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"emperorofdoom"

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Fields of Salvation
Fields of Salvation
Preis: EUR 16,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Hammer !!!, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Fields of Salvation (Audio CD)
Lange haben sich BURDEN OF GRIEF für ihr Drittwerk Zeit gelassen. Fast drei Jahre sind seit "On Darker Trails" ins Land gezogen. Diese Zeitspanne hört man den neun neuen Stücken aber ohne Zweifel an, denn man kann sie getrost als das songschreiberisch dichteste und reifste Material bezeichnen, das die nordhessische Vorzeigecombo in ihrer knapp zehnjährigen Karriere (im Spätsommer ist Jubiläum) auf Konserve gebannt hat. Großartige Stilbrüche darf man deswegen aber nicht erwarten, nein, die fünf Jungs aus Kassel spielen immer noch gutklassigen Melodic Death Metal, der seinen schwedischen Pendants in nichts nachsteht. Im Vergleich zu "On Darker Trails" gibt es nur folgende vier kleine Änderungen: 1. Man hat nicht mehr in Andy Classens renommiertem Stage One Studio aufgenommen, sondern ist ins relativ unbekannte Metal Sound Studio zu Torsten Sauerbrey gewechselt. Produktionstechnischer Rückschritt? Fehlanzeige! 2. War der Vorgänger noch etwas rifforientierter, sind auf "Fields Of Salvation" Melodien und filigrane bis zerbrechliche Gitarrenläufe gleichberechtigter Partner. Diese beiden Extreme werden z.B. in "Dead Soul Decline" oder "The Silent Killing" sehr gut umrissen. Aber keine Angst, es gibt auch durchgängig ordentlich auf die Mütze ("Yearning For Salvation" oder "Don't Fear The Creeper"). Allerdings diesmal mehr im reinen Todesblei verwurzelt mit zurück geschraubtem Thrashfaktor. 3. BURDEN OF GRIEF klangen noch nie so melancholisch und verzweifelt wie auf diesem Album. Man höre nur das Titeltrackinstrumental oder einzelne anklagende Melodiearrangements (z.B. in "Engaged With Destiny") und seelischer Schmerz wird förmlich greifbar. 4. Diesmal fehlt die Coverversion eines Metalklassikers. Schade, ich hatte gehofft, dass dies eine Art Tradition dieser Band wird. "Prowler" und "Master Of Puppets" konnten nämlich durch und durch überzeugen. Was bleibt also, wenn diese knapp 40 Minuten vorüber sind? Ein weiteres, äußerst gelungenes Melodic Death-Album aus dem Hause BURDEN OF GRIEF, das keinen ihrer Fans enttäuschen wird, auch wenn vielleicht ein Megaohrwurm der Marke "Cold Fire" fehlt. Trotzdem ist dieses Quintett gut gerüstet für den Kampf gegen die schier übermächtige Konkurrenz der nächsten Monate (HYPOCRISY, EXODUS, CANNIBAL CORPSE, FLESHCRAWL, etc.)


