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Rezensionen verfasst von
F. Grünewald

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Seite: 1
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Steampunk - kurz & geek
Steampunk - kurz & geek
von Alex Jahnke
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Einstieg in die Welt des Steampunks, 26. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Steampunk - kurz & geek (Broschiert)
Nach einiger Wartezeit gesellt sich nun endlich zur "Hackerbrause" das zweite Buch aus der neuen Reihe des O’Reilly Verlags. Auf Grund meines persönlichen Faibles für die Steampunk-Ästhetik war natürlich klar, dass auch dieses Buch über kurz oder lang in meinem Regal landet. Wer sich jetzt fragt ob ich es bereue: Nein, ganz sicher nicht! Bereits bei der wirklich schön geschriebenen Einleitung wird einem klar: das ist kein Buch, was so schnell langweilig wird und so legt man es kaum aus der Hand bis die knapp 180 Seiten gelesen sind.

Das Buch richtet sich primär an genrefremde Einsteiger und Leute, die irgendwann mal "Die Differenzenmaschine" gelesen oder "Hugo Cabret" gesehen haben. Sicherlich lohnt sich die Anschaffung aber auch noch für alte Hasen, denn das vermittelte Wissen ist das Ergebnis jahrelanger exzessiver Arbeit mit und in dem Genre selbst, so dass immer noch Neues zu lernen gibt. Das Thema "Steampunk" als solches ist vermutlich nicht nur mir eher aus der Literatur und darauf aufbauend aus anderen Medien bekannt. Conventions und LARPs, die sich gänzlich dem Dampfe verschrieben haben, kannte ich vor der Lektüre aus dem deutschen Raum noch gar nicht. Auch die große Welle auf dem Bereich des Do-it-yourself (bei der amerikanischen Verlagsmutter erscheint seit 2005 das DIY-Magazin MAKE) schwappt eher gemächlich zu uns über. Diesem Untergrund-Charakter im Vergleich zur High Fantasy sind sich auch die Autoren bewusst und besonders in den ersten Kapiteln geht es vor allem um die Leute, die Maker, die ein literarisches Genre erst zu einer eigenen Subkultur erheben. Ein gewisser Stolz, selbst ein Teil eines größeren Ganzen zu sein, schwingt natürlich immer mal wieder mit, hilft aber auch gleichzeitig den "Virus" Steampunk an den Leser weiterzugeben.

Die nächsten Kapitel drehen sich vor allem um Medien, bringen aber auch das ein oder andere Erstaunliche mit, selbst wenn "Steampunk – kurz & geek" nicht das erste Buch, welches man zu dem Thema liest. Insbesondere überrascht der Bereich der (internationalen) Musik und es darf dann auch ein Videoclip von Justin Bieber nicht fehlen. Natürlich gibt es hier jeweils dem Titel entsprechend nur kurze Infos, aber die erwähnten Werken wurden sorgfältig ausgewählt. Den Abschluss bildet das womit das Buch angefangen hat, nämlich den Leute in den einzelnen Communities und einen kleinen Blick in die Kristallkugel. Ob Steampunk jetzt nur einen kurzen Auftritt im Rampenlicht hinlegt oder in wenigen Jahren wieder verschwunden ist, aber mit dem Buch haben die beiden Autoren sicherlich einen Beitrag dazu geleistet, dass es langfristig bei jedem, der das Buch gelesen hat, hängen bleibt. Es überzeigt durch fundierte Infos und einem angenehm packenden Schreibstil.


Disney Micky Epic: Macht der Fantasie
Disney Micky Epic: Macht der Fantasie
Wird angeboten von Bachler Games - Alle Preise inkl. Mwst.
Preis: EUR 17,95

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Einmal ein 3/4-Spiel zum Vollpreis bitte, 25. November 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Castle of Illusion" für den Sega Mega Drive war für mich eines der ersten und wichtigsten Spiele, mit denen ich in der Welt der Videospiele das Laufen gelernt habe. Dementsprechend groß war meine Vorfreude, als der erste Trailer zu "Micky Epic: Macht der Fantasie" (engl. Power of Illusion) erschienen ist und die Vorbestellung so früh es ging getätigt.

