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GeQo

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Bloodborne - Standard Edition - [PlayStation 4]
Bloodborne - Standard Edition - [PlayStation 4]
Preis: EUR 59,00

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 25. März 2015
Mit Bloodborne kommt der erste große Titel, der nicht nur hält was er verspricht, sondern sogar die Erwartungen übertrifft.

Präsentation

Grafisch legt Bloodborne eine Schippe drauf und sieht durchweg super aus. Rauch, Nebel und Feuereffekte sind überall schön anzusehen, die Stadt selbst ist auch sehr gelungen, sei es im goldigen Licht des Sonnenuntergangs oder bei tiefster Dunkelheit. Die Stoffe der Kleidung des Protagonisten sehen super aus, ebenso wie Dreck, Wasser oder gar Blut an der Kleidung und den Waffen kleben bleiben. Die Klänge untermalen die schöne, düstere Optik optimal: die Kreaturen hören sich teils an, als seien sie den schlimmsten Albträumen entsprungen und sämtliche Umgebungs- und Kampfgeräusche sind erstklassig. Lediglich zwei Schwächen (und es sind nahezu die einzigen, die das Spiel hat) finden sich in der Präsentation: die Framerate von 30fps sorgt manchmal für einen stotternden Eindruck, wenn man sich zu schnell umsieht. Und die Ladezeiten sind etwas länger, als sie sein sollten (das wird aber scheinbar rausgepatcht demnächst).

Story

Die ist, wie man es von einem Sprössling der "Souls-Familie" erwarten würde, recht kryptisch. Es gibt nicht den heutzutage üblichen, alles wissenden NPC der einem die Geschichte auf die Nase bindet und der jede Überraschung unmöglich macht. Stattdessen füttert einen das Spiel mit genug Informationen, um interessiert zu sein, lässt einen aber viele Dinge selbst zusammensammeln. So trifft man NPCs die jeder für sich einen Teil der Geschichte zu erzählen haben, sie zusammensetzen und sich einen Reim darauf machen, muss der Spieler jedoch selbst.

Gameplay

Keine schwere Rüstung, kein dicker Schild, keine Soul'sche Trägheit erwartet Spieler von Bloodborne. Was anfangs sehr ungewohnt wirkt fühlt sich später einfach fabelhaft an. Spätestens wenn die ersten Bosse einen dann zwingen, den Soul'schen Spielstil zu vergessen und sich auf den offensiven, schnellen Kampf einzulassen, erkennt man erst die Stärke des selbigen. Das System setzt auf risk & reward, dh. es ist möglich durch cleveren, offensiven Spielstil viel zu riskieren aber auch zu gewinnen, dafür ist der Verlust manchmal auch umso höher, wenn man es eben doch nicht schafft (oder der Gegner einen überrascht). Generell sind die Gegner etwas weniger auszurechnen, da viele Angriffsmuster gleich anfangen, dann aber plötzlich andere Wendungen nehmen die einen gerne mal kalt erwischen. Der schnelle Kampfstil fühlt sich insgesamt grandios an: man huscht schnell über den Kampfplatz, macht mal einen Satz vor um einen Angriff zu landen, weicht aus und setzt direkt zum nächsten Angriff an und kann dabei noch inmitten der Kombo seine Waffe transformieren, denn das können Waffen in Bloodborne: jede Waffe hat zwei verschiedene Modi, die sich teils rapide unterscheiden und ihre eigenen Vorteile und Angriffsmuster bringen. So kann das Einhandschwert mit dem ich kämpfe im nächsten Moment in einem Block befestigt als Hammer dienen und komplett andere Eigenschaften haben. Generell gibt es nicht mehr so viele Waffen, jene die es gibt sind dafür umso einzigartiger und erlauben die unterschiedlichsten Spielstile. Klasse, statt Masse.

Artstyle

Den Artstyle mag ich noch hervorheben, der ist nämlich absolut brillant. Die Stadt sowie das Umland sehen fabelhaft aus und der Blick über die Stadt ist herrlich, alles in einem viktorianischem Stil. Spitze Dächer, große Kathedralen, schöne Wälder und mehr erwarten einen und eine Gegend sieht schöner aus, als die andere. Das Gegnerdesign ist ebenso fabelhaft: von den unheimlichen Bewohnern der Stadt hin zu Kreaturen, die glatt aus japanischen Horrorfilmen entsprungen sein könnten wirkt alles absolut stimmig bis ins letzte Detail.

Fazit

Bloodborne bringte eine Menge neuer Elemente in den Mix, ohne dabei allerdings seine Wurzeln zu vergessen. Man spürt die Soul'schen Vorfahren genug, um sich als Veteran wohl zu fühlen, die neuen Elemente zerstören aber nicht, was die Spiele von FromSoftware bisher ausgemacht hat. Das Spiel schafft es zudem, zugänglicher zu sein, ohne dabei die Herausforderung und Schwierigkeit zu vernachlässigen. Klare Kaufempfehlung, der erste Game of the Year Kandidat.
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Evolve - [PlayStation 4]
Evolve - [PlayStation 4]
Wird angeboten von Game-Point-Baetz e.K.
Preis: EUR 30,49

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Neuauslegung eines Multiplayer-Shooters, 12. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Evolve - [PlayStation 4] (Videospiel)
Evolve sorgte im Vorfeld für so manche Kontroverse, obwohl die DLC-Politik des Spiels weder etwas neues, noch schlimmer ist als bei anderen, mit kostenlosen Maps sogar eher das Gegenteil. Doch ist das eigentliche Spiel fernab der Kontroversen gut?

