Profil für Andreas Lydorf > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Andreas Lydorf
Top-Rezensenten Rang: 2.713.121
Hilfreiche Bewertungen: 84

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Andreas Lydorf "underjollyroger"
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
Holyhell
Holyhell
Preis: EUR 12,99

11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zugegebenermaßen ..., 30. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Holyhell (Audio CD)
... wenn ein Produkt vorher nur 5-Sterne Rezensionen erhalten hat, und man dies dann ändert, stehen die Chancen gut, daß man Kritik einfährt ^^

So ganz nachvollziehen kann ich den Hype um Holyhell nicht. Von einem Kollegen empfohlen, habe ich mir das Album gegönnt und auch mehr als einmal gehört. Leider gehört es für mich zu der Sorte CD, die nicht schlecht ist, aber auch nicht gerade herausragend ist. So wird es nur mal gelegentlich hervorgekramt ...

Klar, Maria Breon hat eine tolle Stimme (und sieht gut aus hehe), aber das haben die meisten SängerInnen dieses Genres. Gerade, wenn sie mal etwas untypischer wie in Eclipse z.B. singt, wird ihre Stimme für mich interessant. Plus, die Texte sind ziemlich klischeehaft und wiederholen sich thematisch ständig.

Ansonsten wird die Musik getragen von jeder Menge Keyboards und Chören, welche zwar opulent daher kommen, aber oftmals nicht wirklich im Ohr bleiben wollen.

Gitarrentechnisch gibt's ebenfalls nichts wirklich interessantes zu vermelden. Die Rhythmusgitarre von "Shredlord" Joe Stump (von dem ich noch nie zuvor gehört habe) spielt kaum eine Rolle, und solistisch klingt er wie eine Yngwie Malmsteen-Kopie, allerdings eine, bei der man lieber das Original hören möchte ...

Bass und Schlagzeug lassen sich am ehesten mit dem Wort "solide" beschreiben. Nicht schlecht, aber ziemlich 0815-einfallslos, wie bereits in Tausend anderen Bands gehört.

Letztendlich, die Songs. Auch hier wieder: nett, aber ohne wirkliche Höhepunkte. Zu oft hat man das Gefühl, den aktuellen Song schon vorher gehört zu haben. Als Anspieltipps kann man Wings Of Light, Eclipse, Last Vision angeben. An der Produktion der CD kann man nicht herummeckern, obwohl etwas mehr Ecken und Kanten vielleicht nicht geschadet hätten, aber das war ja zu erwarten gewesen :)

Bleiben mit einem zugedrückten Auge drei Punkte, die man einer talentierten Band mit auf den Weg geben kann, in der Hoffnung, daß sie etwas mehr Kreativität und Eigenständigkeit entwickelt.


Danse Macabre (Anita Blake, Vampire Hunter, Band 14)
Danse Macabre (Anita Blake, Vampire Hunter, Band 14)
von Laurell K. Hamilton
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,10

2.0 von 5 Sternen Nichts neues ..., 29. Januar 2009
... bringt der 14. Band der Anita Blake-Reihe. Im Prinzip könnte ich hier auch einen der letzten paar Bände bewerten, weil sie sich alle extrem ähneln.

Einige Masters of the City sind nach St. Louis gekommen, teilweise, weil ein Vampir-Ballet (hmm...) aufgeführt wird, teilweise, weil Anita sich einen weiteren pomme de sange suchen soll. Und dann ist da ja noch Anitas eventuelle Schwangerschaft ...

