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Rezensionen verfasst von
Ingmar (Offenbach am Main)

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Spuren der Vergangenheit [Collector's Edition] [4 DVDs]
Spuren der Vergangenheit [Collector's Edition] [4 DVDs]
DVD ~ Time Life
Wird angeboten von book-service
Preis: EUR 33,00

5.0 von 5 Sternen Spannende und informative populärwisschenschaftliche Dokumentationen!, 12. Mai 2014
Wie auch sonst fast immer, führte auch diese Kooperation von der BBC und "Time Life" zu rundum gelungenen 11 populärwissenschaftlichen Dokumentationen, die insgesamt eine Länge von über 9 Stunden haben (was einer durchschnittlichen Länge pro Film von ca. 50 Min. entspricht).
Obwohl die Filme tatsächlich bereits aus den Jahren 1998 und 1999 stammen (auch wenn sie in dieser Kollektion aus dem Jahr 2005 sind), sind sie auch heute noch sehr beeindruckend, spannend und sachverständig erzählt; dabei informativ und auch unterhaltsam. - Es ist definitiv keine trockene Geschichts- Lehrstunde!
Zur besseren Veranschaulichung und Unterhaltung sind einige Szenen hier jeweils mit Schauspielern nachgestellt worden.
Die Filme berücksichtigen viele damals neue (und z.T. sensationelle) Entdeckungen und Erkenntnisse.
Wie bei diesen Dokumentationen üblich, kommen hier auch immer wieder einige renommierte Experten zu Wort.
Zur Nachstelung der beschriebenen, damaligen Verhältnisse wurden hier auch oft gute Computeranimationen verwendet.
Die Hülle dieser Box, die 4 DVD's beinhaltet, ist sehr ansprechend gestaltet worden.
Die Box enthält ein Booklet, die jeden der 11 FIlme hier noch einmal kurz vorstellt.

Hier mal eine ÜBERSICHT über die EINZELNEN FILME:

*** DIE ERSTEN AMERIKANER ***

Als Sensation galt damals die Analyse prähistroischer Menschenknochen, die ergab, dass die "ersten Amerikaner" keineswegs zu den "heutigen Indianern" gehörten, sondern offenbar eher negroide Züge hatten. - So jedenfalls vermutet es ein Experte. Einiges deutet darauf hin, dass es sich bei "den ersten Entdeckern Amerikas" sogar um Aboriginals handelte; Verwandte mit den "ersten Australiern" also. Spuren dieser ersten Amerikaner führen nach Feuerland, deren Ureinwohner heute fast ausgestorben sind ... Der Film geht der Frage nach, was mit diesen "ersten Amerikanern" passierte, woher sie kamen, wie sie dorthin kamen, und warum sie schließlich verschwanden.
Der Film ist von 1999.

*** ÄGYPTEN - DER VERGESSENE PHARAOH ***

Im 14. Jahrhundert regierte mit Echnaton der "ketzerkönig" auf dem ägyptischen Pharaonenthron, mit seiner nicht minder berühmten und offenbar sehr einflussreichen und mächtigen Gattin Nofretete. Erst vor einigen Jahren hat man die Jahrtausende vergessene Hauptstadt dieses Phraohs, "Armane" wieder ausgegraben. Dieses führte zu einigen erstaunlichen Entdeckungen von einigen imposanten Bauwerken und deren häufig religiösen Funktionen. Sie war einst von Echnaton als neue Hauptstadt gegründet worden, die auch als Zentrum seiner neuen Religion diente, in dem der von ihm favorisierte Sonnengott "Aton" angebetet wurde. Hierdurch wurde der früheste belegbare Monotheismus begründet, in dessen Folge die alten Götter von Echnaton abgeschafft wurden, und die alte Priester- kaste weitgehend entmachtet wurde. Mit dieser radikal- revolutionären Maßnahme brachte der absolutistische Pharaoh, dessen Reich im Norden von Syrien bis in den Süden nach Nubien reichte, die mächtige Priesterkaste Ägyptens gegen sich auf, die ihn immer mehr als einen "Ketzer" ansahen. Aber auch das Volk konnte sich mit Echnatons religiösen Neuerungen nicht anfreunden. Doch nicth nur in religiöser Hinsicht, auch in der künstlerischen Darstellung, die Alltagsleben und realistischer Abbildung Priorität einräumt, gibt es in Echnatons Herrschaft religiöse Neuerungen. Nach 14 Jahren Herrschaft endet diese plötzlich für den verhassten Herrscher abrupt. Seine Nachfolger machen sein "Religiöses Experiment" rückgängig. Die Erinnerung an ihn wird - was fast einzigartig ist - weitgehend ausgelöscht; seine Abbildungen werden gelöscht/ ausgemeißelt. War Echnaton ein fanatiker? Wollte er vielleicht sogar wie ein gott verehrt werden? Welche Rolle spielte seine berühmte Ehefrau Nofretete? Welche Aufschlüsse gibt sein kürzlich entdecktes mutmaßliches Grab?

***CAHOKIA - METROPOLIS DER AMERIKANER***

Bei der US- Stadt Saint Louis zeugen z.T. noch heute hunderte von beeindruckenden Hügeln von einer großen Indieaner- Hochkultur. Die Funde, die Archäologen in diesen Hügeln machen, geben einige Aufschlüsse über diese Kultur, die an dieser Stelle bereits in älterer Zeit eine großstadtähnliche Ansiedlung hatte, und die offenbar recht wohlhabend war. Die Frauen erledigten in dieser Kultur nicht nur einen großen Teil der Feldarbeit, auf der der Wohlstand der Kultur begründet war, sondern hatten offenbar auch eine hohe Position. Wodurch ging diese imposante Kultur unter? Ein in dieser Gegend ursprünglich beheimateter Indianer- Stamm betrachtete diese Kultur als ihre Ahnen. Und tatsächlcih gibt es auffallende Ähnlichkeiten in Kunst und Tracht ...

***DIE GROSSE FLUT***

Der Film geht dem Mythos der "SIntflut" nach. Hat es sie gegeben? Nicht nur die Bibel, sondern auch andere, ältere Epen berichten von dieser legendären Naturkatastrofe. Und tatsächlcih müssen sich - z.B. in der Eiszeit - reale Naturkatastrophen "biblischen Ausmaßes" zugetragen haben, die Grundlage für diesen Mythos waren ...
Der Film ist von 1999.

*** DIE SUCHE NACH DEM HEILIGEN GRAL ***

Was ist der Ursprung dieser Sage? Der Mythos vom Heiligen Gral geht offenbar auf römische, keltische, jüdische -und natürlich christliche Mysterienkulte zurück. Was der "Gral" selbst ist, ist nicht ganz geklärt, wird aber im allgemeinen als ein Behältnis angesehen, früher offenbar ein Behältnis in Form einer Essschale, später immer mehr eine Art Kelch. Zumindest nach dem Christentum geht man davon aus, dass Jesus Christus aus diesem Kelch beim letzten Abendmahl getrunken haben soll. Populär wurde die Grals- Sage in der Verwebung mit mittelalterlichen "Artus"- Legenden, wie auch in der "Parzival"_ Sage con Chrétien de Troyès, sowie in der von Wolfram von Eschenbach. Beliebt wurde das Motiv im Mittelalter und wieder in der Spätromantik. Jahrhunderte wurde immer wieder nach dem "Heiligen Gral" gesucht. Manche meinen gar, in seinem Besitz gewesen zu sein. Doch wahrscheinlicher ist, dass der Gral mit seiner "Zauberwirkung" bis heute nicht gefunden wurde, und vermutlich auch gar keinen körperlichen Gegenstand meint ...

*** DIE SCHRIFTROLLEN VOM TOTEN MEER ***

Vor nicht all zu langer Zeit wurden am Toten Meer in Höhlen durch Zufall (und später zielgerichteter Nachforschung) Schriftrollen einer alten religiösen Gemeinschaft, der "Qumran- Sekte" gefunden, einer jüdischen Sekte also, die vorher noch unbekannt war. Deren Schriftrollen, die durch das besondere Klima in den Höhlen z.T. recht gut erhalten waren, geben Aufschluss über das frühe Judentum und die "Geburt des Christentums". Diese für die Juden und Christen sehr wichtigen Dokumente sind älter als alle anderen Dokumente zum Judentum und Christentum, und sind daher besonders authentisch. Anhand dieser alten Schriften können plötzlich endlich Bibel- Probleme erörtert werden, ergeben bestimmte Textstellen der Bibel jetzt einen Sinn, und einige Bibel- Missverständnisse können so aufgeklärt werden (so gehen hier einige Wissenschaftler davon aus, dass es sich bei der "Jungfrau Maria" demnach tatsächlich nur um eine "junge Frau" gehandelt hat!). Die Suche nach den für die Juden und Christen so wichtigen Dokumente dauert an; immer wieder tauchen diese oft über obskure Quellen auf. Der Film erörtert Probleme bei der "Förderung" nach diesen Dokumenten. Während die ältesten Dokumente des Christentums meist aus dem Mittelalter sind, und damit noch recht jung, so hat man es hier mit glaubwürdigen alten "Primärquellen" zu tun. Ihren guten Zustand verdanken diese Schriftrollen den glücklichen Umständen, dass sie auf Tierhäuten (Pergament) geschrieben wurden, im Höhlenklima gut konserviert wurden, und z.T. in verschütteten, dann aber freigelegten Höhlen verwahrt wurden.

*** DAS GEHEIMNIS VON STONEHENGE ***

Der Film versucht einigen Geheimnissen dieses berühmten "Steinrings" aus der Steinzeit auf die Spur zu kommen, das ca. 2600 v. Chr. als Zeichen einer der frühesten europäischen Zivilisationen in England errichtet wurde. WElche Bedeutung hatte dieses beeindruckende, noch heute weitgehend gut erhaltene Bauwerk, von denen es außer in Stonehenge noch viele (nciht nur in Großbritannien) gibt/ gegeben hat, und das offenbar für die Ewigkeit errichtet wurde? Abgesehen davon, dass es sich hier um einen rituellen Platz gehandelt hat, ist der Zweck von Stonehenge weitgehend heute rätselhaft. Dennoch kann man einige Hypothesen machen ... Die Archäologen gehen zudem davon aus, dass an diesem Ort vorher noch eine riesige, überdachte Holzkonstruktion bestand. Vermutlich war dieser "Heilige Ort" jahrhunderte in Gebrauch, bevor er seine einstige Bedeutung dann einbüßte. Können ähnliche Steinbauwerke in Ostafrika und Madagaskar vielleicht Auschluss über die Bedeutung von Stonehenge geben? Wie konnte man mit den damaligen Mitteln überhaupt diese riesigen Steine an diesen Ort bewegen? - Die Aufrichtung dieser tonnenschweren Steine ist eine enorme schwere Arbeit und technisch kaum zu bewältigen? Waren daher Außerirdische hier am Werk? Versuche haben jedoch ergeben, dass es den Menschen damals möglich gewesen ist, diese enormen Leistungen zu vollbringen ...

