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Rezensionen verfasst von
Statler und Waldorf

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Werke (Quarto)
Werke (Quarto)
von E. M. Cioran
  Taschenbuch

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Günstig, aber mit vielen Nachteilen, 5. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Werke (Quarto) (Taschenbuch)
Auch wenn man mit dieser Meinung offensichtlich so ziemlich allein ist, ändert das nichts daran, dass diese Ausgabe schlicht und einfach nicht perfekt (5/5 Sterne) ist. Die Gründe dafür lassen sich wie folgt zusammenfassen:

(1) Der Preis der Ausgabe spiegelt die Qualität des Buches wider. Das Dünndruckpapier ist zwar ordentlich, aber ein derartig schweres und dickes Buch in Taschenbuchaufmachung ist nicht gerade als angenehm zu bezeichnen. Es muss hingelegt werden, da es sonst sehr bald einfach zu schwer wird. Wünschenswert wäre eine in 2 Bände und mit Leinen (ein)gebundene Alternative. Natürlich würde sich der Preis dadurch erhöhen, allerdings bliebe es auch zweifelsfrei deutlich günstiger als die ganzen Einzelausgaben.

(2) Früher war es eine Selbstverständlichkeit, Gesamtausgaben mit einer Einleitung herauszugeben. Gerade bei Cioran ist so eine biographische und philosophische Einleitung zur Einführung alles andere als überflüssig. Hier bleibt man also hinter längst erreichten und traurigerweise langsam wieder vergessenen Standards zurück. Positiv zu erwähnen ist dafür das "Glossar" mit Interview-Auszügen am Ende des Buches.

(3) Die teilweise lesenswerten Nachbemerkungen der Herausgeber der Einzelausgaben wurden ersatzlos gestrichen. Dasselbe gilt für die erläuternden Anmerkungen einiger Einzelausgaben. Man bekommt also nur die blanken Texte mit einigen Bildern zwischen den Werken.

(4) Wer sich mit Cioran eingehender oder sogar wissenschaftlich beschäftigen will, wird früher oder später auf die Sekundärliteratur (Literatur über Cioran) zurückgreifen. Das Problem: Fast die gesamte Literatur zitiert nach den Einzelausgaben. Da man darauf verzichtet hat, eine Seitenkonkordanz mitzuliefern oder die Paginierung/Seitenzählung beizubehalten, lassen sich Zitate oder Verweise nicht nachschlagen. Für wissenschaftliche Zwecke und für ein vertieftes Studium ist diese Gesamtausgabe also nahezu unbrauchbar - und die Einzelausgaben sind zusammen nicht nur wesentlich teurer, sondern auch teilweise nur noch antiquarisch zu beziehen. Traurigerweise mussten hier also andere nachbessern und eine Seitenkonkordanz liefern (einfach nach Cioran-Seitenkonkordanz bei Google suchen).

(5) Es gibt keine Bibliographie. Wer erfahren will, was Cioran sonst noch geschrieben und gesagt hat, und wer Sekundärliteratur sucht, muss sich an anderer Stelle informieren.

Es bleibt also festzuhalten, dass diese Ausgabe kaum als perfekt zu bewerten ist. Der hier besprochene Band stellt lediglich eine preiswerte, unhandliche Sparversion mit einem netten Extra (Glossar) dar.


Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe
von Giorgio Colli
  Taschenbuch
Preis: EUR 179,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Standardausgabe mit (großen) Macken, 29. Juli 2013
Ja, diese Veröffentlichung ist die einzige (bezahlbare) Ausgabe*, die wirklich zitiert werden kann und den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Ja, sie ist materialtechnisch (Aufmachung) gesehen vollkommen okay. Nein, sie ist keine 5 Sterne wert, denn ich habe mich mit dieser Ausgabe aus folgenden Gründen nie vollständig anfreunden können:

(1) Es gibt kein Sachregister, sondern lediglich ein Personen- und Ortsregister. Das gezielte Suchen nach Begriffen ist mit dieser Ausgabe vollkommen unmöglich. Wer so eine Suchmöglichkeit haben will, braucht daher entweder eine Nietzsche-CD oder die Schlechta-Ausgabe samt Index (Ich habe beides als Ergänzung!). Nachtrag: Es gibt natürlich noch die Seite nietzschesource.org, aber ich möchte nicht jedes Mal zum Suchen auf eine lahme, unkomfortable Internetpräsenz gehen müssen, wenn ich nur eine Stelle im Werk suche.

