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CorMag "CorMag" (BW)

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Die Gier war grenzenlos: Eine deutsche Börsenhändlerin packt aus
Die Gier war grenzenlos: Eine deutsche Börsenhändlerin packt aus
von Anne T.
  Broschiert

60 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bildzeitung meets Capital Markets, 28. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im wesentlichen werden in diesem Buch aktuell vorherrschenden Cliches und Vorurteile bedient: Investmentbänker sind geldgierige, gewissenlose Haifische, die den ganzen Tag nur mit sexistischen Bemerkungen um sich werfen und Milliarden Profite auf Kosten des unerfahrenen und unwissenden Kleinanleger machen. Kennen wir alles! Ist Moment wesentlicher Bestandteil jeder billigen Populismusdebatte wie wir sie in den Medien Tag ein Tag aus beobachten können. "Banker Bashing" ist Volkssport und auch am Stammtisch angekommen. Wenn man das macht, was alle machen, muss man es halt irgendwie anders präsentieren. Mehr Information bieten oder ausgesprochen spitz und humorvoll formulieren. Ansonsten ist das dann einfach nur eins: platt und billig!

Anders kann ich das Buch nicht beschreiben. Die Dialoge wirken konstruiert, bemüht und hölzern. Es gibt einige peinliche Abschnitte in denen sich die BWL Studentin als "high potential " und "sexy" bezeichnet...irgendwie klingt das dann immer nach kindischer Machtphantasie... zum Fremschämen. Humorvoll oder witzig fand ich es auch nicht, Geschmäcker sind da ja aber bekanntlich verschieden (es gibt ja auch Leute die finden Mario Bart lustig). Informativ ist es aber auf keinen Fall. Es gibt einige wenige Zahlen zum gehandelten Volumen strukturierter Produkte und wieviel Geld Kleinanleger in Zertifikate gesteckt habe. Das wars dann auch schon. Bahnbrechend ist anders.

Obwohl es auf amazon nicht gerne gesehen wird, möchte ich hier nun auch die Glaubwürdigkeit der Autorin in Frage stellen. Für mich ist bei einem anonymen "Insiderreport" die Glaubwürdigkeit der Quelle nunmal von wesentlicher Bedeutung für die Qualität des Werkes.

Anne T behauptet in den 90ern bei einer deutschen Investmentbank in Frankfurt gearbeitet zu haben. Die Bank hatte zu damaliger Zeit wohl schon ein "multiple asset prop desk" (der Eigenändler der Bank "Boris" darf alle Asset Klassen handeln). Das schränkt den Zirkel möglicher Kandidaten doch erheblich ein. (Für Menschen die sich da nicht so auskennen: Banken haben i.d.R. ihren Eigenhandel nach Asset Klassen organisiert. Jede Asset Klasse (Aktien, Festverzinsliche Wertpapiere, Devisen, real commodities, credit risk...) hat sein eigenes "Team" (das so genannte "desk"). Das man diese "Teams" zu einzelnen großen desks zusammenlegt ist ein relativ aktueller Trend. Zumindestens nach allem was ich weiß und selbst bisher erlebt habe.).

Alle ihre Kollegen hören auf deutsche Vornamen, von wenigen wird explizit erwähnt, dass sie Ausländer sind. Inklusive der Vorgesetzten. Die "Amtssprache", auch mit den Kunden, ist deutsch. Das ist heute noch sehr unwahrscheinliche, mitte der 90er am Derivatives Desk einer deutschen Investmentbank IMHO beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.

Irgendwie kommt auch nie so wirklich raus was sie eigentlich so wirklich macht, mal bezeichnet sie sich als "mich als Maklerin", dann ist sie ein trader....und dann arbeitet sie doch im sales. Nebenbei entwirft sie "on the fly" strukturierte Produkte für Kleinanleger....und für Institutionelle Kunden...als sales Triene? Was denn nun? Ganzschön omnipotent das Fräulein**.