Take a Look in the Mirror
Take a Look in the Mirror
Preis: EUR 4,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja........, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Take a Look in the Mirror (Audio CD)
Der Vorgänger "Untouchables" spaltete die Fangemeinde, erbrachte gemischte Reaktionen und konnte in kommerzieller Hinsicht nicht an alte Erfolge anknüpfen. Waren die neuen Songs zu melodieorientiert? Mangelte es an Härte? War die Produktion zu glatt? Oder war es das experimentelle Wesen dieser Scheibe, welche die Fans schlichtweg überforderte. Woran es auch immer gelegen haben könnte, Korn sahen sich scheinbar unter Zugzwang ihre Ausrichtung grundlegend zu ändern, und das bereits nach gerade mal etwas über einem Jahr. "Take A Look In The Mirror" ist in vielen Belangen eine 180 Grad-Drehung, weg vom polierten Songwriting und ausgefeilter Produktion, hin zur emotionalen Rohheit ihrer ersten beiden Alben. Zwar entspricht das Ergebnis dieser Kurskorrektur nicht gänzlich einer "back-to-the-roots"-Mentalität, aber Korn lassen keinen Zweifel daran, ihr bislang härtestes und gradlinigstes Album eingespielt zu haben. Synthiespielereien und poppige Refrains wurden gänzlich vom Album verbannt. Stattdessen setzt die Bands auf Trademarks wie dem allzeit klackernden Bass und atypische Korn-Riffs, während Johnathan Davis im Gegensatz zu "Untouchables" wieder verstärkt auf energisches Shouting und aggressive Gesangseinlangen setzt. Leider versinken die zurückgewonnen Ecken und Kanten wirkungslos in der dumpfen, undynamischen Produktion (die Band hat diesmal selbst im eigenen Studio produziert). Aber selbst wenn man vom mäßigen Sound absieht, klingen die neuen Kompositionen erschreckend berechenbar und ideenarm. Hinter all dem (meines Erachtens wenig überzeugendem) Muskelspiel verbirgt sich allenfalls ein Bruchteil der Originalität, die ihr Debüt einst auszeichnete. Vor allem enttäuschend, dass die gesamte Band keinerlei Akzente mehr zu setzen vermag und nur noch routiniert durch uninspirierte und eindimensionale Songs poltert, deren Essenz jene Riffs sind, die sie vor Jahren selbst zum Standard degradiert haben. Sänger Davis bietet zwar engagiert all seine stimmliche Bandbreite auf, aber seine "Fuck"/"Hate"-Beschwörungen klingen wie ein oberflächliches Wutmanifest. Doch es gibt auch einige Lichtblicke, die zwar nicht für den neuen Kurs sprechen, aber zumindest das Album vor akuter Mittelmäßigkeit bewahren. "Did My Time" oder "Counting On Me" funktionieren dank starker Refrains, Nas liefert auf "Play Me" mit seiner Rapeinlage eine nette Abwechslung und "Ya'll Want A Single" dürfte allein als Kuriosität mit Partycharakter im Ohr hängen bleiben. Auf "Alive" zitieren sich Korn selbst und recyceln zum Teil den Refrain von "Need To". Der guten alten Zeiten Willen? Wie auch immer, Korn konnten weder das New-Metal-Rad neu erfinden noch das Rad der Zeit zurückdrehen. "Take A Look..." wirkt vielmehr wie ein Versuch, alte Fans mit aufgekochtem Standard-Repertoire zurückzugewinnen. Ein hilfloses Unterfangen, sollte sich die Band weiterhin in die kreative Sackgasse hineinmanövrieren.


Blood
Blood
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Polen-Death vom Feinsten !, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Blood (Audio CD)
Um die Wartezeit bis zum nächsten regulären Album zu überbrücken, schieben VADER einmal mehr eine knapp halbstündige EP als Appetizer vor. Das Prinzip ist ja mittlerweile schon bekannt, gab es doch solche Vorboten schon einmal in der Karriere der Polen, man denke nur an das starke "Reign Forever World".
"Blood" heißt das neue Werk und ist in seiner Gesamtheit sehr brutal ausgefallen. Sehr schnell gehen VADER hier zu Werke und lockern die insgesamt sieben Tracks nur selten durch Midtempo-Bangparts auf. Hier regiert der Knüppel und das ist im Endeffekt auch gut so, waren doch die schnelleren Kompositionen dieser Truppe stets die Besseren.
All dies heißt aber nicht, dass "Blood" monoton und eintönig ausgefallen ist. Da kommt nämlich direkt in Form des Openers 'Shape-Shifting' ein heftiger Widerspruch, weil man hier von rasenden Uptempo-Passagen bis hin zu einer kurzen Doom-Etappe das gesamte Spektrum der härteren Musik abgedeckt hat.
Und auch die etwas ungewöhnliche Coverversion von THIN LIZZYs 'Angel Of Death' kann zahlreiche Tempowechsel aufbieten und ist daher nicht minder stark als das Restmaterial, auch wenn die Auswahl zunächst etwas seltsam anmutet.
Kommen wir aber zu den Prügelsongs, denn hier haben VADER für Freunde der rohen Kost ein wahrliches Festmahl aufgetischt. Sowohl 'We Wait', das mit filigranen Gitarrenleads aufgewertet wurde, als auch 'As The Fallen Rise' gehören zu den besten Nummern, welche die Polen je geschrieben haben. Hinzu kommt das bereits vom "Revelations"-Album bekannte, skandinavisch angehauchte 'When Darkness Calls'. Gut, hier hätte man besser ein neues Stück eingebracht, aber da dieses Lied ebenfalls hochklassig ist, geht das schon in Ordnung.
Wie immer zeichnet sich Schlagwerker Doc als absoluter Scharfschütze hinter der Schießbude aus und bietet eine technisch über alle Zweifel erhabene Performance, die so manchen Kollegen blass aussehen lässt. Lobenswert ist auch der vermehrte Einsatz von Melodie-Elementen bei den Lead-Gitarren, welche für willkommene Erfrischung im ansonsten festgesteckten Bandsound sorgen.
Alles in allem also wieder eine lohnenswerte Anschaffung, die man sich als Todesblei-Anhänger keinesfalls entgehen lassen sollte.


