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Abzocke im Kampfsport: Wie Kampfsportler über's Ohr gehauen werden
Abzocke im Kampfsport: Wie Kampfsportler über's Ohr gehauen werden
von Ralf Pfeifer
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

2.0 von 5 Sternen Nicht wirklich informativ, 24. März 2015
Generell mag ich das reißerische Wort "Abzocke" schon nicht. Aber seis drum, trotzdem gekauft.

Ich bin ein ehemaliges "Opfer" eines dieser Kampfsport Verbände, um die es in diesem Buch geht (EWTO, 1 TG).

Als Schüler war das Hobby nicht finanzierbar. Bei mir hatten die Eltern finanziell nachgeholfen: die Frage lautete "Führerschein oder Lehrgänge". Als begeisterter Anhänger hatte ich mich für die Lehrgänge entschieden (und das Geld für den Führerschein per Ferienjob erarbeitet....soll Schlimmeres geben:) ).

Mein enger Freund und Trainingspartner, dessen Eltern nicht über die finanziellen Mittel verfügten, blieb auf Grund verpasster Lehrgänge und Kleingruppen-Unterricht bald zurück und hörte mit dem Training auf. Ich finds immer unangenehm, wenn Geld über den Fortschritt entscheidet...und nicht Begeisterung, harte Arbeit und Talent.

Die im Buch angesprochenen Dinge habe ich auch teilweise so erlebt. Als ich später ins Boxen, Thai Boxen und MMA gewechselt bin, habe ich auch deutlich mehr für mein Geld erhalten. Keine Frage.

Auch stimmt, dass viele Verbände und Schulen keine vernünftige Selbstverteidigung lehren. Ich finde es insbesondere interessant, dass häufig auf ein strukturiertes Kraft- und Athletiktraining verzichtet wird. Sparring ist für die echten "Kampfkunstakademiker" ebenfalls nix, weil sie da ihre "tödlichen Techniken" nicht anbringen können. Sparring sei nicht das selbe, wie eine "realistische Selbstverteidigungssituation". Stimmt. Zweihundert Sektionen Chi Sao sinds aber auch nicht:). Inzwischen scheint sich da aber auch einiges geändert zu haben und man kann (und konnte) nie alle Lehrer und Schulen aus einem Verband über einen Kamm scheren. Das Buch tut dies aber leider.

Trotzdem habe ich in meiner Zeit in der EWTO auch viele Dinge gelernt, die ich heute noch einsetze. War es das Geld wert? Wahrscheinlich nicht.

Ich finde das Buch teilweise etwas überzogen, kann das aber natürlich nur mit meinen Erfahrungen vergleichen. Man muss schon Schmunzeln, aber mehr auch nicht.

Um Eltern von Kampfsport begeisterten Kindern für die Problematik zu sensibilisieren ist das Buch ok, man sollte sich bemühen Lehrer/Schulen vorurteilsfrei zu bewerten.

Für erfahrene "Veteranen" ganz lustig, aber nicht wirklich informativ.


Jeder Tag zählt: Das bewährte System von EXOS (vormals Athletes' Performance) für sportliche Höchstleistung
Jeder Tag zählt: Das bewährte System von EXOS (vormals Athletes' Performance) für sportliche Höchstleistung
von Mark Verstegen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Trainingsplan...den Rest kann man sich sparen, 5. November 2014
Verstegen hat in Deutschland durch seine Rolle als Berater im Athletiktraining der deutschen Fußball 11 unter Klinsmann einiges an Bekanntheit erlangt.

In den USA ist "Functional Training" schon lange Mode und auch ein schlagkräftiges Marketing Instrument. Entstanden ist diese Bewegung aus einer Gruppe von Beratern, die kommerzielle Sport Leistungszentren betreiben. Sie nennen ihre Athleten Kunden. In ihren Anfangszeiten waren ihre Kunden meist Profisportler aus den "großen" US Pfofi Ligen: Football (NFL), Basketball (NBA) , Baseball (MLB) und Eishockey (NHL). Später kamen dann noch einige Individualsportler hinzu. Und nun gibt es in diesen Leistungszentren auch "Classes" für (meist) wohlhabende Kunden oder die Kinder (meist) wohlhabender und (meist) überehrgeiziger Eltern:).

Verstegen ist einer dieser Berater und neben Mike Boyle, Vern Gambedda und Tim Grover (obwohl sich dieser auf Basketball spezialisiert) einer der großen Name der Szene.

Der Ausdruck "functional training2 ist IMO etwas albern. Wie es der hervorragende Sportwissenschaftler Vladimir M. Zatsiorsky einmal formuliert hat "by its very construction, every training is functional". Stimme ich zwar zu, ist aber eigentlich auch Wurst.

Trotzdem begrüsse ich dass diese Mode-Erscheinung langsam in deutschen Fitness Studios Einzug erhält. Auf einmal stehen Kugelhanteln, Kästen, Hütchen, und Agility Ladder zur Verfügung. Und man wird nicht mehr wie ein Alien angeschaut wenn man einen Komplex Umsetzen + Klimmzüge + Hocksprünge durchläuft:).

Generell halte ich die Trainingspläne und Konzepte die mit der "Functional Training" Bewegung daherkommen für ein echtes Plus für engagierte Sportler UND Anfänger!

Was macht "Functional Training" nun aus? Nun die eigentliche Idee ist, dass man ins Fitness Studio geht, um zu Trainieren um nachher ANDERE DINGE besser zu können. Man geht also nicht mehr Pumpen um gut auszusehen oder um 140Kg im Bankdrücken zu bewältigen (obwohl beides durch dieses Training nicht ausgeschlossen wird...im Gegenteil). Es sollen die grundsätzlichen athletischen Fähigkeiten des Körpers entwickelt werden. Schnelligkeit, Kraft, unterschiedliche Ausdauerformen, Koordination und Balance. Das Training zielt also darauf ab, die "Funktionalität" des Körpers zu verbessern und einen Transfer zu andere Sportarten und in den Alltag zu ermöglichen.

