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Rezensionen verfasst von
Amazon Customer (Hamburg)

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Beyond: Two Souls - Standard Edition - [PlayStation 3]
Beyond: Two Souls - Standard Edition - [PlayStation 3]
Preis: EUR 31,89

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu leichtes Spiel mit Story-Schwächen, 30. Oktober 2013
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Es ist immer so eine Sache, wenn Spiele gehypet werden. Interessiert einen das Thema und man ist gewillt, das Spiel auf jeden Fall zu kaufen, dann steigert sich die Erwartungshaltung ins Unermessliche. Besonders bei Nachfolgern und neuen Teilen, egal um welches Genre es sich handelt. Im Falle von "Beyond: Two Souls" kannte ich die beiden Quasi-Vorgänger aus dem Hause Quantic Dream. "Fahrenheit" und "Heavy Rain" waren und sind für mich definitiv sehr unterhaltsame und gut gemachte, interaktive Filme, in denen auch das Fingergeschick nicht zu kurz kommt, wenn mal wieder die Reflexe geprüft werden.

Allerdings scheint es wegen des Schwierigkeitsgrads bei Quantic Dream Kritik gehagelt zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sich das Spiel "Beyond: Two Souls" selbst auf der höheren Stufe absolut einfach, spärlich und langweilig spielen lässt. Selbst in Action-Sequenzen ist der Spieler eher zum Zuschauen verdammt als dass er wirklich was zu tun hat. Und wenn dann mal, in zwei, drei Szenen des gesamten Spiels, etwas mehr verlangt wird, ist man schon so faul geworden, dass man plötzlich überrascht ist und die Aufgabe wiederholen muss. Diese Unausgeglichenheit und diese profane Leichtigkeit gab es in beiden Vorgängern nicht.

Wenn die Story wenigstens stimmig wäre und durchgehend zu fesseln wüsste, dann hätte ich kein Problem damit, diesem Spiel trotzdem 5 Sterne zu geben. Aber wieder einmal, wie bei vielen Kinofilmen heutzutage, zeigt sich, dass gute Effekte bzw. Grafiken noch keine gute Geschichte ausmachen. Mir gleich, wie viel Aufwand die Macher betrieben haben, um das Spiel so aussehen zu lassen wie es ist, sie hätten noch mehr Zeit auf das Drehbuch verwenden sollen. Je weiter die Story voranschreitet, desto vorhersehbarer werden die einzelnen Abschnitte. Und da man als Spieler nicht wirklich was zu tun hat, muss man sich das Spiel wie einen Film ansehen. Da kam häufiger sehr schnell Langweile auf.

Damit ist "Beyond: Two Souls" weit entfernt von dem Wiederspielwert der beiden Vorgänger. Es gibt nicht eine einzige Szene im gesamten Spiel, die entweder a) überraschen kann und/oder b) anspruchsvoll zu meistern ist. Hinzu kommt noch die holprige und ungenaue Steuerung, die im direkten Vergleich zu "Heavy Rain" sogar einen Rückschritt darstellt, dass ich nicht mehr als 3 Sterne geben kann. Eigentlich sind es 2,5 Sterne, denn mehr als Durchschnitt ist das Spiel nicht.

FAZIT: Was als innovativer, interaktiver Film beginnt (auch aufgrund der zeitlichen Ebene), entpuppt sich mehr und mehr als ödes, durchschaubares Spiel, das den Spieler in keinem Moment fordert und somit häufiger im Verlauf regelrecht langweilt. Auch die gut platzierten emotional tiefgründigen Szenen und die wirklich großartige Grafik können nicht über das Nichts an Handlung hinwegtäuschen. Da spiele ich lieber noch einmal "Heavy Rain", das hatte u.a. einen Twist zum Ende, mit dem wirklich keiner rechnen konnte.


In Dir (Amrûn Horror) (Amrun Horror 4)
In Dir (Amrûn Horror) (Amrun Horror 4)
Preis: EUR 1,49

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Einstand mit eigener Anthologie, 23. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was sich in den „Horror-Legionen“ mit ihrer Geschichte „Rage“ schon ankündigte, wurde nun konsequent mit „In dir“ fortgeführt. In diesmal drei Geschichten wird gezeigt, dass Carmen Weinand es wirklich kann, Geschichten erzählen. Und dass sie mit „Rage“ nicht nur einen Glückstreffer hatte.
Die Autorin ist eigentlich als Bloggerin und Betreiberin der Plattform „Horror and more“ bekannt. Seit über einem Jahr versorgt sie Leser des Genres mit Informationen und Rezensionen zu aktuellen Büchern. Mittlerweile verfolgen über 2.500 Leute täglich, was sie schreibt.

Als passionierter Horror-Fan war es bei Carmen Weinand wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sie sich selbst an Geschichten versuchen würde. Und diese Frage wurde beantwortet. Endlich. Schon „Rage“ hat mir Spaß gemacht, weil sie in einem frechen Stil zwei Ideen funktionierend miteinander verknüpfte. Und „In dir“ macht noch viel mehr Spaß.

Einen guten Autor zeichnet aus, dass er seine Ideen in einem eigenen Stil gelungen umsetzen kann. Und auch wenn es im Horror-Genre nicht unbedingt neue Ideen gibt, so sind Carmen Weinands Ansätze frisch, wie sie frisch sein können für Geschichten über Besessenheit, Wahnsinn und Wünsche, die in Erfüllung gehen. Das Wichtige ist das Wie.

