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Rezensionen verfasst von
Benedikt Irawan "Rüdiger Nawari"
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Machinarium (inkl. Samorost 2) - [PC/Mac]
Machinarium (inkl. Samorost 2) - [PC/Mac]
Preis: EUR 9,99

42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders und leicht, aber gut, 31. Oktober 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Normalerweise bin ich kein großer Adventure-Fan. Ich hab in meinem Leben nur eine Handvoll Adventures gespielt und höchstens die Hälfte davon beendet. Vielleicht liegt es daran, dass ich etaws ungeduldig bin und keine Lust darauf habe ein halbes Duztend Gegenstände zu kombinieren, bevor ich endlich weiter komme.
GENAU DESWEGEN mag ich Machinarium. Viele Gegenstände verliert man nachdem man einen Raum beendet hat, in die meisten Räume kann man garnicht zurückkehren. Ewiges Herumgelaufe fällt flach, planlose Versuche irgendwelche Gegenstände im Inventar mit anderen Inventargegenstäden oder der Umgebung zu kombinieren, ist nicht nötig. Hardcore-Adventure-Fans werden sich wohl unterfordert vorkommen, aber für einen Adventrue-N00b wie mich ist es genau richtig.
Was Machinarium aber wirklich außergewöhnlich macht: es gibt keine Sprachausgabe. Was theoretisch nach einem bösen Stilbruch zu anderen Adventures aussieht, ist für mich ein Segen! Sagen wir mal... Edna bricht aus. Kennt jemand die Stelle am Anfang, als man gerade über den Vordereingang abhauen möchte, von der Wache aufgehalten wird und zu den anderen Insassen gesperrt wird? Was gab es denn hier? Der Aluman; DROGGELBECHER; der Professor; Peter; der Barmann; die Verrückte Petra auf der Toilette; der Typ mit dem Telefonhören; Bienenmann; die Wäschelift-Wache. Bis man sich hier durch all die Informationen geklickt hat und sich zusammenreimen darf, was jetzt wirklich wichtig ist, vergeht schonmal eine Weile. Natürlich sind die Unterhaltungen unterhaltsam und oft habe ich angefangen laut zu lachen, aber irgendwann vergeht mir die Lust darauf. Als ich in Machinarium als kleiner Roboter in eine Zelle gesperrt werde und mit meinem Zellenpartner ein "Gespräch" anfangen möchte, kommt eine Sprechblase, in der eine Zigarette zu sehen ist und ich kann mich ans Werk machen.
Wenn man auf alte Bekannte trifft, wie den Roboter, der mal seine Sandburg zerstört und ihm den Eimer auf den Kopf gesetzt hat, wird dieses Erlebnis in einer Gedankenblase nochmal aufgezeigt.
Anstatt sich mit Worten verständlich zu machen, verständigt sich der Roboter neben diesen (Gedanken- und Sprechblasen) mit Gesten. Und wenn der Roboter zum ersten mal eine... wirklich schlimme Sache sieht und wild mit den Armen in der Luft fuchtelt, dann ist das mehr wert als jeder zynische Kommentar von Sedwig oder Edan.

Dieses Statement ist jetzt länger geworden als ich eigenlich wollte. Nochmal kurz: Machinarium verzichtet auf ein umfangreiches Inventar und unentliche Texte und ist vielleict genau deswegen für Adventure-Neulinge zu empfehlen.

Was ich übrigens noch erwähneswert finde: Im Gegensatz zu Edna bricht aus und The Whispered World läuft Machinarium auch auf einem 1280x800-Bildschrim auf Vollbild ohne gestreckt zu werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 8, 2010 10:28 AM MEST


