Profil für sligachan > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von sligachan
Top-Rezensenten Rang: 4.357
Hilfreiche Bewertungen: 672

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
sligachan "seagull" (nürnberg)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
pixel
Ashes to Ashes - Zurück in die 80er, Die komplette Staffel Drei [3 DVDs]
Ashes to Ashes - Zurück in die 80er, Die komplette Staffel Drei [3 DVDs]
DVD ~ Dean Andrews
Preis: EUR 12,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phänomenal!, 17. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dies ist mit Sicherheit eine der besten Serien, die ich bisher gesehen habe. Schon "Life on Mars" fand ich grandios, der Kulisse, der fantastischen Schauspieler und des Soundtracks wegen, aber auch wegen der Storyline. "Ashes to Ashes" gefiel mir als eine Art Fortsetzung fast noch besser, da sich das Duo Hunt & Drake einfach perfekt ergänzen, und die Spannung zwischen beiden Charaktären verglichen mit anderen Serien schwer zu toppen ist.
Wie schon in "Life on Mars" ist auch hier die Kulisse bis ins Detail perfekt und man fühlt sich augenblicklich mit einigem Schmunzeln in die 80er zurückversetzt.
Gesagt sei, dass die komplette Besetzung schaupielerisch überragend ist, aber Philip Glenister als chauvinistischer Macho-DCI, der immer zum ersten Schlag bereit (wortwörtlich=)) ist, und doch im Grunde seines Herzens ein feiner Kerl, ist einfach anbetungswürdig. Er stellt mit seinen durchaus gravierenden Schwächen eine Art "männlichen" Mann mit einem Selbstbewusstsein dar, von dem man sich heutzutage wieder einen Ticken mehr wünschen würde.(mit einigen Abstrichen beim Chauvinismus, aber trotzdem) Die Handlung ist von Anfang bis Ende gut durchdacht, und die letzte Folge, die so einige lange offene Fragen beantwortet, ist am Ende eine wirklich Überraschung, die ich für sehr gelungen halte.(Davon abgesehen, dass ich bei dieser letzten Folge die ein oder andere Träne vergossen habe).
Wichtig: Ich habe die Serie im englischen Original geschaut, was hier aufgrund der wirklich grandiosen Sprüche und dem durchaus charmanten Manchester Dialekt fast unverzichtbar ist, und ich mir sicher bin, dass die Serie synchronisiert nur schlechter sein kann, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man den geballten britischen Slang auch nur ansatzweise gleichwertig verdeutschen kann.
Ich vermisse jetzt schon alle Charaktäre und würde zu gern mit allen bei "Luigi's" einen trinken gehen =)
Absolute Empfehlung!


Tabu: Roman
Tabu: Roman
von Ferdinand von Schirach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

79 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ratlosigkeit..., 15. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Tabu: Roman (Gebundene Ausgabe)
...stellte sich bei mir nach Lesen dieses Romans ein. Nicht, weil ich den Inhalt nicht begriffen habe, aber durchaus, weil ich nicht nachvollziehen kann, woher die überschwänglichen positiven Kritiken herrühren.
Dieser Roman hat ein ansprechendes Cover, der Titel klingt vielversprechend. Auch die Geschichte beginnt interessant mit Sebastian, dessen Kindheit in kargen, abgehakten Sätzen beschrieben wird - ebenso wie er selbst. - !Achtung, Spoiler! -

Man erfährt also, dass sich Sebastians Vater umbringt, und dies den Jungen traumatisiert. Soweit, so unspektakulär und logisch. Das Buch springt dann zeitlich in Sebastians Jugendalter, das recht fix abgehandelt wird, bis er dann, als Erwachsener, völlig unglaubwürdig ein höchstberühmter Fotograf und Künstler wird, (also wirklich, wie die Jungfrau zum Kinde, als Junge hat er keinerlei Interesse an Kunst und Fotografie, nach der Schule weiß er nicht was er tun soll, nimmt einen Aushilfsjob in einem Fotoladen an, und schwupps, ist er steinreich und berühmt). Er hat Bindungsschwierigkeiten, weil die Beziehung zu seiner Mutter vorher klischeehaft kalt beschrieben wurde. Dann geht er doch irgendwie eine Beziehung ein, dann ist eine junge Frau angeblich tot. Vorher wird noch mit der Absichtlichkeit eines Kindes, das mit dem Benutzen verbotener Worte schockieren will, eine Fotosession im Pornostil beschrieben, was schlicht unnötig, gewollt und deplaziert wirkt.

