Profil für Gian > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Gian
Top-Rezensenten Rang: 253.909
Hilfreiche Bewertungen: 30

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Gian

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Israel in Egypt (Ga)
Israel in Egypt (Ga)
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen wahre, bewegende Größe - jenseits Gardiners herrischer Sportlichkeit, 26. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Israel in Egypt (Ga) (Audio CD)
Ich stimme mit meinem Vorrezenten völlig und ganz überein mit seiner Sicht der Dinge. Sehr nötig, sein Richten des Fokus darauf, wie man es nicht machen sollte mit Händel. Dem Pladoyer für einen "atmenden", "goldenen" (diese Assoziation stellt sich dann sehr schnell ein) Händel schließe ich mich ebenso hocherfreut an, und möchte hier auf meine Idealinterptetation dieses bedeutendsten Chororatorums durch Harry Christophers und seine Kräfte hinweisen (Collins/ Coro 1993).
Die Gardinersche " sportliche" Gangart hingegen reduziert die Dimensionen des gewaltigen Werkes


Rojotango
Rojotango
Preis: EUR 10,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut Psychedelisch(Seelenöffnend), 23. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Rojotango (Audio CD)
Ich muß Frau Matt ganz und gar zustimmen. Sollte man es nicht genug sein lassen mit ihrer "ganzheitlichen" Betrachtung ?
So verzaubernd, seelen-eröffnend wirken die hier präsentierten Gesänge.
Ich möchte mich gar nicht über die hinreichend gerühmtem Qualitäten der Stimme von Erwin Schrott auslassen. Die sind bekannt.
Ein Gran adäquater gelingen ihm die "jugendlicheren" brasilianischen Nummern, in ihrer coolen Glut.
Den argentinischen würde ein kleinere, vom "Leben verschrammte" Straßenstimme vielleicht noch gerechter.
Der Wahnsinn ist für mich aber, WIE das Ensemble um Pablo Ziegler diese südamerikanischen Standards spielt, mit dem Sänger zusammen agiert.
Eine Zeit, die still zu stehen scheint. Man wird in Traurigkeiten und
Melancholien hineingerissen, aus denen man paradoxerweise erfrischt auftaucht. Gibt es eine stärkende Traurigkeit ?
In welchen emotional und geistig verarmten Zeiten vegetieren wir eigentlich in Westeuropa ?


Hasse: Cleofide
Hasse: Cleofide
Preis: EUR 25,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein, 12. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Hasse: Cleofide (Audio CD)
Den ausgewogenen Worten Claus Fischers kann ich nicht viel hinzufügen.
Die Produktion eines seinerzeit gänzlich unbekannten Werkes in so durchdachter, ernsthafter, ausführlich kommentierter Weise wäre heutzutage ein Ding der
Unmöglichkeit.
Ein Ensemble mit den damals herausragenden Sängern ihres Fachs, das sich "nur"
intensiv und ohne Eitelkeiten auf die zu erzählende Geschichte konzentriert.
Ein Dirigent der von einer anderen (seiner) Plattenfirema ausgeliehen wurde - soviel Dienst an einer guten Sache ! Für William Chrstie soll "Cleofide" eine Herzensangelegenheit gewesen sein. Beispielhaft !!
Aus dem Ensemble möchte ich aber doch Emma Kirkby herausheben, deren Leistungen auch heute noch vollkommen frisch und überzeugend auf mich wirken.
Zuweilen hat man den Eindruck, daß man sich noch nicht ganz traute damals.
So gerät manches zu flüchtig, schnell, wenig ausgeformt, zu scheu mit
heutigen Ohren betrachtet.
Erst zehn Jahre später hört man einen erwachsenen Hasse jenseits aller empfindelnden Blässe. R.Goebel (Hasse,Salve Regina.DGA) animiert seine musiqua antiqua samt Bernarda Fink und B.Bonney zu einer farbenreichen Klangpracht,einer
sinnlichen Langsamkeit und sprechenden Agogik, daß es einem den Atem verschlägt, bis heute.


