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Beiträge von Dieter Albrecht
Top-Rezensenten Rang: 418.797
Hilfreiche Bewertungen: 316

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Rezensionen verfasst von
Dieter Albrecht "alialb" (Beijing)
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Abraham: Ball im Savoy (Querschnitt)
Abraham: Ball im Savoy (Querschnitt)
Preis: EUR 5,49

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konkurrenzlos, 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach der jüngsten Premiere der Operette in der Komischen Oper Berlin im Juni 2013 und einer Übertragung im Deutschland Radio Kultur stellte sich die Frage, wo bekommt man eine Aufnahme dieser pfiffigen, spritzigen und geistreichen Operette her. Die Antwort ist der download bei amazon.
'Ball im Savoy' lässt den Wiener Schäh und die K&K-Seligkeit weit hinter sich. Ball im Savoy ist das Berlin der 20er und 30er Jahre. Sie verkörpert wie kaum eine andere Operette den Übergang zu einer neuen Art der Unterhaltung, die sich am 'Berlin Jazz' und dem Lebensgefühl der Vor-Nazi-Ära in Deutschland orientiert, das kurze Zeit später leider sein jähes Ende fand.
Es gibt derzeit keine Einspielung auf CD oder Schallplatte, weder aus den 1930ern noch eine neuzeitliche. Alternativlos ist deshalb die mp3 Aufnahme. Sie ist ist hochkarätig besetzt mit dem damaligen Operettentraumpaaren Herbert-Ernst Groh-Gitta Alpar und Rosy Barsony-Oskar Denes unter der Leitung des Komponisten.
Bleibt zu hoffen, dass es demnächst eine Veröffentlichung der Aufführung aus der Komischen Oper gibt. Diese Operette verdient wahrlich eine Wiederauferstehung.


Show Boat:  Broadway Show Album
Show Boat: Broadway Show Album
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 48,20

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungen!, 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Show Boat: Broadway Show Album (Audio CD)
Eine sehr gelungene Aufnahme. Ganz anders als bei dem Staraufgebot der Aufnahme der 'West Side Story' mit dem Komponisten Bernstein am Pult, überzeugen von Stade, Headly und Stratas, allesamt Stars der Opernscene, mit ihrer Interpretation, einen originalen Musicalflair zu erzeugen. Auch die Nebenrollen sind großartig besetzt. John McGlinn leitet die Aufnahme meisterhaft, wie auch schon bei Cole Porters 'Anything Goes'.


Mannbarkeitsriten. Zur institutionellen Päderastie bei Papuas und Melanesiern.
Mannbarkeitsriten. Zur institutionellen Päderastie bei Papuas und Melanesiern.
von Gisela Bleibtreu-Ehrenberg
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Schade!, 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein sehr lesenwertes Buch, das mit Vorurteilen und Missinterpretationen einer völlig fremden Kultur aufräumt. Schade, dass ich der erste Rezensent bin.


Zimtrinden Öl, 100% ätherisches Zimtrindenöl, 10 ml, Cinnamomum ceylanicum
Zimtrinden Öl, 100% ätherisches Zimtrindenöl, 10 ml, Cinnamomum ceylanicum
Wird angeboten von Apotheker Stefan Bauer & Compagnie
Preis: EUR 6,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zimt!, 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich wollte Duft haben und habe Duft bekommen. Es ist der originale Zimtduft, den ich ihn aus Sri Lanka kenne.