*** DIE KATAKOMBEN DES TODES ***

Im heutigen Sudan existierte einst eine jahrtausende alte Kultur, die "Nubische Kultur". Diese Kultur bestand aus vielen Händlern, die u.A. mit Gold handelten, das seinen Weg auch nach Ägypten fand. Wichtige Tote wurden u.A. in dafür errichteten Grabhügeln bestattet, die heute Aufschluss über die Kultur geben kann. Auffallende Ähnlichkeiten, z.B. hinsichtlich der Religion, bestehen hierbei zu der Kultur der Alten Ägypter, weshalb man lange Zeit davon ausging, dass es sich hierbei tatsächlich um Kolonien der Ägypter gehandelt haben müsste, die ja auch tatsächlcih jahrhunderte große Teile Nubiens in ihrer Gewalt hatten. Doch war diese "Schwarze Kultur" der Nubier eine Zeit lang sehr mächtig und souverän; und vom 4. - 6. Jahrhundert existierte hier das mächtige Reich "Kusch". Forscher entdeckten Belege für Menschenopfer, die offenbar im zusammenhang mit dem Wirken einer sehr mächtigen Priesterkasten standen, denen selbst der König hörig war. Dieser scheint mehrfach mit seinem gesamten Hofstaat beerdeigt worden zu sein, was dem heutigen Betrachter grausam anmutet. Sind diese Menschen "geopfert" worden, oder sind sie freiwillig in den Tod gegangen? Sind diese Menschen gar lebendig begraben worden? Lassen sich hierzu parallelen zum kollektiven Selbstmord im Zusammenhang mit einigen dieses in heutiger Zeit praktizierenden religiösen Sekten herleiten?

*** DAS GEHEIMNIS DES TAJ MAHAL ***

Das für die Frau eines mächtigen indischen Herrschers (Schah Dschahan) errichtete Grabmal ist für Viele das schönste Bauwerk der Welt. Tatsächlich wäre es nicht nur das prächtigste Grabmahl der Welt, sondern auch das größte islamische Dankmal der Welt, das voll mit religiösen Symbolen ist. Viele Geheimnisse umgeben das Bauwerk. Einiges deutet darauf hin, dass hier gar der "Göttliche Plan" der Moslems abgebildet werden sollte. Tatsächlich war der mächtige Mogul- Herrscher, der sich "König der Welt" nannte, nicht nur religiös und kunstsinnig, sondern höchst ehrgeizig, größenwahnsinnig und von seiner göttlichen Sendung überzeugt. Unsterblichkeit und Ruhm erfuhr er durch die beeindruckende Architektur dieses bauwerks.

*** DER TEMPEL DES SONNENGOTTES ***

Die einstmals als Nomaden lebenden Azteken errichteten in kurzer Zeit eine beeindruckende Kultur, die aber heute viele Rätsel aufgibt. Ihre Hauptstadt bauten die Azteken auf dem Gebiet des heutigen Mexiko City. Im "Tempel des Sonnengottes" gibt es eindeutige beweise für Menschenopfer, die aus religiösen Gründen dargebracht wurden, und die den Europäern bizarr und grausam vorkamen. Tatsächlcih begriffen diese nicht die (religiös motivierten) Hintergründe, die im Schöpfungsmythos der Azteken begründet waren. So gesehen sind die Azteken mit ihrer Hochkultur nicht so "Barbarisch und primitiv" gewesen, wie das oft angenommen wurde. Das mächtigste Volk Mittelamerikas zwang die unterworfenen Völker zu hohen Abgaben, und errichtete imposante Städte und Bauwerke. Der Todesstoß wurde dieser Kultur von den unerwartet eingetroffenen Europäern gegeben, die unter den Azteken diesen vorher unbekannte Krankheiten verbreiteten ... Die unterworfenen Indianer vermischten sich mit den Europäern schnell zu "Mestiken", die die heute vorherrschende "Rasse" in Mexiko bildet. Ihre Kultur, z:T. aber auch Religion, gingen Verbindungen ein.

*** EL DORADO - DIE GOLDENE STADT ***

Hauptantrieb für die ersten europäischen "Konquistadoren" zur Heimsuchung der "Neuen Welt" war deren Gier nach Gold. Weniger bekannt als die Kulturen der Maya, Inka und Azteken ist meist dienicht weniger wichtige Kultur der "Muisca", deren Goldförderung, dessen Verarbeitung und religiöse bedeutung schon bald bei den ersten Spaniern Hoffnung machte, hier ihre Gier nach Gold befriedigen zu können. Diese Kultur hatte ihr Zentrum im Gebiet des heutigen Bogota in Kolumbien. Der Film geht dem Mythos "El Dorado", das sagenhafte Goldland, nach. Immer wieder wurde die Sehnsucht der Europäer nach unermesslichen Goldschätzen durch kleinere Funde oder Berichte genährt, dass irgendwo dieses Goldland tatsächlich Realität sein müsste. Als die Spanier auf ihrer Suche nach Gold schließlich die bis dahin blühende Muisca- Kultur heimsuchen, glauben sie, ihrem Ziel nahe zu sein, als sie vom "vergoldeten König" hörenTatsächlich stehen bei diesem Volk die Smaragd- und Goldverarbeitung in hoher Blüte. Die Spanier beachten nicht die religiöse (Schamanen-) Kultur dieses Volkes und missverstehen diese Kultur, die sogar Menschnopfer darzubringen scheint. Als sie davon hören, dass enorme Goldschätze der Muisca dem "Gott des Sees" in diesem geopfert wurden, beginnen sie mit der Umleitung des Wassers, und finden tatsächlcih beträchtliche Schätze. Dennoch bleibgen ihre hohen Erwartungen an ein "Goldland" unerfüllt. Der Film orientiert sich hauptsächlcih an den Unternehmungen des spanischen Konquistadors Gonzalo Jiménez de Quesada, der zwar erst ein erfolgreicher Eroberer in der "Neuen Welt" ist, dessen Glaube an ein unermesslich reiches "Goldland" ihn aber schließlich zu immer kostspieligeren Unternehmungen hinreißen, die später aber in Desastern enden und ihn schließlich ruinieren. Denn der Glaube an "El Dorado" beruht offenbar auf Missverständnissen durch mangelndes Einfühlungsvermögen und Verständnis der Spanier mit der Kultur der Indianer ...
Dieser FIlm ist von 1999.

FAZIT: Auch bei diesen Filmen von "Time Life" und dem BBC haben wir es mit spannenden Episoden zu tun, die auf angenehme Weise uns Wissen und Interesse für untergegangene Kulturen, geschichtliche Geheimnisse und Mythen näher zu bringen verstehen.


Die Feuerzangenbowle - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1944
Die Feuerzangenbowle - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1944
Wird angeboten von Zweitausendeins
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Alte deutsche "Pauker"- Romantik- Komödie mit Kult- Charakter!, 10. Mai 2014
Wahrscheinlich die beste Komödie von Heinz Rühmann, in der dieser glaubwürdig als der Jugend und Schulzeit hinterhertrauernder (erfolgreicher) Schriftsteller brilliert, der den versäumten Spaß in der Schule nachzuholen versucht (für den er seine Freunde beneidet, die diesen immer wieder bei gemeinsamen Abenden bei der "Feuerzangenbowle" thematisieren), indem es ihm gelingt, sich - als Schüler "verkleidet" - in ein Gymnasium "hineinzuschmuggeln", wo er sich als durchaus einfallsreicher Klassenclown alle möglichen Streiche einfallen lässt, und nicht nur die Schule, sondern die ganze Kleinstadt bald auf den Kopf stellt ... Das Leben als "ewiger Schüler" gefällt ihm dabei sehr gut, so dass er gar nicht mehr in sein altes (etwas weltfremdes und "graues") Leben als gefeierter Schriftsteller zurückkehren will. Nebenher verliebt er sich in die Tochter seines Schuldirektors (deren Hand er zum Schluss erst durch das Lüften seiner wahren Identität gewinnen kann).

Der ganze Spaß mit viel Verkleidung und Verwechslungskomödie hat natürlich ein Happy End. Insbesondere Kinder können auch heute noch viel über den Spaß lachen. Wozu die FSK 12 - Freigabe heute noch dienen soll, ist mir allerdings nicht ganz klar. Der Film an sich ist ziemlich harmlos.
Der Film bildet einen typischen melancholischen Traum ab von einem mann, der das "Leben direkt" kaum selbst erlebt hat, sondern dieses hinter Büchern (Schriftsteller!) verbracht hat, der einer Jugend und Schülerstreichen hinterhertrauert, die er selber nie wirklich gehabt hat, und der sich - mit fortschreitendem Alter - wünscht, unter den Jugendlichen der "große Star" zu sein (im Abspann des Films wird deutlich, dass es sich hierbei tatsächlich nur um einen "Traum" handeln soll). - Und Hauptdarsteller Heinz Rühmann verkörpert diesen sehnsuchtsvollen, sentimental- melancholischen, wenn auch phantasie- begabten Träumer natürlich sehr gut.
Der Film ist ein romantischer Film, der die Unbeschwertheit der Jugend feiert, sowie auch Romanzen beinhaltet, und die Jugend so zeigt, wie man sie gerne erlebt hätte (und in dieser Form vielleicht sogar meint, erlebt zu haben (oder tatsächlcih ähnlich erlebt hat?)).

