder gehörten Stücken auf Reisen - im Zug sitzend, die Landschaft geniessend, den Schwung der Musik im Schwung der Fahrt wiederfindend und umgekehrt - das macht wirklich Spaß. Und beweisst das eben auch moderne Musik jenseits von schrägen Klängen und Clusterklangballungen große Freude machen kann.


Requiem
Requiem
Preis: EUR 28,99

5.0 von 5 Sternen Wer die Wahl hat..., 2. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Requiem (Audio CD)
Die Musik Hector Berlioz spaltet seit ihrer Entstehung die Zuhörerschaft: Denjenigen, die vom revolutionären Klang, der rhythmischen Gestaltung und der außergewöhnlichen Instrumentation begeistert waren und sind, die den erheblichen Einfluß Berlioz’ auf die Musik seiner Zeitgenossen und Nachfolger anerkennen, und denjenigen, den diese Musik so gar nichts sagt, die den sehr subjektiven Ansatz und die sehr individuelle Aussage eher wenig meisterhaft empfinden (Nikolaus Harnoncourt nannte dieses Phänomen „Musik die ständig nur ICH sagt“).
Wenn man die „Gand Messe de Morts“ anhört, so kann man dies in allen ihren Sätzen sehr gut nachvollziehen. Die Musik der Totenmesse ist zugleich bedrohlich, angsteinflößend, aber auch tröstend, gottvertrauend, sie scheint den Satz aus der Sequenz „Ach was werd’ ich Armer sagen(...)“ klingende Gestalt zu geben.
Natürlich steht der kolossale Aufwand der geforderten Kräfte im Vordergrund jeder Interpretation: ein doppeltes Sinfonieorchester, mindestens 200 Choristen - das macht schon allein die akustische Dimension deutlich, die schier überwältigende Klangballung, die im Jahre 1837 buchstäblich unerhört war (und uns heute trotz anderer akustischer Dimensionen immer noch überwältigen kann). Daneben die vielen eindringlich leisen Passagen, ein ca. 5 Minütiger a-capella Satz, eigentlich mehr leise eindringliche denn überwältigend laute Stellen.
Die Klangmassierungen indes machen jede Interpretation einerseits zu einem Abenteuer, sie stellen andererseits die Tontechniker bei ihrer Dokumentation vor ebenso schwere Aufgaben.

Der Klassikmarkt ist mit Aufnahmen des Werkes durchaus gut bedient; neben der Interpretation von Colin Davis aus den 60er Jahren (ein Klassiker der Schallplattengeschichte), der etwa gleich alten Produktion von Charles Munch haben viele andere Dirigenten sich an das Mammutwerk gewagt. In der jüngeren Zeit haben nun zwei prominente Vertreter der historischen Aufführungspraxis (ich vermeide das Wortungetüm „historisch informiert“) nämlich Roger Norrington und Paul McCreesh Aufnahmen zur Diskographie hinzugefügt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Beide Interpretationen sind bei aller Verschiedenheit von hoher Qualität, man kann hier ganz sicher nicht von Besser oder Schlechter reden; will man das Werk kennenlernen dann sind beide gleichermaßen gut geeignet dies zu tun, will man die unterschiedlichen Facetten der Musik besser kennenlernen, so sollte man überlegen, sich beide Aufnahmen anzuschaffen.

Paul McCreesh geht von der originalen Aufführungssituation im Hôtel des Invalides aus: Mit der hierfür erforderlichen Zahl von Instrumentalisten und Chorsängern, unter Verwendung von teils originalen Instrumenten (die Ophikleide zum Beispiel ist in ihrem Klangcharakter von der Tuba doch so verschieden, daß sich der Einsatz in den Blechbläsergruppen durchaus anders als gewohnt anhört) erreicht er das angemessene große, den halligen Raum umfassend zum Klingen bringende Klangbild, daß im Requiem ja mit hineinkomponiert erscheint. Der Chor singt für seine Größe mit erstaunlicher Präzision, mit einer außerordentlichen Stimmschönheit. Die rhythmischen Finessen im Orchestersatz werden angemessen transparent hörbar. Eine Besonderheit von McCreeshs Aufnahme besteht in der französischen Aussprache der Vokale: Ü statt U – gewöhnungsbedürftig, und es überzeugt mich persönlich trotz sicher authentischer Praxis nicht vollends. Mein Haupteinwand gegen die Aufnahme besteht jedoch in einem anderen Aspekt: Wie in anderen Aufnahmen (Davis) auch hatte ich beim Anhören das Gefühl, ich säße nicht im Hauptschiff der Krakauer Marienkirche sondern in deren Sakristei – bei allerdings geöffneten Türen. Das liegt an den einfach nicht optimal mit Aufnahmetechnik einzufangenden Klangmassierungen.
Wenn die Aufnahme den Zuhörer dennoch in ihren Bann zieht, so liegt das vor allem am großen Spannungsbogen den McCreesh über das Stück spannt.