Peking-Koma
Peking-Koma
von Jian Ma
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Peking Koma - Großartig, 28. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Peking-Koma (Gebundene Ausgabe)
Ein großartiges Buch mit einer großartigen Übersetzung. Einblick in eine Welt, die uns normalerweise verschlossen bleiben würde. Auf über 900 Seiten lässt der Autor Ma Jian die Zeit der Studentenrebellion von 1989 vom Anfang bis zur blutigen Niederschlagung am 4.6.1989 beklemmend lebendig werden. Dazu bedient er sich eines gelungenen erzählerischen Tricks. Er verbindet die historischen Ereignisse mit den Erinnerungen eines komatösen überlebenden Beteiligten, der wie eine lebende Leiche in seinem einfachen Eisenbett liegt, aber alles um sich herum wahrnimmt, mehr als zehn Jahre nach den Ereignissen. In gelungenem Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Hoffen und Träumen einer verlorenen Generation und einer zum Überleben gezwungenen und geschundenen Elterngeneration führt der Autor den Leser in eine Welt, in der es keine gesicherte Wahrheit gibt außer der, dass Leben für den normalen Chinesen leiden bedeutet, und jeder soviel und noch mehr Leid tragen und ertragen muss, dass man nach mehreren Seiten erst einmal das Buch zur Seite legt, um tief durchzuatmen und um sich von dem Grauen des Geschilderten zu erholen. Ich finde das Buch überhaupt nicht langweilig, vielleicht, weil ich die Ereignisse von 6/4 selbst als Außenstehender miterlebt und mitgelitten habe. Ma Jian führt uns nun in den innersten Kreis der rebellischen Studenten mit all ihren Widersprüchen. Es sind junge Leute, die einfach die Nase voll haben von einem korrupten System und nach einer Alternative suchen.

Schonungslos schildert er, was Menschen Menschen antun können, der Mensch als Wolf des Menschen, in bester Weiterführung der literarischen Gesellschaftskritik von Lu Xün, der die zwischenmenschlichen Verhältnisse vor der Revolution von 1949 so eindringlich geschildert hat, deformiert von einem System, das nur auf Brutalität, Fressen und Gefressenwerden aufgebaut ist. Konfuzianismus in seiner erbarmungslosen Ausformung. Zärtlichkeit, ein wenig persönliches Glück als Ausnahme, solange sie nicht von der Öffentlichkeit entdeckt und unterbunden wird. Denunziation und Verrat als Überlebensnotwendigkeit. Selbst in der Familie, die eigentlich sicherer Hafen vor den Zugriffen eines totalitären, repressiven Staates sein könnte, quälen sich Vater und Mutter, Bruder den Bruder gegenseitig. Die Kulturrevolution ist zwar beendet, aber die Gemeinheiten und Grausamkeiten, sie leben in Gedanken und Taten fort, in der geschundenen Seele des dem Arbeitslager entkommenen Vaters und dem Gezeter der enttäuschten und getäuschten Mutter, einer ganzen Generation, die ihr Leben der kommunistischen Partei geweiht hat und noch immer an sie glaubt, trotz allem.

Zu Anfang des Buches fliegt ein Spatz in den Raum der Zweizimmerwohnung, in dem Dai Wei, der Erzähler, liegt und von seiner Mutter gepflegt wird, zehn Jahre lang ohne je ein Wort sprechen zu können. Das Buch ist der Mutter gewidmet und man fragt sich zu Anfang, wieso? Ist dieses eine liebende Mutter, der man ein Buch widmet, oder nur ein nörgelndes, unzufriedenes, zänkisches Wesen, dem man als Leser nicht ausgeliefert sein möchte, ja nicht einmal kennen wollte? Erst am Ende, wenn sich das drohende Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens andeutet, wenn die Mutter, eine Anhängerin der inzwischen verbotenen Falong Gong Bewegung, von der Wohnungsbaugesellschaft und der Stadtverwaltung drangsaliert ihre Wohnung räumen, nicht weiß, wo sie und ihr Sohn, die lebendige Leiche, Zuflucht finden soll, sich der Profitgier eines Hongkonger Bauunternehmers widersetzt, versteht man als Leser die Widmung. Unendliche Traurigkeit überkommt einem, wenn die Mutter, fast wahnsinnig, von allen verlassen, sich standhaft, aber aussichtslos den Bulldozern, gefühllosen Verwaltungsbeamten und grobschlächtigen Bauarbeitern entgegenstellt, während der Sohn in der Rückschau von dem Kopfschuss berichtet, der ihn in der Nähe des Tian An Men zum Krüppel macht. Der Spatz, inzwischen fast nackt und federlos, ist das einzige Wesen, das immer noch im Zimmer haust und sich anhänglich an Dai Weis Hals schmiegt. Mutter und Sohn verschwinden in dem Staub und Geröll der abgerissenen Häuser.