Nun springt das Buch zu einem sehr erfunden wirkenden Anwalt namens Biegler, der sich auf einer Erholungskur in Österreich befinden soll, weil er einen Burn-out hatte.(Da fragte ich mich, ob Herr von Schirach eigentlich weiß, was Burn-out-Symptome sind? Das, was von Biegler beschrieben wird, jedenfalls nicht). Wie dem auch sei, unser Sebatian sitzt in Untersuchungshaft wegen Mordes an einer Frau, deren Leiche man nicht findet. Er schweigt sich wochenlang aus, ihm wird von einem Polizeibeamten mit Folter gedroht (der Fall von Metzler kommt einem in den Sinn, aber auch das Thema wird hier sehr platt abgehandelt) verlangt genannten Biegler als Verteidiger, faselt kryptisches über Schuld, und am Ende kommt heraus, dass es die Tote garnicht gibt, weil er, Sebatian, eine fantastische Fotomontage/Installation gebastelt hat aus seiner Geliebten, seiner Halbschwester und ihm selbst. Dies hätte er schon bei seiner Verhaftung sagen können, sitzt aber lieber wochenlang in der Zelle.
Er wird freigesprochen, Ende des Romans.
Davon abgesehen, dass ich die Geschichte irgendwie zusammengestückelt finde, und beim Lesen ständig das Gefühl hatte, den Autor beim Erfinden zu erwischen, ist es auch noch sprachlich nicht ausgereift. Ich kann in der Schreibe keinen grandiosen Stil entdecken, sondern finde es platt und mitunter gar nervig ("Seien Sie nicht so sarkastisch" sagte Biegler. "Seien Sie nicht so zynisch" sagte Biegler. "Seien Sie nicht so arrogant." sagte Landau. etc.)
Unterkühlt und abgehakt schreiben kann eine Kunst sein, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen, aber nicht jeder beherrscht das. Und Herr von Schirach gehört nicht zu den Beherrschenden dieses Fachs. Stimmung kommt bei diesem Roman eigentlich garkeine auf. Ich empfand weder mit dem Hauptcharakter, noch mit irgendeiner anderen beschrieben Person irgendeine Art Empathie, weil sie allesamt so erfunden und konstruiert wirkten.
Für mich einer der enttäuschendsten Romane des Jahres bisher. Schade.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 11, 2014 6:28 PM MEST


Perrine - Die komplette Serie (Episoden 1-52) [4 DVDs]
Perrine - Die komplette Serie (Episoden 1-52) [4 DVDs]
DVD ~ Kei Kuroki
Wird angeboten von Dein Filmshop
Preis: EUR 18,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar, 5. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Serie habe ich als kleines Kind geliebt. Schon damals mochte ich die bescheidene und kluge Perrine, die so viel durchmachen muss, und schon damals habe ich an vielen Stellen bitterlich mit ihr geweint.
Eine wirklich hochwertige Kinderserie (und nicht nur für Kinder) mit Anspruch, Tiefgang und vielen wichtigen Botschaften, die durchaus auch kleinere Kinder schon verstehen. Das heutige Kinderfernsehprogramm ist im Vergleich dazu größtenteils eine Zumutung, und verblödet und verroht die Kinder. Vielen Dank für diese tolle DVD-Box, auch mit Mitte 30 immer noch schön!


Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben
Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben
von Tom Hodgkinson
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

40 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenn einer keine Ahnung hat..., 15. Juli 2013
... von Dingen wie dem Mittelalter, früheren Zeiten, und größeren Zusammenhängen, dann kommt dabei ein solches Buch raus. In plakativen Kapitelüberschriften gibt der Autor vordergründig revolutionär klingende Tips wie "Schmeiß deine Uhr weg", oder "Kündige deinen Job, arbeite freiberuflich". Das kling erst mal toll, und der gestresste und geneigte Leser denkt sich "Ja, das sollten wir alle tun".

Aber wenn man ein wenig weiterdenkt, muss man einfach bemerken, dass solche Entscheidungen für jeden individuell einen ganzen Rattenschwanz an Folgen mitbringt. Den Job kündigen? Prima, am besten heute noch, aber man wohnt ja gerade irgendwo, das kostet meist Miete, die kann man dann nicht mehr bezahlen. Wohnung? Braucht man ja nicht, so freigeistig. Wohnen, schmonen, wir sind alle frei. Hat man vielleicht noch Kinder? Ja, die kann man dann, so ohne das leidige Geld auch nicht mehr versorgen. Wer braucht schon Geld, wenn er ein Fahrrad hat? Das Ergebnis einer solchen Spontanbefreiung wäre erstmal nur eine Menge Ärger und Stress, und wenn man es konsequent durchzieht, ein Leben als Obdachloser. Ja, der braucht dann auch keine Uhr mehr, und "arbeitet" 24h am Tag "freiberuflich"...
Er rät weiterhin "Kündigen Sie alle Daueraufträge" - aha, das sag ich dann am besten auch den Gläubigern, die noch Geld von mir bekommen. "Ja, also wissen Sie, ich bin jetzt frei, ich muss das machen, diese Daueraufträge belasten mich einfach zu sehr und schränken meine Freiheit ein, ich will ab jetzt ein einfaches Leben ohne diese Zwänge. Ach und ansonsten kann ich sie auch nicht bezahlen, ich hab nämlich meinen Job gekündigt". =D

Das nur als Beispiel dafür, wie das ganze Buch verfasst ist: Große, populistische Aufforderungen, ohne sie durchdacht zu haben. Ein schönes Beispiel ist auch das mit der vom Autoren gelobten, früheren Großfamilie und der "guten alten Zeit". Das klingt ja alles so hübsch, wie die Frauen da waschen, weben, kochen, und "man sich bei Kopfschmerzen früher einfach mal eine Pause gegönnt und sich hingelegt hat, statt eine Schmerztablette zu nehmen." Wirklich, hat man das früher? Das würde ich mal als ein wenig naiv bezeichnen. Das Leben früher war anders, und in einigen Bereichen im Vergleich zu unserem anonymen, verkünstelten Städtelebensstil von heute war es vielleicht besser. Trotzdem war es meist aber ein hartes, unkomfortables Leben mit vielen anderen Beschwerlichkeiten, die der Autor bei keinem seiner Themen erwähnt, was vermutlich daran liegt, dass er es schlicht nicht besser weiß. "Früher", zum Beispiel, im von ihm so häufig erwähnten und gelobten Mittelalter, da gab es die Großfamilie ja, weil von 10 geborenen Kindern 8 starben, und man am Fließband Kinder produzierte, weil das Joch der Religion es so vorgab.Starb die dritte Frau mit 22 im Kindbett, heiratete man eben die Vierte. Um die Kinder wurde sich in keinster Weise gekümmert wie heute, das Leben war von harter Arbeit, Mangel, und oft vom puren Kampf ums Überleben geprägt. Dazu kamen Krankheiten, Flöhe, Läuse, Krätze, Würmer, und der unsägliche, für uns heute unvorstellbare Gestank vieler Menschen ohne funktionierende Kanalisation und fließend Wasser. Hinzu kommt, dass Probleme, die es auch in unseren jetzigen Zeit gibt, damals durchaus auch schon (und somit noch zusätzlich) existierten, wie zum Beispiel Kindesmissbrauch in der Familie, Gewalttätigkeiten, usw. Solche Spürcheklopfer wie den Autoren würde ich gerne auch nur einen einzigen Tag in diese Zeit verfrachten und dann nochmal nachfragen, wie idyllisch er das empfunden hat...