Tempo of the Damned
Tempo of the Damned
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Yes !!!, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Tempo of the Damned (Audio CD)
Jetzt also ist der Tag gekommen, an dem sich EXODUS beweisen müssen. Und "Tempo Of The Damned" enttäuscht nicht. Ganz im Gegenteil. Die Riffs von Hunolt/Holt sind immer noch das Beste, was die Thrash-Szene neben King/Hannemann zu bieten hat. Dies beweisen vor allem Songs wie 'War Is My Sheppard', 'Scar Spangled Banner' und der Titeltrack, die allesamt so unbarmherzig nach vorn thrashen, als wären hier immer noch 20-jährige am Werk. Diese Songs könnten stilistisch auch auf "Bonded By Blood" stehen. Und dennoch klingen weder diese Tracks, noch das Album an sich, altbacken oder antiquiert. Nein, EXODUS machen einfach völlig trendfreien und zeitlosen Thrash Metal, der wohl auch in 20 Jahren noch die Kids begeistern dürfte. Der endgültige Beweis für diese These ist eindeutig, dass der Demo-Klassiker 'Impaler' zu 100 Prozent ins Albumgefüge passt und klingt, als wäre er genau dafür aufgenommen worden und nicht schon 20 Jahre alt.
Mit dem technisch versierten 'Forward March', dem modern gehaltenen 'Throwing Down' oder dem an OVERKILL erinnernden Stampfer 'Blacklist' gibt es zudem eine Menge Abwechslung, so dass erst gar kein Gedanke an Abnutzungserscheinungen aufkommt. A propos OVERKILL. Zetro erinnert mich mehr als ein Mal an den OVERKILL-Blitz.
Da auch die fette Produktion und das coole Cover-Artwork zu überzeugen wissen, kann man eigentlich nur mit dem Fazit schließen, dass hier endlich mal ein Comeback gehalten hat, was es verspricht. EXODUS are back!
Also muss hier auch jeder Thrasher, egal, ob alte oder neue Schule, zugreifen. Erstklassig.


The Arrival
The Arrival
Wird angeboten von hang-loose-records
Preis: EUR 14,31

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wieder Death Metal !!!, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: The Arrival (Audio CD)
Eigentlich ist es ja keine Überraschung mehr, dass Peter Tägtgren und seine Mannen sich mit jedem Album wieder komplett neu definieren. Eigentlich war es auch fast zu erwarten, dass bei HYPOCRISY nach der ziemlich modern klingenden und irgendwie experimentellen Scheibe "Catch 22" (2002) eine Art Rückbesinnung erfolgen würde. Aber dieses Resultat konnte man nicht erwarten. In bester "Hypocrisy"- und "The Final Chapter"-Manier wird hier melodischer Death Metal zelebriert, der die Freudentränen ins Äuglein treibt. Aber HYPOCRISY wären nicht HYPOCRISY, wenn "The Arrival" ein bloßer Abklatsch vergangener Heldentaten wäre. Die Scheibe offenbart trotzdem auch einige neue Nuancen im Sound der Schweden.
Dominiert wird der Silberteller wie bei den Glanztaten Ende der Neunzigerjahre von den mega-eingängigen und unglaublich packenden Gänsehaut-Refrains, die sich schon nach dem ersten Hören im Kopf festgefressen haben und die man von dort einfach nicht mehr wegbekommt. Und von diesem Kaliber stehen auf "The Arrival" gleich eine ganze Reihe. Es gibt wieder häufiger als auf den letzten beiden Alben getragene Melodic-Hämmer (u.a. 'Eraser' und 'Slave To The Parasites', das im Refrain verflixt an 'Only For The Weak' von IN FLAMES erinnert) zu hören und 'The Abyss' ist sogar fast eine Ballade, aber auch schnelles Kraftfutter mit fiesen Schädelspalter-Riffs ('Born Dead Buried Alive', 'Stillborn') kommt nicht zu kurz. Das Ganze klingt sehr ausgewogen, auch dass das Album überproduziert wäre, kann man nicht im Mindesten behaupten. Man könnte HYPOCRISY vielleicht ankreiden, dass sie auf diesem Album die Härte, die "Into The Abyss" und "Catch 22" auszeichnete, ein Stück zu weit zurückgeschraubt haben, aber die zahlreichen äußerst gelungenen Tracks, die einen mit ihren treibenden Midtempo-Riffs und den grandiosen Melodien um den Verstand bringen, sollten jeden HYPOCRISY-Fan dafür mehr als entschädigen.
Wie wir ja mittlerweile wissen, gibt Drumtier Lars Szöke auf "The Arrival" seine Abschiedsvorstellung, da er wegen des Terminstresses die Band verlassen hat. Sein Nachfolger ist mit ex-IMMORTAL-Schlagwerker Horgh ja auch einer der Besten der Szene, er hat allerdings an der Scheibe noch nicht mitgewirkt, wird aber die livehaftige Präsentation der neuen Songs mit in Szene setzen, u.a. auf den No-Mercy-Festivals diesen Jahres und dem Wacken Open Air. Bin schon gespannt, wie die Songs mit diesem knüppelschwingenden Dämonen hinter der Schießbude klingen werden.
Besondere Erwähnung verdient auch noch das sehr gelungene Cover, das Peter's Vorliebe für Extraterrestrisches sehr schön dokumentiert und einfach extrem cool aussieht. Und wenn man sich mal vor Augen führt, wie sich der Herr Tägtgren auf "The Arrival" die Seele aus dem Leib schreit und welche Qualität die Songs aufweisen, dann ist sonnenklar, dass einzig und allein HYPOCRISY die Hauptband von Peterle sind.
Es ist auf jeden Fall bemerkenswert, dass alle neun Songs dem hohen Standard, den HYPOCRISY sich selbst durch ihre zahlreichen erstklassigen Alben gesetzt haben, locker Genüge tun. Die mitreißenden Riffs und Melodien und diese mörderische Eingängigkeit der Stücke sind einfach umwerfend. Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass solch geniale Songs wie 'Eraser', 'Slave To The Parasites' und 'Dead Sky Dawning' bald auf einer Stufe mit den absoluten Bandhymnen vom Schlage eines 'Fractured Millennium' stehen werden.
Persönliches Schlusswort: Mit jedem weiteren Durchlauf gefällt mir diese Scheibe besser, mittlerweile würde ich sie sogar ungeniert als mein Lieblingsalbum von HYPOCRISY bezeichnen. Mit dieser Langrille setzt sich Peter Tägtgren mal wieder selbst ein Denkmal. Huldigt diesem Mann und lobpreiset ihn!


