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Rezensionen verfasst von
Barbanegra (Köln, Germany)

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We Want Mohr
We Want Mohr
Preis: EUR 12,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oma is tot, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: We Want Mohr (Audio CD)
Knorkator-Fan bin ich seit der ersten Platte. Als ich damals "Böse" auf einem Metal Hammer-Sampler hörte, fühlte ich mich ähnlich, wie diese eine Type aus dem Buch da, als der brennende Busch zu ihm sprach. Also, das war zum niederknien, das musste ich einfach verehren. Jetzt bin ich 39 und habe in den letzten 16 Jahren so viel Geld in Knorkator-Gedöns gesteckt, dass bei einem von denen mindestens ein Stuhl stehen müsste, der ganz allein durch meine Kohle finanziert wurde. Dabei habe ich die Evolution von der reinen Gassenhauer-Klamauk-Band zur "Ein-Kessel-Buntes-hauptsächlich-stimmungsvoll-aber-manchmal-auch-nachdenklich"-Kapelle mitgemacht. Nun habe ich einige Durchläufe "We want Mohr" hinter mir. Meine Meinung: der Titel ist falsch, denn es gibt hier nicht 'Mohr', sondern eher "watt janz anderet". Wer meint, hier ein lustiges Album zu hören, der wird sich wundern. Musikalisch ist das alles echt gut. Aber ich habe jetzt lange nachgedacht, wie ich die Stimmung des Albums beschreiben soll, ob ich "ernst und grüblerisch", "schwermütig" oder "melancholisch" wählen sollte. Dabei habe ich mich für eine bildliche Beschreibung entschieden: Oma ist tot. Das ist die Stimmung. Die Oma ist jetzt leider im Himmel. Hin und wieder gibt's mal ein Scherzchen(zB. "L"), nach dem Motto "es muss ja weitergehen und die Oma würde nicht wollen, dass wir jetzt alle die Köppe hängen lassen", aber schlußendlich wird Omas Ableben bis zuletzt nicht verkraftet. Mir gefällt's im Jroßen und Janzen, aber es ist definitiv keine Stimmungskanone. Und ich sage es mal so: letztes Jahr im März ist mir meine Frau abgehauen und ich war lange depri. Dem Herrn sei's gedankt, dass dieses Album erst jetzt erscheint, wo ich psychisch wieder stabil bin. Hätten Knorkator dieses Album auch nur ein halbes Jahr früher veröffentlicht, hätte ich mich spätestens nach drei Durchläufen erschossen. So düster ist das teilweise. Grau wie die Leberwurst unter'm Bett, um einen Klassiker zu zitieren. Liebe Leute von Knorkator, danke für dieses eher "herbstliche" Album, aber versucht's das nächste Mal doch bitte wieder mit lustig. Und wenn Tim Tom nicht nur als Komponist aller Songs im Booklet ausgegeben würde, sondern wirklich wieder mitsänge, dann würde ich mich noch viel "Mohr" freuen.


Gefährliche Geliebte
Gefährliche Geliebte
von Haruki Murakami
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollunterhaltung, 27. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Geliebte (Taschenbuch)
Dieses Buch unterhält den Leser von der ersten bis zur letzten Seite, ohne je nachzulassen. Es ist ein nachdenklicher Liebesroman von einem Schriftsteller, der mit wenigen Worten seine Liebe in nachfühlbaren Bildern auszudrücken. Dabei wird er jedoch nie schwurbelig, kitschig oder zu abstrakt. Doch immer wieder brechen mystische Elemente in die Handlung, so dass man sich urplötzlich in einen Thriller oder Horror-Roman vesetzt fühlt - auch hier zeigt sich der Autor einfach als Meister im Aufbau von Spannung und Dramatik.
"Gefährliche Geliebte" ist für mich ein Buch, dass man immer wieder lesen kann.