Story: Micky wird von Oswald, dem glücklichen Hasen, nach Wasteland gerufen. Dort ist das Schloss der bösen Hexe Mizrabel erschienen, die wie bereits in "Castle of Illusion" Minnie entführt hat. Micky begibt sich daraufhin auf eine Rettungsaktion, die ihn quer durch das Schloss sowie die Welten der Filme "Peter Pan", "Aladdin" und "Arielle die Meerjungfrau" führt. Auch drei Endgegner gilt es zu bezwingen.(dazu später mehr) Auf seiner Reise begegnen Micky zahlreiche alte und neue Charaktere aus dem Disney-Universum, die nach ihrer Rettung einen Raum im sicheren Teil des Schlosses ziehen. Es wurde hier wirklich eine Menge an Dialog eingebaut, und jeder Charaktere hat eine Vielzahl an kleinen Nebenaufgaben für Micky, die es zu erfüllen gilt.

Grafik: Hier gibt es kaum was zu meckern, die Animationen sehen toll aus und die elf Level + drei Bossfights sehen wirklich schön aus. Lediglich der 3D-Effekt hätte ein wenig schöner genutzt werden, und richtig animierte Zwischensequenzen gibt es leider gar keine. Da bin ich leider von zahlreichen anderen 3DS-Titeln besseres als Standbilder mit Zoom- und Pan-Effekten gewohnt.

Sound: Sowohl einige Musikthemen als auch zahlreiche Soundeffekte aus dem ersten Titel der "Illusion"-Reihe wurden übernommen. Gleich im ersten Level kommt daher für den Retro-Fan wahre Freude auf.

Spielspaß: Hier gibt es eigentlich auch kaum was zu meckern, denn es wird sich hier relativ strikt an die Grundbausteine eines "Castle of Illusion" gehalten. Gegner werden Stampfattacken oder Fernangriffen in Form von Tintenklecksen bezwungen. Einige Gegner halten deutlich mehr als einen Treffer aus, und so kann man mit gefundenem Geld oder durch Nebenaufgaben Upgrades erhalten, die Angriffe stärker machen, oder einem mehr Lebensenergie verleihen. Wie bereits bei Micky Epic ist natürlich der Pinsel eine wichtige Waffe und so findet man zahlreiche Möglichkeiten um Objekte in der Spielwelt zu platzieren bzw. sie zu entfernen. Die meisten Objekten kann man nur an einer Stelle platzieren, die auf dem unteren Screen angezeigt wird, lediglich Objekte von Skizzen dürfen frei platziert werden. So lässt man beim Spielen ständig den Blick von oben nach unten wandern. Für jedes Objekt muss man ein kleines Ausmal-Minispiel absolvieren, was irgendwann dann doch nervig wird. Insbesondere gibt es auch Stellen, in denen man erst eine Kette ausradiert, damit das dort befestigte Beil abfällt, nur um dann wieder an der selben Stelle eine neue Kette zu zeichnen, an der sich Micky entlang schwingen kann. Auch andere Passagen bestehen aus ständigem Zeichnen-Löschen-Zeichnen-Löschen, das hätte man besser lösen können. Die Navigation auf der Level- bzw. Raumkarte ist ebenso recht umständlich gestaltet und man braucht zum Navigieren unnötig viel Zeit.

Umfang: Kommen wir zu den wirklich üblen Dingen, die eigentlich (bei mittelmäßigen Spielspaß) nur eine Ein-Stern-Bewertung zulassen würden. "Micky Epic: Macht der Fantasie" ist ein glorreiches Beispiel für ein halbfertiges (pardon, dreiviertelfertiges) Videospiel, welches unbedingt noch vor dem Weihnachtsgeschäft fertig werden musste. Das wird einem bereits dann klar, wenn man das Cover mit dem tatsächlichen Spielinhalt vergleicht. Dort blicken Dschafar, Captain Hook, Ursula und die Herzkönigin aus den einzelnen Toren hinter denen sich Agrabah, Nimmerland, Atlantica und das Wunderland befinden. So könnte man doch im fertigen Spiel dann insgesamt vier Spielwelten und die jeweiligen Bösewichte als Endgegner erwarten... aber nicht so mit Disney, denn das Wunderland ist komplett dem Schnitt zum Opfer gefallen und auch Ursulas Bossfight fehlt im fertigen Spiel. Einigen findigen Journalisten (siehe Rezension von Destructoid) gegenüber wurde sogar bestätigt, dass aus Zeitgründen einige ursprünglich geplante Inhalte nicht im fertigen Spiel enthalten sind, das Spiel musste schließlich innerhalb von einem Jahr pünktlich fertig werden. Dies erklärt auch die fehlenden animierten Cutscenes, trotz der ziemlich großen Kapazität der 3DS-Speicherkarten. Nichtsdestotrotz darf der Kunde natürlich den vollen Preis dafür zahlen. Ein wenig länger als 5-6 Stunden hat man nur dann was von dem Spiel, wenn man wirklich jede Nebenaufgabe, die daraus besteht in den sage und schreibe elf Leveln (geplant waren wohl 16) nach neu aufgetauchten Schätzen und Charakteren zu suchen. Diese "Backtracking" bringt kaum Abwechslung mit sich und sorgt dafür, dass die Spielzeit künstlich gestreckt wird, denn viele Level wird man dreimal oder öfter beenden müssen. Wie in einem typischen "Metroidvania"-Titel lassen sich zwar einige Gegenden erst mit entsprechenden Skizzen erreichen, das bleibt jedoch die Ausnahme. Die Upgrades, die man für die Nebenaufgaben erhält, waren mir auf Dauer zu wenig um noch weiter zu motivieren, denn der Schwierigkeitsgrad für erfahrene Spieler ist zu gering. (aber das lasse ich natürlich nicht als Kritikpunkt für ein "Kinderspiel" einfließen) So steht man dann nach ein oder zwei Spielsessions am Abend schon vor dem Ende.