Seit Lu Xüns Zeiten scheint sich in China nicht viel verändert zu haben. Zurück bleibt unendliche Traurigkeit und ein tiefes Mitgefühl für die damaligen und heute immer noch und immer wieder Geschundenen. Die Opfer bleiben ungesühnt, die eigentlich nur eines wollten, persönliche Freiheit und natürliche Menschlichkeit. China hat noch einen weiten Weg vor sich. Ma Jian setzt die Wegmarken.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 26, 2012 11:48 PM CET


Brennende Kälte: Denglers vierter Fall (KiWi)
Brennende Kälte: Denglers vierter Fall (KiWi)
von Wolfgang Schorlau
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brennende Kälte - Harter Tobak, 5. Oktober 2009
Brennende Kälte - Harter Tobak

Anders als der Politkrimi, die 'Blaue Liste', der beachtliche Erstling von Schorlau, ist dieser Krimi nicht so geradlinig gestrickt, dass man schon von vornherein weiß, wie er ausgehen wird. Wenn man nicht bereits von traumatisierten Vietnam und Irak GIs gehört hätte, könnte man meinen, der Autor hat eine blühende Fantasie und sich alles nur ausgedacht. Leider ist es nicht so. Die Hintergründe des Afghanistan-Krieges werden aufgerollt und sind, wenn man es wissen will, auch ohne den Krimi erschütternd, im Erzählkontext wohl gewählt und gekonnt verwendet. Unsere deutschen Soldaten bauen nicht nur Brücken und Brunnen und schützen kleine Kinder und Frauen vor den bösen Taliban. Es stellt sich die Frage, warum wir als mündige Bürger eigentlich immer noch zulassen, dass unsere Soldaten dorthin geschickt und verheizt werden. Aber das ist ein anderes Thema. 'Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt', klingt genauso fahl wie damals, als sie uns einreden wollten, dass unsere Freiheit in Vietnam verteidigt wird. Der Aufklärungswert dieses Buches - der allerdings den Unterhaltungswert nicht ausschließt - wird dadurch noch gesteigert, dass dem Leser eine Anleitung geboten wird, wie man sich dem bundesdeutschen Überwachungsstaat durch Unbrauchbarmachung des Passchips entziehen kann. Das sollte man sich merken.


Der Pate - DVD-Collection (5 DVDs) [Box Set]
Der Pate - DVD-Collection (5 DVDs) [Box Set]
DVD ~ Al Pacino
Wird angeboten von maximus2014
Preis: EUR 30,44

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Pate III - Oper und Leben, 31. Dezember 2007
Einige Rezensenten halten den dritten Teil der Saga für nicht ganz so gelungen oder überflüssig. Ohne den dritten Teil wäre der Pate die schlichte Geschichte vom Auf und Ab einer amerikanisch-sizilianischen Gangsterfamilie. Mit dem dritten Teil allerdings wird die Geschichte überhöht, erhält eine ethisch-moralische Dimension - die höhere Weihe sozusagen. Der alternde Pate Michael Corleone sieht alles wegschwimmen, Erfolg, Misserfolg, Familienzusammenhalt, Ehre, Glaube - Sinn des Lebens, nichts ist zu fassen, nichts zu halten. Wenn er nach der gescheiterten Verhandlung mit dem Vatikan ausruft - Sind wir denn wieder bei den Borgias gelandet? - zerfällt auch seine Hoffnung auf Legitimierung seines Tuns, Entsühnung seiner Verbrechen, Wohltäter zu sein inmitten von Gaunern. Die beklemmenden Einblicke in Motive und Handlungen des Vatikans erschüttern ihn, und nicht nur ihn, sondern auch den Zuschauer. Und weiter: Je höher ich steige, desto mehr sehe ich, dass Politik und Verbrechen eins sind".

