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Beiträge von sligachan
Top-Rezensenten Rang: 6.738
Hilfreiche Bewertungen: 415
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Rezensionen verfasst von sligachan "seagull" (nürnberg)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Einige gute Ansätze, aber..., 11. Mai 2013
Ich habe dieses Buch durchaus interessiert und aufgeschlossen gelesen, und finde es grundsätzlich gut, dass derzeit einige Titel auf dem Markt sind, die sich dem Thema Kapitalismus, Lebensweise etc. annehmen. Ich habe die ersten Kapitel gelesen, fand einige Abschweifungen zu Keynes etwas zu ausführlich, konnte dem Tenor aber weiterhin folgen. Etwas geschluckt habe ich allerdings bei der für mich persönlich naiven Aussage, man "müsse einfach daran glauben, dass der Mensch an sich kein faules Wesen sei", dass eine gewissen Struktur brauche, sondern alle könnten bei geänderten Bedingungen und weniger verpflichtender Arbeit für den Lebensunterhalt der Literatur, Philosophie und Muße fröhnen. Das wirkt auf mich wie eine sehr verklärte Sicht aus dem intellektuellen Elfenbeinturm der beiden Autoren. Mit der Lebenswirklichkeit einer Vielzahl von Menschen hat das aber nichts zu tun. Ich hätte dies noch hinnehmen können, wären die Autoren dann nicht in Kapitel 5 dazu übergegangen, die komplette Umweltschutzbewegung samt und sonders als faschistische, religiöse Märchenbrüder hinzustellen. Sie begründen ihre Abwertung der gesamten Umweltschutzbewegung damit, dass sie einen Mann namens Klages zitieren, der bereits 1913 ein Schreckensszenario niederschrieb, in dem er seine Befürchtungen formulierte, dass der Mensch die (Um-)Welt zugrunde richten würde. Die Begründung der Autoren, dass dies ja nur Unsinn sein kann ist, dass sie sagen, Klages wäre Antisemit gewesen. Welchen Zusammenhang es zwischen diesen beiden Dingen geben muss, ist mir nicht klar. Die Tatsache dass jemand Antimsemit gewesen ist, heißt ja nicht automatisch, dass er ansonsten keinen vernünftigen Gedanken in seinem Leben gehabt haben kann. Dann wird von den Autoren aber noch weitergeschlossen, dass aufgrund dieses Klages, und weil er Antisemit war, und sich die Umweltschutzbewegung im Sinne seiner Gedanken zur Umwelt gegründet haben (es kann ja nicht sein, dass da einige andere Menschen auch unabhängig zu den gleichen Schlüssen gekommen sind...) alle heutigen Umweltschützer nicht ernstzunehmende, fanatissche Spinner sind, denen man vielleicht auch gleich noch den Antisemitismus unterjubeln kann. Ich selbst gehe auch nicht mit allen Ansichten der Umwelschutzbewegung konform, aber deshalb gleich den kompletten Umweltschutz als unsinnig hinzustellen, und das auch noch mit Rassismus in Verbindung zu bringen, das war mir zu viel und vor allem zu undifferenziert. Und es passt einfach nicht zusammen, am Anfang des Buches selbst zu schreiben, man "müsse einfach glauben, dass der Mensch gut sei, und sich alle nur der Muße und der Literatur und dem Respekt widmen wollen", und dann gleichzeitig Klimaforscher, die wissenschaftlich arbeiten, als religiöse Gläubige ohne empirische Basis zu titulieren, wenn diese voraussagen, dass der Klimawandel negative Auswirkungen auf den Planeten haben wird. Schade, wäre ein wirklich guter Ansatz gewesen, leider haben sich die Autoren aber dann zu sehr in ihrem persönlichen philosophisch-intellektuellen Elfenbeinturm verloren und die gesamte Umweltbegwegung als Witz bezeichnet. Schade.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Still und leise kommt das Grauen, 2. Januar 2013