Der Stil der Autorin ist frech, direkt und ohne Kompromisse. Und man merkt ihr an, dass sie viel liest, was aber nicht bedeuten soll, dass sie Stile anderer Autoren kopiert. Nein, das ist das Schöne daran, es ist ihre eigene Stimme, die da spricht. Etwas, wofür andere viel Zeit brauchen, um sie zu finden. Das ist beeindruckend. Ebenso erfrischend ist, dass sie harte Szenen mit intensiven Innen-Ansichten der Figuren kombinieren kann. So ist „In dir“ nicht nur eine reine Splatter-Orgie, im Gegenteil, die psychologische Komponente wird dem Titel mehr als gerecht.

Hervorzuheben ist noch die äußere Form, aber Vorsicht, hier könnte es einen kleinen Spoiler geben: Inhaltlich stehen nämlich die erste und dritte Geschichte im Zusammenhang, was der zweiten Geschichte (zu der auch das Cover-Bild passt) einen eigenen Wert gibt. Für eine so kurze Anthologie sind die Geschichten also wunderbar aufeinander abgestimmt, besonders, wenn man sie ohne Pause hintereinander liest. Auch hier ist „In dir“ etwas Eigenes und nicht nur Nachmache.

In dieser kleinen Sammlung zeigt die Autorin zudem, dass sie aus beiden Perspektiven erzählen kann, sowohl aus der ersten als auch aus der dritten. Und sie macht Lust auf viel mehr, auf eine größere Anthologie und vor allem, auf ihren ersten Roman, der hoffentlich bald folgen wird.

FAZIT: Der Anfang ist getan. Die ersten Schritte als Autorin sind gelungen und abwechslungsreich. Jetzt wird es ernst. Und ich freue mich drauf. Wer auf kleine, gemeine Geschichten mit Inhalt steht und kein Problem hat mit Kraftausdrücken und Splatter-Szenen, der sollte zugreifen. Und auch jeder, der den Blog „Horror and more“ verfolgt sollte zugreifen, denn die Bloggerin ist nun Autorin. Noch nicht meisterhaft, aber sehr lesenswert.


Urban Gothic
Urban Gothic
Preis: EUR 4,99

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein blutiger, ekelhafter, absurder Terror-Trip - Beste Unterhaltung, 12. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Urban Gothic (Kindle Edition)
Man muss wissen, was in diesem Buch auf einen zukommt. Brian Keene kann auch anders, leisere Töne anschlagen, nachdenklich sein. "Urban Gothic" aber ist eine Hommage an einen seiner Mentoren: Edward Lee. Und wer diesen Verdächtigen kennt, der weiß, wie blutig, ekelhaft und absurd seine Romane sind. Mit "Bighead" soll Lee gar DEN anstößigsten Horror-Roman aller Zeiten geschrieben haben (und was ich daraus kenne, ja, das Buch ist an der Schmerzgrenze).

Brian Keene macht gleich zu Beginn keine Gefangenen. Die Hauptfiguren, eine Gruppe von Teenagern, landen in einem Stadtviertel, das einen schlechten Ruf hat. Durch ein Missverständnis fliehen sie, landen in einem heruntergekommenen Haus und das Sterben geht los. Mit diesem Satz spoilere ich nichts, weil das alles im ersten Kapitel passiert. Und in diesem Tempo geht der ganze Roman weiter. Die Bösewichte sind abartig dargestellt, es wird mit jeder Art von Körperflüssigkeit nicht gespart und Brian Keene (wie sein Mentor) blendet an keiner Stelle weg, sondern hält voll drauf. Das Buch ist definitiv nichts für Weicheier. Es ist ein harter Schlag ins Gesicht des Lesers.

Normalerweise mag ich so eine Lektüre nicht. Wenn in jedem Kapitel gemordet und abgeschlachtet wird, bleibt die Story und/oder die Emotionalität der Figuren auf der Strecke. Und jetzt kommt Brian Keenes weitere Stärke (neben seinem Können, solche Szenen zu beschreiben) hinzu:

Trotz allem schafft er eine Nähe zu den Figuren (nicht zu jeder, aber zu den wichtigsten). Und er benutzt sogar eine weitere Gruppe von Protagonisten, die während des Geschehens in der ersten Hälfte des Romans noch außerhalb des Hauses ist. Er lässt sie über den Stellenwert des Hauses in der Straße reden und damit wird eine gänzlich andere Art des Horrors verbreitet: die der Schauerliteratur, in der es viel um verwunschene Häuser geht. Meiner Meinung nach rührt daher auch der Titel "Urban Gothic" (den der Festa-Verlag dankenswerter Weise im Original belassen hat). Während nämlich die klassische Schauerliteratur stets auf dem Land spielte, gab es später eine weitere Spielart, die das Unheimliche in die Stadt brachte, und diese Richtung wurde so genannt...

Trotz all der absurd überhöhten Brutalität also ist dieses Buch auch unheimlich, nicht nur, wenn die Gruppe vor dem Haus über das Haus spricht, sondern z.B. auch wenn einzelne Charaktere seitenweise in absoluter Dunkelheit sind und mit dem Leser zusammen nicht wissen, was als nächstes geschehen wird. Die Bedrohung ist allgegenwärtig, jederzeit kann man sterben und dieses Terror-Gefühl hält Brian Keene durchgehend aufrecht. Und wenn im späteren Verlauf alle drei Gruppen (Teenager, Leute vor dem Haus, Bösewichte), wenn auch in ihrer Anzahl dezimiert, aufeinander treffen, dann entlädt sich eine Anspannung, die wehtut.