Wie äußert sich das nun in den Trainings Programmen, wie es auch eines in diesem gibt?
- Eine Trainingseinheit besteht aus mehreren Blöcken: Man beginnt mit dem Aufwärmen, Übungen zur Koordination und Rumpfkräftigung und Verletzungs-Prophylaxe, gefolgt von Kraft und Schnellkraft + Ausdauer
- Die kraftrainings- Übungen sind meist "mehrgelenkig". Muskeln werden nicht isoliert trainiert sondern im Verbund in großen Bewegungen.
- Das Training zur Stabilisation und Rumpfkräftigung und Flexibilität nimmt einen relevanten Teil des Trainings in Anspruch
- Übungen werden häufig in "Komplexen" oder Mini Zirkeln ausgeführt. Beispiel: Kreuzheben 8 Wiederholungen + Klimmzüge 8 Wiederholungen + 8 Hocksprünge + Pause...das ganze noch zweimal. Dies hat den Vorteil, dass man sehr viel Arbeit mit recht hoher Intensität in kurzer Zeit verrichten kann und das Herz Kreislauf system auch ein wenig was zu tun bekommt.
- Jede Trainingseinheit hat auch Schnellkraft/Schnelligfkeitskomponenten.
- Es gibt wenig bis keine Übungen die an Maschinen durchgeführt werden (von Kabelzug Maschinen mal abgesehen).

Nun zum Buch:

Wie oben beschrieben, ist das Trainingsprogramm sehr abwechslungsreich und als Grundlagen Training sehr gut geeignet. Es findet eine vernünftige Progression in den Gewichten, Komplexität und Intensität der Übungen statt. Der Übungsumfang bleibt in etwa gleich.
IMO gibt es in dem Programm pro Woche 3 Haupt Trainingseinheiten (Mo, Mi, Fr) und 2-3 ergänzende Trainingseinheiten. In den 3 Trainingseinheiten findet das Krafttraining statt und ein Ausdauertraining in Form von hoch intensivem Intervall Training . An den Ergänzungstagen gibt es meist eine Mischung aus einigen Sprints, Sprüngen, Ausdauertraining nach Dauermethode (so weit ich mich erinnere nie länger als 20 min) oder weniger intensiven Intervalle. Und natürlich Stabilisationsübungen.

Schön finde ich auch, dass Regeneration echter Bestandteil des Trainings ist.

Ich habe das Training nicht komplett durchgeführt. Einige der Übungen sind nur mit logistisch hohem Aufwand durchzuführen (z.B. Sprints mit einem Gewichts Schlitten). Das Ausdauertraining an den 3 Haupttagen habe ich aber durchgeführt (da einfach durchzuführen) und auch das Kraft/Stabilisationstraining + Sprünge wie im Buch. Auch habe ich nur über einen Zeitraum von 5 Wochen nach dem Plan trainiert.

Meine Erfahrungen:
- IMO dauert eine Trainingseinheit immer etwas länger als im Buch angegeben. Selbst wenn man sich sehr beeilt.
- wie schon gesagt, ist das Training für viele logistischen Gründen nicht einfach durchzuführen. Nicht jeder hat ein Fitnessstudio in dem er Medizinbälle gegen die Wand werfen darf (ich habe das Glück). Die Übungskomplexe setzen voraus dass die Hantel/Klimmzugstange nicht besetzt ist, wenn man gerade eine andere Übung macht. Viele Übungen/Drills brauchen auch viel Platz....etc
- das Ausdauertraining ist für Anfänger IMO etwas zu viel gewollt. Es gibt 2 Einführungswochen und dann wird man schon auf 10x30Yards Pendelsprints in unter 1 Minute losgelassen. Ich habe im Stadion 10x30m gewählt.Ich bezeichne mich als gut trainiert in diesen Ausdauerformen und fand das trotzdem recht anstrengend. Ich denke da müssten die meisten sich mit längeren Pausenzeiten und etwas kürzeren Sprints (z.B. 6x30) rantasten.
- das original Programm schreibt 5 Trainingseinheiten vor. Das ist für viele denke ich zeitlich nicht machbar.
- einige der Übungen lassen sich IMO nicht mit Fotos aus einem Buch erlernen. Die Übungsausführung bei Olympic Lifts und selbst Kreuzheben gehört IMO von einem Profi begutachtet.

Generell finde ich das Buch gut. Ich denke man muss sich nicht sklavisch an das Programm halten, sondern kann sich davon inspirieren lassen. Wer das Konzept hinter dem Aufbau des Trainings verstanden hat, kann da auch improvisieren. Die Übungsauswahl ist vielseitig.

Ich habe mich in meiner Rezension auf das Trainingsprogramm beschränkt. Das ganze typisch amerikanische Motivations und Selbstverbesserungswahn BlaBla geht mir auf den Zeiger. Auch finde ich den restlichen Teil über Schlaf und Ernährung nur bedingt tauglich.

Fazit: das Programm ist ok. Den Rest könnte man sich sparen.


Knowledge rather than Hope: A Book for Retail Investors and Mathematical Finance Students
Knowledge rather than Hope: A Book for Retail Investors and Mathematical Finance Students
von Vasily Nekrasov
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,98

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bridging the gap! Ein längst überfälliges Buch, 16. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vasily Neskarov ist schon seit einer Weile in der Finanzbranche und im Energiehandel unterwegs. Als Quant,Quantitative Developer und Risk Manager bei grösseren und kleineren Institutionen. Als solcher unterstützt er Händler in Fragen rund um die mathematische Modellierung, realisiert diese Modelle in Software, die die Händler unterstützen bzw deren Risiken monitoren.