Ein absolutes Meisterstück des Regisseurs ist allerdings die atemberaubende Parallelführung vom versuchten Mord an Michael während des Operndebüts seines Sohnes Anthony in Palermo und der Handlung der Oper selbst, ,Cavalleria rusticana', sizilianische Bauernehre. Michael betont ,cavalleria' falsch und wird vom Sohn belehrt, was er scherzhaft kommentiert: Soweit bin ich schon vom sizilianischen Leben entfernt." Falsch! Michael hat sich nicht verändert, ist immer noch die Verkörperung der alten Werte, der geradezu beklemmenden, unauflöslichen Verkettung der Machowerte von Ehre, Rache und Tod in der Oper - und Business und Verbrechen im Leben. Der Sohn singt und spielt auf der Bühne die Rolle des Turiddu, die der Vater ihm gerne fürs Leben vorgegeben hätte, was er aber vehement ablehnt, unterstützt durch seine Mutter. Die Oper endet im Blutrausch hinter der Bühne, Turiddu stirbt für die Ehre, sinnlos. Auf der Freitreppe des Teatro massimo stirbt nicht der Pate, sondern seine Tochter durch einen gedungenen Mörder, grausig. Was ihm am liebsten ist, wird Michael genommen. Ein schrecklicher Aufschrei! Schuld und Sühne, Verbrechen und Entsühnung, alles muss er bis zum bitteren Ende im Alter durchleben, bis der Tod ihn gnädig erlöst. Er ist allein mit einem kleinen Hund, sein Vater starb hingegen im fröhlichen Spiel mit seinem Enkel. Es hat sich alles nicht gelohnt. Keiner geht zwar über diese Erde, ohne sich sein Gewand schmutzig zu machen, wie schmutzig es allerdings wird, hält man selbst in Händen.


Dem Volke dienen
Dem Volke dienen
von Lianke Yan
  Gebundene Ausgabe

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schrei nach Leben, 2. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Dem Volke dienen (Gebundene Ausgabe)
Schade! Wirklich schade, dass dieser Roman in China verboten ist, er hätte ein breites Publikum verdient. Er blättert, rundweg spannend und amüsant, in lebendiger Sprache mit prachtvollen Charakteren feine Ironie und plakative Komik auf. Diejenigen, die sie verstehen, werden sich köstlich über die Umdeutung der hehren kulturrevolutionären Sprüche amüsieren, die einmal eine ganze Nation in blinder Begeisterung in Bann geschlagen hatten - und deren ironische Verfremdung von den heute Herrschenden gefürchtet wird. Aber nicht die Ironie ist es, auch nicht der hemmungslose Sex, die dem Roman seine eigentliche Sprengkraft verleihen, sondern die tiefe Sehnsucht nach gelebtem Leben, die die beiden Protagonisten antreibt. ,Nun weiß ich wenigstens, dass ich gelebt habe', sagt Liu Lian nach ihrem ersten Sexrausch mit Wu Dawang, der bei ihr als Ordonanz ihres Gatten, des Batallionskommandeurs, der kein Mann (mehr) ist, ,Dienst am Volke' tut.