Dieses Buch zu empfehlen ist eigentlich ein Akt der Körperverletzung oder zumindest eine Verletzung der Psyche von zarten Seelen. Aber jeder interessierte Leser, der eben mehr möchte als "nur" einen hart erzählten, unbarmherzigen Terror-Roman, der zudem ein Buch voll kleiner, gut platzierter Details und gelungenen Atmosphäre-Umschwüngen in der Hand halten möchte, der MUSS zugreifen.

Lange Zeit war Brian Keene in Deutschland zu unrecht nur für seine apokalyptischen Romane bekannt. Nach "Leichenfresser" (ein viel ruhigerer, nachdenklicher Keene) und "Eine Versammlung von Krähen" wird sich das nun spätestens mit "Urban Gothic" hoffentlich geändert haben.

FAZIT: Bestimmt nicht für jedermann und auch eingefleischte Edward Lee-Fans könnten die Stimmungswechsel manchmal irritieren. Dennoch ist dieses Buch bis auf wirklich kleine strukturelle Mängel ein Meisterwerk des modernen Splatterpunk-Horrors.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2013 1:56 PM CET


Original Album Series
Original Album Series
Preis: EUR 11,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die letzten 5 Alben von R.E.M. für 10Euro? Preis/Leistung grandios, 3. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Original Album Series (Audio CD)
Zuerst muss man wissen, dass man in dieser Box nicht die Original-Hüllen der Alben und wahrscheinlich nicht mal die Original bedruckten CDs bekommt, sondern alles ist extra für diese Box billiger produziert worden. Allerdings sind die einzelnen Papp-Hüllen sehr stabil, obwohl sie dünn sind, und die CDs lassen sich einfach heraus nehmen. Einzig die Papp-Hülle, in der alle fünf CDs sind, ist etwas ärgerlich, wenn man die fünf CDs auf einmal wieder hinein schieben möchte. Aber ehrlich gesagt, dafür gibt es bei dem Preis keinen Abzug. Die Hüllen sind also stabil und die CDs sind, wenn auch anders bedruckt, von normaler Qualität und unterscheiden sich von der Aufnahme her bestimmt nicht im Mindesten von den Einzel-Veröffentlichungen. Und um die Musik geht es doch, oder? Und die hat es in sich.

In den 90ern war ich viele Jahre R.E.M.-Fan gewesen, bis ich bei "Up" erstmal müde wurde. Vielleicht auch, weil es das erste Album ohne Bill Berry an den Drums war (weil er ja wegen seiner Gesundheit sozusagen in Pension ging). Bis auf das Lied "Lotus" fand ich damals an der CD nicht viel mehr spannend. Dann folgten "Reveal", "Around the Sun", "Accelerate" und "Collapse into now". Mit "Accerlerate" hatte ich es vor ein paar Jahren noch ein Mal versucht und war sogar begeistert, aber irgendwie hatte ich noch immer keinen Kopf dafür. Dann erfuhr ich 2011, dass R.E.M. sich aufgelöst hatten und ich dachte: Wow, die Rolling Stones können von denen noch einiges lernen.

Nun sind die fünf Alben, die ich nicht oder wenig kenne, ihre letzten fünf geworden, und durch Zufall entdeckte ich diese Sammlung heute im Laden meines Vertrauens. Sogar um 2 Euro teurer als hier, und bei dem Angebot ist es immer noch ein grandioses Schnäppchen.

Mittlerweile kenne ich alle Alben ein bisschen besser außer "Around the Sun", das noch vor mir liegt, und ich habe alles wieder erkannt, was ich an R.E.M. so mochte: das Mysteriöse, das Melodische und Melancholische, aber auch das Rockige, Humorvolle und Eigenwillige. Es ist, als ob sie neben einer Weiterentwicklung in ihren letzten fünf Alben gleich noch all das abgedeckt haben, was ihre 10 Alben vorher ausgemacht haben. Unangepasste Vielfältigkeit. Dabei ist es unerheblich, ob man eher die alten Alben wie "Murmer" mochte, die rotzige Phase mit "Monster" oder eher das massenkompatible "Automatic for the People", in dieser Sammlung bedient R.E.M. alles.

FAZIT: Ich habe großen Respekt vor dieser Band, die sich über 15 Alben und fast 30 Jahre immer selbst treu geblieben ist, sich nicht darum scherte, was andere wollten und trotzdem vielen zu gefallen wusste, eben weil sie aus Liebe zur Musik Songs schrieben. Ganz große Kunst ist das für mich. Und für den Preis ist diese Sammlung für jeden absolut perfekt, der R.E.M. in diesem Millenium bisher aus den Augen verloren hatte. Eine Sammlung zum Genießen, zum (Wieder-) Entdecken einer der besten Indie-Bands aller Zeiten.


The Girl on the Glider
The Girl on the Glider
Preis: EUR 2,68

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einblick in die Seele eines Horrorschriftstellers, 13. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Girl on the Glider (Kindle Edition)
Ich muss sagen, ich entdecke Brian Keenes Werk erst gerade und habe mit "Am Ende der Straße" und "Leichenfresser" erst zwei Bücher von ihm gelesen. Und beide davon gehören nicht zu dem sogenannten "Extreme Horror". Aber auch in diese Richtung soll er ja schreiben, nicht so schlimm wie andere Verdächtige vielleicht (Lee, Smith, James) aber doch mit viel "Gore". Heißt also, für mich ist das Zurückhaltende, das Realistische in dieser Geschichte von Keene nichts Neues. Habe nicht mit seinen Zombie- oder anderen Apokalypse-Romanen angefangen.