Dennoch ist es erstaunlich, dass der Film in einer heißen Endphase der NS- Zeit und des 2. Weltkrieges nicht verboten wurde; kommen die Lehrer- Autoritäten, die hier fast sämtlich alle als reine Witzfiguren übertrieben dargestellt werden, doch sehr schlecht weg. Andererseits kann man durch diese an sich harmlose Komödie sehr schnell - ohne großes Nachdenken dabei - lachen. - Und das erfüllte natürlich die wichtige Funktion der Unterhaltung und des Vergessens der (sehr tristen) Realität im 3. Reich sehr gut.
Im Jahr 1944 gedreht, bezieht sich der Film auf die Schule im Kaiserreich, also nicht die damals "aktuelle" (NS-) Schule, sondern auf die Schulrealität, wie sie vor der "Weimarer Republik" gewesen sein soll (bis 1918). - Es ist also ein eher "sentimental- nostalgischer Rückblick". Im Gegensatz zur damaligen Kriegsrealität findet die Szenerie im Frieden statt. Auch andere wirklich ernsthaften Probleme scheint es hier nicht zu geben (es ist halt eine "traumwelt"). Besonders böse ist hier auch Niemand: die Streiche des "Pennälers" Pfeiffer (H. Rühmann) sind nicht wirklich bösartig oder Ausdruck eines rebellischen Geistes, auch wenn sie typisch pubertär wirken mögen. Der "Kampf" gegen die hier meist eher liebenswert- trottelig dargestellten Lehrautoritäten endet letztlich mit Versöhnung; "Pfeiffer" heiratet schließlich sogar die Tochter des Direktors. - Und alles ist wieder "eitel Sonnenschein", und nicht wirklich "böse gemeint". Der Film vermeidet daher wohl auch Anstöße zur Aufsässigkeit, Widerstand und Kritik z.B. an den Autoritäten, der Schule, o.Ä. - Als "Aufruf zum Widerstand" o.Ä. taugt dieser Film daher natürlich nicht wirklich. - Sonst wäre er damals wohl auch kaum freigegeben worden!
Dennoch waren die erfolgreichen Streiche des "Pennälers Pfeiffer" gegen die pädagogische "Obrigkeit" und die Verächtlichmachung des Lehrer- Standes natürlich selbst in dieser Darstellung hier schon für damalige Verhältnisse wohl fast schon als "revolutionär" im Kino- betrieb anzusehen. - ich jedenfalls kenne keine Filme, die das - zumindest hierzulande - gewagt hätte, vorher so darzustellen. Wenn man bedenkt: die Streiche des "Pennälers Pfeiffer" funktionieren z.T. ja auch so wirklich, und können von echten Schülern nachgeahmt werden, bzw. dazu anregen, ähnliches nachzumachen. - Was im Prinzip sicherlich nicht im Sinne der damaligen NS- Vorstellungen war! - Wenn man bedenkt, dass hier ja immerhin eine Art von Widerstand durch die Cleverness des "Schülers Pfeiffer" stattfindet, dessen Wirken ja immerhin z.T. "anarchische Zustände" hervorruft!
Insgesamt ist der Film wohl aber dennoch ein etwas naives, romantisches, wenn auch moderneres (Schul-/ Schüler-) Märchen mit einem "Happy End", das alles wieder "gut werden" lässt; jeder ist zum Schluss wieder zufrieden, die "Verhältnisse geordnet" und Pfeiffers Wirken nachträglich nicht als wirklich "ernst gemeint" entschärft. Auch sind die Lehrer ja nicht so böse, sondern in Wirklichkeit gutmütig und wohlwollend und liebenswürdig, usw.

Dennoch ist der Film natürlich insofern ernst zu nehmen, wie er tatsächliche Sehnsüchte vieler Menschen abbildet. Auch wirken ja viele Szenen tatsächlich hier originell und ulkig. - Und sicherlich bietet der Film mehr Anlässe zum Schmunzeln oder zum Lachen als die meisten anderen Komödien - insbesondere zu der damaligen Zeit (in Deutschland). - Das Alles trägt zum "Kult- Charakter" dieses Films bei, der sicherlich auch heute noch zu den berühmtesten - und bestimmt auch besseren - Filme aus Deutschland zu zählen ist. Und auch die meisten modernen (Romantik-) Komödien sind ja nicht "besser". - Ob nun aus Deutschland oder aus Hollywood. Außerdem ist dieser Film einer der ganz frühern "Pauker"- Filme; und gerade in Deutschland sollte es später ja eine ganze Menge solcher Filme geben, die aber leider noch harmloser und m.E. auch viel schwächer waren als dieses "Original". Eine Neuverfilmung dieses Klassikers wurde hierzulande ja dann auch noch einmal 1970 gewagt; allerdings ist diese Version nicht mehr der Rede wert und geriet auch völlig zurecht zu einem auch kommerziellen Flop.
Und daher kann man sich den Film m.E. auch heute noch durchaus ansehen; denn er hat etwas "Originales" an sich und hält vielen Vergleichen stand.

Hauptdarsteller Heinz Rühmann selbst wusste um das Potential dieser - erst als Roman vorliegenden - Geschichte; und es war ihm eine Herzensangelegenheit, diese Geschichte noch einmal - 1944 - zu verfilmen (er selbst produzierte ihn). - Der Erfolg des Films hat ihn sicherlich nicht besonders überrascht. - Obwohl er viele Jahre vorher mit einer schon anderen Verfilmung (in der Weimarer Republik) über das gleiche thema schon einmal gescheitert war. Es ist wohl seine berühmteste Rolle bis heute geblieben.

Insgesamt daher dann doch ein eher bemerkenswerter Film und Klassiker der deutschen Filmgeschichte.


Die Briten - Geschichte einer Kolonialmacht [2 DVDs]
Die Briten - Geschichte einer Kolonialmacht [2 DVDs]
DVD ~ Samuel West
Preis: EUR 16,97

4.0 von 5 Sternen Moderne, aufwändige, patriotische, tendenziöse, jedoch informative und spannende populärwissenschaftliche Dokumentation(en)!, 7. Mai 2014
Mit dieser 7- teiligen populärwissenschaftlichen Dokumentation (auf 2 DVD's) legte die BBC das Ergebnis eines ambitionierten Projektes vor, eine aufwändige Produktion über Geschichte, Kultur und Identität der BRITEN.
Wie man es meist bei der BBC gewohnt ist, legt die britische Sendeanstalt über das eigene Volk auch eine ganz beachtliche Verfilmung vor, die durch durch die Vermittlung von bemerkenswerten Informationen auf unterhaltsame, jedoch nicht unseriöse Art zu überzeugen weiß. Die vielen nachgestellten Schauspieler- Szenen sorgen dafür, dass dieser Film keine langweilige Sache wird, sondern ein auch optisches, spannendes Sehvergnügen.
Die Filme geben einen bemerkenswerten Überblick über die britische Geschichte. Dabei wird der Fokus auf einige wichtige Ereignisse und Begebenheiten gerichtet, auch im Hinblick auf die Bedeutung für die britische Geschichte, und wohl auch, womit sich die Briten gerne identifizieren; immer wieder unter der Fragestellung: "Was ist überhaupt (typisch) britisch? Was bedeutet es, Brite zu sein?".
Auch die allgemeine Entwicklung Britanniens wird thematisiert; jedoch wird, bzw. muss hier sehr vieles unerwähnt bleiben, was sicherlich nicht ohne Wichtigkeit gewesen wäre. - So erfährt man nur wenig über die Keltenzeit (immerhin geht der Name "Briten" ja auf die Kelten zurück); praktisch nichts über die Zeit der Angelsachsen in "Angelland". Ansonsten erfährt man hier aber einige bedeutende Sachverhalte aus der britischen Geschichte, von denen man meist vorher noch ncihts wusste, und über die man oft sogar im Internet als Deutscher vergeblich nachgesucht hatte (wie ich).
Den deutschen Zuschauer verwirren etwas die recht patriotischen Töne, die hier angeschlagen werden. Allerdings ist auch dieses "typisch britisch". Denn die Briten sind recht stolz und oft auch ziemlich nationalistisch; auch heute noch haben es die Briten oft genug schwer, sich als Europäer zu fühlen; vielmehr können sie sich mit ihrer Insellage, die ihre Geschichte so sehr mitgeprägt hat, gut identifizieren, und fühlen sich dabei geborgen. - Zumindest aber scheint es ein Leitmotiv dieser Dokumentation zu sein, den Briten Stolz über ihre Geschichte zu vermitteln, ohne dabei aber offensichtliche Probleme in ihrer Geschichte zu verschweigen.
Andererseits können die Briten ja mit Recht "stolz" auf die Bedeutung sein, die sie in der Geschichte hatten: lange Zeit stärkste Groß- und Seemacht der Welt; Erolgreichstes aller Kolonialistischer Staaten; lange Zeit erfolgreichste Handelsnation und reichstes Land der Welt; Mitbegründer des modernen Imperialismus, sowie "Erfinder" der Industriellen Revolution und des Kapitalismus; Ausgangsnation vieler bedeutender technischer Leistungen; ...
Man muss dieser Dokumentation aber zugute halten, dass sie diese Leistungen nicht einseitig darstellt, sondern hier auch oft auf die Kehrseiten derselben hinweist (z.B. Armut und Entwurzelung vieler britischer Menschen in der Industriellen Revolution; zeitweilig größter Sklavenhändler zur Kolonielazeit...).
Der letztlich doch etwas oberflächliche und auch einseitige Charakter dieser Dokumentation wird aber dann daran deutlich, dass hier bestimmte Sachverhalte nicht zur Sprache kommen, bzw. dass man sich mit Kritik dann doch zu manchen themen recht zurückhält; ganz offensichtilich in der Zielsetzung, den "Stolz" der Briten auf ihre "historische Bedeutung" nicht zu sehr in Frage zu stellen (so werden z.B. die Opiumkriege nicht thematisiert, wie auch die Tatsache, dass trotz des enormen Reichtums der "Briten" in der Kolonialzeit durch "Ihre" Kolonien ein großer Teil der Briten sehr elendig in Britannien sein Leben fristete; oder dass hier das sehr zwiespältige, bzw. ablehnende Verhältnis der Briten zu ihrer "Geschichte machenden Führung" (Vor allem der Monarchie), das vor allem auch auf historischen Gründen beruht, hier nicht deutlich gemacht wird; ...).