Dieser Film hat es fast nicht in die deutschen Kinos geschafft. Nur ein paar kleine independent-Kinos haben ihn für relativ kurze Zeit überhaupt gezeigt. Es wundert mich in sofern nicht wirklich, als dass dieser Film mit realem Hintergund wahrlich nichts für einen denkfreien Popcornabend ist, und Betreiber ihn vermutlich nicht ins Programm genommen haben in dem Wissen, das nur Wenige ihn anschauen werden. Die Geschichte spielt im Jahr 1915 auf der norwegischen Gefängnisinsel Bastoy. Dort gibt es ein Erziehungslager für auffällige oder straffällig gewordene Jungen, das mit eiserner Hand vom "Bestyreren", dem Oberauffseher (wieder einmal grandios: Stellan Skarsgård) geleitet wird. Dieser führt dort mit seiner Frau ein recht luxuriöses Leben, während die jungen Lagerinsassen Qualen, vornehmlich (aber nicht nur) psychischer Natur erleiden müssen, und bis zur Erschöpfung zu Schwerstarbeit gezwungen werden. Alles unter dem Deckmäntelchen der Umerziehung, Besserung und natürlich christlicher Nächstenliebe. Wer nicht spurt oder gar versucht zu fliehen, den erwarten schlimme Strafen. Eines Tages kommt der junge Erling im Lager an, und ist von Anfang an nicht gewillt, sich die brutale Unterdrückung ohne Gegenwehr gefallen zu lassen. Doch sein Aufbegehren bezahlt er mit hohem Preis. Als die Umstände im Lager unerträglich werden, kippt die Stimmung der Insassen endgültig von Angststarre zum Aufstand - mit fatalen Folgen und ohne Happy End. Das Grauen in diesem Film schleicht sich leise an, und wird immer intensiver. Stellan Skarsgård als Bestyreren lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, und der eisige, norwegische Winter kriecht einem über den Bildschirm fast bis auf die eigenen Knochen. Auch einige unbekannte Jungschauspieler liefern eine beeindruckende Leistung ab (allen voran Benjamin Helstad als Erling). Der Film gewinnt noch unheimlich, wenn man ihn im norwegischen Original mit Untertiteln sieht, da die Atmosphäre mit den Originalstimmen nochmal um einges dichter und authentischer ist. Für mich der Kinofilm des Jahres 2012.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Heimweh nach Stockholm - und besseren Zeiten, 2. Januar 2013
Für mich eines der schönsten Alben des Jahres 2012. Aufgefallen waren mir die beiden Schwestern schon früher, einfach weil sie nicht nach Mainstream klingen, sehr schöne Stimmen haben, und diverse Instrumente selbst spielen. "The Lion's Roar" mag zwar professioneller aufgenommen worden sein als die Anfnagssachen, hat aber für mich dadurch an Charme und Authentizität nichts eingebüßt. Als ich den ersten Song der beiden vor einigen Jahren im schwedischen Radio hörte, dachte ich zuerst, es müsse sich um Musik aus den 60er/70er Jahren handeln, die ich nicht kenne. Umso überraschter war ich dann, als ich herausfand, dass es sich um zwei Schwestern mit damals 16 und 19 Jahren handelte. Die beiden haben ein unheimlich gutes Gespür für Atmosphäre, den richtigen Einsatz ihrer Stimmen, Harmonien, und vor allem fürs Texten, das für die altersmäßige Jugendlichkeit der beiden mehr als erstaunlich ist. Erfreulich finde ich auch, dass hier zwei junge Mädchen, die so garnicht aussehen wie die typischen Popsternchen, durch ihr Talent und ihre Musik bekannt werden, und nicht weil sie aufblondiert im Minirock über die Bühne hoppeln. Für mich klingt dieses Album nach Spaziergängen im herbstlichen Stockholm, irgendwo Richtung Gamla Stan/ Södermalm, am Wasser entlang, (bald, bald bin ich wieder dort...*seufz*) nach viel Poesie und einer gewissen unbeschwerten Melancholie. Anspieltips: "Dance to another tune", "the lion's roar", "to a poet".