Hinzu kommen massenweise Details, die an sich für den Außenstehenden nich viel bedeuten mögen und für NICHTS ein Beweis wären, aber in der Summe machen sie einen doch stutzig. Hier ein kleiner Auszug:

- Die Autorin führt mehrfach Gespräche mit Kunden oder anderen Bänkern. Hier fragt mal der andere, mal sie, nach einem "Quote". Sie tut dies explizit und fragt nach einem Kaufpreis (oder eben nach einem Verkaufspreis). Das ist hochgradig unüblich. Als Relikt aus alten Zeiten fragt man immer nach einem Quote, ohne anzugeben ob man kaufen oder verkaufen möchte, und erhält beides, den bid und den ask Preis (man geht davon aus das der andere Wettbewerbsfähigere Preise bietet wenn man das so macht..).

- Sie erzählt wie hart und ehrgeizig sie sich auf die "Händleprüfung" der Eurex vorbereitet. Weil da ja so viele durchfallen und weil (Zitat S. 71) "man die hochkomplexe Optionstheorie und unendlich viele abgefahrene Handelsstrategien beherrschen" müsse. ...Wa? Ich empfehle hierzu mal den Fragenkatlog zur besagten Händlerprüfung auf der Seite der Eurex als Indikator runterzuladen? Wo ist da Optionstheorie und wo sind da abgefahrene Handelsstrategien?

- etc...

Generell klingt das Wissen über Derivate zu sehr nach Internet. Zu technischen Details wird selten was gesagt ( ich erinnere mich an ein delta von 0.5 für eine at the money option). Sie äußert sich mal zum Konzept der Korrelation...und stellt unter Beweis das sie es auch nichtmal im Ansatz begriffen hat. Auch nicht im Glossar...die Korrelation gibt NICHT "die Wahrscheinlichkeit für Gleichlaufende Kurs- und Marktbewegungen wieder"! NICHT DIE BOHNE!

Auch der Sexismus klingt etwas übertrieben....klingt eher nach Salomon mitte 80er, als nach deutschem Investmenthaus mitte 90er.
Alles keine Beweise.... und wäre alles nix wert, wenn die Autorin nicht anonym wäre....aber so!?! Ich habe meine Zweifel ob die Frau (wenn es überhaupt eine ist) jemals an einem trading desk gearbeitet hat!

Ich möchte hier nur nochmal verdeutlichen, daß es mir nicht darum geht die Praktiken der I-Banken zu verteidigen. "Banker Bashing" hat schon (in Maßen und differenziert) seine Berechtigung. Es gibt auch tolle Bücher zum Thema. Von kredibilen Quellen. Lustig geschrieben UND informativ. Zum Beispiel :
Traders, Guns and Money. Knowns and unknowns in the dazzling world of derivatives
oder (weniger technisch, etwas älter ...aber sehr humorvoll und selbstkritisch)
Liar's Poker: Rising through the Wreckage on Wall Street

** Ich möchte sicherstellen, das jeder das versteht wie es gemeint ist. Das ist kein diskriminierender Komentar. Weder für Frauen noch für Mitglieder aus dem Sales Bereich. Ich habe von beiden Sorten (und der Schnittmenge) Personen kennengelernt, die kompetent, erfolgreich (wesentlich erfolgreicher als ich) und trotzdem feundlich und keinen Meter überheblich daherkommen. Sei an dieser Stelle eine Lanze für Frauen und den Sales gebrochen .


The Algorithm Design Manual
The Algorithm Design Manual
von Steven S Skiena
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 64,15

3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kochbuch mit leckeren Menüs, 24. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin quasi neu in der "Optimierer Szene". Das ist erst mein drittes Buch über Optimierung. So please take my review with a grain of salt.

Mein spezifisches Optimierungsproblem ist ein "Integer/Combinatorial Otimization" Problem. So NP vollständig wie ein Problem nur sein kann und leider auch keiner der Klassiker aus der akademischen Literatur (kein TSP, kein echtes VRP, kein shortest Path, kein Knapsack...). oder wenigsten seh ich es so (was nicht viel aussagt.....leider). Also bin/war ich auf der Suche nach einem Buch, das es einem eine Einführung in das Design von Algos bietet. Obwohl das Buch weniger über Heurismen und Meta-Heurismen handelt, wie ich es mir erhofft habe, war es doch ein echter Glückstreffer, der mir bestimmt cnoch tolle Dienste leisten wird. Der I Teil des Buches behandelt das genereölle Design von Algos, Teil II ist ein Katalog/eine Klassifizierung von Problemen.