Fazit: "Micky Epic: Macht der Fantasie" ist leider vom Umfang und vom spielerischen genau wie das Setting: eine Illusion von Retro inmitten eines Wastelands. Das Spiel hätte mit ausreichender Entwicklungszeit soviel mehr werden können, denn viele gute Ansätze sind da. Leider sind Termindruck und Raffgier aber der Grund, warum wir dieses Spiel wohl nie in seiner vollen Pracht erleben dürfen. In der Wertung können natürlich persönliche Faktoren, wie z.B. Nostalgieempfinden und Enttäuschung nicht ganz ausgeschaltet bleiben, aber dennoch würde ich es keinem empfehlen mit dem Kauf des Spiels das Signal zu setzen, dass es okay ist ein unfertiges und zu kurz geratenes Spiel auf den Markt zu werfen; eine Mentalität der Publisher, die man leider immer mehr antrifft.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 5, 2013 8:23 AM CET


Another Code: R - Die Suche nach der verborgenen Erinnerung
Another Code: R - Die Suche nach der verborgenen Erinnerung
Wird angeboten von karunsode
Preis: EUR 29,99

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gutes Gefühl dabei, 29. Juni 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kommen wir zuerst zur Story des Vorgängerspiels, da man sonst nicht alles verstehen kann. Der Spieler schlüpft wie im DS-Vorgänger in die Rolle der dreizehnjährigen Ashley Mizuki Robbins. Ashley wuchs einen Teil ihres Lebens bei ihrer Tante Jessica auf, mit der Gewissheit auf, dass ihre Mutter und ihr Vater verstorben waren, bis sie kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag überraschendeinen Brief von ihrem Vater erhielt, der sie zur Blood Edward-Insel einlud und ihr einen DAS, einen kleinen Computer im Nintendo DS-Design schenkte. So brach sie also auf um Antworten auf viele herumschwirrende Fragen zu finden, auch die Alpträume betreffend, die sie immer wieder plagten. Auf der Insel traf sie schließlich nach einigen Schwierigkeiten ihren Vater Richard, einen Wissenschaftler im Gebiet der Erinnerungsforschung, wieder, leider mit der traurigen Gewissheit, dass ihre Mutter, ebenfalls Erinnerungsforscherin, in der Nacht von Ashleys dritten Geburtstag ermordet wurde und Ashley erlebt diese Nacht nun immer wieder in ihren Träumen. Doch auf Grund dieses Trauma schaffen Richard und Ashley es schließlich den Mörder ihrer Mutter zu finden und zu stellen, denn immerwieder tauchen in Flashbacks Erinnerungsfetzen auf, die auch in Another Code R eine wichtige Rolle spielen. Nach Ende des Spiels hatte Ashleys Vater sich geschworen, die Wissenschaft an den Nagel zu hängen, doch nun, als Ashley sechszehn ist, hat er sie wieder allein bei ihrer Tante gelassen.

