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Rezensionen verfasst von
Angulus (Chemnitz, Sachsen Deutschland)

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Beyond The Red Mirror
Beyond The Red Mirror
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen And Then There Was The Red Mirror, 31. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Beyond The Red Mirror (Audio CD)
Hat jemand die neue Aufnahme von Beethovens 6. Sinfonie gehört? Die hat ja überhaupt keine Srukturen. Da kommen die einzelnen Melodien und Teile ja meist nur einmal vor. Ich habe ewig gebraucht, mich hinein zu hören.

Vielleicht sollten wir es uns abgewöhnen, Musik immer nur nach dem zu beurteilen, was wir kennen und gewöhnt sind. Muss ein Musikstück tatsächlich nur in Strophe, Bridge und Refrain unterteilt sein? Kann Musik nicht wesenlich mehr sein, als nur in nachvollziehbaren, radiotauglichen Songstrukturen komponiert? Wer mit dem neuen Album von Blind Guardian geradlinige Hausmannskost erwartet, der ist hier an der falschen Adresse. Viel ist hier geschrieben worden über die neue Scheibe. Die einen vergöttern das Album, die anderen hassen es. Blind Guardian leben im Jahr 2015. Zu erwarten, dass die vier Bandmitglieder heute noch die gleiche Musik machen würden wie vor 25 Jahren, ist ein törichter Gedanke. Ja, die Musik ist bombastisch, sie ist überladen, vollgestopft, in gefühlten eintausend Spuren aufgenommen und vielleicht auch mit zu poppigen Melodien garniert. Das ist sicher nicht jedermanns Sache. Wer ein zweites "Valhalla" erwartet, ist hier definitiv falsch und wird unweigerlich von der neuen Platte enttäuscht sein. "Beyond The Red Mirror" sind Blind Guardian 2015. Es rockt in allen Ecken, phasenweise flitzen die Finger in altem Speed über die Saiten, der Bombast hebt das Dach aus den Angeln, Chöre schmettern erhabene Melodien, Lieder, die die Achtminutenmarke knacken.

Ich bin kein Blind Guardian - Fan der ersten Stunde. Ich hatte mal eine kurze Hochphase. Das Nightfall-Album hatte mich seinerzeit begeistert. Schon der Nachfolger hatte mich enttäuscht. Nur das grandiose "And Then There Was Silence" ist für mich ein Meilenstein. Dann habe ich Blind Guardian ein wenig aus den Augen verloren, habe immer mal in die neuen Platten hinein gehört, ohne hängen zu bleiben. Mir fehlten die Hooks, die großen Melodien, die im Ohr hängen bleiben. So waren die Erwartungen entsprechend gering, als ich das erste mal "Beyond The Red Mirror" hörte. Doch die Skepsis veränderte sich schnell in fassungslose Begeisterung und da war es wieder das alte Feuer für die Band. Ein Album voller "And Then There Was Silence"-Songs. Offensichtlich mag ich Speed-Metal mit bombastischen Chören, mit Songstrukturen, bei denen ich gar nicht erst versuche, sie zu begreifen und kitschigen Pop-Melodien. Das sind Blind Guardian, wie ich sie mag, weil es großartig ist und weil es jenseits allem Bekannten und Begreifbaren ist. Weil es einmalig und meisterhaft ist. Wozu muss ich die Strukturen verstehen und nachvollziehen können. Ich will sie einfach nur genießen, wie sich die Melodiekaskaden übereinander stapeln, um sich schließlich in erhabenen Melodien zu öffnen. Wer etwas anders sucht ist hier definitiv falsch. Alle anderen finden hier ein Highlight moderner Metalmusik für die Ewigkeit.