Jumper
Jumper
DVD ~ Hayden Christensen
Preis: EUR 7,99

77 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fette Action ohne jeden Tiefgang, 3. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Jumper (DVD)
Oben groß rumzuquatschen. Ich war selten so begeistert und enttäuscht gleichermaßen wie von diesem Film. Auf der einen Seite stehen die einige der coolsten Actioneinlagen, die ich je gesehen habe (einen Bus nach seinem Gegner zu werfen ist auf jeden Fall eine feine Sache). Auf der anderen Seite steht die so ziemlich ein-dimensionalste Geschichte, die es je gegeben hat…
Die Story (die komplette Story, wohlgemerkt) kann man sie aus den 20-Sekunden-Vorschauen im Fernsehen zusammenreimen; und die Aktion-Sequenzen werden in anderen Rezessionen wohl genug hochgelobt, deswegen lasse ich das hier mal bleiben.
Ich will hier eher auf der (nicht vorhanden) erzählerischen ‚Tiefe‘ herumhacken.
[Für die Leute die den Film noch nicht gesehen haben: Inhalte verrate ich hier keine; Ihr werdet nicht von mir erfahren, dass Darth Vader Luke Skywalkers Vater ist.]
Fangen wir am Anfang an: Hayden Christensen findet heraus, dass er ein Jumper (= Teleporter) ist und beschließt kurzerhand seine Kindheit hinter sich zu lassen und von zuhause wegzu’gehen‘. Diese ‚Geburt‘ wird im Film auf ungefähr zehn Minuten beschränkt. Eine noch kürzere Abhandlung hab ich nicht mal bei DareDevil gesehen, und das soll was heißen. Nagut, Schwamm drüber. Darüber kann ich hinwegsehen, und auf eine 55-Minuten-Einführung, wie in SpiderMan hab ich eh keine Lust, aber hier wird auf jeden Fall erzählerisches Potential verschwendet.
Nicht hinwegsehen kann ich aber über die völlig hirnrissigen Beweggründe des Helden. Er haut einfach so von zuhause ab, nachdem er seine Kraft entdeckt hat, macht sich acht Jahre lang ein schönes Leben; dann kommt ne kurze Begegnung mit dem Feind (- zu dem komme ich gleich - ) und nachdem er gerade so entkommen konnte, muss Hayden Christensen natürlich sofort zurück zu den Leuten aus seiner Kindheit, um es den Bösen extra leicht zu machen, ihn zu finden? Wenn ich Hayden Christensens Rolle hätte, würde ich versuchen von jetzt an unentdeckt zu bleiben, ein bisschen untertauchen und nicht (!!) dorthin gehen, wo mich meine Feinde mich sofort finden. Sie haben seinen Namen, wissen wo er wohnt und wissen, dass er ein Jumper ist, das heißt sie könnten vielleicht [Achtung: Sarkasmus] auch herausgefunden haben, wo er seine Kindheit verbracht hat. Und genau dahin geht er jetzt!? Erkläre es mir; ich verstehe es nicht!!
Falls sich jetzt irgendein Klugscheißer denkt, wegen der Tusse, in die er schon seit er fünf ist verknallt war, dann sage ich: hat er hat es die letzen acht Jahre auch ohne sie ganz gut ausgehalten. Außerdem ist sie nebenbei gemerkt eine Schlampe.
Ich jumpe mal weiter zu dem Bösewicht. Samuel L Jackson wird einfach mal als Bösewicht deklariert und bleibt dabei. Selbst im späteren Verlauf des Films bleiben seine Hintergründe im Dunkeln. Er wird lediglich als Paladin beschrieben, religiöse Fanatiker, die anscheinend schon seit dem Mittelalter Jagt auf Jumper machen. Ahja… wie nennt man das? Historischer Hintergrund? Bullshit! Hayden Christensen frägt Samuel L Jackson sogar mal, warum dieser ihn Jagt. Seine Antwort: „Weil ihr alle böse seid!“ Respekt, einen Bösewicht mit noch weniger Tiefgang habe ich wirklich noch nie gesehen! Hätte er nicht sagen können dass ein Elternteil, Verwandte oder eine geliebte Person von einem Jumper getötet worden ist. Nein, nicht mal das kriegen die Story-Autoren hin!
Und der Höhepunkt: Die Mutter. Ich meine, komm schon! Ohne konkrete Aussage, warum die Paladin so sauer auf die Jumper sind, wirken die – ich will ja nicht sagen Hintergründe; es gibt keine Hintergründe – wie auch immer ich es nennen soll, es ist lachhaft. Die Mutter hätten sie einfach komplett weglassen sollen. Der Dramaturgie des Films hätte es nicht geschadet. Religiöse Fanatiker nur weil es ihnen gerade so passt? Lächerlich!
Die Kämpfe zwischen den Paladin und den beiden Jumpern sind zwar, wie gesagt, verdammt cool gemacht, für mich bleibt es jedoch ein Rätsel, warum die Jumper nicht beim ersten Anzeichen den Paladin schnappen und hundert Meter in die Tiefe stürzen lassen oder im Ozean aussetzen, bevor diese ihre Waffen ziehen. So würde der Film zwar langweilig werden aber hier herrscht Erklärungsnotstand!
Die drei von fünf Punkten gebe ich dem Film trotzdem, weil er doch ganz gutes Popcorn-Kino ist. Viel Action, schnelle Kamerafahrten, es geht viel kaputt, schöne Spezial Effekts – ein Film, den man sich mal anschauen kann, aber nicht muss.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2013 1:31 PM MEST


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