DER TOD KANN MICH NICHT MEHR ÜBERRASCHEN - Drama & Schicksal
DER TOD KANN MICH NICHT MEHR ÜBERRASCHEN - Drama & Schicksal

0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schade, 27. August 2012
Eine drollige Idee - in der Umsetzung aber zu schwach. Der Schreibstil strengt an und die Handlung ist voller Logikfehler, Banalitäten und Klischees. Hinzu kommen nervige Schreibfehler. Gab es kein Lektorat?
Mehr als eine gute Grundidee konnte ich hier leider nicht feststellen. Schade!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 28, 2012 10:16 AM MEST


GRAUES LAND - Endzeit - Horror - Thriller
GRAUES LAND - Endzeit - Horror - Thriller

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anfang gut, Rest leider nur "Graues Land", 25. August 2012
...und zunehmend öder werdend. Das Beste am Roman ist die erste Seite. Danach wird die Geschichte immer mehr überladen mit Passagen, die die gesamte Handlung völlig ausbremsen, bis zu einem Punkt, wo man genervt nur noch Seiten überfliegt. Ich hatte das Gefühl, die Story eines Amateurs zu lesen, eines der so vielen, die gerne wären, wie Stephen King. Auch King "schwafelt" viel, manchmal blättert man Seite um Seite, ohne dass die Handlung voranzukommen scheint. Doch irgendwann belohnt er den Leser durch ein furioses Finale. Hier ist das leider nicht der Fall. Es plätschert in endlosen Retrospektiven und Geschwurbel um des Geschwurbels Willen vor sich hin, um dann entäuschend einfallslos zu enden. Also bitte, Leute, da gibt es im Internet weitaus bessere kostenlose Kurzgeschichten. Das lohnt sich einfach nicht.


Haier DW9-TFE1 Geschirrspüler / AAA / 0,80 kWh / 9 MGD / 14 L Wasserverbrauch / Elegantes Design in Weiß / Freistehend
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Wird angeboten von Deltatecc GmbH
Preis: EUR 299,00

11 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlechte Spülqualität, Anfällig für Defekte, imkompetenter Kundendienst, 19. Juni 2012
Meine Meinung nach 2 Monaten mit dieser Spülmaschine:
Zuerst einmal ist die Bedienung nicht selbsterklärend, die Gebrauchsanweisung selbst ist dünn und unübersichtlich. Beim Gebrauch ist die Spülqualität verglichen mit anderen Geräten ärgerlich, oft musste ich per Hand nachspülen. Dazu traten bei meiner Maschine von Anfang an ständig "Wehwehchen" auf (die Maschine streikte...). Zuletzt bekam ich die Maschine nicht mehr in Gang. Die Gebrauchsanweisung half mir bei der Fehlersuche nicht weiter, dort stand als Konfliktlösungsstrategie nur so Geschichten, wie solle kontrollieren, ob man den On-Knopf gedrückt hätten (Haha...), ob die Maschine an Strom und Wasser angeschlossen wäre oder die Tür zu. Ansonsten solle man den Kundendienst kontaktieren. Wollte ich tun, musste dessen Nummer aber erst aus dem Internet suchen. Mit Telefon-Kundendiensten hatte ich schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass man als Antwort oft nur "kann ich nicht, weiß ich nicht, darf ich nicht" bekommt, aber in dieser Situation gab es einfach keine andere Lösung. So rief ich an... Als ich dann eine Kundendienst-Mitarbeiterin am Apparat hatte, verlief das Gespräch mit dieser schlecht gelaunten Dame grob zusammengefasst und aus meiner Erinnerung wiedergegeben ca. so:

K: "Was macht die Maschine?"
Ich: "Sie piepst"
K: "Wie oft?"
Ich: "10 Mal"
(Stille)
Ich: "Hallo?"
K: "Geben Sie mir bitte eine Rückrufnummer"
Ich: "Die wird bei Ihnen angezeigt"
K: "Ich kann Ihre Rufnummer aber nicht sehen"
Ich: "Ich kenne Sie nicht auswendig, ruf mich selbst selten an"
K: "Dann kann ich Ihnen nicht weiterhelfen"
(Stille)
Ich: "Was heißt das denn jetzt, wenn sie 10 Mal piepst?"
K: "Ja, die ist kaputt"
Ich: "Wie, die geht einfach so vom rumstehen kaputt? Vor 3 Tagen hat die noch funktioniert."
K: "Jaha! Die gehen eben manchmal kaputt!"