Man verstehe mich nicht falsch, ich selbst suche auch nach Wegen, mich aus der überdrehten, zu schnellen und sich für meinen Geschmack in die falsche Richtung entwickelnden modernen Gesellschaft des Westens zu befreien, und es gibt sicher Orientierungspunkte von "früher", die da hilfreich sein können, das sind aber eben sicher nicht die naiv-unwissenden Heimatfilmbeschreibungen, die der Autor hier postuliert.

Auch die Großfamilie auf die heutige Zeit zu übertragen ist nicht weit gedacht. Wir haben mehr als genug Menschen auf diesem Planeten, was wir nicht brauchen, sind kinderreiche Großfamilien auch noch in der ersten Welt. Dann gibt er noch den Tip, dass man Kindern die Welt draußen als "magischen, schönen, wunderbaren Ort" beibringen soll, dann würde sie die Welt auch so erleben. Kinder sollen seiner Meinung nach "miteinander spielen und sprechen", statt vor dem Computer rumzusitzen. Ja, das seh ich auch so, aber da kommen wir wieder zu dem Punkt mit dem Rattenschwanz. Sobald man sein Kind rauslässt, und es mit anderen Kindern spielt, schleppt das Nachbarskind das neueste Handy an, das nächste kommst mit dem Tablet, mit den neuesten Turnschuhen usw. Will man konsequent vermeiden, dass da Kind diesen Dingen ausgesetzt ist, müsste man es komplett von anderen Kindern abschirmen. Wenn mein Kind nur spielen und reden soll, kann ich der Nachbarsmutter ja nicht vorschreiben, dass das für ihr Kind auch zu gelten hat, wenn es mit meinem spielen will. Selbst, wenn man selber das Richtige erkannt hat, heißt das noch lange nicht, dass der Rest der Welt da einfach mitzieht.
Die Punkte, die im Buch positiv zu bewerten wären, stammen nicht vom Autoren. "Gehe freundlich mit deinem Mitmenschen um". "Sei genüsam und sparsam" - Das steht glaub ich sogar in der Bibel, oder dann in jedem Buddhismusbuch.
Für mich nicht mehr als eine schlecht recherchierte, nicht durchdachte Sammlung eines von sich eingemommenen Marktschreiers.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2013 1:34 AM CET


Weniger Verbote! Mehr Genuss!: Ein Aufruf gegen die Entmündigung
Weniger Verbote! Mehr Genuss!: Ein Aufruf gegen die Entmündigung
von David Signer
  Broschiert
Preis: EUR 4,95

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Subjektiv und ohne Weitsicht, 4. Juli 2013
Kleine Büchlein mit möglichst provokativen Protesttexten sind grade recht in Mode, so kam nun auch dieses hinzu, und lockt mit einem prägnaten und verführerischen Titel. "Weniger Verbote, mehr Genuss" - also auf zur zügellosen Völlerei ohne jede Skrupel? Ja, in dem Fall schon.
Der Autor prangert zum Teil durchaus zurecht bestimmte grundsätzliche Misslichkeiten diesbezüglich an (zB die übertriebene Berichterstattung bei Sexskandalen von Prominenten wie zB Clinton), verliert sich dann aber (zB) sogleich in völlig subjektivem Gewaber zum Thema Treue in Beziehungen. Er selbst ist der Meinung, dass Fremdgehen in Ehen ok ist, und unterstützt dies Argument mit Studien, die belegen wollen, dass es in Frankreich zum guten Ton und Leben gehöre, zu betrügen, und in Russland wäre es gar eine Pflicht. Alles spaßig luftig leicht, ein bisschen cool, was solls?! Mir persönlich ist es egal, ob der Autor Fremdgehen prima findet, und wenn er so leben möchte, ist das völlig legitim. Aber jeden, der eine monogame Beziehung anstrebt, gleich als verklemmten Spiel-und Spaßverderber zu bezeichnen ist ziemlich platt und kurzsichtig. Der Autor postuliert eigentlich überall nur den Tenor der momentanen Werbe-und Medienindustrie: Du kannst alles haben, alles gleichzeitig, zu jeder Zeit, mit jedem. Du kannst Casanova sein, und bist cool dabei, du kannst nebenbei noch Superstar werden usw. Hauptsache Genuß und auf nichts verzichten. Wir wollen ja alle so cool und frei und hip sein, weg mit den Verboten, her mit dem Genuß...

