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Rezensionen verfasst von
Fuchser

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Revelations
Revelations
Preis: EUR 17,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Name ist Programm, 20. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Revelations (Audio CD)
Schon die Vorgängeralben zeigten eindrucksvoll, um welch einzigartiges Elektro-Projekt es sich bei mind.in.a.box handelt: Bereits das Debüt "Lost Alone" von 2004 fesselte den Hörer, faszinierte mit originellen Klangwelten und begann die Geschichte des Charakters "Black" zu erzählen, die mit jedem folgenden Album fortgeführt wurde und mit Revelations würdevoll das aktuelle Kapitel aufschlägt - elektronisch, treibend, trancig angehaucht mit Ambient-Anleihen und melancholischer Färbung.

mind.in.a.box katapultieren den Hörer mit ungeahnter Wucht in eine fremdartig-geheimnisvolle Welt, in der auf eindringliche Weise psychologische und philosophische Themen wie Selbstfindung und Selbstverwirklichung behandelt werden. Bei alledem ist die an ScienceFiction angelehnte Story nicht zwingend notwendig, um einen Zugang zur Musik zu finden und völlig in ihr aufzugehen.

Revelations nun ist ein gutes Stück ruhiger als der reguläre Vorgänger Crossroads geraten und dabei nicht minder überwältigend. Die vom Album ausgehende Faszination lässt sich nur schwer in Worte fassen: Man hört dem Werk in jeder Sekunde an, dass es sich hier um etwas ganz Besonderes handelt. Revelations bewegt das Gemüt, es brennt ein Feuerwerk an Gefühlen ab und wenn die letzten Klänge ertönen, sitzt man wie durchgeschüttelt vor den Lautsprechern, nicht recht verstehend, wie einem geschah. So berührend kann Musik sein!

Während viele Elektro-Bands auf mehr oder weniger ausgetretenen Pfaden wandeln und sich wiederholen, wähnt man sich bei mind.in.a.box stets "am Anschlag" des Möglichen, dass es eine reine Freude ist: Produktion, Komposition, Texte und Gesang mit gekonntem Einsatz von Vocodern sind auf hohem Niveau und bringen Klanglandschaften hervor, denen sich der aufgeschlossene Musikliebhaber nur schwer entziehen kann.

Revelations ist das vierte reguläre Album der Österreicher und vermag es, den Aha-Effekt des Erstlings zu wiederholen, wenn nicht gar zu übertreffen. Für mich ist diese Musik gleichbedeutend mit einer Reise ins Neue, ins Unbekannte, die klanggewordene Selbsterkenntnis mit unerreichter Immersion. Die Leistung der beteiligten Musiker kann nicht genug gewürdigt werden. Beim ersten Hördurchgang hatte ich vor lauter Ergriffenheit Freudentränen in den Augen, was mir bisher nur bei mind.in.a.box passiert ist. Ich hoffe sehr, dass die hohe Qualität gehalten werden kann.

Das Album ist eine Offenbarung. Auch von mir herzlichen Dank, mind.in.a.box!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2012 10:18 AM CET


Nichts. Was im Leben wichtig ist: 3 CDs
Nichts. Was im Leben wichtig ist: 3 CDs
von Janne Teller
  Audio CD
Preis: EUR 9,99

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts, was sich zu kaufen lohnt., 23. Oktober 2011
Wie verhalten sich Jugendliche in einer Gruppe, die sich gemeinsam mit einer Herausforderung konfrontiert sehen und versuchen, damit umzugehen? Wer "Herr der Fliegen" oder "Die Welle" mag, die sich beide mit der Gruppendynamik Jugendlicher (z.B. innerhalb einer Schulklasse) befassen, ist mit "Nichts. Was im Leben wichtig ist" sehr schlecht beraten. Der Roman hält nicht ansatzweise, was der Titel hoffen lässt.

Die Handlung ist einfach haarsträubend. Schüler einer siebenten Klasse, die sich zur Beantwortung der Frage "Was ist Bedeutung?" dazu entschließen, ihre Mitschüler zu verstümmeln, sich zu entjungfern, einem Hund den Kopf abzutrennen und andere Widerlichkeiten begehen, können hoffentlich nur dem Hirn einer unfähigen Autorin entsprungen sein und ich frage mich, in welchem Universum die Geschichte spielen soll. Völlig realitätsfern, sofern es sich bei den Schülern nicht allesamt um akute Fälle für psychiatrische Obhut handelt.

Die Charaktere sind stereotyp angelegt und jeweils mit einem prägnanten Merkmal versehen ("der fromme ...", "die schöne ..." etc.). Sie entwickeln sich nicht bzw. in völlig unglaubwürdiger Weise.