(2) Es gibt keine - absolut keine - Übersetzungen der zahlreichen fremdsprachigen Passagen. Entweder man beherrscht Lateinisch, Griechisch, Französisch, ... oder man muss mühevoll selbst übersetzen. Bei Schopenhauer ist man hier deutlich leserfreundlicher.

(3) Es fehlen die Jugend- und Studienschriften Nietzsches. Die hier angebotene 15-bändige Ausgabe enthält also nicht alle schriftlichen Äußerungen Nietzsches, wenn man die Briefe usw. weglässt. Es fehlen besonders die hochinteressanten biographischen Entwürfe. Der Kauf der 5-bändigen Ausgabe der frühen Schriften wird somit nicht überflüssig.

(4) Auch auf eine Bibliographie mit weiterführender Literatur wurde verzichtet. Karl Schlechta hatte sich diese Mühe damals noch gemacht.

Ob diese Punkte als störend empfunden werden, ist am Ende eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss, aber für Nietzsche-Einsteiger sind die warnenden Worte hoffentlich hilfreich, denn einsteigerfreundlich ist diese Ausgabe in keiner Hinsicht.

Nachtrag 2: Ich möchte nun doch, etwas widerwillig, noch etwas zur hilfreichsten positiven Rezension an anderer Stelle sagen. Ich bitte darum, es nicht persönlich zu nehmen. Davon, dass "es [die Herausgeber] in hervorragender Art und Weise [verstehen,] die Texte dem Leser sowohl näher zu bringen als auch sie kritisch zu erläutern", kann überhaupt nicht gesprochen werden. Wer sich diese Ausgabe zulegt, erhält folgende 'Extras': Band 15 enthält eine umfangreiche, wirklich lesenswerte Chronik zu Nietzsches Leben. Man erfährt etwas über den Philosophen Nietzsche, aber zum Textverständnis ist dadurch herzlich wenig beigetragen, wenn man psychologisierende Werkinterpretationen mal ignoriert. Die anderen Bände enthalten jeweils ein Nachwort. Zwei Beispiele: Band 6 enthält die Schriften 'Der Fall Wagner', 'Götzen-Dämmerung', 'Der Antichrist', 'Ecce homo', 'Dionysos-Dithyramben' und 'Nietzsche contra Wagner'. Man kann also sagen, dass es dieser Band wirklich in sich hat. Für diese komplexen Stoffe bekommt der Leser 10 (!) Seiten Erläuterungen in Form des Nachwortes. Das Nachwort des dicken 13. Bandes (Nachlass) hat einen Umfang von 18 Seiten. Hier werden wirklich nur die gröbsten Grundzüge skizziert. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass 10 Seiten Nachwort 6 Schriften kaum näherbringen oder kritisch erläutern können. Auch der 14. Band, der Kommentare enthält, liefert keine Erläuterungen, sondern informiert primär über Philologisches. Lediglich vereinzelte Querverweise dürften den Einstieg etwas erleichtern. - So sehr man die Euphorie verstehen kann, eine große Nietzsche-Kassette bekommen zu haben, - es sollte wirklich nicht davon ablenken, dass die Studienausgabe den Leser ins beinahe kalte Wasser wirft. Kurz und direkt: Es gibt lesenswerte Kurzeinführungen, aber der Leser wird am Ende doch mit Nietzsche allein gelassen. Um die Sekundärliteratur kommt niemand herum. Und mit dieser Ausgabe schon gar nicht.

* Es gibt natürlich noch die KGW von Colli/Montinari.


Sämtliche Werke, 15 Bde.
Sämtliche Werke, 15 Bde.
von Friedrich Nietzsche
  Broschiert

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Standardausgabe mit (großen) Macken, 29. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke, 15 Bde. (Broschiert)
Ja, diese Veröffentlichung ist die einzige (bezahlbare) Ausgabe*, die wirklich zitiert werden kann und den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Ja, sie ist materialtechnisch (Aufmachung) gesehen vollkommen okay. Nein, sie ist keine 5 Sterne wert, denn ich habe mich mit dieser Ausgabe aus folgenden Gründen nie vollständig anfreunden können:

(1) Es gibt kein Sachregister, sondern lediglich ein Personen- und Ortsregister. Das gezielte Suchen nach Begriffen ist mit dieser Ausgabe vollkommen unmöglich. Wer so eine Suchmöglichkeit haben will, braucht daher entweder eine Nietzsche-CD oder die Schlechta-Ausgabe samt Index (Ich habe beides als Ergänzung!). Nachtrag: Es gibt natürlich noch die Seite nietzschesource.org, aber ich möchte nicht jedes Mal zum Suchen auf eine lahme, unkomfortable Internetpräsenz gehen müssen, wenn ich nur eine Stelle im Werk suche.