Dieser Werdegang befähigt ihn, meiner Meinung nach, ein Buch zu schreiben, dass eine Lücke füllen sollte. Ein Buch für den Retail Trader/Retail Investor, dass aber eben NICHT von einem Menschen aus dem Retail Bereich geschrieben wurde! Herr Nekrasov gibt (noch :) ) keine Seminare und sitzt noch immer auf einem Trading Floor!

Zur Begriffserklärung: ein Retail Investor/Trader ist eine Privatperson
- die ihr Privatvermögen an den Finanzmärkten gewinnbringend anlegen will
- dies mit "Hausmitteln" tun muss. Also ohne die Infrastruktur (Data Provider, Prime Brokerage, IT Infrastruktur,..), die Kapitalisierung oder das Wissen, die die "institutionellen" Anleger haben (Hedge Funds, normales Fund Geschäft/Asset Manager, Rückversicherer, Staatsfonds, Market Maker, "physische" Händler wie die Händler von Gazprom/Vitol/Glencore/RWE/EON/, Eigenhandel Abteilungen der Banken und Investment Banken etc).

Eins vorweg: dieses Buch hat nicht den Anspruch eine Retail Händler mit " dem Wissen" auszustatten, dass einem zu einem von quantitativen Modellen getriebenen Händler machen. Da gehört mehr zu! (Außerdem sollte an der oben aufgeführten Liste der Marktteilnehmer klar sein, wie heterogen die Finanzbranche ist. Die machen alle komplett unterschiedliche Dinge. Mit unterschiedlichen Techniken, Methoden und Möglichkeiten). Jim Simons werden sie durch das Buch nicht.

Es hat aber den Anspruch, den Privatanleger/Retail Trader für solche Themen zu sensibilisieren und ihm eine "hands on" Einführung in die Thematik zu geben und eventuell Lust auf mehr zu machen

Was das Buch bietet:
- eine, wie ich finde, schöne heuristische und zugängliche Einführung in die für Finanzanlagen relevante Wahrscheinlichkeitstheorie.

- eine praktische Betrachtung des Kelly Kriteriums => Moneymanagement jenseits des in der Trading Literatur üblichen "nicht mehr als 1%-2% des Risikokapitals pro Trade setzen".

- für den Leser direkt verwendbarer Code in der Programmiersprache R (auch für Nicht-Programmierer leicht zugänglich!!!)

- ein paar Formeln:)...man kann das Buch aber auch lesen,ohne die Formeln wirklich zu durchdringen.

- eine, wie ich finde, interessante Betrachtung eines "Kelly optimalen Portfolios" (eines der etwas technischeren Kapitel).

- eine schöne Einführung ins "Back Testing"

- der Autor gibt wirklich Einblicke in seine privaten Handelsansätze und macht sich so auch angreifbar. Sehr angenehm.

Was das Buch nicht bietet:

- eine "plug'n'play'n'get rich quick" Strategie. Vasily meint es gut mit uns. So gut aber auch wieder nicht:)
- eine ausgiebiges Literaturverzeichnis
- Kostolany Plattitüden
- "sie müssen diszipliniert bleiben" oder "Traden ist Psychologie" Mantras

Das Buch ist kurz aber prägnant. Das Kapitel über Derivate Bepreisung finde ich etwas überflüssig. Das Kapitel über BackTesting hätte IMO noch mehr vertragen (Techniken um mit der Gefahr des over fitten umzugehen etc).

Sicher ist in dem Buch nicht alles gesagt! Auf Grund der kürze MUSS die Betrachtung unvollständig bleiben. Klar findet man das Wissen auch im Internet. Aber so ist es schön aufbereitet und vor allem in den richtigen Kontext gesetzt.

Generell ist das Buch sehr ehrlich. Der Autor macht es für den Leser klar erkenntlich, wann das Geschriebene seine Meinung ist und wann es gesicherter Fakt ist. Auch ist es sehr angenehm, dass der Autor sich selbst nicht zu ernst nimmt, angenehmen Humor beweist und sich nicht als Millionen schwerer Hedge Fund Manager stilisiert, der er (noch) nicht ist.

Damit kommen wir zum Titel meiner Rezension. Das Buch schliesst eine Lücke, zwischen der oft Imhaltslosen Investment Literatur und zu spezialisierten und technisch anspruchsvollen Literatur aus den Bereichen Statistik/Finanzmathematik/Informatik/Oprimierung/Data Mining etc, die auf den Desks der institutionellen Händler liegen (und meiner persönlichen Erfahrung nach auch da nicht immer zum Einsatz kommen).

Das hat für mich "Tutorial" Charakter.

Für alle Privatanleger, die mit dem Gedanken spielen, selbst an Strategien zu arbeiten um Märkte zu schlagen, denke ich sind dir 15 EUR eine gute Anlage.

R Code und Daten gibts auch auf der Homepage des Autors (einfach googlen).


Kein Titel verfügbar

18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es fehlt das wissenschaftliche Fundament!, 28. Dezember 2013
Hi,

das ist jetzt schon das zweite Buch über CrossFit, dass ich lese. Ich hatte mir von diesem mehr Information über die Organisation des Trainings erhofft ("programing" wie die CrossFitties sagen). Das liefert das Buch auch. Ich würde das hier vorgeschlagene Programm wohl als eine Art CrossFit(CF) Einsteigerprogramm bezeichnen. Was nicht bedeutet, dass die vorgeschlagenen Work Outs nicht anstrengend wären.
Das Programm wird übersichtlich und leicht verständlich erläutert. Das ist NICHT selbstverständlich. Ich habe schob Bücher aus der guten alten Ostblockschule gelesen, in denen nicht klar ist, wie viele Wiederholungen in wie vielen Serien denn nun gemacht werden sollen. Zugegeben, das ist bei CF auch einfacher: die Regeln sind meist simpel. Entweder:
- AMRAP (so viele Wiederholungen wie möglich in einem Zeitintervall)
- oder ein vorgegebenes Rep Pattern in so geringer Zeit wie möglich.
Und Pausen gibt's bei CF sowieso nicht:).