Porpora Arias
Porpora Arias
Preis: EUR 22,54

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerreicht Komponist und Interpretin, 5. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Porpora Arias (Audio CD)
Ich stimme vollends mit Lilienthals so treffenden Worten überein.
Dies ist für mich die beste Porpora Interpretation, die es überhaupt gibt.
An Können, Virtuosität, Ernsthaftigkeit und Tiefe schwerlich zu toppen.
Daß Porpora ein ganz großer, "unabhängiger" Meister war, enthüllt sich hier zum ersten Male! Das Erschrecken Romain Rollands über die "Monumentalität" Porporas, der während seiner Händel Studien auf diesen Namen stieß, erschließt sich beim Hören augenblicklich.
Cecilia Bartolis Interpretation des unglaublichen Solitärs "Nobil onda" mit dem rumpeligen,permanent "feurigen" Antonini ist dagegen das sprechende Beispiel einer gänzlich mißglückten, "stylishen" Überinterpretation für die Masse.
Neben der unerreichten Gauvin würde ich die herrlich frische Elene Cecchi Fedi mit ausnehmend schönen Kantaten(Hyperion)empfehlen und Michele Andalò mit geistlicher Musik(SOMM), je(wie die Gauvin)von hervorragenden booklets begleitet.
Andalò wagt einige schöne messe di voce (+ Abschwellen !).


Lamenti
Lamenti
Preis: EUR 13,51

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schönste jüngere Hasse Stimme oder das tiefe, große Leuchten, 3. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lamenti (Audio CD)
Für mich ist Stefanie Iranyi schlicht die schönste HasseStimme seit der Genaux.
Ja, vom reinen Stimmklang vielleicht noch schöner, weil runder, intakter !
Drei wunderbare Arien der Dido und die bei Metastasio einzig dastehende,tragische
scena ultima werden aus Hasses "Didone abbandonata" (1742)vorgestellt.
Die Arien "Ah!Non lasciarmi" und "Non ha ragione" gehören für mich zum Schönsten, was ich je von Hasse gehört habe.
"Ah!Non lasciarmi" im typischen andante assai, mit ihrer atmenden "lässigen" Weite öffnet den Raum weit bis hin zu Hasses Abschied von seiner Gattin, ja seinem eigenen würdigen Schreiten aus dieser Welt im "Agnus Dei" der "Missa ultima" von 1783.
Das dunklere "Non ha ragione" in seiner verhaltenen Glut, seiner zurückgehaltenen Leidenschaft besitzt eine ganz große Ausstrahlungskraft.
Frau Iranyis weicher, dunkel gefärbter Sopran, ihre "Darstellung" erwecken den Eindruck, als wären diese vier Stücke extra für sie komponiert worden.
Michael Hofstetters kongeniales, "dezentes" Dirigat ist das Rückgrat dieser enormen Leistung.
Hier müssen meine Eindrücke vorerst enden, da ich seinerzeit nur den Hasse Teil
runtergeladen habe.
Aber: das Hineinhören in Haydns "Arianna"-Kantate, in einer hoch interessanten
Fassung für Stimme und Streichquartett(statt des Klaviers) - wie gut Hasse und der soviel jüngere Haydn zusammenpassen - und in Händels experimentelle, römische "Lucrezia" für Sopran und Continuo lassen mich eilen, endlich die komplette cd(plus booklet)zu erwerben.
Welch ein durchdachtes, herrliches Programm ! Was für eine neue, einnehmende
zutiefst "ehrliche" Stimme !!