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16 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Überbewertet, 10. Dezember 2012
Nun, nach mehreren Jahren habe ich gestern "no country for old men" gesehen und war, gelindegesagt, enttäuscht. Ich habe einige Bücher von Cormick McCarthy im englischen Original gelesen ("outer dark", "blood meridian", "child of god") und schätze seine Werke als Schriftsteller sehr, auch wenn sie wirklich bedrückend, düster und manchmal fast unerträglich sind. Er hat eine geniale, sehr eigene Sprache, und davon leben die Bücher. Nun hat man also "no country for old men" verfilmt, und aufgrund meiner positiven Haltung zu den Büchern hatte ich irgendwie auch einen guten Film erwartet. Die Erwartung wurde für mich überhaupt nicht erfüllt. Ich fand die Handlung langweilig, die Geschichte zu simpel, und voller Logiklücken. Ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll. Wie kommt Bardem aus den Handschellen? Warum kann er täglich 20 Leute erschießen, auf offener Straße, und nie kommt die Polizei, das FBI? Weils cool aussieht, auch wenns total unrealistisch ist? Warum um Gottes Willen schleppt er diese bescheuerte Gasflasche mit sich rum, statt vielleicht einer Handfeuerwaffe mit Silencer? Nicht cool genug? Warum gibt der Cowboy seine Frau (die einzig halbwegs sympathische Figur) mehr oder weniger zum Abschuss frei? Und was zum Henker sollte die Sequenz mit Woody Harrelson? Die macht garkeinen Sinn. Musste zum Schluß einer der Coens dringend mal aufs Klo und man hat einfach den Abspann eingeblendet, obwohl der Film nicht zu Ende ist? Warum bringt Bardem am Ende nicht auch noch gleich die zwei Jungs auf den Fahrrädern um, einfach nur so, weil er das eigentlich vorher auch die ganze Zeit macht? Irgendwann hab ich mich vor lauter Langeweile gefragt: Wie hält der bekloppte Seitenscheitel am Kopf von Bardem? Ist der angeklebt? usw usw. Ja, Bardem war ganz ok, aber seine Sätze waren einfach nur Blödsinn, der irgendwie cool und intellektuell klingen soll. Aber was da Kritiker von "tiefgründigem, komplexen Charakter" und Ähnlichem geschwärmt haben, konnte ich nicht erkennen. Alle fünf Minuten das gleiche Gemetzel mit dem Bolzenschußgerät fand ich dann auch eher nervig und vorhersehbar. Man wusste ja schon jedesmal was kommt, und so wird es für mich zumindest einfach nur zu absichtlicher, sehr ausgedehnter Gewaltdarstellung um der Gewalt Willen. T.L. Jones fand ich in seiner Rolle als Sheriff farblos, gelangweilt und vergessenswert, Brolin war ganz ok aber auch total egal. Und das wars dann schon. Vielleicht ist das Buch besser, vielleicht auch nicht, (dieses habe ich noch nicht gelesen, da ich aber andere kenne, kann ich mir vorstellen, dass die Vorlage so einfach nicht verfilmbar ist (allein schon wegen der ausgefallen Sprache Mc Carthys), und deshalb nun dieser recht oberflächliche Film dabie herausgekommen ist) vielleicht wurden die Coen -Brüder nur schon vorher völlig zu Unrecht gehyped und haben sich damit einen Spaß erlaubt? Vielleicht haben sie auch herzlich darüber gelacht, dass man ihnen für so einen wirklich schlechten Film gar vier Oscars ins Kreuz geworfen hat? Ich war auf jeden Fall nach spätestens der ersten Stunde des Films nur noch genervt, und am Ende ärgerlich, dass ich ihn überhaupt fertiggeschaut habe.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der schönste!, 9. Dezember 2012
Es gibt ja mehrere literarische Katzenkalender, und nett sind sie sicher alle, aber dieser hier ist für mich der schönste. Er hat die bezaubernsten Fotos, die nettesten Zitate und Sprüche und man freut sich jede Woche erneut aufs umblättern. Ich habe ihn nun schon das dritte Jahr in Folge, und die Ausgabe für 2013 ist gerade unterwegs zu mir =)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Super!, 13. November 2012