Bisher ist mir aufgefallen, dass er einen angenehmen Schreibstil hat, weder zu platt noch zu literarisch, eine gesunde Mischung, wie sie auch bei Stephen King zu finden ist. Und manchmal sorgt das sogar für mehr als nur Unterhaltung, wie besonders in "Leichenfresser". Seine Charaktere werden ehrlich und toll gezeichnet. Im Fall von "The Girl on the Glider" ist das auch nicht weiter schwer, spielt er doch selbst die Hauptrolle. Und wo Realismus aufhört und Fiktion anfängt, kann man als Leser nicht wirklich feststellen. Das ist eines der vielen Dinge, das mich an dieser doch relativ kurzen Erzählung fasziniert hat.

"The Girl on the Glider" ist definitiv eine Geschichte, die mich dazu bringt, Brian Keene als mehr als nur einen Horrorschriftsteller zu bezeichnen. Ja, wenn er über sich und seine Schriftsteller-Karriere reflektiert, über sein Verhältnis zu seiner Familie und selbst über den Einfluss, den der Unfall und das tote Mädchen auf ihn immer mehr ausüben, dann hat man es mit einem erstklassigen Literaten zu tun. Das hat mich so beeindruckt, dass ich mich darauf freue, weitere, nun auch härtere Bücher zu lesen. Auch um zu schauen, inwiefern sein prägnanter, desillusionierter und doch warmherziger Stil zum Trash passt.

Die Struktur der Erzählung ist besonders, sind es doch keine Kapitel sondern Eintragungen, wie in einem Tagebuch, denen der Leser folgt, und mit Hinweisen auf die Zeitabstände, in denen er nicht weiter geschrieben hat, vermittelt Brian Keene eine Unmittelbarkeit, ein Gefühl der Nähe. Dass er echte Personen (abgesehen von seiner Familie) aus seinem Umfeld auftauchen lässt (auch Schriftsteller-Kollegen wie Nate Southard und Wrath James White) komplettiert das Gefühl, es mit einer realen Geschichte zu tun zu haben. Und doch schleicht sich mehr und mehr etwas Unheimliches hinein, das vielleicht doch nicht wahr ist. Aber eine Antwort auf die Frage nach Authentizität ist gar nicht entscheidend. Denn was seine Seele angeht, ist sie das ohne Zweifel zu 100%.

Für mich ist ein Autor, der so tief in seine Probleme, in seinen Alltag blicken lässt, erst einmal mutig. Aber so ein Projekt kann auch ganz schnell zu öffentlichem Selbstmitleid oder sogar Lächerlichkeit führen. Brian Keene gelingt das Kunststück, behutsam und eindringlich zu erzählen, ohne plakativ oder gefühlsduselig zu werden, und verwebt darin eine Gespenstergeschichte auf hohem, doch modernen Niveau.

FAZIT: Für jeden, der eine sehr gut geschriebene, ich würde schon sagen, literarische Gespenstergeschichte lesen möchte, dem sei diese Erzählung unbedingt ans Herz gelegt. Wer einfach nur eine weitere "Auferstehung" von Untoten erwartet, ein "Totes Meer", der kann sehr enttäuscht werden. Diese Eindringlichkeit von alltäglichen Problemen brachte er schon in "Leichenfresser" authentisch rüber, hier ist es auch persönlich. Meinen Respekt hat der Autor.


Only God Forgives (Uncut)
Only God Forgives (Uncut)
DVD ~ Ryan Gosling
Preis: EUR 11,41

34 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Refns "Lost Highway", 7. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Only God Forgives (Uncut) (DVD)
Es ist bekannt, dass David Lynch ein erklärtes Vorbild (oder Mentor im Geiste) von Nicolas Winding Refn ist. Das erkennt man häufiger sogar, an Kameraeinstellungen, Dialogen, den plötzlichen Eruptionen der Gewalt, der Unheimlichkeit, die einen packen kann. Und trotzdem hat Refn seine eigenen Themen, seine eigenen Stil-Mittel, mal unterkühlt, mal sehr emotional. Und er hat einen bisweilen trockenen, absurden Humor, der aber nicht nur David Lynch, sondern gerade dem dänischen Kino sehr eigen ist. Also, seine eigenen künstlerischen Ambitionen gehen nicht unter in einer Hommage an einen anderen Filmemacher, vielmehr integriert er dessen Techniken für sein eigenes Inszenieren.

Man muss es mögen, ja, es ist Geschmackssache. Ob Gaspar Noe, Lars von Trier, David Lynch, David Cronenberg oder eben Nicolas Winding Refn. Diese Filmemacher scheren sich nicht um Sehgewohnheiten, sie gehen ihren eigenen Visionen nach. Das ist es, was Filmemacher zu Ausnahme-Talenten macht. Mal erreichen sie den Massengeschmack, wie zuletzt Nicolas Winding Refn mit "Drive", aber nicht, weil sie einen gefälligeren Film abliefern wollten, sondern weil die Geschichte so erzählt werden musste und nicht anders. Ich nehme an, viele, die "Drive" gesehen haben, kennen "Valhalla Rising" nicht. Denn zu dieser Art symbolträchtiger, perfekt durchkomponierter Szenerie ist er mit "Only God Forgives" zurück gekehrt.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass Amazon schon die Rezensionen zulässt, weil in keiner von ihnen die DVD oder BluRay besprochen wird (dauert ja noch ein bisschen, bis sie erscheint), sondern einzig und allein der Film an sich. Nur deswegen habe ich mich entschlossen, nachdem ich den Film gestern im Kino gesehen habe, eine eigene Rezension zu schreiben.