La Partenope
La Partenope
Preis: EUR 32,54

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WER OHREN HÄTTE ZU HÖREN EINZIGE Vinci seria auf cd derzeit, 2. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La Partenope (Audio CD)
Nur sehr cum grano stimme ich den Vorrezensenten zu.
Für die zutiefst ernsthafte Bemühung aller Beteiligen an dieser live Einspielung aus Murcia meine 5 Punkte.
Offenkundig sind solche Projekte heute eine Seltenheit, geldlich nicht mehr so
einfach zu realisieren.
Das Orchester beherrscht den neuen Vinci Stil mit einer virtuosen Frische und
Selbstverständlichkeit, die Maßstäbe setzt. Es atmet mit den Solisten, begleitet paßgenau (wie ein Handschuh), realisiert die geforderten mezzo-tinten, die piani primi e sfondi, das chiaroscuro.
Nach dem Dauer-"Allegro sempre meccanico" eines schweizer Interpreten ist man erstaunt über die Fülle der unterschiedlichen Bewegungsarten in einer Vinci Oper.
Überhaupt bekommen wir einen ausgezeichneten Eindruck von dem, was Vinci gemeint hat. Stimmliche Ausfälle kann ich nicht feststellen. Wer bei diesen wunderbaren Interpreten nicht schnellsten studieren will, wie flink, flexibel, lebendig, lebhaft - nie oberflächlich - seria Rezitative zu singen sind, wie dezent und sparsam zu begleiten, dem ist nicht zu helfen.
Ist Italienisch soo schwer, daß ausschließlich Muttersprachler oder Anglo-Amerikaner ungecoacht darauf losgelassen werden sollten? Nein, aber das flüssige RezitativSingen für Falsettisten!
10.02.2013
Bliebe zu ergänzen, daß Antonio Florio (2011) sich bereits seit sieben Jahren öffentlich für Vincis "Partenope" einsetzt.
2004 konzertante Aufführung in Beaune ("Festival International dŽOpéra Baroque"), die Sänger der drei Hauptrollen exakt die selben wie heute).
Danach szenische Realisierungen an verschiedenen Orten, ua.2008 mit der Invernizzi als Arsace wiederum in Beaune, 2011 live Mitschnitt der Inszenierung in Murcia.
Von der konzertanten "Première" (2004)gibt es einen Mitschnitt, der interpretatorisch noch lebendiger, frischer, mitreißender ist als die endgültige cd Version. Möglicherweise erlaubt eine konzertante Realisierung eine stärkere Konzentration auf das Wesentliche. Akustisch: mp3 - Niveau, mit künstlichem Volumen aufgeboostet,was jedoch hier nicht stört, da der interpretatorische Ansatz stimmt.
Die "steife", überhistorisierende Inszenierung (nach den Bildern des booklets zu
urteilen) von 2011 könnte ein anderer Grund sein für den Unterschied. Die Sänger trugen Mikrofone direkt an/in ihren Kostümen, was eine gewisse Prominenz der Stimmen vor dem Orchester ergab. All dies sind aber nur Nuancen im Kommabereich, bitte.
Maestro Florios "lebenslange" Beschäftigung mit der neapolitanischen Musik, speziell auch mit dem komischen Werk Vincis sorgen für größtmogliche Idiomatik und Authentizität in allen Bereichen.
Der Mitschnitt von 2004 enthält zudem Sarris Intermezzo "Eurilla e Beltramme"(1722 für die eigene "Partenope" komponiert) mit den einschlägig bekannten Herren de Vittorio und Naviglio.