Roger Norrington hingegen geht – bei allem Anspruch auf Authentizität den auch er für sich beanspruchen kann – einen völlig anderen Weg: In deutlich kleinerer Besetzung, in einem Konzertsaal aufgezeichnet, den Chor aus professionellen Kräften zweier Rundfunkchöre besetzt erzielt er zunächst einmal ein völlig anderes Klangbild. Mit wenig Hall, durch das für Norrington charakteristische vibratoarme Orchesterspiel und den hierzu kongruent sehr transparent agierenden Chor hört man das Werk in einer gänzlich neuen Gestalt. Nebenstimmen, die sonst im großen Getöse untergehen, ergeben einen ganz neuen Eindruck der Komplexität der Komposition, ohne daß es der Aufnahme deshalb an innerer Spannung fehlen würde. Auf jeden Fall ist der Eindruck für den Zuhörer viel unmittelbarer, ohne den beschriebenen Sakristei – Effekt.

Wie gesagt: Welche Aufnahme man persönlich den Vorzug gibt ist wie immer Geschmackssache – großartige Interpretationen sind sie auf jeden Fall beide.


Berlioz: Grande Messe des Morts (Requiem)
Berlioz: Grande Messe des Morts (Requiem)
Preis: EUR 25,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer die Wahl hat..., 2. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Musik Hector Berlioz spaltet seit ihrer Entstehung die Zuhörerschaft: Denjenigen, die vom revolutionären Klang, der rhythmischen Gestaltung und der außergewöhnlichen Instrumentation begeistert waren und sind, die den erheblichen Einfluß Berlioz’ auf die Musik seiner Zeitgenossen und Nachfolger anerkennen, und denjenigen, den diese Musik so gar nichts sagt, die den sehr subjektiven Ansatz und die sehr individuelle Aussage eher wenig meisterhaft empfinden (Nikolaus Harnoncourt nannte dieses Phänomen „Musik die ständig nur ICH sagt“).
Wenn man die „Gand Messe de Morts“ anhört, so kann man dies in allen ihren Sätzen sehr gut nachvollziehen. Die Musik der Totenmesse ist zugleich bedrohlich, angsteinflößend, aber auch tröstend, gottvertrauend, sie scheint den Satz aus der Sequenz „Ach was werd’ ich Armer sagen(...)“ klingende Gestalt zu geben.
Natürlich steht der kolossale Aufwand der geforderten Kräfte im Vordergrund jeder Interpretation: ein doppeltes Sinfonieorchester, mindestens 200 Choristen - das macht schon allein die akustische Dimension deutlich, die schier überwältigende Klangballung, die im Jahre 1837 buchstäblich unerhört war (und uns heute trotz anderer akustischer Dimensionen immer noch überwältigen kann). Daneben die vielen eindringlich leisen Passagen, ein ca. 5 Minütiger a-capella Satz, eigentlich mehr leise eindringliche denn überwältigend laute Stellen.
Die Klangmassierungen indes machen jede Interpretation einerseits zu einem Abenteuer, sie stellen andererseits die Tontechniker bei ihrer Dokumentation vor ebenso schwere Aufgaben.

Der Klassikmarkt ist mit Aufnahmen des Werkes durchaus gut bedient; neben der Interpretation von Colin Davis aus den 60er Jahren (ein Klassiker der Schallplattengeschichte), der etwa gleich alten Produktion von Charles Munch haben viele andere Dirigenten sich an das Mammutwerk gewagt. In der jüngeren Zeit haben nun zwei prominente Vertreter der historischen Aufführungspraxis (ich vermeide das Wortungetüm „historisch informiert“) nämlich Roger Norrington und Paul McCreesh Aufnahmen zur Diskographie hinzugefügt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Beide Interpretationen sind bei aller Verschiedenheit von hoher Qualität, man kann hier ganz sicher nicht von Besser oder Schlechter reden; will man das Werk kennenlernen dann sind beide gleichermaßen gut geeignet dies zu tun, will man die unterschiedlichen Facetten der Musik besser kennenlernen, so sollte man überlegen, sich beide Aufnahmen anzuschaffen.