Unisonic (Limited Edition)
Unisonic (Limited Edition)
Preis: EUR 16,33

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UNISONIC ist UNISONIC, nicht Helloween oder Gamma Ray, 5. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Unisonic (Limited Edition) (Audio CD)
Ach, es ist schon schade. Da finden sich fünf hochkarätige Musiker zusammen und stellen ein wunderbares Produkt auf die Beine und alle Welt schreit auf, es klänge aber nicht nach der Musik, die zwei Protagonisten der Band gemeinsam vor 25 Jahren gemacht haben. Damals war Michael Kiske 19 Jahre alt gewesen. Die Geschichte ist bekannt. Kiske flog 6 Jahre später bei dem Flagschiff Deutschen Metals "Helloween" raus und erklärte Metal zum persönlichen Feindbild. Auf der anderen Seite steht mit Kai Hansen ein Mitbegründer von Helloween und Kopf der deutschen Erfolgsmetaller Gamma Ray an der Gitarre. Beide zusammen in einer neuen, medienwirksam betitelten, Supergroup, lassen sich natürlich sensationell vermarkten, besonders wenn mit den anderen Protagonisten namenhafte Mitglieder des europäischen Hardrock in den Reihen stehen. Selbstverständlich erwartet der Fan der beiden Musiker bei der eingeschlagenen Marketing-Strategie des Labels ein helloweenlastiges Meisterwerk. Die Enttäuschung muss groß sein. Zwei Frage sollte man sich stellen. Warum sollte sich Kai Hansen an einer Band beteiligen, die klingt, wie seine eigene Band, Gamma Ray? Warum sollten Kai Hansen und Michael Kiske im Jahr 2012 noch die gleiche Musik machen wie vor 25 Jahren? Eines ist klar. Diese Band heißt UNISONIC. Nicht Helloween oder Gamma Ray. Etwas anderes sollte man auch nicht erwarten. Das schöne an dem Debut "Unisonic" ist, dass eine sehr abwechslungsreiche Platte herausgekommen ist. Es ist lustig zu lesen, dass viele, die den alten Helloween-Zeiten nachtrauern, den Eröffnungssong "Unisonic" als stark herausstellen und den Rest als weichgespülten AOR-Rock verdammen. Aber genau das sind UNISONIC. Eine Schnittmenge aus Metal, Hardrock und AOR-Mainstream und sie haben Spaß dabei. Es ist offensichtlich die Musik, die UNISONIC machen möchten. Das kann man mögen oder auch nicht, besonders dann, wenn ein solch abwechslungreiches Album dabei herausgekommen ist. Dem einen ist es zu langsam, dem anderen nicht hart genug. Das muss noch lange nicht schlecht sein. Diese Stimmen gehören wahrscheinlich nicht zur Zielgruppe der Band und sollten die Keeper-Platten ehren, die Ihnen keiner nehmen kann (und auch das ist gut). UNISONIC erinnern dagegen eher an Bands wie Europe (zu Out-of-this-World-Zeiten) oder Gotthard, aber immer mit der herausragenden Stimme des Ausnahmesängers. Das Album ist großartig, mit modernen Riffs, eingängigen Melodien und immer dem Gefühl, dass die Musiker bei dem, was sie machen, Spaß haben. Das ist in meinen Augen das Wichtigste ... weil es ehrlich ist. Der Band wünsche ich von Herzen den verdienten Erfolg.


Regression
Regression
Preis: EUR 8,10

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entschuldigung, hier ist das Album des Jahres 2005, 24. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Regression (Audio CD)
Es werden immer mehr Alben, die wöchentliche den Markt überspülen. Da kann es schon mal passieren, dass eine Veröffentlichung untergeht. Für einige Produktionen mag das gerechtfertigt erscheinen, aber hier findet man ein Album, dass zu unrecht vernachlässigt wird. Vorweg möchte ich sagen, trotz Hammeralben von Soilwork, Scar Symmetry oder SYL, hier ist zweifellos das Album des Jahres 2005.
Auf dem ersten Blick scheint das Album der Dänen ein Newcomeralbum zu sein, doch einigen Mnemic-Fans mag die Stimme der "Distortet Vox" bekannt vorkommen. Das Album "Regression" wartet mit einer perfekten Produktion auf und zeigt wohin ein Sound in der Schnittmenge von Devin Townsend und Faith No More führen kann.
Der Opener startet den Reigen mit befremdlich süßen Synthi-Streichern, über die sich ein fast schon zartes Stimmengewirr stapelt, um anschließend in brachialen Soilwork-Grooves zu explodieren. Das anschließende Freedom 2003 ist ein brachiales Cover des bekannten Disco-Hits von George Michael, einfach super und unbedingt zu empfehlen. Die Sänger und Musiker sind Spitzenklasse, weben atmosphärische Soundteppiche und übertreffen sich gegenseitig in wechselnder Perfektion. Harte Metalcore-Parts wechseln mit fast lyrisch balladesken Songs, wie Smiling. Alles Stücke sind hoch melodiös und stürzen den Hörer in einen Taumel zwischen Brutalität und Traum. Nur die manchmal etwas zu "klimprigen" Keybords hätten etwas spärlicher eingesetzt werden können.
Das Album ist ein Hochgenuss im sonstigen Genreeinerlei. Der Stil ist sicher nicht neu. Irgendwo zwischen Helsingborg und Göteborg vermeint man einige Passagen schon mal gehört zu haben, aber das ist nicht nur legitim, sondern verleiht dieser Platte auch diesen ganz einzigartigen Charme.


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