Präsentation

Die Präsentation ist rundum gelungen. Grafisch macht das Spiel gut was her und besonders die Wettereffekte kommen gut zur Geltung. Bei heftigem Monsunregen zu fliehen oder zu jagen sah noch nie besser aus und fühlt sich sehr atmosphärisch an. Selbiges gilt für die Soundkulisse: die Geräusche der Tiere, des wuchtigen Stampfens der Monster sowie Waffen und Wettereffekte hören sich ausgezeichnet an und sorgen für ein gutes Gefühl. Hier gibt es nur eines zu bemängeln: obwohl das Spiel 16 Karten hat, wäre etwas mehr Vielfalt bei selbigen besser gewesen. Ein paar der Maps fühlen sich zu identisch an.

Story

Gibt es nicht wirklich eine. Menschen besiedeln Planeten, intelligente Monster haben etwas dagegen und bekämpfen die Menschen, selbige schicken einen Spezialtrupp aus einem bunt zusammengemischten Haufen von 12 Jägern um dem Einhalt zu gebieten. Die tollen Dialoge zwischen den Jägercharakteren passen da aber ausgezeichnet hinein und liefern etwas Hintergrundstory. Der Spielmodus Evakuierung spielt sich entgegen der normalen Jagd etwas mehr wie eine Art Story Modus mit wechselnden Aufgaben und Konsequenzen. Prinzipiell ist es aber ein Multiplayer-Spiel.

Gameplay

Das Gameplay hat die selben Probleme, wie jedes Multiplayer-Spiel: gute Mitspieler können das Spiel genial machen, schlechte Mitspieler können es vermiesen. Dazu sei gesagt: von Tag zu Tag werden die Matches derzeit besser, da sich mehr und mehr Spieler in das Spiel hineinfinden. Wenn das Prinzip von Evolve greift, was recht oft der Fall ist, dann fühlt sich jede Partie an, wie ein epischer Bosskampf, was einfach nur richtig toll ist. Negativ ankreiden würde ich dem Spiel hier jedoch nur eine Sache: das freischalten aller Symbole/Objekte ist ab einem gewissen Punkt etwas zu mühsam. Zwar schaltet man nur Kleinigkeiten frei, die zusätzlichen Charaktere sind sehr schnell freigeschaltet. Doch wer gern alles machen würde wird dafür einige Zeit brauchen.

Zur DLC-Kontroverse:

Bisher gibt es nur optische Inhalte, die das Gameplay keineswegs beeinflussen. Im späteren Verlauf kommen kostenlose Maps, lediglich die späteren Charaktere (Jäger und Monster) werden Geld kosten. Allerdings sehe ich auch da keine Gefahr, schlichtweg weil neue Charaktere das Spiel bereichern, auch wenn ich sie nicht kaufe. Immerhin habe ich sie dann als Verbündete oder Gegner in meinem Spiel und das bereichert die Spielerfahrung ebenso.

Ansonsten: das Spiel ist in dem Zustand sehr vollständig, man hat an keinem Punkt das Gefühl das Spiel sei irgendwo beschnitten um einem via DLC nochmal Geld aus der Tasche zu leiern.Jedwede Vergleiche zu F2P sind an den Haaren herbeigezogen und auch andere Halbwahrheiten, wie zum Beispiel dass fertiger Inhalt zurückgehalten würde um als DLC verkauft zu werden, entsprechend absolut nicht der Wahrheit. Evolve ist ein tolles Spiel, welches nun natürlich die Konsequenzen des aggressiven Marketings seitens 2K zu spüren bekommt, jedoch wird dem Spiel mittlerweile an vielen Punkten unrecht getan.

Was ich herausheben möchte

Der Evakuierungsmodus ist eine sehr tolle Idee. Man spielt einen der Modi (Jagd, Nestbau, Rettung oder Verteidigung) und je nachdem ob man gewinnt oder verliert verändert das die Parameter des nächsten Matches zu den Gunsten einer Seite. So kann es sein, dass wenn das Monster eine Runde an dem Damm gewinnt, die nächste Karte überflutet ist und sich dadurch ganz neue Vor- und Nachteile für beide Seiten ergeben können.
Das Balancing ist soweit Top. Klar, viele Spieler beschweren sich generell zuerst immer darüber, dass alles zu stark/schwach ist. Aber mit der Zeit kommen alle hinter die Kniffe, die es gibt und das Spiel gleicht sich aus.
Die Vielfalt an Waffen und Charakteren ist toll, besonders da jeder der Jäger und jedes der Monster sich anders spielt und so für eine Menge Abwechslung sorgt.

Fazit

Evolve ist, wenn es funktioniert, einer der besten MP-Shooter der letzten Jahre. Der Evakuierungsmodus ist dabei das Herzstück, da ständig wechselne Faktoren das Spiel spannend machen. Es kommt kaum Frust auf, die Auswahl an Charakteren, Waffen und Monstern ist sowohl vielfältig als auch kreativ. Kaufempfehlung von mir.


