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Beiträge von Lisbeth Salander
Top-Rezensenten Rang: 1.215
Hilfreiche Bewertungen: 884
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Rezensionen verfasst von Lisbeth Salander
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3.0 von 5 Sternen
Schorlaus schwächstes Buch, 4. Oktober 2012
Fans von Schorlaus Dengler-Krimis müssen, und werden auch dieses Buch lesen. Neu-Einsteigern empfehle ich, nicht mit diesem Titel anzufangen. Zum einen, weil Denglers private Ebenen einen Vorlauf haben, den man kennen sollte. Zum anderen, weil dies definitiv Schorlaus schwächstes Werk ist, und man evtl. Gefahr läuft, die anderen Krimis aus dieser Reihe dann nicht mehr lesen zu wollen. Was schade wär, denn die anderen sind samt und sonders um Längen besser! Dabei geht es, wie bereits in den drei Fällen davor, auch in "Brennende Kälte" um ein brisantes Thema, zu dem Schorlau eine fiktive Geschichte entwickelt, die sich komplett an sauber recherchierten Fakten orientiert. In diesem Buch handelt es sich dabei um die Auslandseinsätze der Bundeswehr in Afghanistan und ihre Begleiterscheinungen, wie z. B. posttraumatische Belastungsstörungen von Soldaten, Geschäftsinteressen der Rüstungsindustrie, sowie dem Einsatz von Geheimwaffen, deren Existenz aber nicht Schorlaus Phantasie entsprungen sind, sondern nachweislich tatsächlich existieren. Zu diesen Themenbereich entwirft Schorlau wieder mit Rückblenden und Parallelhandlungen ein Geflecht von Zusammenhängen und Verstrickungen, die ihre Sogkraft nicht verfehlen, und den Leser vom ersten Satz an fesseln. Fans von Action und raffinierten Wendungen werden dabei allerdings nicht auf ihre Kosten kommen. Vielmehr besteht der Genuss von Dengler-Krimis grundsätzlich immer in der kompromisslosen Realitätsnähe, die präzises Recherchieren und logisches Vorgehen einer oberflächlichen Tempo-Effektheischerei vorziehen. Und immer wieder bekommt man Informationen geliefert, die man entweder noch nicht kannte, oder in neuen Zusammenhängen neue Brisanz offenbaren. Schorlau ist bei aller Unterhaltung, die stets zu 100% gewährt ist, mindestens genau so zu 100% ein Aufklärer! Trotz allem muss man aber auch feststellen, dass dies Schorlaus dünnstes Buch ist, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur, dass "Brennende Kälte" tatsächlich von allen Dengler-Fällen die wenigsten Seiten hat. Hinzu kommt, dass der Verlag getrickst hat, indem er jedes neue Kapitel auf einer neuen Seite beginnt, was das Buch etliche Seiten dicker erscheinen lässt, als es tatsächlich ist. So beschließt man also Denglers vierten Fall mit dem Eindruck, dass in der Geschichte mehr drin gewesen wär, sowie der Frage, warum das nicht ausgeschöpft wurde, lässt sich aber den Spaß an Schorlaus Gesamtwerk dadurch nicht im Geringsten nehmen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Extraklasse, 23. September 2012
Da wartet man seit gefühlten Ewigkeiten auf eine TV-Serie, die es endlich mal schafft, Hintergründe von Machtmechanismen in demokratischen Strukturen so zu präsentieren, wie sie wirklich sind, und dann kommen die Dänen daher, und zeigen mit "Borgen" wie man's macht. Und das auch noch locker, flockig, unaufwendig, mühelos, und vor allem eins: fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute! Selten hat man im Fernsehen so stimmig, nachvollziehbar und überzeugend einen Einblick in die Abläufe von Partei- und Politikbetrieb erhalten wie in dieser Produktion. Und wer jemals in öffentlich-rechtlichen Redaktionsstuben behauptet hat, so etwas sei für ein deutsches Publikum zu komplex und letztlich zu langweilig, sollte sich "Borgen" ansehen, und danach beschämt in einen Keller zurückziehen und sein Menschenbild überdenken. Natürlich gibt es auch kleinere Logikfehler, Ungereimtheiten und Anschlussfehler, aber niemals so, dass dadurch die Gesamthandlung an Glaubwürdigkeit verlieren würde. Vor allem werden dabei so gut wie nie künstlich Aufgeregtheit und Thrill produziert, sondern stattdessen ganz normale Vorgänge und Abläufe aufgezeigt, die zwar zugespitzt sind, aber immer im Rahmen des Plausiblen bleiben, und - oh Wunder - sich als absolut spannend entpuppen. Vor allem aber darf man auch noch ganz wunderbare Schauspieler dabei beobachten, wie sie Entwicklungen in Psyche und Persönlichkeitsstrukturen darstellen, dass einem die Spucke weg bleibt, und fast beiläufig entblättern, was die Macht mit Menschen macht. Fazit: Eine wegweisende Ohrfeige für alle Volksverblöder und Drehbuchverbrecher im deutschen Fernsehen!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk, 15. September 2012