Das Buch deckt also recht viele Themenbereiche ab (einfach mal einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen). Kurz und knapp, dafür aber sehr übersichtlich, prägnant und gut verständlich. Kein Formelmarathon und trotzdem, so finde ich, mit genügend Tiefe. Die "War Stories" sind unterhaltsam aber auch lehrreich. Auf der Home Page des Autors gibts code und interessante links.

Ich finds Klasse!


Getting Started with MATLAB 7: A Quick Introduction for Scientists and Engineers (The Oxford Series in Electrical and Computer Engineering)
Getting Started with MATLAB 7: A Quick Introduction for Scientists and Engineers (The Oxford Series in Electrical and Computer Engineering)
von Rudra Pratap
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Tutorial, 2. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf der web page von Mathworks und auch an anderer Stelle im Netz gibt es massenhaft Matlab Tutorien. Und die sind umsonst. Es geht also bestimmt auch ohne das Büchlein.

Denoch ist es IMHO das beste Einsteiger Tutorium das ich bisher gesehen habe. Für absolute Anfänger ( für was steht eigentlich dieses "while"...;) ) ist es vielleicht nicht ganz einfach....aber das ist dann kein Tutorial in keiner Programmiersprache/Tool.

Das Buch ist didaktisch super aufgebaut und man kann (instaliertes MATLAB vorausgesetzt) sofort durchstarten. Kurz, übersichtlich und mit vielen Verweisen wos weitergehen kann. Wärs nochmal 10Euro billiger, wärs unschlagbar. So ist es "nur" sehr gut. Als Ergänzung zu den Tutorials und weiterführendem Material im Netz klasse.
Kaufempfehlung!


Combinatorial Optimization: Algorithms and Complexity (Dover Books on Computer Science)
Combinatorial Optimization: Algorithms and Complexity (Dover Books on Computer Science)
von Christos H. Papadimitriou
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,14

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Great!!, 18. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine Warnung vorweg: dies ist mein bisher erstes Buch zum Thema. Daher kann ich es nicht mit anderen Büchern zur selben Thematik vergleichen. Quasi sind die fünf Sterne "absolut" und nicht "relativ" zu verstehen.

Das Buch ist in leicht verständlichem Englisch geschrieben. Die Kapitel zu NP Complete, Branch & Bound fand ich besonders schön. Zu jeder Definition sind auch für den Nicht-Mathematiker verständliche Beispiele angegeben. Obwohl mir das Buch für meine spezielle Problemstellung nicht direkt geholfen hat und Local Search Verfahren und Heurismen etwas zu kurz kommen, war es doch gut um die Grundlagen zu legen und ist auch als Nachschlagewerk geeignet. Didaktisch sehr schön aufgebaut. Beweise werden an Stellen geführt, wo sie der Intuition dienen, nicht nur des Beweises wegen. Ich hätte mir noch Lösungen für die Übungsaufgaben gewünscht. Wahrscheinlich nicht auf dem neusten Stand (kann ich nicht beurteilen) und wie gesagt sind für viele "real world" Probleme keine echten Lösungsansätze angeboten, aber dafür gibts ja auch noch wissenschaftliche paper. Als Einführung und Grundlagenwerkfand find ich es klasse.

Fazit: Ein Buch über Combinatorial Optimization, mit schönem Schriftbild, schönen Abbildungen und einer MENGE Inhalt....für nich mal 14EUR! Das sollte sich der Springer-Verlag mal hinter die Ohren schreiben:)

Jutes Ding


Einführung in die Stochastik der Finanzmärkte
Einführung in die Stochastik der Finanzmärkte
von Klaus
  Taschenbuch

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide, aber für wen ist dieses Buch?, 12. Dezember 2009
Eins vorweg: der Titel ist zwar üblich aber zugleich unglücklich gewählt. Eine Einführung in die Stochastik ist das nicht, weder in die Stochastik der Finanzmärkte, noch sonstwie. Denn Stochastik findet sich in diesem Buch nur sehr wenig. Und unter "Stochastik der Finanzmärkte" hätte ich mehr oder Allgemeineres verstanden als "Stochastik zur Bepreisung von Derivaten", dem einzigen Inhalt dieses Buches. Soweit zur Kritik zur Wahl des Titels.