Die gesamte Handlung des Buches spielt an etwa einem Tag, leider gibt es nicht mal den Anschein eines Kriminalplots oder einer Zombiebeschwörung. Stattdessen gibt es endlose Diskussionen, neue metaphysische Unfälle, metaphysische Kräfte, metaphysische Verwicklungen, wie auch immer. Oh, und diversen Sex (wer hätte das gedacht?). Wer die letzten Romane gelesen hat, kann sich vermutlich ganz gut vorstellen, was er zu erwarten hat, hier allerdings leider in konzentrierter Form.
Es werden einige Nebencharaktere eingeführt, von denen man irgendwie nicht das Gefühl bekommt, als hätten sie viel wichtiges beizutragen. Stattdessen hätte man vielleicht mal lieber etwas mehr Entwicklung in einen Plot oder die Männer aus Anitas Welt stecken können. Micah z.B. bleibt leider immer noch ziemlich blaß, und mein heimlicher Liebling Jason taucht erst gegen Ende überhaupt mal auf. Nach dem ewigen hin und her wirkt das Ende beinahe irgendwie hingeklatscht. Ich hatte schon halb damit gerechnet, daß die Vorstellung aus gewissen Gründen ganz ausfällt.

Danse Macabre ist wahrscheinlich das schlechteste Buch der Reihe, die nach Obsidian Butterfly (wo ist der gute Edward eigentlich?) stark den Bach runterging. Zugebenermaßen, immer nur das "Monster of the week" wäre auf Dauer auch nicht spannend gewesen, aber mittlerweile liest man eher nen übersinnlichen Sexroman als einen Horrorkrimi. Ich habe nichts gegen Sex oder Romantik, aber die Mischung stimmt schon lange nicht mehr. Wie mußte ich lachen, als Anita im Laufe des Romans meinte, daß sie beinahe jede Nacht Zombies beschwört. Der Leser jedenfalls merkt hier nichts mehr von.

Wahrscheinlich lese ich die nächste Romane auch noch, allerdings eher aus Gewohnheit als das sie wirklich empfehlenswert wären, wenn Frau Hamilton nicht zufällig mal noch die Kurve bekommen sollte.


The Dark Knight [Blu-ray] [Special Edition]
The Dark Knight [Blu-ray] [Special Edition]
DVD ~ Christian Bale
Preis: EUR 8,97

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die letzten Jahre ..., 24. Dezember 2008
... waren für Comic- bzw. Superheldenfans sicherlich größtenteils recht lukrativ. Das Christoper Nolans zweiter Batman-Teil schon im Vorfeld etwas besonderes war, war nicht schwer abzusehen: Sein guter erster Teil, der Batman aus dem Sumpf der grauenvollen Schumacher Filme (besonders des letzten) gezogen hat, weckte bereits Erwartungen, und Heath Ledgers tragischer Tod heizten die Gerüchte noch einmal an. Ich habe mich bewußt von allen Nachrichten, Trailern und ähnlichem distanziert und konnte den Film dann unvoreingenommen im Kino sehen.

Tatsächlich ist der Film so gut wie erwartet, vielleicht besser. Nolan liefert eine düstere Achterbahnfahrt durch Gotham ab, die packender nicht sein könnte: Der neue Staatsanwalt Harvey Dent hat die meisten Kriminellen hinter Gitter gebracht, und auch der Mafia kommt er immer näher. Als er zusammen mit Jim Gordon hinter dem Geld der Mafia her ist, läßt die es mit Hilfe des Chinesen Lao verschwinden. Doch Batman schafft Lao wieder herbei, und als letzten Ausweg heuert die Mafia den zwielichtigen Joker an, der ihnen anbietet, Batman zu töten. Wie nicht anders zu erwarten, versinkt Gotham City bald im Chaos der wahren Pläne des Jokers, und Batman selbst muß erkennen, daß man manche Menschen nicht ohne Preis aufhalten kann ...

Die Story ist glaubwürdig gestrickt und jederzeit nachvollziehbar, ohne dabei platt oder vorhersehbar zu wirken, genauso wie Nolan ein Händchen für gutes filmisches Handwerk hat. Nichts versinkt in schnellen Schnitten, alles ist jederzeit äußerst augenfreundlich und mit gutem Sinn für Dramatik gedreht. Die IMAX-Sequenzen betten sich hervorragend in den Film ein und verleihen ihm eine zusätzliche, selten im Kino gesehene Wucht.
Special Effects sind recht dezent eingesetzt, oftmals tatsächlich eher wirklich gedreht als am Computer erzeugt (LKW-Explosion), und wenn nicht, sind sie exzellent eingearbeitet (der Sprung in Hong Kong z.B.). Ein willkommener Unterschied zu Special-Effect Ungetümen wie Indiana Jones IV etwa.