Aber auch in diesem Buch hapert es an wissenschaftlicher Grundlage. Mir ist Wurst dass der Autor Sportwissenschaften studiert hat und Personal Trainer ist. Da habe ich meinem Leben schon zu viele getroffen, die keine Ahnung hatten um dies als Qualitätsmerkmal gelten zu lassen.

Der Großteil des CF Trainings besteht aus Ganzkörperübungen die komplett beliebig aneinandergekettet werden und in der Regel mit hohem Volumen durchgeführt werden. Der Rest sind ein paar Übungen aus dem Turnen + eher klassische Maximalkrafttrainingseinheiten mit "basic lifts" (Kniebeugen, Umsetzen, Reißen, Stoßen, Kreuzheben) mit niedrigem Volumen:
z.B.
Umsetzen mit steigendem Gewicht, WdH: 3,3,2,2,1,1

Das Training im anaeroben-laktaziden Bereich dominiert aber in der Regel, z.B. das Workout mit dem Namen "Grace":
Umsetzen, 60kg 30 WdH, auf Zeit.
Solches Training ist extrem anstregend und nicht jeder Mensch kann oder will sich ständig über die Schmerzgrenze treiben. Der Vorteil solchen Trainings ist:
- obwohl es kein klassischen Hypertrophietraining ist, baut man doch insbesondere als Anfänger einiges an Muskelmasse auf. Das hohe Volumen scheint da seine Wirkung zu zeigen.
- man verbrennt recht ordentlich Kalorien
- man kann sein Training in recht kurzer Zeit absolvieren
- die Übungsauswahl ist sehr Abwechslungsreich

Wenn sich der Anfänger dann auch noch bei der Ernährung etwas zusammenreißt, führen die oben angeführten Vorteile zu einem athletischen Erscheinungsbild => Ziel der meisten Fitnesssportler erreicht:).

Was ist nun das Problem?
- es gibt keine vernünftige Periodisierung
- es gibt keine vernünftige Progression!
- es gibt kein echtes Grundlagenausdauertraining
- es gibt keine echten Schnelligkeits/Schnellkraft/Sprint/Sprung Einheiten. 50 Box Jumps auf Zeit sind KEIN Sprungkrafttraining. 50 Box Jumps auf Zeit sind 5-10 echte Sprünge + "40 mal Knie anziehen um auf die Box zu kommen" => submaximal. Echte Schnellkrafteinheiten beinhalten per Definition vollständige Erholung! Das gilt meiner Erfahrung nach in den Boxen aber eher als "Sissy" :). Wer nach einem Wok Out ich keuchend auf dem Boden liegt, hat nix geleistet:). Das führt IMO zu eine Untergewichtung der echten Schnelligkeitskomponenten. Auch in diesem Buch habe ich kein solchen Training gefunden!

Ein kleines Beispiel zur Illustration (natütlich kein Beweis):
Nate Schraeder gewann in den CrossFit Games 2012 das "Broad Jump Event", den beidbeinigen Sprung auf Distanz aus dem Stand. Der Broad Jump ist Bestandteil vieler Athletiktests in vielen Sportarten. Shraeder sprang beachtliche 117 inches (2m97cm). Dies ist wohlgemerkt das beste Ergebnis aus einem Pool von 50 Leuten, die sich bescheiden als die "Fittest men on earth" bezeichnen.

Wenn man das aber mit den Messergebnissen des "NFL Combines" 2013 vergleicht, dem Athletiktest der Neulinge in der amerikanischen Football Liga, dann reicht dieses beste Ergebnis nicht mal unter die top 100!!!! Sicher, der Broad Jump ist Bestandteil jedes NFL Combines und die Athleten bereiten sich darauf vor. Trotzdem. Zehnkämpfer trainieren den Sprung aus dem Stand auch nicht gezielt und erzielen bessere Resultate.

Fazit: für Anfänger ist CrossFit sicher ok und das Buch ein guter Einstieg, kann und will aber keine Box ersetzen. Für echte Leistungsportler IMO ein no go. CorssFit Work Outs hin und wieder? Ja. Training nach der "CrossFit Methodik" ? Nein!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 31, 2014 8:03 AM CET


Profi Boxsport Springseil / Trainingsseil "Old school" (Nur für Indoor geeignet) mit Echtholz-Griffen inkl. Drehkugellagern
Profi Boxsport Springseil / Trainingsseil "Old school" (Nur für Indoor geeignet) mit Echtholz-Griffen inkl. Drehkugellagern
Wird angeboten von Bad-Company GmbH & Co. KG
Preis: EUR 14,90

1.0 von 5 Sternen Viel zu leicht!, 18. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ist schon in mehreren Rezensionen durchgeklungen. Das Seil ist extrem leicht. Höheres Tempo damit zu gehen oder "double unders" durchzuführen ist beinahe unmöglich. Wieder ein billiges Stahlseil gekauft.


PaläoPower: Das Wissen der Evolution nutzen für Ernährung, Gesundheit und Genuss
PaläoPower: Das Wissen der Evolution nutzen für Ernährung, Gesundheit und Genuss
von Sabine Paul
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen So ganz schlüssig erscheint mir das nicht..., 10. Juli 2013
Eines vorweg: ich bin kein Biologe/Molekulargenetiker/Biochemiker/Biophysiker/Archäologe/WasAuchImmerMichBefähigenWürdeEineVernünftigeRezensionZuSchreiben. So please take it with a grain of salt.