Auch im restliche Buch wagt sich der Autor an eigentlich interessante Themen, macht aber jedesmal den gleichen Fehler, nämlich, moralisch sehr polarisierende Themen mit seiner individuellen, persönlichen Meinung zu versehen, und diese als die Richtige darzustellen. Weiterhin will er Kritiker des moralischen und ethischen Verfalls damit entkräften, indem er argumentiert, früher hätte es auch Schlechtes und Schlimmes gegeben. Dabei wagt er sich sehr weit vor, und führt beispielsweise berühmte Personen der Geschichte an, die an Pädophilie grenzende Beziehungen zu Minderjährigen hatten. Seine Message ist: Alles halb so wild, das gab es früher ja auch schon, was regt ihr euch dann heute drüber auf? Dazu kann ich nur sagen: Wenn es alles Schlechte, was es "früher auch schon gab" heute noch gäbe, und sich niemand darüber aufregen würde (oder sich aufgeregt hätte), dann würde die Welt noch wesentlich düsterer aussehen....

Eine Argumentation, die ausschließlich auf subjektiver Meinung des Autors beruht, und das Rezept "was heute besch*ssen ist, war es früher doch auch schon also regt euch nicht so auf, dann ist es doch nicht schlimm" halte ich persönlich für sehr platt und wenig durchdacht. Auch fehlt oft einfach der größere Kontext, wenn man solch teilweise kritische und brisante Themen besprechen möchte.
So sicher keine Empfehlung sondern bloß polarisierendes und provokatives Aufmerksamkeitsgeheische.


Shame [Blu-ray]
Shame [Blu-ray]
DVD ~ Michael Fassbender
Wird angeboten von berlinius
Preis: EUR 15,49

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen zu kalt, 3. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Shame [Blu-ray] (Blu-ray)
"Shame" hat überschwängliche Kritiken und viel Lob bekommen, und hat ein interessantes Thema aufgegriffen.
Leider ist die Umsetzung für mich nicht gut gelungen. Dass durch eine gewisse Sterilität der Bilder und Umgebungen die Kälte und Trostlosigkeit in Brandons Leben gezeigt werden soll ist klar. Aber dieses "Stilmittel" wurde für meinen Geschmack hier einfach überreizt. Die Sexsucht des Protagonisten wird mit der ganzen einhergehenden inneren Leere dargestellt, aber als Zuschauer fragte ich mich trotzdem, wo kommen die extremen Bindungsängste und völlig gestörten Emotionen des Brandon her? Man erfährt nichts, und sieht nur das traurige Ergebnis. Auch bleibt Brandon, der materiell gesehen alles hat (und somit auch alle Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen) fast ausschließlich passiv und hilflos seinem Tun ergeben.
Die Figur des Brandon hat mich einfach nicht sehr berührt. - Trotz guter schauspielerischer Leistung von Michael Fassbender, - ich mochte Brandon einfach nicht, und seine Schwester auch nicht, eigentlich garniemanden in diesem Film. Und eiskalte Kulisse plus kalte Figuren, da nützt dann auch die grundsätzlich tolle Schauspielleistung nichts mehr, das hat etwas von einem zweistündigen Aufenthalt in einem sterilen Versuchslabor. Wenn der Regisseur sich nicht dermaßen in den künstlerisch-kalten Bildern verloren hätte, wäre mit einem talentierten Mann wie Fassbender wesentlich mehr möglich gewesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2013 7:16 PM CET


Wie viel ist genug?: Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens
Wie viel ist genug?: Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens
von Robert Skidelsky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

51 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Einige gute Ansätze, aber..., 11. Mai 2013
Ich habe dieses Buch durchaus interessiert und aufgeschlossen gelesen, und finde es grundsätzlich gut, dass derzeit einige Titel auf dem Markt sind, die sich dem Thema Kapitalismus, Lebensweise etc. annehmen.