Paul McCreesh geht von der originalen Aufführungssituation im Hôtel des Invalides aus: Mit der hierfür erforderlichen Zahl von Instrumentalisten und Chorsängern, unter Verwendung von teils originalen Instrumenten (die Ophikleide zum Beispiel ist in ihrem Klangcharakter von der Tuba doch so verschieden, daß sich der Einsatz in den Blechbläsergruppen durchaus anders als gewohnt anhört) erreicht er das angemessene große, den halligen Raum umfassend zum Klingen bringende Klangbild, daß im Requiem ja mit hineinkomponiert erscheint. Der Chor singt für seine Größe mit erstaunlicher Präzision, mit einer außerordentlichen Stimmschönheit. Die rhythmischen Finessen im Orchestersatz werden angemessen transparent hörbar. Eine Besonderheit von McCreeshs Aufnahme besteht in der französischen Aussprache der Vokale: Ü statt U – gewöhnungsbedürftig, und es überzeugt mich persönlich trotz sicher authentischer Praxis nicht vollends. Mein Haupteinwand gegen die Aufnahme besteht jedoch in einem anderen Aspekt: Wie in anderen Aufnahmen (Davis) auch hatte ich beim Anhören das Gefühl, ich säße nicht im Hauptschiff der Krakauer Marienkirche sondern in deren Sakristei – bei allerdings geöffneten Türen. Das liegt an den einfach nicht optimal mit Aufnahmetechnik einzufangenden Klangmassierungen.
Wenn die Aufnahme den Zuhörer dennoch in ihren Bann zieht, so liegt das vor allem am großen Spannungsbogen den McCreesh über das Stück spannt.

Roger Norrington hingegen geht – bei allem Anspruch auf Authentizität den auch er für sich beanspruchen kann – einen völlig anderen Weg: In deutlich kleinerer Besetzung, in einem Konzertsaal aufgezeichnet, den Chor aus professionellen Kräften zweier Rundfunkchöre besetzt erzielt er zunächst einmal ein völlig anderes Klangbild. Mit wenig Hall, durch das für Norrington charakteristische vibratoarme Orchesterspiel und den hierzu kongruent sehr transparent agierenden Chor hört man das Werk in einer gänzlich neuen Gestalt. Nebenstimmen, die sonst im großen Getöse untergehen, ergeben einen ganz neuen Eindruck der Komplexität der Komposition, ohne daß es der Aufnahme deshalb an innerer Spannung fehlen würde. Auf jeden Fall ist der Eindruck für den Zuhörer viel unmittelbarer, ohne den beschriebenen Sakristei – Effekt.

Wie gesagt: Welche Aufnahme man persönlich den Vorzug gibt ist wie immer Geschmackssache – großartige Interpretationen sind sie auf jeden Fall beide.


Missa Solemnis
Missa Solemnis
Preis: EUR 30,99

5.0 von 5 Sternen Von Herzen..., 18. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Missa Solemnis (Audio CD)
...- möge es - wieder zu Herzen gehn! überschrieb Beethoven seine große Messe. Sie sprengt - zumal zu seiner Zeit und auch heute noch alles was man von einem Chor, zum Teil sicher auch von Solisten und Orchester verlangen kann - es ist schlicht gesagt, die Grenzüberschreitung an Dynamik und Grandiosität mit hineinkomponiert.
Innerhalb von relativ kurzer Zeit kamen dann Anfang der 90er Jahre zwei exemplarische Produktionen der Missa heraus: J.E: Gardiners Studioaufnahme mit dem ORR und dem Monteverdi Choir sowie die hier besprochene, auf einem Live Mitschnitt der Salzburger Festspiele beruhende Aufnahme von Nikolaus Harnoncourt.
Beide haben mich zum Erscheinungsdatum sehr bewegt, ja begeistert; langfristig immer noch fesselt mich die hier besprochene Aufnahme (was nicht heisst daß Gardiners Deutungen nicht ebenfalls grandiose Interpretationen wären). Schon als Radioübertragung, 1991 eher zufällig angehört, hat mich der innere Duktus, die niemals nachlassende Spannung, das wirklich von Herzen kommende Musizieren der Sänger und Instrumentalisten tief bewegt: Vom Klageton des Kyrie, den grandiosen Ausbrüche in Gloria und Credo, wo die Grenzen wirklich hörbar werden bis hin zum dramatisch zugespitzten "Agnus dei" - Marjana Lipovsek ist im kurzen rezitativischen Abschnitt des "Dona nobis Pacem" beängstigend expressiv - man wird in den Geist der Musik hineingezogen, gefesselt, leidet mit und erkennt was Beethoven wohl mit seiner Widmung gemeint haben könnte. Das ist hier keine repräsentative Festmusik (als die die Missa ja ursprünglich einmal gedacht war) sondern Bekenntnismusik im besten Sinne. Wie immer bei Nikolaus Harnoncourt wird der Hörer gefordert aktiv zu hören, sich zu der Musik in Beziehung zu setzen.


