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Rezensionen verfasst von
Stephan Cifka "Ciffi" (Leipzig)
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4-Way Diablo
4-Way Diablo
Preis: EUR 11,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alte Stärken in modernem Sound, 20. November 2008
Rezension bezieht sich auf: 4-Way Diablo (Audio CD)
10 Jahre ist es her, als Monster Magnet mit dem Album Powertrip" und der Hitsingle Space Lord" der kommerzielle Durchbruch gelang. Die einstige Psychedelic-Rock-Band setzte von nun an auf massenkompatiblen Breitwand-Rock und kokettierte mit allen Klischees, die der Rock'n'Roll zu bieten hatte. Jedoch, der Erfolg schwand und mit den folgenden Alben versanken Monster Magnet zusehends in der Belanglosigkeit, gepaart mit den üblichen Begleiterscheinungen: Bandmitgliederwechsel, Labelwechsel, Greatest Hits-Album etc. Anfang 2006 dann der Tiefpunkt: Sänger und Bandchef Dave Wyndorf erleidet eine Drogenüberdosis - und das mit 49 Jahren.

Anderthalb Jahre später präsentieren die Amis nun mit 4-Way Diablo" ein neues Album. Der Name stamme wohl von einem Drogencocktail. Mit mittlerweile 50 Jahren sollte Wyndorf eigentlich aus seinen Fehlern gelernt haben. Doch der selbsternannte Ober-Bullgod ist augenscheinlich aus der Reha-Klinik wieder direkt in die Rockstar-Pose gesprungen. Noch schnell wird die immer enger werdende Lederhose angepellt und schon kommt uns Dave in der ersten Single Wall of Fire" mit dicken Eiern entgegen gesprungen: Well, I'm back! I got a Cock made out of Platinum...". Alles beim Alten also? Nicht ganz. Nach den ersten 4 Songs schlägt die Band plötzlich ruhigere Töne an, psychedelische Gitarrenklänge schwirren im Raum die an die Frühphase der Band gemahnen. Cyclone", I'm calling you" oder das Instrumental Freeze and Pixelate" hätten auch gut auf das Debütalbum Spine of God" gepasst. Diese Seite der Band war auch niemals weg. Sie war nur versteckt unter dem meterdicken Breitreifen-Sound der letzten Platten. Nach all den Rückschlägen besinnen sich MM wieder auf ihre alten Stärken. We must remember what is real" singt Wyndorf mit beschwörender Stimme. Mit 2000 Lightyears from home" huldigt er einmal mehr den Helden seiner Jugend, diesmal den Rolling Stones. In der Orgel-Ballade Little Bag of Gloom" findet das Album einen versöhnlichen Abschluss. Natürlich gibt es immer noch genügend Dicke-Hose-Rock auf der Platte wie z.B. Blow your Mind" oder Slap in the Face". Diese geraten aber ordentlich und runden 4-Way Diablo" ab zum vielleicht besten Monster Magnet-Album in diesem Jahrzehnt. Und einige Angewohnheiten wird man mit über 50 halt einfach nicht mehr los.


Song Review-a Greatest Hits Collection
Song Review-a Greatest Hits Collection
Preis: EUR 6,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Best Of aber nicht perfekt, 21. Juli 2007
Die hier vorliegende CD ist eine von zahlreichen Bst-Of-Collectionen, welche von Stevie Wonder erhältlich ist, aber keine Einzige darunter ist perfekt. So fehlen auch hier einige Hits und grandiose Nummern, die meiner Meinung nach unverzichtbar sind für das representative Schaffen von Stevie Wonder. Das mag sicher auch daran liegen, dass dieses Pop-Genie in seiner mittlerweile über 40jährigen Karriere zu viele grandiose Songs geschrieben hat, als dass man sie alle auf ein oder zwei CDs fassen könnte. Dass jedoch eine Hit-Single wie "I Wish" (vom 1976er Meilenstein "Songs in the Key of Life" und Vorlage für Will Smith's "Wild Wild West") fehlt, ist für mich völlig unverständlich. Generell ist für mich die 70er-Phase, zweifellos Wonders kreativste Dekade, zu dünn vertreten. So vermisse ich ebenfalls "Pastime Parradise" (vom selben Album und Vorlage für Coolio), "Higher Ground", "Don't you worry 'bout a thing" (beide vom 73er "Innervisions") oder "I believe when I fall in Love with you..." (vom 72er Talking Book). Für meinen Geschmack hätte man dafür ein paar 80er Nummern weglassen können, aber ich sehe ein, dass es ebenfalls unverzichtbare Hits waren. Dementsprechend ist diese Collection für mich nicht ausreichend und allenfalls durchschnittlich.