Lords of the Fallen Limited Edition
Lords of the Fallen Limited Edition
Preis: EUR 44,99

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kopie oder Unikat?, 28. Oktober 2014
Lords of the Fallen hat seine Inspiration und Wurzel ganz klar bei der Souls-Reihe und die wichtige Frage ist letztlich: schafft das Spiel es, eigene Elemente einzubringen oder ist es schlichtweg nur eine Kopie?

Präsentation

Die Präsentation ist sehr gut gelungen. Hierbei sage ich aber ausdrücklich: nach dem Day-One Patch. Davor wird das Spiel von Soundaussetzern und Tearing geplagt, nach dem Patch jedoch wirkt die gesamte Präsentation sehr stimmig und im Einklang. Das Dark-Fantasy-Setting kommt gut zur Geltung und sowohl Licht- als auch Raucheffekte aber auch verschiedene Partikeleffekte machen das Spiel sehr ansehnlich. Von den Klängen her wirkt das Spiel manchmal verhältnismäßig "still", insgesamt ist da aber auch alles solide.

Story

Die Story ist nicht das Wahre und bestenfalls als Standard zu betrachten. Auch wird einem nicht alles an die Nase gebunden und zwingend erläutert, allerdings ist alles weniger kryptisch als bei den großen Vorbildern der Souls Reihe. Nette Nebencharaktere frischen hier und da auf, insgesamt merkt man aber deutlich, dass hierauf nicht der Fokus des Spiels liegt.

Gameplay

Das Gameplay spielt sich wie ein Hybrid aus Diablo und den Souls Spielen. Man lootet und 'levelt' und das viele verschiedene Gear sowie die vielen unterschiedlichen Waffen (und die damit verbundenen Kampfstile) wissen zu überzeugen. Von der Schwierigkeit her ist das Spiel eher leicht, das ändert sich ein wenig im New Game+. Potential bleibt aber verschenkt wenn man sich die Gegnertypen ansieht, da ist insgesamt noch zu wenig Vielfalt geboten. Nichts desto trotz machen die Kämpfe aber unglaublichen Spaß, gepaart mit der Erkundung der Welt (auch wenn diese eher linear ist, so bietet sie Geheimnisse) und dem Drang nach neuen Waffen und Rüstungen entsteht daraus doch ein eher Sucht förderndes Spielprinzip, dem man die kleinen Schwächen gern verzeiht.

Besonderheit

Die kleine Besonderheit des Spiels findet sich im Spielprinzip der Erfahrungspunkte. Das Spiel belohnt 'Mut' indem es für jeden getöteten Gegner einen Erfahrungsmodifikator gibt. Selbiger bleibt bis zum Tod oder bis man Punkte verteilt bei einem der Kristalle, die als Speicherort sowie Ruheplatz gelten. Das erzeugt eine Dynamik, die einen immer mal dazu verleitet doch noch den ein oder anderen Gegner mitnehmen zu wollen, ehe man den Zähler resettet.

Fazit

Lords of the Fallen ist ein grundsolider erster Schritt und konnte mich soweit vollkommen überzeugen. Es definiert das Genre nicht neu, erweitert es aber um ein weiteres Spiel. Hardcore Souls Fans werden sicherlich die Schwierigkeit vermissen, allen anderen kann ich das Spiel nur nahelegen. Der Fokus auf die Kämpfe und das Gear sind dabei ganz klar die Stärken des Spiels, was Gegnervariation und Schwierigkeit angeht ist Luft nach oben. Wen die Schwächen nicht abschrecken, der sollte sich Lords of the Fallen auf jeden Fall mal ansehen. Kaufempfehlung von mir.


Mario Kart 8 (Standard Edition)
Mario Kart 8 (Standard Edition)
Preis: EUR 47,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das womöglich beste Mario Kart, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Mario Kart 8 (Standard Edition) (Videospiel)
Mario Kart 8 weiß mit kleinen Neuerungen, einigen Überarbeitungen sowie einer wundervollen Optik zu überzeugen. Warum es womöglich das beste Mario Kart ist, lest ihr hier.

Präsentation
Die Präsentation ist, ohne Zweifel, 'Next-Gen' würdig. Alles läuft butterweich ohne Einschränkungen und die visuellen Effekte sind einfach bombastisch. Das geht bei den detailreichen Charaktermodellen über verschiedene Effekte hin zu den Strecken selbst so. Das alles ist aus einem Guss und optisch einfach wundervoll. Youtube Videos geben nicht im Ansatz wieder, wie gut Mario Kart 8 aussieht. Der Sound ist ebenso wie immer Top, die Musik sowie die einzelnen Effekte der Charaktere und Waffen sind auf gewohnt hohem Niveau.

Gameplay
Das Gameplay ist Mario Kart typisch schnell, knackig und macht eine Menge Spaß. Durch das Sammeln von Münzen fährt man generell schneller, durch das sammeln von Items behindert man seine Gegner oder schützt sich selbst vor deren Versuchen, einen zu stören. Im wesentlichen hat sich nicht viel verändert, nur dass Mario Kart beinahe F-Zero typisch noch eine Dimension mehr bekommt: indem man über bestimmte, blau markierte Zonen auf dem Boden fährt, stellen sich die Räder um, so dass man quasi auf der Strecke 'klebt' Das erlaubt einem an Wänden und teils kopfüber zu fahren in bestimmten Passagen. Das gewohnte Gleiten ist weiterhin Teil des Spiels.