IMHO hat der Autor versucht eine deutsche Version vom Klassiker An Introduction to the Mathematics of Financial Derivatives (Academic Press Advanced Finance) zu schreiben. Das ist ihm etwa auch gelungen. Mit allen Vor- und Nachteilen die das Vorbild mitbringt.
Vorteile:
- vergleichsweise intuitiv
- nette "weiterführende Literatur" Liste am Ende von jedem Kapitel
- didaktisch okay

Nachteile:
- hier mag das Problem sein, daß ich schon so viele Bücher über das Thema gelesen/durchgearbeitet habe. Was mich stört ist der "akademische Standard". Die Modelle werden vollkommen unkritisch präsentiert. Memo an die Professoren: nicht jeder Student weiß diese Modelle richtig einzuordnen! Es sind Bücher wie diese, die Studenten hervorbringen, die den "fairen Preis" einer plain vanilla call option mit Hilfe der Black Scholes Formel ausrechnen!!!! wollen (etwas überspitzt formuliert)!?! Von einer Einführung, und selbst wenn es eine Einführung in die "Stochastik" ist, würde ich mir erhoffen, daß wenigsten ein Einblick gegeben wird:
- wozu brauch ich die Optionen, wie werden sie von welchen Marktteilnehmern eingesetzt?
- WAS modelliere ich da? Was ist denn ein Datum (der Preis einer liquiden plain vanilla option zum Beispiel:)). Was will ich mit meinem Modell erreichen? Leider habe ich bisher nur ein Buch gefunden, daß auf diesen praktischen Ursprungs des financial engineerings wirklich eingeht, und das ist Neftcis Principles of Financial Engineering (Academic Press Advanced Finance).
Manchmal habe ich den Eindruck, daß viele Professoren das selbst nicht so recht wissen? Aber das ist ein generelles Problem, nicht zwingend ein Problem des Buches.

Womit frage ich mich, wer brauch dieses Buch?
BWL/VWL Studenten in frühen Semestern, die vielleicht eine oder zwei Finance Vorlesungen genossen haben (also Portfolio Theorie und CAPM "abgehakt") und wissen "was eine Option" ist? Die nun eine etwas eine rigorosere Einführung brauchen? Mhh. Ich würde sagen, daß die mit einer Kombination aus The Concepts and Practice of Mathematical Finance (Mathematics, Finance and Risk) und Options, Futures, and Other Derivatives (Prentice Hall Series in Finance), oder Hull und Wilmott. Aber das ist ja alles auf Englisch? Wer sich ernsthaft mit Optionspreistheorie auseinandersetzen will muss Englisch können oder es lernen. Da führt IMHO kein Weg dran vorbei.

Leute die sich mit Optionen sowohl auf theoretischer (sowohl mathematischer Sicht als auch aus Sicht der "ökonomischen Theorie") beschäftigen wollen. Für "mathematisch" empfehle ich Mark Joshi oder die beiden Bände von Shreve Stochastic Calculus for Finance II: Continuous-Time Models: v. 2 (Springer Finance) oder (am besten) Rama Cont...aber der würde von der "klassischen" Reihenfolge abweichen....Binomial Modell=> Black Scholes (PDE) => äquivalente Martingale Gedöhns=>Stochastische Volatilität => unsägliche Gleichgewichtsmodelle => dann erst Jumpprozesse....

Also, IMHO bestes deutsches Werk. Um längen besser als die abgespeckte, schlecht übersetzte deutsche Fassung vom Hull.....aber wer brauch dieses Buch (außer den Studenten von Herrn Prof.Sandmann, versteht sich;) ).