(2) Es gibt keine - absolut keine - Übersetzungen der zahlreichen fremdsprachigen Passagen. Entweder man beherrscht Lateinisch, Griechisch, Französisch, ... oder man muss mühevoll selbst übersetzen. Bei Schopenhauer ist man hier deutlich leserfreundlicher.

(3) Es fehlen die Jugend- und Studienschriften Nietzsches. Die hier angebotene 15-bändige Ausgabe enthält also nicht alle schriftlichen Äußerungen Nietzsches, wenn man die Briefe usw. weglässt. Es fehlen besonders die hochinteressanten biographischen Entwürfe. Der Kauf der 5-bändigen Ausgabe der frühen Schriften wird somit nicht überflüssig.

(4) Auch auf eine Bibliographie mit weiterführender Literatur wurde verzichtet. Karl Schlechta hatte sich diese Mühe damals noch gemacht.

Ob diese Punkte als störend empfunden werden, ist am Ende eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss, aber für Nietzsche-Einsteiger sind die warnenden Worte hoffentlich hilfreich, denn einsteigerfreundlich ist diese Ausgabe in keiner Hinsicht.

Nachtrag 2: Ich möchte nun doch, etwas widerwillig, noch etwas zur hilfreichsten positiven Rezension an anderer Stelle sagen. Ich bitte darum, es nicht persönlich zu nehmen. Davon, dass "es [die Herausgeber] in hervorragender Art und Weise [verstehen,] die Texte dem Leser sowohl näher zu bringen als auch sie kritisch zu erläutern", kann überhaupt nicht gesprochen werden. Wer sich diese Ausgabe zulegt, erhält folgende 'Extras': Band 15 enthält eine umfangreiche, wirklich lesenswerte Chronik zu Nietzsches Leben. Man erfährt etwas über den Philosophen Nietzsche, aber zum Textverständnis ist dadurch herzlich wenig beigetragen, wenn man psychologisierende Werkinterpretationen mal ignoriert. Die anderen Bände enthalten jeweils ein Nachwort. Zwei Beispiele: Band 6 enthält die Schriften 'Der Fall Wagner', 'Götzen-Dämmerung', 'Der Antichrist', 'Ecce homo', 'Dionysos-Dithyramben' und 'Nietzsche contra Wagner'. Man kann also sagen, dass es dieser Band wirklich in sich hat. Für diese komplexen Stoffe bekommt der Leser 10 (!) Seiten Erläuterungen in Form des Nachwortes. Das Nachwort des dicken 13. Bandes (Nachlass) hat einen Umfang von 18 Seiten. Hier werden wirklich nur die gröbsten Grundzüge skizziert. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass 10 Seiten Nachwort 6 Schriften kaum näherbringen oder kritisch erläutern können. Auch der 14. Band, der Kommentare enthält, liefert keine Erläuterungen, sondern informiert primär über Philologisches. Lediglich vereinzelte Querverweise dürften den Einstieg etwas erleichtern. - So sehr man die Euphorie verstehen kann, eine große Nietzsche-Kassette bekommen zu haben, - es sollte wirklich nicht davon ablenken, dass die Studienausgabe den Leser ins beinahe kalte Wasser wirft. Kurz und direkt: Es gibt lesenswerte Kurzeinführungen, aber der Leser wird am Ende doch mit Nietzsche allein gelassen. Um die Sekundärliteratur kommt niemand herum. Und mit dieser Ausgabe schon gar nicht.

* Es gibt natürlich noch die KGW von Colli/Montinari.


Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden. Herausgegeben von G. Colli und M. Montinari.
Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden. Herausgegeben von G. Colli und M. Montinari.
von Friedrich Nietzsche
  Broschiert

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Standardausgabe mit (großen) Macken, 29. Juli 2013
Ja, diese Veröffentlichung ist die einzige (bezahlbare) Ausgabe*, die wirklich zitiert werden kann und den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Ja, sie ist materialtechnisch (Aufmachung) gesehen vollkommen okay. Nein, sie ist keine 5 Sterne wert, denn ich habe mich mit dieser Ausgabe aus folgenden Gründen nie vollständig anfreunden können:

(1) Es gibt kein Sachregister, sondern lediglich ein Personen- und Ortsregister. Das gezielte Suchen nach Begriffen ist mit dieser Ausgabe vollkommen unmöglich. Wer so eine Suchmöglichkeit haben will, braucht daher entweder eine Nietzsche-CD oder die Schlechta-Ausgabe samt Index (Ich habe beides als Ergänzung!). Nachtrag: Es gibt natürlich noch die Seite nietzschesource.org, aber ich möchte nicht jedes Mal zum Suchen auf eine lahme, unkomfortable Internetpräsenz gehen müssen, wenn ich nur eine Stelle im Werk suche.

(2) Es gibt keine - absolut keine - Übersetzungen der zahlreichen fremdsprachigen Passagen. Entweder man beherrscht Lateinisch, Griechisch, Französisch, ... oder man muss mühevoll selbst übersetzen. Bei Schopenhauer ist man hier deutlich leserfreundlicher.

(3) Es fehlen die Jugend- und Studienschriften Nietzsches. Die hier angebotene 15-bändige Ausgabe enthält also nicht alle schriftlichen Äußerungen Nietzsches, wenn man die Briefe usw. weglässt. Es fehlen besonders die hochinteressanten biographischen Entwürfe. Der Kauf der 5-bändigen Ausgabe der frühen Schriften wird somit nicht überflüssig.

(4) Auch auf eine Bibliographie mit weiterführender Literatur wurde verzichtet. Karl Schlechta hatte sich diese Mühe damals noch gemacht.

Ob diese Punkte als störend empfunden werden, ist am Ende eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss, aber für Nietzsche-Einsteiger sind die warnenden Worte hoffentlich hilfreich, denn einsteigerfreundlich ist diese Ausgabe in keiner Hinsicht.

Nachtrag 2: Ich möchte nun doch, etwas widerwillig, noch etwas zur hilfreichsten positiven Rezension sagen. Ich bitte darum, es nicht persönlich zu nehmen. Davon, dass "es [die Herausgeber] in hervorragender Art und Weise [verstehen,] die Texte dem Leser sowohl näher zu bringen als auch sie kritisch zu erläutern", kann überhaupt nicht gesprochen werden. Wer sich diese Ausgabe zulegt, erhält folgende 'Extras': Band 15 enthält eine umfangreiche, wirklich lesenswerte Chronik zu Nietzsches Leben. Man erfährt etwas über den Philosophen Nietzsche, aber zum Textverständnis ist dadurch herzlich wenig beigetragen, wenn man psychologisierende Werkinterpretationen mal ignoriert. Die anderen Bände enthalten jeweils ein Nachwort. Zwei Beispiele: Band 6 enthält die Schriften 'Der Fall Wagner', 'Götzen-Dämmerung', 'Der Antichrist', 'Ecce homo', 'Dionysos-Dithyramben' und 'Nietzsche contra Wagner'. Man kann also sagen, dass es dieser Band wirklich in sich hat. Für diese komplexen Stoffe bekommt der Leser 10 (!) Seiten Erläuterungen in Form des Nachwortes. Das Nachwort des dicken 13. Bandes (Nachlass) hat einen Umfang von 18 Seiten. Hier werden wirklich nur die gröbsten Grundzüge skizziert. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass 10 Seiten Nachwort 6 Schriften kaum näherbringen oder kritisch erläutern können. Auch der 14. Band, der Kommentare enthält, liefert keine Erläuterungen, sondern informiert primär über Philologisches. Lediglich vereinzelte Querverweise dürften den Einstieg etwas erleichtern. - So sehr man die Euphorie verstehen kann, eine große Nietzsche-Kassette bekommen zu haben, - es sollte wirklich nicht davon ablenken, dass die Studienausgabe den Leser ins beinahe kalte Wasser wirft. Kurz und direkt: Es gibt lesenswerte Kurzeinführungen, aber der Leser wird am Ende doch mit Nietzsche allein gelassen. Um die Sekundärliteratur kommt niemand herum. Und mit dieser Ausgabe schon gar nicht.