Der moralische Konflikt, den Batman austragen muß, ist glaubhaft, aber nichts, worüber man allzuviele Worte verlieren muß. Dafür fehlt immerhin die teilweise etwas nervige Verantwortungsblabla, die bei Spiderman gelegentlich etwas zu dick aufgetragen war.

Ein Kommentar zu James Bond sagte einmal sinngemäß, daß ein Bond-Film nur so gut ist wie Bonds Gegenspieler. War hier Batman Begins noch nicht darauf angelegt, "DEN" Feind zu präsentieren, tut es The Dark Knight umsomehr.
Heath Ledger's Darstellung des Jokers ist tatsächlich brilliant. Er reiht sich ohne Probleme in die Riege unvergleichlicher Filmmonster wie Anthony Hopkins als Hannibal Lecter oder Gary Oldman als Dracula ein, zwei meiner persönlichen Favoriten. Bewußt nachlässig geschminkt, nimmt man ihm jederzeit das psychopathische Monster ab, das ohne Reue hunderte Menschen töten würde, aber genauso traut man ihm auch zu, eine alte Oma über die Straße zu bringen, wenn ihm danach ist. Erstklassige Sprache und Gestik sind tatsächlich nichts anderes als Oscar-würdig, letztendlich sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden. War Jack Nicholson vielleicht der perfekte Joker für Tim Burtons Stil, ist Heath ohne Zweifel der für Nolans. Loben muß man in dem Zusammenhang auch Simon Jäger, den deutschen Synchronsprecher. Echte Filmfans werden sich den Film eh in Englisch ansehen, nichtsdestotrotz bringt Jäger die schwierige Aufgabe erstklassig rüber und verdient Respekt.

Der Rest des Castes fällt qualitativ kaum ab und liefert auch in kleinere Nebenrollen jederzeit prima Qualität ab. Christian Bale als Sunnyboy Bruce Wayne/Selbstjustizler Batman, Aaron Eckhart als Harvey Dent überzeugt als Two-Face to be, genauso wie Morgan Freeman und Michael Caine als würdevolle Altherren. Gary Oldman kann sein wirkliches Potential als braver Jim Gordon nicht wirklich abrufen, aber das liegt nicht wirklich an ihm, und den Jim Gordon spielt er ohne Tadel.
Lediglich Maggie Gyllenhaal begeistert mich wenig. Allzuviel läßt ihre Rolle natürlich nicht zu, aber mir persönlich gefällt sie auch vom optischen nicht sehr (wofür sie natürlich auch nichts kann).

Viel negatives läßt sich über den Film nicht sagen. Vielleicht hätte man ihn um ein paar Minuten kürzen können. Warum der Gefangenentransport von sie-wissen-schon-wem gelenkt werden mußte, ok ... Und dafür, daß der Joker angeblich nach eigener Aussage nie plant, sind seine Aktionen immer recht clever angelegt, aber gut. Nein, keine wirklichen Kritikpunkte. Oh, der Soundtrack ist ... effektiv. Keine Enttäuschung, aber nichts, was man sich ins Regal stellen muß.

Zur Qualität der Blu-Ray muß man nicht viele Worte verlieren. Erstklassig. Extras sind ansprechend und interessant, wenn man daran interessiert ist.

Der vielleicht beste Film des Jahres. Kaufen.


Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
DVD ~ Harrison Ford
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 8,49

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn man sich auf eines verlassen kann ..., 24. Dezember 2008
... dann darauf, das George Lucas bereits seit Jahren erfolgreich an der Demontage seiner eigenen Legende arbeitet. Konnten schon die neuen Teile von Star Wars nicht wirklich komplett überzeugen, kann auch der vierte Teil von Indiana Jones dies nicht wirklich, den George "machen wir's digital" Lucas mit Kollege Spielberg losläßt.

Fangen wir mal vorne an: Bereits die Anfangsszene auf der Militärbasis offenbart zwei Dinge, die sich durch den ganzen Film ziehen: Erstens, Harrison Ford ist in Würde gealtert, mit ein wenig gutem Willen kann man ihm den Indy aber immer noch abnehmen.
Zweitens: der ganze Film ist optisch mit einem unglaublich nervigen Digitaltouch unterwegs. Man sieht genau, was wo digital bearbeitet wurde. Bei Herr der Ringe z.B. hat das wunderbar funktioniert, vielleicht, weil dort auch extrem detailverliebt gearbeitet wurde, hier jedoch scheint eher nach dem Schema "machen wir ruckzuck mit dem PC" verfahren worden zu sein, und so sieht es auch aus. George Lucas halt.

Die Story, naja, nicht wirklich der Rede wert und schnell wieder vergessen. George Lucas soll ja auch ziemlich lange mit dem Drehbuch unzufrieden gewesen sein. Dafür ist das jetzige Ergebnis nicht gerade berauschend:

Es gilt einen Alienschädel zurück an seinen Ursprungsort zu bringen, verfolgt von allerlei bösen Russen (enttäuschend: Cate Blanchett), kletternden Ameisen, und seltsamen Grabwächtern auf Friedhöfen (wer zum Teufel war das ?). Überraschungen oder gar beeindruckende schauspielerische oder regietechnische Leistungen gibt es keine. Der Rest der Schauspieler um Ford macht seine Sache nicht schlecht, aber auch nicht wirklich erwähnenswert. Es gibt Action, ein paar Lacher, jede Menge Spezialeffekte und schon sind wir am Ende angekommen. Dort kriegen die Bösen das wohlverdiente Ende, die Guten heiraten und alle sind glücklich.

An der DVD selbst gibt es nicht wirklich etwas auszusetzen.

Indiana Jones IV ist kein wirklich schlechter Film, bleibt allerdings hinter den Blockbuster-Erwartungen, die seine eigene Vergangenheit fordert, meilenweit zurück. Damit wäre im Prinzip alles gesagt.


The Crucible of Man (Something Wicked Part II)
The Crucible of Man (Something Wicked Part II)
Preis: EUR 11,99

8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gähn ..., 31. August 2008
Ich bin in den (zweifelhaften) Genuß gekommen, das Album schon etwas vor seinem Erscheinungstermin hören zu können. Was soll ich sagen ?

Ich bin eigentlich ein großer Iced Earth-Fan, zumindest mal bis einschließlich Horror Show. Danach ging's ja stetig bergab. War Framing Armageddon schon schlecht, ist The Crucible Of Man noch schlechter, auch wenn Jon Schaffer sich mittlerweile ja selbst ganz gerne groß redet und er Matt Barlow wieder in die Band geholt hat (man munkelt, mager besuchte Konzerte und Verkaufszahlen von Framing Armageddon könnten wohl auch damit zu tun haben) ...

Hier jedoch ist sein Songwriting am absoluten Nullpunkt angekommen. Nach einem seelenlosen Baukastensystem reiht sich identisches Riff an Riff, belanglose Gesangsmelodien am laufenden Meter, im Zweifelsfall wird mal ein Chor drumherum gebaut. Interessante Breaks, Rhythmen oder Melodien sucht man mit der Lupe. Zwar ist die Rückkehr von Matt Barlow positiv hervorzuheben, aber auch dieser kann das katastrophale Songmaterial nicht retten.