Gameplay - Was ist besser geworden
Besser geworden sind allem voran die Items und die damit verbundene 'Fairness'. Das liegt zum einen daran, dass die richtig starken Items (der blaue Panzer, Blitz und Co) nicht mehr so oft vorkommen. Entsprechend kommt man nicht in einem Rennen von einer Salve in die nächste. Zusätzlich ist es nun aber auch noch möglich, den blauen Panzer zB zu kontern. Es wirkt insgesamt so, dass Mario Kart vom Erlebnis her einfach noch ein Stück runder geworden ist. Auch die neuen Items (der Bumerang oder die Fleischfressende Pflanze) fügen sich gut in diese Balance ein.

Gameplay - Was ist schlechter geworden
Nun, das einzige was man Mario Kart ankreiden muss, sind zwei Dinge, wovon ich eines aber in Klammern setzen mag, weil das nicht so wichtig ist. Das kleine Übel ist, dass eine Siegerehrung wegfällt und man nach einem gewonnenen Cup nur einen Replay sowie eine abgebildete Trophäe zu sehen bekommt. Das ist nicht schlimm, aber schade. Das etwas größere Übel ist der Wegfall der Battle-Arenen. Man kann sich zwar noch immer in einem Versus-Modus bekämpfen, nur findet das eben auf den normalen Strecken statt - was dem nicht gerecht wird.

Fazit
Mario Kart 8 ist eine Augenweide, ein süchtig machendes Spiel voller Spaß und die Krönung der WiiU bisher. Alle Rädchen greifen perfekt ineinander und machen aus Mario Kart 8 ein rundes Gesamterlebnis. Eine klare Kaufempfehlung von mir, ohne Wenn und Aber.

PS: Wenn künftige Nintendo Titel wie Zelda und Co nur halb so gut aussehen, wie Mario Kart 8, dann kommt noch einiges auf uns zu.


Watch Dogs (Bonus Edition) - [PlayStation 3]
Watch Dogs (Bonus Edition) - [PlayStation 3]
Preis: EUR 19,95

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gefangen zwischen Welten, 30. Mai 2014
Watch Dogs wurde als das Next-Gen Open World Spiel angepriesen. Neue Mechaniken innerhalb des Spiels sollten zeigen, wie Open World Spiele zukünftig aussehen sollten. Wie viel an diesen Worten dran ist, mag ich erläutern.

Präsentation
Auf den Last Gen Konsolen ist Watchdogs vom optischen her 'in Ordnung'. Die Stadt wirkt ein wenig belebter als in GTA V, das Spiel leidet dennoch unter Aufploppen und Kantenflimmern. Insgesamt geht die Grafik aber absolut in Ordnung. Die Soundkulisse ist gelungen, alles hört sich an wie es sich anhören soll. Leichte Probleme mit der Abmischung machen es manchmal schwer zu verstehen, was gesagt wird und die eher unbekannte Musikauswahl ist auch etwas enttäuschend.

Story
Die Story ist allenfalls mittelmäßig und lässt sich recht schnell erahnen. Das an sich wäre kein Problem, wenn das Grundsetting nicht auch etwas belanglos bleiben würde. Das Thema Hacking sowie "Überwachungsstaat" wird vom Spiel eigentlich an jeder Ecke aufgegriffen, in der Handlung aber nicht weiter konsequent fortgeführt. Anstatt sich also Gesellschaftskritisch zu geben oder eine Handlung um den Schrecken der Überwachung aufzubauen, zeigt Watch Dogs all diese Dinge hier und da mal kurz, befasst sich aber im wesentlichen mit einer Art Rache-Plot. Der Hauptcharakter Aiden bleibt dabei aber verhältnismäßig blass, was auch daran liegt, dass das Spiel einem keine Möglichkeiten lässt. So hat man im Verlauf der Handlung eher das Gefühl, man spielt einen Killer und keinen Hacker. Zusätzlich leidet Aiden darunter, dass die Nebencharaktere besser ausgefeilt sind, als er selbst. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack und geht besser.

Gameplay
Das Gameplay bedient sich vieler anderer Open World Spiele, allem voran Assassin's Creed, GTA und Far Cry. Die Elemente sind aber allesamt sehr gut verwoben und das Gameplay als solches ist stimmig und macht eine Menge Spaß. Das, was Watch Dogs ausmachen soll - das Hacking - ist eigentlich auch recht gut umgesetzt, bleibt aber viel zu oberflächlich. Die meisten Aktionen lassen sich mit nur einem Knopfdruck erledigen. Das ist im Falle einer Autoverfolgung zB richtig gut. Schade ist nur, dass man so oft und so viel immer nur den gleichen Knopf drücken muss, dass die anfängliche Begeisterung schnell in Monotonie ausartet. Nur selten löst man bestimmte Rätsel zum Hacken indem man durch drehen bestimmter Punkte Verbindungen herstellt. Das ist so gut gelungen, weil es fordernd aber eben nicht zu schwer ist, dass es schade ist, nicht mehr solcher Elemente im Spiel vorzufinden. Das eigentliche Gameplay (sprich: Schleichen/Schießen) ist recht gut. Besonders wenn man versucht alles im Stealth zu meistern, hat das Spiel einen sehr hohen Spaßfaktor. Als 3rd Person Shooter ist Watch Dogs aber eher mittelmäßig, was auch an der recht schwachen Gegner-KI liegt.