Es ist immer so, dass Rezensionen im Web 2.0 die eigene Meinung widerspiegeln, aber es gibt auch objektive Kriterien, die man bewerten kann: bei Büchern das Handwerk des Schreibens, bei Musik die Beherrschung der Instrumente und Stimme, und bei Filmen die Inszenierung, Musik, Bild und Schauspieler im Einklang.

Genau wie "Lost Highway" ist "Only God forgives" ein bis ins kleinste Detail durchkomponierter, symbolbeladener Film, der viele Fragen offen lässt. Wirklich? Nicht in meinen Augen, denn wie in "Lost Highway" findet man in "Only God forgives" alle Antworten in den Bildern, den Dialogen, der Musik. Man muss sich nur die Mühe machen, ja, man muss nur die Muße haben, es sehen zu wollen.

Wer Filmrätsel mag, wer sich eben nicht nur unterhalten lassen möchte, sondern nachdenken und sich einfangen von einer unheimlichen Atmosphäre, dem kann ich "Only God forgives" nur empfehlen. Und natürlich "Lost Highway". Diesen Vergleich ziehe ich immer wieder, weil "Only God forgives" der erste Film ist, seit 1997 David Lynchs Meisterwerk in die Kinos kam, der mich so sprachlos gemacht hat, der mich so fasziniert, dass ich es kaum erwarten kann, dass er auf DVD und BluRay erscheint.

Zum Inhalt habe ich nicht viel gesagt, weil der Beschreibungstext genug aussagt und gleichzeitig nur eine erste Annäherung ist an die Fülle von Themen, die in diesem Film behandelt werden.

FAZIT: Ein unheimlicher, mythischer Psycho-Trip, der durch seine perfekte Komposition von Bildern, Musik und Schauspielern und seiner Wahl der Themen der erste Film seit über einem Jahrzehnt ist, der es mit meinem Lieblingsfilm "Lost Highway" aufnehmen kann. Ein definitives (Arthouse-) Meisterwerk. Doch ich kann sehr gut verstehen, warum viele Leute ihn schlecht, richtig schlecht finden. Weil sie ein zweites "Drive" erwarteten, weil sie mit solchen Filmen nichts anfangen können, weil sie sich veräppelt fühlen (weil ja "nichts" passiert). Dieser Film ist Geschmackssache, definitiv, aber er trifft meinen zu 100%.

EDIT 18.9.2013: Heute habe ich die limitierte 2-Disc Special Edition auf BluRay erhalten (vielen Dank an Amazon für die schnelle Lieferung) und für 29,99 Euro macht das Ganze schon was her. Für mich hat es sich definitiv gelohnt, inkl. Poster, Booklet und einer 60-min. Doku über Refn. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen, der weniger mit dem Film oder der Box zu tun hat, sondern mit dem Inhalt des Booklets. Darin findet sich ein Interview, das der Film-Journalist Christopher Büchele mit Refn geführt hat. Und in meinen Augen ist es das erbärmlichste Interview mit einem Künstler, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Ob es an der Übersetzung liegt oder an den Suggestiv-Fragen, die Büchele stellt, das weiß ich nicht, aber im Gegensatz zu vielen anderen Interviews, die ich von Refn zu "Only God forgives" gelesen haben (alle sind auch online abrufbar), kommt er hier wie ein elitärer, bewusst polarisierender Künstler rüber, der in seiner Überheblichkeit schon an die französischen Intellektuellen der 60er Jahre erinnert. Schlichtweg unsympathisch und peinlich, was der Untertitel "Spalter aus Kalkül" noch unterstreicht. Ich kann mir Refns Aussage aus einem Spiegel-Interview ("Ich denke nicht darüber nach, wie das Publikum reagieren könnte. Sonst würde ich wahrscheinlich andere Filme machen."), die den Kanon seiner Aussagen in Interviews zwar widerspiegelt aber im krassen Widerspruch zu Bücheles bewusst gewählten Untertitel steht, nur so erklären: Da möchte ein Film-Journalist ein Bild von einem Regisseur zeichnen, das er von ihm hat, aber das nicht ganz dem entspricht, was der Regisseur verkörpert. Statt auf die Antworten einzugehen, hat man ein vorgefertigtes Bild im Kopf, das man bestätigt sehen möchte. So sollten keine Interviews geführt werden. Das erinnert mich an das erbärmlich informationslose, weil nachplappernde Portrait über David Lynch, das Helmut Krausser vor Jahren mal in der "Cinema" veröffentlicht hat. Nein, tut mir leid, so nicht. Viele, die bisher von dem anspruchsvollen Film "Only God forgives" noch nicht verschreckt waren, werden es nach dem Interview vielleicht sein. Kunst ist nicht nur was für einen elitären Club. Wenn Büchele die Antworten Refns in den vielen anderen Interviews wirklich verstanden hätte, dann hätte er das verstanden und uns diesen Pseudo-Journalismus ersparen können. Da ich den Film für ein Meisterwerk halte, finde ich das ärgerlich, und darauf wollte ich eventuelle Käufer der limitierten Ausgabe hinweisen.


DIE SAAT DER BESTIE - Horror - Thriller
DIE SAAT DER BESTIE - Horror - Thriller

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmendes und innovatives Untergangs-Szenario, 28. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich werde diesen Roman eigenständig beurteilen, ohne die "Graues Land"-Saga zu berücksichtigen. Gerade weil sie sich thematisch ähnlich sind, sehe ich das als notwendig. Sonst kommt man über einen Vergleich nicht hinaus. Und "Die Saat der Bestie" hat einen Vergleich nicht nötig.