The Negation
The Negation
Preis: EUR 17,46

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutal !, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: The Negation (Audio CD)
Wer sich in der polnischen Death-Metal-Szene ein bisschen auskennt, dem ist auch sicher der Name DECAPITATED ein Begriff, die Truppe, welche bereits im zarten Durchschnittsalter von 18 Jahren mit ihrem Debüt "Winds Of Creation" für Furore sorgen konnte und auf lange Sicht hin schon als der legigtime Nachfolger von MORBID ANGEL gehandelt wurde.
Das nachfolgende "Nihility" bestätigte den hohen musikalischen und technischen Anspruch, den DECAPITATED an ihr eigenes Material hatten und gehörte vor zwei Jahren zu den besten Extrem-Metal-Scheiben des gesamten Jahres.
Dementsprechend neugierig war ich daher auch auf das neue Werk der Polen. "The Negation" heißt dieses und bietet einmal mehr brutalen US-inspirierten Death Metal, der jedoch nicht mehr ganz so technisch ausgefallen ist wie auf den beiden Vorgängern.
Anno 2004 gehen DECAPITATED nämlich wesentlich straighter zur Sache und bieten nur noch selten verspielte Breaks oder vertrackte Schlagzeugparts. Zwar wechselt das Quintett immer wieder die Geschwindigkeit und bietet auch die ein oder andere progressivere Passage, insgesamt sind die acht Nummern von "The Negation" jedoch sehr direkt gespielt.
Dabei reicht die Spanne einmal mehr von schleppenden Brutalo-Walzen wie `Long-Desired Dementia' über Midtempo-Banger der Marke `The Empty Throne' bis hin zu den eindeutig schnelleren Songs wie `Lying And Weak'. Und gerade die letztgenannte Kategorie ist es, die auf "The Negation" am meisten überzeugen kann. Immer dann, wenn DECAPITATED das Gaspedal kräftig durchtreten, wie ansonsten noch bei `The Fury', treten sie so richtig Arsch und genügen dem Anspruch, eine der besten Death-Metal-Bands der gesamten Szene zu sein.
Die Midtempo-Stücke sind über weite Strecken zwar auch gut bis sehr gut, besitzen aber speziell zur Mitte der Scheibe hin trotz dezenter technischer Spielereien einige Längen wie z.B. bei `Sensual Sickness'.
Glücklicherweise wird im direkten Anschluss wieder alles besser und mit dem von sehr harten schleppenden Riffs begleiteten Titeltrack und dem bereits angesprochenen `Long-Desired Dementia' haben die Polen noch zwei echte Hochkaräter im Gepäck, die sich vor der wieder erstarkten internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken brauchen.
Dies braucht "The Negation" als Gesamtwerk ebenfalls nicht und das, obwohl ich die Platte einen kleinen Tick schwächer finde als den direkten Vorgänger "Nihilty". Aber trotzdem findet sich hier ein halbes Dutzend exzellenter Death-Metal-Kracher, die man als Fan des amerikanischen (und natürlich des polnischen) Todesstahls dringend mal antesten sollte - auch wenn eine Spielzeit von weniger als 30 Minuten ganz klar indiskutabel ist!