Multiplayer
Ein kurzes Wort zum Multiplayer: die Spielmodi sind recht interessant und man kommt nahezu nahtlos aus dem Singleplayer Spiel in den Multiplayer, indem man das Ingame Smartphone benutzt. Sobald die Multiplayer Partie zu Ende ist, landet man wieder nahtlos in seinem eigenen Spiel, was clever gemacht ist. Die Modi die am vielversprechendsten klingen (Beschattung und Hacken eines anderen Spielers) entpuppen sich jedoch als Blender, weil der Gegenspieler sehr schnell erkennbar ist und man dadurch, das man quasi in das Spiel eines anderen reinplatzt, auch sehr schnell in einer Lage ist, wo man in einer absolut Menschenleeren Gegend etwas ausrichten soll, ohne erkannt zu werden - was nahezu unmöglich ist. Auch da ist das Spiel zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht was Wahre.

Fazit
Watch Dogs ist insgesamt ein gutes Spiel, welches aber insgesamt nicht mutig genug ist, um sich abzuheben. Alle Elemente machen bedingt Spaß, können sich aber teils sehr stark abnutzen und deshalb bleibt Watch Dogs unter seinen Möglichkeiten. Es ist keineswegs ein schlechtes Spiel, eine klare Kaufempfehlung kann ich leider nicht geben, das muss jeder für sich abwägen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 31, 2014 7:07 PM MEST


The Wonderful 101 - [Nintendo Wii U]
The Wonderful 101 - [Nintendo Wii U]
Preis: EUR 29,99

5.0 von 5 Sternen Over the Top Action die sich selbst nicht zu ernst nimmt, 20. Mai 2014
The Wonderful 101 ist wohl eines der unterbewertesten und unterschätzten Spiele der jüngeren Vergangenheit. Warum das so ist, mag ich in der Rezension erläutern.

Präsentation
Die Präsentation ist rundum gelungen. Die wuchtige Soundkulisse sowie die gewollt Superheldentypische Musik sind in sich stimmig, komplettiert wird das durch den comichaften, dennoch sehr schön anzusehenden Look den das Spiel hat. Man bleibt dem Stil des Spiels durchweg treu und die Klänge und Explosionen während der Kämpfe sind richtig gut inszeniert.

Gameplay
Man steuert eine Horde von Superhelden (bis zu 100 Stück um genau zu sein) die sich mehr oder minder besondere Fähigkeiten 'teilen' - die Unite-Morphs. Im Grunde genommen ist das nichts anderes, als dass sich die Helden selbst zu bestimmten Waffen "formen". Schwert, Faust, Pistole, Peitsche und noch einiges mehr, was man je nach Situation einsetzen und benutzen kann. Da jedes dieser Gebilde aus den einzelnen Helden besteht, passiert es eben auch, dass betroffende Helden zB Projektile für die Pistole stellen. Das wird zum einen in dem ein oder anderen Video auf die Schippe genommen, macht zum anderen aber auch wahnsinnigen Spaß. Man legt fest, welchen Morph man annimmt, indem man mit dem rechten Analog-Stick bestimmte Formen zeichnet (Kreis, Wellenlinie, etc). Das geht nach einigen Gewöhnungszeit recht gut. Insgesamt spielt sich The Wonderful 101 sehr rasant und hat zudem einen knackigen Schwierigkeitsgrad.

Story
Die Story kann ich recht schnell abhaken: die Wonderful 101 sollen die Welt vor einer Alien-Invasion retten. Das alles ist aber dermaßen übertrieben und humorvoll inszeniert, dass einem das eigentlich 'öde' Grundsetting absolut Spaß macht.

Der Humor, die Charaktere und eine Schwäche
Der Humor ist einfach brillant. So werfen die einzelnen Helden gerne mit hohlen Superheldenphrasen um sich oder finden es schon mal befremdlich, dass der russische Kamerad unter ihnen keine solche Phrase hat. Wonder-Blue ist nie um einen arroganten Spruch verlegen, bei dem er nur zu gerne erwähnt wie scharf doch sein Valianthium-Schwert ist. Wonder-Green, der französische Waffenliebhaber liebkost und redet mit seiner Waffe und und und. Das alles ist so dermaßen überdreht und Stereotypenhaft komisch, dass man daran seine Freude hat und auch die Phasen zwischen den Kämpfen eigentlich nie langweilig werden. Der Erzähler (der gerne mal lange und ausufernd irgendwelche fiktive Fachwörter um sich wirft um die Technik zu erklären) tut sein restliches. Die einzige Schwäche ist das nicht ganz genutzte Gamepad. An ein, zwei Stellen wird es recht kreativ genutzt, indem man zB ein Gebäude betritt und man dann auf dem Bildschirm des Pads sieht, was in dem Gebäude passiert, während der TV alles von außen zeigt. Meistens betrifft das kurze Rätsel, bei denen man mit Hilfe beiden Sichtweisen vorankommt. Insgesamt nutzt man den Screen des Gamepads aber kaum.

Fazit
Rasant, knackig schwer und unglaublich humorvoll - The Wonderful 101 ist ein Klasse Spiel und bekommt eine klare Kaufempfehlung.


Toukiden: The Age of Demons - [PlayStation Vita]
Toukiden: The Age of Demons - [PlayStation Vita]
Preis: EUR 29,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hybrid zweier Welten, 10. Mai 2014
Toukiden erinnert stark an zwei Spiele: Monster Hunter und Soul Sacrifice. Generell ist eine Mischung aus mehreren Genres oder Spielen nicht verkehrt, wie es um Toukiden steht mag ich in meiner Rezension etwas beleuchten.