Das Setting:
Post-apokalyptische Geschichten sind immer noch "in". Immer noch, weil das schon eine ganze Weile so geht, besonders im Videospiel-Sektor, wie zuletzt "The Last of us" wieder zeigte. Post-apokalyptische Visionen funktionieren aber auch immer so gut, weil sie dem Leser/Betrachter/Spieler vor Augen bringen, wie schnell alles zerstört sein kann. Dies nur mit Worten auszudrücken gehört für mich zur Königsdisziplin, weil Endzeit-Szenarien ja auch viel von Bildern leben. Hier die Bilder im Kopf entstehen zu lassen (wie z.B. in "The Road" oder "Im Land der letzten Dinge"), das ist die Kunst in einem post-apokalyptischen Roman. Und Michael Dissieux erschafft eine Welt, die man in all ihrer Abscheulichkeit riechen und schmecken kann und deren Stille greifbar wird. Somit wird die sterbende Welt, durch die Hauptprotagonistin Sam marschiert, zu einem weiterem Protagonisten. Ein manches Mal verliert sich der Autor selbst in seiner Welt, dass er sich wiederholt, aber es ist so dicht geschildert, dass ihm das verziehen sein soll.

Die Figuren:
Hier kommt der innovative Part zum post-apokalyptischen Setting: die Persönlichkeitsspaltung der männlichen Hauptfigur David. Auch hier bedarf es wieder einer gewissen Kunstfertigkeit, dies auch glaubhaft und doch erschreckend zu beschreiben. Und dem Autor gelingt es zweifellos. Ich habe das Buch jetzt schon seit einigen Tagen ausgelesen und mich beschäftigen immer noch einige Passagen sehr. Auch Sam(antha), die weibliche Hauptfigur, die an David (und Frank) gerät, ist ein schwieriger Charakter, gezeichnet vom Zerfall ihrer Welt. All das Bedrückende, die Einsamkeit, die bruchstückhaften Erinnerungen an ein Leben davor wird vor dem Leser eindringlich entfaltet, dass man nach einer Weile meint, die Personen zu kennen. Es gibt auch zwei, drei Nebenfiguren, die aber eher in den Erzählungen und Retropesktiven der Hauptfiguren auftauchen. Die Geschichte gehört ganz David und Sam.

Die Geschichte:
Was geschieht, ist vielleicht nicht weiter überraschend und doch vermeidet Michael Dissieux klischeehafte oder allzu offensichtliche Entwicklungen. Er gönnt sich Schwenker, er gönnt sich ausführliche Charakterisierungen, sowohl der Figuren als auch der Umgebung, und darum trifft den Leser das letzte Drittel auch wie ein Schlag in die Fresse. Meiner Meinung nach ist diese Ausgewogenheit von ruhiger Erzählweise und sehr krassen Momenten absolut stimming gewählt. Und die Geschichte wartet mit einem konsequenten Ende auf, das das Buch mehr als gelungen abrundet.

Fazit: "Die Saat der Bestie" ist ein äußerst deprimierendes, teilweise schockierendes Stück Literatur, das mit Persönlichkeitsspaltung und post-apokalyptischem Setting zwei Elemente innovativ vereint, erzählt in einem manchmal schon poetischen Ton. Einzig die sich manchmal wiederholenden Metaphern, Betrachtungen und Bilder führen zu einem halben Stern Abzug. Wie es anderen Lesern bei diesem Buch ergeht, weiß ich nicht, aber ich habe mitgelitten und wurde förmlich aufgesogen von der Atmosphäre. Ein beinahe Meisterwerk. Großartig.


KIN
KIN
Preis: EUR 3,29

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch in drei Teilen, nicht jeder ein Meisterwerk, 23. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: KIN (Kindle Edition)
Ich kannte den Autor Kealan Patrick Burke bisher nicht und beim Durchstöbern der Horror-Abteilung für den Kindle auf Amazon stieß ich auf zwei kostenlose Bücher und entdeckte aber dann "KIN", dessen Titelbild mich ansprach. Ich begann den Klappentext zu lesen und unterbrach schon nach dem ersten Satz, als ich wusste, dieses Buch würde NACH solchen Massakern wie in "Texas Chainsaw Massacre" spielen. Mich hat schon immer die Idee fasziniert, was mit den Überlebenden geschehen würde, nachdem sie entkommen waren.

Und damit beginnt Teil 1 des Buches. Zum Inhalt möchte ich nichts sagen, der Klappentext ist ausreichend, was ich aber erwähnen möchte ist die literarische Sprache von Burke. Während er nicht an das Poetische von Paul Auster oder Denis Johnson heran kommt, ist sein Stil aber so prägnant und elegant wie von Stewart O'Nan zum Beispiel, der es versteht, in einfachen Worten die gesamte Tragweite einer Tragödie auszuweiten. So auch hier. Kongenial wie Burke hier zwischen den Perspektiven wechselt, jeder Absatz perfekt gewählt. Und vor allem erlangen alle Figuren ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit, weil er bekannte Motive des Terrorfilms (Kannibalismus, religiöser Fanatismus, Hinterwäldler) durch die Augen eines Jungen zeigt, der in diesem Umfeld aufgewachsen ist (also zum "Kin" gehört, zur Verwandtschaft der "Bösen"). Claires Trauma, die Bedenken ihrer Helfer in Not usw. garantieren Realismus mit einer greifbaren Spannung, weil Burke immer wieder Rückblenden einbaut, die einen das Blut in den Adern gefrieren lassen. Dieser erste Teil ist meisterhaft umgesetzt. Ich war sprachlos. 5 von 5 Sternen.