An dieser Stelle setzt Another Code R an, denn Ashley erhält abermals Post von ihrem Vater, wieder mit einer Einladung und einem neuen DAS, diesmal im modernen DSi-Design. Er möchte sich mit ihr zum Familienzelten am Lake Juliet treffen, aber nach einiger Zeit stellt sich herraus, dass das ganze nur ein Vorwand ist. Das merkt Ashley, als sie erneut Flashbacks an speziellen Orten rund um den See erfährt: Sie war als Kleinkind schon einmal hier, nur sie und ihre Mutter, doch was wollte ihre Mutter hier? Das will natürlich auch Richard herrausfinden, doch die Spuren sind tief im Schatten der Vergangenheit versteckt. Doch es gibt auch noch andere Aufgaben im Erholungsgebiet zu lösen: Wer hat Ashley bei ihrer Ankunft ihr Gepäck geklaut? Was steckt hinter dem mysteriösen Glockenturm und wieso ist der See so stark verschmutzt? Warum reagiert das Wiimote-artige TAS erst als Ashley es in den Händen hält und was steckt hinter der Fassade von JC Valley? Und vor allem auch: Wohin ist vor fünf Jahren der Vater von Matthew Crusoe, ein Ausreißer, mit dem sich Ashley anfreundet, verschwunden? Irgendwie müssen die Sachen damit zusammenhängen, was ihre Mutter ganz ohne Mann Richard vor etwa 13 Jahren am See gesucht hat...

Die Aufgabe des Spielers ist es, den Rätseln auf den Grund zu gehen. Hierbei werden einige harte Nüsse gelöst und sehr viel geredet. Letzteres ist definitiv nicht jedermanns Sache und so sollte man sich über diesem Punkt unbedingt vor dem Kauf im klaren sein. Auch wenn es nur etwa ein dutzend Charaktere gibt, so haben alle ihre Geheimnisse und viele wissen mehr, als sie anfangs sagen. Woher kennen soviele Ashleys Mutter, aber weichen dann aus? Und wer hätte gedacht, dass die abweisende Haltung von Oberzicke Elizabeth ein Zeichen ihrer eigenen Unsicherheit ist? Auch hier ist noch ein wichtiger Punkt: Die Charaktere sind alle wirklich gut und realistisch designt, die Mimik und Gestik sind grandios ausgearbeitet, aber natürlich steckt Ashley gerade mitten in der Pubertät, das kann man natürlich nicht mit Routiniers wie Phoenix Wright vergleichen, aber trotzdem ist Ashley eine gute "Heldin", mit der man mitfiebert.

Nun noch ein paar Worte zum Technischen: Grafik und Sound sind wirklich sehr gut gelungen, die Musik passt mit entspannenden Melodien wunderbar zur Intention einen interaktiven Roman abzuliefern. Die Spielewelt, durch die man sich bewegt erinnert vom Grafikstil ein wenig an Paper Mario mit aufgefalteten Bäumen, Gebäuden und Möbeln wie in einem Bilderbuch und genauso spielt sich alles. Man kann alles untersuchen, jedes noch so kleine Objekt und die Dialoge würden etliche Bücher füllen können. Das kann stellenweise ein wenig langatmig sein, so gibt es streckenweise lange Durststrecken zwischen den Rätseln, aber dennoch sollte man wirklich genaustens mitlesen, oft sind es kleine Informationsbrocken, die beim Rätseln helfen. Aber keine Sorge, durch Druck der 2-Taste kann man viele Teile nocheinmal nachlesen und wer dranbleibt wird mit einer sehr gut erzählten Story, die sich am Ende voll entfaltet, belohnt.

Die Rätsel nehmen zwar einen etwas kleineren Stellenwert ein, als im Vorgänger, dafür lassen sie sich aber super steuern und die Wiimote wurde mit allen Eigenschaften perfekt eingesetzt und sie frustieren nie durch hakelige Kontrolle, Der Spielumfang an sich wurde sehr stark erweitert, und so haben die meisten Spieler etwa 20 bis 25 Stunden ihren Spaß und das ist mir 9 von 10 Sternen wert, Kritikpunkte sind nur die gänzlich fehlende Sprachausgabe, ein paar Unstimmigkeiten bei Soundeffekten und kaum Zwischensequenzen. Außerdem sind gerade anfangs die Rätsel zu weit auseinander und wenn man auf eins stößt ist es leider zu schnell gelöst und gegen Ende wird einmalig ein Nunchuck nötig, was aber nicht auf der Packung erwähnt wird.