Händel: Ariodante
Händel: Ariodante
Preis: EUR 34,96

5.0 von 5 Sternen Wenn es..., 1. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Händel: Ariodante (Audio CD)
... den Preis für die beste Aufnahme einer Händel Oper gäbe, so würde ich nicht allzulange überlegen und aus meiner (inzwischen durchaus umfangreichen) Sammlung genau diese Aufnahme aus dem Jahre 1998 wählen.
Einmal abgesehen davon, daß Händel mit seinen zwei im Jahre 1735 komponierten Opern Ariodante und Alcina den Gipfel seiner Kunst als Opernkomponist erreicht hat ist es das seltene Zusammentreffen zwischen der Qualität der Musik und der Qualität der Ausführenden, die diese Interpretation zu einem Monument der modernen Händelinterpretation werden liessen.
Voran natürlich Marc Minkowski mit den Musiciens du Louvre: Ohne die Musik zimperlich oder allzu zurückhaltend anzugehen ist der Akzent doch eher auf ein subtiles Klangbild als auf ruppige Effekte hin angelegt. Auf jeden Fall meilenweit vom glatt - gepflegten Klangbild à la I Musici oder Karl Richter entfernt, mit dem man Stücke wie Ariodante ganz schnell zu Langweilern mit der Pflicht zur Kürzung degenerieren liess.
Unter den Sängern gibt es keinen Ausfall. Die Krone muß allerdings Anne - Sofie von Otter verliehen werden. Wie sie den Bogen von "Scherza infida" in der sie mit ihrer Stimme eine Studie des Leidens liefert hin zur Exuberanz von "Doppo notte" schlägt, zeigt sie auf dem Gipfel ihrer Kunst.
Es gibt viele gute Aufnahmen von Händel Opern: Eine bessere gibt es nicht!


Le Prophete/Meyerbeer
Le Prophete/Meyerbeer

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grandioses Musiktheater, 30. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Le Prophete/Meyerbeer (Audio CD)
Es ist ja eine allzu bekannte Gebetsmühle, daß Meyerbeers Opern weltweit ein Schattendasein führen.
Immer wieder scheint durch eine als Sensation empfundene Produktion irgendwo eine Renaissance eingeläutet, man liest und hört so manches, aber leider ist es immer nur ein Strohfeuer ohne lange Wirkung.
Zudem ist die Zahl der verfügbaren Aufnahmen gerade der vier "Grand Operas" (Robert, Les Huguenots, Le Prophète und L'Africaine alias Vasco da Gama) erstaunlich überschaubar.

Wird derzeit fast im Monatstakt eine Arien - CD mit bisher unentdeckten Arien oder Opern des 18. Jahrhunderts auf den Markt gebracht, und betrachtet man die inzwischen doch künstlerisch reichlich magere Ausbeute dieser mit viel TamTam promoteten Kompilationen so wundert es angesichts der hier zu hebenden Schätze warum sich in der Plattenindustrie niemand für dieses doch so interessante und lohnende Repertoire interessiert... was würde uns an Offenbarungen erwarten, wenn die relativ neu erschienenen quellenkritischen Ausgaben zum Beispiel durch Marc Minkowski eingespielt würden?
Sicher, die stilistischen Herausforderungen sind enorm, aber ganz ehrlich: Verdi ist auch nicht einfach zu singen, und das eine gewisse Schwierigkeit bei der Besetzung seiner Partien besteht ist unverkennbar.... und es gibt ja sicher Sänger, welche Meyerbeers Musik gewachsen sind.