Ebensowenig gelingt es der Autorin, sich in die Schüler hineinzuversetzen, ihr Verhalten, ihre Motivation, ihre Sprache usw. glaubwürdig zu gestalten. Zu keinem Zeitpunkt dachte ich "So hättest du auch reagiert!", sondern immer nur "Was für ein Quatsch.". Zudem stören die zu häufig eingesetzten Steigerungen, die bemüht, unbeholfen und planlos wirken, statt das Innenleben der Protagonistin zu beleuchten.

Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum die Schüler so handeln, wie sie es tun. Dass ein im Baum sitzender, der Clique bislang völlig unbekannter Mitschüler diese mit der Behauptung, es gäbe nichts, was von Bedeutung wäre, zu oben erwähnten Dingen bewegt, ist einfach... so schlecht, dass ich keine angemesseneren Worte finde.

Fazit: Ein Roman, der vorgibt, sich mit einem philosophischen Thema auseinanderzusetzen, dabei jedoch scheitert und am Ende nicht mehr als eine Ansammlung von Ekligkeiten ist. Die Drei- bis Fünf-Sterne-Rezensionen zu diesem Machwerk sind mir unbegreiflich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 3, 2012 7:07 AM MEST


Quantum Mechanics (Limited Edition in Buchformat)
Quantum Mechanics (Limited Edition in Buchformat)

16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungen und im Stil der Vorgänger, 15. August 2011
Als Electro- und Synthpop-Liebhaber höre ich Project Pitchfork seit 1994 und habe mit stetem Interesse die musikalische Entwicklung der Band verfolgt. Nach dem gewöhnungsbedürftigen "Inferno" von 2002 ging es meiner Meinung nach mit "Kaskade" (2005) wieder aufwärts. 2009 vollendete die Band ihre Kehrtwende dann und lieferte mit "Dream, Tiresias" und "Continuum Ride" ein Jahr später einerseits moderne Electro-Alben, die sich andererseits wieder sehr an den frühen Tagen der Band orientierten.

Der Sound wurde wieder ziemlich rauh und "ungeschliffen". Leider wurde auch der Dynamikumfang immer niedriger, was zwar für einen druckvollen, aber auch überladenen und "anstrengenden" Sound sorgt - der "Loudness war" lässt grüßen. Zur Verteidigung der Band sei allerdings angemerkt, dass Pitchfork damit bei weitem keine Ausnahme in der musikalischen Landchaft quer durch fast alle Genres bilden.

Nun zu "Quantum Mechanics":

Die Veröffentlichung im August 2011 überraschte mich sehr, handelt es sich doch bereits um das dritte reguläre Album innerhalb von drei (!) Jahren. Ich hegte denn auch meine Zweifel, ob in der kurzen Zeit nach Tiresias und Continuum wieder ein gelungenes Album folgen kann. Glücklicherweise hält "Quantum Mechanics" das Level der Vorgängeralben und kann als deren logische Fortsetzung angesehen werden, überhaupt ähneln sich diese drei Alben sehr.

Die Produktion ist gewohnt professionell und wuchtig, hier und da türmen sich regelrechte "Walls Of Sound" auf. Es scheppert und kracht im besten Sinne an allen Ecken und Enden. Erfreulich kompromisslos wird hier vorgegangen, man scheint sich nicht um Massenkompatibilität zu scheren. Der Hörer findet sich in einer düster-melancholischen Welt wieder, die hier und da durch hymnische Einlagen aufgehellt wird. Das Album ist wieder rein elektronisch, die meisten Songs sind im Midtempo-Bereich gehalten. Zum Verschnaufen werden einem aber auch einige ruhigere, langsamere Songs geboten. Kurze Interludien verbinden die Songs miteinander und sorgen für atmosphärische Übergänge, bleiben meiner Ansicht nach aber Geschmackssache. Ich könnte darauf verzichten, schmählern diese "Anhängsel" am Ende der Tracks doch den Hörgenuss bei 1-Track-Repeat.

Gelungene Songs (Lament, Radical business, Mute Spectators, Quantum mechanics, Splice, Insomnia) wechseln sich mit einigen schwächeren Songs ab, richtige Ausfälle gibt es aber nicht. Besonders hervorheben möchte ich noch "Lament" - seit einigen Jahren hat mich kein Pitchfork-Song mehr so sehr in den Bann gezogen! Schön zu sehen, dass die Band weiter Höhepunkte ihres Schaffens abliefert. Auch "Radical business" ist sehr überzeugend und kann meines Erachtens stilistisch in einem Atemzug mit "Holy TV" (vom Imatem-Album "Home") und "Beautiful Logic Strings" von Kaskade genannt werden. Dieser "hüpfende", etwas schräge Sound gepaart mit den sarkastischen Texten ist wirklich super und in meinen Augen eine der Besonderheiten von Pitchfork.