Grand Theft Auto: Chinatown Wars
Grand Theft Auto: Chinatown Wars
Wird angeboten von TICÁ
Preis: EUR 35,90

3 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider doch nicht die DS-Offenbarung, 26. März 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Grand Theft Auto: Chinatown Wars (Videospiel)
Nach gerade mal 12h Spielzeit (laut eingebauter Statistik) habe ich gestern morgen meine Abenteuer in Liberty City erledigt, 10 Minuten einschläfernden Abspann inklusive. Irgendwie wurden einem ja 30 Stunden Missionen versprochen, aber okay, Entwickler neigen ja oft zur Übertreibung. Aber in den 12h hab ich NICHT nur Missionen erledigt, ich habe außerdem noch etliche Spezialaufträge, ein paar Monsterstunts und einige Zufallsaufgaben erledigt und schon ca. 60 von 80 Dealern entdeckt und 35 Kameras zerstört und dass ich alle Zwischensequenzen komplett geschaut habe, ist Ehrensache. Die reine Story macht vielleicht mit seinen knapp 60 Missionen nur 9h aus, das heißt auch, dass eine Mission im Schnitt in maximal 9 Minuten abgearbeitet ist, und das ist noch sehr großzügig. Alles in allem steht mein Spielfortschritt nun auf 70%, obwohl er laut Aussagen von Rockstar ja erst bei ca. 25% stehen sollte.

Desweiteren hab ich auch öfters mal Missionen von vorne starten müssen, obwohl der Schwierigkeitsgrad echt nicht so hoch ist nach ein bisschen Eingewöhnungszeit. Die höchste Fahndungsstufe in der Story ist 4 von 6, und man muss auch nur ein paar hundert Meter überleben. Bis auf die Ausdaueraufgaben wie Dealer, Kameras und Goldhunde suchen erfordern auch die anderen Medallien nicht allzu viel Geschick, insbesondere sind die Bürgerwehrmissionen viel zu einfach, verdoppeln aber bei Bestwertungen die Haltbarkeit der Schutzweste. Danach können die Bomben nur so runterhageln, man stirbt eh nicht. Das eigene Auto ist auch nahezu unkaputtbar, man muss es schon Ausversehen mal im Fluß versenken damit es überhaupt Totalschaden erhält. So sind auch Missionen, in denen einen marodierende Biker oder Gangsterschlitten aufhalten wollen eher mau.

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich das Spiel verteufel, aber ich persönlich habe ein wenig mehr Umfang erwartet. Die Stylussteuerung ist ziemlich aufgesetzt, ich glaube es hätte auch ohne funktioniert, vor allem das Zertrümmern von Vorhängeschlössern ist sinnlos, Huang läuft schließlich mit 7 Waffen gleichzeitig durch die Gegend. Lediglich das Granatenwerfen ist sehr gut geworden, ebenso wie das Scharfschützengewehr. Ansonsten wäre aber mehr GTA, weniger Cooking Mama eine gute Devise gewesen. Die Story war ganz nett, aber irgendwie ein ständiges Hin und Her von einem Verrat zum nächsten, am Ende sterben sie dann doch alle. Auch die Dialoge waren eine einzige Ansammlung von Schimpfwörtern und nicht viel mehr. Der typische Humor kam mir zu selten durch, aber wenn, dann war er sehr gut. Am meisten überzeugt hat aber das typische überzeichnete GTA2-Gameplay, und die Steuerung der Vehikel ist super gelungen, zumindestens mit aktivierter Lenkhilfe, ohne werd ich wohl auch bald mal testen. Das Spiel geht gut von der Hand und es macht einfach richtig Spaß und die Missionen sind so abwechslungsreich wie kaum woanders. Ob es ein Auftritt auf einer Parade im namensgebenden Chinatown ist, die Sonarortung von versunkener Ware oder freudiges Ballern mit einer Gatling und unendlich Munition. Die Grafik ist ganz gut gewählt, nur leider kann man irgendwie nicht erkennen welche Straßen Einbahnstraßen sind und welche Taxis gerade frei sind. Die Musik ist ein bisschen eintönig, aber immerhin ein wenig besser als das nervige Gebrabbel beim zweiten Teil der Serie. Insgesamt würde ich dem Spiel unter Berücksichtung der vielen kleinen Kritikpunkte nur 4 von 5 Sternen geben, schade eigentlich um den guten Ansatz.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 21, 2009 12:12 PM MEST


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