Ohne etwas vom Inhalt verraten zu wollen, kann ich dieses Buch nur wärmstens und uneingeschränkt empfehlen. John Katzenbach versteht es einfach, den Leser vom ersten Satz an gleich zu packen, und eine Sogkraft zu entwickeln, der man sich nicht mehr entziehen kann. Dabei entsteht im Kopfkino ein Film, dessen Bilder klar und ohne Stocken an einem vorbei fließen, während man dem konsequenten Verlauf einer Handlung folgt, die beklemmend, verstörend, und bisweilen unerträglich ist, und dennoch Zeile um Zeile gelesen werden will. Wobei Katzenbach in "Der Professor" sich sehr ausführlich des Themas "Persönlichkeit und Identität" annimmt, und dabei dem Begriff Psychothriller zu seiner wahren Bedeutung verhilft, ohne gewohnte Klischees und ausgelutschte Strickmusterwendungen zu bedienen. Selten hat man so fundiert und facettenreich in die Abgründe der menschlichen Seele geblickt,und dabei am Ende doch die Würde in der Tragödie des Daseins gespürt. Außerdem präsentiert Katzenbach in diesem Buch einen Showdown, der das Potential hat, wirklich an die Tränendrüse zu gehen. Fazit: Spannende Unterhaltung, die zu Herzen geht. Großartig.
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5.0 von 5 Sternen
Unbedingt empfehlenswert, 8. September 2012
George Gently ist in vielerlei Hinsicht besonders. Ein Krimi mit Ermittlungsmethoden, die ohne modernen Profiler-Schnick-Schnack und DNA-Analysen auskommen, sondern schnörkellose Ermittlungsarbeiten erfordern. Denn die Handlung spielt konsequent in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, wodurch es ein detailverliebtes Eintauchen in den Zeitgeist einer vergangenen Periode gibt mit Mode, Architektur, Design, etc. und man kann (wie bei MAD MEN) aus einer Distanz den Beginn unserer Epoche betrachten. Dabei ist es unendlich interessant, sich die Selbstverständlichkeiten einer Generation vor Augen zu führen, und zu sehen, wie ein gesellschaftlichlicher Wertekonsenz sich inzwischen weiter entwickelt hat. Ein MUSS für Nostalgiefans. Darüber hinaus gibt es ein Ermittlerduo, wie man es ebenfalls noch nie gesehen hat. Es macht einfach nur Spaß, die Beziehung zwischen dem erfahrenen Inspector Gently und dem jungen ungestümen Detective Bacchus zu verfolgen, wobei es sich empfiehlt, zunächst die ersten beiden Staffeln gesehen zu haben, um alle Anspielungen verstehen zu können. Vor allem aber schafft es George Gently, ganz langsam immer tiefer in spannende Kriminalfälle vorzudringen, bis menschliche und ins Gesellschaftliche weisende Abgründe sichtbar werden, die man nie vermutet hätte. Es kommt vor, dass man am Ende betroffen und schweigend vor dem Bildschirm sitzt, berührt und dankbar dafür, dass man mal wieder von einem TV-Krimi so bewegt wurde. Und das, obwohl man meinte, doch inzwischen alles schon mal gesehen zu haben. Hat man eben nicht. Gently sei Dank!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
ein Riesenspaß für das Kind im Erwachsenen, 6. September 2012
Ich möchte an dieser Stelle nicht zum Millionsten mal was zum Inhalt schreiben, sondern nur die Gründe für meine Bewertung darlegen: Der Erfolg dieses Buches besteht für mich - zurecht - darin, dass es in dieser Geschichte nicht so sehr um das Erzählte geht, sondern vielmehr um das "Erzählt bekommen" an sich. Als Film wäre die Handlung stets in der Gefahr, albern, plump und peinlich zu wirken, was auch als klare Absage an den krampfhaft bemühten Vergleich mit "Forrest Gump" verstanden werden darf. Denn dazu fehlen mit Sicherheit etliche Prozentpunkte Poesie und philosophischer Tiefgang. Aber wer mal wieder eine Runde schmunzeln will, ab und zu grinsen, und gelegentlich laut auflachen über die Tolldreistigkeiten eines klassischen Narren und unverschämten Übertreibers aus der Tradition eines Till Eulenspiegels, Baron von Münchhausen, Soldaten Schweijk, bis hin zu Käpt'n Blaubär, der kommt um dieses Buch nicht herum. Oder in einem Satz: Nicht wirklich ganz was Neues - aber ein pures Lesevergnügen - nicht mehr aber auch nicht weniger.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ernstes Thema locker verpackt, 7. Juli 2012