* Es gibt natürlich noch die KGW von Colli/Montinari.


Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe: Kritische Studienausgabe in 15 Banden
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe: Kritische Studienausgabe in 15 Banden
von Giorgio Colli
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Standardausgabe mit (großen) Macken, 29. Juli 2013
Ja, diese Veröffentlichung ist die einzige (bezahlbare) Ausgabe*, die wirklich zitiert werden kann und den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Ja, sie ist materialtechnisch (Aufmachung) gesehen vollkommen okay. Nein, sie ist keine 5 Sterne wert, denn ich habe mich mit dieser Ausgabe aus folgenden Gründen nie vollständig anfreunden können:

(1) Es gibt kein Sachregister, sondern lediglich ein Personen- und Ortsregister. Das gezielte Suchen nach Begriffen ist mit dieser Ausgabe vollkommen unmöglich. Wer so eine Suchmöglichkeit haben will, braucht daher entweder eine Nietzsche-CD oder die Schlechta-Ausgabe samt Index (Ich habe beides als Ergänzung!). Nachtrag: Es gibt natürlich noch die Seite nietzschesource.org, aber ich möchte nicht jedes Mal zum Suchen auf eine lahme, unkomfortable Internetpräsenz gehen müssen, wenn ich nur eine Stelle im Werk suche.

(2) Es gibt keine - absolut keine - Übersetzungen der zahlreichen fremdsprachigen Passagen. Entweder man beherrscht Lateinisch, Griechisch, Französisch, ... oder man muss mühevoll selbst übersetzen. Bei Schopenhauer ist man hier deutlich leserfreundlicher.

(3) Es fehlen die Jugend- und Studienschriften Nietzsches. Die hier angebotene 15-bändige Ausgabe enthält also nicht alle schriftlichen Äußerungen Nietzsches, wenn man die Briefe usw. weglässt. Es fehlen besonders die hochinteressanten biographischen Entwürfe. Der Kauf der 5-bändigen Ausgabe der frühen Schriften wird somit nicht überflüssig.

(4) Auch auf eine Bibliographie mit weiterführender Literatur wurde verzichtet. Karl Schlechta hatte sich diese Mühe damals noch gemacht.

Ob diese Punkte als störend empfunden werden, ist am Ende eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss, aber für Nietzsche-Einsteiger sind die warnenden Worte hoffentlich hilfreich, denn einsteigerfreundlich ist diese Ausgabe in keiner Hinsicht.

Nachtrag 2: Ich möchte nun doch, etwas widerwillig, noch etwas zur hilfreichsten positiven Rezension an anderer Stelle sagen. Ich bitte darum, es nicht persönlich zu nehmen. Davon, dass "es [die Herausgeber] in hervorragender Art und Weise [verstehen,] die Texte dem Leser sowohl näher zu bringen als auch sie kritisch zu erläutern", kann überhaupt nicht gesprochen werden. Wer sich diese Ausgabe zulegt, erhält folgende 'Extras': Band 15 enthält eine umfangreiche, wirklich lesenswerte Chronik zu Nietzsches Leben. Man erfährt etwas über den Philosophen Nietzsche, aber zum Textverständnis ist dadurch herzlich wenig beigetragen, wenn man psychologisierende Werkinterpretationen mal ignoriert. Die anderen Bände enthalten jeweils ein Nachwort. Zwei Beispiele: Band 6 enthält die Schriften 'Der Fall Wagner', 'Götzen-Dämmerung', 'Der Antichrist', 'Ecce homo', 'Dionysos-Dithyramben' und 'Nietzsche contra Wagner'. Man kann also sagen, dass es dieser Band wirklich in sich hat. Für diese komplexen Stoffe bekommt der Leser 10 (!) Seiten Erläuterungen in Form des Nachwortes. Das Nachwort des dicken 13. Bandes (Nachlass) hat einen Umfang von 18 Seiten. Hier werden wirklich nur die gröbsten Grundzüge skizziert. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass 10 Seiten Nachwort 6 Schriften kaum näherbringen oder kritisch erläutern können. Auch der 14. Band, der Kommentare enthält, liefert keine Erläuterungen, sondern informiert primär über Philologisches. Lediglich vereinzelte Querverweise dürften den Einstieg etwas erleichtern. - So sehr man die Euphorie verstehen kann, eine große Nietzsche-Kassette bekommen zu haben, - es sollte wirklich nicht davon ablenken, dass die Studienausgabe den Leser ins beinahe kalte Wasser wirft. Kurz und direkt: Es gibt lesenswerte Kurzeinführungen, aber der Leser wird am Ende doch mit Nietzsche allein gelassen. Um die Sekundärliteratur kommt niemand herum. Und mit dieser Ausgabe schon gar nicht.