Der ganze Ansatz ist allerdings schon etwas konservativ; wenn man bedenkt, dass Globalisierung und Europäische Union schon etliche Jahrzehnte auch für die Briten Realität sind, dass die Jugend seit langer Zeit gerade in England Rockmusik hört, wo diese maßgeblich ja auch "erfunden", zumindest aber stärkste Prägungen erhalten hat. - Bezeichnenderweise endet diese Dokumentation dann auch mit der für die - zumindest royalistich gesinnte - Briten so "wichtige", meist in Wirklichkeit aber wohl als relativ belanglos angesehene Ereignis der Krönung von Queen Elizabeth II. vor nunmehr weit mehr als 50 Jahren. - Ein m.E. sehr enttäuschendes Ende/ Fazit einer sonst sehr guten Dokumentation. - Das pompöse Ereignis spiegelt kaum die tatsächliche heutige Bedeutung der Briten wieder, die ihre "beste Zeit" gewissermaßen hinter sich haben, und die Queen lediglich ein Anhaltspunkt für die nostalgischen bedürfnisse britischer Monarchisten und Nationalisten ist.
Dass hier die "Geschichte der Briten" einfach so "abbricht", ist zudem traurig; kommen hierdurch doch Entwicklungen wie der Weg in die EU, wirtschaftliche Probleme in der Zeit nach dem letzten Krieg, sowie bedeutende kulturelle "Erfindungen" (Rockmusik) hier gar nicht mehr zur Sprache; fast so, als sei den Produzenten nach diesen sehr aufwändig produzierten Folgen plötzlich das Geld ausgegangen.
Zum Teil wirkt hier der Patriotismus aber auch fehl am Platze; beginnen tun die Folgen jeweils mit: "Dies ist eine "KLEINE" Inselgruppe, die zur Großmacht wird ...". - Klein? Immerhin ist alleine Großbritannien (ohne Irland) die neuntgrößte Insel der Welt Überhaupt und die meines Wissens auch größte Insel Europas! - So schlecht sind die "Startbedingungen" der Briten in dieser Hinsicht daher nicht gewesen!
Der Untertitel ("Geschichter einer Kolonialmacht") ist zudem m.E. etwas unglücklich gewählt; denn es geht hier mitnichten nur um die Entwicklung der Briten als Herren über das größte Kolonialreich, das die Welt je gesehen hat (was man natürlich auch kontrovers beurteilen kann/ muss - was hier aber auch getan wird); es geht hier nicht um ein militärisches Abenteuer, sondern auch um von den Briten ausgehende z.B. technische und medizinische Errungenschaften; auch werden diverse Katastrophen in der Geschichte Britanniens hier nicht verschwiegen; wenn auch hier offenbar Wert darauf gelegt wird, von den Briten Bewunderung für ihre großen menschlichen und auch militärischen Leistungen abgenötigt zu bekommen. - Dennoch ist dieser Film KEIN militaristischer Film! - Die militärischen Ereignisse dieser modernen Dokumentation stellen vielmehr hier Randphänomene für allgemeiner Entwicklungen dar (z.B. die Bedeutung, Ursachen und Auswirkungen der "Volksbewaffnung" mit Langbögen im Mittelalter, usw.).

Wie man es von solchen moderneren Dokumenatationen auch gewohnt ist, kommen hier auch immer wieder "Experten" mit i.d.R. sehr kurzen Statements zu Wort. Allerdings handelt es sich bei diesen "Experten" mitnichten nur um Historiker, o.Ä., sondern zu einem großen Teil um Buchautoren, aber auch Schauspieler, Sportler (Boxer, Leichtathleten, Fuballer, ...) und andere Leute aus dem Showbusiness. - Eine etwas ungewöhnliche Wahl; so ganz möchte das nicht zusammenpassen (Mancher möchte ohnehin auch gerne ohne diese "Expertenkommentare" überhaupt auskommen).

Synchronisiert ist der Film gut. Außer in Deutsch kann man den Film auch in britischer Originalsprache sehen.

Jede der 7 Folgen geht über 45 Minuten, was zu einer GESAMTLAUFZEIT von ca. 315 Minuten führt.

Hier mal eine ÜBERSICHT über die wesentlichen Inhalte dieser Doppel- DVD:

***DIE SCHATZINSEL***

Britannien wird hier als sehr reich an Bodenschätzen versehenes Land angesehen, mit guten klimatischen und natürlichen Bedingungen ("Schatzinsel"). Bedeutendstes steinzeitliches Relikt einer höheren Kultur ist "Stonehenge". Die gefürchteten keltischen Krieger machen es später den Römischen Invasoren nicht leicht, werden aber von diesen schließlich doch niedergerungen. Nach weiteren Aufständen richten die Römer auch ein Massaker an den Druiden auf der "Heiligen Insel" Anglesey an, und vernichten somit wesentliche Elemente der hochstehenden keltischen Kultur auf Britannien. An der Grenze zu Schottland stoßen die Römer dann auf ihre Grenzen, und errichten als ihre nördliche Grenze den beeindruckenden "Hadrianswall". Im besetzten Britannien werden die Römer aber bald als Garanten von Frieden und Ordnung angesehen, und ihre Kultur (Kleidung, Unterhaltungskultur (z.B. Gladiatoren- Arenen), Wohnkultur (z.B. Steinhäuser, Fußbodenheizungen, ...), wird mehr und mehr von den Briten angenommen. Die Römer gründen auch die ersten Städte mit schon recht modernem Gepräge, bauen Straßen und Bauwerke, und führen das Geld ein. Als die Römer sich wegen innerer schwäche aus Britannien zurückziehen müssen, folgt eine lang andauernde "finstere Zeit" mit viel innerer Unsicherheit und Chaos, bis schließlich die angelsächsischen Invasoren (über die hier im Film aber kaum etwas gesagt wird) eine Jahrhunderte lang andauernde Herrschaft etablieren können. Noch in der "chaotischen Zeit" aber verbreitet sich langsam das Christentum, das durch die Römer Eingang nach Britannien gefunden hatte (und schließlich auch von diesen offiziell geduldet wurde). Der in seiner Jugend von irischen Sklavenräubern aus Britannien verschleppte "Saint Patrick" verbindet keltische Traditionen mit dem Christentum und missioniert Irland. Die ersten Kirchen entstehen.

***IM NAMEN DES VOLKES***

Im Jahr 1066 erobert der normannische Wilhelm der Eroberer Britannien (von Frankreich aus). Gegen Widerstand geht er äußerst brutal vor. Zur Etablierung seiner Macht lässt er große Festungen im ganzen Land bauen und erhebt sehr hohe Abgaben vom durch die Normannen sehr leidenden Volk, das lange Zeit in starker Unfreiheit und Rechtlosigkeit von nun an leben muss. Wilhelm führt eine straffe Verwaltung ein. Wichtiges Instrument seiner Herrschaft ist auch das "Doomsday Book". Trotz ihrer harten Herrschaft beweisen die Normannen durch den Bau von großen Kathedralen auch Frömmigkeit. Der Reichtum des Adels und dessen starkes Engagement in den Kreuzzügen wird durch enorm hohe Abgaben zu Lasten der Bauern finanziert. Diese erleben viel Elend durch Ausbeutung. Es besteht ein starker Gegensatz zwischen dem Volk und dem Adel. In ihrer Verzweiflung werden viele Bauern zu Wilderern (wodurch der Robin Hood- Mythos entsteht). Als der britische König schließlich als Verteidigungsmaßnahme für sein Land jedem freien Einwohner Britanniens befiehlt, das Bogen schießen zu erlernen, wird England modern und wehrhaft; viele Einwohner werden dadurch aber auch für militärische Zwecke für den König unentbehrlich. Eine Revolution in der Waffentechnik stellt die Erfindung des Langbogens dar. Die damit ausgerüsteten Bauernheere erweisen sich als wesentlich effektiver als die traditionellen Ritter- Heere. Hierdurch gelingt es der britischen Krone, für lange Zeit große Gebiete in Frankreich zu erobern. Aber die wehrtechnisch gut ausgebildeten Bauern können ihre Gewalt auch gegen König und Adel einsetzen: bedeutende Volksaufstände finden in England statt, wodurch letztendlich die Laibeigenschaft abgeschafft wird, und das selbstbewusster gewordene Volk mehr Macht erhält. Als das durch seine Insellage von manchen Entwicklungen verschonte Britannien schließlich doch noch von der in Europa schon länger wütenden Pest heimgesucht wird, führt dieses in Britannien zur Entvölkerung ganzer Landstriche. Aufgrund des dadurch entstandenen Arbeitskräftemangels, bzw. des erhöhten Bedarf an Arbeitskräften erwerben die überlebenden Bauern eine bessere Position gegenüber dem Land besitzenden Adel. Es entsteht auch zum ersten Mal eine wohlhabendere bäuerliche Mittelschicht in Britannien.

***REVOLUTION***

Der machtbewusste Renaissance- König Heinrich VIII. entmachtet und enteignet die Kirche in England durch Gründung seiner eigenen, "anglikanischen" Kirche, wodurch England eines der bedeutendsten Länder der protestantischen Spielart der Kirche wird. Auch durch seinen natürlichen Reichtum an Eisen bedingt, wird Britannien größter Waffenproduzent Europas. Zahlreiche waffentechnische Erfindungen (vor allem Artillerie/ Kanonen) gehen von England aus. Der nach England gelangte Buchdruck ermöglicht die Verbreitung von religiösen Schriften und Bildung (Britannien hat einen hohen Alphabetisierungsgrad), aber auch radikaler Ideen. Die sittenstrenge reformerisch- fromme Bewegung der "Puritaner" macht sich diese Technik zu nutze. Anfangs vom König bekämpft, entwickeln sie sich zum Motor einer starken Opposition gegen denselben, und spielen eine wichtige Rolle in einem Bürgerkrieg gegen den König, gegen den sie schließlich mit ihrem militärisch- politischen Führer Oliver Cromwell obsiegen können, was zur Hinrichtung des Königs führt. Doch auch die Puritaner werden bald wegen ihres Fanatismus beim Volk verhasst. Das Bürgertum gewinnt jedoch durch solche Erfolge an Selbstbewusstsein; vor allem auch die Stadt London, in dem sich früh der Parlamentarismus als Zeichen für das Ende des Absolutismus des Königs durchsetzen kann.
Den Status einer Weltmacht gewinnt das bis zu dieser Zeit im größeren Maßstab eher unbedeutende England schließlich durch die unerwarteten Seegefechts- Erfolge gegen die bis dato bedeutendste Macht der Welt, Spanien. Dieses gelingt England auch durch mutige Freibeuter wie Francis Drake, dem es einmal gar gelingen soll, die gesamte Silberflotte der Spanier aus ihren reichen amerikanischen Kolonien zu kapern. Im Wettbewerb um Kolonien spielt Britannien im "Zeitalter der Entdeckungen" nun eine bedeutende Rolle.
Das immer bedeutender werdende London erfährt in dieser Zeit eine schlimme Brandkatastrophe, der fast die ganze Stadt zum Opfer fällt ...