Scars of the Crucifix
Scars of the Crucifix
Preis: EUR 14,99

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial !!!, 21. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Scars of the Crucifix (Audio CD)
98 Songs in 26 Minuten. Sind DEICIDE plötzlich Grindcore? Weit gefehlt, nur irgendwie scheinen die Jungs einen obskuren Zählrhythmus auf ihrer neuen Scheibe "Scars Of The Crucifix" zu verwenden - die typischen Earache-Promos eben... Ansonsten bleiben sich die Florida-Veteranen treu: Auf einem viel zu kurzen Album wird dem Satan in möglichst brutaler Death-Metal-Form gehuldigt. Und wie!

Meister Benton hat es nämlich geschafft, den eigentlichen Nachfolger des 1995-Opus "Once Upon The Cross" zu komponieren. Seitdem haben es DEICIDE nicht mehr wirklich geschafft, sooo zwingend zu klingen wie auf "Scars Of The Crucifix". Das Muster der Songs ist dabei altbewährt: Auf einem höllischen Drumteppich liegen öfters Midtempo-Riffs, zum Bangen bleibt bei DEICIDE wie üblich genug Zeit. Doch scheint Mr. Benton in den drei Jahren seit Erscheinen der vergangenen Platte "In Torment In Hell" ordentlich seine Stimmbänder zerkratzt zu haben: Er klingt wahrhaft dämonisch, ein Höllenhund, der da ins Mikro rülpst und grunzt. Außerdem sind die oft ausufernden Gitarrensoli diesmal so gekonnt in den glasklaren Sound eingepasst, dass vor lauter Technik-Freude die Finger spontan unruhig werden: Es droht akute Mitfrickelgefahr!

Schon der Titelsong am Anfang lässt mit seinen Klampfen-Harmonien im allgemeinen Death-Metal-Chaos jeden Stein der näheren Umgebung erzittern, der Nacken darf sich schon auf die nächsten DEICIDE-Gigs und diesen Song freuen. 'Mad At God' setzt die alles verschlingende Brutalität nahtlos fort, Benton klingt irrsinnig tief und böse. Im Mittelteil schreit und growlt es gänzlich unkontrolliert, dazu zischt ein göttliches Gitarrensolo: Das ist dann wohl mit satanischem Death Metal gemeint - Beschwörungspsalme aus einer anderen Welt auf Doube-Bass-Basis. 'Conquered By Sodom' schlägt in dieselbe Kerbe, danach kommt der Übermosh-Hammer 'Fuck Yor God'. Nach vollbrachtem Überschallgeschäft ist 'When Heaven Burns' eine Offenbarung in 666 Tonstufen. Erst ruft der Muezzin, dann ballern DEICIDE mit dem Song des Albums los - was für ein treibendes Riff, welch teuflische Präzision, was für eine barbarische Stimmung, welch geisterhaftes Gitarrensolo am Ende... Danach fällt "Scars Of The Crucifix" leider ein bisschen ab, die nächsten Songs sind zwar durchweg schnell und heftig, erreichen aber nicht mehr das Weltklasse-Niveau des ersten Teils.

Insgesamt bleibt damit eine Bretter-Scheibe ohne jeglichen Kompromiss, fett produziert und durchweg böse. Aussetzer finden sich auf "Scars Of The Crucifix" keine, dafür ist aber auch die Spielzeit viel zu kurz. Nur ein Ziel verfehlen DEICIDE deutlich: Sie werden wohl nie mehr die kontrovers-polarisierende Band sein, welche sie mit ihrem extrem satanischen Image Anfang der Neunziger waren, als noch ihre Touren von militanten Tierschützern mit bombigen Wünschen begleitet wurden...


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