Ich habe das Buch nur angelesen und überflogen. Nehme mir aber vor es noch einmal genauer zu studieren. Trotzdem erscheint mir die Argumentation nicht so wirklich schlüssig.

Ich weiss nicht viel über Evolution. Was ich über "Evolution" weiß, habe ich aus persönlicher Erfahrung aus der Anwendung "Evolutionärer Algorithmen".

Was ist das? Einfach zusammengefasst: Man hat in der Optimierung (Operations Research,Ingenieurwesen,Logistik,Informatik etc) häufig Probleme, bei denen sich NICHT exakt das Optimum bestimmen lässt, z.B. weil der Raum der kombinatorischen Lösungen zu groß ist. Ein klassisches Besispiel ist hier das "Traveling Salesman Problem". Der geneigte Leser mag es auf Wiki nachlesen. Bei solchen Problemen greift man häufig zu "Metaheuristiken". Verfahren, die nicht beweisbar das Optimum (den kürzesten Weg, das Design mit dem geringsten cw Wert , etc) finden, aber eine "bessere" Lösung als die Startlösung.

"Evolutionäre Algorithmen" spielen die "Evolution" am Compuer nach. Man generiert zufällige Startlösungen. Nach der ersten Runde "überleben" nur die besten Lösungen. Diese dürfen sich "fortpflanzen" (mit andern Lösungen kombinieren) und "mutieren" (zufällig verändern). Am Ende bleibt die "beste" Lösung. Survival of the fittest ("fit" im SInne von "fit in" ...was als "fit" bedeutet hängt vond er Zielfunktion ab).

"Worauf will der Idiot hinaus" fragen Sie sich bestimmt. Evolution ist per Definition nur "suffizient"! Soll heissen: alles was überlebt hat, war gerade gut genug um nicht erbärmlich zu verrecken!! Das Bild vom gesunden Steinzeitmenschen finde ich absolut abstrus!! Der Schluss "damals haben die Leute so gegessen, wir sind genetisch daran angepasst, deshalb muss das heute total super sein so zu essen" finde ich irgendwie seltsam!

Genetisch angepasst heisst doch nur: alt genug werden um sich zu vermehren und den Nachwuchs in vermehrungsfähiges Alter zu bringen. Soweit ich weiss ist es ein Ereigniss gewesen, wenn ein Mann 30 Jahre alt wurde. Ich wäre als schon tot! Ich denke die meisten Leser haben einen anderen Anspruch an ihr Leben? Die "Anpassung" an die Steinzeiternährung hatte doch nicht die Zielfunktion "super unbeschwert und hoch vital das Leben verbringen" oder "olympischer Spitzenathlet werden" sonder wie gesagt "alt genug werden um sich zu vermehren und den Nachwuchs in vermehrungsfähiges Alter zu bringen, und das besser als alle anderen in dieser Niesche des Biotops". Wie man daraus schliessen kann=> "wir müssen genauso Essen wie die" ist mir ehrlich gesagt etwas rätselhaft!

Da es durchaus möglich ist, daß ich ein entscheidende Begründung überlesen habe 3 *. Ansonsten würde ich das eher in den Bereich der pseudo Wissenschaft schieben
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 12, 2014 3:06 PM MEST


Inside the Box: How Crossfit Shredded the Rules, Stripped Down the Gym, and Rebuilt My Body
Inside the Box: How Crossfit Shredded the Rules, Stripped Down the Gym, and Rebuilt My Body
von T. J. Murphy
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,56

19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Spoartartikelhersteller pushed den nächsten Fitnesstrend, 16. März 2013
Zuerst möchte ich dem Eindruck entgegenwirken, daß ich ein ernsthaftes Problem mit der "Crossfit" Bewegung habe. Habe ich nicht!!! Weder bin ich ein Trainer, der sich durch die neue "Methodik" bedroht sieht, noch ist mir das Training "zu hart" (beides gerne angebrachte Verdächtigungen wenn man sich mit Crossfit etwas kritischer auseinandersetzt).

Von allen "Fitnesstrends" die in den letzten Jahren durch meine Gyms wanderten um dann wieder zu verschwinden, ist Crossfit mein Favoriten (böse Stimmen mögen sagen, dasss es keine Kunst ist sich gegen Zumba durchzusetzen:)).

Ich höre schon die Empörung der begeisterten Crossfit Anhänger. Crossfit ist kein Trend, sondern eine Bewegung etc etc. IMO hat ein US Spoartartikelhersteller da ein Feld entdeckt, dass er noch beackern wird. Es ist anscheinend Zeichen unserer Zeit, daß man aus Allem eine Bewegung macht.

Das Buch repräsentiert vieles, was mich an Cossfit stört. Deshalb, so absurd es sich anhört, empfehle ich das Buch. Man kann sich ein gutes Bild von "der Bewegung" machen und davon wie es "in der Box" so abgeht wie die "CrossFit" Jungs/Mädels so ticken (böse Verallgemeinerung...aber Ausnahmen bestätigen die Regel).

1) Mich verwundert ein wenig der beinahe religiöse Eifer, mit dem "die Bewegung" verteidigt und beworben wird und ihr quasi Allmacht zugesprochen wird. Exemplarisch am Titel des Buches abzulesen. NICHT CROSSFIT hat den Körper des Autors verändert. Wie immer in solchen, war er es selbst!!

Das hätte er gut und ohne Probleme mit mir in meiner alten vergammelten Turnhalle hinbekommen. Hätte dann halt "Zirkeltraing" geheißen, es hätte keine hohen Kniesocken gegeben und wäre natürlich weniger sexy gewesen:)

2) Das Unwissen mancher Trainer und die absurden Halbwahrheiten die da verbreitet werden sind teilweise befremdlich.