Präsentation
Die Präsentation ist insgesamt gelungen. Grafisch bewegt sich das Spiel auf dem Niveau von Soul Sacrifice und auch sonst kann man von der Gesamtpräsentation, sowie den Soundeffekten nichts am Spiel bemängeln. Das Gesamtpaket stimmt.

Gameplay - Parallelen zu anderen Spielen und die Stärken
Das Gameplay als solches bedient sich beim schnellen, actionreichen Soul Sacrifice und dem langsameren, Monster Hunter. Toukiden siedelt sich damit zwischen beiden Spielen an, nimmt dabei von beiden auch eine Menge mit. Das beginnt schon beim generellen Aufbau des Spiels: das Dorf, sowie die Annahme der Quests und das ausrücken zu selbigen sind nahezu 1zu1 Monster Hunter like. Auch die größeren Monster und die daran gebundene Queststruktur erinnern unglaublich stark daran. Dazu kommen aber Soul Sacrifice-artige Elemente hinzu: zum einen die Geschwindigkeit der Kämpfe, zum anderen die Fähigkeiten die man nutzen kann, sowie die Möglichkeit, durch den Austausch bestimmter 'Seelen' auch seine Fähigkeiten zu wechseln. Auch das ist 1zu1 in Soul Sacrifice vorhanden. Der Mix ist insgesamt gelungen und die akzeptable Story tut ihr übriges, um das Spiel zu stützen.

Gameplay - die Schattenseiten
Solch ein Mix offenbart aber auch manche Schwächen, von denen auch Toukiden nicht befreit ist. Zum einen ist das Spiel weitaus weniger "komplex" und herausfordernd, als seine 'Vettern'. Durch das Entfallen jedweden Craftings sowie dem schnellen Gameplay ist das Spiel wesentlich leichter und ggf weniger motivierend (je nachdem welcher Spielertyp man ist, siehe Fazit). Auch fühlt sich das alles stellenweise etwas unrund an, weil nicht alles wie aus einem Guß ist, eben weil das Spiel irgendwo ein Mash-up ist.

Fazit
Die drei Sterne die ich gebe, sollen nur meinen Zwiespalt zum Ausdruck bringen: einerseits ist Toukiden ein echt gutes Spiel und weiß mit seinen Stärken zu überzeugen, andererseits hat man viele dieser Dinge schon mehrfach gesehen und das in besserer Form. Die Frage ist letztlich nur, welcher Spielertyp man ist: wenn einem Monster Hunter durch das Gegrinde und Taktieren zu langatmig ist, der wird in Toukiden einen würdigen Ersatz finden. Wer aber die Herausforderung sowie Crafting und Grindig an Monster Hunter liebt, ist mit Toukiden lieber etwas vorsichtig. Bedingte Kaufempfehlung von mir.


Child of Light (Deluxe Edition inklusive Download Code)
Child of Light (Deluxe Edition inklusive Download Code)
Wird angeboten von Better Games GmbH
Preis: EUR 12,38

31 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumhaft schön, 30. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Child of Light ist eines dieser Spiele, die auf mehreren Ebenen überzeugen und dabei voller Liebe zum Detail sind.

Präsentation
Die Präsentation ist insgesamt unglaublich gut gelungen. Der 'handgezeichnete', detailreiche Stil weiß ebenso zu überzeugen wie die gesamte Kulisse, die liebreizenden, märchenhaften Charaktere sowie die musikalische Untermalung. Das Gesamtpaket ist atemberaubend schön und auch wenn man keine Grafikbombe in dem Spiel findet, so ist das Aussehen insgesamt schlichtweg außergewöhnlich gut.

Story
Dazu mag ich soweit nicht viel sagen. Man liegt etwa bei einer Spielzeit von 10 Stunden, weshalb ich meine, die Geschichte solle jeder selbst erleben. Nur so viel sei gesagt: das märchenhafte Setting setzt sich auch da fort und auch wenn man bei weitem nicht die 'innovativste' Story aller Zeiten vorfindet, so schafft Child of Light es eben doch durchweg zu überzeugen, was einfach an der grundlegenden Stimmigkeit aller (Story)elemente liegt.

Atmosphäre
Die Atmosphäre, welche von der Spielwelt ausgeht, mag ich hier eben kurz extra loben. Ich habe selten in einem Medium erlebt, dass eine teil so helle, schöne Welt gleichzeitig so beklemmend auf mich gewirkt hat, das finde ich absolut grandios gemacht.

Gameplay
Herumlaufen, herumfliegen und RPG-Elemente, dazu knackige Rätsel. Das trifft es in kurzform und auch wenn die RPG-Elemente des Spiels eher in Richtung 'casual' tendieren, so liefert Child of Light doch im wesentlichen ein sehr lohnenswertes Spielerlebnis. Das, was etwas Besonderheit ins Spiel bringt, ist der kleine, leuchtende Begleiter Auroras: er kann im Kampf kleine Heilung 'sammeln' oder den Angriff des Gegners verlangsamen. Schön wird dieses Feature zusätzlich dadurch, dass ein zweiter Spieler diese Rolle einnehmen kann. Ansonsten hat mir das Kampfsystem sehr gut gefallen, weil es nicht ganz das eingeengte Rundenbasierte System übernommen hat, sondern man anhand eines Balkens am unteren Bildschirmrand genau sieht, wer wann als nächstes angreifen darf (Freund sowie Feind) und man Angriffe sogar geschickt unterbrechen kann dadurch, der kleine leuchtende Helfer kann das durch seine verlangsamende Wirkung auf Gegner zusätzlich beeinflussen. Das System ist im Endeffekt also recht simpel und leicht zu lernen, jedoch spaßig und anspruchsvoll zu meistern und schafft es vor allem - mit nur wenigen Kniffen, doch noch etwas mehr Tiefe in das Gameplay zu bringen.