* Es gibt natürlich noch die KGW von Colli/Montinari.


Die Reisetagebücher
Die Reisetagebücher
von Arthur Schopenhauer
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine schwache, faule Veröffentlichung, 25. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Reisetagebücher (Gebundene Ausgabe)
Die hier veröffentlichten Reisetagebücher sind eine unverzichtbare Quelle für das Verständnis Schopenhauers. Es ist daher erfreulich, dass man sie wiederveröffentlicht hat. Die Art und Weise ist jedoch inakzeptabel.

Die Reisetagebücher wurden erstmalig in 2 Teilen von Charlotte von Gwinner herausgegeben (1922 und 1923). Der zweite Teil ihrer Veröffentlichungen bot eine Einleitung, 20 Bildtafeln, erläuternde Anmerkungen und einen Faksimile. Der von Lütkehaus herausgegebene Neudruck verzichtet auf diese Beigaben und gibt lediglich den bloßen Text mit einem Nachwort, welches bereits in einem Schopenhauer-Jahrbuch veröffentlicht wurde und somit schon bekannt war, wieder. Ein Rückschritt also, wenn es um die Ausstattung geht.

Ärgerlicher sind jedoch 2 andere Sachverhalte: Die Neuausgabe übernimmt den Text Gwinners ohne (!) erneute Überprüfung, obwohl sich einige Fehler und falsche Deutungen der Handschrift eingeschlichen haben. Es wäre angebracht gewesen, die Originale zur Überarbeitung heranzuziehen. - Auch für wissenschaftliche Zwecke ist die Neuausgabe nur bedingt zu gebrauchen. Da die Neuausgabe erst 65 Jahre nach den Erstausgaben erschienen ist, hat sich ein großer Literaturberg angesammelt, bei dem stets nach den Gwinner-Ausgaben zitiert wurde. Es ist insofern eine unverzeihliche Faulheit, keine Seitenkonkordanz für die Erstausgaben mitzuliefern. Die Zitate der älteren Literatur lassen sich also mit dieser Ausgabe nicht mehr schnell nachschlagen, sodass entweder der Kauf der Erstausgaben oder die Anschaffung der "Schopenhauer-Seitenkonkordanz" (vergleicht alle Originalausgaben, alle Gesamtausgaben, die Vorlesungen und die Reisetagebücher) notwendig wird.

Unterm Strich eine unmotivierte, faule Veröffentlichung. Leider fehlt bis heute eine bessere Neuausgabe.


Das Schopenhauer Nachschlagwerk. Ein ABC für die Jetztzeit, nebst einem Anhang, der die Kritik der korrupten Vernunft enthält.
Das Schopenhauer Nachschlagwerk. Ein ABC für die Jetztzeit, nebst einem Anhang, der die Kritik der korrupten Vernunft enthält.

3.0 von 5 Sternen Eine zwiespältige Angelegenheit, 16. April 2013
Das "Schopenhauer-Nachschlagwerk" von Gerd Haffmans stellt, laut Untertitel, den Versuch dar, ein Schopenhauer-ABC für die Jetztzeit bereitzustellen. Das bedeutet letztlich nicht mehr als eine Herausnahme einiger Nachlassstellen, um sie unter bestimmten Begriffen alphabetisch zu ordnen. Als Zitatelieferant ist das Buch daher durchaus zu gebrauchen. Die Frage ist jedoch, was unter "für die Jetztzeit" zu verstehen ist. Teilweise ist die Zuordnung haarsträubend. Das merkwürdigste Beispiel ist sicherlich unter dem Begriff Pornographie (!) zu finden. Dort heißt es: "Die Dummen möchten gern, daß die Klugheit für unmoralisch gälte." Zum Glück sind solche Ausrutscher in der Unterzahl, sodass das Buch ca. 130 Seiten schöne Nachlassstellen präsentiert.