Ich halte den Stand der Sportwissenschaften in vielen Fällen sowieso für zweifelhaft. Die "Ostblockschule", die sich in Autoren wie Vladimir M. Zatsiorsky,Henryk Sozanski und Yuri V. Verkhoshansky wiederspiegelt und Training als kybernetisches Optimierungsproblem begreift bildet da für mich IMO eine echte Ausnahme. Ebenso empfehlenswert sind IMO die Konzepte/Research, die aus dem Australian Institue of Sport und einigen Sportwissenschafts-Hochburgen in Skandinavien und den USA stammen. "Crossfit" behauptet auf der eigenen Web Präsenz "empricical driven" zu sein. Von der "Empirie" habe ich bis heute nicht vielgesehen und was ich gesehen habe, war nicht ernst zu nehemen.

Was ist Crossfit? Nach "firmeneigenem" Trainingsmanual "constantly varied, high intensity, functional movement".

Das klingt jetzt abgefahren, aber in der Praxis manifestiert sich das in Workouts (den so genannten Workouts of the Day (WOD)), die aus einem reichhaltigen Übungsgut beinahe willkürlich Übungen aneinandereihen:

Diese Übungen umfassen
- olympic Lifts und der Trainingssderivate (Cleans und Snatches, PushPressses,Hantelkniebeugen und Lunges in allen Variationen)
- Übungen aus dem Turnen
- Klassische "Strong Man Übungen"
- allgemein athletisch "bildende" Übungen aus Leichtathletik ,Zweikampfsportarten etc. Klimmzüge und Kipping Pulls, Bar Dips, Seilhüpfen, Box Jumps, Rudern eund und und.

Das Übungsgut ist umfangreich und IMO ein Punkt, den es an Crossfit NICHT zu kritisieren gibt. Das Problem ist die Auswahl, der Kontext und die Gewichtungen mit denen diese Übungen eingesetzt werden.

Von offizieller Seite geht es angeblich darum eine möglichst breite athletische Basis zu legen um in allen Sportarten überdurchschnittliche Leistungen zu erreichen. Ein Crossfit Athlet soll bei einem 6km Stadlauf eine gute Zeit laufen können, dabei trotzdem 30 Kipping Pulls schaffen, mehr als 100% seines Körpergewichts mehrfach Bankdrücken können etc. Also: alle konditioneller Faktoren trainieren (Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit). "Hurt the specialist" etc.

Warum die Crossfit "Methodik" allerdings da hilfreich sein soll, wird an keiner Stelle sinnvoll oder gar empirisch belegt!!

Gerne wird darauf verwiesen, dass eine große Anzahl an Profi- und Eliteathleten jetzt nach der "Crossfit" Methodik trainieren würde. Erstens stimmt das nicht und zweitens selbst wenn? Es gibt viele professionelle Athleten die nach absolut fragwürdigen Methoden und Trainingsplänen trainieren und nur wegen ihres athletischen Talents so erfolgreich sind. Nicht wegen Crossfit....sondern quasi TROTZ ihres kontarproduktiven Trainings. Ebenso absurd finde ich den Verweis auf "militärische Eliteeinheiten"??

Wir wissen wenig über den menschlichen Anpassungsprozess (hormonal, ZNS, Cardio-Vaskulär etc), aber quasi gefestiget Erkenntniss ist: der Körper ist schlecht darin sich an alles gleichzeitig anzupassen. Das führt zu suboptimalemn Entwicklung! Niemand wird "schnell und ausdauern" gleichzeitig. Man kann das eine verbessern und das andere dabei auf einem vernünftigen Niveau halten und auf dieser Basis den Fokus wieder umlegen und in anderen Sektor auf Erhaltungstraining umschwenken. Dieses komplett errratische Training ohne Schwerpunktlegung führt IMO nicht möglichst effizient zu einem Athleten, der in allen Bereichen gut ist.

Das konstante Variation von Trainingsschwerpunkten macht über einen gewissen Zeitraum Sinn. Früher hieß das General Physical Preparation(GPP) und erhöht die allgemeine Fähigkeit des Körpers sich anzupassen. Train to Train quasi. Aber so trainiert man vielleicht 1-2 Monate im Jahr.

Wer z.B. die WODs der letzten Jahre durchgeht gibt es kaum Grundlagenausdauer Einheiten (sit ja nicht "intensive" genug!!) und ich habe NICHT eine echte Sprinteinheit gefunden (Sprints mit vollständiger Erholung!!!!) oder echt Sprungkrafteinheiten (50 Boxjumps sind keine Sprungkraft Einheit. Ab dem 7-8 Sprung sind die Sprünge per Definition SUBMAXIMAL => NICHT INTENSIV GENUG!!) Wie will man so einen "Allround" Athleten trainiern? Nichts gegen Zirkeltraining mit extrem kurzen oder keinen Pausenzeiten, nichts gegen 50 BoxJumps. Alles Trainingsmittel. Aber solche Workouts bei Crossfit klar Übergewicht!

Fazit:
Gibt es gute Crossfit Athleten? Sicher! Sind sie gute Athleten wegen der Crossfit Methodik? IMO nein! Crossfit Training ist gut um Körperfett zu verlieren. Crossfittraining fördert auch das athletische Erscheinungsbild. Es macht halt nur nicht athletischer (überspitzt formuliert)

3) Wie oben aufgeführt halte ich das Training nach der Crossfit Methode für keine "Revolution" (alles schon da gewesen. Ich habe WOD artige Workouts mein ganzes Leben über betrieben (GGP oder um Körperfett zu rteduzieren)und bin jetzt 35...und ich BIN da definitiv NICHT der Einzige der so trainiert hat) und methodisch für fragwürdig. "Hart", im Sinne von anstregend, ist es auf jeden Fall. Trotzdem möchte man dem Autor zurufen: Crossfit Workouts sind NICHT das erste "harte" Training im Leben. Jeder der in seinem Leben mehr als eine Sportart auf hörem Leistungsniveau betrieben hat, weiß das! Der Autor feiert sich und seinen "hard work" approach etwas zu sehr. Früher hat man sich halt nach Intervallläufen übergeben...und musste daraus aber keine Bewegung machen.