Nein, Jon Schaffer scheint jegliche Kreativität der frühen Tage verloren zu haben, will sich dies aber offentsichtlich nicht eingestehen oder hat es selbst noch nicht begriffen. Seine vielgepriesene Something Wicked-Story, die den Höhepunkt seiner Karriere hätte darstellen sollen, ist zum absoluten Tiefpunkt dieser einst so brillianten Band geworden. Wahrscheinlich gibt es aber genug Magazine, die mal wieder mit Vorschußlorbeeren um sich werfen ...

Normalerweise würde ich für 60 Minuten Langeweile zwei Punkte verteilen, da es aber ganz sicher genug Leute gibt, die völlig überzogene 5 Punkte geben, und da es die dritte Gurkenscheibe in Folge ist, gibt's einen mageren Punkt. RIP, Iced Earth ...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 16, 2013 12:58 AM MEST


Something Wicked This Way Comes
Something Wicked This Way Comes
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 36,92

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Iced Earth's Meisterwerk ..., 24. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Something Wicked This Way Comes (Audio CD)
... ist es bis heute geblieben, das Album aus dem Jahre '98. Die Mannen um Jon "ich & ich" Schaffer haben hier einen zeitlosen Klassiker eingespielt, der immer wieder in meiner Playlist (bzw. auf der Festplatte) rotiert.

Dabei ist es fast ein bißchen merkwürdig, wenn man mal genauer nachdenkt: Das letzte wirklich innovative IE-Album war das düstere Burnt Offerings, das zornigste mit Sicherheit der Vorgänger Night Of The Stormrider, das emotionalste The Dark Saga. Das Jon Schaffer seit selbigem seine eigenen Riffs - sehr vorsichtig ausgedrückt - "gelegentlich" recycelt, ist auch ein offenes Geheimnis, genauso wie auch die Tatsache, daß die Songs einfacher und geradeliniger wurden.

Warum stehen dann in meiner Bewertung 5 Punkte ? Ganz einfach: weil die Scheibe vom ersten bis zum letzten Lied so gut wie nur absolute Killersongs enthält ! Der gute Jon schaffte hier (und auch größtenteils auf dem Nachfolger Horror Show) nämlich noch den Spagat zwischen Eingängigkeit und Anspruch, zwischen wohldosierter Härte der früheren und dem Gefühl der späteren Alben, ohne seine Songs in die Bedeutungslosigkeit zu schieben.
Ob man nun langsamere Songs wie Burning Times, Halbballaden wie Melancholy oder Watching Over Me (welches übrigens quasi mit einem Riff auskommt) oder schnellere Schädelspalter wie Disciples Of The Lie oder Stand Alone bevorzugt, für jeden sollte hier genug dabei sein. Auch Reaping Stone und Consequences, welche für mich eine zeitlang etwas suspekt waren, sind mehr als bloße Lückenfüller und lockern das Album etwas auf, da beide nicht so recht in das typische Iced Earth-Schema passen wollen.

Die Trilogie am Ende bietet - in einer Art komprimierten Übersicht - ebenfalls nochmals in feinster Weise einen Ausblick auf die Something Wicked-Story, deren ersten Teil Jon ja bereits in den Sand gesetzt hat; leider (aber lassen wir das...).

Obwohl Jon ohne Frage quasi Iced Earth ist und auch vor Erscheinen des Albums mal wieder mehrere Musiker gingen und kamen, sieht man doch, das mit einer motivierten Band im Rücken der berühmte Funke offentsichtlich doch etwas leichter überspringt als mit ständig wechselnden Gastmusikern, die nicht wirklich mit dem Herzen dabei sind (meine Meinung).

Speziell sollte man noch Matt Barlow loben, der mit seiner überirdischen Stimme Iced Earth überhaupt den Einstieg in die Königsklasse ermöglichte und nach meiner Meinung schlichtweg DIE Stimme für die Band ist. Man darf hoffen, daß nach seiner Rückkehr die Dinge wieder etwas besser laufen.

Lange Rede, kurzer Sinn: 5 Punkte. Kaufen!