Hasse: Didone abbandonata
Hasse: Didone abbandonata
Preis: EUR 21,98

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die erste akzeptable Realisation einer Hasse Oper, 29. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Hasse: Didone abbandonata (Audio CD)
Dank an Floridante für die erhellenden Sachinfos zum editorischen Hintergrund dieser Erstaufnahme.
Für mich liegt hiermit die erste ernstzunehmende Veröffentlichung einer Oper
von Johann A. Hasse vor und das ist ein Grund zu ganz großer Freude !
Christies angegilbte "Cleofide" kann ich heuer nicht mehr ernst nehmen
(hervorragend dort: Emma Kirkby und die sprachgecoachten Rezitative).
Die schönen Recitals von Barna-Sabadus und Stefanie Iranyi hatten meine Erwartungen positiv gespannt. Daß das Ergebnis sooo überragend ausfallen
würde, hätte ich nie erwartet.
Die der Inszenierung geschuldeten "Ausfälle" stören mich überhaupt nicht -
die meisten Inszenierungen müssen offenbar zwanghaft daneben sein.
Das Tolle ist: die Oper erträgt das alles mit Bravour. Und Zwischenapplaus bei hinreißenden Arien und Passagen - das hat doch etwas sehr Menschliches und "Historisches" zugleich.
Erschütternd das hohe Niveau all dieser jungen Stimmen, die man bis auf Herrn Barna-Sabadus gar nicht kennt. Toll, das pulsierende, flexible, atmende Spiel der Münchner Hofmusik unter Michael Hofstetter, der eine wunderbare Hand für diese Art Musik besitzt.
Hier: der sehr natürlich geführte rezitativische Dialog, der den einen, nicht zu vernachlässigenden Pfeiler des metastasianischen Dramas bildet; dort: die stolze Reihe der melodisch reichen, umwerfenden Arien, bei denen es für mich überhaupt gar keine Ausfälle gibt. Bei Händel findet man schon second rate Arien, während derer man zu den Karten griff, einen Imbiß nahm, sich unterhielt oder sonstwelchen Bedürfnissen nachging(Burney).
Was eine opera seria nach Metastasio um 1740 sein kann, höre ich hier zum ersten Mal!
Hartnäckige Legenden krachen da ins Nichts:
Hasse der undramatische Langweiler, oberflächliche Vokalakrobat, auf der Bühne
unmöglich. Daß er Accompagnati komponieren konnte, Formen gern auch integrierte, vernahm man dann zuerst in den Oratorien mit Erstaunen.
Dem differenzierten Ausprechen der Personen im Rezitativ entsprechen Arien, deren Affectfocus sich wie unter der Hand erstaunlich weitet. Der Hassesche "Affekt" hat mit dem Händels nur noch wenig gemein.
Was kann man mehr verlangen als solch eine gelungene Begegnung der neuen Art ?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2013 11:48 AM CET


Vinci: Artaserse
Vinci: Artaserse
Preis: EUR 12,98

10 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Begegung der mittelmäßigen Art, 29. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vinci: Artaserse (Audio CD)
Ich möchte keinen Essig in den "stylishen" Wein gießen, aber mit Vinci oder der "Zeitenwende" von 1730 hat dieser trendige it-Gipfel gar nix gemein!
a) mp3-Akustik bei virgin ? - aber ja, im Radio tönte es haargenau so drahtkommodig", b) in der Tat, derart unidiomatisch gebellte Rezitative hat man lang nicht mehr erdulden müssen. Dummerweise sind lebendig gestaltete Rezitative konstitutiv für das metastasianische Drama und dann auch gar nicht mehr langweilig. Man lausche nur Hasses Berliner "Agostino" (um 1993), der grandiosen Münchner "Didone" oder Antonio FlorioŽs Vinci Realisierungen.
Anders als in Händels Londoner Wunschkonzerten(keine Abwertung,bitte)verstand das italienische Publikum ja sehr genau jede Wendung der Handlung, ähnlich bestimmt so das Dresdner oder Berliner Publikum.
c) wieso dieser eiserne, mechanische sempre allegro assai Rhythmus, den der
Dirigent durchexerziert? ... "zügig, voll motorischen drives" nannte man das in vor-Harnoncourt-Zeiten. Die Sänger werden getrieben, dürfen kaum atmen.
d) stimmlich überzeugen der wunderbare Valer Barna-Sabadus, der herrlich frei strömende Tenor von Daniel Behle, der rätselhafterweise im Rezitativ von einem überflüssigen Fagott belästigt wird und der russische Counter Yuri Mynenko. Von dem vorwiegend lauten BartoliRedivivus Fagioli ist kein einziges Wort im Rezitaiv zu verstehen, hier rächt sich die "Natürlichkeit" seines timbres.
Aber hat man je ein so bizarres(zickiges)Schlußduett hören müssen, mit einer kreischenden Mandane? Kein Wunder, daß da kein Haendel-feeling aufkommt. Man stelle sich eine seiner wunderbaren Opern in dieser neu-römischen Besetung vor ...
Ja, wenn wir intakte KastratenStimmen hätten.
..
11.02.2013
Angesichts der sehr klugen und abwägenden Besprechung der Wiederauflage der Hasseschen "Cleofide" von Claus Fischer habe ich meine Erinnerungen an diese Meilensteinproduktion ein wenig aufgefrischt. Das führt nun leider dazu, daß ich der hier in Rede stehenden "Spaß"-Produktion einen weiteren Punkt entziehen muß.
Zum Klang: wie ein mp3-Mitschnitt, dem man ordentlich Hall und Baßvolumen beigemischt hat. Fällt mir nur hier bei Virgin auf. Glucks"Ezio"/Curtis etwa klingt tadellos.
Die "Vision" des Dirigenten ?
a) Herr Fasolis läßt die Bässe aufrauschen wie bei einer Corelli-Première anno 1680. Und das bei einer Musik, die sich vom Basso continuo gerade zu verabschieden beginnt.
b) für mich das Schlimmste: Fasolis "betonartige" RhythmusVorstellung. Ständige, sehr voraussehbar platzierte, schwere Akzente in Kombination mit einer nähmaschinenhaft abrasselnden Motorik erwecken den Eindruck, die Stimmen hätten das Orchester zu begleiten, nicht umgekehrt oder als wären Stimmen und Orchester einfach mechanisch übereinander getrackt. Die nötige feine, flexible Kommunikation/Interaktion,das beständige Aufeinanderhören findet nicht statt. (Musterbeispiel: Ch.Thielemann im letzten Sylvesterkonzert aus Dresden, der mit den Augen mehr bei den Sängern als bei seinem Orchester war !)
Nach zwei Takten weiß der Hörer Bescheid, was er die nächsten zehn Minuten zu erwarten hat. Da passiert nichts mehr! Gar nichts. So etwas habe ich eigentlich schon lange nicht mehr erlebt, Gott sei Dank !
Ingobert Waltenberger ist es zufrieden, " .. da man sich voll eines herzerfrischenden Travestiespektakels erfreuen darf, wie das damals im 18.Jhd. in Neapel auf Opernbühnen so üblich war."(Aufführung Nancy, der neue Merker)
Welche Funktion hätten denn dann noch die beliebten komischen "intermezzi" ? Und die typisch neapolitanische "commedia per musica", die in Leonardo Leos "Amor vuol sofferanza" ihren Höhepunkt feiert? Man sollte doch etwas Peilung haben, in welchem Film man sich befindet.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 12, 2013 4:09 AM CET