Get real:)

Wie geasagt: als Sozialstudie ist das Buch durhaus lesenwert.

Now flame me:)
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 15, 2014 11:43 PM MEST


Red-Blooded Risk: The Secret History of Wall Street
Red-Blooded Risk: The Secret History of Wall Street
von Aaron Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 33,29

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessante Ansichten, 8. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eines vorweg: Aaron Brown ist ne coole Sau und meine 5 Sterne sind vielleicht etwas biased.

Worum es geht:
Ja..das ist bei Aaron Brown relativ schwer zu sagen.Ein wilder Themen-Mix. Natürlich, wie der Titel nahe legt:), geht es im wesentlichen um "Risiko". Wobei mit "Risk" hier eine Auswahlsituation gemeint ist (also man hat etwas zu entscheiden und kann mit seinem Handeln seine "exposure to risk" zumindest beeinflusssen), deren Ausgang nicht vorhersagbar und entweder positive oder negative Auswirkungen auf den Entscheidungsträger haben. Situation, die auf jeden Fall schlecht ausgehe, nennt Aaron nicht "Risk", sonder "Danger". Das Gegenstück (nur positiver Ausgang) nennt sich dann "Opportunity".
Den albernen Untertitel beteuert er hat sich der Verlag ausgedacht.

Auch nimmt Aaron es nicht so genau mit der strengen akademischen Unterscheidung zwischen "Risiko" (eine Situation in der man den möglichen Ausgängen Wahrscheinlichkeiten zuordnen kann) und "Ungewissheit" (Situationen in denen man die Wahrscheinlichkeiten nicht kennt bzw nicht mal alle möglichen Ausgänge benennen kann).In Aarons Welt hat man immer wenigstens ein grobes Modell der Entscheidungssituation. Die betrachtetn Risikosituationen beziehen sich meist auf Szenarien aus zwei Welten, in denen sich Aaron gut auskennt: Glücksspiel (Poker, Sportwetten, Black Jack etc) und Financial Markets. Auch wenn er wert darauf legt, dass seine Theorien und Betrachtungen nicht darauf zu beschränken sein. Er wird bei den nicht Finance/Glückspielanwendungen seiner Theorien dann selten konkret, wenn dann sind die Ausführungen aber sehr interessant.

Also: ein locker geschriebens Buch zur Geschichte der Risikos und dessen theoretische Betrachtungen, dem RiskManagement in Banken und Hedge Funds und eine grober Fahrplan zum Management von Risiken. Der Autor bricht hier eine Lanze für das Value At Risk Risikomass(wenn es richtig erstellt wird...auf diesen Prozess geht der Autor auch genauer ein) und insbesondere schreibt er dem VaR eine andere Bedeutung zu. Das fand ich sehr interessant.

Hinzu kommt
- eine Theorie des Autors wozu Future Kontrakte eigentlich gut sind
- das Derivate das Geld bald ablösen wird (wirklich ein netter Gedanke)
- eine tolle Betrachtung wie und warum sich die beiden Risiko betrachtungen Kelly Criterion vs Modern Portfolio Theory nicht widersprechen, sondern ergänzen
-und noch einige mehr...

Wie in seinem ersten Buch The Poker Face of Wall Street wird all dies untermalt von netten Anektoden aus der Finanzwelt/von der rennbahn/aus dem Kasino.

Wem diese Zusammenfasung etwas konfus erscheint: ist sie auch. Das Buch ist so. Ich finde die Kapitel eigentlcih nicht wirklich gut verknüpft. Ein didaktischer roter Faden ist IMO nur mühsam zu erkennen. Kein Lehtrbuch (obwohl es viel zu lernen gibt).

Angenehm finde ich, dass der Autor es in der Regel klar kennzeichnet,wenn er seine Meinung vertritt und wann er versucht Fakten zu vermitteln.

Fazit: gutes Buch. ich fand es besser als Pokerface of Wall Street. Wirklcih kreative Ansichten. Vielleicht nicht viel was sich direkt in die Praxis umsetzen lässt. Aber ich habe es gern gelesen. Wer sein erstes Buch mochte, wird auch dieses mögen. Wer das Willmott Magazine bezieht und seine Kolumnen dort verfolgt, wird einiges schon bekannt vorkommen.

Ich fands nett.


Street Freak: Money and Madness at Lehman Brothers
Street Freak: Money and Madness at Lehman Brothers
von Jared Dillian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,60

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles Psychos:), 21. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dillian ist (oder war) Trader der alten Schule. Soll heissen er gibt seine Orders noch über das Telefon ab und benimmt sich auch so, wie man das von einem echten Wall Street Alphatier erwarten würde. Bildschirme zerdeppern, den Trottel vom Sales zusammnbrüllen, kolerische Anfälle, wenn der Markt gegen einen läuft, eine ordentliche Portion Sexismus etc etc...

Dillian arbeitet bei Lehman Brothers. Neben Bear Sterns und den alten Salomon Brothers wohl der Laden mit dem "burgoisen" Ruf an der Wall Street (wenn das überhaupt möglich ist). Weniger Genie als Goldman Sachs, aber aggressiver,risikofreudiger."Scappy" sagt der Angelsachse.