The Collection
The Collection
Preis: EUR 5,00

7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unvollständiges Best of, 14. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: The Collection (Audio CD)
Es gibt einfach mal Musiker und Musikerinnen, die können nur gute Songs schreiben, wenn sie traurig oder schlecht gelaunt sind. Solche Kandidaten sind Billy Corgan (Smashing Pumpkins), Robert Smith (The Cure), Trent Reznor (Nine Inch Nails)...
...und Alanis Morisette. Als die Kanadierin 1995 ihr weltweites Debütalbum "Jagged Little Pill" veröffentlichte, strotzten ihre Songs vor Wut über Sexismus, gescheiterte Beziehungen und die böse Männerwelt (z.B. "You oughta know"). Der Erfolg gab ihr Recht, das Album verkaufte sich bis heute ca. 30 Millionen mal, "Ironic" wurde ein Evergreen und Alanis avancierte (neben Tori Amos oder Melissa Etheridge) zum Prototypen der emanzipierten Singer-Songwriterin und ebnete den Weg für Nachfolger wie Sherryl Crow, Meredith Brooks oder auch Avril Lavigne.
Mit dem Nachfolger "Supposed Former Infatuation Junkie" manifestierte sie ihren Stil auch wenn sie nicht mehr an den Erfolg des Debüts anschließen konnte. Leider war die erste Single daraus, "Thank you", ein Schritt in die falsche Richtung und man merkte, dass positives Songwriting nicht wirklich ihre Stärken waren. Was folgte, waren mehr und mehr bedeutungs- und erfolglose Alben mit langweiligen Songs, deren Halbwertszeit so kurz war wie nun auch ihre Haare. Man merkte, dass Alanis nach dem großen Erfolg anfing, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Im Zuge der Einfallslosigkeit (Akustischer Re-Release von "Jagged Little Pill"), folgt nun eine Zusammenstellung ihrer größten Hits, und nicht einmal das gelingt zu 100%.
Als Bonus-Song (für die Die-Hard-Fans, die ohnehin schon jedes Album haben) hat Alanis einfach den Seal-Hit "Crazy" gecovert, ohne den Charme des Orginals zu erreichen und mit ihrer überproduzierten Sirenen-Stimme nervt der Song eigentlich nur. Zudem fehlt auf dem vermeintlichen "Best of" einer ihrer besten SongsŽ(wenn nicht sogar der beste), und zwar die 2. Single des 2. Albums - "Joining you". Durch seine dunkle Atmosphäre und der Gitarrenlastigkeit gehört er zu meinen Lieblingssongs und es ist eine Schande das er hier nicht vertreten ist. Aber wenn die Sängerin ihren bisherigen Weg weiter geht, wird man ihn evtl. auf den folgenden "Hit-Compilations" finden, die die Plattenfirma auf den Wühltischen der CD-Shops wegen des ausbleibenden Erfolgs veröffentlichen wird. Ach Alanis, wann wirst du wieder richtig traurig?


L.d.50
L.d.50
Preis: EUR 8,97

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein progressives, knallhartes und melodisches Feuerwerk, 30. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: L.d.50 (Audio CD)
Im Frühjahr 2001 entdeckte ich in der Visions einen Artikel über eine neue Band namens Mudvayne. Eine Zeile lautete "Das nächste heiße Eisen in Sachen Psycho-Nu Metal" und das Outfit der Jungs unterstrich diese These: Angemalt mit irgendwelchen psychotischen Grimassen und Kunstblut auf der Stirn sahen sie aus wie die perfekte Nu-Metal-Freak-Show. Denn seitdem der Slipknot-Neuner mit seinem Debut-Album so durchschlagenden Erfolg hatte, wurden Monat für Monat neue Bands mit Masken und Schminke angekarrt um auf den Zug aufzuspringen. Auch die Vorabsingle 'Dig' die ich kurz darauf auf Viva2 (R.I.P.) sah, war ein recht unkonventioneller Brachialsong mit Gebrüll und Mithüpf-Rhythmus. Also Schublade auf, Mudvayne rein, der Nächste bitte!