***SCHMUTZIGE GESCHÄFTE***

Der erfolgreicher Erwerb vieler wirtschaftlich viel versprechender Kolonien fördert die Entwicklung des Kapitalismus. Die Londoner Börse und der internationale Handel spielen so eine immer wichtigere Rolle. London wird zu einem der größten Anziehungspunkte der Welt. An der Börse wird eifrig spekuliert. Plötzlich ergeben sich für viele Menschen die Chancen auf schnellen Reichtum. Aber dieses "Börsenfieber" nutzen auch einige Leute bei Börsengeschäften mit Betrügereien aus ... Großbritannien entwickelt sich zu DEM kommerziellen Machtzentrum. England wird auch der grlßte Sklavenhändler der Welt für lange Zeit. Der Bergbau spielt eine wichtige Rolle als Bereitsteller von Energie (Kohle) für die sich ankündigende Industrielle Revolution, die auch von England maßgeblich ihren Ausgang nimmt. Der neue Reichtum Englands führt aber auch zu starken gesellschaftlichen Veränderungen. Nicht nur ein Problem, sondern vor allem auch ein großes Geschäft wird in England die Prostitution.
Derweil gehen die Engländer in ihrer ersten Kolonie, England, hart vor: die - fast ausschließlich katholischen- Iren werden fortdauernd unterdrückt; eine höhere gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Position wird ihnen - zunächst sogar beim Militär - untersagt. Doch durch den starken Bedarf an Streitkräften für die Kolonien wird der Zugang von Iren in die britische Armee bald wieder erleichtert. Jedoch verursachen harte Maßnahmen der Briten gegenüber den Iren anhaltende Ablehnung und bleibend mangelnde Identifikationsbereitschaft der Iren gegenüber den Briten.
Zur größten Weltmacht entwickelt sich Britannien schließlich durch Admiral Nelsons Sieg in der "Schlacht bei Trafalgar" gegen Napoleon.

***DIE EROBERUNG DER MEERE***

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Kapitän James Cook entdeckt Australien und nimmt es für England in Besitz. - England ist damit der größte "Besitzer der Welt", was es lange Zeit bleiben soll. Das Zeitalter von Entdeckungen, Erfindungen und Firmengründungen geht maßgeblich von Britannien aus. Die ebenfalls hiervon ausgehende Industrielle Revolution ist "Segen, aber auch Fluch" auch für England: sie schafft viel "gesellschaftliche Mobilität", aber auch viel ungelichen Reichtum und viel Armut. Neue Technologien gehen auf Kosten der Arbeiterklasse; z.B. die baumwoll- Spinnmaschine, u.Ä. Durch die neue Technik gerät auch das Handwerk in eine tiefe Krise. In dieser sich turbulent schnell verändernden Zeit kommt es u großen, z.T. organisierten Arbeiteraufständen und mutwilligen Zerstörungen von Fabrikanlagen ("Maschinenstürmer"). Auch die Kirche ist oft eine wichtige Stütze bei der Gegnerschaft gegen die "neuen Zeiten". Dennoch wird Großbritannien die erste große und führende Industrienation. Um die schnell voranschreitende Industrieentwicklung weiter zu garantieren, ist ein großes Heer von Arbeitern nötig, die unter harten und gefährlichen Bedingungen die "Infrastruktur" der Industrialisierung schaffen: Eisenbahnlinien, Tunnel und Brücken werden nun gebaut. Wichtige Erfindungen für die Industrialisierung überhaupt sind die Eisenbahn und die Dampfmaschine, die in Britannien erfunden werden. Seine industriellen Leistungen kann Britannien auf der 1. Weltausstellung in London stolz der Weltöffentlichkeit bald präsentieren. Die Kehrseite der Industriellen Revolution sind Armut, soziale Probleme und Prostitution. Außerdem sind insbesondere in den Stadtteilen der einfachen bevölkerung die Wohn- und sanitären Verhältnisse schlecht und unterentwickelt. Auf diesem Hintergrund werden in Britannien die ersten WC's von Installateuren entwickelt. Trotz der sozialen Probleme verfügt Britannien über eine hohe Alphabetisierungsrate, wodurch sich auch die arme Bevölkerung durch die zahlreich gewordenen Zeitungen informieren und bilden kann. Das "Viktorianische Zeitalter" ist von starken Widersprüchen geprägt: auf der einen Seite Britanniens Entwicklung zur Welt- und Kolonialmacht und mächtigsten Industrienation, die enorm viel geld "verdient", und in der die Oberschicht ein luxuriöses Leben führen kann; auf der anderen Seite viel Elend und Armut gerade auch in Britannien. Als ehemals "führender Sklavenhändler" der Welt schafft ausgerchnet Britannien bald die Sklaverei ab und verurteilt diese.

***DER AUFSTIEG DER STÄDTE***

Auf der Suche nach Arbeit und Erfolg strömen immer mehr Menschen vom Land in die Städte, wo die Fabriken stehen. Britannien ist zu dieser Zeit führend in Handel, Industrieproduktion und Ingenieurwesen (Erfindungen). Andererseits weiß es nicht, wie es auf die anhaltenden sozialen Probleme im eigenen Land reagieren soll. Denn die Industrielle Revolution hat auch viele Menschen verarmen lassen; es besteht sogar hohe Arbeitslosigkeit. In diesem Elend gibt es soger viel Kinderkriminalität und sogar -prostitution. London ist die mit Abstand größte Stadt der Welt, die aber auch die meisten Slums aufweist. Hier grassieren Krankheiten und es existiert eine enorm hohe Kindersterblichkeitsrate. Im Kampf gegen die neue "Ultra- Seuche", die Cholera, gelingt schließlich einem britischen Arzt die Bekämpfung derselben durch Entdeckung der Verbreitungsursachen. Zur Bekämpfung der hohen Kriminalität reagiert der britische Strafvollzug sehr unbarmherzig mit Todesstrafe und langjährigen harten Haftstrafen, sowie Abschiebung in "Gefängniskolonien" (vor allem Australien und Tasmanien) selbst für Minderjährige. Die britische Gesetzgebung richtet ihr Augenmerk dabei fast ausschließlich auf Folgen der Kriminalität, nicht aber auf (mögliche) Ursachen. Die starken Klassenunterschiede in der britischen Gesellschaft ermöglichen lange Zeit die weitgehende Ignoranz für die sozialen Probleme der unteren Bevölkerungs- und Einkommensschichten seitens der Oberschicht, die sich nicht in der Verantwortung für die Beseitigung solcher Probleme sieht. Die armen Bevölkerungsschichten werden von den Reichen lange Zeit sehr einseitig vor allem als potentielle Unruhestifter und Kriminell angesehen. Jedoch machen auf diese Missstände vermehrt Schriftsteller (wie Charles Dickens) und Zeitungsjournalisten aufmerksam, die die starke soziale Ungleichheit als ungerecht und als Ursache vieler Probleme ansehen. So entwickeln allmählich die "Höheren Kreise" Interesse und Verantwortungsbewusstsein für die Probleme ihrer "armen Landsleute" und gründen infolgedessen zahlreiche Wohlfahrtsverbände, soziale Einrichtungen, öffentliche Schulen, Bibliotheken, badeeinrichtungen, ... Sportvereine für die einfachen Schichten entstehen. Eine soziale Gesetzgebung wird etabliert. Arbeiter kommen in den Genuss von zahlreichen sozialen Leistungen, erhalten das Recht auf Urlaub und haben mehr Freizeit, die sie z.B. in Fußballstadien verbringen und mit neuen Formen der Freizeitgestaltung verbringen.

***KAMPF UM FRIEDEN***

Im 1. Weltkrieg arbeiten viele Frauen in der Industrie, vor allem aber in den Munitionsfabriken in England. Nicht zuletzt diese "Opferbereitschaft" für ihr Land führt dazu, dass in Großbritannien endlich das Frauenwahlreicht eingeführt wird. Hierdurch verbessert sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft, die bis dahin kaum führende Positionen selbst in der Wirtschaft eingenommen hatten. Nun schreitet die Gleichstellung voran.
Der schottische Arzt Alexander Fleming entdeckt das Penicillin durch Zufall.
Der 2. Weltkrieg führt nicht nur zu einem hohen "Blutopfer" der Briten, sondern auch durch große Zerstörungen in ihren Städten; vor allem London wird zu großen Teilen zerstört.
Nicht lange nach Ende des 2. WK wird Elisabeth II. als britische Königin gekrönt. Die Krönungszeremonie ist eine der ersten großen, kollektiven britischen Medienereignisse, für dessen landesweite Ausstrahlung durch die neuen Fernsehapparate sich die Queen persönlich einsetzt, damit alle Briten daran teilhaben können als "großes, nationales, "gesamtbritisches" Ereignis.