Sauer stößt mir allerdings auf, dass Herr Spilles sich auch auf "Quantum Mechanics" wiederum fast ausschließlich für verzerrten Sprechgesang entschieden hat, wobei die Verzerrung allerdings sehr gut mit der Musik harmoniert. Dennoch würden ein paar "richtige" Gesangslinien meiner Meinung nach das Werk deutlich aufwerten. Ähnlich geht es mir mit dem Songwriting: Manchmal sind die Rhythmen und Melodien derart simpel und eintönig ("The Queen Of Time And Space", "We Will Descend"), dass man geneigt ist zu vermuten, die Band traue ihren Hörern kein besseres musikalisches Verständnis zu.

Beim Hören des Albums drängt sich schon ab und an der Verdacht auf, die Band wäre zu _noch_ mehr in der Lage, schaltet dann aber lieber einen Gang runter, um die Hörer nicht unnötig zu verwirren. Ich zähle mich zu den Fans, die die Texte wie auch die musikalische Ausgestaltung (Rhythmus, Aufbau, "Instrumente") der Songs nach wie vor als sehr entscheidend empfinden. 4/4-Takt, typischer Strophe-Refrain-Aufbau und Sprechgesang müssen nicht immer die falsche Wahl sein, allerdings sind mir diese Elemente am Ende noch zu dominant auf "Quantum Mechanics". Dass es, was die Melodien anbelangt, auch anders geht, zeigt für mich zum Beispiel "The Longing" von "Alpha Omega" anno 1995.

Bei aller Kritik, die letzten Endes auf hohem Niveau stattfindet, halte ich "Quantum Mechanics" dennoch für sehr gelungen. Wer weiß, vielleicht überfliegt die Band ja die amazon-Rezensionen und nimmt einiges davon als Anregung auf. Darüber würde ich mich jedenfalls freuen, denn ich werde die Entwicklung der Band weiterverfolgen und möchte sie unbedingt wissen lassen, dass es auch im Electro-Genre sicher genügend Hörer gibt, die sich mit der Musik nach wie vor eingehend auseinandersetzen und weiterhin Wert auf durchdachte Texte und Musik legen.

Fazit:

Klare Kaufempfehlung. "Quantum Mechanics" ist in meinen Augen eine gelungene Fortsetzung der Vorgänger-Alben mit etwas verschenktem Potenzial.

"If you got any complaints, you can write me a letter." ;)


Mudvayne
Mudvayne
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kann man sich gut anhören, 23. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Mudvayne (MP3-Download)
Ich finde, Mudvayne haben hier wider Erwarten ein starkes Album abgeliefert. Die musikalischen Veränderungen bis hin zur New Game wollten mir gar nicht gefallen. Darum ist es umso schöner, das Selbstbetitelte wieder auf eine Stufe mit den älteren Alben stellen zu können. Leider hat die Platte für mich doch einen seltsamen Beigeschmack: Die Soundspielereien im ersten und zweiten Song stammen aus Kubricks Shining. Immer, wenn ich das hör, muss ich unweigerlich an diesen verstörenden Film denken, was meine Hörlaune nicht gerade hebt. Schon auf "Lost and found" scheints ne Anspielung auf Shining gegeben zu haben: "all work and no play" (aus dem Song Imn) als vermutliches Zitat verbreitet jedenfalls die gleiche Stimmung. Ansonsten: Daumen hoch!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 6, 2010 2:16 PM CET


Liebe Ist für Alle Da
Liebe Ist für Alle Da
Wird angeboten von CD-DVD-Tonträger Berlin
Preis: EUR 16,68

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neuer Schlagzeuger?!?! Wahnsinn!, 18. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Liebe Ist für Alle Da (Audio CD)
Ich wundere mich ein wenig darüber, dass noch niemand etwas zu den Drums auf LIFAD geschrieben hat, hier zeigt sich doch die mit Abstand größte Veränderung im Vergleich zu den früheren Alben! (kenne Rammstein seit Herzeleid)

Es scheint, als knüpple sich Christoph Schneider endlich frei von alten Konventionen. Klingen die Drums bis einschließlich Rosenrot noch sehr behäbig und eintönig (in jedem Lied fast die gleichen Rhythmen), so ist es auf LIFAD dermaßen lebendig und abwechslungsreich (allein der häufige Einsatz der double bass!!), dass man denken könnte, Rammstein hätten ihren Drumemr ausgetauscht!

Ein Riesen-Lob an Herr Schneider! Endlich wird der Rammstein-Sound durch facettenreiche, wirbelnde Drums bereichert! Herrlich!!!

Was das Album an sich angeht, sollte Rammstein doch mit ihrem Status mittlerweile auf billige Provokation à la Pussy verzichten können. "Donaukinder" (Special Edition) z.B. find ich ziemlich stark auch ohne derartige Elemente. Die Provokation bei Rammstein liegt meiner Meinung nach zukünftig nur noch darin, auf Provokation zu verzichten... darauf wäre ich gespannt! Bitte keine weiteren Plattitüden mehr auf den kommenden Alben.


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