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Beiträge von buechermaxe
Top-Rezensenten Rang: 2.713
Hilfreiche Bewertungen: 2255
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Rezensionen verfasst von buechermaxe "buechermaxe" (München)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Von der Weisheit der Marienkäfer, 14. September 2010
Erst meint man, man bräuchte kein Buch über Sex von Langenscheidt. Aber wenn man das Büchlein zum ersten Mal durchgeblättert und schließlich angelesen hat, merkt man schnell, dass es sich um einen riesigen Lesespaß handelt. Dieses kleine Schmunzelwerk über die Geschlechter und ihre Beziehung im körperlichen Sinne hat es in sich. Denn das Buch liefert alle humorig-witzigen Plattitüden über Mann und Frau, über Vorurteile und Vorzüge, über die Art, wie sie in den verschiedenen Liebes- und Leidenslagen miteinander (bei d e r Sache) kommunizieren. Unter den Hauptkapiteln "Was Sie vor dem Sex noch wissen wollten", "Endlich Sex!" und "Immer Sex?!" findet man eine ganze Zahl von Abschnitten, in denen es um die verschiedensten Lebenslagen bei der schönsten Sache der Welt geht. Man findet nicht nur Stellungen und Pannen, die witzig aufgespießt werden, nicht nur Praktiken und Rekorde, die ins rechte Licht gerückt werden, man findet auch Legenden, Sprichwörter und Klischees, kurze Dialoge, die man kennt oder schon längst hätte kennen sollen. Einer der besten in meinen Augen war dieser: "'Sie: Du bist ein miserabler Liebhaber!". Er: "Wie kann Sie das in zwei Minuten wissen!". Das Buch versammelt auf über 114 Seiten viel Wissenswertes, Weisheitstolles und Unerkanntes, das man so von einem Lexikonverlag nicht für möglich gehalten hätte, aber bei diesen Autorinnen keine Schande ist. Also schnurstracks reinlesen, viele Worte helfen nicht: Sie werden schon sehen ... Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Hamsuns Hunger nach Weltliteratur! ... ist Weltliteratur!, 14. September 2010
Hamsun gehört zu den ganz großen seiner Zunft. Denn diesen Literatur-Nobelpreisträger, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkte, zeichnete sich durch moderne Themen und Literaturformen aus, die ihn bei seinen Zeitgenossen zu einem ganz Modernen gemacht hatten. Doch hatte er erst spät richtigen Erfolg, und als alter Mann tendierte er mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus in eine falsche ideologische Richtung, auch dann noch, als das 3. Reich Europa mit einem Weltkrieg überzogen hatte, der seinesgleichen in der Weltgeschichte sucht. Daher suchen die Norweger bis heute die richtige Form, um ihrem großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts in ausreichend differenzierender Weise doch noch gerecht zu werden. Trotz dieser Schwierigkeiten mit der Causa Hamsun gehört Hamsun heute zu den ganz Großen der europäischen Literatur. Er hatte den Nobelpreis für Literatur zurecht erhalten. In seinem Buch Hunger schildert er die Geschichte eines Mannes, der von seinem Talent und der Idee seines Lebens getrieben, ein ganz Großer der schreibenden Zunft sein zu können, vor allen Halbheiten und falschen Kompromissen zurückschreckt und alles, was ihn von diesem Weg seiner Tugend abbringt, ausschlägt, auch wenn es ihm kurzfristig nützte: der statt dessen seinen direkten Weg und den unmittelbaren Erfolg sucht. Er will mit dem, was er von Hunger getrieben mit den letzten Resten der ihm verbliebenen Schreibutensilien auf Papier bannt, reüsieren: Er will anerkannt und bekannt werden, einen anderen Weg weiß er nicht. So schildert dieses Buch die Leidensgeschichte eines Menschen auf seinem Weg, von dem er sich um nichts in der Welt abbringen lässt. Die Geschichte, die Hamsun in diesem Buch erzählt, ist mit Sicherheit von ihm selbst durchlitten worden. Sie ist in ganz erheblichen Teilen autobiographisch. Aber gerade darum geht einem das Buch so nahe. Es ist die qualvolle Lebensbeschreibung eines Individuums der Moderne, das mit den Erfordernissen der neuen Zeit schwer zurande kommt. Hamsuns Buch ist daher nicht nur Weltliteratur, sondern auch unbedingt zu lesen. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
ADAC-Reiseführer mit guter Landkarte im Einsteckschuber, 4. September 2010
Dieser Reiseführer besteht aus zwei Teilen, ein Textbuch und eine Landkarte. Wir haben diesen Reiseführer kurz vor unserer Abreise erstanden, weil uns die Landkarte als übersichtlich und genau genug erschien. Sie enthält von Latina und Terracina im Norden bis Paestum im Süden alles, was man wissen muss, um mit dem Auto zurecht zu kommen. Wenn man sich auf diese Weise den Kauf einer Landkarte wohl erspart hat, hätte der Reiseführer doch etwas ausführlicher sein können und mehr konkrete Informationen enthalten können. Insgesamt waren wir aber mit diesem Buch auf dem Hintergrund des Preises ganz zufrieden. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Postkarten aus dem Wunderland der Übe(r->l)setzungen., 4. September 2010
Ein Buch mit 16 Postkarten zum Versenden, jede versehen mit einer eigenen Übe(r->l)setzung. Da kann man von "Petrol Station" als "Dank Stelle" lesen oder auf einem Plakat mit einer Schönen von "Sag ja zu Mich". Mir hat dieses Postkarten-Buch sehr gefallen. Und so habe ich mich dafür entschieden und zu ihm gesagt: "Ich sag ja zu dich!", und kann sagen: "Ich habe dich nicht bereut!" Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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5.0 von 5 Sternen
Robert Walsers Poetenleben - Eine Reisebeschreibung durch poetische Sprachbilder., 4. September 2010
Dieses Bändchen von Robert Walser versammelt eine ganze Reihe kleiner Erzählungen und Geschichten aus seinem eigenen Poetenleben. Er subsumiert hierin seine Erfahrungen als Wanderpoet, als einer, der durchs Leben zieht und auf gut Glück versucht, seinem Talent und Gefühl gemäß bei sich selbst und im Leben anzukommen. Über München und dessen Künstler- und Literatenbohème schreibt Walser: "In München hatte ich einige literarische Persönlichkeiten von Rang und Belang bestens kennengelernt, aber ich hatte seltsame, drückende Empfindungen bei den künstlerischen und literarischen Assembleen, für die ich nicht recht taugte. Das Nähere und Genauere weiß ich nicht mehr genau: nur so viel weiß ich: mich trieb es aus allen Salons, wo Feinheiten und Exküsen herrschen, fort in die offene Welt, wo Wind, Wetter, grobe Worte, unsanfte barsche Manieren und alle Rücksichtslosigkeiten und Rauheiten regieren." (Seite 36) Der Schweizer Robert Walser liebt das Leben der einfachen Menschen, nicht jener gekünstelten der Salons und literarisch bürgerlichen Kreise; und das, obgleich seine Sprache, sein literarischer Habitus weit entfernt vom Sprachgebrauch dieser Menschen liegt. Und so mag es noch manchem heute ergehen, der ein Buch von Walser in die Hand nimmt. Jedoch sollte man es dennoch tun, denn die Sprache dieses Autors und Schriftstellers gehört noch heute zum besten, was man lesen kann. Walsers Sprache ist weich und hart, fein ziseliert und stilsicher fest. Walser liebt die ironische Logik, den versponnenen Vergleich und den überraschenden Widerspruch. Er weiß Bilder in komplexen Sätzen fein auszubreiten, doch immer so, dass die Lektüre fast schon zu leicht von der Hand geht. Dennoch muss man bei ihm mit sprachlichen Überraschungen rechnen, den Gebrauch von Worten, auch Neuschöpfungen, die man so und als solche noch niemals gehört hat. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Weltliteratur von einem Sprachkönner - Robert Walsers Der Gehülfe., 4. September 2010