"Fremde Wasser" ist das dritte Buch von Wolfgang Schorlau, und wie die beiden davor behandelt auch dieses ein brisantes Thema und schafft aus Fakten eine fiktive Geschichte, die glänzend unterhält. Hier gibt es keine coolen Typen, keine flotten Sprüche, keine Action um der Action, keine Wendungen um der Wendungen willen, und schon gar keine vorhersehbaren. Stattdessen liest man präzise Schilderungen über minutiöses Recherchieren mit nahe liegenden Fragen und logischen Gedankengängen, und man lernt etwas über die Abläufe seriöser Ermittlertätigkeiten. Wieder wählt Schorlau eine abwechslungsreichen Dramaturgie mit Rückblenden und Seitensträngen, mit privaten und professionellen Aspekten, und man erfährt so unendlich viel über die Zusammenhänge von Wirtschaft, Politik und ihre Auswirkungen auf das alltägliche Leben von uns allen, unaufgeregt und dennoch turbulent, Dabei hat es erfreulich wenige Längen, eine stringente Handlung, und plastische Figuren in nachvollziehbaren Situationen. Fazit: Kein Thriller, aber ein spannender Krimi mit Logik und Realitätsnähe. Viel Vergnügen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Genuss, 20. April 2012
Ohne etwas vom Inhalt verraten zu wollen, kann ich sagen, dass "Die Brücke" alles bietet, was das Krimiherz erfreut: Sowohl einen großen Handlungsbogen über 5 x 110 Minuten, mit Nebenhandlungen, die nicht nur Analysen von gesellschaftliche Schieflagen erlauben, sondern auch absolut notwendig sind für den Fortgang der Geschichte, darüber hinaus Einblicke in private Ebenen, die keine Füllsequenzen sind, sondern relevant fürs Geschehen bleiben. Keine Sekunde ist überflüssig, kein Moment redundant. Die Handlung ist dicht, kompakt und stringent. Dabei sieht man weder aufgesetzte Action, noch minutenlangen wilde Verfolgungsjagden, und erst reicht keine überflüssigen Schusswechsel, sondern sauberes Ermitteln und präzises Recherchieren. Ja, es gibt auch Ungereimtheien, Logikfehler und unstimmige Verhaltensmuster, für mich aber alles im verzeihbaren Rahmen, weil man vor allem eine klassische Tragödie verfolgt, deren Verlauf unabwendbar und zwangsläufig ist, dabei stimmige Ausflüge in Politik und Psychologie unternimmt, bis zu einem Fiinale, das genau den schmalen Grat zwischen Happy End und Worst-Case-Szenario erwischt, den es braucht, um beim Betrachter einen Wirkungstreffer zu hinterlassen. Außerdem bekommt man Charaktäre zu sehen, die diesen Begrifff absolut rechtfertigen, gespielt von Schauspielern, die Ecken und Kanten transportieren, fern ausgelutschter Gut-Böse-Klischees Seelentiefen und Abgründe offenlegen. Und was Hauptdarstellerin Sofia Helin als nüchtern-rationale, bisweilen soziopathisch-empathielose autistische Komissarin Saga Norén abliefert, gehört schlicht und einfach in die Kategorie "Sensationell". Fazit: Ein guter Krimi-Mehrteiler, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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26 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Albern. Peinlich. Kläglich., 10. April 2012