Für das Sony xperia T gibt es derzeit noch nicht viele Schutzhüllen, und die, die man nach unten statt seitlich aufklappen kann, finde ich persönlich eher unpraktisch. Dieses flipcase hier ist allerdings wirklich toll. Dünnes Kunstleder, passt perfekt auf das Handymodell, ist gut verarbeitet, und durch die Tatsache, dass es einen Magnetverschluss hat, kann man die vordere Lasche beim telefonieren einfach ganz nach hinten klappen und befestigen, so dass sie beim sprechen überhaupt nicht stört. Besonders schön finde ich auch die Farbe, immer nur schwarz ist ja auch langweilig =)
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Aufschlußreich, provozierend, leider unvollständig, 7. November 2012
Nachdem ich mit Begeisterung das Buch "Der singende Fels" mit G. Tschinag im Gespräch mit einem Wissenschaftler und einer deutschen Heilerin gelesen hatte, und von den unkonventionellen Ansichten und Ideen von Herrn Tschinag sehr angetan war, hat mich dieses Buch nun besonders interessiert, da es einen sehr persönlichen Einblick in das Nomadenleben geben soll. Nun, das tut es auch. Es ist interessant zu lesen, viele Beschreibungen sind lyrisch sehr schön, vor allem wenn es um die Natur geht. Auch was Sitten und Bräuche der Tuwa betrifft, erfährt man viel. Soweit, so gut. Nun zu den Dingen, die ich sehr störend fand: Der oft recht anklagende Ton von Herrn Tschinag, wenn es um die westliche Welt geht, hat mich hier und da ein wenig verärgert. Nicht, weil ich nicht viele Dinge ganz genau so sehen würde wie er, (denn genau das tue ich!)sondern eher, weil er für meinen Geschmack die Noamdenvölker zu einseitig und zu positiv beschreibt. Bei vielen Dingen die er darüber erzäht, verwendet er Sätze wie "das gibt es bei den Nomaden nicht." Nun, das bezweifle ich. Es gibt bei den Nomanden keine Gewalt? Hat es nie gegeben? Das glaube ich schlicht nicht. Was mich wirklich interessiert hätte wäre gewesen, wie die Tuwa mit größeren Konflikten umgehen, denn ich bin mir sicher, auch bei ihnen gibt es die. Wird alles totgeschwiegen und so getan als gäbe es keine Probleme? Mich hätten auch kritische Themen interessiert, wie zum Beispiel: Was passiert in der Mongolei, wenn eine Frau ein behindertes Kind bekommt? Wie gehen Nomaden mit dem Thema Homosexualität um, die es dort auf jeden Fall gibt? Wie mit sexuellen Übergriffen, zB in der Familie? Wie mit prügelnden Ehemännern? Pauschalaussagen, dass es dies dort nicht gibt, finde ich unbefriedigend da unkritisch - und deshalb ärgerlich. Und nein, ich habe kein Interesse daran, etwas schlecht zu machen, es hätte mich einfach wirklich interessiert, darüber ehrliche, vielleicht auch selbstkritische Auskunft zu bekommen, die authentisch gewesen wäre. Ein weiterer Punkt der mich wirklich gestört hat ist, dass Herr Tschinag häufig vom "Respekt gegenüber allen Geschöpfen" spricht, vom Respekt gegenüber Tieren, die "wie Brüder und Schwestern sind und denen man Achtung und Respekt entgegenbringen soll." Da würde ich mit ihm konform gehen, (vor allem, wenn man das aus dem buddhistischen Blickwinkel betrachtet). Umso entsetzter war ich dann, als ich las, das altgewordene Hunde mit einem Seil um den Hals von Felsen gestoßen werden, (wobei ich garnicht wissen will, wieviele Hunde eben nicht sofort tot waren, sondern elend stranguliert wurden...)oder, noch schlimmer, dass Herr Tschinag von Bären als besonders "ehrwürdigen" Tieren spricht, und dann erzählt, er hätte zwei kleine Bärenjunge von Wilderern gerettet und diese dann, nachdem er erst geplant hatte, sie in der Stadt in einer Wohung als Haustiere für seine Kinder zu halten,(tolle Idee O.O) an den staatlichen Zirkus verkauft hat. Verzeihen Sie, Herr Tschinag, das hat nichts mit Ehrerbietung und Respekt zu tun, das ist eine Katastrophe, und etwas viel repsektloseres kann man einem Bären wohl kaum antun als ihn zur Belustigung im Zirkus vorzuführen. Ab spätestens hier haben mich dann auch die immer wiederkehrenden Angriffe auf die "schlechte westliche Welt" wirklich genervt. Herr Tschinag beschwert sich häufig, dass die westlichen Menschen so viele falsche Vorurteile gegenüber den Mongolen hätten und betont, wie sehr ihn das ärgert. Gleichzeitg erzählt er, dass er, als er als Student nach Deutschland kam, erwartet hat, dass alle Deutschen Faschisten sind und jeder die Hand zum Hitlergruß hochreißt. Da