***FAZIT***

Die Dokumentation ist vor allem durch die aufwändigen Schauspielszenen spannend gestaltet worden; aber auch durch die gut vermittelten, wissenswerten Informationen, die dem Zuschauer Vieles über die Briten, ihre Geschichte, Kultur und Selbstverständnis näherbringen. Dass diese Geschichte sehr aus britischer Perspektive geschildert wird, kann verständlich sein. Was allerdings etwas stört, ist die "Tendenz" dieser Dokumentation, die nicht nur - trotz aller Sachlichkeit - durch den hier vermittelten Patriotismus zum Ausdruck kommt, sondern letztendlich die ganze Dokumentation auf "Versöhnung" der Briten untereinander und mit ihrer Geschichte angelegt ist. - Dazu kann es natürlich nicht beitragen, wenn man zu sehr den Fokus auf sehr kritische Aspekte in der britischen Geschichte hinweisen würde. - Was daher auch zum großen Teil hier ausbleibt. Die Briten sollen stattdessen stolz auf sich und ihre Geschichte und ihre Leistungen sein. Hierbei soll man "Soziale Gegensätze" und in der Vergangenheit massives an Briten durch Briten verübtes Unrecht vergessen, sowie die Tatsache, dass sich (vor allem früher) viele Briten mit den politischen (und gesellschaftlichen) Vorgängen ihres Landes mitnichten identifizieren konnten, wozu auch - m.E. völlig verständlich - z.B. eine starke Ablehnung der Monarchie gerade auch in den "Unteren Schichten" vorhanden war (und ist). - Doch gerade die Versönung mit der Monarchie mit einer "volksnahen" Königin, also vom Volk mit dem Establishment, strebt diese - sonst durchaus sehr gut gemachte - Dokumentation an, weshalb auch - völlig logisch - am Ende dieser Reihe die Krönungszeremonie von Queen Elizabeth II. steht. - Das mag erst den (vor allem deutschen) Zuschauer etwas verwirren; der Grund dafür wird dann aber nur all zu offensichtlich.
Diese "Tendenz zur Versöhnung" kommt auch durch den "Verlauf" der einzelnen Folgen hier jeweils zum Ausdruck: anfangs werden hier oft starke Probleme im britischen Reich erörtert, deren Leidtragende meistens das Volk ist. Später werden dann bedeutende Leistungen gezeigt, mit denen sich ALLE Briten dann besser identifizieren können, bzw. die Folge hat dann jeweils wieder einen guten, bzw. hoffnungsvollen Fortgang für das britische Volk. - Letztlich soll man sich so, wie die Geschichte verlaufen ist (bzw. hier dargestellt wird), mit "Britannien" und seiner Geschichte identifizieren, stolz auf sein Land sein. Dass tatsächlch beileibe nicht alles in der britischen Geschichte so "einwandfrei" und lobenswert war, wird hier zwar durchaus z.T. angesprochen; doch eine wirkliche, kritische (und seriösere) Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte fällt aber zu Gunsten der o.g. "Tendenz" für meine Begriffe leider etwas zu oft zum Opfer. Die "Versönung" mit Geschichte und Establishment steht hier halt im Vordergrund.
Dennoch muss man der BBC auch hier wieder mal eingestehen, dass ihr sonst in "filmischer" Hinsicht eine sehr bemerkenswerte und informative Dokumentation gelungen ist.
Allein die für mich plumpe, weil all zu offensichtliche Tendenz/ Motivation für diesen Film hat mich gestört, weshalb ich dem Film Abzüge in der B- Note erteile. Wen das nicht stört oder wem diese Art - als Engländer - für "Liebe für sein Land" über alles geht, dem kann ich diesen Film aber uneingeschränkt empfehlen; wie auch den Anderen, die sich mal über Britannien auf durchaus spannende Art informieren wollen, und die wissen wollen, warum die Briten oft so patriotisch sind, bzw. weshalb sie das (falls sie Gründe dafür brauchten/ suchten) sein könnten (warum es also etwas "Besonderes sein soll, Brite zu sein", u.Ä.).
Die Hinzuziehung durch in England meist sehr populärer menschen aus Sport und Showbusiness, sowie Romanautoren (Celebrities) (anstatt der sonst üblichen wirklichen Experten) rückt das Werk hier zudem ein wenig in die Ecke des "Boulevard- Journalismus". - Möglicherweise sollte damit erreicht werden, dass sich für diese Dokumenatation auch Leute interessieren (z.B. der typische "Daily Mirror" oder "Sun"- Leser (ja, auch das ist natürlich "typisch britisch"!), denen zwar diese Celebrieties etwas sagen, aber die sonst keine Ahnung von dieser Materie hier haben/ sich nicht dafür interessieren? - Für mich wäre das eine peinliche Vorgehensweise, die für eine sonst weitgehend sehr gut gemachte und seriöse Dokumentation sehr bedauerlich ist. - Ich jedenfalls wüsste nicht, weshalb ich in einer ernst gemeinten Geschichts- Dokumentation ausgerechnet hier in Hülle und Fülle Statements von Fußballspielern und Schauspielern haben müsste. - Wäre für mich kein Grund, diesen Film lieber zu sehen; eher im Gegenteil!
Die FSK 12 - Freigabe erklärt sich übrigens wohl hauptsächlich durch die Thematisierung auch von Prostitution in diesem Film, sowie Darstellung in diese Richtung. Sonst sind die Darstellungen ziemlich harmlos.


Boyz N The Hood - Jungs im Viertel [Special Edition] [2 DVDs]
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4.0 von 5 Sternen Fiktive Milieustudie über Schicksal von Freunden einer Ghetto- Gang in South Central, L.A.!, 5. Mai 2014
Ich kenne den Film schon aus meiner Jugend - er ist ja auch schon aus dem Jahr 1991, und damit recht betagt.
Warum der Film in der Rubrik "Action und Abenteuer" steht, kann ich nicht verstehen, da es sich hier sehr eindeutig um ein (Ghetto-) DRAMA handelt; auch wenn hier natürlich einige (wenige) Action- Szenen zu sehen sind. Es ist aber kein "Ballerfilm", keine Blutorgie, sondern eher eine seriöse Studie über die Milieu- Verhältnisse. Obwohl hier Gewalt und Gangs eine Rolle spielen, ist es mitnichten ein den "Gangster"- Lebensstil glorifizierender Film. Vielmehr setzt er sich mit den Verhältnissen dort kritisch auseinander.

Im Mittelpunkt des Films stehen der junge Schwarze Tré Styles (Cuba Gooding Jr.), der in einem Problembezirk von L.A. aufwächst. Als seine Mutter feststellt, dass ihr vom Vater getrennt lebender Sohn auf dem besten Weg ist, eines dieser typischen Ghetto- Problemkids zu werden, schickt sie den Heranwachsenden zu seinem Vater (Laurence Fishburne) in den berüchtigten Stadtteil "South Central" von L.A., damit der die Erziehung des zwar intelligenten, aber nicht ganz einfachen Sohn zu übernehmen, damit dieser ins "rechte Fahrwasser" kommt. Tatsächlich hat Tré's strenger, aber auch konsequenter, verantwortungsvoller und an Religion, Politik und Philosophie interessierter Vater einen positiven Einfluss auf Tré, der ihm einige Werte jenseits der "Ghetto- Werte" zu vermitteln weiß. Tré entwickelt sich so zu einem "Muster- Ghetto- Kid", der auf dem besten Weg ist, später das College besuchen zu können (und damit einem scheinbar vorgezeichneten Weg als Krimineller ohne Perspektiven im Ghetto und im Gefängnis zu entgehen). Doch kann sich Tré natürlich nicht ganz seinem unmittelbaren Umfeld entziehen: dieses besteht vor allem aus seienm mit Drogen dealenden und der Gewalt weniger abgeneigten Halbbruder "Doughboy" (Ice Cube) und seienm Freund Ricky (Morris Chestnut), einem begnadeten Footballspieler, mit denen Tré seine Freizeit verbringt. Der Alltag in "South Central" besteht sonst darin, Basketball zu spielen, den Freunden und Mädchen zu imponieren, Hip Hop- Musik zu hören, und sich Respekt bei den Anderen zu verschaffen. Wegen Belanglosigkeiten kommt es in dieser Atmosphäre von Gewalt, Drogen, Unsicherheit und Armut bald aber schon zu einer Feindschaft zu einer anderen Gang. Der Konflikt mit dieser spittzt sich imemr mehr zu, die Spirale der Gewalt dreht sich immer schneller. Dieses und ungeschriebene Ghetto- Gesetze, wie unbedingte Loyalität zu seinen Freunden und Ausübung von Rache für erlittenen Schaden bedrohen die hoffnungsvolle Karriere von Tré. Als dieser schon mit seinen Freunden auf dem Weg zu einer "Vergeltungsaktion" für erlittene Gewalt (Ermordung von Ricky durch einen verfeindeten Ganganführer) zu seinen Feinden ist, steigt er nur Augenblicke vor der möglichen Auseinandersetzung noch rechtzeitig aus dem Auto aus, lässt seine Freunde so zwar im Stich, "versündigt" sich aber auch nicht, gleitet nicht in die Kriminalität ab. Doughboy zeigt Verständnis für seinen Halbbruder, wird jedoch einige Zeit später ebenfalls ermordet ... Tré, der sich der Gefahren des Ghettolebens und des Verhaltens seiner Freunde bewusst ist, erkennt, dass Rache und Gewalt nicht die Lösung für sein Leben kann. Der Weg zum College steht ihm am Ende des Films noch offen.

Im Mittelpunkt des Films steht der Konflikt des Hauptdarstellers Tré zwischen der wertebetonten Erziehung seines Vaters und den Erwartungen und Einflüssen seiner Freunde, seines Gang- Umfeldes. Diese machen verschiedene Lebenswege durch, wovon einzig Trés weiteres Schicksal Anlass zu Hoffnung gibt. Darüber hinaus vermittelt der Film einige Botschaften, wie die enorme Bedeutung der (richtigen) Erziehung seitens des Elternhauses (und deren entsprechendes Vorbild), die sonst ausschließlich von der Straße übernommen wird; oder auch der Hass auf die Polizei, von der ebenfalls (oft offenbar unberechtigte) Gewalt ausgeht.
Der nicht ganz 2 Stunden lange Film zeigt sonst nur einige Einblicke in das Leben im Schwarzen- Viertel "South Central", das für sich genommen nicht ganz im Zentrum dieses Films steht, trotz der Authentizität, des Umfeldes, das darin begründet ist, dass der Film tatsächlich in "South Central" gedreht wurde, und auch eine Vielzahl der Darsteller, sowie der Regisseur selbst aus solchen Schwarzen- Ghettos kommen.
Die DARSTELLER selbst geben eine gute Figur ab und wirken authentisch. Die beste Leistung liefert hier vermutlich Ice Cube abOb Cuba Gooding Jr. hier also modebewusster und am college interessierter Jugendlicher wirklich als "typisch" für das Ghette angesehen werden kann, wage ich ein wenig in Zweifel zu ziehen, da ja doch die äußeren Ghetto- Einflüsse über solche Ideale sicherlich bald die Oberhand gewinnen würden, zumal jeder Erziehungswissenschaftler weiß, dass Jugendliche sich i.d.R. stärker von Ihresgleichen und Freunden beeinflussen lassen und ihre Vorbilder nur äußerst selten später in den eigenen Eltern sehen. Doch kann Laurence Fishburne durchaus als Trés Vater überzeugen; auch wenn das gute Vater- Sohn- Verhältnis ausgerechnet unter den Bedingungen des Ghettos etwas fragwürdig, da etwas zu idealistisch aussieht. Ansonsten wirkt der Film aber durchaus realistisch.
Der FIlm verurteilt die dumme und primitive Gewalt, die das Leben in so einem Ghetto im Griff hat. Ob sich allerdings ein Ghettokid in Leuten wie Tré wiedererkennen kann, ist für mich etwas fraglich; genau so, ob richtiger Durchblick und Vernunft und Argumente in einem Milieu wie diesem Ghetto eine Chance haben. Die Darsteller wirken außerdem sympathisch und menschlich, und es ist fraglich, ob anhand derer die üblen und weitgehend hoffnungslosen Zustände in so einem Ghetto wirklich gut charakterisiert werden können.
Außerdem ist dieser Film ein "jungen- Film" ("BOYS in the hood"), in dem Frauen/ Mädchen nur am Rande (z.B. durch Tré's Freundin) erscheinen. Tatsächlich ist das Klima in so einem Ghetto ja sehr männlich (und von entsprechender Gewalt) geprägt; und Mädchen sind hier eher zu bedauern. Dennoch hätte man hier ja etwas mehr auch Mädchen thematisieren können. - Vielleicht haben einige (nahmhafte) Frauen daher sogar zurecht kritisiert, dass dieser Film vor allem ein "Männer- Film" sei, von Männern für Männer, in dem sich Männer durch entsprechendes Verhalten wiedererkennen können und entsprechend Vorstellungen/ Phantasien hier bedient würden (ich erinnere mich, dass das damals thematisiert wurde, nach Erscheinen des Films).