Ständig fürchtet man als Leser, dass letztlich doch noch die Katastrophe über die beiden Liebenden hereinbricht, ihr Verhältnis auffliegt, und die Geschichte wie in so vielen rührenden TV-Seifenopern in Tränen und Reue endet. Aber es passiert nichts dergleichen. Die beiden Liebenden trennen sich, weil die Situation es so gebietet und kehren unentdeckt in ihr normales, strikt reguliertes, sozialistisches Alltagsleben zurück. Zurück bleibt die Sehnsucht nach der Utopie von einem Leben ohne Konventionen. Die aber gibt es nicht. Liu Lian spielt weiterhin die Gattin des Bataillonskommandeurs, mit allen Privilegien ausgestattet, von denen normale Chinesen auch heute nur träumen können. Wu Dawang wird auf Führsprache Liu Lians aus dem Militärdienst entlassen und bekommt eine Stellung als Produktionsleiter in der Stadt, wohin er Frau und Sohn aus der ländlichen Einöde nachkommen lässt, und damit deren großen Traum erfüllt, aber nicht seinen eigenen.

Nach fünfzehn Jahren Ehe und Trennung, im Epilog, der laut Autor wie ein ,Hundeschwanz an einem Zobelpelz' ist, - um Wu Dawangs Augen gibt es kleine Fältchen und in seinem Gesicht haben Traurigkeit und Enttäuschung ihre Spuren hinterlassen, verabreden die beiden ein Wiedersehen. Daraufhin verschwindet Liu Lian und wird nie mehr gesehen.

Doch noch ein Happyend? Wir wissen es nicht und der Autor lässt uns bewusst im Unklaren. Eines aber wird deutlich, dass China auf seinem Weg ,reich zu werden' und ,bescheidenen Wohlstand aufzubauen', zumindest in den Städten, offenbar eines vernachlässigt hat, menschliche Werte, individuelle Sehnsüchte und das Aufbrechen von gesellschaftlichen Ritualen. Alles wird im monotonen Alltag unter ,bescheidenem materiellem Wohlstand' zugekleistert. Während der Kulturrevolution wurden die Menschen mit idealistischen Sprüchen vollgestopft, um den Sozialismus aufzubauen, gut gemeint zwar, aber unrealistisch, was folglich in Resignation enden mussten. Heutzutage fehlt der idealistische Antrieb, überhaupt etwas zur Verbesserung der Gesellschaft zu tun, was ebenfalls in Resignation enden muss, weil menschliche Zuwendung, Wärme und Geborgenheit eben nicht zu kaufen sind. Zeitungskommentatoren beklagen denn auch schon den Mangel an moralischen und ethischen Werten bei der Jugend. Aber woher soll sie die bekommen, wenn das Alltagsleben in der Stadt von mörderischer Konkurrenz und jämmerlicher Abgeschiedenheit auf dem Land dominiert wird, Romane wie der hier besprochene verboten werden, ein Roman, in dem der Autor sich mit der Seelenlage seiner Landsleute befasst, ihnen in Komik und Ironie, Sex und Verzicht, Anspruch und Realität den Spiegel vorhält und zeigt, dass das Reich der Mitte seine eigene alte Mitte verloren, aufgegeben, auf jeden Fall keine neue wiedergefunden hat. Das Individuum als Treibgut in der anonymen Masse. Und deswegen ist es schade, dass die breite und offene gesellschaftliche Diskussion über Chinas Entwicklungsweg und seine ihn tragenden Werte durch Verbote zugepflastert wird. Keine gute Aussicht auf die Zukunft.


Händel, Georg Friedrich - Rinaldo (2 DVDs)
Händel, Georg Friedrich - Rinaldo (2 DVDs)
DVD ~ Giacomo Rossi
Preis: EUR 35,51