So ging das dann einige Minuten weiter, bis ich fassungslos und verärgert über die Inkompetenz und die Pampigkeit der Telefonistin auflegte. Die Maschine ist immer noch kaputt und ich weiß nicht, wieso.

Kurz gesagt war das Erlebnis Haier in Gänze ein Totalflop. Daraus kann man nur lernen. Ich werde diese Marke fortan als "Ramsch" einordnen.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 3, 2014 8:11 AM MEST


Bundesliga-Highlights 2001
Bundesliga-Highlights 2001
Wird angeboten von SchwanHM
Preis: EUR 23,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Im grausamen "Ran"-Stil, 30. Dezember 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bundesliga-Highlights 2001 (DVD)
Wenn ich überlege, mir eine Fußball-DVD oder Video-Kassette zuzulegen, stelle ich mir immer folgende Frage:

Sieht man viele Tore, Spielzüge, versucht man die Dramatik der Spiele rüberzubringen?

Und die Antwort heisst hier leider:
Nein. Das ist "Ran"-Stil. Alles, was nicht direkt mit Fußball als Sport zu tun hat, ist wichtiger. Pro Spiel sieht man vielleicht ein Törchen, dass auch möglichst kurz zusammengeschnitten, ohne die Entstehung. Viel mehr konzentriert man sich auf Jubelszenen in Zeitlupe, die frustrierten Gesichter der Verlierer, nachdenkliche Blicke, die ewigen Trainer-Querelen und irgendwelche Einzeiler aus Interviews. Bezeichnend: man erwähnt, dass Bernd Schneider gegen Saisonende ein Traumtor aus 45 Metern geschossen hat. Kandidat "Tor des Jahres". Man zeigt es aber nicht. Man erwähnt es, man sieht dabei gerade noch den Ball im Netz einschlagen und dann kommt der verschwitze Bernd Schneider mit einem Einzeiler aus dem Kabinengang.

Also, das hier ist nichts für Fans des Sportes Fußball. Hier geht es eher um die Seifenoper um den Fußball, um Trainerraufwürfe, Krisengelaber und co.. Wen das eh nicht juckt und wer nur eine sehr oberflächliche Zusammenfassung des Bundesliga-Geschehens haben will, der ist hier richtig. Wer die Highlights des Sportes Fußball sehen will, ist hier falsch.


Sieben Monde
Sieben Monde
DVD ~ Jan Josef Liefers
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 18,99