Obwohl der inzwischen schon über 30 Jahre alte (!) Film m.E. etwas naiv ist und nicht immer ganz überzeugend, so ist er doch insgesamt zwar recht schockierend, jedoch durchaus realistisch und fordert auch zum Nachdenken über diese Problematiken auf, lädt zu einer Diskussion über derartige Verhältnisse ein. Tatsächlich sind die hier beschriebenen Zustände - gerade hinsichtlich Gang- Unwesen und Gewalt - keineswegs übertrieben, sondern können mit Blick auf die Realität in einigen amerikanischen Großstädten vielelicht sogar schon fast als "verharmlosend" angesehen werden. - So traurig es auch ist; aber viel hat sich in dieser Hinsicht in den USA heute wohl nicht zum Positiven entwickelt, sondern eher im Gegenteil (bis hin zu weit verzweigten, (inter-) national operierenden, organisierten Verbrechersyndikaten mit "Basis" in den Straßengangs (die damals wohl erst begonnen hatten, sich zu großen, aneinander angeschlossenen Gang- "Verbänden" zu formieren (auf dessen Konto vermutlich ja auch die Morde der einstigen Hip Hop- Legenden "Tupac Shakur" und "Notorius B.I.G." gehen)). .

Der Film - übrigens auch ein großer internationaler Kassenerfolg - soll einer der frühen "Ghetto- Milieustudien" sein, dem seitdem zahlreiche Filme mit ähnlichem Schwerpunkt (Z.B. "City of god") auch in jüngerer ZEit folgten.

Aufgrund von einigen Gewaltszenen ist die FSK 16- Freigabe sicherlich nicht ungerechtfertigt (obwohl natürlich die Kids in Stadtteilen wie South Central viel früher mit noch ganz anderen (härteren) (nicht nur) "Bildern" konfronitert werden, weshalb die Freigabe FSK 16 hier etwas ironisch wirkt).


Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu
Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu
DVD ~ David Crosby
Preis: EUR 10,98

3.0 von 5 Sternen Neill Young's Engagement gegen den Irak- Krieg! Kein wirklicher "Musikfilm"! Deutsche Untertitel!, 1. Mai 2014
Na ja, ein "Musikfilm", wie auf der Hülle angegeben, im eigentlichen Sinne ist dieser Film nicth wirklich. Wer hier die - zugegeben nicht wenigen - großen Hits von Neill Young & Co. meint, hören zu können, wird hier enttäuscht sein! Tatsächlich wird hier vielmehr Neill Young's Engagement gegen den Irak- Krieg dokumentiert. Dieser hatte zu diesem Zweck seine alten Kumpels Crosby, Stills und Nash zusammengetrommelt, mit denen er in der Hippie- Ära Anfang der 70er Jahre schon sehr populär und prägend gewesen war. Eine entsprechende Tournee mit diesen wird hier als wesentlicher Teil des Films dokumentiert. Dabei werden einige von Neill Young's zu diesem Zweck damals neu komponierten Songs live gezeigt, die sich z.T. nicht schlecht anhören, aber hier nie in voller Länge gespielt werden. Überhaupt scheint hier nicht die Musik im Mittelpunkt zu stehen ("Musikfilm" daher = Etikettenschwindel!), sondern Young's Engagement gegen den Irak- Krieg im Allgemeinen, das sich nicht nur auf Musik beschränkt. Dabei wird deutlich, dass es Young mit seinen Kumpels ernst meinen und sie von ihrer "Mission" überzeugt sind. Sie machen in ihrer Musik direkte politische Aussagen, wobei sie auch den ihnen offenbar verhassten amerikanischen Präsidenten nicht gerade von Kritik ausnehmen. Hierbei treffen sie allerdings - das wird in den Aufnahmen dieses Films (und entsprechenden Aussagen von Leuten) nur all zu deutlich, nicht immer nur auf Zustimmung ihrer Landsleute! - Vielmehr beweisen die - hier schon sehr betagten - "Jungs" um Neill Young, dass sie mit ihren unverblümt vorgetragenen Messages vor den Amerikanern außerordentlich mutig sind! Das wird besonders deutlich bei Songs, in denen es nicht gerade von Vorwürfen gegen die US- Politik mangelt: die Buh- Rufe im Publikum sind dann nicht zu überhören; Zuschauer machen ihrem Protest lauthals Luft und verlassen unübersehbar und unter Protest scharenweise die Konzertsäle. Der Regisseur war hierbei fair genug, hier auch oft genug solche Proteststimmen, die Neill Young's Engagement in dieser Form nicht mögen, zu Wort kommen lassen. Dazu gehören nicht nur "Fans", sondern auch gegen Neill Young kritisch (und patriotisch) eingestellte Radio- Moderatoren und "Zeitungs- Stimmen", die hier auch immer wieder - als Schrift - eingeblendet werden. Man kann hierbei durchaus sogar den Eindruck gewinnen, dass die ablehnenden Stimmen gegenüber den Befürwortern von Neill Young hier überwiegen. Viele werfen Neill Young u.A. mangelnden Patriotismus vor, oder die "Feinde Amerikas" zu begünstigen, zu wenig Loyalität gegenüber den Soldaten und ihren Leitungen und ("ehrenwerten") Pflichten zu zeigen, usw. Es gibt aber auch viele Leute, die Young's Engagement nicht grundsätzlich ablehnen, aber die Art und Weise, wie er dieses betreibt, nicht gut heißen (aus verschiedenen Gründen); z.B. meinen Einige, dass das überhaupt nicht zur Musik von Young passt, oder dass sie dsa als Young- Fans einfach nicht verstehen wollen, dass Young für seine "Politik" dazu seine Musik "missbraucht"; in ihren Augen ist das nicht zu vereinbaren; sie meinen, dass ein Musiker vor allem sein Publikum unterhalten sollte; und dieses würde halt nicht immer alle seine Ansichten teilen; ein Künstler sollte also "unpolitisch" sein; zumindest sich aber mehr zurückhalten als Young, u.Ä. Viele fühlen sich von Young schlichtweg provoziert.
Tatsächlich scheinen Stimmen wie die von Neill Young zum Irak- Krieg zu dieser Zeit eher die Ausnahme ausgemacht zu haben. Es gibt aber auch Leute - sogar Armee- Veteranen -, unterschiedlichster Art, die Young's Engagement gut heißen. - Z.T. aufgurnd eigener, "praktischer" Erfahrungen (in der Armee im Irak); oder auch einfach, weil man diesen Krieg grundsätzlich als "ungerecht" empfand (er basierte ja auch tatsächlcih auf von der Bush- Regierung verbreiteten Unwahrheiten).
Neill Young packt hier aber - das wird nur all zu deutlich - ein sehr "heißes Eisen" an.
Letztlich gerät die Musik hierbei zur Nebensache. Es ist also kein richtiger "Musikfilm", sondern eher ein politischer Film. George Bush war damals Präsident der USA. Und dieser ist offenbar eine "persona non grata" für Neill Young, und wird von ihm auch ganz direkt angegriffen.
Dennoch wirken viele von Young's (vielen) Fans oft genug verwirrt bei einigen Song- Aussagen des Veteranen der Hippie- und Anti- Vietnam- Bewegung. Insbesondere, wenn Young hier sehr direkt poltisch wird, bleibt der von ihm offenbar erwartete Applaus nur all zu oft aus. Manchmal erwartete man hier als Zuschauer schon Massenschlägereien; doch es bleibt friedlich. Die zahlreichen Fans Young's, die in vielen Aspekten nicht seine Meinung teilen, begnügen sich damit, den Konzertsaal vorher -und unter lautem Fluchen - zu verlassen; nicht ohne dabei oft genug lautstark das (offenbar wirklich) hohe Eintrittsgeld zu bedauern. - Offenbar konnten Young's Show nur Leute wirklich genießen, die auch seine hier ständig propagierte politische Meinung teilten. - Was aber - wie schon erwähnt - offenbar zu dieser Zeit nur eine Minderheit der Amerikaner - zumindest in der Art und Weise, wie von Young betrieben - gut heißt. Neill YOung- davon hat man hier den Eindruck - wird vor allem bei seinen Zuschauern als virtuoser Rockmusiker erwartet; und erst in 2. Linie als Vermittler politischer (direkter) Aussagen. Zum Teil betätigen sich einige Bandmitglieder sogar ganz direkt für poltische Kandidaten und Parteien, bzw. begrüßen grundsätzlich das ("richtige") politische Engagement.Dabei wird vor allem eine mögliche Abwahl von George Bush mit vielen Hoffnungen verknüpft. - Eine Vorgehensweise, die natürlich viele Menschen nicht gut geheißen haben!
Dennoch fand Neill Young - der in den USA (völllig zurecht) eine große Ikone der Rockmusik ist - sehr viel mediale Aufmerksamkeit und Reaktionen auf seinem (friedlichen) "Feldzug" gegen den Irak- Krieg, quer durch die USA. Und auch, wenn die Reaktionen auf sein Engagement weitgehend negativ waren, so haben doch Leute wie Neill Young - wie auch viele andere Künstler - maßgeblich - wenn auch zeitlich stark verzögert - zu einem politischen Wechsel maßgeblcih beigetragen ("Change").

Im Publikum bei seinen Auftritten finden sich dabei beileibe nicht nur Alt- Hippies, sondern auch sehr viele gerade auch jüngere Menschen, bis hin zu Leuten im Schüler- und Studentenalter.

Der Film zeigt auch einen jungen (Amateur ?-) Musiker, der im Hauptberuf Marine- Soldat ist, und schon einige üble Erfahrungen im Irak- Krieg gemacht hat, weswegen er an dieser "Mission" zweifelt. Außerdem kommen noch andere Leute mit oft ähnlichen Erfahrungen hier zu Wort.