Robert Walsers Buch "Der Gehülfe" gehört gemäß Auflistungen der deutschen Universitäten für Germanistik-Studenten zur Weltliteratur. Liest man jedoch die ersten Seiten von Walsers Roman, stellt man sich zunächst die Frage, warum das so ist und sein muss. Schließlich erscheint einem seine Sprache als altertümlich, irgendwie dem 19. Jahrhundert entsprungen zu sein. Schwer kommt man von Satz zu Satz, von Seite zu Seite voran, zumal auch die Geschichte, die er erzählt, einen nicht wirklich vom Hocker reißen muss. Also was ist es, was Robert Walsers Gehülfen noch immer so interessant macht. Eine Rätsel, das Walsers Buch erst beantwortet, wenn man sich eingelesen und mehr Seiten als die ersten hinter sich gebracht hat. Nach meiner Lektüre dieses Buches, und es war das erste aus Walsers Feder, musste ich feststellen, dass sein Deutsch zwar altertümlich oder etwas unmodern für heutige Lesegewohnheiten erscheinen mag, also zuerst gewöhnungsbedürftig ist. Doch zeigt sich schnell, dass er wunderschön ausformulierte und begeisternd leichtflüssig konstruierte Sätze webt und damit in der Lage ist, komplexe Sachverhalte doch einfach und grazil darzustellen. Seine Wortwahl ist zwar immer wieder von schweizerischen, vermutlich sogar dialektalen Einflüssen seiner Herkunft bestimmt; doch sind auch diese Eigentümlichkeiten ergreifend, da sie ganz andere, manchmal ganz neue Sprachmöglichkeiten offenbaren, die man so noch niemals vernommen hat. So wird Robert Walsers Buch zu einem Lehrstück, einer Exkursion in die Sprachmächtigkeit des Deutschen, wie man es bisher nicht kannte. So wurde, nachdem ich mich eingelesen hatte, Walsers Buch zu einer Entdeckungsreise in die deutsche Sprache. Und er ist seit dieser Lektüre für mich einer derjenigen, der noch heute eine Lanze bricht für ein gutes Deutsch, einer der wenigen im heutigen Kulturbetrieb, in dem die Sprachsimplifizierer und Inhaltsvereinfacher unter den Autoren den Geschmack des lesenden Publikums fast schon alleine bestimmen. Robert Walser ist in diesem Sinne eine lesbare Wohltat und darf getrost zu den auf Dauer Modernen gezählt werden. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Eine deutsch-deutsche Biografie: Von Flucht und Fluchthelferorganisationen, 11. Juli 2010
Friederike Schmöe schildert in ihrem zweiten Krimi eine Geschichte der Flucht und Fluchthelfer in der Zeit der schwierigen deutsch-deutschen Verhältnisse von DDR und Bundesrepublik. Mit diesem Buch wird uns die Zeitgeschichte der letzten 60 Jahre noch einmal ganz nahe gebracht, jedoch von Seiten der kleinen Leute, der Fluchthelfer und Fluchthelferorganisationen, die ihren Job nicht immer nur aus rein humitärem Antrieb heraus taten, sondern diesen oftmals auch als politischen Protest (z.B. wegen des Mauerbaus durch die DDR) oder manchmal auch nur als Mittel eigenen Broterwerbs taten. Schmöes Krimi erhält auf diesem Hintergrund eine Aktualität und Spannung, die dieser auf Basis seiner äußeren Handlung nicht hätte entfalten können: Die Ghostwriterin Larissa wird aufs Schloss der Gräfin Rothenstayn gerufen. Sie soll deren Biografie niederschreiben