Doch weit gefehlt. Als ich mir einige Zeit später auf Drängen eines Freundes das komplette Album anhörte war ich sehr positiv überrascht. 'Dig' ist wirklich die Ausnahme denn ansonsten herrscht auf L.D.50 ein progressives, knallhartes und zugleich melodisches Feuerwerk wie man es sonst nirgends in diesem Genre findet. Brachiale Härte und atmosphärische Momente liegen hier ganz dicht beieinander. Die Songs glänzen mit verschachtelten und verdrehten Rhythmen die beinahe schon in Free-Jazz-artige Gefilde abdriften, die Gitarre knallt dazu in abgehackten Takten mitten hinein und Sänger Chad wandelt punktgenau mit seiner sehr vielseitigen Stimme irgendwo dazwischen. Im ersten Moment singt er noch mit klarer Stimme einen interessanten Melodie-Bogen nur um im nächsten Moment in derbstes Aggro-Gebrüll umzuschalten. OK, mag sich jetzt mancher denken, macht ja sonst auch jeder andere Nu-Metal Sänger. Das mag schon sein, doch bei den melodischen Gesangspassagen nutzt der Mudvayne-Shouter oftmals ziemlich eigenartige Gesangsmelodien, die auch nicht unbedingt beim ersten Hören zünden mögen und die man sonst nur in ähnlicher Weise von Tool's Maynard James Keenan kennt. Doch wenn man sich einmal reingehört hat, fressen sie sich im Gehörgang fest. Ein anderes Stil-prägendes Element im Mudvayne-Sound ist unüberhörbar der Bass. Rykwon, derjenige der dieses Instrument hier bedient, ist ein absoluter Könner seines Fachs der mit seinen superschnellen Slapp-Bass-Läufen und Funk-artigem Brachial-Gefrickel völlig neue Akzente setzt in diesem neu-metallischem Klangbild und sein, ansonsten auf pure Rhythmus-Arbeit reduziertes Instrument gleichberechtigt neben die Gitarre rückt. Griffbrett-Sport auf höchstem Niveau und wer den Typen mal live gesehen hat, weiß wovon ich rede. Der repräsentativste und zugleich beste Song der Platte ist meiner Meinung nach die 2. Single 'Death blooms', denn diese beinhaltet alle oben genannten Facetten des typischen Mudvayne-Sounds. Vor allem der melodische Gesang im Refrain lässt aufhorchen. 'Internal Primates forever', 'Cradle', 'Everything and Nothing', das sphärische '-1' oder 'Prod' sind weitere Höhepunkte des Albums.

Der einzige Minuspunkt ist, so finde ich, die Gesamtlänge. Weniger Songs hätten der Platte sicher gut getan, denn nach ca. 13 Titeln wirkt vieles zu monoton brachial, auch wenn Songs wie 'Pharmecopia' oder '(K)now (F)orever' stellenweise immer noch geniale Momente besitzen. Somit zeigen Mudvayne mit ihrem Mix aus Härte, Atmosphäre und technisch hochwertigem Spielwitz mehr Biss und Eigenständigkeit als die 9 Haudrauf-Heinis von Slipknot, mit denen sie sich immer vergleichen lassen müssen. Deshalb: Daumen hoch für ein wirklich innovatives Debüt, in einem ansonsten eher einseitigen Genre.