Etwas anstrengend und ärgerlich ist es auch, dass dieser Film nicht deutsch synchronisiert worden ist, sondern lediglich über deutsche UNTERTITEL verfügt. Da in diesem Film sehr viel gesprochen wird (außerdem die Songteste der hier gesungenen Songs übersetzt werden), ist es schwierig, bei den Aussagen - zumindest bei normaler Film- Laufgeschwindigkeit - immer "mitzuhalten".


Hair
Hair
DVD ~ John Savage

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsames, aber auch ernstes Denkmal der Hippie- Kultur; mit viel Musik!, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Hair (DVD)
Der Film ist viel besser, als ich erwartet hatte; ich hatte nämllich schon befürchtet, der Film wäre eine reine Verfilmung des bekannten Musicals (ohne viel Handlung). - Das ist es aber zum Glück nicht. Der FIlm ist nicht so übermäßig theatralisch, melodramatisch schnulzig oder kitschig, wie man das befürchten könnte; stattedessen ist er sogar sehr gut, und bringt gut das Lebensgefühl der späten 60er Jahre zum Ausdruck (obwohl der FIlm von 1979 ist - also schon einige Jahre nach der eigentlichen Hippie- Ära und Jahre nach Beendigung des Vietnam- Kriegs, der hier ebenfalls Thema ist) und bietet auch viel original Hippie- Musik.
Der Film hat durchaus eine nachvollziehbare, wenn auch vielleicht eher lockere Handlung, die z.T. auch durchaus lebhaft und lustig ist, so dass man über weite Strecken diesen Film für eine Komödie halten könnte. Dass der Film das nicht ganz ist, wird spätestens zum Ende des Films klar, das recht tragisch ist.
Die sympathischen DARSTELLER wirken glaubwürdig und überzeugend. Die Story ist es weitgehend auch.
Der Film ist durchaus ein MUSIKFILM, aber kein (reines) Musical. Die Musik, Gesangs- und Tanzeinlagen sind vielmehr sehr gut in die Handlung des Films eingeflochten, ohne zu sehr damit die Handlung zu beeinträchtigen; ein gutes "Spielfilm"- Erlebnis ist also durchaus gegeben.
Als Musikfilm, der die Hippie- Generation und deren Lebensgefühl portätieren will, bietet der Film natürlich sehr viel (Hippie-) Musik und auch "musical- ähnliche" Szenen mit Tanz und Gesang, sowie einige sehr "psychedelisch" anmutende Szenen.

Die Produktion ist relativ aufwändig und führt dem Zuschauer eine gute Illusion dieser Zeit vor, mit authentischer Kulisse, entsprechenden Kostümen, guten Tänzern - und natürlich viel Musik.

Ziemlich schlecht ist bei dem Film leider der TON. So wird dieser z.B. einmal nach einer Musik-/ Tanzszene plötzlcih ziemlich leise.

Die HANDLUNG: Der junge Farmerssohn Claude ist auf dem Weg zur Musterung nach New York. Ihn erwartet da der Einzug zum Militär - und damit der gefährliche Einsatz im Vietnamkrieg. Im New Yorker Central Park trifft er auf die Hippie- Clique um deren Anführer Berger; mit ihnen schließt Claude Freundschaft. Man möchte Claude den Weg nach Vietnam gerne ersparen. Außerdem verliebt sich Claude in eine reiche, junge Frau, die zufällig im Central Park mit dem Pferd unterwegs ist. Claude's Hippie- Freunden gelingt es, sich auf eine Feier der reichen Familie dieser jugnen Frau einzuschmuggeln, um dabei die Verbindung von Claude mit seiner Angebeteten zu arrangieren - was schließlich gelingt: die junge Frau lässt sich auf Claude ein, und kann außerdem eine gewisse Faszination für die Hippies und deren locker- fröhlichen Lebensstil empfinden. Nichtsdestotrotz muss (bzw. will sogar) Claude bald zu seiner Militär- Einheit; er kommt so - trotz entsprechender Überzeugungsversuche seiner neuen Hippie- Freunde (denen nichts wichtiger ist, als sich dem Kriegsdienst in Vietnam zu entziehen) - letztlich zu einer Ausbildungseinheit in der Wüste. Mit einem "ausgeliehenen" Auto machen sich Claude's Hippiefreunde mit Claude's (reicher) Freundin aber bald zu ihm auf den Weg, wo es ihnen gelingt, ein Treffen mit Claude und seiner Freundin zu arrangieren, indem Berger kurzerhand Claude's Uniform anzieht und so in das Ausbildungscamp kommt. Was zunächst wieder wie einer von Berger's typischen, gut gemeinten Scherzen aussieht, nimmt allerdings eine tragische Wendung: in der kurzen Zeit von Berger's "Dienstzeit" in dem Ausbildungscamp erhält seine Einheit plötzlich den Befehl, sich bereit für den Abflug nach Vietnam zu machen! Claude's selbstloser Einsatz für seinen Freund entwickelt sich so zu seinem ganz persönlichen Albtraum: er kommt nach Vietnam, wo er schon nach kurzer Zeit im Kampf mit dem Vietcong fallen wird ... Die Freunde besuchen seinen Grabstein. Die letzte Einstellung des Films ist eine Antikriegsdemonstration.

Nach anfänglich eher komischen Szenen, gibt es immer wieder ernste Szenen; in denen es dann meist um den Vietnamkrieg geht. Enden tut der Film tragisch.
Der Film zeigt gut den Konflikt verschiedener Wertevorstellungen einer konservativen Gesellschaft mit einer vor allem bei der Jugend auf Ablehnung stoßenden Vietnamkriegs, zu der auch die Hippie- (Jugend-) Kultur gehörte.
Der Film ist einer der wenigen (Musik-) Filme, die ich kenne, in denen "Musical"- Elemente und eine weitgehend ernst zu nehmende Handlung miteinander harmonieren; sich gut miteinander abwechseln.
Die z.T. schlechten Kritiken, die dieser FIlm erhielt, sowie die Tatsache, dass er kein großer Verkaufsschlager war, sind m.E. nicht nachvollziehbar, bzw. nicht mit der Qualität dieses an sich sehr guten Films begründbar.

FAZIT: Unterhaltsamer, guter, vor allem auch musikalischer Film über die Freundschaft (zunächst) ungleicher Freunde in der Hippie- Ära, in der Auseinandersetzung mit dem Vietnam Krieg, der der Hippiekultur ein Denkmal gesetzt hat und dieser Kultur .


Katjes Katzenpfötchen, 20er Pack (20 x 200 g Beutel)
Katjes Katzenpfötchen, 20er Pack (20 x 200 g Beutel)
Preis: EUR 17,80

4.0 von 5 Sternen Lecker, soft, extra würzig, vegetarisch!, 1. Mai 2014
Mein Favorit aus dem Hause katjes! bei den (Lakritz-) Katzen- Pfötchen kommt gut der würzig- süße SÜSSHOLZSAFT durch, dessen Anteil hier tatsächlich auch 7 % beträgt. Dazu der braune Zuckersirup und das Salmiaksalz. - Meiner Meinung eine gute Zusammensetzung!
Hauptbestandteil auch bei diesem Produkt ist natürlich normaler Zucker (also ein wirklich "gesundes" Produkt ist es natürlich auch nicht!).

Das Produkt ist vegetarisch (ohne tierische Gelatine (stattedessen Agar-Agar als Geliermittel).


Krüger Cappuccino Schoko Nachfüllbeutel, 5er Pack (5 x 500 g Beutel)
Krüger Cappuccino Schoko Nachfüllbeutel, 5er Pack (5 x 500 g Beutel)
Preis: EUR 16,16

4.0 von 5 Sternen Guter, stärker nach Kakao schmeckender Schoko- Cappuccino für den Alltag!, 1. Mai 2014
Ich mag diesen Cappuccino so gerne, weil er stark nach (echtem?) Kakao schmeckt (den ich auch gerne trinke), dessen Anteil hier immerhin 5 % beträgt. Ist ein ziemlich süßer Schoko- Cappuccino, der aus allein 62,1 % Zucker besteht.
Der Anteil an Bohnenkaffee beträgt immerhin 8,5 %. - Das ist natürlich nicht viel; aber es gibt durchaus (sogar Schoko-) Cappuccinos, dessen Kaffee- Anteil noch niedriger ist.

Dieser Cappuccino ist nicht so teuer (was auch hier an der Nachfüllbeutel- Version liegt). Seine Qualität würde ich eher als "mittel" bezeichnen; im Verhältnis zum Preis ist er aber gut. Man sollte bedenken, dass wir es hier vor allem mit Zucker und Maltodextrin zu tun haben. - Was den relativ niedrigen Preis sicher gut erklärt.

Für mich ist dieser Cappuccino für den Alltag in Ordnung; abgesehen davon, dass er etwas (zu) süß ist. Der Schoko- Geschmack kommt imemrhin gut rüber (anderem (billigeren) Cappuccino musste ich damals noch Kakao hinzufügen).


Carry On Cleo [UK Import]
Carry On Cleo [UK Import]
Preis: EUR 13,32

5.0 von 5 Sternen "Historienfilm" mal auf seine komische Art!, 28. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Carry On Cleo [UK Import] (DVD)
Ich habe den Film zum 1. Mal bereits als Kind gesehen. - Und mich dabei schräg gelacht! - Herrliche Historienkomödie, die die ganze Story und das Filmgenre schön auf's Korn nimmt, ohne dabei auf Hintersinn zu verzichten!
Ist der Film wirklich schon von 1964?

Der beste Film der legendären "Carry On"- Truppe, den ich kenne! Schön, dass es ihn jetzt endlich auch auf DVD gibt!

Möglicherweise sollte man bei Versand aus dem Ausland darauf achten, dass der Film mit deutscher Tonspur ist?! (es gibt ihn auf jeden Fall in deutscher Tonspur - sogar recht gut synchronisiert!).

Feuer frei zur Lachsalve!


Frey Milk & Hazelnuts
Frey Milk & Hazelnuts
Wird angeboten von World of Sweets
Preis: EUR 1,71

4.0 von 5 Sternen Haselnuss- Milchschokolade, 27. April 2014
Die Milchschokolade hat einen höheren Anteil an gesplitterten Haselnüssen, die zum Geschmack der Schokolade ebenso beitragen wie der recht hohe Kakao- Anteil, der ein Qualitätsmerkmal ist (weshalb die Schokolade nicht ganz so billig ist).
Wer gerne Haselnussschokolade isst, wird die Schokolade vermutlich gerne essen.
Der Zuckeranteil beträgt 47 %.
Ansonsten kann ich nicht viel über die Qualität dieser Schokolade sagen. Ist natürlich keine Lindt- und auch keiune Bio- Qualität.


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