und als Buch veröffentlichen helfen. Aber an demselben Abend wird die Gräfin auf mysteriöse Weise tödlich verletzt. Es geschah im Zusammenhang mit der Unterredung eines späten, unbekannten Gastes. Sie wird am nächsten Morgen tot im Park des Schlosses aufgefunden. Der Routine-Auftrag der Ghostwriterin Larissa wird so zu einer unglaublichen, voller Spannung erzählten Geschichte. Sie öffnet die Perspektive auf eine zeithistorische Vergangenheit, in die die Gräfin verstrickt war. Sie konnte in den 70er Jahren nach einer ersten misslungenen Flucht doch noch aus der DDR flüchten, über einen Weg, der von MIS-Mitarbeitern längst entdeckt und zur Kontrolle der Fluchthelferorganisationen genutzt wurde. So wird Larissas Arbeit an der Biografie der Gräfin Rothenstayn zu einem gefährlichen Unterfangen für sie selbst, denn je mehr sie in deren Biografie einsteigt, bringt sie sich selbst in Gefahr. Friederike Schmöe gelang mit diesem Buch ein spannender Krimi, der in der Zeitgeschichte Deutschlands spielt, der einen schockierenden Einblick in den Alltag der deutsch-deutschen Fluchthelfer-Organisationen und der Taten der Stasi in diesem Umfeld bietet. Man hat bei der Lektüre so jederzeit den Eindruck, dass Schmöe den Lesern eine Krimi-Geschichte präsentiert, die nicht nur aktuell erscheint, sondern auch das Erzählen einer authentischen, präzise recherchierten Falls zu sein scheint. Diesen Detailreichtum aus ihrer Recherche lässt die Autorin den Leser immer wieder spüren. Sie lässt die Leser daran teilhaben. Doch manchmal hatte ich den Eindruck, weniger hätte mehr sein können. Aber dieser Eindruck könnte auch falsch sein; mancher mag auch mehr an ihrem recherchierten Wissen teilhaben wollen. Insgesamt also ein gut gelungenes Buch, ein schöner, interessanter Krimi. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Vom Leben im Münchner Fünfseenland und den Tiefen in den menschlichen Untiefen., 11. Juli 2010
Die Autorin Irmgard Hierdeis schrieb einen München-Krimi, genauer einen Krimi, der im Fünfseenland und am Westufer des Ammersees bei Herrsching spielt. Im Zentrum des Krimis steht der verwitwete Emeritus Bruno, der die gewonnene Zeit seit seiner Pensionierung fürs Schreiben eines Buches über das Glück nutzen will. Aber ein arbeitssames, beschauliches Dasein am Westufer des Ammersees bei Herrsching ist ihm nicht vergönnt. So wie er nun Zeit für seine verheirateten Kinder, seine Enkel und sonstigen Freunde zu finden scheint, wird der Tot eines Mädchens, das am Herrschinger Ufer aufgefunden wird, zu einem Ereignis, mit dem alte Freunde von ihm in Verdacht geraten und sich am Ende zeigt, dass im Hintergrund seines sozialen Lebens Tiefen in den menschlichen Untiefen verborgen liegen, ja sogar eine rigide Sekte agiert, die ihre eigenen Vorstellungen vom Glück der Jugendlichen verfolgt. Hierdeis Krimi ist spannend und mysteriös, entwickelt einen anderen Blick für die eigenen Freunde, die einem bislang als gewiss erschienen waren. Sie zeigt in eindrücklichen und weiten Schilderungen das Leben am Münchner See, die Lebensumstände und -weisen der Menschen an den Ufern des Ammersees, das der einfachen bayerischen Bevölkerung ebenso wie das der Künstler, Persönlichkeiten und VIPs, die so ganz anders erscheinen als sie sind. Trotz der Spannung, die das Buch allmählich erzeugt und aufbaut, hatte ich mehrfach das Empfinden, dass das Buch sich sehr diesen Schilderungen verschreibt. Man erkennt vielleicht darin, dass Hierdeis eine ingeniöse Kennerin der Menschen und Lebensumstände ist, die in dieser