2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gen-Defekt?, 31. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Sieben Monde (DVD)
Das Horrorgenre boomt seit einigen Jahren und der Impuls ging nicht von den USA aus. Horrorfilme erste Klasse kommen heute aus Japan (zB. "The Ring", "The Grudge" und zahllose andere), Großbritannien (zB. "The Descent", "Dog Soldier", "28 Day/Weeks Later"), Frankreich (Haute Tension), Belgien ("Calvaire" - SOGAR BELGIEN, verdammt!) Australien (zB. "Wolf's Creek"), Spanien (zB. "Darkness", "The Others", "The Machinist", das Horror-Märchen "Pan's Labyrinth" und der hoffentlich bald auch in Deutschland auf DVD erscheinende "The Abandoned"), den Niederlanden (zB. "Haus der Toten Seelen")... Man könnte endlos aufzählen. Und alle Klischees der 80er werden ausgegraben: Werwölfe, Vampire, Slasher, Geister, Spukhäuser, Exorzisten, Zombies, Monster, düstere Fantasie-Welten usw.. Und da könnten einem die Tränen in die Augen steigen, wenn man feststellt, dass nur Deutschland mal wieder ausgeschlossen ist. In Sachen moderner Unterhaltung läuft hier ja insgesamt wenig; nicht nur, wenn es um Horrorfilme geht. Sofern man nicht zum x-ten Mal die alten Nazis und am besten noch als ultimatives Zugpferd "Adolf Hitler Superstar" aus der Mottenkiste holt, jucken deutsche Filme im Ausland kaum jemanden. Ok, es gab mal wieder einen Oskar, das klingt toll, aber in den USA ist die Oskar-Verleihung für den "besten fremdsprachigen Film" ein Synonym für "Pinkelpause". Das ist amerikanische Alibi-Weltoffenheit. Woran liegt das Unvermögen, moderne Unterhaltung aus internationalem Niveau zu produzieren? Ist das ein Gen-Defekt? Warum kriegen da kleine Ländchen in der Nachbarschaft zum Quadrat mehr hin, als hier, im 82 Millionen Einwohner-Land? Vielleicht finden wir hier ja die Antwort: "Sieben Monde" ist dermaßen deutsch, da platzt jede Bratwurst vor Neid. Man versuchte nicht nur, einen Horrorfilm zu produzieren, sondern auch noch einen über Werwölfe. Fantastischer geht es nicht, und das ist den deutschen dann wieder zu fantastisch. Und tatsächlich entpuppt sich der Film als Mogelpackung, denn der Witz der Geschichte ist: Werwölfe gibt es nicht, stattdessen entwickelt sich eine müde Krimi-Geschichte. Nein, sowas, wie Werwölfe, Vampire und Poltergeister gibt es für den Deutschen selbst in Horrorfilmen nicht. Die einzigen Geister, die es für den Deutschen gibt, sind die Geister der Vergangenheit. Da darf gebetet, rituell getanzt, beschworen und exorziert werden, bis der Rest der Welt wieder die Köpfe schüttelt. Aber damit ist dieser Film natürlich Betrug. Wenn man einen Film als "Werwolf Horror" verkauft, will der Zuschauer auch irgendwann den Werwolf sehen. Aber auch sonst stimmt hier nichts. Von Anfang an hat man das Gefühl, hier nicht einem Kino-Film zuzusehen, sondern einer langen Tatort-Folge mit etwas gedimmteren Licht, viel mehr an unecht aussehendem Filmblut, ziemlich unecht aussehenden Leichen mit sehr plumpem und unbeholfenem Pseudo-Gore-Appeal. Tatsächlich dreht der Regisseur sonst nur Krimi-Serien, wie "Ein Fall für zwei", "Tatort", "SOKO Donau" und etwas großartig anderes hat er hier anscheinend auch nicht versucht. Es wäre vielleicht ein netter ARD-Fernsehfilm für Oma zum Gruseln vor dem Zubettgehen geworden. Aber ins Kino gehört sowas nicht. Man merkt dem Film einfach an, dass die Macher etwas versuchten, was sie nicht können, weil sie es nicht verstehen.


Mortuary - Wenn die Toten auferstehen ... [Special Edition] [2 DVDs]
Mortuary - Wenn die Toten auferstehen ... [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Dan Byrd
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 6,97