Das Problem von Dillian ist, er benimmt sich wie man sich einen Trader vorstellt....nur hat es bei ihm einen anderen Grund. Da es auf dem Einband steht, ist es denke ich kein Spoiler: Dilian ist schizophren und musss sich deshalb medikamentisieren lassen.

Somit vereint das Buch zwei Themen, die beide für sich schon ein Buch wert gewesen wären. Das Innenleben eines an Schizophrenie erkrankten und die Erfahrungen eines Traders.

Ob man das alles, was zum Handel an den Börsen geschrieben wird, so für bare Münze nehmen muss, weiss ich nicht. Interessant geschrieben ist es alle mal.

Dillian ist ETF Händler. Er handelt Flow (also Handelt mit Kunden). er macht aber Ausflüge in Prop Trading (Handel mit dem Geld der Bank) und vermittelt da den Eindruck als ob er unkontrolliert hätte handeln können was er will. Und das stimmt einfach nicht. Eigentlich war das Risk Management bei Lehmann relativ strikt. Jedenfalls was die Händler betrifft...galt offensoichtlich nocht für alle Divisionen im Unternehmen.

Fazit: eine interessante Betrachtung des Innenlebens eines Traders und seiner Ansichten zu Märkten. Auch wenn es ein Vertreter eine aussterbenden Gattung ist und das üblich Cliche vom Kokain konsumierenden, sexistischen Proletentrader nicht mit dem in Übereinkunft zu bringen ist, was ich so erfahren habe. Aber irgendwo muss es das ja gegeben haben....und es macht einfach Spass zu lesen:).

Leichte Lektüre die fesselt. Informativ ist sie IMHO nur bedingt. But who am I? Kaufempfehlung!


Financing the Future: Market-Based Innovations for Growth (Milken Institute Series on Financial Innovations)
Financing the Future: Market-Based Innovations for Growth (Milken Institute Series on Financial Innovations)
von Franklin Allen
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Financing the Future......Turbokaitalistisches Kampfpamphlet oder Sachbuch, 9. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Frau Sarah Wagenknecht hätte ihre helle Freude an diesem Buch;)

Die Intention des Buches wird sehr schnell klar: im Wesentlichen (ein Blick auf die akademische EHekunft der Autoren macht auch klar warum) soll eine Lanze für "innovative Finanzprodukte" gebrochen werden. Zurecht wie ich finde. Selbstverständlich nimmt man heutzutage (Medien und allgemeine Gesellschaft) gerne die Mistgabel und den Strick in die Hand, sobald man den Begriff "innovatives Finanzprodukt" zu hören bekommt. Auch zurecht finde ich. Nach dem CDO, CDO squared, MBS...Desaster hat der normale Mensch wahrscheinlich erstmal genug von "Finanzinovationen".Der gesunde Menschenverstand kategorisiert diese erstmal als verzwickte und undurchsichtige Kontrakte, die:
1) keinen praktischen Nutzen haben (kann man nicht essen/trinken, nicht mit heizen, nicht mit fahren/fliegen/schwimmen, nicht anziehen...)
2) zu allerest mal Bänker und satanistische Hedge Funds reich machen.

Ich hatte mir von dem Buch erhofft etwas Munition für die Gegenposition zu bekommen. Gelingt dem Buch aber nur partiell. Es wird rudimentär und nicht sonderlich anschaulich erklärt, welche volkswirtschaftlichen!!! (also nicht nur mich reich machen) Aufgaben diese Finanzkonstrukte eigentlich haben. Das hätte man IMHO auch schöner, plastischer und direkter/lebensnäher machen können. Statt dessen wird viel auf das akademische Umfeld verwiesen. Generell zeigt das Buch ein paar exemplarische Beispiele, bei denen neue Finanzprodukte "der Sache" geholfen haben und auch noch helfen.

Die Palette der Konstrukte ist groß und vielseitig. Bonds, Aktien, Convertible Bonds, Futures, Optionen, Venture Capital und Hedge Funds (als asset Klasse),Versicherungen...Die historischen und aktuellen Anwendungsgebiete zahlreich (Industrielle Revolution, Eisenbahnbau in den USA,Entwicklungshilfe und Erneuerbare Energien). Trotzdem wird sehr selten mal wirklich in die Tiefe abgetaucht. Zwar wird manchmal grob erklärt, warum jenes Finanzprodukt nun mit dieser volkswirtschaftlichen Wohlfahrtssteigerung zusammenhängt. Meist aber oberflächlich. Manchmal wirds auch nur behauptet und auf Paper der akademischen Kollegen verwiesen. Hin und wieder nimmt das dann lächerliche Züge an. Wenn man behauptet das "Financial Innovations"(übrigens sollte man mal zählen,wie oft dieser Ausdruck verwendet wurde) quasi ursächlich für die Industrielle Revolution seien, könnt eher kritische Geist einwerfen: "die Dampfmaschiene und billige Rohstoffe aus den Kolonien mag da auch was mit zu tun gehabt haben". Sicher hat die effizientere Allokation des Kapitals eine wesentliche Rolle gespielt. Aber das wars doch nicht alleine! Technologie umfasst vieles...auch financial engineering, aber eben auch engineering:). Das denkt man sich häufiger. Auch wird der Schaden von Finanz-Innovation (obwohl erwähnt) nicht sonderlich breit getreten.

Fazit: bleibt häufig an der Oberfläche. Liest sich phasenweise wie eine Werbeschrift. Schon auch kritische Töne (Stichwort Tulpenblase). IMHO einfach zu wenig handfestes Material! So wirkt vieles wie politische Statements.

Das Buch bleibt also den Beweis schuldig, ob bei "Financial Innovations" mit "financing the future" nicht eigentlich "financing my Bentley" gemeint ist.


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