Hier haben wir es aber mit einer Einspielung aus dem Jahre 1976 zu tun. Vorweg gesagt: Sie genügt heutigen Ansprüchen an vollständige Wiedergabe eines Werkes mit Quellenkritischem Ansatz etc. sicher nicht - aber wie sollte sie auch? Eine enstsprechende Ausgabe wurde erst vor wenigen Jahren veröffentlicht, und leider haben gerade Meyerbeers Opern schon seit ihrer Premiere immer unter Kürzungen gelitten, was sie häufig (zumindest liest man dies immer) fast zur Unkenntlichkeit entstellte. Dennoch taugt sie zum Kennenlernen dieser herrlichen Musik und dieses herrlichen Musikdramas sehr gut - mit leichten Abstrichen.
Dieser Abstrich muß vor allem bei der Besetzung des Titelhelden mit James McCracken gemacht werden. Wie auch R. Bonynges Aufnahme der Huguenots und seinem dort eingesetzten Helden fehlt es McCracken so ziemlich jede Eignung zur Gestaltung dieser immens schweren Partie; daß mit Alfredo Kraus und Nicolai Gedda sicher geeignetere Sänger existierten macht die Sache nur um so ärgerlicher; zwar stemmt er relativ sich wacker durch die Partie, aber seine etwas befremdliche Angewohnheit, hohe Piani in einem Hohlen Falsett zu singen, macht auf die Dauer keinen Spaß.
Dummerweise wird er dadurch durch die ungleich stärkeren Sängerinnen der Frauenpartien (Marilyn Horne und Renata Scotto) mühelos an die Wand gesungen. Auch im Abstand von fast 40 Jahren seit der Aufnahme ist es mir absolut unverständlich, wie man eine derart ungleichmäßige Besetzung durchgehen lassen konnte und ich wäre gerne beim Abhören im Studio dabei gewesen..... und hätte die Kommentare gehört; auch 1976 war guten Sängern bekannt, was eine Voix mixte ist! Dabei ist ein dritter Pluspunkt nämlich gerade R. Lewis' Dirigat. Mit einem wunderbar aufspielenden Orchester und immer wieder aufs neue atemberaubenden Spannungsbögen schafft er eine dramatische Spannung, die ihresgleichen sucht.
Man fragt man sich, wann man nach der fünften "Macht des Schicksals" endlich den ersten Propheten zu sehen und hören bekommt.
Einmal abgesehen davon daß man Wagner, Verdi und so ziemlich alle Komponisten von Opern nach 1845 viel besser versteht, wenn man Meyerbeers Werke im Ohr hat, machen diese Opern auch immensen Spaß beim Zuhören, so genial sind sie gestaltet und durchkomponiert! Insofern Anhören, kennenlernen und Spaß haben - und hoffen, daß die Zeit Meyerbeers endlich wieder kommt!


Lyric & Coloratura Arias (Remastered 2014)
Lyric & Coloratura Arias (Remastered 2014)
Preis: EUR 13,63

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Platte für die einsame Insel..., 1. November 2014
kann eigentlich nur diese Kollektion von Arien sein, die Maria Callas 1954 mit Tullio Serafin am Pult realisiert hat.
In seinem Buch "Große Stimmen" hat Jens Malte Fischer sinngemäß festgestellt, daß Maria Callas für ihre Interpretation von "L'altra notte in fondo al mare" aus Arrigo Boitos "Mefistofele" allein einen Platz im Sängerolymp sicher hätte; und dies obwohl er die Sängerin sicher weit weniger enthusiastisch bespricht als etwa sein Kritikerkollege Jürgen Kesting.
Weit abseits von der etwas geschmacklosen Nutzung der Platte als Hintergrundmusik für Tom Hanks fiktives Ableben im Film "Philadelphia" gibt es wenige Produktionen, die mich immer noch derart packen und bewegen - ich besitze die CD schon seit mehr als 20 Jahre.
Als Beispiel sei die Introduktion zu der sog. "Glöckchenarie" aus Lakmé genannt: die schier endlosen Vokalisen haben einen fast wehmutigen, sehnsuchtsvollen Klang, der die dramatische Situation in der Oper (Lakmé wird von ihrem Vater gezwungen, als Straßensängerin aufzutreten) so klar umreisst als auch die Schönheit der Musik so wunderbar zum Leuchten bringt.
Ähnliches kann man über jede der hier eingespielten Arien sagen.
Wie gesagt: Man muß kein Fan der Callas sein. Aber um zu egreifen, warum die Callas die Callas war: Diese CD gibt die Antwort. Zudem im jetzt deutlich verbesserten Klangbild, bei dem die Stimme einfach wunderbar abgebildet wird.