Carved in Stone
Carved in Stone
Preis: EUR 20,98

6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Quo Vadis, Mr. Wagner ?, 10. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Carved in Stone (Audio CD)
Nach dem letzten, eher schwächeren Album "Speak Of The Dead" und der darauf folgenden Trennung von Drummer Mike Terrana dachte ich eigentlich, daß Peavy & Co. wieder die Kurve kriegen. Damit lag ich aber wohl falsch ... Carved In Stone unterbietet die Qualität des letzten Outputs nämlich leider noch. Nach mehrmaligem Hören frage ich mich ernsthaft, wo die Band hingekommen ist, die noch in den letzten Jahren Hammeralben wie "Unity" oder "Soundchaser" aufgenommen hat.

Ich gehe hier gar nicht weiter auf einzelne Tracks ein, weil es sich in meinen Augen/Ohren kaum lohnt. Irgendwie plätschert alles ziemlich langweilig vor sich hin, Peavys Gesangsmelodien sowie auch Victors Riff, und die gelegentlich aufblitzenden Momente von Klasse sind viel zu selten, als das man hier nochmal ein Auge zudrücken könnte, vor allem, weil es nun schon die zweite Gurkenscheibe in Folge ist.

Leider ganz klar die rote Karte und keine Kaufempfehlung.


Snakes & Arrows (Limited Edition Digipack)
Snakes & Arrows (Limited Edition Digipack)
Preis: EUR 16,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heimlich, still und leise ..., 27. Juni 2007
... setzt es sich im Gehörgang fest, das neue Album der drei Kanadier.

Ich gebe offen zu, daß ich zuerst wenig begeistert war: Die rockige Single Far Cry hinterließ einen Eindruck, den das komplette Album zuerst nicht ganz erfüllen konnte. Gibt man Snakes & Arrows allerdings etwas Zeit zum reifen, erschließen sich die restlichen Songs wie so oft bei Rush nach einiger Zeit und werden zu wahren Perlen.

Feedback hat ohne Zweifel Spuren hinterlassen, viele Akustikgitarren, ruhige Momente, ein sehr entspannt singender Geddy Lee und allgemein eine auffallend zurückhaltend spielende Band (nach wie vor quasi keine Keyboards mehr). Ja, das ist immer noch Prog Rock, auch weil das Können der Herren natürlich immer im Hintergrund lauert, um unverhofft hervorzuspringen und ebenso schnell wieder zu verschwinden. Aber wem sollten Rush noch etwas beweisen ? Tatsächlich haben sie eher noch den Vorteil gegenüber manch anderer Prog-Band, das bei ihnen nach wie vor immer noch der Song das wichtigste ist, und nicht endlose, konstruiert wirkende Soli ...

Der wuchtig-düstere Quasi-Titeltrack Armor & Sword, die leichtfüßigen The Larger Bowl & Bravest Face, das Instrumental The Main Monkey Business stechen neben Far Cry für mich am ehesten heraus, die restlichen Songs fallen aber kaum ab und wie so häufig werden sich noch ein paar Geheimtips herauskristallisieren.

Letztendlich bleibt noch die prima Produktion zu loben, Neil Pearts wie immer brillianten Lyrics (gefühlsmäßig hat sich sein Schreibstil allerdings etwas verändert, würde ich sagen) und vor allem die Tatsache, daß drei Herren Mitte 50 nach über dreißig Jahren Bandgeschichte immer noch absolut zwanglos erstklassige Musik machen. Ein Meilenstein ist's nicht ganz geworden, aber alles andere als 4 Punkte wäre eine Frechheit. Kaufen!