Ein bisschen mehr Mathematik und weniger ökonomische, dafür mehr praktische Betrachtung würde ich mir wünschen.........
cheers
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2012 8:42 PM CET


Cityboy. Geld, Sex und Drogen im Herzen des Londoner Finanzdistrikts
Cityboy. Geld, Sex und Drogen im Herzen des Londoner Finanzdistrikts
von Geraint Anderson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bänker als Rock'n'Roll Karikaturen, 6. Oktober 2009
Wie soll man es sagen...jede Finanzmarktkrise bringt solche Bücher hervor. Cityboy reiht sich ein in die Linie seiner Vorgänger wie Lewis Liar's Poker (Hodder Great Reads) oder DasTraders, Guns and Money. Knowns and unknowns in the dazzling world of derivatives.

Wie in Lewis Buch ist auch der Autor von Cityboy zugleich Protagonist der eigenen Geschichte und schlittert eher zufällig in die Welt der Finanzmärkte. Beide betrachten ihr Umfeld zu Beginn mit einer gesunden Mischung aus Skepsis und Belustigung. Beide arbeiten im Sales und als Analysten (Menschen die der Kundschaft verraten in was sie jetzt unbedingt investieren müssen....volkommen selbstlos versteht sich:) ). Beide zählen zu Ihrer Kundschaft die großen Fischen: die Portfolio Managern großer Renten Funds, Rückversicherer oder ähnlich behäbiger "long only" Monstrositäten. In beiden Büchern kommt hervorragend zum Ausdruck: in diesem Geschäft zählen die Fähigkeiten als Verkäufer....nicht das Wissen über Finanzmärkte. Und so wird die Kundschaft zu Rennbahnen und Parties eingeladen...auf Firmenkosten...um sich selbst den nächsten Bonus zu sichern. Sowohl Lewis als auch Anderson vermittel auf sehr humorvolle Art, daß man eigentlich nix können muss um in Ihrem ehemaligen Umfeld zu bestehen.....von der Fähigkeit der Schaumschlägerei und einer Portion Opportunismus mal abgesehen. Und das glaube ich ihnen auch. Beide Autoren unterlaufen eine Transformation in ihrer Karriere und sie werden eingefangen von der Jagd nach dem schnellen Geld und dem dekadenten und menschenverachtenden Lebensstil der Young Gunz, erkennen sich aber selbst wieder und steigen aus. Anderson hat da einen Prozess durchlaufen...er hatte schon während dem Ende seiner Laufbahn anonym eine Kollumne in einem online Magazin. Eben mit dem Namen CityBoy.

Beide Autoren kommen aus "sachfremden Gebieten" (Literatur und Geschichte wenn ich mich recht entsinne). Das ist auch der Grund warum sie das tun mussten, was sie getan haben: sales!! IMHO ist es wichtig zu verstehen, das die Finanzwelt aus so viel mehr besteht, als den kleinen Ausschnitt, bed Anderson in Cityboy präsentiert. Er vermittelt aber den Eindruck, daß auch wirklich Alles den selben Mechanismen folgt und nichts weiter als ein skurile Ansammlung von Lügen, Theater und Betrug ist. Das ist einfach schlichtweg Blödsinn. Und damit macht sich der Autor, genauso wie Lewis*, etwas unglaubwürdig.

Schade. Denn das Buch ist zuerstmal eins: Witzig! Anderson hat eine schöne Beobachtungsgabe und die Fähigkeiten die Skurilität von Dingen zu entlarfen und auf den Punkt zu bringen**. Die Dialoge sind witzig, die Erlebnisse skuril.

Wem dieses Buch gefallen hat, dem kann ich nur ebenfalls den Vorgänger von Lewis empfehlen. Und vice versa. Am besten fande ich jedoch das Buch von Das (allerdings etwas technischer..dafür
Glaubwürdiger und nicht weniger skuril.)