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der einzige Horror ist Tobe Hoopers Karriere, 12. Juli 2007
...denn wie kann ein einstmals so hoch gefeierter Regisseur dermaßen absinken?
Mortuary ist die nächste Gurke in der Filmografie des Regisseurs, der mal mit "Texas Chainsaw Massacre" und "Poltergeist" neue Maßstäbe im Horror setzte. Mortuary soll wohl eine Art Teenie-Horror-Komödie sein, sozusagen Trash-Kult nach Kalkül. Das geht aber leider nicht auf. Es ist nämlich weder was von "Horror" zu spüren, noch von "Komödie". Aber Teenies sind dabei. Der Rest ist eher reiner, hirnloser, vor sich herplätschernder Blödsinn. Der Film hat nahezu überhaupt keinen Unterhaltungswert. Konnte die vorherige Gurke "Toolbox Murders" wenigstens die Fans überzogener sadistischen Splatter- und Gore-Szenen befriedigen (womit er auf einer Welle schwamm mit anderen MTV-Splatter-Streifen, wie die diversen Machwerke von Rob Zombie und co), so fehlt hier auch noch das. Atmosphäre gibt es hier nicht, ein-zwei billige Schockeffekte für leicht Erregbare und das war's, ansonsten nur eine immer absurder werdende Story, Zombies mit schlechtem Make Up, herumrennende Teenager, irgendwelche aus irgendwelchen Gründen irgendwo herauswachsenden, blutsaugenden Pflanzen und ein bleicher Bösewicht im Keller. Der Versuch, Zombies, Slasher, verfluchte Häuser und "Body-Snatcher"-ähnliche Pflanzen in einem Film unterzubringen, ist absolut gescheitert. Dieser Klischee-Eintopf schmeckt ausgesprochen fad. Es erschreckt aber, dass hier nicht irgendein talentloser ehemaliger Musikvideo-Regisseur am Werk war, sondern Tobe Hooper, der es ja mal vor 20 Jahren durchaus verstand, so etwas, wie "Atmosphäre" und "Spannung" zu erzeugen. Na ja. Ich rate ab.


In Requiem (Deluxe Version)
In Requiem (Deluxe Version)
Wird angeboten von SIDE2
Preis: EUR 8,99

4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nix da, Klassiker - Halb ok, halb Ipecachuana, 25. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: In Requiem (Deluxe Version) (Audio CD)
Paradise Lost sind wieder zurück, und das mit einem hochgefeierten Album. Natürlich ist das wieder einmal die Rückbesinnung auf alte Tugenden, zumindest laut den Schreiberlingen der diversen Metal-Postillen. Aber das waren für Metal Hammer, Rock Hard und co. Believe In Nothing, Symbol of Life und das selbstbetitelte Album ja auch... Nur dummerweise für sonst niemanden.

Ich als ur-alter Paradise Lost-Fan, der das jahrelange hin- und hereiern zwischen zwei verschiedenen Kapiteln der Bandvergangenheit, ohne dabei ein passendes Rezept für die Zukunft zu finden, eigentlich satt hat, höre mir mal an, was denn wirklich hinter diesem Album steckt. Gibt es hier wieder nur Bontempi-Heimorgel-Rock" von der Komplexität Silbermonds und der Spieluhr meiner 3jährigen Cousine? Oder ist das tatsächlich wieder das, was in allen Reviews steht: die Rückkehr zur alten Brillanz? Die Antwort: es liegt in etwa zwischen Beidem.

Auf diesem Album befindet sich leider wieder nur eine Kollektion an durchaus eingängigen Semi-Metalliedern, zu dem man zwar hier und da ein paar echte Metalriffs" spielt, wie man sie von Paradise Lost schon seit 10 Jahren nicht mehr hörte, in der es sogar Double-Bass-Passagen gibt, in der Gitarrist Greg Mackintosh die Anzahl an Leads. Harmonien und Soli im Vergleich zum letzten Eimer-Album deutlich aufgewertet hat, die letzten Endes aber wieder einmal zu oft zu flach erscheint, ohne die Atmosphäre, die Melancholie früherer Tage. Bis auf das Erste und Beste, Never For The Damned" sind die Lieder alle sehr kurz gehalten und zu viele davon sind nervig schablonenhafte Post-Host-Paradise Lost Standard-Kost (wow... das kann man sogar rappen!). Man muss Paradise Lost mittlerweile schon allein deswegen dazu raten, die Keyboards endlich in den Keller zu stellen oder besser noch zu verbrennen und die Asche in ungeweihter Erde zu verschachern, weil ihnen an diesem Unheil bringendem Instrument einfach nichts mehr einfällt. Immer das gleiche simple Geklimper, das man auf den vorherigen Alben fast identisch vorfand, immer die gleichen banalen Dosen-Streicher-Einsätze, immer die gleichen Blech-Beats-Intros. Echte" Riffs werden hier gespielt. Einige doomig, sogar einige Stakatto-Riffs, hui. Aber irgendwie machen sie die Lieder auch nicht viel druckvoller. Kunststück, irgendwie. Metal ja, aber für Leute mit steifem Nacken. Double Bass-Passagen? Manchmal fängt der Drummer an, ein bisschen flotter auf die Töpfe zu dreschen. Leider aber zieht dann der Rest der Band komischerweise nicht mit. Also, fetzig kommt das nicht rüber. Am schlimmsten aber ist der inzwischen nervige Gesang von Nick Holmes. Dessen schwermütiger, manchmal Hetfield-lastiger Gesang gehörte neben Greg Mackintoshs heulender Gitarre sicher zu dem, was Paradise Lost einstmals so herausragende machte. Dieser nun dauerhaft schwächelnde Teil der Band kann es sich zwar öfters, verkneifen, zu singen", als würde er zeitgleich versuchen, mit zwei Tampons in der Nase Walnüsschen mit dem Gluteus Maximus (A****backen sind das) zu knacken, aber es ist wie eine schlechte Angewohnheit - er fällt immer wieder dann, wenn er gefragt ist, das höhere Tempo der Band zu halten, in die alte Marotte zurück. Dieses nasale Gequäke erinnert mich an das, was der Tupi-Indianer Ipecacuanha nennt. Akustisches Ipecachuana.