Vorab: Ich habe nichts gegen Science Fiction, nichts gegen Mystery, nichts gegen Phantasy, nichts gegen Geschichten, die sich außerhalb der Realität abspielen, solange sie nicht plump gemacht, und in sich stimmig sind. "Lost" z. B. habe ich sehr gerne gesehen, auch "Fringe", "Flash Foreward", und noch manches andere, "The Event" jedoch nicht. Auf der Rückseite der Box wird geworben mit dem Satz: "Wenn 24, Lost und The 4400 ein Baby hätten, es wäre The Event." Es sollte als Warnung dienen! Denn alles Schlampige und Oberflächliche, das 24 und 4400 hervorgebracht hat, sind tatsächlich bei "The Event" vereint. Allerdings nicht in einem eigenen Baby, sondern in einem durch und durch abgekupferten, leicht variierten Klon, gezeugt aus dem Mutantenlabor für Drehbuch(ab)schreiber und Verblödungsverbrecher. Wobei die Erwähnung von "Lost" in diesem Zusammenhang getrost als Etikettenschwindel bezeichnet werden darf, denn außer einem abstürzenden Flugzeug gibt es nullkommanullnichts, was mit dem Rätselhaften und Geheimnisvollen von "Lost" auch nur annähernd zu tun hat. Bei "The Event" wird hohler Aktionismus als Action getarnt, Effektheischerei als Pseudospannung, Und die inzwischen häufig verwendete Dramaturgie, mit verschachtelten Vor- und Rückblenden Fragen aufzuwerfen, führt hier dazu, Antworten schuldig zu bleiben. (Wie und warum z.B. taucht der junge Freund plötzlich im entführten Flugzeug des Schwiegervaters auf? - Keine Ahnung! Oder hab ichs im Dschungel der Verworrenheiten einfach nicht mitgekriegt? Was solls? Hauptsache, das Tempo ist hoch, dann ist es ohnehin egal!) Es sind auch nicht kleine Logikfehler oder Ungereimtheiten, die mich stören. Ich bin stets bereit, jeder guten Geschichte solcherlei Patzer gerne zu verzeihen. "The Event" aber fährt Momente auf, die jegliche Mindestintelligenz schwerst beleidigen und über die man beim besten Willen nicht hinweg sehen kann. Spoiler an -----> Wenn beispielsweise normale Machtmechanismen außer acht gelassen werden, so dass z. B. ein Präsident seinen Vizepräsident einerseits zur "persona non grata" erklärt, und besagter Vizepräsident aber andererseits trotzdem eigenmächtig im "Weißen Haus" wieder auftaucht, um darüber hinaus dann auch völlig problemlos und noch dazu am selben Abend (?) wieder einen Galaempfang zu geben, dann wird nicht nur jegliches Zeit- und Planungsmanagement ad absurdum geführt, sondern auch der Präsident der Lächerlichkeit preis gegeben, dass man sich fragt, warum die Produzenten, wenn schon nicht in der Realität, dann doch zumindest in anderen Serien recherchiert haben, um ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit zu erzielen. Dass diese Machtmechanismen auch auf Seiten der Terroristen/Außerirdischen genau so peinlich daher kommen, dass sogar die Anführerin einen Mordanschlag ihres eigenen Sohnes knapp überlebt, und 10 Minuten später einer Bitte eben dieses Sohnes nach einem Treffen ohne Argwohn und Vorsichtsmassnahmen sofort nachkommt, ist dann wenigstens in seiner Unglaubwürdigkeit konsequent. Einer Spannung dienlich ist das alles aber nicht. Aprops Terroristen/Außerirdische: Wer hätte je geahnt, dass man einen Atomtransporter mit Brennstäben am besten dadurch überfällt, indem man wie wild mit Maschinengwehren auf diesen Brennstäbebehälter drauf losballert? Wärs ein Selbstmordkommando, könnte mans ja hinnehmen. Wurde so aber nicht gesagt, und war auch nicht Ziel des Überfallaktion. Gott sei Dank hat der Überfall aber problemlos geklappt, schließlich waren keine Hundertschaften an Sicherheitskräften dabei, auch keine Dutzenden, nicht mal eine Hubschrauberüberwachung, wie mans halt so macht, wenn Gefahrguttransporte unterwegs sind. Dass darüber hinaus besagte Brennstäbe zuvor aus einem laufenden Atomkraftwerk in nur wenigen Stunden entnommen werden konnten, ist dann allerdings eine Variante, die man den Verantwortlichen in Fukushima auch mal ruhig hätte mitteilen können. Wozu haben die sich eigentlich mit physikalischen Gesetzen aufgehalten? Bei "the Event" braucht es die doch auch nicht. Beispiel: Videotelefonie über ein Wlan in einem Privat-Jet in 10.000 Metern Höhe? Kein Problem. Bester Empfang und ruckelfreies Bild. Der Gipfel ist dann allerdings eine unheimlich betroffen machende Szene, in der die Terroristen von der Regierung 3 Linienbusse gestellt bekommen, um damit fliehen zu dürfen, nur um dann auf Befehl des Präsidenten aus Hubschraubern mit Raketen abgeschossen zu werden. Dass die Regierung dabei eiskalt unschuldige Busfahrer, die nicht zu den Terroristen gehören ins Jenseits befördert, wird mit keiner Silbe erwähnt. Dass außerdem zwischen dem Abschuss des ersten Busses und des zweiten gefühlte 3 Millionen Jahre vergehen, in denen