Die Zusatzinhalte:
Noch ein Wort zu den Zusatzinhalten - die sind toll. Der Schlüsselanhänger ist richtig schön und leuchtet auch prima, besonders gefallen hat mir aber das Poster. Selbiges hat einen echt tollen Stil und sieht einfach Klasse aus. Kurzum: auch mit höherem Preis hätte man bei dem Spiel nichts falsch gemacht, so sogar noch weniger. Das ganze ist natürlich nicht in der Qualität der Preisklasse eines 100€+ Spiels, für den Preis sind die gebotenen Inhalte aber mehr als zufriedenstellend.

Fazit
Child of Light ist eine Perle die man gerne mal übersieht. Man nimmt vielleicht die ersten Trailer wahr, belächelt das Ganze etwas und erwartet nicht im Ansatz das, was in dem Spiel steckt - und das ist eine Menge. Es bietet ein Kampfsystem für den Casual sowie den 'anspruchsvolleren' Spieler, es bietet tolle Charaktere, eine Märchenhafte Umgebung sowie Geschichte und vor allen Dingen schafft es eines: dass ich als Spieler gebannt vor dem TV sitze und mir voller Freude diese Geschichte anhöre - so wie man es auch als Kind gerne getan hat. Das verdient volle Punktzahl und eine klare Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2014 12:52 PM MEST


Attack on Titan, Band 1
Attack on Titan, Band 1
von Hajime Isayama
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das heißeste Eisen im Manga-Feuer, 29. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Attack on Titan, Band 1 (Taschenbuch)
Attack on Titan ist als Manga sowie Anime wohl das zzt heißeste Eisen. Die clevere Story, faszinierende Charaktere sowie Gnadenlosigkeit mit der die Story voranprischt sind selten erreicht.

Der Zeichenstil selbst ist eher etwas 'grob' wenn man so will. Feine, 'schnörkelige' Details sucht man vergebens, doch gerade dieser 'kantigere' Stil unterstreicht das 'Wesen' der Handlung sowie der Welt. Der Manga wirkt dadurch beinahe schon 'schmutzig' wie die Welt in der er spielt, was ich als positiv empfinde - nach einer Gewöhnungszeit, sei dazu gesagt.

Die Handlung selbst schafft es, einen an einigen Stellen zu überraschen. Ein paar der größeren Twists die noch auftauchen lassen sich manchmal vorhersehen, meistens schafft die Handlung es aber, neuere Wege zu beschreiten. Viel mehr mag ich dazu nicht sagen, man sollte es am besten selbst 'erleben'.

Die Charaktere sind reicht breit gefächert und haben allesamt ihren Reiz. Vereinzelt schafft die Handlung es sogar, dass offensichtliche Nebencharaktere die nur kurz verweilen, einem dann doch irgendwo fehlen. Insgesamt ist die Charakterzeichnung sehr gelungen, bis auf wenige Ausnahmen bleiben die einzelnen Personen 'menschlich', sprich: entgegen vielen anderer Manga ist nicht jeder sofort ein unglaublich starker Held.

Was ich besonders positiv erwähnen mag, ist die Gnadenlosigkeit, die der Manga an den Tag legt. Damit meine ich nun weniger brutale Szenen sondern viel mehr die Tatsache, dass stets das Gefühl vorherrscht, wie schwach die Menschheit in dem Konflikt ist. So schaffen es nur die wenigsten effektiv gegen den Feind kämpfen zu können, die meisten Charaktere zeigen auch stets Schwächen und der Konflikt selbst ist ebenfalls gnadenlos ausgeführt. Diese Konsequenz sieht man heutzutage selten, da in vielen Stories weiterhin stets jeder Nebencharakter noch so stark dargestellt wird.

Mein Fazit: Ich persönlich habe nach vielen Jahren in Attack on Titan eine 'Erfrischung' der Manga/Animewelt gefunden. Man ist weit genug weg von der klassischen Story, die Welt sowie die Charaktere wirken gezeichnet und geprägt und die allgemeine Darstellung ist gleichermaßen konsequent wie interessant. Kurz: ich kann nur jedem empfehlen einen Blick reinzuwerfen, es lohnt sich.


Bravely Default - Deluxe Edition
Bravely Default - Deluxe Edition
Wird angeboten von 711games
Preis: EUR 157,95

5.0 von 5 Sternen Alte neue Schule, 21. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Bravely Default - Deluxe Edition (Videospiel)
Bravely Default ist hoch gelobt und seine Parallelen zu Final Fantasy und anderen klassischen JRPGs sind nicht zu verleugnen, warum Bravely Default aber besser ist, versuche ich anhand meiner Rezension festzumachen.