Ich habe die ersten Kapitel gelesen, fand einige Abschweifungen zu Keynes etwas zu ausführlich, konnte dem Tenor aber weiterhin folgen. Etwas geschluckt habe ich allerdings bei der für mich persönlich naiven Aussage, man "müsse einfach daran glauben, dass der Mensch an sich kein faules Wesen sei", dass eine gewissen Struktur brauche, sondern alle könnten bei geänderten Bedingungen und weniger verpflichtender Arbeit für den Lebensunterhalt der Literatur, Philosophie und Muße fröhnen. Das wirkt auf mich wie eine sehr verklärte Sicht aus dem intellektuellen Elfenbeinturm der beiden Autoren. Mit der Lebenswirklichkeit einer Vielzahl von Menschen hat das aber nichts zu tun.

Ich hätte dies noch hinnehmen können, wären die Autoren dann nicht in Kapitel 5 dazu übergegangen, die komplette Umweltschutzbewegung samt und sonders als faschistische, religiöse Märchenbrüder hinzustellen. Sie begründen ihre Abwertung der gesamten Umweltschutzbewegung damit, dass sie einen Mann namens Klages zitieren, der bereits 1913 ein Schreckensszenario niederschrieb, in dem er seine Befürchtungen formulierte, dass der Mensch die (Um-)Welt zugrunde richten würde. Die Begründung der Autoren, dass dies ja nur Unsinn sein kann ist, dass sie sagen, Klages wäre Antisemit gewesen. Welchen Zusammenhang es zwischen diesen beiden Dingen geben muss, ist mir nicht klar. Die Tatsache dass jemand Antimsemit gewesen ist, heißt ja nicht automatisch, dass er ansonsten keinen vernünftigen Gedanken in seinem Leben gehabt haben kann. Dann wird von den Autoren aber noch weitergeschlossen, dass aufgrund dieses Klages, und weil er Antisemit war, und sich die Umweltschutzbewegung im Sinne seiner Gedanken zur Umwelt gegründet haben (es kann ja nicht sein, dass da einige andere Menschen auch unabhängig zu den gleichen Schlüssen gekommen sind...) alle heutigen Umweltschützer nicht ernstzunehmende, fanatissche Spinner sind, denen man vielleicht auch gleich noch den Antisemitismus unterjubeln kann.

Ich selbst gehe auch nicht mit allen Ansichten der Umwelschutzbewegung konform, aber deshalb gleich den kompletten Umweltschutz als unsinnig hinzustellen, und das auch noch mit Rassismus in Verbindung zu bringen, das war mir zu viel und vor allem zu undifferenziert. Und es passt einfach nicht zusammen, am Anfang des Buches selbst zu schreiben, man "müsse einfach glauben, dass der Mensch gut sei, und sich alle nur der Muße und der Literatur und dem Respekt widmen wollen", und dann gleichzeitig Klimaforscher, die wissenschaftlich arbeiten, als religiöse Gläubige ohne empirische Basis zu titulieren, wenn diese voraussagen, dass der Klimawandel negative Auswirkungen auf den Planeten haben wird.
Wäre ein wirklich guter Ansatz gewesen, leider haben sich die Autoren aber dann zu sehr in ihrem persönlichen philosophisch-intellektuellen Elfenbeinturm verloren und die gesamte Umweltbegwegung als Witz bezeichnet. Schade.