*Lewis ist später von einigen Salomon Mitarbeitern angegangen worden, die behaupteten er hätte maßlos übertrieben und/oder stellenweise sogar gelogen. Die Vorwürfe kommen auch von ex Mitarbeitern, die aber nicht in Lewis Buch erwähnt werden...sie haben also nix zu rechtfertigen.
** Ich habe die englische Version gelesen. Ich weiß nicht ob die deutsche Version den britischen Humor gut einfängt.


Time Series Analysis
Time Series Analysis
von James D. Hamilton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 63,60

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Ungetüm...aber nützlich!, 29. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Time Series Analysis (Gebundene Ausgabe)
Eins vorweg: obwohl sicher jeder, der sich für ein "time series analysis" Buch interessiert, wahrscheinlich auch weiß was unter diesem Begriff zu verstehen ist, möchte ich es trotzdem kurz erwähnen:
Schwerpunkt des Buches sind autoregressive, in der Zeit diskrete Stochastische Prozesse. ARMA, MA, ARIMA und eine wenig ARCH. Deren Parameterschätzung und die Prognose mit diesen Prozessen. Obwohl es ein Kapitel über Spektralanalyse gibt, spielt sich der Großteil in der "Time Domain" ab. Zeit kontinuierliche Prozesse stehen ebenfalls eher im Hinergrund.

Zum Schwierigkeitsgrad: die "angelsächsische" Rezension, das dieses Buch nur für Mathe PhDs verwendbar wäre, ist einfach quatsch! Zugegeben, als ich diese Monstrosität (bzgl. Größe und Seitenzahl und Gewicht...ernsthaft, stellen Sie das Buch bitte nicht auf das oberste Regal, es könnt jemanden verletzen, wenn es da runterfällt:) )zum ersten mal in die Hand bekam und einen kurzen Blick reinwarf, dachte ich mir "Jesus". Seitenfüllende Matrizenrechnungen und Reihenentwicklungen...der Gedanke dieses Buch durchzuarbeiten erschien mir alles andere als prickelnd.

Was aber als unübersichtlicher Formelmarathon erscheint, ist IMHO sehr Anfängerfreundlich. De Gleichungen und Formeln wirken deshalb nur so aufgebläht, weil der Autor diese ausführlich oder exemplarisch für die ersten und letzten paar Glieder hinschreibt. Anstelle eines Summenzeichens mit seltsamer Indizierung oder eines undurchsichtigen Matrizenkonstrukt, stehen halt ein paar Zeilen..."y_{n} = y_{0}+epsilon_{1}+epsilon_{2}*+epsilon_{3}.....+epsilon_{n-1}+epsilon_{n}".
Ich habe das als Anfänger als hilfreich empfunden, da ich mir "[I_{p}-beta*F]^{-t}[I_{b}-beta*F] = I_{p}" eh erstmal hinschreiben musste, um genau zu verstehen, was ich da eigentlich rechne...und in diesem Buch übernimmt halt der Autor die Arbeit.

Obwohl diese Ausführlichkeit viel Platz wegnimmt und nicht gerade elegant ist, ist sie für Anfänger doch zugänglicher als es auf den ersten Blick aussieht.

Dennoch vielleicht besser nicht als einziges "Textbook" für Neulinge zu empfehlen, insbesondere wenn man es gerne etwas verbaler hat...aber als Nachschlagewerk absolute Klasse, als ergänzenes rigoroses Werk zu etwas leichteren Lektüre,sehr sehr empfehlenswert.


Heretics of Finance: Conversations with the Leading Practitioners of Technical Analysis (Bloomberg)
Heretics of Finance: Conversations with the Leading Practitioners of Technical Analysis (Bloomberg)
von Andrew Lo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,33

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Akademie trifft den Erbfeind, 15. Juni 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die hochnäsige Einstellung der Akademiker gegenüber der an allen Märkten und allen Assetklassen weit verbreiteten Technischen Analyse (TA) ist alt bekannt. Basierend auf absolut lächerlichen Tests von Fama und seinen Genossen aus Chicago war die Meinung über Jahre wie in Stein gemeisselt:

Technische Analyse = Voodoo Zauber

Die Bastion Efficient Market Hypothesis wurde mit Händen und Füssen verteidigt.
Erst seit den letzten 10 Jahren hat sich eine Reihe inovativer und an der Realität interessierter Finanzmarktökonometriker(ja...die soll es auch geben:)) ernsthaft und unvoreingenommen mit der TA auseinandergesetzt....mit unterschiedlichem Ergebniss. Andrew Lo, Direktor vom Labaratory for Financial Engineering am MIT, ist einer dieser inovativen Wissenschaftler.