Weihnachten am Dresdner Hof - Werke von Seger, Heinichen und Ristori
Weihnachten am Dresdner Hof - Werke von Seger, Heinichen und Ristori
Wird angeboten von glaskunst-bastick
Preis: EUR 17,10

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur zur Weihnachtszeit, 12. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vom Titel dieser cd sollte man sich nicht unbedingt irritieren lassen.
Ja: es liegt so etwas wie eine rudimentäre katholische Weihnachtsliturgie vom
Dresden des Jahres 1750 vor.
Die eingespielten Werke allerdings sind von einem solchen Niveau, derart originell, dass sie dieses labels gar nicht bedürfen.
Jede Kompostion von Heinichen ist hörenswert: "unser" erster galanter Komponist. Fast möchte man einen Zusammenhang vermuten zwischen der Schwerelosigkeit dieser Musik und seiner Todeskrankheit.

Ein WIRKLICHES MUSS aber ist (heute,leider noch) jedes Werk, das von Giovanni Alberto Ristori(1692-1753) auf Tonträgern erscheint. Ristori verkörpert die galant frühklassische Hochblüte des Dresdner Stils im 18.Jhd.: italienische Kantabilität, die absolut souveräne Beherrschung des besten Orchesters seiner Zeit, eine quasi "verborgene" Virtuosität im Dienste des Ausdrucks.
Ristoris "Messa per il Ss Natale"(1744) steht durchaus in einem Zusammenhang zu Zelenkas genialen Spätwerken. Sie dauert gut 36 min, mit Offertorium 45 min.

Eine Kultur, die der "große" Friedrich (II.) das perverse Bedürfnis hatte, "platt" machen zu müssen ! - -

Großen Dank an die Bemühungen von carus und cpo, das so bedeutsame katholische Umfeld Bachs ENDLICH wieder in ein angemessenes Licht zu rücken.
Das booklet, wie meist bei carus, ist sehr informativ und anprechend gestaltet.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 30, 2013 1:48 PM CET


Seite: 1