Trotz aller Minuspunkte hat das Album auch seine guten Seiten. Paradise Lost verstehen es, eingängige, melodiöse Songs zu schreiben und dass es hier wieder ein bisschen metallischer zugeht, ist auch hoch anzurechnen. Man gibt sich ja schon mit einer handvoll Riffs zufrieden. Man findet hier bessere und schlechtere Songs. Zu den besseren gehören für mich eindeutig Never For The Damned", The Enemy", Requiem", Fallen Children", Beneath Black Skies", und Sedative God". Also, vielleicht das beste Paradise Lost-Album seit Draconian Times", aber noch lange nicht so gut, wie alte Werke. Nett. Bis nervig. Vielen Sparflammen-Metallern wird's sicher gefallen. Ich brauch's nicht so dringend


Der Triumph von München -- Die Fussball-WM 1974 [2 DVDs]
Der Triumph von München -- Die Fussball-WM 1974 [2 DVDs]
DVD ~ Wolfgang Biereichel

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und informativ - bis zu einem bestimmten Punkt, 7. Oktober 2006
Diese Dokumentation lässt die Weltmeisterschaft 1974 nochmal Revue passieren, und richtet dabei das Augenmerk besonders auf die aus bundesdeutscher Sicht wichtigsten Gegner des Turniers - die Mannschaft der DDR, Polens und der Niederlande. Aber nicht nur diese Teams werden beleuchtet. Auch von den Brasilianern, den Argentiniern und den Italienern, die neben West-Deutschland die eigentlichen Favoriten des Turniers darstellten, gibt es viele Szenen aus dem Umfeld und den Spielen. Man findet hier viele Spielzusammenfassungen mit Orginalkommentar, und zu jedem Spiel kommen zahlreiche Spieler, Trainer und Beobachter zu Wort. Zwischendrin widmet sich die Dokumentation den damaligen gesellschaftlichen Themen, wie der Sorge um Terroranschläge und dem Rücktritt Willi Brandts. Eines allerdings haben sich die Macher dieser sonst sehr unterhaltsamen und informativen Dokumentation nicht getraut: mit dem Mythos "WM 74" aufzuräumen.