Madama Butterfly (Remastered 2014)
Madama Butterfly (Remastered 2014)
Preis: EUR 16,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch...., 14. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Madama Butterfly (Remastered 2014) (Audio CD)
handelt es sich bei der vorliegenden Aufnahme aus dem Jahr 1955, geleitet von Herbert von Karajan, um eine unübertroffene Aufnahme: Sicher gibt es andere gute, aber bessere Aufnahmen dieses Stückes?

Der verstorbene Gerard Mortier hat 1987 in einem Spiegel - Interview festgestellt, daß "Ein Werk wie Puccinis "Madame Butterfly" hat einfach ausgedient habe, weil die vielen und zum Teil guten Filme über Vietnam das Thema viel aktueller und packender zeigen als dieses Musical aus der verstaubten Ablage" . Hört man diese Aufnahme, muß ich dem großen Mann des europäischen Musiktheaters doch heftig widersprechen: Die Beschäftigung mit dem Stück lohnt schon allein wegen des stimmlichen Genies von Maria Callas, die 1955 einen Grad der musikalischen Gestaltung bei gleichzeitiger noch voll erhaltenen stimmlichen Mitteln erreicht hatte, daß man auch nach knapp 60 Jahren noch den Atem anhält, so wunderbar ist die Cio - Cio - San hier interpretiert.
Dabei ist das Stück als eine Art frühe Parabel für die (auch und gerade sexuelle) Ausbeutung fremder Kulturen durch scheinbar mächtigere Kolonialmächte nach wie vor aktuell (aber vielleicht nicht so drastisch wie Apocalypse Now) ; die (musikalisch eher zweifelhafte) Aktualisierung des Stoffes in Form des wirklichen Musicals "Miss Saigon" führt uns das doch sehr vehement vor Augen: Nein, M. Mortier, dieses Stück lohnt die Beschäftigung alle Male.
Maria Callas hat in der Gestaltung der Partie vor allem versucht, den kindlichen Charakter, Oprtimismus, ja auch Starrsinn der Figur einzufangen; es ist keine als Geisha verkleidete Diva, die wir von den Plattenseiten hören, sondern wirklich eine sehr junge, sehr naive, aber auch in ihrem trotzigen Festhalten an der Hoffnung auf Rückkehr ihres Gatten sehr selbstbewusste junge Frau, der sie eine helle, wenig tragisch aufgesetzte, sondern immer zurückgenommene Stimme verleiht. Wenn man z.B. im ersten Akt hört, wie sie auf die Frage Pinkertons nach ihrem Vater mit einem ebenso kurzen wie auch trocken gesungenen "Morto" antwortet, in den sie eben nichts hineinlegt, wirkt dieser Moment doch um so eindringlicher. Selbst in ihren letzten Worten ("Con Onor muore") ist sie nicht Norma auf dem Weg zum Schafott, sondern bleibt diese junge Frau, deren Schicksal eben deshalb noch mehr anrührt...
Unterstützt von Herbert von Karajans kongenialem Dirigat und Partnern die das Niveau ebenfalls auf (heute sicher unerreichbarer ) großer Höhe halten handelt es sich hier ganz sicher um eine der Aufnahmen für die "einsame Insel", die den Plattenolymp schon längst erreicht hat.
Das Remaster klingt im übrigen (wie alle hier versammelten Aufnahmen) deutlich besser als die ältere CD Version, und man hört die Stimme noch ungeschminkter, direkter und deshalb noch anrührender als zuvor.


Le Nozze di Figaro (Bluray Audio+3cd/Deluxe Book)
Le Nozze di Figaro (Bluray Audio+3cd/Deluxe Book)
Preis: EUR 37,99

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich...., 17. März 2014
"Le nozze di Figaro" aus Perm... als das Publicity Gewitter begann und man in allen möglichen und unmöglichen Medien hören, lesen und schauen konnte blieb dem skeptischen Klassikfreund eigentlich nur eines übrig: Wegschauen, weghören und sich verweigern.
Aber dann: Die moderne Technik genutzt, einige Schnipsel gehört.... und sofort die Aufnahme besorgt.
Und siehe - da ist er: Der nach Nikolaus Harnoncourts Deutungen vielleicht radikalste Interpretationsansatz der sich denken lässt. Konsequent durchdacht, bis ins letzte Detail durchgefeilt und doch: Lebendig, aufregend, klangschön .....