niemand der Insassen die Busse anhalten will und in Sicherheit zu fliehen versucht, kann nur damit zusammen hängen, dass Außerirdische keinen normalen Selbsterhaltungstrieb haben, irdische Busfahrer allerdings anscheinend auch nicht. Unterirdisch wäre das passende Wort, und zwar für das Niveau, das "the Event" bietet. Das war jedenfalls der Moment, an dem ich diese - naja- Serie abgebrochen habe. Ich hatte einfach keine Lust mehr, mir noch länger mit diesem Schund meine Lebenszeit zu rauben. <-------- Spoiler Ende Deswegen mach ichs kurz: Wer seine Serienansprüche eher bei "Breaking Bad" ansiedelt, oder "Game of thrones", "Boardwalk Empire", "Mad Men", "Sopranos", "the Wire", "Deadwood" etc etc, wer also auf Präzision, Plausibilität und Zwangsläufigkeit von Handlungen steht, der sollte die Finger von "the Event" lassen! Und wer diese Rezension "nicht hilfreich" findet, nur weil er eine andere Meinung hat, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sie haben es einfach drauf, die Krimimacher von der BBC, 21. März 2012
Und schon wieder hat die BBC der Welt gezeigt, wie man einen intelligenten Krimi inszeniert, der an Sogkraft und Spannung keine Wünsche offen lässt. Dabei gibt es Szenen voller Action, andere voller Intelligenz, Tüftelei und Psychoprofiling, private Konflikte und berufliche Intrigen, es gibt Episodenstories und einen großen Bogen über die gesamte Staffel. Für jeden Geschmack ist was dabei, ohne dass es zu einem beliebigen Brei wird. Hier geht es nicht um die Suche nach dem Täter, die einen in den Bann zieht, sondern um die Frage, wie man dem Täter auf die Spur kommt. Und das ist bisweilen wirklich nervenaufreibend inszeniert. Dazu kommen Schauspieler von feinster Qualität ("Wire" trifft "Rom"). Hier stimmen die Figuren von vorne bis hinten, selbst in ihren extremsten Ausprägungen, und die Handlungsverläufe von Anfang bis Ende. Es gibt keine Unlogik, keine Ungereimtheit, nichts, was das Mitfiebern betrübt! Auch hier gilt: Am besten nimmt man sich einen kompletten (evtl. verregneten) Sonntag-Nachmittag 5 Stunden Zeit, denn die Gefahr, dass man das Ding in einem Rutsch geniessen will ist groß! Aber Vorsicht! Danach dürfte die Qualitätsmesslatte für Hollywood, geschweige denn deutsche Krimis in unerreichbare Höhen entschwunden sein. Und das ist auch gut so! Und vor allem, nicht vergessen: erst die Fingernägel kurz schneiden!
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5.0 von 5 Sternen
Yessssssss!, 15. März 2012
George Gently ist in vielerlei Hinsicht besonders. Ein Krimi mit Ermittlungsmethoden, die ohne modernen Profiler-Schnick-Schnack und DNA-Analysen auskommen, sondern schnörkellose Ermittlungsarbeiten erfordern. Denn die Handlung spielt konsequent in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, wodurch es ein detailverliebtes Eintauchen in den Zeitgeist einer vergangenen Periode gibt mit Mode, Architektur, Design, etc. und man kann (wie bei MAD MEN) aus einer Distanz den Beginn unserer Epoche betrachten. Dabei ist es unendlich interessant, sich die Selbstverständlichkeiten einer Generation vor Augen zu führen, und zu sehen, wie ein gesellschaftlichlicher Wertekonsenz sich inzwischen weiter entwickelt hat. Ein MUSS für Nostalgiefans. Darüber hinaus gibt es ein Ermittlerduo, wie man es ebenfalls noch nie gesehen hat. Es macht einfach nur Spaß, die Beziehung zwischen dem erfahrenen Inspector Gently und dem jungen ungestümen Detective Bacchus zu verfolgen, wobei es sich empfiehlt, zunächst die erste Staffel gesehen zu haben, um alle Anspielungen verstehen zu können. Vor allem aber schafft es George Gently, ganz langsam immer tiefer in spannende Kriminalfälle vorzudringen, bis menschliche und ins Gesellschaftliche weisende Abgründe sichtbar werden, die man nie vermutet hätte. Es kommt vor, dass man am Ende betroffen und schweigend vor dem Bildschirm sitzt, berührt und dankbar dafür, dass man mal wieder von einem TV-Krimi so bewegt wurde. Und das, obwohl man meinte, doch inzwischen alles schon mal gesehen zu haben. Hat man eben nicht. Gently sei Dank!
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