Wirklich interessant wird es dann im Anhang: Es folgt der kurze Text (11 Seiten) "Die Kritik der korrupten Vernunft". Die Beschäftigung mit der Frage, warum Schopenhauer für die Politik uninteressant ist, ist durchaus spannend. Der zweite Text beschäftigt sich mit Schopenhauers Bedeutung für die Gegenwart und liefert eine kurze Bibliographie. In der Bibliographie beantwortet Gerd Haffmans die Frage, warum nach der Hübscher-Schopenhauerausgabe noch eine Ausgabe von Lütkehaus (Ausgabe letzter Hand) notwendig war. So etwas zu dikutieren, ist völlig legitim, die Art und Weise der Auseinandersetzung ist beschämend. Haffmans nutzt die Chance, nochmal so richtig mit Angelika Hübscher abzurechnen (er hatte mit ihr die "Zürcher Ausgabe" erstellt). "Nie war ein Schopenhauer-Forscher schlimmer geschlagen als Arthur Hübscher mit Frau Angelika [...]." Es ist hier nicht die Stelle, weiter auf diese Grabenkämpfe einzugehen, weswegen ich hier auch noch auf den Raben Nr. 19 (Literaturmagazin) verweise, in dem sich dieses peinliche Geplänkel fortsetzt. Ist es ein Zufall, dass Haffmans exakt in dieser Zeit seine eigene Schopenhauer-Ausgabe (Lütkehaus) veröffentlichte? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wer sich nicht an derartigen Ausfällen stört, erhält trotz allem ein brauchbares Buch in durchschnittlicher Aufmachung.


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Liebevoll gemachte Sammlung, 16. April 2013
Dieses kleine Büchlein vereint sämtliche (zumindest sämtliche, die dem Herausgeber bekannt waren) Gedichte von, an und über Schopenhauer. Die ca. 80 Gedichte werden immer wieder von teilweise gelungenen Zeichnungen aufgelockert und, wo es nötig war, kommentiert oder übersetzt. Ein Quellenverzeichnis ist folglich dabei. Angenehmerweise wurde auch ein Register erstellt, sodass das Auffinden eines bestimmten Gedichtes ohne große Sucherei möglich ist. Die knappe Einleitung und die schöne Aufmachung des Buches runden diese kleine Sammlung letztlich ab. Ob man sie nun braucht oder nicht, muss am Ende jeder selbst entscheiden. Am Buch selbst gibt es nichts auszusetzen. Das eine oder andere Gedicht ist auch heute noch diskussionswürdig:

"Was er lehrte, ist abgetan,
was er lebte, wird bleiben stahn;
seht ihn nur an -
Niemandem war er Untertan!"
Friedrich Nietzsche


Kein Titel verfügbar

1.0 von 5 Sternen Nicht einmal historisch interessant, 16. April 2013
Heinrich Scholz hat mit seiner 40-seitigen Arbeit lediglich gezeigt, dass er Nietzsche gelesen hat. Seine Gedanken über Nietzsches Philosophie sind kaum der Rede wert; es geht ihm auch viel mehr darum, Nietzsches Mitverantwortung für das Entstehen des NS-Regimes anzuklagen. Man könne, so Scholz, Nietzsche auf keinen Fall davon freisprechen, wesentliches zu diesem düsteren Kapitel der Geschichte beigetragen zu haben. Wer Nietzsche als Teufel präsentiert haben will, kann bei anderen Autoren sowohl intelligentere als auch anregendere Arbeiten finden. Nur für Komplettisten, und die dürfte es bei Nietzsche nicht geben.


Kein Titel verfügbar

1.0 von 5 Sternen Nicht einmal historisch interessant, 16. April 2013
Heinrich Scholz hat mit seiner 40-seitigen Arbeit lediglich gezeigt, dass er Nietzsche gelesen hat. Seine Gedanken über Nietzsches Philosophie sind kaum der Rede wert; es geht ihm auch viel mehr darum, Nietzsches Mitverantwortung für das Entstehen des NS-Regimes anzuklagen. Man könne, so Scholz, Nietzsche auf keinen Fall davon freisprechen, wesentliches zu diesem düsteren Kapitel der Geschichte beigetragen zu haben. Wer Nietzsche als Teufel präsentiert haben will, kann bei anderen Autoren sowohl intelligentere als auch anregendere Arbeiten finden. Nur für Komplettisten, und die dürfte es bei Nietzsche nicht geben.


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