könnte man noch nachsichtig sein und sagen, gut, da war er noch sehr jung und unerfahren. Er unterlässt es aber auch nicht, sehr verallgemeinernd zu sagen, dass "alle Menschen aus dem zivilisierten Westen" bloß als tumpe Touristen in die Mongolei fahren, und ihr Horizont höchstens so weit reicht, als das sie sehen, dass "die Steppe weit" ist, und "der Berg groß" usw. Dazu kann ich nur sagen, spirituelle Wahrnehmung und feine Antennen sind sicher nicht auf Menschen in der Mongolei, und schon garnicht auf Herrn Tschinag beschränkt, die gibt es überall, unter Umständen auch allen außeren Umständen zum Trotz im düstersten Großstadtmoloch. Einfach solche Pauschalurteile zu fällen ist nichts anderes als ebenso ein negatives Vorurteil, genau so eines, wie er es umgekehrt gegenüber den Mongolen ständig kritisiert. Auch habe ich den Eindruck, dass Herr Tschinag viele Dinge des westlichen "schlechten" Lebensstils durchaus genießt und nicht mehr missen möchte, auch wenn er nicht müde wird zu betonen, dass er "im Inneren der Nomade geblieben ist," und doch häufig seine Geringschätzung gegenüber allem Westlichen zum Ausdruck bringt. Das halte ich für recht inkonsequent, wenn nicht sogar für Heuchelei. Ein ehrwürdiger Schamane mit feinen Antennen und spirituellem Wissen hat nichts in billigen deutschen Talkshows des Regionalfernsehens zu suchen. Das hätte er meiner Meinung nach garnicht nötig. Weiter fand ich noch befremdlich, dass Herr Tschinag einerseits den "übersexualisierten Westen" mit all seinen (auch für mein Empfinden!) negativen Auswirkungen und Ausprägungen (Abstumpfung) kritisiert, (und dann auch noch darstellt, dass es nach Tuwa-Ideal nicht die Idee ist, dass auch die Frau Spaß am Sex haben soll - warum eigentlich nicht?), dann aber eine mongolische Bekannte kritisiert, die ein Frauenmagazin in der Mongolei herausgibt, und ihm ans Herz legt, dass Sex viel schöner und für beide Partner erfüllender sein könnte, wenn man mit allen Sinnen liebt, und nicht nur zwei Minuten über die Frau "drüberrutscht". Seine Antwort darauf war glaube ich, dass mongolische Männer eben nur so kurz brauchen, um die Klimax zu erreichen, und das es reichen müsste "wenn nur der Mann zum Zuge kommt." Wieso einerseits Pornographie und Abstumpfung kritisieren, (tu ich auch) dann aber den Vorschlag, mit allen Sinnen zu lieben, so negativ abtun? Das wäre doch dann genau das, was man tun sollte? Zuletzt wundert er sich auch noch, dass vor allem Frauen, denen er absichtlich schwülstige, lange Texte ("Den Abend sah ich in deinen Augen zwei Feuer, an denen ich mich erwärmen konnte, diese Feuer werden mich durch Jahre und Länder begleiten"...usw) in Bücher signiert hat, weil er "nicht einfach nur mit seinem Namen unterschreiben will", seine Widmungen falsch verstehen und von weiterem Interesse seinerseits ausgehen, und gibt sich wie ein selbstverliebter kleiner Junge, der sich über die so erschlichenen Avancen freut, und nicht versteht, wie seine Widmungen wörtlich genommen werden können. (S.214) Der Witz folgt zugleich, in dem er zwei Seiten weiter (S.216) dann tatsächlich sagt: "Was ich geben kann ist das Wort. Ich glaube an die Kraft, die in jedem Wort wohnt, an den Wind, den jedes Wort auslösen...kann, an die Wärme, die das Wort dem Herzen geben kann." Mit Weisheit hat das für mich nicht so viel zu tun. Und so könnte ich noch weiter aufzählen. (Hunde sind bei den Mongolen Familienmitglieder, haben einen Sonderstatus, hier sind es plötzlich nur noch "Hundeviecher, die "krepieren" und nicht "sterben" sollen? Usw, usf. Oftmals widerspricht sich Herr Tschinag im Laufe des Buches so auffallend, das man den Eindruck haben könnte, er weiß heute schon nicht mehr, was er gestern gesagt hat). Ich bin immer noch sehr interessiert an der Mongolei und deren Menschen, der Natur. Ich bin sicher kein dummer Tourist, bei dem es nur zu "Oh, der Berg ist groß" reicht, und ich bin sehr interessiert daran, persönliche Einblicke, gerne auch mit anderen Ansichten als meinen, aus anderen Gegenden der Welt zu bekommen, weil diese den eigenen Horizont erweitern, und den Geist flexibel halten. Aber ein ganzes Volk mit einem überperfekten verbalen Federkleid schmücken, die Existenz von Problemen bestreiten, und gleichzeitig das Westliche so anzugehen, das finde ich ärgerlich und auch enttäuschend, da ich durchaus denke, dass Herr Tschinag den Horizont besitzt, die Dinge ehrlicher und kritischer zu sehen und auch zu benennen. Ein etwas selbstkritischerer Blick auf die Tuwa hätte die Erzählungen für mich authentisch und vor allem glaubwürdig gemacht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Gute Idee, nicht so gut umgesetzt, 4. Oktober 2012