Teil 2: Wochen später. Hier geht es nun um das Leben der Menschen, die mit der Katastrophe in Elkwood direkt oder indirekt zu tun hatten. Und noch mehr als im ersten Teil, der zur Hälfte von Backwoods-Horror-Elementen bestimmt wurde, finden sich hier wieder die prägnanten und elegant erzählten Schicksale auch neuer Figuren. Es gibt einige herzergreifende Szenen, die den Leser glauben lassen, in einem klassischen dramatischen Roman gelandet zu sein. Zudem findet sich in diesem Teil eine Szene, die mir den Magen umdrehte. So etwas habe ich noch nicht gelesen. Das war eine absolut irre Idee, aber im Rahmen von Burkes Welt absolut greifbar und grausam realistisch vorstellbar. Leider bekommt dieser Teil aber nicht mehr die ganzen 5 Sterne, weil eine bestimmte Entwicklung doch zu sehr vom Zufall bestimmt wird. Nur so viel: Genau an dem Tag, als ein lange verschollener Mensch wieder auftaucht, passiert eine Katastrophe (mit der der Verschollene aber nichts zu tun hat). Man könnte auch von Fügung sprechen, aber ich fand das teilweise ziemlich konstruiert. Darum nur 4 von 5 Sternen.

Teil 3: Es geht zurück nach Elkwood. Das erwartet der Leser. Aber wie es ausgeht, was passiert, das kann der Leser gar nicht erwarten. Alles kommt anders als man denkt. Und das ist gut so. Doch das ist schon alles, was mir wirklich an diesem Teil gefallen hat. Plötzlich fehlt an einigen Stellen, die es geradezu provozieren würden, Burkes prägnanter, psychologischer Stil und die Handlung verkommt mehr und mehr zu einer Aneinanderreihung von Zufällen bzw. merkt man teilweise, wie etwas konstruiert wird für einen Effekt. Abgesehen davon, dass einiges zum Schluss nicht wirklich aufgelöst wird. Damit meine ich nicht ein Happy End. Ich meine einen befriedigenden Abschluss für einige der Figuren. Denn bis zum Ende hat sich doch ein ziemlicher Personenstamm angesammelt und mir kam es so vor, als würden Burke einige einfach nicht mehr so richtig interessieren. Abgesehen davon gab es etwas, das dann doch absolut vorhersehbar war und das wirkt wie ein Störfaktor, weil man bis dahin einfach nicht wissen konnte, was passiert. Das war sehr schade und so bekommt dieser Teil nur 3 von 5 Sternen.

Fazit: Viele wirklich grandiose Szenen, die ich so noch nicht gelesen habe, in einer Geschichte, die neu und wendungsreich ist und den Leser wirklich überrascht (bis auf ein Mal). Viele wirklich toll gezeichnete Figuren, die zum Ende hin leider an Farbe verlieren. Und leider wird die Geschichte zunehmend vom Zufall bestimmt, der hier irgendwie keinen Sinn macht, bzw. wirkt die Geschichte im dritten Teil stellenweise sehr konstruiert und nicht mehr so harmonisch natürlich wie davor. 5 und 4 und 3 Sterne ergeben zusammen 12, durch 3 gleich 4. Schade, ich hatte wirklich gehofft, er würde das Niveau des ersten Teils durch das ganze Buch halten. Aber ich bin trotzdem noch so begeistert von diesem Autor, dass ich mir jetzt sogar Print-Bücher bestellt habe und noch zwei Ebooks auf meinem Reader warten, von ihm gelesen zu werden. Ich bin weiterhin gespannt.


Edgar Allan Poe: Die besten Erzählungen (Klassiker der Literaturgeschichte)
Edgar Allan Poe: Die besten Erzählungen (Klassiker der Literaturgeschichte)
Preis: EUR 0,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut formatiert, fast perfekt ausgewählt, ein toller Einstieg, 18. Juli 2013
Dieses Ebook ist sicherlich nicht für jedermann geeignet. Wer die Horror-Geschichten von heute gewöhnt ist, der wird sich an Edgar Allan Poes Schreibweise sicherlich stoßen. Seine Erzählungen sind alt, wenn man so will, lebte der gute Mann doch von 1809 bis 1849, schrieb also in einer Zeit, in der auch hier E.T.A. Hoffmann wütete (obwohl dieser schon früher angefangen hatte, also eine Berühmtheit war, bevor Poe diesen Status erreichte). In Zeiten der Romantik und der Gothic-Novel war Edgar Allan Poe eigentlich die neue Stimme, meines Erachtens jedenfalls. Abgesehen davon, dass er so unterschiedliche Genres entscheidend prägte wie den Horror, den Krimi und die Abenteuergeschichte.

Wenn man, wie ich, aber sehr viel mit der Schreibweise und den Themen von Edgar Allan Poe anfangen kann, dann stellt sich die Frage, womit sollte jemand einsteigen, der Interesse an diesem antiquierten Stil und den Ursprüngen moderner Genres hat? Es gibt für den Kindle mittlerweile auch umfassende Werk-Sammlungen von Edgar Allan Poe, die teilweise sogar sämtliche Gedichte umfassen (was wenige wissen, in den USA ist er hauptsächlich als Poet berühmt). Aber ich glaube, von der Vielfältigkeit kann ein Neuling ziemlich schnell erschlagen werden.