Es ist dieser "ideologischen Hintergrund" der dieses Buch so interessant macht.

Nun zum Buch

Warnung: Was dieses Buch NICHT ist!!!!
Es
- ist kein "Lehrbuch" über technische Analyse
- werden keine Techniken, Strategien vorgestellt
- ist keine statistische Untersuchung der TA
.
Dies gilt es dringen zu beachten um Entäuschungen zu vermeiden.

Was diese Buch ist?
Eine Ansammlung von Interviews mit erfolgreichen Markt Praktikern zu ihrer Meinung über:
- gewisse Teilbereiche der TA (Was wird verwendet und als wie bedeutungsvoll erachtet?...aberes wird nicht verraten wie)
- generelle Philosophische Ansichten zu Finanzmärkten und TA
....

Ich denke, das jeder der die "Market Wizard" Bücher von Schwager gut fand, auch mit diesem Buch was anfangen kann. Direkt praktisch verwendbares gibts da nix...aber interessant fand ich trotzdem.


Principles of Financial Engineering (Academic Press Advanced Finance)
Principles of Financial Engineering (Academic Press Advanced Finance)
von Salih N. Neftci
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 79,13

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So funktioniert Financial Engineering, 9. Mai 2009
Der Finanzmathematiker irakischer Herkunft ist Autor mehrere Bücher. Leider ist er erst kürzlich seinem Krebsleiden erlegen:(. Nach allem was ich so über ihn höre ist ein brillianter, freundlicher und lebensfroher Mann von uns gegangen. Ist natürlich noch lange kein Grund sein Buch zu kaufen. Dafür gibts aber viele andere Gründe!

Das Buch ist wirklich mal eine andere Herangehensweise Derivate und Finanzmathematik zu erläutern. Definitiv praxisnäher als die meisten Werke. Ich will mich kurz fassen.
Vorteile:
+ alle asset Klassen werden behandelt (equity, fixed income, FX und natürlich credit)
+ schöne anschauliche Darstellung und Erklärung über den Sinn und Zweck und über die Funktiuonsweise des Derivates, bevor man sich mit dessen Replikation, Hedgen und Bepreisen beschäftigt.
+ umfangreicher Errata und Lösungen zu den Übungsaufgaben auf [...]
+ ein eigenes Kapitel über Repo market strategies..selten genug!!
+ tolles Kapitel über Credit Risk und Convexity Positions
+ vermittelt IMHO die echte "Denkweise" die hinter Derivaten steckt.

Negatives fällt mir zu dem Buch nicht wirklich ein....für das was es sein soll, ist es sehr sehr sehr gut! Ich zähle hier aber mal ein paar Sachen auf, was das Buch nicht bietet (aber das soll es ja auch gar nicht)
- das Kapitel über pricing ist etws arg heuristisch,...wer ein mathematisches Werk sucht, braucht ein anderes Buch
- kein Buch für den absoluten Neuling...
- gegeben der Themenvielfalt kann natürlich nicht alles beliebig in die Tiefe gehen...

Fazit: Für mich ein tolles Buch für Universitätsstudenten, die an Binomialbäumen Optionen bewertet haben, den Hull zum Teil schon durch haben und sich fragen: Was soll das alles? Professsoren sollten eins zwei Kapitel als Anregung nutzen, den Studenten zu erklären WARUM man das alles tut, wie die moderne Welt der Derivate wirklich aussieht und was da passiert, bevor man die Studenten auf equivalente Martingak Maße hetzt...

Als alleinige Einführung IMHO ungeeignet, als Ergänzung Wilmott, Joshi oder Hull aber PERFEKT.

* Manchen ist das Buch zu unpräzise und schreitet zu langsam vorwärts.