13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Modernisierungswahn, 30. August 2006
Er greift weiter um sich, der Modernisierungswahn auf den Opernbühnen. Als den Regisseuren früher nichts mehr einfiel, musste eine Treppe auf die Bühne, heute modernisieren sie. Wenn man die Oper ‚Rinaldo’ nicht kennt, rätselt man bei dieser Inszenierung allerdings den gesamten ersten Akt an der Frage, worum es eigentlich geht. Ist die christliche Dekoration nun Persiflage, was wenig originell wäre, selbst für das katholische Bayern, oder hat sie was mit der Handlung zu tun? Es ist von Prinzen und Helden die Rede, ein Geistlicher spielt mit, ein ganz heiliger, ein ganz sanfter. Reichlich verwirrend. Im Abspann erfährt man, er sei ein christlicher Herrscher, da geht einem natürlich ein Licht auf. Christlicher Herrscher im Vorderen Orient? Schon wieder ein Rätsel. Ah, ja, erfährt man später, wenn man sich schlau macht: Gottfried von Bouillon, der tapfere Held mit seinen kräftig dreinschlagenden Kreuzrittern. Aber, fragt man sich, diese sanften Hochtöner, gleich vier an der Zahl, ähneln doch eher einem aufgescheuchten Hühnerhaufen als markigen Kreuzrittern. Und dazu im deutschen Wohnzimmer?
Und dann passiert noch was Merkwürdiges. Mitten im ersten Akt, plötzlich, ohne Vorwarnung, singt der Oberheld Rinaldo, im blauen Straßenanzug, David Daniels: Cara sposa, dove sei? Irgendwie war das Licht ausgegangen, Kurzschluss, Raketeneinschlag der Hisbolla in Jerusalem? Die Sängerin, die zuvor irgendein Dummchen gemimt hat, ist verschwunden. Ach, das war seine Frau? Na gut! Verschwunden ist verschwunden. David Daniels singt die Arie, hier noch in blauem Straßenanzug, später wechselt er mal kurz zu weiß, und keiner weiß, warum, vielleicht war der blaue durchgeschwitzt (?), singt also einen der Höhepunkte der Oper, hinreißend schön. Aber das ist auch alles. Wenn einem doch die Bilder nicht ständig dazwischenfunken würden! Die Sänger, das Orchester sind wirklich Spitze. Und langsam kriegt man es mit, die Hochtöner sind die Guten, die Christen, und die Tieftöner sind die Bösen. Die dürfen auch nicht modernisiert werden, die tragen eine richtige altmodische Rüstung, wie sich das für Krieger aus dem Vorderen Orient ziemt. Sind das etwa Moslems? Sollte der Regisseur politisch so instinktlos sein? Zu Zeiten Händels konnte man sich das erlauben, aber heutzutage? Wie wäre es da mit ein wenig modernistischem Zauber? George W. Bush und Condoleeza Rice als die Bösen?
Was bleibt? CD kaufen und hören. Ist allemal besser, als sich durch diesen Modernisierungswahn zu kämpfen. Ach, und falls Sie bei der Inszenierung auch nicht lachen konnten, wie ist es hiermit? Ein Rätsel: Wann lebte Gottfried von Bouillon? Antwort: Wenn er welche hatte.


Der Lichtkörperprozess: Der Weg vom dichten zum lichten Körper
Der Lichtkörperprozess: Der Weg vom dichten zum lichten Körper
von Tashira Tachi-ren
  Gebundene Ausgabe

23 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lichtkörper – Schmarren, 15. März 2006
Dieses Buch ist ein Schmarren! Mann und Frau sollten sich nicht von den pseudowissenschaftlichen Erklärungen beeindrucken oder gar einschüchtern lassen. Es ist Kraut und Rüben, was da von einem Erzengel in das Hirn des/der Autors/in gechannelt wurde. Wer’s nicht glaubt, der lese doch Seite 85, wo der angebliche Erzengel bei Gliederschmerzen Omega-3-Fischöl-Kapseln (möglichst die von Aldi), empfiehlt. Wer es dann noch nicht merkt, dass er/sie auf ein konfuses Durcheinander gestoßen ist, dem sollte es spätestens bei den Essenzen aufgehen, wenn die Bezugsquelle genannt wird: einfach nur dummes Abzocken!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 5, 2013 5:06 PM CET


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