King of Devil's Island
King of Devil's Island
DVD ~ Stellan Skarsgård
Preis: EUR 11,49

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Still und leise kommt das Grauen, 2. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: King of Devil's Island (DVD)
Dieser Film hat es fast nicht in die deutschen Kinos geschafft. Nur ein paar kleine independent-Kinos haben ihn für relativ kurze Zeit überhaupt gezeigt. Es wundert mich in sofern nicht wirklich, als dass dieser Film mit realem Hintergund wahrlich nichts für einen denkfreien Popcornabend ist, und Betreiber ihn vermutlich nicht ins Programm genommen haben in dem Wissen, das nur Wenige ihn anschauen werden.

Die Geschichte spielt im Jahr 1915 auf der norwegischen Gefängnisinsel Bastoy. Dort gibt es ein Erziehungslager für auffällige oder straffällig gewordene Jungen, das mit eiserner Hand vom "Bestyreren", dem Oberauffseher (wieder einmal grandios: Stellan Skarsgård) geleitet wird. Dieser führt dort mit seiner Frau ein recht luxuriöses Leben, während die jungen Lagerinsassen Qualen, vornehmlich (aber nicht nur) psychischer Natur erleiden müssen, und bis zur Erschöpfung zu Schwerstarbeit gezwungen werden. Alles unter dem Deckmäntelchen der Umerziehung, Besserung und natürlich christlicher Nächstenliebe. Wer nicht spurt oder gar versucht zu fliehen, den erwarten schlimme Strafen.

Eines Tages kommt der junge Erling im Lager an, und ist von Anfang an nicht gewillt, sich die brutale Unterdrückung ohne Gegenwehr gefallen zu lassen. Doch sein Aufbegehren bezahlt er mit hohem Preis.
Als die Umstände im Lager unerträglich werden, kippt die Stimmung der Insassen endgültig von Angststarre zum Aufstand - mit fatalen Folgen und ohne Happy End.

Das Grauen in diesem Film schleicht sich leise an, und wird immer intensiver. Stellan Skarsgård als Bestyreren lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, und der eisige, norwegische Winter kriecht einem über den Bildschirm fast bis auf die eigenen Knochen.

Auch einige unbekannte Jungschauspieler liefern eine beeindruckende Leistung ab (allen voran Benjamin Helstad als Erling). Der Film gewinnt noch unheimlich, wenn man ihn im norwegischen Original mit Untertiteln sieht, da die Atmosphäre mit den Originalstimmen nochmal um einges dichter und authentischer ist.
Für mich der Kinofilm des Jahres 2012.


The Lion's Roar
The Lion's Roar
Preis: EUR 18,17

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heimweh nach Stockholm - und besseren Zeiten, 2. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: The Lion's Roar (Audio CD)
Für mich eines der schönsten Alben des Jahres 2012. Aufgefallen waren mir die beiden Schwestern schon früher, einfach weil sie nicht nach Mainstream klingen, sehr schöne Stimmen haben, und diverse Instrumente selbst spielen. "The Lion's Roar" mag zwar professioneller aufgenommen worden sein als die Anfnagssachen, hat aber für mich dadurch an Charme und Authentizität nichts eingebüßt. Als ich den ersten Song der beiden vor einigen Jahren im schwedischen Radio hörte, dachte ich zuerst, es müsse sich um Musik aus den 60er/70er Jahren handeln, die ich nicht kenne. Umso überraschter war ich dann, als ich herausfand, dass es sich um zwei Schwestern mit damals 16 und 19 Jahren handelte. Die beiden haben ein unheimlich gutes Gespür für Atmosphäre, den richtigen Einsatz ihrer Stimmen, Harmonien, und vor allem fürs Texten, das für die altersmäßige Jugendlichkeit der beiden mehr als erstaunlich ist. Erfreulich finde ich auch, dass hier zwei junge Mädchen, die so garnicht aussehen wie die typischen Popsternchen, durch ihr Talent und ihre Musik bekannt werden, und nicht weil sie aufblondiert im Minirock über die Bühne hoppeln.
Für mich klingt dieses Album nach Spaziergängen im herbstlichen Stockholm, irgendwo Richtung Gamla Stan/ Södermalm, am Wasser entlang, (bald, bald bin ich wieder dort...*seufz*) nach viel Poesie und einer gewissen unbeschwerten Melancholie. Anspieltips: "Dance to another tune", "the lion's roar", "to a poet".