Präsentation
Die Präsentation ist insgesamt auf sehr hohem Niveau. Grafisch sowie vom 3D Effekt her ist BD auf jeden Fall eine Augenweide, einige Cut Scenes sind sehr schön und die AR-Filme (sofern man die Karten ausgedruckt oder aus der Collectors Edition hat) sind auch sehr toll anzusehen. Vom Sound her ist das Spiel auch Top: die Stimmen sowie die Sprachausgabe der einzelnen Charaktere sind sehr stimmig und auch die musikalische Untermalung ist allemal gut. Einige Lieder, so schön sie sind, verlieren mit der Zeit etwas an Schwung, das ist aber Meckern auf hohem Niveau.

Gameplay
Das Gameplay ist klassisch aber eben auch nicht. Es gibt Zufallsbegegnungen auf den Karten, man sieht die Feinde also nicht bzw kann sie nicht umgehen, die Kämpfe selbst sind Rundenbasiert in sehr klassischer Manier. Die Neuerung sind die zwei Fähigkeiten Brave und Default. Default ist quasi eine defensive Haltung und speichert einen Bonusangriff, selbige Bonusangriffe kann man mit Default dann zB in einem Zug benutzen. So kann man schon mal in einem Zug mehrere Angriffe ausführen, manchmal sogar mit seinen Aktionspunkten ins Minus gehen um zB alles auf eine Karte zu setzen. Das erlaubt schon eine taktischere Tiefe als nur das übliche Angriff - Zauber - Blocken. Dazu sei aber noch gesagt: das Spiel kann stellenweise unglaublich schwer sein. Spieler die ein Problem damit haben, nochmals etwas Gold/Erfahrung zu grinden, um sich auf einen Bosskampf vorzubereiten, sollten das bedenken.

Story
Die Story ist eigentlich ein recht simpel gehaltenes 'Auserwählte rettet die Welt'. Es gibt stellenweise einige interessante, etwas außergewöhnlichere Momente, besonders auch manche Nebenquest liefert einem einen fesselnden Nebenplot - doch insgesamt lehnt sich BD nicht zu weit aus dem Fenster und hält sich eher an Genretypische Stärken. Das kann man mögen, muss man aber nicht.

Jobs und Fähigkeiten
In den "Klassen" die jeder Held haben kann, liegt die wohl größte Stärke von Bravely Default. Es gibt unzählige Jobs die jeder Charakter einnehmen kann. Selbige fungieren als Kampfklasse. So gibt es eben den Ritter, den weißen oder schwarzen Magier als sehr klassische Rollen. Es gibt aber auch sehr ausgefallenes, wie zB den Händler der mit dem Geld dass man hat sehr starke Attacken ausführen kann, sogar Gegenstände zu überteuertem Preis an Gegner verkaufen kann(!). Das ist erfrischend und liefert neue Möglichkeiten. Besonders genial wird das durch die Tatsache, dass jeder Charakter im Endeffekt gleichzeitig zwei Jobs bekleiden kann. Die erste Wahl wird gelevelt und schaltet neue Fähigkeiten sowie passive Boni frei, die zweite Wahl gewährt einem zusätzliche Zauber und Fähigkeiten des jeweiligen Jobs. So kann ich jeden Charakter spielen wie ich will. Ein Dieb der schwarze Magie beherrscht? Ein Mönch der gleichzeitig die Tricks des Diebes kann und die passiven Fähigkeiten eines Ritters/Mönchs hat? Das alles ist möglich und macht das Spiel unglaublich gut.

Zum Inhalt der Deluxe Edition:
Die Agnes Figur ist offensichtlich das Herzstück des Pakets. Sie ist gut verarbeitet, hat schöne Details (wie zB den pelzigen Saum ihres Kleids) und ist rundum einfach qualitativ hochwertig. Die AR Karten sind ein nicht zwingend nötiges Gimmick. Auch wenn die kurzen Filmchen die man sich damit ansehen kann durchaus ansehnlich sind, so machen die Karten sicher nicht den Großteil aus. Das Artbook dagegen ist wahnsinnig toll. Es ist ein richtig großes Buch, das Papier sowie der Einband sind sehr hochwertig und der Inhalt ist auch sehr schön anzusehen. Der Soundtrack weiß durch schöne Lieder aus dem Spiel zu überzeugen und ist die Deluxe Edition auch allemal wert. Insgesamt eine der besseren Sondereditionen eines Spiels, ich bereue den Kauf nicht.

Fazit
Bravely Default ist zur Hälfte ein unglaublich modernes und cleveres RPG: es lässt mir die Möglichkeit wie ich die Klassen meiner Charaktere zusammenwürfle, es ist fordernd, bietet lange Spielzeit und bietet mit Brave/Default neue Spielmechaniken. Es ist aber gleichzeitig das altbackene RPG aus meiner Jugend: die Zauber sind sehr stark Final Fantasy inspiriert (Square Enix lässt grüßen^^), die Story sowie manch klischeehafte Wendung lassen alte Zeiten aufleben und das rundenbasierte Kampfsystem sowie der Schwierigkeitsgrad sind ebenso 'klassischer' Standard. Doch eben diese Mischung macht das Spiel so gut: es lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster um eventuell am Ziel vorbeizuschießen, es ruht sich aber auch nicht zu sehr auf alten Tugenden aus. Klare Kaufempfehlung, Bravely Default ist ein großartiges Spiel.


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