Und da kommt diese Sammlung ins Spiel, die von Oliver Deberling zusammen gestellt wurde. Den Autoren kenne ich nicht, aber anhand seiner Auswahl, finde ich, weiß er, was er getan hat, auch wenn ich persönlich zwei, drei Geschichten vermisse ("Mesmerische Offenbarung", "Berenice" oder der berühmte Klassiker "Das verräterische Herz" z.B.). Ansonsten finden sich alle drei Dupin-Geschichten in dieser Sammlung, die, so sagt man, Doyle zu seinem "Sherlock Holmes" inspirierten. Und essentielle Geschichten wie "Der Untergang des Hauses Usher", "William Wilson" und "Die schwarze Katze" sowie "Wassergrube und Pendel" und und und. Und nicht jede Geschichte ist der Gruselgeschichte zuzuordnen, was einen ersten Einblick in die Vielfältigkeit von Poe gewährt.

Einzig für die seltsame Reihenfolge, in der die Geschichten hier zusammen gestellt wurden, gibt es einen halben Stern Abzug. Warum sind z.B. die Dupin-Geschichten nicht in chronologischer Reihenfolge zu finden? Warum kommen mit "Metzengerstein" und "Hopp-Frosch" sozusagen seine erste und seine letzte Geschichte (die zu Lebzeiten noch veröffentlicht wurde) genau hintereinander? Vielleicht ist das Absicht, der persönliche Geschmack des Herausgebers, ich mag es aber lieber chronologisch. Dennoch, das ist Meckern auf hohem Niveau. Wer auf seinem E-Reader in die Welt des Edgar Allan Poe einsteigen möchte, dem sei dieses Ebook wärmstens empfohlen. Allen anderen, die "Horrorgeschichten" erwarten, rate ich vom Kauf ab.

4,5 Sterne aufgerundet ergeben 5.


Waterman S0952220 Füllfederhalter Expert deep braun C.C, Strichbreite F, schreibfarbe blau
Waterman S0952220 Füllfederhalter Expert deep braun C.C, Strichbreite F, schreibfarbe blau
Preis: EUR 89,73

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angenehmes Schreibgefühl, perfektes Schriftbild, 5. Juli 2013
Also, zunächst: Die Schriftfarbe muss nicht gleich blau sein. Ich habe die Waterman-Patronen "Intense Black" im Schreibgerät. Und soweit ich es gestern in einem Laden gesehen habe, gibt es sogar zwei verschiedene Blautöne.

Ich gebe zu, ich habe den Füllfederhalter nicht über Amazon erworben, sondern erwarb ihn in einem Kaufhaus vor gut einem Jahr (habe also schon einige Seiten damit geschrieben). Ich wollte mehrere ausprobieren, bevor ich mich entscheide, aber keine Marke, in dieser Preisklasse, hat mich so sehr überzeugt wie Waterman. Aber da ich hier eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen möchte, kann jeder andere beherzt über diesen Online-Händler bestellen, besonders, weil er hier auch ein wenig billiger angeboten wird.

Die meisten, die heutzutage einen Füllfederhalter erwerben, tun dies vielleicht aus dekorativen Zwecken, die das Gerät nur ab und an für Unterschriften oder vielleicht sogar Briefe benutzen. So kann er für diese Zielgruppe entweder billiger sein (weil er sowieso nicht zu sehr beansprucht wird) oder sehr teuer, damit er vor allem gut aussieht. Ich brauchte einen Füllfederhalter, mit dem ich täglich mehrere Stunden hintereinander schreiben kann. Zuvor hatte ich lediglich mit einem Kugelschreiber geschrieben (aus der Urban-Reihe von Parker), aber über kurz oder lang ist solch ein Schreibgefühl zu "mechanisch".

Ein Füllfederhalter scheint zu leben, wenn du mit ihm Seiten um Seiten füllst, jedenfalls ergeht es mir mit dem "Waterman" so. Die Oberfläche des Stiftes ist glatt und kühl, aber nicht rutschig, durch die man einen erstklassigen Griff hat. Ich stecke die Kappe immer hinten auf, damit das Gewicht besser verlagert wird. Mehr zur Haptik kann ich leider nicht sagen, weil ich die Fachbegriffe nicht kenne.

Das Wichtigste aber ist natürlich die Feder und die des Waterman ist kaum zu vergleichen mit den "Füllern", die ich damals in der Schule benutzte. Auch bei absolut geringem Druck ergibt sich ein perfektes Schriftbild. Ich habe extra die Strichbreite F gewählt, weil mir die Unterscheidung der Buchstaben und ihrer Schwünge wichtig ist. Meine Schrift sieht dadurch "sauberer" aus. M wäre mir persönlich zu dick. Die Feder lässt sich sehr leicht und gründlich reinigen und wenn sich einmal ein kleines Härchen hinein verirrt, ist es leicht zu entfernen. Ich schreibe auf Moleskine-Papier, das wie dafür geschaffen scheint (auch wenn es noch bessere Notizhefte geben soll).

FAZIT: Ich kann verstehen, warum Stephen King damals nach seinem Unfall auf einen Waterman-Füllfederhalter zurück griff, um "Dreamcatcher" zu schreiben. So unscheinbar das Gerät auch aussehen mag, in ihm verbirgt sich das Geheimnis des fiktiven Schreibens: Einfach führen lassen. Ich kann ihn jedem empfehlen, der in unserer heutigen Zeit der Tastatur-Schriftsteller noch mit der Hand schreiben möchte. Ich kann nicht mehr ohne ihn.


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