Ein Beispiel: Die Szene im großen Finale des zweiten Aktes, wenn der Gärtner Antonio die ganze Handlung droht auffliegen zu lassen. Wenn der Gärtner die Geschichte des Fenstersprungs (des Pagen) erzählt, untermalt Mozart dies zunächst mit pulsierenden Sechzehnteln der Streicher, die ich derart dynamisch und gleichzeitig exakt noch nie gehört habe. Mozart lässt den weiteren Dialog von quasi "klopfenden Achteln" in den Streichern begleiten, untermalt von liegenden Tönen der Bläser - die schon auf einem einsamen Höhepunkt angelangte Spannung wird durch die quasi Verlangsamung des Tempos weiter in fast unerträglichem Masse weitergesteigert. Die Streicher beginnen im Verlauf des Dialogs diese Figuren, immer "spitzer" und immer bohrender zu spielen, die Sänger nehmen diesen Tonfall exakt auf, und es entsteht auf der Hörbühne ein Moment, in dem man die Beklommenheit und Angst der Handelnden Personen zu hören und zu fühlen scheint.

Natürlich haben auch andere Dirigenten dies schon aufregend realisiert: Aber die die Spannung, die man im Opernhaus von Perm aufgebaut hat, ist in der Diskographie wohl bisher einmalig. "Jede Komödie ist eine gerade verhinderte Tragödie" - dieses Wort des Regisseurs M. Hampe fiel mir beim Hören dieser Aufnahme ein: denn wirklich, das ist einfach ganz großes Theater.

Es fällt auf, daß nun wirklich jeder Takt, jedes Rezitativ und jede Arie und jedes Ensemble mit einer liebevollen Aufmerksamkeit durchgestaltet wurde, und man reibt sich ein ums andere mal die Ohren, so neu klingt dieses doch so oft gespielte Stück.
Nun mag man einwenden daß es leicht gestelzt klingt wenn ein Stück derart akribisch gestaltet wird. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Man entdeckt in eben jenem Rezitativ, Arie, Ensemble andauernd neue, aufregende Details; sei es eine Begleitstimme, eine rhythmische Veränderung oder ein neuer Akzent.
Die Brillanz des Orchesters ist beispielhaft; auf Originalinstrumenten spielend ist der Klang transparent und kräftig zugleich, und der gesamte Farbenreichtum dieser Instrumente offenbart sich - quasi als konsequent zu Ende gedachte Aufführungspraxis.
Viel wurde über die Ausgestaltung des Continuos geschrieben und kommentiert: Das zuweilen mitspielende Hammerklaviers in den Ensembles und Arien mag zunächst befremden, allerdings ist dieses "Mitspielen" des Continuoinstrumentes durchaus historisch überliefert, und lenkt den Blick doch immer wieder als unaufdringlicher "Zeigestock" auf die Genialität der Musik.

Die Sänger ordnen sich diesem Konzept beispielhaft unter und bilden ein wirklich homogenes Ensemble. Ich verstehe nicht, warum man gerade hier in der zeitgnössischen Kritik die Leistungen der Sängerinnen und Sänger gegeneinander ausspielt und vergleicht. Da wird die Sängerin der Susanna (Fanie Antonelou) mal über den grünen Klee lobt, dann wiederum als charakterlos abqualifiziert. Mal liest man es wären keine großen Stimmen dabei, andererseits sind alles künftige Superstars am Werk. Mal singt Simone Kermes nicht überzeugend weil flach und gestelzt, dann ist sie wieder die große "Barockdiva" - daß sie einfach gut singt und die Rolle sehr individuell gestaltet ist die selten zu lesende Tatsache. Es gibt hier wirklich keine Schwachstelle, und gerade weil hier niemand den anderen überstrahlt, sondern jeder seine Rolle mit großer Lebendigkeit erfüllt ist dieser Figaro so grandios gelungen.

Auf jeden Fall hat T. Currentzis der Diskographie dieser grandiosen Oper eine grandiose Aufnahme hinzugefügt.
Ich freue mich auf jeden Fall auf die anderen zwei "da Ponte" Opern - die Messlatte liegt hoch und es wird uns, daß ist sicher, so manche aufregende Hörerfahrung beschert werden.


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