Wasting Life
Wasting Life
Preis: EUR 14,40

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht schlecht ..., 12. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Wasting Life (Audio CD)
... was hier aus dem Norden angerollt kommt. Unter der Aufsicht der beiden In Flames-Gitarristen Jesper Strömblad und Björn Gelotte liefern All Ends hier eine prima moderne Rock/Metal-Mischung ab, die auch durchaus ein wenig wie In Flames light klingt, inklusive zweier Damen, die sich den Gesang teilen, obwohl ich gestehen muß, das beide nicht soo unterschiedlich klingen, aber natürlich läßt sich auch live mit zwei Sängerinnen mehr machen, und so hören wir neben den Heavy Riffs und melodischen Leadgitarren viele Gesangsdopplungen und ineinander greifende Melodien, sehr schick. Die Refrains kommen schrankwandartig und bombastisch daher, und hier liegt meiner Meinung auch das Problem, mit dem All Ends vielleicht irgendwann rechnen müssen: tun sie das nicht mehr, könnte der Reiz der Musik verloren gehen, tun sie das ständig, klingts irgendwann gleich. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.

Weiter zur CD: Wasting Life, Close My Eyes und The Day Has Come gefallen mir sehr gut, Alone und Am I Insane können das Niveau nicht ganz halten, und deshalb gibt's schlußendlich verdiente 4 Punkte, und man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt.


A Twist in the Myth - 2 CD
A Twist in the Myth - 2 CD
Preis: EUR 20,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwierig ..., 4. September 2006
Rezension bezieht sich auf: A Twist in the Myth - 2 CD (Audio CD)
... zu bewerten sind sie, die letzten Alben der Krefelder. Auch ich ließ mich damals zu einer schnellen 5-Sterne Bewertung für "A Night At The Opera" hinreißen, die im Nachhinein vielleicht etwas zuviel des guten war, und auch ihr neues Werk zu bewerten, dürfte eine sehr subjektive Sache sein ...

"A Twist In The Myth" könnte man als logische Fortsetzung des Vorgängers beschreiben, mit all den Stärken und auch Schwächen, die der ungezügelte Fortschrittsdrang von BG mit sich bringt:

Die Songs sind relativ kompliziert aufgebaut bzw. komponiert, man benötigt einige Durchläufe, um überhaupt mal einige Ansatzpunkte zu finden; wirklich prägnante Riffs oder Melodien findet man außerhalb der Refrains relativ selten, was hier zählt, ist die Gesamtwirkung des Songs. Nein, Easy-Listening Musik machen sie schon lange nicht mehr ...

- Songs wie Otherland, Straight Through The Mirror, Lionheart oder die bereits bekannte Single-Auskopplung Fly (modern meets retro) gefallen mir sehr gut und demonstrieren eindrucksvoll, warum BG - trotz neuem Sound - immer noch in der absoluten Oberliga mitspielen. (5 Punkte)

- This Will Never End, Turn The Page & Another Stranger Me erreichen nicht ganz das obige Niveau, enttäuschen aber auch beim besten Willen nicht. (4 Punkte)

- Mit den beiden Schlußliedern The Edge und The New Order konnte ich mich bisher noch nicht so richtig anfreunden, sie klingen etwas zu sehr "middle of the road", wie der Engländer sagen würde. (3 Punkte)

- Skalds And Shadows gefiel mir in der Akkustikfassung etwas besser (3 Punkte)

- Carry The Blessed Home ist tatsächlich etwas unnötig und riecht nach Quoten-Halbballade (2 Punkte).

Macht im großen und ganzen 4 Punkte, die man ohne Gewissensbisse vergeben kann. Aufgrund der leicht schwächelnden, oben erwähnten Songs halte ich 5 Punkte für etwas übertrieben, obwohl es den Jungs unglaublich hoch anzurechnen ist, daß sie sich wirklich niemals wiederholen, aber genauso immer eindeutig nach Blind Guardian klingen, ohne Frage ein extrem schwieriger Schritt.

Wer auf einen Rückschritt zum Sound der 90er erhofft hatte oder schon ANATO gehaßt hatte, wird wahrscheinlich mit dieser Scheibe etwas enttäuscht werden, wer hingegen offen für Neuerungen ist, und auf Musik mit Langzeitwirkung steht, sollte hier bedenkenlos zuschlagen.


Seite: 1 | 2