In der Nachbetrachtung stellt man gerne Parallelen zum WM-Finale 54 her, als eine relativ durchschnittlich begabte, aber höchst kämpferische deutsche Elf das Weltklasseteam aus Ungarn durch die hier so oft gerühmten "deutschen Tugenden" besiegte. Das war hier aber gar nicht der Fall. Diese Parallelen werden künstlich hergestellt; einerseits, um das Ereignis dramatischer darzustellen. Andererseits, aufgrund des Selbstverständnisses beider Nationen. Die Deutschen sehen sich gerne als die bescheidenen Kämpfer, die durch Mut, Einsatz und Siegeswillen immer wieder das Unmögliche schaffen, und den übermächtigen Gegner in die Knie zwingen. Dagegen sehen sich die Holländer am liebsten in der Darstellung des ewigen "Weltmeisters der Herzen" - der großen Ästheten und Künstler, die den Fussball revolutionieren, aber vom Schicksal immer wieder benachteiligt werden. Hier fand aber etwas ganz anderes statt. Die WM 74 lässt sich ein wenig mit der WM 02 vergleichen. Hier war weder Holland, noch Polen ein Favorit. Beide Team spielten ihre erste Weltmeisterschaft überhaupt. Die Holländer hatten sich nur sehr knapp und glücklich qualifiziert. Die Favoriten und Starteams waren viel eher Weltmeister Brasilien, Vize-Weltmeister Italien und Europameister Deutschland. Andere Teams, die zu Favoritenkreis gezählt hätten, wie England und Frankreich, waren schon in der Qualifikation gescheitert. Die Dramaturgie dieser WM wollte es so, dass gerade diese Favoriten bei diesem Turnier große Probleme bekamen, und dagegen die Underdogs, Holland, Polen und auch die DDR, dem Turnier ihren Stempel aufdrückten. Mit dem Finale Deutschland - Holland stand dann tatsächlich ein Favorit gegen ein Überraschungsteam im Finale; jedoch mit umgekehrten Rollen.

In diesem DVD-Packet findet man das gesamte Finalspiel mit Orginalkommentar. In der Nachbetrachtung wird dieses Spiel immer als glückliche deutsche Abwehrschlacht beschrieben. Was man aber sieht, ist etwas anderes: eine deutsche Mannschaft, die zwar langsam in Tritt kommt, dann aber über weite Strecken des Spieles die gefährlichere Mannschaft ist. Sepp Maiers Leistung ist nicht die Weltklasseleistung, an die man heute so gerne glaubt: er hielt viele niederländische Torschüsse - diese waren aber auch schwach. Sepp Maier tat hier, wie Wolfgang Overrath selbst auch sagt, nur dass, was jeder gute Torhüter getan hätte: Er stand richtig, er hielt alle haltbaren - und das reichte schon.

Letzten Endes war der deutsche Sieg keine große Überraschung. Zwar waren die Holländer im gesamten Turnierverlauf besser, jedoch hätten vor Begin des Turniers sicher mehr Menschen auf einen deutschen Titelsieg getippt, als auf einen niederländischen Finaleinzug. Der Sieg Deutschlands 1974 war ebenso überraschend, wie der Sieg Brasiliens 2002.

Und auch, wenn sich die Holländer selbst heute noch so sehr grähmen, das Spiel nicht gewonnen zu haben: das Turnier brachte ihnen etwas, was sie vorher nicht hatten, und bis heute nicht mehr verlieren sollten - eine konkurrenzfähige Mannschaft. Wie Cruyff und Michels feststellen, was diese WM der Beginn eines "Oranje-Gefühles". Die niederländische Nationalmannschaft spielte erstmal konkurrenzfähigen Fussball, der nicht durch die ständigen Differenzen zwischen Spielern von Ajax und Feyenoord behindert wurde. Also, ein sehr glückliches Ereignis für beide Fussballnationen.

Dies alles wird in dieser Dokumentation auch erwähnt, aber nur am Rande. Man möchte anscheinend nicht zu sehr an dem hollywoodreifen Mythos sägen. Ein Wunder lässt sich eben besser vermarkten, als eine mühsame Pflichterfüllung. Ansonsten eine durchweg spannende Dokumentation mit vielen Toren der damaligen Stars, die hier und da fast schon ein paar unfreiwillig komische untertöte bekommt, durch die Geschichte des Weltmeisters Uli Hoeneß, der anscheinend wirklich vollkommen neben der Spur war, aber es dennoch durch Glück und Trickserei schaffte, bis zum Schlußpfiff des Finales dabei zu sein und die deutsche Mannschaft nicht zur Niederlage zu zwingen.


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