Traden wie die Hedgefonds
Traden wie die Hedgefonds
von James Altucher
  Gebundene Ausgabe

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Traden wie.....watt weiß ich, aber nicht wie ein hedge fund!, 16. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Traden wie die Hedgefonds (Gebundene Ausgabe)
So so.....
Erstmal zu Autor. Der Autor wollte wohl eine ganze Serie von "Trade like..." Büchern starten. Immer irgend etwas im Buchtitel, daß nach Erfolg und nach Sexappeal klingt. Trade like Warren Buffet und trade like a Hedge Fund. Seine Bücher sind definitiv an den Retail Trader gerichtet. Muss nix schlechtes sein....ist es aber oft.

Der englische Orginaltitel lautet:" Trade Like a Hedge Fund: 20 Successful Uncorrelated Strategies and Techniques to Winning Profits" Übrig geblieben sind im deutschen Titel nur "Winning Profits"(mehr Erfolg...). Die fast schon akademische Unterscheidung zwischen Strategie und Technik (die dann im Buch doch nicht weiter aufgegriffen wird) wird genauso fallengelassen wie das "Uncorrelated Strategies and Techniques" Der Grund dafür, und hier spekuliere ich mal wild drauf los, könnte sein das:
1.)eh die wenigsten wissen was eine Korrelation wirklich ist, bedeutet und wann sie einzusetzen ist
2.) viele Menschen das mit Mathematik in Verbindung bringen (zurecht)...und wer mag schon Mathe...
3.)(der wohl beste Fall)die Aussage, daß die Strategien unkorreliert wären, ja auch erst einmal zu überprüfen wäre (keine ganz triviale Aufgabe)...
Zugefügt hat man dem Titel lediglich das buzz word "Heuschrecke". Ja, genau! ne? Wollten wir doch alle schon mal! So absahnen wie diese Aasgeier. Die Tatsache das ein "Hedge Fund" in der Regel nicht unter den Begriff "Heuschrecke" fällt**, spielt hier natürlich keine Rolle! Allein für so eine platte Bauernfängerei müsste es nur einen Stern geben! Aber wir wollen fair sein und den Inhalt des Buches auch betrachten.

Und hier muss man sagen: es wäre durchaus auch noch schlechter gegangen. Aber wirklich gut ist es leider nicht. Stellenweise falsch, falsch übersetzt oder beides.....und häufig unpräzise. Ach, man muss es nicht immer so genau nehmen...es reicht doch wenn man das Prinzip verstanden hat? Doch...man muss präzise sein....sonst ist das für die Katz. Punkt!

Kapitel 14 (Die Fälligleit von Optionen nutzen) und Kapitel 15 (Convertible Arbitrage) sind ein Desaster. So ist das nicht umsetzbar....geschweige denn Profitabel. Die restlichen Themen sind nicht so mein Fachgebiet. aber solide und fundiert wirkt das nicht. Damit wir uns richtig verstehen: diese "Strategien" existieren, haben auch ungefähr etwas mit den Dingen zu tun, mit denen Sie im Buch in Verbindung gebracht werden....aber wie gesagt, der Teufel steckt im Detail....und diese Details entscheiden über "profitabel UND market neutral" oder " nutzlos oder gar gefährlich".

Das Buch kann in gewisser Weise einen Überblick über die vielen "Richtungen" geben, die man auf der Suche nach profitablen Strategien einschlagen kann. Könnte quasi als erster Schritt (wirklich aller ertser Schitt) oder Inspirationsquelle. Mehr aber auch nicht!
Da es aber sehr günstig ist, hätte es vielleicht sogar 3 Sterne verdient. Aber da ich dem Buch von Ernie nur 3 Sterne gegeben hab, un das wesentlich besser ist...gibts nur 2.

** In der Regel sind mit Heuschrecken Private Equity Firmen gemeint......eine Private Equity kann je nach Definition des Begriffs Hedge Fund auch ein Hedge Fund sein (z.B. wenn der Begriff hedge Fund als Sammelbegriff für "alternative Investments" eingesetzt wird...nur hat dies mit dem Inhalt des Buches nix zu tun..


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