No Country for Old Men
No Country for Old Men
DVD ~ Tommy Lee Jones
Preis: EUR 5,55

27 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Überbewertet, 10. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: No Country for Old Men (DVD)
Nun, nach mehreren Jahren habe ich gestern "no country for old men" gesehen und war, gelinde gesagt, enttäuscht. Ich habe einige Bücher von Cormick McCarthy im englischen Original gelesen ("outer dark", "blood meridian", "child of god") und schätze seine Werke als Schriftsteller sehr, auch wenn sie wirklich bedrückend, düster und manchmal fast unerträglich sind. Er hat eine geniale, sehr eigene Sprache, und davon leben die Bücher. Nun hat man also "no country for old men" verfilmt, und aufgrund meiner positiven Haltung zu den Büchern hatte ich irgendwie auch einen guten Film erwartet. Die Erwartung wurde für mich überhaupt nicht erfüllt.

Ich fand die Handlung langweilig, die Geschichte zu simpel, und voller Logiklücken. Ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll. Wie kommt Bardem aus den Handschellen? Warum kann er täglich 20 Leute erschießen, auf offener Straße, und nie kommt die Polizei, das FBI? Weils cool aussieht, auch wenn es total unrealistisch ist? Warum um Gottes Willen schleppt er diese bescheuerte Gasflasche mit sich rum, statt vielleicht einer Handfeuerwaffe mit Silencer? Nicht cool genug? Warum gibt der Cowboy seine Frau (die einzig halbwegs sympathische Figur) mehr oder weniger zum Abschuss frei? Und was zum Henker sollte die Sequenz mit Woody Harrelson? Die macht garkeinen Sinn. Musste zum Schluß einer der Coens dringend mal aufs Klo und man hat einfach den Abspann eingeblendet, obwohl der Film nicht zu Ende ist? Warum bringt Bardem am Ende nicht auch noch gleich die zwei Jungs auf den Fahrrädern um, einfach nur so, weil er das eigentlich vorher auch die ganze Zeit macht? Irgendwann hab ich mich vor lauter Langeweile gefragt: Wie hält der bekloppte Seitenscheitel am Kopf von Bardem? Ist der angeklebt? usw usw. Ja, Bardem war ganz ok, aber seine Sätze waren einfach nur Blödsinn, der irgendwie cool und intellektuell klingen soll.

Aber was da Kritiker von "tiefgründigem, komplexen Charakter" und Ähnlichem geschwärmt haben, konnte ich nicht erkennen. Alle fünf Minuten das gleiche Gemetzel mit dem Bolzenschußgerät fand ich dann auch eher nervig und vorhersehbar. Man wusste ja schon jedesmal was kommt, und so wird es für mich zumindest einfach nur zu absichtlicher, sehr ausgedehnter Gewaltdarstellung um der Gewalt Willen. T.L. Jones fand ich in seiner Rolle als Sheriff farblos, gelangweilt und vergessenswert, Brolin war ganz ok aber auch total egal. Und das wars dann schon. Vielleicht ist das Buch besser, vielleicht auch nicht, (dieses habe ich noch nicht gelesen, da ich aber andere kenne, kann ich mir vorstellen, dass die Vorlage so einfach nicht verfilmbar ist (allein schon wegen der ausgefallen Sprache Mc Carthys), und deshalb nun dieser recht oberflächliche Film dabei herausgekommen ist) vielleicht wurden die Coen -Brüder nur schon vorher völlig zu Unrecht gehyped und haben sich damit einen Spaß erlaubt? Vielleicht haben sie auch herzlich darüber gelacht, dass man ihnen für so einen wirklich schlechten Film gar vier Oscars ins Kreuz geworfen hat? Ich war auf jeden Fall nach spätestens der ersten Stunde des Films nur noch genervt, und am Ende ärgerlich, dass ich ihn überhaupt fertiggeschaut habe.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 28, 2014 8:38 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6