Die Bewertung von "I am legend" finde ich garnicht so einfach. Einerseits hat mich die Stimmung, die es der Film schafft zu erzeugen, und einige Szenen darin (der Hund...=( )sehr mitgenommen, andererseits stören aber diverse Logiklücken/fehler und schlechte Animationen im Nachhinein doch sehr. - Achtung Spoiler - Viele Dinge sind nicht sehr glaubwürdig (und ja, wenn der Film versucht einen ernsthaften Anspruch zu haben, dann erwarte ich ein bisschen Logik, das ist ja nicht "Shaun of the Dead", da erwarte ich sie nicht), z.B. dass Will Smith nach drei Jahren Überlebenskampf und täglicher Todesangst immer noch superdurchtrainiert und prima ernährt aussieht. (Obwohl er sich ja jahrelang vier Frühstücksspeckstreifen aufheben muss). Auch nicht ganz klar ist mir, woher nach dem völligen Zusammenbruch auch nach 3 Jahren noch Strom für den Fernseher und andere elektrische Geräte einfach so aus der Steckdose kommt. (Davon abgesehen wären bei einer solchen Katastrophe nach kürzester Zeit so ziemlich alle Atomkraftwerke der USA (und der restlichen Welt) in die Luft geflogen, und hätten die Zombies und Will Smith zu Bricketts verkohlt...). Und, es ist auch nicht ganz logisch, dass die am Ende auftauchende Dame frisch gewaschene, gut sitzende Haare hat, ihre Augenbrauen schönst gezupft sind, und die Klamotten frisch und sauber. Da sie ja auf dem Weg zur Kolonie ist, wo war sie denn vorher in Maryland? Wenn es da auch keine Menschen mehr gibt, und nur Zombies, wie kann sie dann so schön adrett und gepflegt mit ihrem Sohn mit dem Auto losfahren und diese Kolonie suchen? Wie und wo hat sie denn, auch noch mit einem Kind, vorher die 3 Jahre überlebt? Naja, und das allzu religiöse Ende war mir dann auch zuviel. Und so weiter und so fort. Somit hat es der Film zwar schon geschafft, mich so lange zu fesseln, dass ich ihn fertig angesehen habe, und es gab einige Szenen, die ich wirklich überzeugend fand, aber ich bin auch ärgerlich, dass man sich bei einer so großen und teuren Produktion nicht mehr Mühe mit dem Drehbuch (und den wirklich schlechten Animationen) gegeben hat. Deshalb 3 Sterne - und einer davon ist für den tollen Hund ;)
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Mehr drin als gedacht.., 5. August 2012
Dieser Sprachführer hat mich positiv überrascht. Ich wollte zusätzlich zu meinen Sprachkursbüchern einen kleinen Sprachführer vor allem mit Redewendungen für Alltagssituationen, und wurde hier nicht enttäuscht. Das Buch ist thematisch nach Situationen gegliedert und enthält die phonetische Aussprache. Zusätzlich immer noch ein Vokabelglossar zum jeweiligen Thema. Ergänzend zum Sprachkurs oder für eine Schwedenreise als schneller Helfer auf jeden Fall geeignet.
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4.0 von 5 Sternen
Für Schwedenfans ein Muss, 5. August 2012
Für alle, die eine Städtereise nach Stockholm planen eine wirklich tolle Doku, um einen Einblick in die Stadt zu bekommen. Sie zeigt detailliert viele Sehenswürdigkeiten, Cafes und Plätze die man in Stockholm besuchen kann und gibt immer auch in Einblendungen Auskunft über Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Eintrittspreise der jeweiligen location. Das einzige was ein wenig anstrengend ist, ist wohl der "Kindergarten"-Moderator, der den immer gleichen Nicht-Witzen nicht müde wird, bis auch der freundlichste Stockholmer die Nase voll hat ;) Ansonsten uneingeschränkt empfehlenswert.
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