wasserreichen Landschaft gelebt werden. Obgleich diese Erzählungen ein eigenes interessantes soziologisches Umfeld in vielen Details aufzeigt, erschienen mir manche Passagen des Buchs zu sehr in diesem Sinne selbstverliebt - woran sich für mich die Frage anschließt, ob solches, wenn es nicht von vorneherein das besondere Interesse des Lesers findet, dem Fortgang eines Krimis in jeder Weise dienlich sein kann. Aber wie man weiß, sind die Geschmäcker verschieden und so mag Hierdeis Buch sicher seine Liebhaber finden. So kann man Hierdeis' Krimi allen empfehlen, die sich neben einer Krimi-Handlung auch dafür interessieren, wie die Menschen um die Münchner Seen herum leben. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Bairisch für Anfänger und alle anderen Zuagroasden. Ein Buch mit Gaudi ..., 12. Juni 2010
Ehrlich gesagt, Bairisch reden kann man gar nicht lernen. Das ist so, wie wenn Schwaben Hochdeutsch reden wollten. Bairisch ist eine Herkunft und Tradition. Da reicht es nicht, sich eine Lederhose oder ein Dirndl anzuziehen und eine Maß zu saufen. Da braucht's schon eine bayerische Mutter und einen bayerischen Vater. Und es gibt Leute, die behaupten, nicht einmal das würde genügen. Wie es auch immer ist: Langenscheidt bietet mit diesem Büchlein im Taschenformat neben einem Obazda-Rezept und einem Bairisch-Test einen Reiseführer durch die bayerische Sprache mit vielen Redewendungen und Erklärungen, wie der echte Bayer und die echte Bayerin ihre Sprache anwenden - und sich dabei auch noch verstehen, tatsächlich! Ein Büchlein, wie es nicht im Buche steht, ist wie schon das andere "Schwäbisch für Anfänger" in einige wichtige Lebensbereiche eingeteilt: Speis und Trank, Liebesgeflüster, Donnerwetter, Geflügelte Worte, Weissblauer Kult und zu Beginn das Einmaleins des Bairischen. Und es ist ebenso humorvoll und vermittelt im Erlernen des Bayerischen viel Gaudi. Besonders gefallen hat mir die Aufmachung, die sich in vielen Bereichen, im Aufbau wie in der Form der Erklärungen von Wörtern und Redewendungen, an die tolle Langenscheidt-Bücher "x - Deutsch, Deutsch - x" (x = Arzt, Hund, Frau, Mann, Antwalt usw.) erinnert. Also auch hier ein ergreifendes Buch, humorvoll und humoristisch ausgelegt, bei dem man zugreifen sollte. Ich hab's getan und habe es nicht bereut. Aber ob es mich in Bayern weiterbringt? Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
A ganze Kultur aus Kehrwoche und Schwäbisch. Koi leicht's Ding des ..., 12. Juni 2010
Des isch a nett's schwäbischs Biachle ieber d' schwäbische Sproach. S'goat do drom, wie de Schwoba deitsch schwätza ond do ko' m'r sogar als Schwob no ebbas lerna. Weil ons, grad raus g'schwätz'd des ewige Hochdeitsch schwätza schwer uf d'a Sack goat, wenn m'r ons moal ehrlich froga däd. Aber ehrlich g'sagt, ons froagt jo koiner. Kehrwoche, isch d'r Titel, ond zurecht. Weil des g'hört zum Schwäbischa wia d'r Biergarda zu de Bayra. Ond wer ins Schwobaländle kommt, muss sowieso eher en d' Besa, weil do drenka d' Schwoba ihren Schobba oder Semsagräblser, eben grad, was en der Gegend halt wächst. Ond damit ihr mai Rezension verstanda könnt, müsst ihr halt endlich des Biachle kaufa von Langenscheidt mit seine viele Redewendunga, dene viele Schilderunga, wie m'r wo em Schwäbischa schwätzt und was m'r ieberhaupt saga koa, wenn m'r d'rzu g'hera will. Ond wenn ihr des machat, dann isch au des koi Problem mehr. Denn des Biachle fend i' wirklich saumäßich guat! Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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