Razorblade Suitcase
Razorblade Suitcase
Preis: EUR 10,50

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der meist unterschätzten Alben - wunderschön traurig, 14. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Razorblade Suitcase (Audio CD)
Als Bush 1994 mit ihrem Debut "Sixteen Stone" auf den Plan traten, hatte Kurt Cobain grade den Abgang gemacht und alle hinterbliebenen Grunge-Kids, die nun einen adäquaten Nirvana-Ersatz suchten, schmissen sich auf die Briten. Seitdem hatte die Band auf Ewig ihren Stempel weg, wurde von Musikjournalsiten immer als Trittbrettfahrer abgetan und ihre Veröffentlichungen waren Kritikern nie mehr als ein bloßes "solide" wert. Dabei haben Bush vor allem auf ihrem 2. Album eine Menge zu bieten. Schon der Opener "Personal Holloway" bricht, nach kurzem Hundegeknurre, mit einem knarzigen Riff los dass sofort aufhorchen lässt. Auch "A Tendency to start Fires", "Mouth" oder der Tanzflächenfeger "Greedy Fly" zählen zu den härteren Songs des Albums, während "Swallowed" oder "Cold Contagious" eher in seichteren Gewässern fahren. "Insect Kin" ist einer der besten Songs des Albums, da er mit lauten Gitarren und Schrei-Gesang anfängt und zum Ende plötzlich in einen wunderschön melancholischen Streicherpart umbricht. Stellvertretend für die Platte ist der "garagige" oder "schrammelige" Sound, der auf die Arbeit von Produzent Steve Albini zurückzuführen ist, welcher schon den Alben von Helmet, den Pixies oder eben Nirvana einen rauhen Sound verpasste. Doch obwohl Albini sich im Nachhinein von dem Album distanzierte und jeder über den unpolierten Sound meckerte, so empfinde ich diesen Fakt eher als ganz großen Pluspunkt. Denn durch die ungleiche Paarung von schrammeligen Riffs, schrägen Gitarrensolos und scheppernden Drumms im Kontext mit warmen Geigen und Cello-Klängen, hat dieses Album einen ganz eigenen Charme.
Zudem fällt auf, dass das Album ab der Hälfte (etwa ab "Mouth") mehr und mehr ruhigere Töne anschlägt und so Gavin Rossdales markant-melancholische Stimme wunderbar zum tragen kommt. Dadurch entfaltet das Album besonders an kalten und verregneten Tagen eine wunderschön traurige Atmosphäre (vor allem die Ballade "Bonedriven"), und macht es für mich zu einem der unterbewertetsten Alben der 90er.
Denn "Razorblade Suitcase" ist definitiv authentischer und klingt eher nach den großen Seattle-Bands, als der glasklar prodzuierte Sound von Combos alá 3 Doors Down, Creed, Fuel oder was uns sonst heutzutage noch alles als Post-Grunge verkauft wird.


S.C.I.E.N.C.E.
S.C.I.E.N.C.E.
Preis: EUR 9,99

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Groovt höllisch, aber nicht unbedingt eigenständig., 6. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: S.C.I.E.N.C.E. (Audio CD)
Höhrt man sich die 97-er LP S.C.I.E.N.C.E. an, mag man kaum glauben das man es mit der selben Band zu tun hat, die Hits wie Drive, Pardon me oder Wish you were here geschrieben hat. Die Songs dieser Platte sind eine explosive Mischung aus aggressivem Crossover, jeder Menge Funk und teilweise sogar Jazz-Anleihen. Das Schlagzeug groovt höllisch und glänzt durch komplizierte Breaks und Rhythmus-Wechsel (z.B. "Nebula"). Außerdem sind die Lieder mit hektischem Scratching und und allerlei Firlefanz bestückt, was ihnen gut steht und auch die Bongo-Trommel ist oft integriert.
Allerdings muß man sagen, dass diese Songs in ihrer Machart seeeeeeehr stark von Chili Peppers und vor allem von Faith No More und Mr.Bungle beeinflusst sind. Vor allem Front-Beauty Brandon Boyd (damals noch mit dicken Dreadlocks) klingt oft zum Verwechseln nach "Mr. 1000 Voices" Mike Patton. So wechselt er z.B. bei den meisten Stücken zwischen Kopf-Gesang und plötzlichem Aggro-Gebrüll, was auf den späteren Alben nie mehr der Fall war.
Deshalb finde ich das Incubus ihre echten songwriterischen Fähigkeiten, und somit ihre eigene musikalische Identität, erst auf den nachfolgen Alben unter Beweis gestellt haben.
Trotzdem ist die Platte instrumentalisch gesehen höchste Frikkel-Kunst und wenn man auf fetten Crossover steht, kann man super dazu abgehen. Und bei Songs wie "New Skin", "Glass", "Idiot Box" und "A Certain Shade of Green" brennt immer noch die Hütte auf heutigen Incubus-Konzerten.


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